Sozialwohnungen sterben aus (1 Betrachter)

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Regelsatzkämpfer

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Wer nur über ein geringes Einkommen verfügt, der findet auf den Wohnungsmärkten in den Ballungsgebieten immer schwerer eine Bleibe. In Deutschland fehlen rund 4 Millionen Sozialwohnungen, haben jetzt Sozialexperten in einer Studie des Pestel-Instituts in Hannover ausgerechnet. Derzeit sind bundesweit nur 1,6 Millionen Sozialwohnungen verfügbar. Den aktuellen Bedarf schätzt das Institut aber auf rund 5,6 Millionen Sozialwohnungen. Nur jeder fünfte finanzschwache Haushalt hat damit überhaupt eine Chance, derzeit eine Sozialmietwohnung zu bekommen, hieß es in der am Donnerstag in Berlin vorgestellten Studie. “In den vergangenen zehn Jahren sind im Schnitt 100.000 Sozialwohnungen pro Jahr vom Markt verschwunden”, erklärte der Leiter des Pestel-Instituts, Matthias Günther. Dies sei eine “dramatische Entwicklung”. – Günther fordert den Bau von mindestens 130.000 Sozialwohnungen jährlich. Die Studie war von der “Wohnungsbau-Initiative” in Auftrag gegeben worden, der unter anderem auch der Deutsche Mieterbund und die IG BAU angehören. Die Förderung des Wohnungsbaus ist Angelegenheit der Länder. Es gibt zwar einen Zuschuss vom Bund – dessen Verlängerung über das Jahr 2013 hinaus ist aber nicht garantiert. ...
- taz.de
 
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Minimina

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Das Sozialwohnungen kaum noch gebaut werden ist eine Riesensauerei.

Trotzdem hab ich seit ich denken kann oft genug erlebt, daß Sozialwohnungen an Gutverdiener vermietet werden und diese dann sogar noch behalten und teuer untervermietet werden, wenn die Gutverdiener ausziehen.

Allein in meinem Haus gibt es zwei solcher Sozialwohnungen, die für wirklich soziale Fälle blockiert werden.

Das von politisch geduldet wird, hab ich noch nie verstanden.

LG MM
 

Regelsatzkämpfer

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Allerdings mußten die Besserverdiener eine zusätzliche Fehlbelegungsabgabe entrichten.
 
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ExitUser

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Allerdings mußten die Besserverdiener eine zusätzliche Fehlbelegungsabgabe entrichten.
Und was geschieht mit dem Geld?

Damit werden dann sicherlich neue, günstig zu mietende Wohnungen für soziale Fälle gebaut :icon_kinn:
 

wolliohne

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Endlich erkannt ein Erster Schritt?


Zweckentfremdungssatzung

Wohnungs-Leerstand in Bonn bald verboten?

BONN. Bezahlbarer Wohnraum ist knapp in Bonn. Um daran etwas zu ändern, hat die Stadt im Januar ein Wohnraumversorgungskonzept vorgelegt. Wie das personell und finanziell umgesetzt werden soll, ist zwar bislang ungeklärt. Jetzt kündigt sich aber ein erster konkreter Schritt im Kampf gegen Wohnungsleerstand an - mit Hilfe einer Zweckentfremdungssatzung. mehr...
 

wolliohne

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Hier die zugrundeliegende Wohnungsbau-Studie des Pestel-Instituts zum Download: Wohnungsbau – Studie
Deutschland hat eine neue Wohnungsnot. Insbesondere in Großstädten, Ballungszentren und Universitätsstädten hat sich die Situation auf dem Wohnungsmarkt deutlich zugespitzt.
In den letzten Jahren ist eine Menge versäumt worden. Um gutes und bezahlbares Wohnen zu sichern, muss der Wohnungsneubau deutlich attraktiver gemacht werden. Hier komme es darauf an, die richtigen Anreize zu setzen. Der Bedarf an neuen Mietwohnungen, ist mit der derzeitigen staatlichen Wohnungsbauförderung nicht abzudecken. Effektiv ist insbesondere eine steuerliche Erleichterung für den Mietwohnungsbau. Eine Erhöhung des jährlichen Abschreibungssatzes von derzeit 2 auf 4 Prozent wäre wirkungsvoll. Bei einem Neubau haben viele Nutzteile eine Lebensdauer von nicht einmal 25 Jahren. Dazu gehören Heizkessel, Wärme- und Wasserpumpen oder Außen- und Innenanstrich. Hierfür wir eine höhere Abschreibung benötigt.
Das Institut spricht sich hinzu für den Neubau von Sozialwohnungen aus, denn sonst wird das Wohnen für immer mehr Menschen unbezahlbar – insbesondere für Rentner, Familien und Beschäftigte mit geringem Einkommen.
Quelle: Pestel Institut
 
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Warum immer mehr Wohnhäuser bauen? Gibt genug Bauten, die leer stehen. Sollen sie doch die Besitzer erst mal dazu "zwingen", diese Wohnungen kostengünstig zu besetzen.
 

Hamburgeryn1

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Hier in Hamburg wird konsequenter Leerstand an Büroflächen produziert.

Etwa 1,2 Mio Quadratmeter Büroflächen stehen leer. Tendenz steigend. In der der endlosen Ödnis der Hafencity, gleich neben dem Millionengrab Elbdisharmonie, befindet sich ein Büroturm, der eigens nachts beleuchtet wird, nur um nicht den Eindruck des Leerstands zu erwecken.

Das Überangebot an Büroflächen führt dazu, dass man in unendlicher Menge provisionsfrei aus einem regelrechten Füllhorn auswählen kann, während für ein Wohnklo mit Kochnische oder eine Kellerwohnung mit Balkon nebst überzogenen Mondpreisen phantsievoll erdachte Gebühren zu zahlen sind.

Sozialwohnungen sind zu einem derart knappen Gut verkommen, dass die Freie und Hansestadt Hamburg, z.T. wöchentlich nur noch 7,8 oder 10 freie Wohnungen im Angebot hat, um eine Millionenstadt, die sich selbst Metropole nennt, mit preiswerten Wohnraum zu versorgen.

Der ständige Bau neuer Büro -und Hotelanlagen führt zu einer enormen Aufwertung der Quartiere, was zur Folge hat, dass die Mieten exorbitant steigen, und für die meisten unbezahlbar bleiben.

Ich selbst bin davon überzeugt, dass -nur auf Hamburg bezogen - diese Entwicklung gewollt und gewünscht ist. Der Bau hochpreisiger Mietshäuser, Anlageobjekten und Hotels, dazu die fortschreitende Gentrifizierung entlicher Stadtteile, die systematische Verdrängung der "Ureinwohner", ect.

Wohin die ziehen sollen, die in den Ballungsgebieten und In-Gegenden nicht erwünscht sind?

An die Peripherie.

In die Hochhaussiedlungen - dort werden die künftigen Banlieues, Slums, Elendviertel entstehen. Sozialer Sprengstoff für Generationen.

Dahin werden alle landen, denen keine Chancen mehr zugestanden bzw. eingeräumt werden, oder denen man nie ein Chance geben wollte, weil sie von Geburt an als "nicht förderungswürdig" eingestuft wurden.
 
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Kein Vermieter wird gezwungen, horrende Preise als Miete zu nehmen.

Und wir dürfen nicht vergessen, dass die Politiker den Mietspiegel immer extra nach oben anpassen und da auch kein Stop gemacht wird.
 

DeluxeAssi

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Kein Vermieter wird gezwungen, horrende Preise als Miete zu nehmen.

Und wir dürfen nicht vergessen, dass die Politiker den Mietspiegel immer extra nach oben anpassen und da auch kein Stop gemacht wird.
:confused: wieso treiben die Politiker die Preise nach oben?

Was mich bei dem Vorhaben stört ist, dass hier die Vermieter in die Pflicht genommen werden, aber nicht die, die eigentlich dafür verantwortlich sind.

Es sind nicht die Vermieter, die es unterlassen sozialen Wohnraum zu schaffen, sondern die Kommunen.

Aus Sicht eines Vermieters kann ich sein handeln sogar nachvollziehen. In jeder Branche wird der Preis aus der Nachfrage gestaltet. Wären ausreichend Wohnungen vorhanden, dann würden die Mieten stinken. So einfach ist das Spiel.

Es wurden aber kaum noch Sozialwohnungen geschaffen und einiger Wohnraum viel aus anderen Gründen weg.

Nun wird wieder den Privatpersonen die Bürde aufgeladen, anstatt hier mal die Politik ran zu ziehen .

In meinen Augen ist das irreführend und der falsche Ansatz.
 
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