Sparpaket nicht gestoppt – Was ist los mit den sozialen Bewegungen?

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Martin Behrsing

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Heißer Herbst bleib aus

Von Martin Behrsing
Berlin - Am 26. November das „Sparpaket stoppen! Bundestag belagern!“, so lautete der Aufruf des Berliner Bündnisses „Wir zahlen nicht für Eure Krise“. Die Absicht: Am letzten Tag der Haushalteberatungen in die Bannmeile des Bundestags einzudringen und den Abgeordneten rote Karten für ihre höchst unsozialen Kürzungen zu Lasten von ausschließlich armen Menschen zu zeigen, während die Profiteure der Krise weiterhin belohnt werden. Doch dazu kam es nicht.



sparpaket nicht gestoppt ? was ist los mit den sozialen bewegungen? » , , heißer herbst bleib aus, was ist los mit den sozialen bewegungen, was also lernen vom scheinbar erfolgreichen protest gegen stuttgart21 dem castor-transport oder unseren europä
 

Ziviler Ungehorsam

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AW: Sparpaket nicht gestoppt – Was ist los mit den sozialen Bewegungen?

Meines Erachtens liegt es an folgenden drei Faktoren:

1. Die resignative Haltung der Betroffenenen. Berlin hat ca. 235.000 Arbeitslose + x Niedriglöhner. Dagegen sind die 1000 Leutchen doch ein Witz.

2. Die ignorante, unkritische Haltung der (noch) nicht Betroffenen bzw. derjenigen, die sich nicht betroffen fühlen, weil sie das herrschende System nicht hinterfragen und sich damit zufrieden geben, über ein geregeltes Einkommen zu verfügen.

3. Die fehlende Solidarität untereinander, die linken Organisationen sind gespalten, und die Betroffenen vertrauen ihnen nicht. Es reicht nich einmal mehr für ein Kreuzchen bei der Linkspartei, weil das sind ja böse Parlamentarier.

Vermutlich benötigen wir erst noch 8 weitere Schwarz-Gelb und eine massive Belastung der Durchschnittsverdiener bis ein kollektives Umdenken erfolgt. Da es bei den Ärmsten der Armen quasi nichts mehr zu holen gibt, ist dies glücklicher Weise vorprogrammiert.
 

Martin Behrsing

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besonders letzten Absatz
Meines Erachtens liegt es an folgenden drei Faktoren:

1. Die resignative Haltung der Betroffenenen. Berlin hat ca. 235.000 Arbeitslose + x Niedriglöhner. Dagegen sind die 1000 Leutchen doch ein Witz.

2. Die ignorante, unkritische Haltung der (noch) nicht Betroffenen bzw. derjenigen, die sich nicht betroffen fühlen, weil sie das herrschende System nicht hinterfragen und sich damit zufrieden geben, über ein geregeltes Einkommen zu verfügen.

3. Die fehlende Solidarität untereinander, die linken Organisationen sind gespalten, und die Betroffenen vertrauen ihnen nicht. Es reicht nich einmal mehr für ein Kreuzchen bei der Linkspartei, weil das sind ja böse Parlamentarier.

Vermutlich benötigen wir erst noch 8 weitere Schwarz-Gelb und eine massive Belastung der Durchschnittsverdiener bis ein kollektives Umdenken erfolgt. Da es bei den Ärmsten der Armen quasi nichts mehr zu holen gibt, ist dies glücklicher Weise vorprogrammiert.
 
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hallo ihr lieben,

eine traurige tatsache. für meinen geschmack und eigene beobachtung meines umfeldes die richtige aussage: "Das auslassen der sozialen Frage ist eine psychologische Abwehrhaltung gegen die Angst vor dem Verlust der eigenen Klasse zu begegnen."

genau das ist spaltung, ich habe noch also bin ich (mein auto, mein job, meine teure mietwohnung oder haus...) mit den anderen die das nicht haben will ich nichts zu tun haben. wenn ich mich mit denen einlasse bin ich auch so ein mieser looser. ich hab mir das selbst erarbeitet (wenn auch oft ererbt, mit steuerhinterziehung und spesen oder schwarzarbeit erlangt....) ich will nicht teilen, weil ich ja sooo fleisig war. auch wenn das ohne eine wohlgesonnene solidargemeinschaft nicht möglich gewesen wäre, das wird dabei auch übersehen. für sog. mittelständige ist ein hartz4er erst intressant wenn er seinen eigenen zwecken und vorteilen genügen kann. siehe maßnahmeträger, caritative einrichtungen wie altenheime, oder die neuen träger der "bürgerarbeit". sie verdienen ja ihr geld damit, mit der armut, sind aber in der regel durchaus mittelständige betriebe.

solange wir dafür einzuspannen sind, sind die angeblich auch unsere "freunde", gehen die armen den weg der würde und vertreten ihre eigenen rechte und ansichten, sind wir abgehängt, ergo sind wir in deren augen auch unwürdig und unrentabel...

ich denke; erst wenn der sog. mittelstand und die gefühlte "mittelschicht" richtig draufzahlt, dann intressieren die sich für sozialen protest.

liebe grüße von barbara
 
E

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hallo ihr lieben,

nochmal ich. ich möchte hier einmal einen kleinen gedankengang spinnen. der klingt zwar etwas abenteuerlich, und erscheint mir selbst pervers.

angenommen wir arme, ELOs und prekäre gingen hin und ließen eben die LINKE am ausgestreckten arm verhungern, so wie die uns zum teil. also nichtwahl, sondern fangen an die bürgerliche mitte zu unterstützen, incl. ihrer wahlprogramme. - nun aber mein hintergedanke: wir bekommen eine ganze menge dinge auf antrag- die nicht! warum nicht FDP wählen mit krankenkassenbeiträgen von 500€ und mehr! unsere beiträge zahlt die arge, die dürfen selbst löhnen :biggrin:. dasselbe bei der pflegeversicherung. warum schreien wir nicht hurra zu einer privaten pflichtvesicherung und bejubeln das ende der solidarität. wir bekommen die beiträge eben erstattet. warum nicht die forderung unterstützen: weg mit ALG I? alle gleich ab in ALG II. lassen wir doch die "bürgerliche mitte" die hohen spritkosten löhnen und fordern mit den ökofaschisten 3€ steuern auf 1 liter sprit. wir fahren sozialticket.... aber irgendetwas arbeiten würden wir eben nicht mehr, es gibt viele mittel und wege eine erfolgreiche arbeitsaufnahme zu verhindern. was wäre wenn wir das mal tatsächlich von dieser warte aus betrachten? ein netter gedanke, abschaffungen von zuschlägen für schicht-mehr-und nachtarbeit. für die abschaffung von weihnachtsgeld und urlaubsvergütungen, oder zumindest zu 100% versteuert! nur her damit. wir haben gelernt uns zu wehren, also werden wir nur noch unsere energie darauf verschwenden jeden argebescheid dem SG vorzulegen, rausholen was man rausholen kann....keine neuen waschmaschinen? klagen wir eben mit unserem neugegründeten foren-think tank bis vors BSG....wie gesagt, wir würden alles tun um nie mehr einen finger rühren, und uns bescheiden, das wäre auch ein stückchen gelebter kommunismus (ironie off). wer eben arbeitet soll die lasten tragen, zahlen und nach solidarität winseln. wenn der euro baden geht, dürft das gejammere noch größer sein bei der sog. "bürgerlichen mitte".

2 jahre, dann sind die sturmreif geschossen.

wir haben tafeln, wir bekommen sozialtickets, unsere pflichtversicherungen werden übernommen, also lasst sie uns abschließen selbst so einen stuß wie "riester". soll doch die "bürgerliche mitte" zahlen im wahrsten sinne des wortes. sollen sie doch für ihr vermeintliches hab und gut 50 stunden die woche arbeiten und mehr! wir könnten weiterhin jede partei die die steuern erhöht mit freuden wählen, hauptsache michel gutmensch zahlt irgendwann 50% und mehr....

wie gesagt nur ein kleiner pervertierter gedankengang von mir. manchmal ist es auch ein vorteil mit den wölfen zu heulen :icon_kinn:
...und dann den spieß umdrehen :biggrin:.

in diesem sinne: ich fürchte mich nicht vor den ELOs, aber ich fürchte mich vor dem ELO in der maske des bürgers.
liebe grüße von barbara
 
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Rounddancer

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Die "kritische Masse" ist halt noch lange nicht erreicht.
 

arbeitslos in holland

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ich bin doch selber 1993/1994 in roter weste und mit trillerpfeife auf der straße gewesen.....

damals ging es um:


  • 35h woche
  • gg die aufweichung des kündigungsschutzes
  • lohnerhöhung: 6,5% mehr
für arbeitslose(damals)hätte ich gar nix gemacht. die frage, die sich heute stellt, ist doch die:

wie hätte ich mich damals motivieren lassen, wer hätte mir wie klarmachen müssen, dass ich der nächste bei aa und bei der sozialhilfe bin........
damals mit 19, 20 jahren hatte ich gerade den führerschein und drehte sich mein leben um PS..........
und schon damals gabe es die hetzereien gg. den sozialstaat von bild und co. und die haßtiraden gen osten tagtäglich bis zum :icon_kotz:

die frage nach dem transport in die betriebe, ist der unterschied zwischen erfolg und scheitern. und noch etwas ist mehr als schädlich:

das zersplittern der iniativen in immer kleinere gruppen. je kleiner die gruppe, je schwieriger wird einfluss und je leiser die stimmen der einzelnen. je mehr kraft verschwendet wird, in hahnenkämpfen der iniativen, je weniger bleibt übrig um überhaupt wahrgenommen zu werden.
nichtteilnahme bei demos, bei veranstaltungen, bedeutet unterstützung und zustimmung für den rechtsradikalen gegner von CDUCSUSPDGRÜNE
ich für mich, frage mich nicht, wer wo erscheint, oder wie viele elo und unterstützer sich der sache anschliessen, sie möglich machen. mir geht es nur darum, dass ICH das nicht unterstütze und das dokumentiere und trage ich nach außen.
man erwartet dass da 10.000e mitmachen, aber das dauert..........

hinter der ersten loveparade liefen 50 typen hinter nem vw-bus her....
es kommt drauf an das DU sagt, das DU tust und es geht um jeden EINZELNEN !
 

SimonW

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Hi Falke,

machen wir es wie die Medien. Schreiben wir uns Solidarität herbei. Wir müssen über uns selbst hinausweisen! Wo wenn nicht bei denen die ausrangiert worden sind, sollten Ideen herkommen wie eine bessere Zeit aussieht? Für alle Menschen!
 

Kaulquappe

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wir haben tafeln, wir bekommen sozialtickets, unsere pflichtversicherungen werden übernommen, also lasst sie uns abschließen selbst so einen stuß
liebe grüße von barbara

Welche Tafeln? Das Zeug, was die "verteilen" kann kein normaler Mensch essen :eek:

Sozialticket? Wo? In welcher Stadt? Weil du das hast, heißt es nicht, dass es das in allen anderen Städten gibt. Ich wohne in einer Großstadt, die es nicht hat, trotz wiederholtem Anfordern.

Welche Pflichtversicherungen wurden bei dir übernommen? Bei mir keine. Weder die Haftpflicht nocht die Hausratversicherung.

:confused:
 
E

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hallo kaulquappe,

was ich da als gedanke ausführte ist für die wenigsten von uns vorstellbar. all das müßt man sich einklagen. das ist mir auch klar. das sind aber dinge die uns rechtlich zustehen oder eben freiwillig wie "tafeln". die bürgerliche mitte neidet uns diese "privilegien". auf alles und nichts anträge stellen, gerichte beschäftigen, soziale netzwerke unterhalten. und damit eben auch noch schön FDP wählen und sonstige neoliberale, hauptsache die sog. bürgerliche mitte geht kaputt an ihrem "privileg", arbeit und geld, steuern....

was ich damit meinte war, statt der "bürgerlichen mitte" nachzurennen und sie um solidarität bitten, hingehen und sie vor uns her jagen, und ihnen ihre eigenen steine nachwerfen. es wäre eine groß angelegte strategie, die jedem so zimlich alles an kraft und nerven abverlangt. wenn die "bürgerliche mitte" endlich auf unserem niveau angekommen ist, werden die sehr gefügig solidarisch mit uns sein... wie gesagt kritische masse. wenn die mittelschicht mit 50 wochenstunden und mehr nicht mehr hat als ein hartzi, sein haus mit horrenden zinsen dank eurokrise belegt ist, seine kinder nur noch gegen verdammt teuer geld auf privatschulen gehen können, und lediglich 200€ im monat für konsum überbleiben, dann demonstrieren die vielleicht endlich mit uns für einen paradigmenwechsel in unserer gesellschaft.

wir nehmen unterdessen den mangel hin, holen raus was zu holen ist, drücken uns ensthaft, und lassen es mal so aussehen als ob das eben doch spaß machte. hauptsache dem mittelschichtler erschiene ein leben in hartz4 besser und gerechter als seines mit arbeit, noch mehr arbeit, vielen steuern, noch mehr steuern, horrorzinsen und jeden tag angst vorm bankencrash, wusch da war die aktie wech.

wie gesagt, nur eine fiktion von mir, neue strategie im sozialprotest. die oberen demontieren die mittelschicht, also lasst sie uns auch von unten demontieren, dann schwindet sie etwas rasanter, und kommt somit unserer sache durchaus zugute.

schau mal kaulquappe, de mtitelschicht muß erst noch mehr verarmen und massiv ihre rechte verlieren so wie wir. wir sind es ja schon, haben nichts zu verlieren. deshalb mal was abwegiges denken, das feuerchen auch noch von unten schüren für die bürgerliche mitte. dann sind sie chneller abgebrannt und werden auch endlich gegen dieses system mitkämpfen. zum einlesen, um meinen gedankengang zu verstehen:

Telepolis mnews: Das Böse geschieht unter der Hand

liebe grüße von barbara
 

Martin Behrsing

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Äh, die FDP ist nicht die bürgerliche Mitte. Die Grünen und Teile der SPD representieren die.

Ich denke, dass wir erreichen müssen (und das ist bei unseren europäsichen nachbarn anders), dass man durch das Abrutschen in die Armut nicht deklassiert ist, sondern weiterhin Teil der Gesellschaft ist. Bei uns hat Arbeitslosigkeit ja schon fast was mit dem indischen Kastensystem zu tun; Paria halt. Und genauso fühlen sich die Menschen dann auch.

Wir brauchen dringend Leute, die die soziale Frage als etwas selbstverständliches (gesellschaftlich verbindendes Element) in der brügerlichen Mitte in den Mittelpunkt rücken. Und wie das gehen kann, darüber müssen wir uns Gedanken machen.
 

Donauwelle

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Man solidarisiert sich mit der Verkäuferin von Quelle, bevor sie entlassen wird ... ein Jahr später, wenn man dieser aber den Armutgewöhnungszuschlag streicht und sie ins HartzIV wandert, gehört sie ja bereits nicht mehr zur arbeitenden Bevölkerung, zu den Normalen - sondern zu den faulen Schmarotzern.
 
F

Falke

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Man solidarisiert sich mit der Verkäuferin von Quelle, bevor sie entlassen wird ... ein Jahr später, wenn man dieser aber den Armutgewöhnungszuschlag streicht und sie ins HartzIV wandert, gehört sie ja bereits nicht mehr zur arbeitenden Bevölkerung, zu den Normalen - sondern zu den faulen Schmarotzern.

Wahre Worte!

Erst Bekundungen, Laberei, etc. danach das oben genannte :icon_neutral:
 
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Rounddancer

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Nun ja, die vier oder fünf Chefsekretärinnen von Quelle, die zusammen auf Plakatwand inserierten, haben alle längst wieder gute jobs.
 

roterhusar

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Die soziale Frage sitzt zur Zeit im Klammergriff der Rechten. Nicht nur die Rassisten in der Regierung prügeln durch die Mikrofone auf uns ein, auch an der Feuertonne haben die Leute Hohn und Spott für soziale Ideen oder schweigen höflich.

Darum finde ich auch den letzten Satz am wichtigsten. "ohne sich vereinnahmen zu lassen."

Dieser Satz zeigt eher in Richtung nichts tun. Und genau das haben die Leute dann auch gemacht. Darum hätte ich das nicht als Misserfolg beschrieben, ohne vorher die "Breite der unterstützenden Organisationen" gefragt zu haben, was sie als Ursache sehen.
 

blinky

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Ich währe gerne gekommen. Aber mein Bankkonto gab es nicht her.

Ich wohne ca. 250 km von Berlin weg.

Von mir hatte hin und Rückfahrt 58 Euro (Sparpreis 29,--) bzw. ab Nachbarbahnhof 38 Euro (Sparpreis 19,--) gekostet mit Sparpreis bzw. 76,40 Euro im Nahvekehr.

Da ich aber nur noch 30 Euro auf Konto hatte konnt ich mir die Fahrt nicht leisten.

Denke mal das es sicherlich auch andere Hartz IV-Bezieher gibt, die es so ergangen ist. Ich muss sagen ich war in Hannover und in Oldenburg dabei.

Diesmal gab es hier kein Auffruf von Interessengruppen, wie es für die Demo in Hannover gab, wo ich mich hätte anschließen können.

Blinky
 

Martin Behrsing

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1. Es war nicht gerade ein Erfolg
2. Müssen muss ich (Autor des Beitrags) nicht andere Fragen, die den Erfogl herbeireden
3. Wir müssen vorwärts denken. Und dazu dient mein Beitrag. Die Absolutheit erteile ich dem nicht, aber er soll der Diskussion dienen und zwar konträr. Wenn der in anderen Gesellschaftsschichten eindrint: wunderbar. Aber wir müssen diskutieren, jenseits einer antikapitalistische Perspektive im ideologischem Sinne.


Die soziale Frage sitzt zur Zeit im Klammergriff der Rechten. Nicht nur die Rassisten in der Regierung prügeln durch die Mikrofone auf uns ein, auch an der Feuertonne haben die Leute Hohn und Spott für soziale Ideen oder schweigen höflich.

Darum finde ich auch den letzten Satz am wichtigsten. "ohne sich vereinnahmen zu lassen."

Dieser Satz zeigt eher in Richtung nichts tun. Und genau das haben die Leute dann auch gemacht. Darum hätte ich das nicht als Misserfolg beschrieben, ohne vorher die "Breite der unterstützenden Organisationen" gefragt zu haben, was sie als Ursache sehen.
 

Lalal

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Was fehlt ist der gemeinsame Nenner !

Menschen solidarisieren sich nur mit Menschen wenn sie die NOTWENDIGKEIT hierfür sehen.

Castor Transporte - Endlager - Atomkraft usw. betrifft alle!
Hartz IV betrifft nicht alle ( scheinbar)

Den meisten nicht Betroffenen hängt das Thema Hartz IV zum Hals
heraus.
Die sind beschäftigt mit ihren eigenen Problemen- immer mehr Arbeit für weniger Geld - Kindererziehung kommt zu kurz etc.

Die sehen doch nicht das der ALG II Bezieher vieleicht 25 Jahre gearbeitet hat. Die sehen das was impliziert wird : Den Menschen
der den anderen Menschen auf " der Tasche " liegt.

Dieses Bild zu durchbrechen ist kein einfacher Weg.
Medien etc. nehmen das was die Auflage und Werbeeinahmen erhöht und nichts anderes. Und Moral und Ehrlichkeit zählt dabei überhaupt nicht.

Ich bin dafür das Hartz IV komplett abgeschafft wird. Bedingungsloses Grundeinkommen für alle.

Ein gemeinsamer Nenner ist das System - denn es betrügt und belügt alle.

Dazu gehört aber auch die Bereitschaft von jedem einzelnden dogmatische Sichtweisen über Bord zu werfen.

Man erreicht nur was aus der Mitte der Gesellschaft heraus - niemals von außen.

Mir wird schlecht , wenn sich ALG II Bezieher selbst als Hartzer oder Hartz IV Familie bezeichen, oder noch schlimmer Hartz IV Kinder .

Das ist doch keine ethnische Herkunft?

Der gemeinsame Nenner ist es - nicht mehr und nicht weniger!
 

Rafael40

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Unsere europäischen Nachbarn gehen zwar in weitaus größerer Zahl auf die Straßen aber, haben sie deshalb auch mehr oder, irgendetwas erreicht?

Poteste gegen Stuttgart 21 z.B., erfahren wie ich Glaube eine weitaus größere Zustimmung auch außerhalb von Stuttgart, weil es eben nicht darum geht irgendwem etwas zu nehmen. Fordern wir von Hartz IV betroffenen mehr Geld, bedeutet diese Forderung für alle nicht Betroffenen genau das. "Die Arbeiten nicht und Fordern für´s nichts tun auch noch mehr Geld" Das erzeugt wie ich Überzeugt bin, eine negative Grundeinstellung diesem Thema gegenüber, da es impliziert: "Bekommen die (Hartz IV-Empfänger) mehr, werde ich noch weniger Verdienen". Hier wird m. M. nach deutlich wie effizient die Diffamierungen; die Polemik und der Populismus unserer Politiker/Parteien und auch der Medien ist. Bekomme ich dann auf der anderen Seite jedoch das immer gleiche Blabla z.B. eines Herrn Schneider vom Paritätischen mit, wird selbst mir als Betroffenen "langweilig". Ich Glaube hier ist es Ratsam sich der gleichen Mittel zu bedienen. Immer und immer wieder die Käuflichkeit der Politiker in den Vordergrund zu stellen. Darüber wird auch vom deutschen Michel am Stammtisch geredet. Ganz abgesehen davon, bedient sich ja mittlerweile auch die Opposition dieses Mittels und die sind mit Sicherheit gut beraten und besitzen darüber hinaus auch kein Schamgefühl.

Das Westerwelle seinen Lover mit auf Dienstreisen genommen hat, interessierte sehr viele. Bei diesen Dingen sollte man ansetzen.

Die magelnde Beteiligung der Betroffenen hat ihren Grund, dieser ist aber bestimmt nicht die fehlende Protestkultur oder das Menschen sich in ihr Scheckenhaus zurück gezogen hätten. Allein dieses Forum straft diese Behauptungen lügen. Die hier engagierten fechten ihren persönlichen Kleinkrieg mi den ARGEN aus, das ist Protest; Widerstand und hat nichts mit Resignation zu tun.

Bei Demos wie "Krach schlagen statt Kohldampf schieben" sehe ich es als Problem an, dass diese Form einer Demo wenn ich mich nicht Irre, Latein oder Südamerika entstammt und ihren Ursprung in einem Versorgungsengpass hat, nicht dem Deutschen Temperament entspricht. Kohldampf schieben und Übergewicht sind darüber hinaus Gegensetze, die wie ich Glaube sehr schnell zu einem Schuss in den Ofen werden können.

Darüber hinaus bin ich mitnichten der Ansicht, Widerstand dürfte Systemkonform sein. Dies ist kein Aufruf Bomben zu bauen :)
Was bitte ist das für eine Form von Widerstand, der sich selbst zu einer Freizeitveranstaltung degradiert, indem er auf Wochenenden verlegt wird? Das schadet niemanden und bringt den Beteiligten keinen Spaß!
Bei einer von den Gewerkschaften organisierten Demo sollen 45000 Menschen gewesen sein. So viele legen eine ganze Stadt lahm und zwar auch Gewaltfrei.

Meiner Meinung sollte das Hauptaugenmerk auf Lobbyismus; Politikern in etlichen Aufsichtsräten und die Verlogenheit unserer Politiker gelenkt werden. Auch wenn es niedere Beweggründe sind können Neid und Missgunst verbinden. Wir sollten uns das unterste Niveau unserer Gegner zu Eigen machen und nicht versuchen anständig zu bleiben.

Ich möchte mich darüber hinaus auch nicht dazu Missbrauchen lassen, die Umfragewerte egal welcher Partei nach oben zu treiben. Auf in Oldenburg gemachten Bildern, die hier ins Forum gestellt wurden, waren auch Grüne zu sehen. Da bekäme ich einen Kackreiz! Solche Dreistigkeiten irgendwelcher Arsschlöcher sollten zur Folge haben dass man diese Umhaut!

So und jetzt gehe ich Bubu machen!

Rafael
 
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hallo ihr lieben,

ich denke, themen die auch die neidvolle "bürgerliche mitte" betreffen und eben auch uns könnten in zukunft eine tragfähige rolle spielen. die krankenversicherung, pflegeversicherung, rente mit 67, vorratsdatenspeicherung etc. und dann von hier aus den bogenschlag zu hartz4 finden. gezielt die machenschaften von politikern, maßnahmeträgern und industrie aufzeigen. hartz4 intressiert die bürgerlichen nicht aber steuern und wofür die rausgeballert werden!

ich denke einiges davon ist durchaus tauglich als "trojanisches pferd" um die sozialen misstände gleich mit aufs tapet zu bringen.

ich denke wir müßten uns in zukunft die gemeinsamkeiten herausholen, und diese als transportvehikel eben "mitbenutzen. also gemeinsamkeiten herraussuchen,und dann eben für unsere zwecke umbasteln. die sog. Bürgerarbeit und das "neue "freiwillige" soziale jahr (ersatz für den zivi dienst) wären da durchaus tauglich! von der goldenen nase der träger, wofür steuern verbraten werden, massiv arbeitsplätze wegfallen werden.

grad auf kommunaler ebene ist es eigentlich einfach die sog. bürgerliche mitte mit ins boot zu holen. vieles was dort geschieht sind doch mehr oder minder gefälligkeiten, die grad dort die Mitte treffen (abfallwirtschaft, aufmotzen von stadtvierteln, strassenbau), da sind die themen wo die abgeholt werden muß, weil es da um ihre ureigensten pfründe geht, da ist diese schicht direkt betroffen. von hier aus den bogen machen zu sozial brisanten themen.

liebe grüße von barbara

äh, das aus meiner fiktion die FDP zu wählen war lediglich als extreme gedacht!
 
E

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Gast
das ist alles nicht neu, ich seh auf absehbare zeit auch kein anderes verhalten der abhängig-beschäftigten und der ausgegrenzten, dieser film läuft seit jahrzehnten, nur das ganze gesellschaftliche umfeld hat sich verändert, deswegen haben wir in den achzigern auf zweigleisig gesetzt, sich freiräume zu schaffen und widerstand zu leisten, so versackt man nicht im kapitalismus, nur wenn der markt wirklich einbricht besteht die möglichkeit auf veränderung, darauf muss man sich inhaltlich vorbereiten damit man nicht ohnmächtig davorsteht, das war mal eine stärke der linken....
 
E

ExitUser

Gast
hallo zusammen,

ich setz mal ein beispiel rein:

S 21 bietet sich geradezu an. ein riesen erfolg für die Bürgerlichen, unsere themen gehen unter. aber bei uns sich echauffieren wie sie wohl behandelt werden auf demos (wasserwerfer, knüppel). es ist ja auch ein skandal.

trotzdem könnt mann hier den bogenschalag finden: " hier werden arbeitsplätze verhindert!" warum lässt der bürger nicht zu das hier 1000 arbeitsplätze für arbeitslose entstehen, mit dem bau des kopfbahnhofes? ist ein käfer und der erhalt eines altstadtviertels (schlosspark) wichtiger als ein Hartz4 empfänger? diese polizisten haben geprügelt für unsere "zukünftigen" arbeitsplätze.

wetten da fällt einigen die klappe runter?

oder eben der slogan: "schottern, nur für einen Euro. warum soll ich denn unnötig den strom verteuern? soll doch die mitte gerne verstrahltes wasser trinken und hochbelastetes gemüse essen, ihrer PKV teure behandlungen für folgeschäden ableiern. mir als arbeitslosen oder prekäre person kann das doch herzlich egal sein, hauptsache BILLIGSTROM für hatzer."

häme und spott können sehr wirkungsvoll sein.oder eben die tatsache; warum ich für die bürgerliche mitte den kopf hinhalten soll. es ist zynisch, mit absicht. die mitte oder das was sich dafür hält kann man somit ja auch mal an den pranger stellen.

neue rechenmodelle könnten auch ein thema sein. was hat die durchschittsfamilie, lohnt es sich gegenüber von hartz4? und zwar nicht rechnen in geld, nein in zeit! zeit für kinder, zeit für literatur und bildung.

kleines beispiel: mit dem auto (sprit versicherung, parkplatzkrieg) zum theaterfestival. karten organisieren (aua die kosten) bis man dort ist was man für eine latte an ausgaben an der backe hat, falls der mittelschichtler überhaupt die ZEIT findet. für einen hartzer ein klaks. ganz entspannt mit dem sozialausweis karten bekommen, mit verbilligtem tarif entspannt anreisen, klamotten sind eh egal (dann leidet halt etwas der niveau volle rahmen, tut aber dem vergnügen des hartzis keinen abbruch :biggrin:). und dann eben behaupten: "wir halten die kultur am leben!" wetten der mittelschichtler jammert erst mal? wenn er merkt das für ihn lediglich DSDS überbleibt? zeit wie kosten mäßig, ist er zu guter letzt lediglich ein minderkulturanhängsel. wir können immer noch darauf verweisen, reich an kultur, reich an bildung, reich an zei für schöne dinge. also dumm ist (der bürgerliche) wer das system hartz4 nicht hinterfragt und seine eigene lebensweise auch nicht!

liebe grüße von barbara
 
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ExitUser

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hallo ihr lieben,

nochmal ich. also was ich geschrieben habe, sind lediglich dieselben sachen denen auch die neuen "frohen botschaften" seit schröder/fischer folgen. es ist zynisch, so wie damals die worte umgedreht wurden. aus eigenverantwortung wurd im grunde genommen desinformation. da fand ein absoluter paradigmenwechsel statt.

vielleicht kann irgendwer hier was mit meinen ergüssen anfangen und sie weiter spinnen, ob da was taugliches für die soziale bewegung zu verwenden ist. es wäre eine spiegelung dessen was heute passiert, bedient billige polemik wie werbung, und einige mainsteam medien. ist aber die sprache die der vorgebliche gebildete mittelschichtler sich selbst zu eigen macht. erst um 3 ecken denken ehe er tatsächlich den sinn des ganzen erfasst.

ja es klingt alles nach noch mehr gesallschaftlicher spaltung, mit absicht. wie ich schon in meinem ersten beitrag schrieb, der bürgerlichen mitte auch von unten feuer geben. von oben kommt es ja schon, auf ganz natürliche politgegebene vorgabe! warum nicht stolzer hartzi sein? keinen kitaplatz? macht nix den klag ich mir! das ist meine freiheit für 10€! der bürgerlich mittige soll schön selbst zahlen, auch seinen anwalt für eine klage gegen seine kommune! kostet ja sein geld, somit hält er ja das system am laufen. den vorteil als prekäre person mal als plus darstellen, und eben die bürgerliche mitte bedauern, und eben damit herausfordern.

alles was ich da geschrieben hab, sind aggressive strategien, sie sind keine gegenwehr mehr, sondern sind angriff. wie gesagt, zeitgleich dazu immer schön alles einklagen, ganz gezielt massenklagen durchziehen für alles und nichts. jegliche arbeitsaufnahme kreativ verhindern, grad bei ZAFs und lohndumpern! herrausstellen das man wirklich nicht zum heer der idioten die in einem reichen land noch arbeiten, teil dieses systems sein will. auch mit populistischen halbwahrheiten auftrumpfen. wirklich beginnen selbst die spaltung mit vorran zu treiben, dann ist dieses system schneller am ende und der weg frei für etwas neues. aber das gestalten wir dann selbst mit!

das sind alles durchaus pfründe mit denen wir wuchern könnten: freigeist, muse, dichten, denken, geniessen jenseits von konsum, alles entschleunigen, aber bürokratisch voll auf zack!

wenn meine ideen gefallen, setz ich hier gerne noch ein paar meiner ergüsse rein, vielleicht ist ja was brauchbares dabei.

liebe grüße von barbara
 
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Rounddancer

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Bei einer von den Gewerkschaften organisierten Demo sollen 45000 Menschen gewesen sein. So viele legen eine ganze Stadt lahm und zwar auch Gewaltfrei.

Tut mir leid, aber diese Demo war hier in Stuttgart,- lahmgelegt hat sie nichts,- denn sie fand auch bloß an einem frühen Samstag nachmittag statt,- da waren die meisten derer, die außer Haus wollten zum Einkaufen oder zur Arbeit, wieder daheim, oder noch beim Schaffen, oder sie gingen erst am späteren Nachmittag zum Bummeln. Und die Entscheider, die Verantwortlichen, waren eh nicht da. Auch waren bei dieser Demo, bei der die Veranstalter nicht zählten, sondern sehr großzügig schätzten, auch viele S21-Gegner da.

Nein, von Anfang an ist das Problem, daß wir Hartz-IV-Betroffenen kaum auf die Straße gehen,- uns vielfach nicht outen wollen. Schließlich ist Hartz IV Sozialhilfe, Sozialhilfe ist Armut, und Armut gilt als Schande.
Zudem kann es immer wieder vorkommen, daß man jemandem, von dem bekannt wird, daß er Hartz IV empfängt, nicht traut.
Da heißt es dann, selbst mehrfach erlebt: "Was will DER bei uns?"
Und ein Schatzmeister, der Hartz IV bezieht, da denken manche: "Wenn der nur nicht mit der Kasse durchgeht!", - er muß nun plötzlich immer die Kassenunterlagen dabei haben,- und bekommt einen Kassenprüfer vorgesetzt ... Und so weiter.

Mal abgesehen vom finanziell eingeschränkten Aktionsradius und der Situation, daß viele Hartz IV-Empfänger gar nicht wissen, wann, wo Aktionen sind,- und ob es eventuell gesponserte Plätze in Bussen und Zügen gibt, -
sind bei Aktionen gegen Hartz IV vielfach solidarische Menschen dabei, die gar keine Alg II-Empfänger sind, sondern Schüler, Studenten, Arbeitnehmer, Freiberufler, Selbstständige, Rentner, Pensionäre.
 
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