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Sozialkaufhaus ect. - Wie seht Ihr die Wettbewerbsverzerrung?

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E

ExitUser

Gast
  Th.Starter/in  
#1
moin,
da ich die Praktiken im Bereich Ein-Euro-Job in sog. Sozialkaufhäusern,2ndHand-Shops hier vor Ort gerne ein wenig "aufmischen" möchte und versuchen werde, unsere Ini dahingehend zu überzeugen, möchte ich gerne hier eine Diskussion anstoßen.
Oftmals lese ich hier, dass man Ein-Euro-Job's in solch "caritasiven :cool:" Stores doch gerne als "echt" zusätzlich bewertet.
Das ist meiner bescheidenen Meinung nach eine grobe Fehleinschätzung.
Ich habe mir den Spass erlaubt, in regelmässigem Turnus diese Läden abzuklappern.Das Warenangebot reicht von Sperrmüll bis hin zu wirklich hochwertigen Artikeln.
Die Preise sind bei Letztgenannten auch sehr hochwertig...
Beispiele:
Sideboard aus der Gründerzeit oder älter, schon fast antik und wunderschön 800.-€
Kaminuhr etwa 1930 100.-€
Dekopuppen Porzellankopf 25.-€, das lässt sich beliebig fortsetzen.
Die Ware stammt grundsätzlich aus Spenden oder Haushaltsauflösungen und ist für den Betreiber kostenlos zu erhalten.Betrieben werden die Läden generell mit Ein-Euro-Jobbern.
Jeder, also auch der Gutbetuchte, darf dort einkaufen ohne Einschränkung!
Oftmals wird seitens der Arge erstmal dorthin verwiesen, obwohl die Preise im NormalMöbelsegment dort häufiger auch höher liegen als im vergleichsweise günstigen Discounter, mit dem kleinen Unterschied, dass man da eben ladenneue Ware erhält.
Da ja Ein-Euro-Job's nicht wettbewerbsverzerrend sein sollen, frage ich mich, ob man diese Seuche nicht evtl unter Mitwirkung der hier ansässigen Antikhändler,Gebrauchtwarenhändler,ggfs. professionelle Flohmarkthändler usw bekämpfen kann.Das gilt natürlich analog auch für die 2handShops.
Jeder der von mir befragten Gewerbebetreibenden "kriecht auf dem Zahnfleisch", hat erhebliche Umsatzeinbußen!
Ich kann die ganze shice nicht mehr sehen und will da richtig Gas geben. Geplant sind (bisher in meinem Kopf) Flugblätter -da habe ich eine ganz respektable Idee, die ich hier die nächsten Tage mal verbreiten werde, dann Unterschriftenaktion unter Einbeziehung aller betroffenen Händler und dann....hmmm, ab hier stockt es!
Wo einreichen, wie weitervorgehen usw usw
Wenn jemand seine Glaskugel frisch poliert hat und sich eine Chancen/Risiken-Einschätzung traut, bitte melden.
Jede passende Idee wird auch gern gelesen und höchstpersönliche Meinungen sowieso :biggrin:
lG
E.
 

Pinta 12

Elo-User/in
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#2
Ich finde, du hast völlig Recht. Es ist zwar schön, dass es diese Kaufhäuser gibt, aber sie sind für jeden zugänglich. Viele wohlhabende Kunden suchen sich dort ihre Schnäppchen. Aber, auch wenn das nicht so wäre, sollten die Beschäftigten dort richtig bezahlt werde. Meist werden diese Läden von den Wohlfahrtsverbänden betrieben, und die tun bekanntlich nichts für Gotteslohn. Das heißt, irgendjemand verdient daran, dass gespendete Waren verkauft werden.
Ich finde, JEDER sollte für seine Arbeit ordentlich entlohnt werden.
Gruß Pinta 12
 
E

ExitUser

Gast
  Th.Starter/in  
#3
Oftmals lese ich hier, dass man Ein-Euro-Job's in solch "caritasiven :cool:" Stores doch gerne als "echt" zusätzlich bewertet.
Das ist meiner bescheidenen Meinung nach eine grobe Fehleinschätzung.
Völlig richtig.


Erster Gedankengang:

Wirklich etwas verändern kann man wohl nur, wenn man diese Geschichten in die Gerichte hineinträgt.

Das geht im Prinzip auf zweierlei Weise: Ein angehender 1-Euro-Sklave lehnt das hochherzige Jobangebot ab und kassiert eine Sanktion. Widerspruch, etc., pp ...

Die örtlichen Händler tun sich zusammen und gehen gemeinsam gegen die Dumping-Konkurrenz vor.

Und da sehe ich durchaus gute Möglichkeiten, beides zusammen zu bringen. Wenn der Sanktionierte mit dem Argument "nicht zusätzlich" klagt ... und man bei Gericht dann entsprechende Aussagen/Unterschriftenlisten der Händler als "Beweismittel" vorlegen kann.
 
E

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Gast
  Th.Starter/in  
#4
Versuch mal den Marktveranstalter, der bei euch "dominierend" ist auf deine Seite zu ziehen. Je nachdem wie dicht euer Gebiet besiedelt ist, gibt es auch mehrere.

Adresse sollte leicht zu beschaffen sein. Wenn kein Inserat zu finden ist, dann schauen, wann der nächste Markt ist und die Gemeinde nach dem Veranstalter fragen. Wenn du überzeugend bei dem auftrittst, rückt er ja vielleicht sogar Händleradressen heraus. Mit Sicherheit ist eine solche Aktion für ihn lukrativ - Denn welcher Veranstalter freut sich nicht über zufriedene Händler? Ein solcher Veranstalter steht mit seinen "Hauptzugpferden" immer im Kontakt, deshalb könnte ich mir einen Ansatz da gut vorstellen.
 
E

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Gast
  Th.Starter/in  
#5
wenn man bedenkt, das vom Erlös nur Miete, Strom, Versicherungen usw. abgeht, ein wirklich lukratives Geschäft.

Bei einem normalen Händler gehen noch Löhne, Sozialversicherungen usw weg, was den Gewinn deutlich schmälert. :icon_kinn:

Wie die damit dann evtl. noch Gemeinnützig bleiben wollen, ist eine berechtigte Frage.
 

Erolena

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#6
Geht es um die Abschaffung von Sozialkaufhäuser, um die Konkurrenz für Private zu beseitigen?
Oder um die Umwandlung von 1-Euro-Jobs in reguläre Arbeitsverhältnisse in den gemeinnützigen Sozialkaufhäusern u.ä. Projekten?
__
Die Gebäude werden vermutlich kostenlos oder billig v. d. Stadt überlassen unter dem Gesichtspunkt gemeinnütziges Projekt. Allerdings steht die Gemeinnützigkeit einem normalen Lohn nicht im Wege. Auch ein gemeinnütziger Verein kann in seinen Projekten (Kita eines e.V.) ganz normale Angestellte mit SV-pflichtigem Gehalt beschäftigen (Erzieher, Hausmeister).
Allerdings gibt es bei Kitas dafür rechtliche und finanzielle Grundlagen wie Kinder- und Jugendhilfegesetz, Rechtsanspruch auf Kita-Platz, Kita-Plan der Kommune, rechtlich verbindlich festgelegte Zuschüsse der Kommune an die freien Träger usw.

Für ein Sozialkaufhaus gibt es das alles nicht. Es ist zusätzlich wie ein Froschbiotop im Schulgarten.

Es müssen die Betreiberkosten mit herausgewirtschaftet werden, Kosten für die Entrümpler, LKW´s, Verwaltung. Zur Zeit sind die 1-Euro-Jobber eine gute Sanierungsquelle, weil sie Geld mitbringen. Gäbe es sie nicht, müßte sich der Träger vermutlich um externe Fördergelder oder um zusätzliche städtische Mittel bemühen. Fraglich für mich, ob sie die derzeit bekämen.

Wie kann ein solides Finanzkonzept derzeit aussehen? (mit normalen Löhnen)
 

Tamina

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#7
Owei...ich glaube ich mache mich hier gleich fürchterlich unbeliebt.
Ich bin aus einem bestimmten Grund froh, daß es hier ein Sozialkaufhaus gibt.

Der Grund:
Meine Tochter ist dort im 2. Lehrjahr. Endziel Handelsassistentin.
Vorher hatte sie trotz allerbester Zeugnisnoten (erweiterter Realschulabschluß mit 2er Durchschnitt) NIRGENDWO eine Chance.
Denn sie hat Energie und Willen, etwas zu leisten und was zu werden und das merkte man ihr bei den zahllosen Vorstellungsgesprächen an.
Sie kam immer in die Endrunde, wurde aber nie genommen.
Die Angst, sich da im eigenen Haus "Konkurrenz" heranzuzüchten, war dabei der Hauptgrund (ehrlicherweise hatte das jemand von einer Personalabteilung zugegeben, natürlich im Nachhinein).

Dann wurde hier vor ein Sozialkaufhaus aus dem Boden gestampft, natürlich mit den üblichen 1-Euro-Jobbern. Meine Tochter war eine davon und hat sich vom 1. Tag an eingesetzt und wieder ihren Willen gezeigt.
Letzendlich war es dieser Einsatz, der dazu führte, daß 2 Ausbildungsplätze geschaffen wurden (2009 konnten 5 neue Azubis anfangen). Geplant war das nicht, und als evtle. Möglichkeit erst in weiter Ferne "mal angedacht".
Einen Teil der Ausbildung wird übrigens vom schwedischen Partner IK*A mit übernommen, wo die Azubis jedes Jahr 3 Monate arbeiten.

Eins ist klar:
Ich sehe genau wie ihr die Problematik, die solche Sozialkaufhäuser mit sich bringen.
Aber gleichzeitig sehe ich auch, daß ein paar junge lernwillige Menschen eine Chance bekommen......
Und das ist das, was momentan für sie und für mich zählt.
 
E

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  Th.Starter/in  
#8
Ich sehe genau wie ihr die Problematik, die solche Sozialkaufhäuser mit sich bringen.
Aber gleichzeitig sehe ich auch, daß ein paar junge lernwillige Menschen eine Chance bekommen......
Und das ist das, was momentan für sie und für mich zählt.
Es ist bloß die Frage, ob die Verhälnismäßigkeit stimmt. Kann oder muss man dieses verbrecherische Geschäftsmodell mit 1-Euro-Sklaven tolerieren, weil in ganz wenigen Fällen vielleicht mal eine Ausbildungsmöglichkeit für wenige Jugendliche rausspringt?

Und was macht Deine Tochter nach der Ausbildung? Wird sie dann einen regulären Job bei einem regulären Händler finden? Wird sich der reguläre Händler in der Nähe eines Sozialkaufhauses überhaupt normal bezahltes Personal leisten können oder aufgrund der Dumping-Konkurrenz in die Knie gehen?

Ich verstehe zwar, dass sich jeder selbst der Nächste ist, aber so wird das nie etwas mit der soldidarischen Bekämpfung der Hartz-Verbrechen und deren Auswüchsen. Wenn wir schon angesichts eines kleinen persönlichen Vorteils unsere Grundsätze in die Tonne treten.

Einen Teil der Ausbildung wird übrigens vom schwedischen Partner IK*A mit übernommen, wo die Azubis jedes Jahr 3 Monate arbeiten.
Passt irgendwie. Ikea ist ja auch für besondere Arbeitnehmerfreundlichkeit bekannt.
 
E

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Gast
  Th.Starter/in  
#9
.....


Ich verstehe zwar, dass sich jeder selbst der Nächste ist, aber so wird das nie etwas mit der soldidarischen Bekämpfung der Hartz-Verbrechen und deren Auswüchsen. Wenn wir schon angesichts eines kleinen persönlichen Vorteils unsere Grundsätze in die Tonne treten.
Vollkommen richtig!!:icon_daumen:
 

Tamina

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#10
Es ist bloß die Frage, ob die Verhälnismäßigkeit stimmt. Kann oder muss man dieses verbrecherische Geschäftsmodell mit 1-Euro-Sklaven tolerieren, weil in ganz wenigen Fällen vielleicht mal eine Ausbildungsmöglichkeit für wenige Jugendliche rausspringt?

Das erkläre mal bitte einem jungen Menschen Anfang 20, der händeringend sich um eine Ausbildung bemüht und der überall auf Ablehnung stößt, weil er "zu gut" ist und was erreichen möchte!
Schaffst Du das? Ich nicht!

Kannst Du Alternativen benennen?

Und was macht Deine Tochter nach der Ausbildung? Wird sie dann einen regulären Job bei einem regulären Händler finden?

Sie geht ins Ausland. Ohne Ausbildung wäre das sinnlos.

Wird sich der reguläre Händler in der Nähe eines Sozialkaufhauses überhaupt normal bezahltes Personal leisten können oder aufgrund der Dumping-Konkurrenz in die Knie gehen?

Daneben ist u.a. Karstadt. Und an deren Pleitekurs ist bestimmt nicht das Sozialkaufhaus schuld, oder?

Ich verstehe zwar, dass sich jeder selbst der Nächste ist, aber so wird das nie etwas mit der soldidarischen Bekämpfung der Hartz-Verbrechen und deren Auswüchsen. Wenn wir schon angesichts eines kleinen persönlichen Vorteils unsere Grundsätze in die Tonne treten.

Nochmal: Erkläre das bitte einem jungen Menschen, der was erreichen will, der leben will und dessen Berufsziel nicht "Hartz IV" ist.


Passt irgendwie. Ikea ist ja auch für besondere Arbeitnehmerfreundlichkeit bekannt.

Ja sicher. Genauso wie REWE, Metro, Saturn, Kaufhof, ALDI, Rossmann, Kaufland, Globus, NETTO, und und und....
Nenne mir einen, der arbeitnehmerfreundlich ist. Und dann wieviel da einen Ausbildungsplatz bekommen.
Hast Du ein Kind? Wenn ja, dann wünsche ich schonmal viel Freude bei der Suche nach einem "passenden" Ausbildungsbetrieb.
 

Benn

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#11
Wie ich in dieser Rubrik ja gestern schon geschrieben hab, hab ich ja gestern eine Zuweisung für eine AGH eben in so einem Sozialkaufhaus per Post von der Arge bekommen.

Da ich der Meinung bin, dass diese Tätigkeit nicht zusätzlich etc. ist, möchte ich gegen diese AGH vorgehen.

Meint Ihr, dass ich als Argument u.a. die Wettbewerbsverzerrung /Konkurrenz für Private anbringen kann?

Wäre über hilfreiche, weitere Argumente für meine Ablehnung dankbar.
 
E

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  Th.Starter/in  
#12
Sie geht ins Ausland. Ohne Ausbildung wäre das sinnlos.
Ich könnte jetzt polemisieren, dass auch das sich nach "Nach mir die Sintflut" anhört ... aber darum geht es doch nicht.

Du wirst doch nicht allen Ernstes allen jungen Menschen, die hier erst gar keinen Einsitieg ins Berufsleben finden, empfehlen wollen ins Ausland zu gehen. Das kann doch keine Lösung sein.

Hier ist was faul im Staate und das muss auch hier geändert werden. Es ist unstreitig (heuchlerische und klientelgeschmierte Politiker mögen es bestreiten) , dass 1-Euro-Jobs tausende von regulären Arbeitsplätzen vernichten. Und wer sich in einen solchen Job begibt, der treibt die Abwärtsspirale mit an.

Wer das will, der soll es sagen und danach handeln. Das ist jedermanns gutes Recht. Aber ich kann nicht dieses System verbal kritisieren und gleichzeitig durch mein Handeln unterstützen.

Nicht falsch verstehen, ich sehe die Problematik der jungen Leute durchaus und bin verdammt wütend über deren zunehmende Perspektivlosikeit. Lösen werden wir die Probleme aber entweder solidarisch ... oder gar nicht.
 

Tamina

Elo-User/in

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#13
Nochmal zum Mitmeisseln:

1. In diesem Sozialkaufhaus arbeiten neben einer Handvoll 1-Euro-Jobber regulär Angestelle (Ausbilder, Fachverkaufer, Bürokräfte, Azubis) mit festen Verträgen und festem Gehalt.

Ich kann nicht erkennen, wem sie damit Arbeitsplätze wegnehmen. Gäbe es das Kaufhaus nicht, hätten noch eine weitere Anzahl keinen Job und wären auf ALG II angwiesen.

2.
Du wirst doch nicht allen Ernstes allen jungen Menschen, die hier erst gar keinen Einsitieg ins Berufsleben finden, empfehlen wollen ins Ausland zu gehen. Das kann doch keine Lösung sein.
Nein, das empfehle ich auch nicht. Die kommem von ganz alleine darauf. Die Zeit, wo meine Tochter verzweifelt einen Ausbildungsplatz gesucht hat und ALG II bezogen hat, die wird sie nicht vergessen. Erst recht wird sie nicht vergessen, wie sie behandelt worden ist: Vom Amt als arbeitsscheuer letzter Dreck und von potentiellen Ausbildungsbetrieben wie eine lästige Bittstellerin.
Glaubst Du allen Ernstes daß man da noch lange überlegt was zu tun ist?

Denn das sich irgendwie und irgendwann evtl. mal Lösungen abzeichnen nützt ihr z.Zt. herzlich wenig. Aber sie hat was, das ihr nützt: Nämlich ein festes Ziel vor Augen.

Und damit steht sie nicht alleine. Die 17jährige Tochter einer Bekannten besucht derzeit eine Sprachschule. Deren einziger Wunsch ist raus und weg hier aus Deutschland. Ihre berufliche Ausbildung wird sie im Ausland machen. "Witzig" ist, daß sie das bereits vor 3 Jahren (also schon mit 14) gewollt hat.

Nee Du .....SAGEN, daß sie das so machen sollen, daß hat und muß auch keiner. Und wenn ich noch so jung wäre, würde ich es ganz genauso machen.
 
E

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Gast
  Th.Starter/in  
#14
Nee Du .....SAGEN, daß sie das so machen sollen, daß hat und muß auch keiner. Und wenn ich noch so jung wäre, würde ich es ganz genauso machen.
Ob man es tatsächlich machen würde ... kann man schwerlich sagen. Ich gebe aber zu, dass ich auch schon Gedankenspiele angestellt habe was wohl wäre, wenn man 25 Jahre jünger wäre.
 

Volker

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#15
Hallo Tamina,

beachte aber das diese sogenannten Sozialkaufhäuser, nie alleien im Ort sind. Da steckt noch noch mehr dahinter. und die festangestellten, werden teilweise durch die Gelder die derEEJ ja mitbringt bezahlt.

Es sind alles eigentlich öffentlich geförderte Jobs. Es wäre sinnvoller diese auch als solche zu organisieren.

Du hast recht, die manchmal richtige Phantasiepreise.

An alle:
Arbeitsgelegenheiten sind oft arbeitsplatzverdrängend. Aber nicht zwingend. Hier im Ort, haben die Fahrradgeschäfte genug zum Reparieren. In der EEJ Fahrradstation reparieren EEJler auch.
Von daher verdrängen sie erstmal nicht solche Arbeitsplätze.
Solche Umstände sollte man durchaus ind er Diskussion um EEj berücksichtigen. Was passiert vor Ort, auf Teufel komm raus wird das ignoriert, ja nicht mal recherchiert. Und diejenigen die das recherchieren für dumm gehalten. Solch schwarz/weiss denken
ödet mich genauso an wie die ARGEsche... selber. Das EEJ
verschwinden müssen, ist klar, aus vielerlei Gründen, nicht nur weil sie vermeintlich reguläre Arbeit verdrängen.
 

papier

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#16
Vor längerer Zeit stand ein solcher Fall in den Medien. Ein Second- Hand-Shop Betreiber hatte wegen Wettbewerbsverzerrung geklagt, nachdem sein Geschäft wegen eben dieser Konkurrenz bedroht war. Was daraus geworden ist, weiß ich allerdings nicht.

Schwierig denke ich, etwas dagegen zu setzten. Diese Sozialkaufhäuser sind derart etabliert, wer kann dagegen etwas ausrichten wenn nicht ein betroffener Händler.
 

Feind=Bild

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#17
Vor allem werden doch solche 1€-Hütten in den Medien immer gerne als sooo sozial dargestellt (siehe Toys-Kompanie), daß man sich als Wettbewerber schon sehr unbeliebt macht, wenn man seine Felle als davonschwimmend reklamiert.
Da hat die Gesellschaft vermutlich wenig Verständnis, auch wenn der vorher Selbständige evtl. ne Weile später im gleichen Laden fürn Euro jobben muss/darf - und ansonsten vom Staat lebt.
 

nicole05

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#18
Hallo,
auch hier bei uns gibt es ein solches " Sozialkaufhaus".
Dort sieht man sehr viele 1€ Sklaven.
Dieses Kaufhaus wird hier vom Marktführer betrieben.
Die haben alles, Umzugsservice, Renovierungsservice, Reparaturdienst für Elektroartikel, Schulkioske, usw.......
NATÜRLICH ist das Wettbewerbsverzehrung!!!

Alle diese Sachen werden in unserer Stadt auch von anderen normalen Geschäften angeboten.

Sozial ist an dieser Sache nun wirklich nichts!
Von dem Geld das die Sklaven mitbringen, werden haufenweise schlechte Pädagogen und Abteilungsleiter bezahlt.
Diese hätten wohl auf dem freie Markt keine Chance solch einen Job zu bekommen.
Da fliegt einer dieser Pädagogen nach Spanien um sich dort über EU Fördergelder für neue Projekte zu informiern.
Seltsamerweise kümmert er sich aber zur selben Zeit um die Renovierung seines Ferienhauses dort.
Toll oder?
Der Flug und die Unterkunftskosten wurde von den Sklaven bezahlt.
Ich kenne noch viele solche Beispiele.

Würde man sofort alle diese angeblichen sozialen Einrichtungen zu machen, würde wohl kaum einer der dort wirklich fest Angestellten je wieder einen Job bekommen.

Sollte ich tatsächlich gezwungen werden einen solchen Sklavenjob anzunehmen (Ich wehre mich mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln dagegen) würde ich dort täglich mit Sklavenkleidung erscheinen. Jeder Kunde könnte auf meinem T-shirt deutlich das Wort Arbeitssklave lesen.
Oder den Spruch: Ihr könnt mich nicht entlassen, Sklaven werden verkauft!

nicole
 

Falke

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#19
Solange in den sogenannten Sozialkaufhäusern, 1 € Jobber Frondienste leisten müssen und dies noch nach aussen hin als sozial dargestellt wird,

werden mich keine 10 Pferde in so einen Laden bringen. :icon_evil:

Jeder mag darüber denken wie er möchte, aber hier ist Solidarität angebracht. Es gibt noch genug andere Möglichkeiten an noch relativ gut gebrauchte Dinge zu kommen und dies auch günstig.

Gruss
Falke
 

Tamina

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#20
Vor allem werden doch solche 1€-Hütten in den Medien immer gerne als sooo sozial dargestellt (siehe Toys-Kompanie)....
Ist ja ziemlich "gewagt", die Toys C. mit diesem Sozialkaufhaus hier vergleichen zu wollen.
Hat jemand bei den Toys denn eine reguläre versicherungspflichtige Arbeit bekommen? NEIN.
Bilden die vielleicht Lehrlinge aus? NEIN. (Was sollten die denn dort auch lernen? Wie man puzzelt und den Hintern breitsitzt vielleicht?)
Haben die sich deswegen vielleicht dem Prüfungsverfahren der IHK ausgesetzt und Ausbilder eingestellt? NEIN.

Und dann hätte ich doch gerne mal das Verhältnis 1-Euro-Jobber zu Festangestellten bei der Toys C. gewußt; das Verhältnis hier kenne ich.

Ihr wisst alle, was uns mal versprochen wurde, als die 1-Euro-Jobs ins Leben gerufen wurden. Es sollte ein Sprungbrett ins Erwerbsleben sein.
Bei den allermeisten Jobs war das ein Lüge!
Nur hier ist es anders, da gibt und gab es Chancen und zwar auf tariflich bezahlte Arbeit oder einen Ausbildungsplatz.

Muß man denn gewaltsam alles miesmachen?
Kann man nicht mal Dinge erwähnen, die auch funktionieren?
Warum kann man nicht differenzieren?
 

Feind=Bild

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#21
Ist ja ziemlich "gewagt", die Toys C. mit diesem Sozialkaufhaus hier vergleichen zu wollen.
Ist plötzlich nur noch die Rede von dem Sozial-Kaufhaus, wo Deine Tochter ne Ausbildungsstelle gefunden hat? Ich dachte es gehe um die Kaufhäuser, die nur wegen des "sozialen Anstrichs" den selbständigen Händlern das Leben nicht grad leichter machen?
Und um die gehts mir.
Freut mich ehrlich, daß Deine Tochter die Chance bekommen hat. Aber so arbeiten sicher nicht alle diese 1€-Buden?!
 

Tamina

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#22
Freut mich ehrlich, daß Deine Tochter die Chance bekommen hat. Aber so arbeiten sicher nicht alle diese 1€-Buden?!
Richtig.
Deshalb schrieb ich ja auch was von "differenzieren":icon_smile:
Genau hingucken, was machen die und WIE machen sie es.
 

nicole05

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#23
Der Träger unseres Kaufhauses bietet übrigens auch Ausbildungsplätze an.
Leider gibt es in den Buden niemanden der die nötige Eignung hat.( ADA Schein z.B.)
Was will man auch von diesen Scheinpädagogen erwarten.
Also nennt sich das ganze : Ausbildung im Verbund
Ganz tolle Sache! :icon_kotz:
Die Jugendlichen sind also bei dieser gGmbH als Azubis gemeldet.
Diese verleihen die Jugendlichen dann munter weiter.
Die Ausbildung zur Bürokauffrau sieht so aus:
3 Monate Reisebüro
4 Monate Volkshochschule
2 Monate Blumenladen
5 Monate Teeladen
usw.......
Tolle Ausbildung:icon_dampf:
Falls sie tatsächlich die Prüfung am Ende bestehen, wer stellt sie dann ein?
Klar, besser so eine Ausbildung wie gar keine, aber was soll das?
Wenn der Staat nicht diesem Sklavenhalterladen das Geld in den Rachen werfen würde, sondern einen guten aber wirtschaftliche Schwachen vernünftigen Betrieb die Kosten ersetzen würde,
dann bekämen die Jugendlichen eine Ausbildung mit der sie sich hinterher auch für eine Stelle bewerben können.

Meine Meinung bleibt:
In diesen Betrieben ist NICHTS sozial.
Alles was dort geschieht wird gut bezahlt.
Die brauchen sowohl die Sklaven wie auch die Schein-Azubis um ihre eigenen Gehälter zu bezahlen!

Nicole
 

Tamina

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#24
Der Träger unseres Kaufhauses bietet übrigens auch Ausbildungsplätze an.
Leider gibt es in den Buden niemanden der die nötige Eignung hat.( ADA Schein z.B.)
Was will man auch von diesen Scheinpädagogen erwarten.
Also nennt sich das ganze : Ausbildung im Verbund
Dann ist das keine IHKgemässe Ausbildung. Ein Ausbilder mit entsprechender Qualifikation ist zwingend dafür notwendig.

Das bestätigt wieder meine Erfahrung: Es gibt solche und solche.

Aber generelle Aufrufe zu starten, daß man am liebsten allen diesen Einrichtungen das Handwerk legen sollte bzw. denen grundsätzlich "Sand ins Getriebe" streuen soll, ohne vorher sich mal schlau gemacht zu haben wie das dort wirklich abläuft, ist absolut nur noch zum:icon_kotz:

Kleines Schmankerl nebenbei: Hier am Ort gibts eine Reihe Second Hand Shops, alle geführt von einem iranischen Familienclan. Dort kauft man die Sachen zu Kilo-Preisen.
Im Laufe der letzten Jahre stieg die Nachfrage nach Gebrauchtkleidung ebenso wie die Arbeitslosigkeit, aber eben auch die Preise bei diesem Clan. Die witterten das ganz große Geschäft.
Der Kilopreis lag zum Schluß bei 11 Euro (begonnen hat man mit 6 Euro) und nicht nur meine Schallgrenze war damit weit überschritten.
Dann öffnete das Sozialkaufhaus mit wirklich sehr moderaten Preisen.
Der Abzock-Clan verlor jede Menge Kundschaft und plötzlich - schwuppdiwupp - sanken dort wieder die Preise, auf vertretbare 7 Euro.
Pleite gehen die deswegen nicht...wieso auch.Die Gewinnspanne ist für diesen Clan immer noch hoch genug.
Und das, ohne das die Kundschaft zitronenmässig ausgepresst wird:icon_daumen:
 

nicole05

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#25
Dann ist das keine IHKgemässe Ausbildung. Ein Ausbilder mit entsprechender Qualifikation ist zwingend dadür notwendig.

Das bestätigt wieder meine Erfahrung: Es gibt solche und solche.

Aber generelle Aufrufe zu starten, daß man am liebsten allen diesen Einrichtungen das Handwerk legen sollte bzw. denen grundsätzlich "Sand ins Getriebe" streuen soll, ohne vorher sich mal schlau gemacht zu haben wie das dort wirklich abläuft, ist absolut nur noch zum:icon_kotz:

Kleines Schmankerl nebenbei: Hier am Ort gibts eine Reihe Second Hand Shops, alle geführt von einem iranischen Familienclan. Dort kauft man die Sachen zu Kilo-Preisen.
Im Laufe der letzten Jahre stieg die Nachfrage nach Gebrauchtkleidung ebenso wie die Arbeitslosigkeit, aber eben auch die Preise bei diesem Clan. Die witterten das ganz große Geschäft.
Der Kilopreis lag zum Schluß bei 11 Euro (begonnen hat man mit 6 Euro) und nicht nur meine Schallgrenze war damit weit überschritten.
Dann öffnete das Sozialkauf mit wirklich sehr moderaten Preisen.
Der Abzock-Clan verlor jede Menge Kundschaft und plötzlich - schwuppdiwupp - sanken dort wieder die Preise, auf vertretbare 7 Euro.
Pleite gehen die deswegen nicht...wieso auch.Die Gewinnspanne ist für diesen Clan immer noch hoch genug.
Und das, ohne das die Kundschaft zitronenmässig ausgepresst wird:icon_daumen:

Und beschäftigt dieser Clan auch jede Menge Sklaven? :icon_smile:

Kennst Du jemanden der in Eurem Sozial Kaufhaus bereits eine Ausbildung gemacht hat?
Wenn ja, hat diese Person danach einen Job bekommen?
Oder hat jeder Arbeitgeber abgewuncken weil ihm diese Ausbildung im Tele-Tubby-Land nicht reicht?
Ich wünsche Deiner Tochter wirklich alles gute,(ich habe selber 5 Kinder) aber ich glaube nicht an das gute im Menschen. Nicht wenn diese Leute in solchen Sklavenhalter Buden arbeiten.
Denen traue ich wirklich alles zu, alles schlechte!

Nicole
 
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#26
Arbeitsgelegenheiten sind oft arbeitsplatzverdrängend. Aber nicht zwingend. Hier im Ort, haben die Fahrradgeschäfte genug zum Reparieren. In der Ein-Euro-Job Fahrradstation reparieren Ein-Euro-Jobler auch.
Von daher verdrängen sie erstmal nicht solche Arbeitsplätze.
So kann man das nicht sehen: Wenn die örtlichen Fahrradgeschäfte ausgelastet sind, wäre das sogar eine Chance für einen Neueinsteiger und so könnten neue reguläre Arbeistplätze entstehen. Also gibt es auch bei Deinem Beispiel eine Verdrängung von regulärer Arbeit.
 

Tamina

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#27
Und beschäftigt dieser Clan auch jede Menge Sklaven? :icon_smile:
Familieneigene:icon_smile:. Du ahnst sicher, wie das eine Großfamilie regelt.
"Jede Menge" beschaftigt das Sozialkaufhaus hier nicht sondern nur eine Handvoll.


Kennst Du jemanden der in Eurem Sozial Kaufhaus bereits eine Ausbildung gemacht hat?
Nein. Meine Tochter hat als erste dort einen Ausbildungsplatz bekommen. Das Kaufhaus ist relativ neu.

Wenn ja, hat diese Person danach einen Job bekommen?

Oder hat jeder Arbeitgeber abgewuncken weil ihm diese Ausbildung im Tele-Tubby-Land nicht reicht?

Tele-Tubby-Land ist es nicht. Ein Drittel der Ausbildung wird bei IK*a absolviert.
Ich schrieb ja, die Ausbildung ist IHKgeprüft und genehmigt.
Genauso wie die bei Kaufhof oder SATURN.

Ich wünsche Deiner Tochter wirklich alles gute,(ich habe selber 5 Kinder) aber ich glaube nicht an das gute im Menschen. Nicht wenn diese Leute in solchen Sklavenhalter Buden arbeiten.
Denen traue ich wirklich alles zu, alles schlechte!

Nicole
.
 
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  Th.Starter/in  
#28
Tele-Tubby-Land ist es nicht. Ein Drittel der Ausbildung wird bei IK*a absolviert.
Ich schrieb ja, die Ausbildung ist IHKgeprüft und genehmigt.
Genauso wie die bei Kaufhof oder SATURN.
Die IHK-Prüfung sagt nicht viel aus. Ich habe vor einigen Jahren auf meine "alten Tage" noch einmal einen beruflichen Neustart im IT-Bereich probiert. Überbetriebliche Ausbildung mit praktischen betrieblichen Teilen und mit IHK-Jodeldiplom.

Kein Vergleich mit einer echten betrieblichen Ausbildung (die ich früher auch schon gemacht hatte). Das wissen auch die potentiellen Arbeitgeber. Wenn ich mich nicht jedesmal beim Anblick ärgern würde, hätte ich mein Zertifikat aufs Klo hängen können.
 
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#29
Ich komm mal wieder zum Eingangsthema zurück. Elena bat um Ideen. Vielleicht wäre das noch etwas: Wenn auswertige Händler dort anwesend sind, sind sie u.U. gar nicht über die Konkurenzsituation informiert. Das kann man mit handlichen Flyern und kurzen Ansprachen ändern. Wir haben das hier im Ort vor einem Jahr gemacht. Da wurde der hiesige Weihnachtsmarkt auf einmal mit Eintritt belegt. Auch wenn es nur 2 Euro waren, so kommt für eine Hilfebedürftige Familie viel zusammen. Wir haben die Händler über den Zustand informiert und zusätzlich Listen mit kostenlosen Märkten verteilt. Die Resonanz der Händler war unerwartet gut einige sind in diesem Jahr nicht mehr gekommen.
 
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#30
hi @ alle,
erstmal lieben Dank für die umfangreichen Stellungnahmen.
Ich kann jetzt nicht auf jedes einzelne statement detailiert eingehen, seht's mir bitte nach.
Grundsätzlich aber zu @tamina: nein, ich prügel nicht verbal auf Dich ein:icon_evil:, ich freue mich für Deine Tochter!"Dein" Kaufhaus ist nicht vergleichbar mit dem unseren, hier arbeiten überwiegend "alte" Leute ab 45 Lenzen, Azubis und solche, die es werden können, sind anderen gGmbH's zugeteilt.Hier wird Geld verdient durch Ein-Euro-Job,punkt!
Qualifizierung, so denn welche angeboten wird, steht auf dem level "unterirdisch".
Auch ich habe Nachwuchs, der zum Glück eine Lehrstelle ergattern konnte (Tierpfleger) sein bester Freund ebenso, in 2 verschiedenen Tierheimen. Was ,meinst Du, ist nach der Ausbildung geworden?
Ein-Euro-Jober spielen jetzt dort die shice-Schieber und Füttertanten, die letztverbliebenen Festangestellten machen die Arbeit, für die Kompetenz gebraucht wird wie Neuaufnahme, Spritzen,Tierarzthilfe ect. Filius ist direkt erstmal im elitären Club de Hartz gelandet und hat 'ne "Weiterbildung" zum security bezahlt bekommen, arbeitet jetzt für brutto 7,13/Std, sein Kumpel schüttet Fritten bei McFress!
@kohldampf:
nein, auch Du fängst keine verbale Prügel, ich verstehe Deine Argumentation weitestgehend.Ich habe jetzt nicht geschaut, wo Du wohnst, darf Dir aber aus meiner Erfahrung sagen,dass die Preise des "Kaufhauses für Bedürftige" ganz locker auf jedem Flohmarkt unterboten werden.Das gilt auch analog für Klamotten. Und da sich die Flohmarktbeschicker hier vor Ort mehr oder weniger aus 2 Sorten Händlern zusammensetzen -einmal die Profis mit Gewerbeschein und dann die Privaten, die zu etwa 80% aus Beziehern von Leistungen nach SGB2-12 bestehen,die "Vermögensumwandlung" vornehmen, steht für mich fest,wo ich kaufe und wo nicht!
Aber das Gebiet um Ffm ist auch sehr gut ausgelastet mit Märkten, das ist nicht überall so.
danke auch @demolier, ich kenne die beiden größten Veranstalter recht gut, dürfte kein Problem sein, die mit einzubinden.
Ich werde nach unserer Montagsaktion vor der Arge anfangen, sehr spezielle Flyer zu erstellen und Fragebögen für die "Malocher", dazu noch die Bögen für die Gewerbetreibenden.
Wenn genügend Material zusammen ist, schaun wir weiter.
Wenn es dann auch noch klagenden "Sklaven" hilft, umso besser.
Also abschließend gesagt, ich gehe da ziemlich hoffnungsfroh dran, mehr als auf den Allerwertesten fallen kann ich ja nicht.
Wenn mein Flugi ect. fertig ist, stelle ich es zur Wertung mal hier ein.
lG
E.
 

Volker

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#31
So kann man das nicht sehen: Wenn die örtlichen Fahrradgeschäfte ausgelastet sind, wäre das sogar eine Chance für einen Neueinsteiger und so könnten neue reguläre Arbeistplätze entstehen. Also gibt es auch bei Deinem Beispiel eine Verdrängung von regulärer Arbeit.
Wenn wir das indireckte sehen, auweia.
 

Tamina

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#32
Die IHK-Prüfung sagt nicht viel aus. Ich habe vor einigen Jahren auf meine "alten Tage" noch einmal einen beruflichen Neustart im IT-Bereich probiert. Überbetriebliche Ausbildung mit praktischen betrieblichen Teilen und mit IHK-Jodeldiplom.

Kein Vergleich mit einer echten betrieblichen Ausbildung (die ich früher auch schon gemacht hatte). Das wissen auch die potentiellen Arbeitgeber. Wenn ich mich nicht jedesmal beim Anblick ärgern würde, hätte ich mein Zertifikat aufs Klo hängen können.
Die Prüfung alleine wohl tatsächlich nicht.
Aber meine Tochter besucht ebenfalls wie jeder andere Azubi auch wöchentlich die Berufsschule mit Zwischenprüfung und Zeugnissen.
 

Tamina

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#33
Auch ich habe Nachwuchs, der zum Glück eine Lehrstelle ergattern konnte (Tierpfleger) sein bester Freund ebenso, in 2 verschiedenen Tierheimen. Was ,meinst Du, ist nach der Ausbildung geworden?
Ein-Euro-Jober spielen jetzt dort die shice-Schieber und Füttertanten, die letztverbliebenen Festangestellten machen die Arbeit, für die Kompetenz gebraucht wird wie Neuaufnahme, Spritzen,Tierarzthilfe ect. Filius ist direkt erstmal im elitären Club de Hartz gelandet und hat 'ne "Weiterbildung" zum security bezahlt bekommen, arbeitet jetzt für brutto 7,13/Std, sein Kumpel schüttet Fritten bei McFress!
Genau darum wird sie nach der Ausbildung ins Ausland gehen.
In einen Staat, der keinerlei Wertschätzung für Arbeit und Anstregungen junger Menschen zu bieten hat, hat sie ihrer Meinung nach dann nichts mehr verloren.

Recht hat sie.
 

Diana

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#34
Diese Beschäftigungsgesellschaften (so nennen sie sich ja im Jargon) bieten zwar Ausbildungen an .... die sind auch IHK geprüft .... aber mit dem dort erworbenen Wissen, werden die Azubis in einem normalen Unternehmen ganz schön ins kalte Wasser geworfen. Zwischen der Arbeit und Lehre dort und der in einem Unternehmen liegen doch Welten.
Nach der Ausbildung werden die Azubis nicht dort eingestellt ...... eben auf Grund der Unternehmensstruktur ...... gemeinnützige Beschäftigungsgesellschaft.

Wenn man seine Wohnung von den Beschäftigungsgesellschaften entrümpeln lässt (Möbel abholen lässt etc.)..... ist das auch nicht ganz umsonst.

LG
 

Ralsom

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#35
Bin einigermaßen erstaunt, wie verhärtet hier das Thema diskuttiert wird - obwohl die Überschrift: "Sozialkaufhaus vs. Wettbewerb" ja schon das Übel beschreibt.
Wie sehr hier für die "freie Marktwirtschaft" gestritten wird - als wenn diese korekte Löhne zahlen würde? Habt ihr denn mal die Beschäftigten dort gefragt, ob die einen angemessenen Stundenlohn kriegen? Nein, tun sie nicht.
Ich hab auch meine Bauchschmerzen mit den Tafeln und den Sozialkaufhäusern, aber sie sind in meinen Augen immer noch eine gute Alternative für Leute, die gut erhaltenen Sachen einem guten Zweck übergeben wollen. Und sind für manche Leute auch eine gute Gelegenheit, um wieder eine sinnvolle Beschäftigung zu kriegen.
Das Problem mit den 1€Jobs muss man aber auf andere Weise lösen, als auf die Sozialkaufhäuser zu schimpfen oder die Menschen, die dort arbeiten zu verunglimpfen.
 
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