Sozialversicherungspflichtige Tätigkeit und Druck durch JC

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Hungrig

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Hallo, ich bitte um Hilfe, da ich keinen Rat mehr finde...

Meine Mutter hat seit 2 Jahren einen Nebenjob ohne schriftlichen Arbeitsvertrag.
Sie erhält für diesen Nebenjob 325€ bei einem Arzt...Urlaub, hat sie noch nie bekommen! Dieser Job geht beinhaltet folgende Arbeiten:

-jeden Abend 4x die Woche von 18:30 - 20:30 und 1x die Woche von 19:00 - 21:00 die Praxis reinigen.
-zusätzlich 1x morgens die Woche 4h von 8 - 12:00 - den Haushalt des Arztes reinigen.
(lt. Knappschaft darf das eigentlich nicht sein, also Haushalt + Praxis)

2. Nebenjob
Reinigungsarbeit 1x die Woche bei einer Krankenversicherung - Lohn ca. 71€

Das Jobcenter macht seit Jahren Druck, dass sie eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit annehmen soll und droht mit PC-Kursen etc. pp. - Bewerbungen waren immer aussichtslos, da in diesem Dorf dauernd nur 400€ Jobs angeboten werden in der Gebäudereinigungsbranche.

In dem Haushalt leben zwei 15-jährige Mädchen, die schulpflichtig sind und den Unterhalt, dank des Vaters, der voll erwerbsunfähig ist, ebenfalls durch das Jobcenter erhalten.

Nun folgendes:
Meine Mutter hat jetzt endlich eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit gefunden, die Std.zusammensetzung und der Arbeitsbeginn sieht folgendermassen aus:

Gebäudereinigung in einer Schule 5x die Woche 5:00 - 7:30 (2,5 Std.) + 5x die Woche (45 min) - bruttoverdienst 8,87 €/Std.

-------------------------------
Nun folgendes, das Jobcenter drängte, wie gesagt meine Mutter zu einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit, diese hat sie nun gefunden, die Std., bzw. Arbeitszeitzusammensetzung mit dem "325€-Job" + den "sozialversicherungspflichten Job" würde bedeuten, dass sie zwischen 21 bzw. 21:30 heim kommen würde und sofort schlafen müsste, da sie wegen dem Schuljob um 4:00 wieder aufstehen müsste.
Die Gebäudereinigungsfirma, die den sozialversicherungspflichtigen Nebenjob offerierte ist gegen den Nebenjob beim Arzt.
Meine Mutter hat jetzt Panik, dass...wenn sie den Job beim Arzt zugunsten dese sozialversicherungspflichtigen Nebenjobs aufgibt das Amt "Tumult" in Form von Kürzungen aufgrund "der Herbeiführung von Hilfebedürftigkeit" macht.

Die Freude als, endlich einen sozialversicherungspflichtigen Job zu bekommen und das vor Weihnachten. Den Job will sie machen und möglicherweise, kann sie dort noch was zusätzlich bekommen.

Der Job beim Arzt, ist ohne schriftlichen Arbeitsvertrag, wie gesagt, sie wurde bei der Minijobzentrale angemeldet, in zwei Jahren nie Urlaub gesehen... Der Arzt hat sie damals über Vitamin B von der Jobcenterleitung, bzw. der Dame, die hier im Ort das Jobcenter leitet unter dem Vorwand erhalten, dass sie auch dort nen sozialversicherungspflichtigen Job erhält, nach Prüfung des "Steuerberaters" des Arztes hat er sich gegen eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit ausgesprochen und lässt sie zusätzlich noch Putzmittel einkaufen und Nebenarbeiten machen... unentgeltlich, wie gesagt Urlaub gab es auch keinen.

Der Herr sitzt im Stadtrat und darum hatte meine Mutter auch immer Angst den Job zu kündigen, also moderne Sklaverei oder seh ich das falsch?

Falls sich einer das tatsächlich durchgelesen hat, danke ich schon mal dafür, für Ratschläge... bin ich natülich noch dankbarer.
 
G

gast_

Gast
Das Jobcenter macht seit Jahren Druck, dass sie eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit annehmen soll
Der Druck wird erst aufhören, wenn sie zeigt, daß man nicht alles mit ihr machen kann...(Beistand mitnehmen)

und bewerben wird sie sich müssen, bis sie keine Hilfe mehr benötigt.

Man ist verpflichtet alles zu versuchen, um die Hilfebedürftigkeit zu verringern.
 

Anna B.

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Hallo,

ich würd den sozialversiicherungspflichtigen Job annehmen...
mit dem Doc darüber reden, dass der Praxis-Job nicht mehr geht..

ihm im Gegenzug aber anbieten, evtl. den Job im Haushalt noch machen zu wollen...wenn er nicht will...dann nicht..

da kein Arbeitsvertrag vorliegt brauchst du auch keine Kündigungsfrist einhalten und dann den neuen Job übernehmen.

Gruß
Anna
 

Hungrig

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Früchtle, das ist einfacher gesagt als getan, ich hab auch schon oft geraten zum Anwalt für Sozialrecht zu gehen und dies und das...Fakt ist, heut wird der Bescheid dann geändert und ne Woche später wird wieder ein neuer Bescheid geschickt in dem dann alles zurück genommen wird, Miete kann nicht überwiesen werden...etc. pp. so die ganz normalen Ängste, die man kennt.

Kann sein, dass ich mich verrechnet habe, so wie es ausschaut hat sie bei 577,55 € brutto, Lohnsteuerklasse II, 1 Kinderfreibetrag ca. 459€ Netto + die 72€ bei der KV = ca. 531€ netto (18,25h) Arbeitszeit die Woche.... JETZT ohne den Arztjob!

Miete 318€ inkl. Nebenkosten + 100€ Wasser/Heizkosten

Kinder erhalten ca. 282 € á Kind (2) vom Amt, weil Vater unfähig ist Unterhalt zu zahlen.

Also, was könnten die, "wenn" wovon kürzen?
 

Konstabler

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Ob bei dem Arzt-Minijob ein schriftlicher Arbeitsvertrag existiert, ist unerheblich. Das Arbeitsverhältnis kommt alleine durch Arbeitsaufnahme zustande. Nach dem Nachweisgesetz kann der Arbeitnehmer aber einen schriftlichen Vertrag einfordern, wenn er dies möchte.

Deine Mutter müsste sich jetzt entscheiden, was sie will.

Ich sehe das eigentlich so, dass mit etwas gutem Willen auf allen Seiten kein Job gekündigt werden muss, man müsste nur die Arbeitszeiten anpassen.

Den Job bei dem Gebäudereiniger sehe ich kritisch, vermutlich hat der Unternehmer einen befristeten Vertrag für das Objekt, und wenn der Vertrag ausläuft und wieder ausgeschrieben wird und er den Auftrag nicht mehr erhält, fliegt das Personal.
Hier wäre also erstmal zu klären, wie sicher der Arbeitsplatz überhaupt ist.

Angesichts der ausgelobten Arbeitszeit und des erzielbaren Einkommens halte ich das Ansinnen des Unternehmers, einen Minijob zu verbieten, schon ziemlich anmassend.

Im Zweifelsfalle würde ich die Situation mit dem Jobcenter besprechen, wenn da irgendwelche kuriosen Seilschaften existieren, kann man das ja auch mal zum eigenen Nutzen verwenden und dem Jobcenter sagen, ich arbeite beim Stadtrat X und möchte da lieber nicht kündigen.

Wenn das Jobcenter anderer Meinung ist, sollen die einen Bescheid erstellen, aus dem klar hervorgeht, dass die Hilfeempfängerin gefälligst zu kündigen hat. Dann kann hinterher auch keiner kommen und sich über eine angebliche Bedürftigkeitssteigerung beschweren.

Also: das Jobcenter mit ins Boot holen und zum Entscheidungsträger machen.


Und was mögliche angedrohte Maßnahmen angeht: da schütte ich mich bereits jetzt vor Lachen :icon_lol: aus, sollen die ruhig deine Mutter in eine entsprechende Veranstaltung stecken, die werden schon sehen, was die davon haben.
 

Konstabler

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Hallo,

ich würd den sozialversiicherungspflichtigen Job annehmen...
mit dem Doc darüber reden, dass der Praxis-Job nicht mehr geht..

ihm im Gegenzug aber anbieten, evtl. den Job im Haushalt noch machen zu wollen...wenn er nicht will...dann nicht..

da kein Arbeitsvertrag vorliegt brauchst du auch keine Kündigungsfrist einhalten und dann den neuen Job übernehmen.

Gruß
Anna

Nein !

Auch ein Minijob ohne schriftlichen Arbeitsvertrag stellt ein Arbeitsverhältnis dar, das fristgerecht schriftlich (§ 623 BGB) gekündigt werden muss, wenn es denn gekündigt werden soll.

Dabei richtet sich die Kündigungsfrist mangels anderer Vereinbarungen im Zweifelsfalle nach den gesetzlichen Bestimmungen, also dem § 622 BGB.
 

Hungrig

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Arbeitszeiten sind nicht zu verhandeln, da...

1. die Schule vor der Schulzeit gereinigt werden muss (in der Realität sieht das allerdings so aus, dass die Reinigungskräfte die Arbeit nicht um 5 sondern um 4 Uhr beginnen, da, wer sich in diesem Gewerbe auskennt, weiß, dass die Tätigkeiten nach Stoppuhr berechnet werden, ein umgefallener Eimer Wasser oder ähnliches bedeutet schon, dass man nicht mehr rechtzeitig fertig wird!)
2. die Praxis nach Praxisschluss gereinigt werden muss

...variieren der Arbeitszeit fällt daher flach.

3. Die Firma, die die Schule reinigt, reinigt diese bereits seit über 30 Jahren - denke, das dürfte im Bezug auf Sicherheit einiges aussagen.

Die Seilschaften, die dort existieren sehen folgendermassen aus, Arzt ist Freund von Jobcenterleiterin und im Stadtrat - der Druck, der dann ausgeübt wird, sieht so aus:

"Kündigen sie doch beim Arzt...:icon_klatsch:"...
 

gila

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Deine Ma sollte sich ihre Selbstbestimmung nicht nehmen lassen und hier auch selbst entscheiden, was für SIE und für die körperlichen Anforderungen, die sie erbringen muss - und bei Reinigungsjobs ist das nicht "lustig" - richtig und wichtig und MACHBAR ist.

Sie sollte nicht ihre Gesundheit dem "System" hier opfern!
Ich denke, sie hat das Recht, zu entscheiden, was für sie auf Dauer auch leistbar ist, ohne dass sie ihr Leben nur noch durch die Putzerei gestaltet ... zu Hause geht es ohnehin auch weiter.
Irgendwann kommt sie an ihre körperlichen Grenzen und das interessiert dann keine alte S ...
 

ela1953

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Wenn die Mutter lieber beim Arzt weiter arbeiten will, sollte sie ihre Rechte einfordern.
Ihr stehen neben Tarifurlaub auch bezahlte Krankentage zu.
Auch die Putzmittel muss der Arzt genau so bezahlen, wie auch die Zeit, die für den Einkauf erforderlich ist.
Auf den Seiten der Minijobzentrale stehen die Rechte eines Minijobbers.

Gerade als Stadtrat will er doch nicht in Ruf kommen, so zu handeln wie Wullf? Wegen Vorteilsnahme im Amt?

Sie kann den Arzt aber auch verklagen vor dem Arbeitsgericht. Dazu braucht sie keinen Anwalt.
Meine Tochter hat das gerade auf mein Drängen hin mit einem Arbeitgeber gemacht. Der bezahlte auch keine Krankentage und gab keinen Urlaub. Über Neujahr hatte er vier Wochen den Betrieb geschlossen. Die Festangestellten bekamen ihren Lohn weiter, aber die Minijobber nicht. Er war der Meinung, dass er Recht bekäme.

Meine Tochter hatte seit August 2011 etwas über 500 Euro ausgerechnet, die noch zu zahlen wären. Die Richterin hat am Dienstag 400 Euro festgelegt, da einige Tage schon so lange vorbei waren und meine Tochter irgendwelche anderen Nachweise hätte einreichen müssen.

Der Eigentümer selber erschien nicht zur Verhandlung, Er hatte einen Anwalt geschickt, der selber meinte, er kenne seine Pappenheimer.

Bis zum 15.3. soll der Betrag gezahlt werden. Bin mal gespannt, ob der das macht.

Meine Tochter ist aber jetzt dort nicht mehr beschäftigt. Sie hatte während der Betriebsferien gekündigt und hat schon einen neuen Job. Diesmal sozialversicherungspflichtig.

Ich hoffe, dass sie die anderen Minijobber dort über ihre Rechte aufklärt und dafür sorgt, dass noch mehr Leute vors Arbeitsgericht ziehen.
 

Hungrig

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Die ganze Sache hat sich zum Glück in Wohlgefallen aufgelöst. Sie hat den "Job", beim Arzt gekündigt. Bekam dann n bischl "Schimpfe" von ihm, bzw. es hieß dann..."Danke!! Dass sie uns im Stich lassen!"...

Hat jetzt den Job an der Schule, den bei der KV und so wie das aussieht, kommt da noch was dazu.

Hat sich also gelohnt.
 
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