Sozialticket à la Schwarz-Grün: Sinkende Verkaufszahlen bestätigen alle Befürchtungen

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wolliohne

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(Bonner Presseblog) von Grünberg: Sozialabbau mit Landesmitteln

Das Bonner Sozialticket-Modell, das auf Initiative der schwarz-grünen Koalition mit den Stimmen von FDP und BBB im Frühjahr 2012 im Rat verabschiedet wurde, bedeutete für die einkommensschwachen Bonnerinnen und Bonner eine Verteuerung bei 90 Prozent aller ÖPNV-Tickets. Denn bis zu diesem Zeitpunkt hatten sie über die Bonn-Ausweis-Konditionen 50 Prozent Vergünstigung auf alle Tickets bekommen. Ganze Ticketsparten wie Tages- und Wochentickets entfielen, ebenso die 4er-Kurzstreckentickets. Die häufig nachgefragten 4er-Tickets für Erwachsene verteuerten sich um 6 Prozent. Derart tiefe Einschnitte hatte die Verwaltung nicht vorgeschlagen.

„Die Koalition lobte den sogenannten Mobilpass – eine vergünstigte Monatskarte mit oder ohne Abonnement – als großen Wurf für einkommensschwache Familien. Selbst dieser Mobilpass ist 26 Prozent teurer als das stark nachgefragte Formel9-Ticket zu Bonn-Ausweis-Konditionen zuvor. Zudem wäre eine wenigstens gleichbleibende Vergünstigung auf Einzelfahrten wichtig gewesen“, erinnert sich Werner Esser, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Bonn. „Am Ende waren wir froh, der Koalition wenigstens preisgünstigere Kinder-Tickets abgerungen zu haben.“

Auch wurde auf Druck der SPD-Fraktion beschlossen, nach einem Jahr die Zahlen zu evaluieren und gegebenenfalls 2013 eine Anpassung vorzunehmen. Nun wurden vom Land NRW 30 Millionen Euro zur landesweiten Fortführung des Sozialtickets bewilligt. Umso angezeigter war die Analyse der Zahlen aus dem ersten Jahr. Deshalb hat die SPD-Fraktion u.a. nachgefragt, wie sich die Absatzzahlen entwickelt haben.

„Die Zahlen, die die Verwaltung vorgelegt hat, sind leider wie erwartet, bestätigen alle unsere Befürchtungen und sprechen eine deutliche Sprache gegen das schwarz-grüne Modell“, so Esser. „Die Verkaufszahlen bei den 4er-Tickets, die seit 2012 ‚nur‘ 6 Prozent teurer sind, ist 2012 im Vergleich zu 2011 kaum gesunken. Die Verkaufszahlen bei den Tages- und Wochentickets aber, die es mit dem Bonn-Ausweis noch vergünstigt gab, mit dem Sozialticket aber nicht mehr, sind jeweils um über 80 Prozent gefallen! Nun könnte man sagen, die einkommensschwachen Bürgerinnen und Bürger haben sich vom neuen Mobilpass überzeugen lassen. Das ist aber nicht der Fall. Der Gesamtverkauf der Monatstickets ist um 10 Prozent zurückgegangen“, berichtet Esser. Insgesamt sind die Ticketverkaufszahlen mit dem Sozialticket im Vergleich zu den Bonn-Ausweis-Konditionen um 12,5 Prozent gesunken.

„Gerade einkommensschwache Mitbürgerinnen und Mitbürger sind verstärkt auf den ÖPNV angewiesen, da sie häufig nicht motorisiert sind. Mobilität ist eine Grundvoraussetzung für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Durch Einsparungen an der falschen Stelle wird das gesellschaftliche Miteinander unnötig erschwert. Das ist hier der Fall“, kommentiert Peter Kox, stellv. sozialpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, die Zahlen.

Bernhard „Felix“ von Grünberg, Landtagsabgeordneter und sozialpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, ergänzt: „Die rot-grüne Landesregierung hatte Zuschüsse für die Mobilität einkommensschwacher Menschen aufgelegt und Schwarz-Grün in Bonn hat diese für den größten Einschnitt genutzt, den der Bonn-Ausweis je erlebt hat. Die aktuellen Zahlen belegen das. Zudem hat sich die Koalition dafür gefeiert, eine Million Euro im Vergleich zu den bisherigen ÖPNV-Ausgaben beim Bonn-Ausweis zu sparen. Diese Million käme durch die Unterstützung des Landes. Falsch: 500.000 Euro kommen vom Land, 500.000 Euro über die Preissteigerungen aus den Taschen der Bonn-Ausweis-Inhaberinnen und –Inhaber. Diese Sozialticket-Umsetzung Bonner Prägung war und ist eine Demontage des zentralen Bereichs des Bonn-Ausweises und damit nichts anderes als Sozialabbau!“

https://bonner-presseblog.de/2013/0...len-bestatigen-alle-befurchtungen/#more-70405

Pressekontakt
Werner Esser
verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Bonn
Tel.: 0160 6623901
E-Mail: werner.esser@bonn.de

Bernhard „Felix“ von Grünberg MdL
sozialpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Bonn
Tel.: 0211 / 8842628
E-Mail: Bernhard.vonGruenberg@landtag.nrw.de

Peter Kox
sportpolitischer und stellv. sozialpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion
Telefon: 0228/2808981
Fax: 0228/2808984
E-Mail: pkox@gmx.de
 

Trixi2011

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AW: Sozialticket à la Schwarz-Grün: Sinkende Verkaufszahlen bestätigen alle Befürchtu

Ich glaube dass es allgmein in Deutschland nicht ein einziges Sozialticket gibt, welches sich preislich im Rahmen dessen bewegt, was den Leistungsempfängern nach pauschalisierten Kosten für die Nutzung des ÖPNV zusteht.

Hier in Berlin zahlt man für das S-Ticket 36€

Es wird bei der Umgestaltung von Ticketangeboten auch bestimmt nicht im Vordergrund stehen, die Nutzung preislich den finanziellen Mitteln einzelner Bürgergruppen anzupassen.

Wer sich den Luxus leisten kann, der tut es und wer es nicht kann, schaut in die Röhre.
 

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AW: Sozialticket à la Schwarz-Grün: Sinkende Verkaufszahlen bestätigen alle Befürchtu

Ich glaube dass es allgmein in Deutschland nicht ein einziges Sozialticket gibt, welches sich preislich im Rahmen dessen bewegt, was den Leistungsempfängern nach pauschalisierten Kosten für die Nutzung des ÖPNV zusteht.

Hier in Berlin zahlt man für das S-Ticket 36€

Es wird bei der Umgestaltung von Ticketangeboten auch bestimmt nicht im Vordergrund stehen, die Nutzung preislich den finanziellen Mitteln einzelner Bürgergruppen anzupassen.

Wer sich den Luxus leisten kann, der tut es und wer es nicht kann, schaut in die Röhre.
Oder er / sie fährt eben schwarz in der Hoffnung das es "gut geht".
Wie sollen diese Leute denn sonst zu den Zwangsmeldeterminen, zu den Ärzten oder den Behandlungen kommen ?

Es ist wie es immer ist, - Verpflichtungen bzw. Notwendigkeiten an jeder Ecke, allerdings keinerlei Hilfe bei deren Umsetzungsmöglichkeiten.

Wie soll das bei denen aussehen welche ganz oder teilweise sanktioniert worden sind allerdings ab dem 20. eines Monats irgendwo hin müssen ? Sie müssen mit dem Fahrgeld schließlich in Vorleistung gehen. Was nutzt denen eine "irgendwann Rückerstattung" wenn sie das Geld JETZT nicht haben ?

Alle Positionen des Regelsatzes sind nicht nur zu knapp, sondern oft genug viel zu gering angesetzt. Theorie und Praxis klaffen bei allen diesen Positionen weit auseinander.
Dasselbe gilt natürlich dann entsprechend auch bei den Aufstockern. Die angesetzten Phantasiepreise stammen meistens aus dem letzten jahrhundert, zu Zeiten der DM.

Weshalb erhöhen sich wohl alle Abgeordneten in Bundes- und Landtag jedes Jahr saftig ! ihre "Diäten" ? Ja, richtig, stets mit der Begründung der allgemeinen Preissteigerungen. Das sich die Erhöhungen bei denen immer gleich um 300 bis 400 € pro Monat ! bewegen sei also entsprechend normal.
Im allerbesten Fall 1 Mal im Jahr um wahnsinnige 10 € bei den Bürgern am unteren Ende, - da geht dann per TV und Presse immer gleich das deutsche Abendland unter.

Immer mehr Rentnern geht es allerdings auch nicht besser.
Die deutsche Bevölkerung verarmt mehr und mehr während die deutschen Politiker das Land als das Paradies schlechthin anpreisen.
Wen genau wollen die eigentlich für dämlich verkaufen ? Die eigene Bevölkerung oder das Ausland ?

Ich sage dazu nur, - des "Kaisers neue Kleider ...", - NEIN ! Der Kaiser ist inzwischen aus den Lumpen raus und steht nackig da.
Der Souverän = das Volk hat nicht mehr viel und von Jahr zu Jahr weniger, während sich der "Hofstaat" zum eigenen Vergügen an den Steuermitteln des Landes auf unterschiedliche Art vergreift, vor allem sich selbst und den "Freunden" die Taschen vollschaufelt.

Da dieser Hofstaat allerdings aller paar Jahre vom Souverän neu gewählt werden muß, kommen dann diese Nummer mit dem geheuchelten "mea culpa", - auf das der Souverän sich wieder "belatschern" läßt, Vieles vergessen hat und alles weitergehen kann wie die Jahrzehnte davor.
Klappt doch immer und zur Not wird seitens des Hofstaates = der Angestellten des Souveräns, Selbiger auch noch öffentlich und massiv beleidigt, verhöhnt, über viele Machenschaften im Dunklen gehalten, keinerlei oder falsche Auskünfte erteilt ...
Na, bei solchen Angestellten kann der Laden "Deutschland" nur noch weiter absaufen und der Souverän verarmen.
Wo ist denn das ganze erarbeitete Geld nur hin ?
In den Taschen der meisten Bürger finde ich es nicht.

Hier in Berlin wird aber mal wieder ein Stadtschloß gebraucht. Also wir als Souverän brauchen es nicht, aber der Hofstaat will angeben.
Kostet wieder Milliarden und nee, wir haben gar keine anderen und wichtigeren Probleme sowohl in Berlin als auch in ganz Deutschland.

Da haben wir noch einen so. Großfluhafen ... naja, also soll mal einer werden und bis dahin verbrennt der jeden Tag saftig Steuergelder.
Berlin als Bundesland ist so hoch verschuldet das nicht nur die Seitenstraßen marode sind und ich mir mindestens 1 Mal im Jahr neue Radaufhängungen gönnen muß. Kitaplätze kaum zu finden ect. pp.
Wer hat diesen Mist entschieden ? Die Berliner nicht, der Berliner Souverän wurde nie gefragt dazu.
...

Es stinkt politisch gesehen massiv und an jeder Ecke in Deutschland.
 

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AW: Sozialticket à la Schwarz-Grün: Sinkende Verkaufszahlen bestätigen alle Befürchtu

Vielleicht sollten wir mal damit beginnen den Tiergarten zu besetzen.
Groß genug ist er ja und wenn es doch nicht reichen sollte, - Berlin hat massenhaft (noch) kleinere und größere Parkanlagen.
Da lassen sich gut Zelte aufstellen.
 
E

ExitUser0090

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AW: Sozialticket à la Schwarz-Grün: Sinkende Verkaufszahlen bestätigen alle Befürchtu

Hier in Berlin wird aber mal wieder ein Stadtschloß gebraucht. Also wir als Souverän brauchen es nicht, aber der Hofstaat will angeben.
Ist ein "sehr schönes" Symbol. Da bauen unsere feinen Demokraten einen Bau aus vordemokratischer Zeit wieder auf...
 

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AW: Sozialticket à la Schwarz-Grün: Sinkende Verkaufszahlen bestätigen alle Befürchtu

Ist ein "sehr schönes" Symbol. Da bauen unsere feinen Demokraten einen Bau aus vordemokratischer Zeit wieder auf...
Das zeigt nur als was sie sich selbst verstehen (wollen).
Der Hofstaat hat die Macht, die alleinige und vollständige Macht und der eigentliche Herrscher soll gefälligst dazu aller 4 Jahre "ja und Amen" sagen.
Dumm nur wenn der Souverän abwinkt und aller 4 Jahre nix mehr sagt. Ohne "Ja und Amen" wird das nämlich nix mit der Selbstbedienung und den Schlössern ect.
 
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