Sozialgericht sagt Ja/ Landessozialgericht M-V Nein (1 Betrachter)

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Esox

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Moin Leute,
ich möchte Euch höflich bitten sich einwenig Zeit zu nehmen und dem Schriftverlauf zu folgen, vielleicht helfen die Ausführungen jemandem weiter, mir leider nicht mehr.
Kurz und knapp sei zusagen, dass ein Sozialgericht (Schwerin) meinen Antrag auf Erwerbsminderung zustimmte. Die DR-Nord ging in Berufung und neu verhandelt wurde nun vor dem LSG in Neubrandenburg. Dauer des gesamten Rechtsstreit knapp 8 Jahre! Das LSG Neubrandenburg folge der von ihnen geladenen Vertreterrin des Arbeitsamtes Neubrandenburg, dass ich meine letzte Tätigkeit im Tiefbau nicht als gelernter Facharbeiter, sondern als gehoben angelernter Arbeiter ausgeführt habe, und somit eine Verweisbarkeit auf den Job eines Pförtners zustimmte. Dem Antrag auf Erwerbsminderung kann demzufolge nicht entsprochen werden, Antrag abgeleht! Wie fühlt man sich da?
Auf meine gesundheitlichen Einschränkungen wurde nicht eingegangen, sie wurden sogar ins Lächerliche gezogen,...Herr G. hat ab und an mal Rückenschmerzen, naja nach einer OP hat er ja nun wieder warme Füße....usw.
Mein gesundheitlicher Status sieht wie folgt aus: OP-Indikation zur Fussion von Wirbelkörpern der LWS, 2 Bandscheibenvorfälle im Bereich der HWS mit Lähmungen in beiden Händen ( kleiner und auch Ringfinger), beidseitige Kniearthrose Grad 3-4, Arterielle Verschlusskrankheit PAVK (Grad 2-3), Falithrompatient ( künstlicher Bluter durch das Medikament Falithrom (Blutgerinnung 28 %), BTM - Abhängigkeit seit mehr als 2 Jahren durch Targin 20/10. GdB 50.
Abschließend sei hierzu zu sagen, dass selbst die Amtsärztin eine Tätigkeit im Sicherheitsdienst ablehnte, die Begutachtung durch einen "freien Arzt",durch die DR-Nord beauftragt, ergab eine Arbeitsfähigkeit bis zu 6 Stunden, leicht bis mittelschwer.
Tja so sieht es aus, 8 Jahre gehofft, "gekämpft" und doch verloren.Was bitte ist hier noch sozial? Werden Menschen hier in Deutschland in die psychische Zerstörung gezwungen oder gar Schlimmeres?
Achtet bitte bei Eurer Tätigkeit, die ja bei vielen nicht mehr der erlernte Beruf ist, auf den Facharbeiterschutz der jetzigen Tätigkeit.
Hab jetzt einen Termin bei der Arge, mal sehen was die gute Dame da sagt wie es weiter gehen soll, ....ich weiss es nicht mehr. Auf die Betietelung der Richter habe ich bewusst verzichtet, da gibt es nicht einmal Tiernamen für.
Mfg. R.
 

saurbier

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Nun was soll man jetzt sagen außer, so ist das nun mal in unserem Rechtsstaat.

So was hab ich auch schon erlebt. Bei mir war es damals das Sozialgericht das eine neue Umschulung befürwortete, wogegen sich die LVA durch den Zug in die 2. Instanz vor dem LSG-Essen wehrte.

Da sagte schon vor der Verhandlung einer der drei Richter im Beisein seiner Kollegen knall Hart, wenn sie ihre Umschulung wollen, dann nur wenn sie auf die Geldforderung verzichten, ansonsten gibt es gar nichts.

Du hättest mal das Gesicht meines Anwaltes sehen sollen. Das nennt sich dann Rechtstaat.

Wenn es ums Geld geht, dann ist es vorbei, die Kassen sind eben leer geplündert.

Nun du hast wenn deine Krankengeschichte zutrifft, immer noch die Möglichkeit in die nächste Instanz zu gehen, wenn 1. dazu keine Sperre vom Gericht vorgegeben ist und 2. könnte dein Anwalt auch gegen die Richter wegen Befangenheit vorgehen, weil wichtige Fakten schlicht ausgelassen wurden, dass aber setzt finanzielle Mittel voraus bzw. eine Rechtschutzversicherung.

Leider kenne ich ja nicht den Grund der Klage in der 1. Instanz und darauf aufbauend die Begründung für die 2. Instanz.

Der Gag mit der angelernte Tätigkeit ist doch schon ein alter Hut.

Bei mir wollte man 1998 die BU-Rente ablehnen mit dem Verweis ich könne noch als Telefonist arbeiten. na klasse heute scheint man dazu den Pförtner zu nehmen.

Mein Glück war, dass mir mein Arbeitgeber eine Arbeitsbescheinigung ausgestellt hatte, in welcher ich nach Lohngruppe 9 einzustufen war. Genau dies war der Grund warum der Richter der LVA Auffassung nicht folgte. Einem Facharbeiter in gehobener Funktion ist eine Anlerntätigkeit nicht zuzumuten, aus die Maus.

Ich sag nur, welch ein Glück das ich darüber vorab was im Netz gefunden hatte und auch meine Anwältin vorsorglich darauf hinwies alles relevante zu meiner bisherigen Tätigkeit vom Arbeitgeber im Vorfeld bescheinigen zu lassen. Manchmal hilft es doch, wenn man mit dem Chef gut auskommt.

ich finde es schon belustigend (ich) wenn man beim LSG die Feststellungen des ÄD einfach außer Acht lässt. Dies zeigt doch das es nur ums Geld geht und nicht um der betroffenen Person zu helfen.

Überlege mal, die Nazis hatten damals über dem Tor zu einem Konzentrationslager so einen fiesen Spruch stehen, dessen Benutzung heutzutage sogar Strafrechtlich verfolgt wird. Der neue, eigentlich davon ja nur abgewandelte Spruch schon von Schröder hervorgebracht und immer wieder von unseren jetzigen Damen/Herren der CDU/FDP ja auch manchen SPDler gerne genutzt wird. - Jeder Arbeit ist besser als keine - ist in meinen Augen mehr als pervers. Klar, es geht den Politikern ja auch nur um die damit erwirtschafteten Steuergelder, die sie abgreifen können.

Ich sag ja schon seit Schröder, wir Hartz IV Empfänger sind es doch selber in Schuld, ganz gleich ob aus Krankheit oder Arbeitsplatzmangel oder noch perverser wegen einem Niedriglohnjob oder weil die Altersrente nicht ausreichend hier angekommen, wenn wir unsere macht als Masse nicht nutzen und eine Regierung an die Macht bringen, die in ihrem Wahlprogramm drin stehen hat, dass man uns endlich Menschenwürdig behandelt.

Die liebe Frau Merkel drückt sich doch nach wie vor dem was uns durch diese Hartz IV Gesetze in den nächsten 10 Jahren erst so richtig zukommen wird, nämlich die totale Altersarmut. Wenn all die welche jetzt mit Zwang in Niedriglohnarbeitsplätze gedrückt werden ihre Rente ausgezahlt bekommen.

Die Linkspartei will seit 2002 bereits das die Hartz IV Sätze auf ein würdiges Maß angehoben werden, genauso wie die Rentenkürzungenaufhören bzw. auf altes Niveau wieder erhöht werden, gerade die massiven Kürzungen bei der EMR-Rente drastisch angepasst und Arbeiter einen Lebensfähigen Mindestlohn erhalten.

Warum gehen wir dann nicht diesen Herbst (September 2013) geschlossen zur Wahl für die Forderungen. Wir sind laut Statistik fast 7 Millionen Betroffene, dazu kämen dann auch noch gut 2/3 der Altersrentner, was alleine 18 Millionen Wahlberechtigte ausmachen würde. Damit kann man in einer Demokratie das selbe Erreichen wie 1989 beim friedlichen Umsturz der DDR. Man muss dazu nur zur Wahlurne gehen und ein Kreuz machen, mehr nicht.

Das, ist 100x besser als sich hier ständig über irgendwelche SBs zu beschweren.

Ich finde, dies ist allemal besser, als alle 6 Monate bei einem Sachbearbeiter die finanzielle Hose herunter zu lassen.


Schöne Ostertage und viel Glück

Gruß
 
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