SPD fällt in sich zusammen

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ExitUser

Gast
https://www.elo-forum.org/news-diskussionen-tagespresse/45469-rollen-%F6pfe-spd.html

... Sie alle stehen zum Schröder-Projekt. Dieses Projekt des Ex-Bundeskanzlers Gerhard Schröder hatte implizit das Schreddern der alten Volkspartei SPD zum Ziel. Die Mittel dazu waren politische Entscheidungen, die den Interessen der Mehrheit der SPD-Wähler entgegengesetzt waren: Deregulierungen (der Finanzmärkte), Privatisierungen (der Bahn), Hartz IV und die Agenda 2010, die Einführung der Praxisgebühr, schließlich die Rente mit 67 durch Müntefering. Seit 2003 sind für die SPD die Folgen ihrer Politik klar: Der Verlust von hunderttausenden Parteimitgliedern und die Abwanderung von Millionen Wählern. Die Partei verlor Wahl nach Wahl und rettete sich in die Große Koalition. Und auch im gegenwärtigen Wahlkampf stand die SPD mit ihrem Personal, allen voran Steinmeier und Müntefering, für diese desaströse Politik.

Mit dem Wahlergebnis nun ist das Schröder-Projekt praktisch erfüllt: Die SPD als große Partei des sozialen Ausgleiches, als Volkspartei der Arbeitnehmer und des fortschrittlichen Bürgertums, existiert nicht mehr. Und dies ist nicht die Folge der "Auflösung von traditionellen Milieus", sondern der ganz konkreten und bewussten Politik der SPD-Führung.

Ohne eine einschneidende Zäsur wird die SPD nur noch als Wurmfortsatz existieren. Zu dieser Zäsur wird der Satz gehören: "Hartz IV und die Rente mit 67 waren große politische Fehler." Bisher haben sich die Verantwortlichen lieber die Zunge abgebissenen, als diese Fehler öffentlich einzugestehen. Umso grotesker muten die angekündigten "Analysen" der Wahlkatastrophe und ihrer Ursachen an. Das ist so, als wenn man bei einem Harzinfarkt sich auf den Fußpilz konzentriert. Die Partei muss sich von den Schröder-Jahren abwenden und diese Zeit selbstkritisch aufarbeiten: Als ein verhängnisvolles Kapitel ihrer Geschichte. Und zu dieser Zäsur wird neben einem veränderten Einstellung zur Linkspartei, die ja Fleische vom Fleische der SPD ist, auch eine Veränderung zwischen Parteiführung und Parteibasis gehören, damit sich letztere in ersterer wiederfindet...
TP: SPD fällt in sich zusammen

Betonköpfe bleiben Betonköpfe. Die Führung der SPD hat jede Realität mit der Wirklichkeit verloren. Eine Volkspartei ist sie nicht und bei den Reichen auch nicht richtig angekommen.

Nun, ich denke die SPD hat das Soll erfüllt, das Ziel erreicht, was sie erreichen sollte. Nun braucht sie nicht mehr stark sein... wenn denn unsere "Marionetten" wirklich die Order von ganz oben bekommen. Aber das scheint nur eine Verschwörungstheorie zu sein.

Zum rätselhaften Verhalten der SPD fand ich schon vor ein paar Wochen folgenden Artikel sehr interessant:

3. September 2009 um 9:36 Uhr
Rätselhafte SPD-Strategie. Des Rätsels Lösung: SPD-Spitze arbeitet für andere.
Verantwortlich: Albrecht Müller | Druckversion | Beitrag versenden | < zurück
Sie mögen dies für eine sehr gewagte Vermutung halten. Dann bleibt Ihnen als Lösung des Rätsels alternativ nur die Vermutung, dass in der SPD-Spitze nur noch Dummköpfe sitzen. Andere Erklärungen gibt es für den Niedergang dieser großen und wichtigen Partei aus meiner Sicht nicht. Albrecht Müller.

Vorweg: Dies ist eine dramatische und für unser Volk unerfreuliche Entwicklung. Denn wir bräuchten eine wirkliche politische Alternative zum neoliberal bestimmten Kurs von Union und FDP. Dies kann man ohne Parteilichkeit feststellen. Eine Alternative zu haben, ist eine ur-demokratische Regel. Ohne die SPD wird es unter heutigen Bedingungen aber keine Alternative zum rechtskonservativen Lager geben. Deshalb ist die Erkenntnis, dass die SPD-Spitze im Auftrag anderer Interessen arbeitet, so bedrückend.
Zur Begründung einige gravierende Indizien:
A. Die SPD Führung hat in den letzten 10 Jahren ihre Kompetenz und ihr Profil in zentralen Fragen aufgegeben und damit sehenden Auges in Kauf genommen, nahezu alle Ministerpräsidenten, die Hälfte der Mitglieder und auch nahezu die Hälfte der Wähler zu verlieren. Sie hat mit Hartz IV und Agenda 2010 die soziale Kompetenz geopfert.
(…)
NachDenkSeiten - Die kritische Website » Rätselhafte SPD-Strategie. Des Rätsels Lösung: SPD-Spitze arbeitet für andere.

Kaleika

Diese Partei fällt auch noch unter die 20 % und sogar 10 % Marke. Vielleicht wird Sie genauso stark nur noch sein wie die Piraten Partei.

Aber die altbacken halten ja an den Verursachern ihres Untergangs fest.

Ich sag nur..

Bye Bye SPD
 
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Die Antwort

Gast
Jetzt rollen die Köpfe bei der SPD

Der gescheiterte Kanzlerkandidat Steinmeier verzichtet auf den Parteivorsitz. Auch Vize Steinbrück und Generalsekretär Heil ziehen sich zurück.

Zwei Tage nach dem Debakel bei der Bundestagswahl gibt es in der SPD erste personelle Konsequenzen: Frank-Walter Steinmeier will nun doch nicht Parteivorsitzender werden. Das gab der scheidende Außenminister und gescheiterte Kanzlerkandidat am Dienstag in einer Fraktionssitzung bekannt, wie aus Fraktionskreisen verlautete. Zur Begründung habe er gesagt, die Verantwortung in Partei und Fraktion solle auf mehrere Schultern verteilt werden, hieß es. Steinmeier soll am frühen Abend zum Fraktionschef gewählt werden.

SPD-Machtpoker: Steinmeier verzichtet auf Parteivorsitz - Politik | STERN.DE
 

Braunes Hartz

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AW: Jetzt rollen die Köpfe bei der SPD

Und zu wenig. Ist dieser Agenda-Konstrukteur doch gerade tatsächlich Fraktionsvorsitzender geworden.

Diese Steinheini-Opposition will ich erleben. Standing Ovations für Regierung, Regierungsschleimerei aus der Opposition heraus, Kritik allenfalls an kosmetischen Details ?

Lächerlich - die Sozipartei steuert die Zehn-Prozentmarke an.

Dann mal zu.

.
 

DomiOh

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AW: Jetzt rollen die Köpfe bei der SPD

Die SPD wird es noch lernen - oder auch niemals.
Wenn man die Kommentare zu diesem n-tv Artikel liest, wird einem teilweise schon wieder :icon_kotz:-übel.

Unter anderem:

mit ypsilanti gabriel, ohne struck münte steinmeier, wird es ganz schnell zu einem schulterschluß mit den linken auf bundesebene kommen. den lafontaine gysi wirds freuen. es entsteht eine neue macht. armes deutschland...

oder

SED am Ziel: SPD kaputt Gysi erhält STASI-Verdienstorden in Gold: Mission nach 20 Jahren erfüllt Der kleine Mann aus dem Saarland feixt: Rache ist süss

Sehr interessant aber auch dieser Aspekt des Artikels:

Die Parteienlandschaft kann sich in den kommenden acht schwarz-gelben Jahren neu organisieren

Seit wann ist eine Legislaturperiode 8 Jahre lang, oder habe ich da was verpasst?

Ich hoffe wir müssen diese Koalition höchstens 4 Jahre ertragen...
 
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AW: Jetzt rollen die Köpfe bei der SPD

Die SPD wird es noch lernen - oder auch niemals.
Wenn man die Kommentare zu diesem n-tv Artikel liest, wird einem teilweise schon wieder :icon_kotz:-übel.

Unter anderem:



oder



Sehr interessant aber auch dieser Aspekt des Artikels:



Seit wann ist eine Legislaturperiode 8 Jahre lang, oder habe ich da was verpasst?

Ich hoffe wir müssen diese Koalition höchstens 4 Jahre ertragen...

Offensichtlich geht man davon aus, daß sich die Sozen innerhalb vier Jahren nicht berappeln werden.
 

DomiOh

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AW: Jetzt rollen die Köpfe bei der SPD

Das heisst aber nicht, dass das nächstemal Schwarz-Gelb weiterregiert... Es war ja dieses mal schon sehr knapp.
 
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AW: Jetzt rollen die Köpfe bei der SPD

Vielleicht packen´s in vier Jahren Linke u. Grüne ohne SPD, wer weiß... :icon_twisted:
 
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dr.byrd

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AW: Jetzt rollen die Köpfe bei der SPD

Wie hält es die NRW-SPD mit der Linkspartei? Sie bleibt eine Option für die Landtagswahl, doch SPD-Chefin Hannelore Kraft stellt im WAZ-Interview fest: Derzeit sei die Linke „nicht regierungsfähig”.
Der Westen

Sie kriegen es einfach nicht rein in ihre Spatzenhirne. Da muss es nächstes Jahr in NRW bei den Wahlen nochmal eine volle Packung geben.
 

wolliohne

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AW: Jetzt rollen die Köpfe bei der SPD

die Reihen lichten sich endlich bei der Agenda Mafia spd!
 

Arania

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AW: Jetzt rollen die Köpfe bei der SPD

der wird auch noch gehen müssen, die Leute murren
 
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Was denn das jetzt?
Ich habe den thread nicht erstellt, und es sind auch nicht alles meine Worte, die hier geschrieben stehen.

Danke für die Erklärung.
 

Woodruff

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AW: Jetzt rollen die Köpfe bei der SPD

Diese Steinheini-Opposition will ich erleben. Standing Ovations für Regierung, Regierungsschleimerei aus der Opposition heraus, Kritik allenfalls an kosmetischen Details ?


So könnte Oppositionsarbeit à la Steinmeier aussehen:

Müssen wir uns also bei künftigen Bundestagsdebatten darauf einstellen, dass z. B. die Forderung des marktradikalen FDP-Vorsitzenden Westerwelle einer Korrektur der Rente mit 67 ebenso wie die Forderung höherer Schonvermögen für Hartz IV-Empfänger auf den erbitterten Widerstand des Oppositionsführers Steinmeier trifft?

Quelle: Brauchen wir eine neue Sozialdemokratische Partei? | Arbeitsgemeinschaft der SOZIALDEMOKRATEN in der SPD


Ich fürchte, bei der SPD ist Hopfen und Malz verloren :frown:

Habe mir vorhin übrigens Klaus von Dohnanyi auf n-tv angesehen und nach 5 Minuten umgeschaltet, weil ich das Geschwafel nicht mehr ertragen konnte. Der Mann leidet offenbar an einer schweren Demenz im Endstadium.
 

Archibald

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AW: Jetzt rollen die Köpfe bei der SPD

Die SPD wird es noch lernen - oder auch niemals.
Wenn man die Kommentare zu diesem n-tv Artikel liest, wird einem teilweise schon wieder :icon_kotz:-übel.

Kann dich gut verstehen. Allerdings darf man sich dieses debile Scheuklappendenken nicht so sehr zu Herzen nehmen, Das kostet unnötig Kraft. Was man machen sollte ist immer wieder sachlich dagegen argumentieren. Die vielen Leser sind nicht dumm und erkennen - zwar langsam - aber wie man am Schicksal der SPD sieht, in der Reaktion dann doch machrtvol, dass man dieser Art nicht nur nicht folgen darf, sondern sogar aktiv etwas dagegen unternehmen muss wenn Deutschland nicht wieder in die Zeiten der dreißiger Jahere des letzen Jahrhunderts zurück fallen soll.

Du agierst bereits so so wie ich dich einschatze, aber wie gesagt, nichts zu sehr zu Herzen nehmen...

LG, Archibald.l
 
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Gast
Sorry Wolliohne, aber aus deinem Link werde ich grad nicht so recht schlau... bin wohl zu oft gestochen worden heute.

Um es nochmal zu differenzieren, was meine Worte zu diesem Thema waren/sind:

Nun, ich denke die SPD hat das Soll erfüllt, das Ziel erreicht, was sie erreichen sollte. Nun braucht sie nicht mehr stark sein... wenn denn unsere "Marionetten" wirklich die Order von ganz oben bekommen. Aber das scheint nur eine Verschwörungstheorie zu sein.

Achso, ich bin nicht der Threadersteller.
 
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ExitUser

Gast
AW: Jetzt rollen die Köpfe bei der SPD

Bitte liebe Sozen Wähler bleibt trotzdem nicht zu Hause bei der NRW Wahl. Die SPD braucht leider noch eine ganze Zeit. Lasst es nicht so kommen wie bei der BuWa. Redet mit Linken und Grünen, sucht euch das passende raus und leiht denen Stimmen aus. Bleibt bitte nicht zu Hause. Die BuWa hat aufgezeigt das schwarz gelb ihren Zenit überschritten hat. Hättet ihr tatsächlich gewählt, dann wäre das ein Erdrutsch gewesen. Vergesst diesen yes we can Schrott. Seit einfach Sozen und Sozen-Wähler und benehmt euch auch so. Doch dieses eine Mal wird es wohl nicht anders gehen.
 

Archibald

Super-Moderation
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AW: Jetzt rollen die Köpfe bei der SPD

So könnte Oppositionsarbeit à la Steinmeier aussehen:



Quelle: Brauchen wir eine neue Sozialdemokratische Partei? | Arbeitsgemeinschaft der SOZIALDEMOKRATEN in der SPD


Ich fürchte, bei der SPD ist Hopfen und Malz verloren :frown:

Habe mir vorhin übrigens Klaus von Dohnanyi auf n-tv angesehen und nach 5 Minuten umgeschaltet, weil ich das Geschwafel nicht mehr ertragen konnte. Der Mann leidet offenbar an einer schweren Demenz im Endstadium.

Steinmeyer ist für eine SPD die ihren Namen wieder wert sein soll nicht tragbar.
Hier hat ein Leser die "Steinmeier SPD" als die Luftnummer entlarvt die sie seit und mit Schröder wurde:

Köpfe der Wirtschaft: Frank-Walter Steinmeier - Ihre Meinung - WirtschaftsWoche

Sehr gehrter Herr Steinmeier !
In der TV - Sendung " Maybritt Illner " haben Sie großartig getönt, dass ein Arbeitnehmer,der 45 Sozialversicherungspflichtige Jahre nachweist, ohne Abzug sofort in die Vollrente gehen kann.
Bin am 11.01.49 geboren, habe am 01.04.1964 meine Ausbildung begonnen, 44 Versicherungsjahre, 2005 um meinen Arbeitsplatz vor dem Arbeitsgericht Bremen gekämpft, aber verloren und eine Abfindung erhalten, weil der Arbeitsplatz wegrationalisiert wurde.Arbeitslos seit Feb. 2006. Unterzeichnung der 58-iger Regelung 11/2006, da Leistungskürzungen von AGENTUR f. Arbeit angedroht !
...
aber jetzt soll ich ohne Klage mein Haus verkaufen und 3 jahre HARTZ IV nehmen oder Schlaftabletten ?
Meine Frau ist sehr labil und es würde mich nicht wundern, wenn sie Tabletten nimmt.
Bitte um Hilfe !
Wichtig, dass der Bürger zur Wahl geht, was aus ihm wird ist allen völlig egal.
Vielleicht hat er den Mut zu Helfen, aber wahrscheinlich kommt wieder eine Email, eines armen Mitarbeiters, der nicht weiß was er schreiben soll.

@Liebe SPDler:
das, bzw. HartzIV und viele, viele Vorkommnisse der zitierten Art haben euch in Verbindung mit hohlen Politikerphrasen und dieser "HartzIV war richtig Phrase" nun endlich das gebracht, was zumindest die hauptverantwortliche Führungsriege verdient hat. Nun wascht und rasiert eure Führungsriege auf dass sie ihre Pflicht als Staatsbürger tun und neue Jobs, gerne auch als 1E-Jobber annehmen und nicht auf Steuerzahlerkosten in den Vorruhestand gehen. :icon_lol:

Ich hoffe inständig einige Hundert von euch, nachdem diese ihr "Schonvermögen" und Haus verlebt haben, hier im Forum als Betroffene begrüßen zu dürfen.

Dann, erst dann werdet ihr in aller Konsequenz das begreifen können, was ihr so leichtfertig Millionen Menschen angetan habt, die ohne Schuld und nach jahrelangem Dasein als Steuerzahler "Langzeitarbeitslos" wurden und nun als Dank nicht einmal mehr in der Wohnung bleiben können, die sich sich Jahrelang verdient haben.

LG; Archibald
 

Arania

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Immer diese Verschwörungstheorien, die SPD schafft es auch ohne so einen Unsinn sich zu dezimieren

Allerdings glaube ich das sie nun Lehren ziehen wird und sich auch wieder erholen wird, nur wird es dauern
 
E

ExitUser

Gast
Die SPD zieht erste Lehren aus der Wahlniederlage, und nicht nur sie...!
[SIZE=-1]von Stefan Raue[/SIZE]



Es rappelt im Karton bei der SPD. Schneller als erwartet und viel schneller als von Franz Müntefering erhofft dreht sich das Personal- karussell in der gebeutelten Partei. Gabriel als Parteivorsitzender, Steinmeier als Fraktionsvorsitzender, Andrea Nahles möglicherweise als Generalsekretärin und Peer Steinbrück zieht sich zurück: Nur wenige Stunden nach der verheerenden Wahlniederlage zeichnet sich ein neues Profil, ein neues Gesicht der Partei ab.

Endgültig wird das erst beim Parteitag im November beschlossen werden, aber Signale sind diese Personalien dennoch. Die Parteiführung wird jünger, schärfer, kämpferischer, offensiver. Zu höflich und defensiv schien vielen Genossen der Wahlkampfstil der vergangenen Monate, zu verzagt und zu vorsichtig. Mit Gabriel und Nahles käme ein Spitzenpersonal zum Zuge, das spürbare Lust zur scharfen Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner hat. Frank-Walter Steinmeier hätte als Fraktionsvorsitzender vor allem integrative Aufgaben, er müsste eine verunsicherte und geschrumpfte Bundestagsfraktion zusammenhalten, wäre aber im Parlament als Oppositionsführer jederzeit der Widerpart zur Kanzlerin Merkel, ein neuer Griff Richtung Kanzleramt in vier Jahren wäre zumindest nicht ausgeschlossen.

..

2. Hartz Vier und die Rente mit 67 haben die Regierungspartei SPD bei ihren eigenen Anhängern beinahe unmöglich gemacht. Die Agenda 2010 und der Katalog der Grausamkeiten gegenüber denen, die zu den treuesten Anhängern der alten Sozialdemokratie zählten, diese Reformen werden vermutlich ein einmaliges politisches Experiment bleiben. Niemals hat eine Volkspartei derartige Reformen gegen die eigene Wähler gewagt, und dafür ist die SPD bitter bestraft worden, nicht erst am vergangenen Sonntag. Die Grünen haben in Sachen Kosovokrieg und Afghanistaneinsatz der Bundeswehr ähnliches riskiert, und auch ihnen wäre die eigene Partei beinahe um die Ohren geflogen. Union und FDP haben dies in den vergangenen Jahren genau beobachtet. Und so ist zu erwarten, dass das deren Regierungsprogramm vor allem eines nicht wagen wird, nämlich den eigene Wählern etwas Unangenehmes abzuverlangen.
Die SPD zieht erste Lehren aus der Wahlniederlage, und nicht nur sie...!von Stefan Raue - Wahlwatching 09 - das Blog
 
S

Stinkstiefel

Gast
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Vorschlag:
1. Ja
2..Nein
3. In 4 Jahren vielleicht
 
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