• Herzlich Willkommen!
    Schön, dass Sie zu uns gefunden haben.

    Wir sind das Erwerbslosen Forum Deutschland und befassen uns vor allem mit den Problemen bei Erwerbslosigkeit, Armut und gesellschaftlicher Benachteiligung.
    Das wichtigste Ziel ist, dass jeder zu seinem Recht kommt und diese nicht von den Behörden vorenthalten werden. Dazu gehört auch, dass Sie Ihre gewonnenen Informationen an andere weiter tragen. Bei den vielen völlig willkürlichen Handlungen von Behörden - und besonders bei Hartz IV - müssen Betroffene wissen, wie sie sich erfolgreich wehren können.
    Was man als Erwerbsloser zur Abwehr von Behördenwillkür alles wissen muss.
    Genauso wichtig ist es, dass Sie mit dazu beitragen, dass dieses unsägliche Gesetz Hartz IV überwunden werden muss. Deshalb brauchen wir auch aktive Unterstützer, die durch zivilen Ungehorsam, bei Demonstrationen etc. sich für diese Ziele einsetzen. Hierzu geben wir regelmäßig Informationen heraus.
    Mit diesen Zielen haben wir hier viele Menschen versammeln können, welche offen über sich diskutieren und ihre eigenen Erfahrungen hilfsbereit anderen mitteilen. Am besten ist es, wenn Sie sich kurz fürs Forum registrieren und Ihre Probleme, Meinungen und Ideen schreiben Das geht ganz schnell, ist kostenlos und bringt Ihnen nur Vorteile. So werden Sie sicherlich auf Gleichgesinnte stoßen, welche gerne versuchen, Ihnen weiter zu helfen, damit Sie den richtigen Weg finden. Ebenso habe Sie damit Zugriff auf unsere Vorlagen zu Widersprüchen, Klagebeispiele etc... Hier können Sie sich registrieren.

    Hoffentlich finden Sie, was Sie suchen.

SPD fällt in sich zusammen

Status
Nicht offen für weitere Antworten.

redfly

VIP Nutzer/in
Mitglied seit
7 Jun 2007
Beiträge
3.565
Gefällt mir
209
Alles Quatsch!!!

Das nimmt dem Gebriel doch keiner ab. Rotgrün hat uns doch die ganze Miserie eingebrockt. Der plötzliche Sinneswandel ist also nur eine Lüge. Die wollen wieder Wähler gewinnen um sie danach erneut zu vereiern.
 

Volker

Elo-User/in

Mitglied seit
4 Jun 2006
Beiträge
1.571
Gefällt mir
39
Alles Quatsch!!!

Das nimmt dem Gebriel doch keiner ab. Rotgrün hat uns doch die ganze Miserie eingebrockt. Der plötzliche Sinneswandel ist also nur eine Lüge. Die wollen wieder Wähler gewinnen um sie danach erneut zu vereiern.
Doch, ich schon.

Aber Gabriel ist nur einer, da sind noch viele die es nicht begriffen/begreiffen wollen. Nicht nur Rotgruen, die ganze riege der Neoloberalen. Auch aus Wirtschaft mir ihrer Lobby. Und vergessen wir nicht die Menschen und Betroffene selber. Die haben es immer in der Hand, Sauerein abzuwehren (gehört halt Mut und
Wissen zu).

Das das erstmal nicht reicht, sollte klar sein. Warten wir ab, klar Wählerstimmen brauch die SPD dafür. Meine kriegen sie nicht,
werd aber mit SPD Leuten reden.

Volker
 
E

ExitUser

Gast
  Th.Starter/in  
Ich nehme das dem Herrn Gabriel auch nicht ab. Sie haben über Jahre Zeit gehabt, ihre Handlungsweise zu überdenken. Sie taten es aber erst, als das Kind in den Brunnen gefallen ist. Die Analyse hätte also schon wesentlich früher, und nicht erst auf dem letzten Parteitag, durchgeführt werden müssen.

Ich gehe davon aus, dass die SPD nur, wenn überhaupt, unwesentlich aus dem Umfragetief herauskommt. Ihre Glaubwürdigkeit ist verspielt. Da hilft es auch nichts, wenn auf dem Parteitag Positionen vertreten wurden, welche den Linken zuzuordnen sind.

Die SPD ist die Partei des Sozialabbaus. Das darf niemals vergessen werden.
 

Kikaka

VIP Nutzer/in
Mitglied seit
1 Apr 2008
Beiträge
3.235
Gefällt mir
693
Die rede vom Gabriel, fand ich schon, passend für einen sozialdemokratischen Neuanfang. Die anderen Reden les ich gerade noch. Anträge pack ich mir auch noch ein paar.
- Passende Reden zum Hartz-Desaster lösen nicht das Problem. Als nächste werden dann Gabriel, Nahles etc. abzuschiessen sein, zu 95 % bestand die Bundestagsfraktion der SPD aus Abnickern und Befürwortern der Agenda 2010, wenn die SPD sich sanieren und entkernen würde, ja, da bleibt doch von ihr eh nichts mehr übrig.

- Geht mir aber auch am A.... vorbei, die SPD wird sich weiter zermalmen und zerlegen
 

trx123

Elo-User/in

Mitglied seit
23 Mai 2006
Beiträge
93
Gefällt mir
0
die SPD wird sich weiter zermalmen und zerlegen
ich denke, damit hast du Recht.

Auch ein Streitthema: die Sozialreformen. Olaf Scholz, neu gewählter stellvertretender Parteichef, verteidigte sie: Sie hätten dazu geführt, dass der Sozialstaat wieder funktioniere - auch in der Krise.
...

Der neue Parteichef Gabriel würdigte seinen Vorgänger Franz Müntefering als Menschenfischer. Er habe ihn nie autoritär erlebt, so Gabriel. "Ich finde, du bist ein große Vorbild an Mitmenschlichkeit", sagte der neue SPD-Chef.
SPD-Parteitag stimmt Leitantrag zu | tagesschau.de
 

Merkur

VIP Nutzer/in
Mitglied seit
28 Jan 2006
Beiträge
1.898
Gefällt mir
119
Die SPD hat nur mal kurz die Flügel geschlagen aber ihren neoliberalen
Kurs nicht geändert. Beton bleibt Beton !
 

Stinkstiefel

Forumnutzer/in

Mitglied seit
1 Sep 2009
Beiträge
238
Gefällt mir
0
Angesichts der grandiosen Ideen von Merkelwelle zur Entsolidiarisieung von Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung wird der gleiche Zersetzungsprozeß jetzt auch bei CDU/CSU und FDP beginnen. Da ich die Freiheitsgrade der Abgeordneten und Mitglieder in diesen Parteien höher einschätze als in der SPD, wird es m. E. relativ kurzfrstig kommen. Es müssen sich doch enorme Spannungen in diesen Parteien aufbauen.

Ich habe nach der Bundestagswahl genau auf Genschman geachtet. Der hat so betrübt aus der Wäsche geguckt, der wußte was kommt.

Ich glaube nicht, daß Merkelwelle die totale Machtübernahme glücken wird. Schau'n wir mal. Es wird interessant werden.
 

mercator

VIP Nutzer/in
Mitglied seit
29 Mrz 2006
Beiträge
1.231
Gefällt mir
56
Doch, ich schon.

Aber Gabriel ist nur einer, da sind noch viele die es nicht begriffen/begreiffen wollen.
Aber dir ist bekannt, dass Gabriel zum konservativen Seeheimer Kreis gehört? Das, was bei denen jetzt abläuft, ist nichts weiter als ein dünner Neuanstrich. Die SPD wechselt die Farbe, wie es ihr beliebt.
 

Volker

Elo-User/in

Mitglied seit
4 Jun 2006
Beiträge
1.571
Gefällt mir
39
Aber dir ist bekannt, dass Gabriel zum konservativen Seeheimer Kreis gehört? Das, was bei denen jetzt abläuft, ist nichts weiter als ein dünner Neuanstrich. Die SPD wechselt die Farbe, wie es ihr beliebt.
Nein, das wusste ich nicht, würde aber passen. da ja einiges noch fehlt an der Ausarbeitung in der Aufarbeitung...:cool:

volker
< Kannibalen
 
E

ExitUser

Gast
  Th.Starter/in  
Nein, das wusste ich nicht, würde aber passen. da ja einiges noch fehlt an der Ausarbeitung in der Aufarbeitung...:cool:

volker
< Kannibalen
Zur Zeit ist es bei der SPD nur Zweckoptimismus. Erst nach dem 2. oder 3. Parteitag kann man evtl. sehen, was sie gemacht haben und das sollte schon auf kommunaler Ebene losgehen.

Beschließen kann man viel, man muss es auch umsetzen und da werden die dann Probleme haben.
 

Curt The Cat

Redaktion

Mitarbeiter
Redaktion
Mitglied seit
18 Jun 2005
Beiträge
7.497
Gefällt mir
2.149
Angesichts der grandiosen Ideen von Merkelwelle zur Entsolidiarisieung von Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung wird der gleiche Zersetzungsprozeß jetzt auch bei CDU/CSU und FDP beginnen.
Zu diesem Thema machste dann aber bitte 'nen eigenen Thread auf ...


:icon_wink:

 

Volker

Elo-User/in

Mitglied seit
4 Jun 2006
Beiträge
1.571
Gefällt mir
39
Hab mir jetzt mal den Leitantrag (der Parteispitze/Vorstand) der SPD des besagten Parteitag gelesen. Kurzum, damit holen sie keinen Wähler zurück. Es ist viel gespickt mit Steimeiers "Arbeit von morgen". Das vor der Wahl ja schon stand. Darin träumen sie immer noch von Vollbeschäftigung und Wege dahin, sowie einges von Schröders Versprechen. :icon_neutral:

Zurück zum Leitantrag:
Unerklärliches Weglassen wichtiger Ding und Gründe zur verlorenen Wahl. Und sonst einige schon bekannte Versprechen, teilweise Argumente aus Steinmeiers "Arbeit von Morgen". Es gliechen sich Inhalte mit der von Gabriels Rede (die ich eigentlich sozialdemokratisch gut fand...).

Den Murks von - Auszug (Seite 13):- kommentiere ich erst gar nicht:
---
Wir
treten außerdem dafür ein, präventive Elemente der sozialen
Sicherung zu stärken, damit Menschen gar nicht erst in Notlagen
geraten. Die Erweiterung der Arbeitslosenversicherung zur
qualifizierungsorientierten Arbeitsversicherung und die weitere
Modernisierung der Arbeitsvermittlung sind dafür wesentliche
Voraussetzungen. ....
---

Kurzum: Die Rede Gabriels war das fortschritlichste was ich bisher zu sehen bekam, hab aber nicht mehr die Lust die anderen Dokumente zu lesen.

Ich frage mich mittlerweile, wie die SPD diesen Leitantrag beschliessen konnte (etliche Änderungen gabs ja, die kenn ich aber nicht). Sie hätten den eher zerreissen müssen, und dies war wohl nicht so.

Ein Neuanfang sieht anders doch irgendwie anders aus... :confused:

Ob da der Seeheimer Kreis, immer noch die Finger in der SPD rumwühlt... Warum auch nicht, die sind ja nicht raus...

:icon_neutral:

Ich empfehle anstelle des Leitantrages der SPD:
Togal, nee Regal, ähh Egal, ach was "Scheiss Egal"...

Volker (trotzdem mal sehen was die Basis und die eventuell
kommende Arbeit mit Organisationen ausserhalb der SPD so bringt)


Noch was, habt ihr euch die Parteitagsseite angesehen?
Ich meine:
Aussteller - SPD.de

und wem finden wir da? Bertelsmann... :icon_eek:
 
E

ExitUser

Gast
  Th.Starter/in  
Hab mir jetzt mal den Leitantrag (der Parteispitze/Vorstand) der SPD des besagten Parteitag gelesen. Kurzum, damit holen sie keinen Wähler zurück. Es ist viel gespickt mit Steimeiers "Arbeit von morgen". Das vor der Wahl ja schon stand. Darin träumen sie immer noch von Vollbeschäftigung und Wege dahin, sowie einges von Schröders Versprechen.

Zurück zum Leitantrag:
Unerklärliches Weglassen wichtiger Ding und Gründe zur verlorenen Wahl. Und sonst einige schon bekannte Versprechen, teilweise Argumente aus Steinmeiers "Arbeit von Morgen". Es gliechen sich Inhalte mit der von Gabriels Rede (die ich eigentlich sozialdemokratisch gut fand...).

Den Murks von - Auszug (Seite 13):- kommentiere ich erst gar nicht:
---
Wir
treten außerdem dafür ein, präventive Elemente der sozialen
Sicherung zu stärken, damit Menschen gar nicht erst in Notlagen
geraten. Die Erweiterung der Arbeitslosenversicherung zur
qualifizierungsorientierten Arbeitsversicherung und die weitere
Modernisierung der Arbeitsvermittlung sind dafür wesentliche
Voraussetzungen. ....
---

Kurzum: Die Rede Gabriels war das fortschritlichste was ich bisher zu sehen bekam, hab aber nicht mehr die Lust die anderen Dokumente zu lesen.

Ich frage mich mittlerweile, wie die SPD diesen Leitantrag beschliessen konnte (etliche Änderungen gabs ja, die kenn ich aber nicht). Sie hätten den eher zerreissen müssen, und dies war wohl nicht so.

Ein Neuanfang sieht anders doch irgendwie anders aus... :confused:

Ob da der Seeheimer Kreis, immer noch die Finger in der SPD rumwühlt... Warum auch nicht, die sind ja nicht raus...



Ich empfehle anstelle des Leitantrages der SPD:
Togal, nee Regal, ähh Egal, ach was "Scheiss Egal"...

Volker (trotzdem mal sehen was die Basis und die eventuell
kommende Arbeit mit Organisationen ausserhalb der SPD so bringt)


Noch was, habt ihr euch die Parteitagsseite angesehen?
Ich meine:
Aussteller - SPD.de

und wem finden wir da? Bertelsmann... :icon_eek:
die denken eben, wenn die was versprechen, werden sie auch sofort wieder gewählt. Liest Dir die Hurra-Meldungen auf vorwärts.de durch.


und wem finden wir da? Bertelsmann... :icon_eek:
und die BZA, EnBW, E.ON, EWE, Vattenfall usw. ........:icon_kotz:
 
E

ExitUser

Gast
  Th.Starter/in  
Die SPD liegt derzeit bei nicht mal mehr 19%. Zumindest nach einer Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL.

Was haben sie wohl auf ihrem Parteitag falsch gemacht?
 
E

ExitUser

Gast
  Th.Starter/in  
Die SPD liegt derzeit bei nicht mal mehr 19%. Zumindest nach einer Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL.

Was haben sie wohl auf ihrem Parteitag falsch gemacht?
Die werden vieles noch falsch machen, da braucht man nicht mal wissen, was die dort beschlossen haben.

Wer denkt, das man schon wieder "Erfolge" feiern kann, wenn man kurz nach einem Desaster und 11 Jahren falscher Politik "nur etwas korrigieren muss" und die Leute sind wieder "gut Freund" mit dieser Partei, ist schon selbst "der Fehler". :icon_party:
 

Volker

Elo-User/in

Mitglied seit
4 Jun 2006
Beiträge
1.571
Gefällt mir
39
Die Meinung eines Bekannter, ging dahin:

Die wollen gar nicht, 8auch nicht die NRW Wahl gewinnen)was sie
wollen das die schwarz/gelb auch mal wegen den Sozialungesetze die
Finger fürchterlich verbrennen.



Volker
 

Hotti

VIP Nutzer/in
Mitglied seit
29 Apr 2008
Beiträge
2.183
Gefällt mir
16
Ich glaube schon das sie wollen. Und ehrlich gesagt, hoffe ich, dass sie sich besinnen, und endlich wieder das werden, was sie einmal waren. Wir brauche die SPD, auch wenn ich in der Vergangenheit gegen sie gewettert habe. Wir brauchen eine starke SPD die ihren Namen wieder gerecht wird. Zusammen mit DIE LINKE könnte es wirklich eine sozial orientierte Regierung 2013 geben. Und der Landtag in NRW könnte schon mal ein kleiner Anfang sein.
 
E

ExitUser

Gast
  Th.Starter/in  
Wir brauche die SPD, auch wenn ich in der Vergangenheit gegen sie gewettert habe.
Wie kann man eine Partei brauchen, wenn sie einem belogen und betrogen hat? Wie kann man sie brauchen, wenn sie nicht mehr die eigenen Interessen vertritt?

Die SPD hat ihre letzte Chance auf ihrem letzten Parteitag verspielt.
 

Volker

Elo-User/in

Mitglied seit
4 Jun 2006
Beiträge
1.571
Gefällt mir
39
Wie kann man eine Partei brauchen, wenn sie einem belogen und betrogen hat? Wie kann man sie brauchen, wenn sie nicht mehr die eigenen Interessen vertritt?

Die SPD hat ihre letzte Chance auf ihrem letzten Parteitag verspielt.
Seeheimer Kreis und andere müssen... :icon_arrow: :icon_tonne:
 

Nustel

Forumnutzer/in

Mitglied seit
19 Jun 2006
Beiträge
2.134
Gefällt mir
163
Kein Mensch braucht doch ernsthaft diese verlogene Partei mehr. Gabriel brachte heute das Statment, das man darüber nachdenken solle, eine Volksabstimmung in Erwägung zu ziehen.
Dieser *** pseudo Sozi sollte sich doch erstmal einer ***. Auch geistig!!!
Dieser Mensch gehört dahin wo er hin gehört. Entsorgung.
P.S. Meine unwiderufliche Meinung.


Wo Meinung zur Beleidigung wird sollte man sich tunlichst einbremsen. Du setzt mit solchen Aussagen nicht nur dich einem teuren Risiko aus! Gedanken sind frei...
 
E

ExitUser

Gast
  Th.Starter/in  
Die Zukunft der Sozialdemokratie

Der 27. September 2009 bedeutet einen harten Einschnitt in der Geschichte der sozialdemokratischen Bewegung. Noch nie zuvor in der Geschichte der SPD hat eine Wahlniederlage diese altehrwürdige Partei so in eine Schockstarre versetzt, dass man noch Wochen später diese zu spüren bekam. Es ist somit das Verdienst der alten und vor allem neuen Parteiführung unter Sigmar Gabriel und Andrea Nahles, in Dresden wenigstens partiell diese Lähmung überwunden zu haben.

So kann die Analyse der Gründe für die verheerende Niederlage und die Aufarbeitung der dabei gemachten Fehler auf allen Ebenen der Verantwortung im eigentlichen erst jetzt beginnen. Und dass sie Zeit braucht und nicht durch das erneute, kurzfristige Schielen auf die Landtagswahlen im nächsten Jahr unterbunden werden darf, sollte spätestens jetzt jedem in unserer Partei einleuchten. Henning Scherf hatte schon recht: viele Chancen hat die SPD nicht mehr.

Gründe für die Niederlage
Niederlagenanalyse ist keine einfache, und sie ist vor allem keine neutrale Sache. Insofern hilft das heutzutage beliebte Zurateziehen medialer Experten nur bedingt, Wege aus der Sackgasse zu finden. Die SPD ist an zwei Wählergruppen gleichzeitig gescheitert, und das ist für sie als Volkspartei das größte Desaster, welches der Wahltag für sie bereit hielt. Zum einen hat sie durch verschiedene Maßnahmen in ihrer elfjährigen Regierungszeit (Hartz IV-Reformen, Rente ab 67 etc.) das Herz vieler linker Wähler verloren. Ihre klassische Klientel, die Arbeiter, die Arbeitslosen und die sog. untere Mittelschicht, fühlte sich durch sie verraten. Das heißt nicht, dass deswegen die genannten Maßnahmen per se alle falsch waren. Vieles davon, so bestätigen unabhängige Beobachter hat manches radikalere verhindert; vieles davon ist allerdings zu schlecht erklärt worden. Vor allem haben manche Einseitigkeiten (bsp. die Bemessung der Regelsätze bei Hartz IV) genau das Gegenteil von dem bewirkt, was intendiert war: Der Sozialstaat sollte auf breitere Schultern gestellt werden und heraus kam eine einseitige Kürzung von Hilfen am unteren Drittel der Bevölkerung. Hier gilt es in der Tat Korrekturen anzubringen und sie – noch bevor sie in neue Wahlprogramme geschrieben werden – in der Bevölkerung erfolgreich zu kommunizieren. Das bedeutet: offen, klar, eindeutig Fehler eingestehen. Mehr nicht, weniger auch nicht.

Zum anderen hat die SPD ihren Volksparteiencharakter dadurch aufs Spiel gesetzt, dass sie in der breiten Mittelschicht Wählergruppen an die Union, mehr noch aber an die FDP abgegeben hat. Man trüge sich nicht: Aus diesen Menschen sind nicht über Nacht Neoliberale geworden. Wie sollte das auch sein in Zeiten einer der größten Wirtschaftskrisen? Nur haben wir Sozialdemokraten es hierbei offenkundig am Eindruck fehlen lassen, unseren Willen zur weiteren Regierungsbereitschaft durch die besseren, programmtischen Alternativen zu bekunden. Es ist ja richtig, dass vieles, was wir vor der Wahl als FDP-Ideologie diffamiert haben, jetzt in der Tat in unglaublich dilletantischer Weise umgesetzt wird. Aber nur Contra erzeugt eben noch keinen Wissen „Was Dann“. Nicht gerade förderlich waren auch der Umgang mit dem eigenen Spitzenpersonal und eben der nie ganz auszugleichende Kanzerinnenbonus.
Die Zukunft der Sozialdemokratie | vorwärts.de

Etwas zum Nachdenken daraus:

Rawls stellt in seinem Werk "Eine Theorie der Gerechtigkeit" zwei Grundätze dafür auf. Der zweite lautet bekanntlich, dass alle Maßnahmen, die eine Regierung trifft, allen Bürgerinnen und Bürgern helfen soll, aber vor allem den am Schlechtestgestellten.
Daran fehlt es aber allen Parteien.
 

Woodruff

VIP Nutzer/in
Mitglied seit
25 Jun 2006
Beiträge
2.039
Gefällt mir
1
Nahles rechnet mit Schröder und Müntefering ab

Berlin (dpa) - Die neue SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles hat in scharfer Form mit dem Kurs von Gerhard Schröder und Franz Müntefering abgerechnet. Die Politik des früheren Kanzlers und des ehemaligen Parteichefs habe die SPD in die Krise geführt.

Von diesem «Ballast der Vergangenheit» müsse sich die SPD rasch befreien, schreibt Nahles in ihrem am Donnerstag in Berlin vorgestellten Buch.

Nach Überzeugung der 39-Jährigen liegen die Ursachen für die anhaltende Misere der Partei «maßgeblich» in Schröders Reform-Agenda 2010. Mit diesem Konzept habe die SPD ihren Anspruch aufgegeben, «eine gestaltende, ausgleichende Modernisierungspartei» zu sein. Sie habe stattdessen mit der Agenda einseitig neoliberale Positionen zur «Entfesselung von Marktkräften» übernommen.[...]
Parteien: Nahles rechnet mit Schröder und Müntefering ab | News | ZEIT ONLINE


Merkwürdig, in den letzten Jahren ist mir Nahles nicht als Agenda-Kritikerin aufgefallen...:icon_kinn:
 
E

ExitUser

Gast
  Th.Starter/in  
Parteien: Nahles rechnet mit Schröder und Müntefering ab | News | ZEIT ONLINE


Merkwürdig, in den letzten Jahren ist mir Nahles nicht als Agenda-Kritikerin aufgefallen...:icon_kinn:
Trotzdem bleibt die Kritik an Hartz IV erstaunlich milde. Viele Bereiche der Agenda-Politik seien „im Grundsatz richtig und auch in der Ausführung handwerklich ordentlich gewesen“, schreibt Nahles. Man habe sich nur zu sehr vom neoliberalen Zeitgeist, der in der Zeit der Schröder-Kanzlerschaft vorherrschte, antreiben lassen – die Arbeitnehmer als „eigenverantwortliche, gleichwohl aber schutzwürdige Individuen“ wurden sträflich im Stich gelassen. Kurz zusammengefasst heißt das: die Agenda 2010 war in Teilen richtig, doch in der Umsetzung viel zu rücksichtlos. So lautet die überraschende neue politische Position der ehemals vehementen Hartz-IV-Gegnerin.
Auf Genossenfang | vorwärts.de
 

Woodruff

VIP Nutzer/in
Mitglied seit
25 Jun 2006
Beiträge
2.039
Gefällt mir
1
Tatsächlich:

Abendblatt:
Verfluchen Sie die Agenda 2010 immer noch?

Nahles:
Ich fand und finde den Ansatz der Agenda richtig, arbeitslose Menschen zu aktivieren. Nur nicht jedes einzelne Element. Ansonsten gilt: Die Agenda 2010 entscheidet nicht die Bundestagswahl 2009. Es bringt auch nichts, weiter über die Vergangenheit zu debattieren.

Abendblatt:
Ihr Genosse Ottmar Schreiner - bekanntlich auch ein Parteilinker - kritisiert, die Generallinie der Partei stimme nicht. Er meint, die Hartz-IV-Reformen wirkten bis heute negativ fort.

Nahles:
Diese Auffassung teile ich nicht. Das Wahlprogramm ist im großen Konsens erarbeitet worden. Es ist ein Programm für bessere Arbeit und soziale Gerechtigkeit. [...]
Quelle: Andrea Nahles: Wir kriegen den Hintern schon wieder hoch - verlassen Sie sich darauf : Andrea Nahles
 

Linchen0307

Elo-User/in

Mitglied seit
18 Jun 2005
Beiträge
2.166
Gefällt mir
67
Über diesen Link kann man Kontakt mit der Nahles aufnehmen, vielleicht sollten mal alle ELO's hier aus dem Forum schreiben, das der Wähler eben die AGENDA 2010 und den damit verbundenen HartzIV (SGB II), nicht vergessen hat und das der SPD dies auch immer noch nach hängt.
Diese Frau scheint auch an der Realität vorbei zu leben.
 

Arania

Elo-User/in

Mitglied seit
5 Sep 2005
Beiträge
17.180
Gefällt mir
178

Frau Nahles galt immer als Schröder-Feindin, nur hat sie das damals nur den Genossen gesagt oder kundgetan, aber ansonsten immer schön den Mund gehalten, nun muss sie halt eine andere Taktik probieren um die SPD wieder nach vorne zu bringen, sie vergisst dabei das sie auch zu den alten Zopfen gehört, die abgeschnitten gehören, wie sie meint
 
E

ExitUser

Gast
  Th.Starter/in  
Rudolf Scharping, Vorsitzender des Bundes Deutscher Radfahrer, wird gerne "die Fahrradklammer" genannt und Andrea Nahles, die aktuelle Rosa Luxemburg der SPD, heißt überall "Eifeler Krawallschachtel".
Quelle

Schwarz: Frau Nahles, mit der SPD geht es seit Gerhard Schröder bergab. War seine Orientierung hin zur Mitte ein Fehler?

Nahles: Nein! Wir haben ja erfolgreich dreimal auch Regierungsbeteiligung erreichen können. Aber man darf Mitte eben nicht verwechseln, dass man sich irgendwie anpasst an irgendwelche Meinungen, sondern wir müssen stärker wieder dahin kommen, auch für Politik, die nicht im ersten Moment schon mehrheitsfähig ist, wirklich zu streiten. Am Ende von elf Jahren Regierungspolitik wirkten wir schon ein bisschen verbraucht, würde ich mal sagen, insbesondere weil wir doch zu stark auch nicht durchgedrungen sind mit unseren Überzeugungen, sondern oft eben die Kompromisse eingehen mussten. Viele unserer Anhänger haben uns das übel genommen und ich glaube, an der Stelle müssen wir wieder mehr eigenes Profil aufbauen.
Quelle: dradio.de

Frau Nahles ist eine geniale Nebelbombenwerferin, denn es waren ja nach ihren Worten vom 13.11.2009 lediglich nicht durchgedrungene Überzeugungen.
 

Arania

Elo-User/in

Mitglied seit
5 Sep 2005
Beiträge
17.180
Gefällt mir
178
Falls Du die SPD meinst, dann wäre Hartz IV noch schärfer geworden, denn die CDU hatte damals noch ganz andere Bedingungen, aber die kommen jetzt
 
E

ExitUser

Gast
  Th.Starter/in  
Und da wird ein glatter Durchmarsch gemacht, da Schwarz/Gelb die Mehrheit in Bundestag und Bundesrat hat.
 
Status
Nicht offen für weitere Antworten.
Oben Unten