Sozialgeld und Hinzuverdienst (1 Betrachter)

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verona

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Mich irritiert sehr, dass Empfänger von Sozialgeld nur 30 von Hundert des Bruttolohns hinzuverdienen dürfen, bei ALGII- Bezug jedoch mehr.
Wo steckt hier die Logik?
Für mich hört sich das mehr nach Diskriminierung an.
 

Hartzeola

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Meinst Du Sozialgeld vom JC? 30% Freibetrag gilt für SGB XII.
 

Trixi2011

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Sofern du Leistungen nach SGB XII bekommst, gilste ja eh als erwerbsunfähig bzw. erwerbsgemindert. Dein Leistung liegt nach Einschätzung bei täglich unter 3 Stunden.

Der Gesetzgeber ist von daher anscheinend der Meinung, dass die Arbeitsleistung einer leistungsgeminderten Person nicht den gleichen Belohnungswert haben darf wie der einer voll leistungsfähigen Person.

Beispiel: In einer Behindertenwerkstatt liegt der Werkstattlohn z.B. bei 150€ selbst davon wird dir auf die Grundsicherung noch was angerechnet, so das man letztlich vielleicht gerade mal mit 110-120€ zusätzlich nach Hause geht und das bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von immerhin 30 Stunden.
 

verona

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Sofern du Leistungen nach SGB XII bekommst, gilste ja eh als erwerbsunfähig bzw. erwerbsgemindert. Dein Leistung liegt nach Einschätzung bei täglich unter 3 Stunden.

Der Gesetzgeber ist von daher anscheinend der Meinung, dass die Arbeitsleistung einer leistungsgeminderten Person nicht den gleichen Belohnungswert haben darf wie der einer voll leistungsfähigen Person.

Beispiel: In einer Behindertenwerkstatt liegt der Werkstattlohn z.B. bei 150€ selbst davon wird dir auf die Grundsicherung noch was angerechnet, so das man letztlich vielleicht gerade mal mit 110-120€ zusätzlich nach Hause geht und das bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von immerhin 30 Stunden.
Ich bin selber nicht betroffen, beschäftige mich aber gerade mit Schwerbehindertenausweis u.s.w. , dabei las ich eben auch, dass Sozialgeldempfänger mit z.B. Minijob leerer ausgehen, als Erwerbsfähige. Es ist ja auch so, dass ältere Menschen mit Sozialgeld nicht gleich behindert sind und trotzdem benachteiligt sind. Warum dürfen sie nicht ebenso den gleichen Betrag dazuverdienen.
Ich finde das im Sinne der Gleichberechtigungper Gesetz nicht bzw. keineswegs in Ordnung.
 

Doppeloma

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Hallo Verona,

Ich bin selber nicht betroffen, beschäftige mich aber gerade mit Schwerbehindertenausweis u.s.w. , dabei las ich eben auch, dass Sozialgeldempfänger mit z.B. Minijob leerer ausgehen, als Erwerbsfähige.
was genau meinst du denn jetzt, Sozial-GELD gehört zum SGB II, das bekommen dort (z.B.) Kinder und andere (zeitweise) nicht erwerbsfähige Mitglieder einer Bedarfsgemeinschaft ...

Meines Wissens gelten dann bei Erwerbseinkommen die SGB II üblichen Berechnungen auch für Empfänger von Sozial-GELD ...

Es ist ja auch so, dass ältere Menschen mit Sozialgeld nicht gleich behindert sind und trotzdem benachteiligt sind. Warum dürfen sie nicht ebenso den gleichen Betrag dazuverdienen.
Ich finde das im Sinne der Gleichberechtigungper Gesetz nicht bzw. keineswegs in Ordnung.
Hier meinst du vermutlich (Alters-)Rentner mit Bedarf an Leistungen Grusi SGB XII (Sozial-AMT), hier gibt es völlig andere gesetzliche Grundlagen dafür.

Mit "Gleichberechtigung" hat das nicht viel zu tun, dort bekommt man eben nur dann Geld, wenn man nicht (mehr) in der Lage ist, sich genug zu einer geringen Rente dazu zu verdienen.

Das soll eben nur die "absolute Mindestexistenz" sichern und keine "Anhäufung von Vermögen möglich machen", man würde ja auch schnell die dort erlaubten "Vermögensgrenzen" überschreiten, die im SGB XII /Kapitel 4 bei höchstens 2600 € liegen ... wenn man regelmäßig das Nebeneinkommen über 30 % behalten dürfte ...

Mit regulärer Altersrente darf man ja wieder verdienen soviel man will, wenn es denn gesundheitlich noch möglich ist und man einen AG dafür findet.

Man kann es auch so ausdrücken, dass sich arbeiten bis dahin einfach nicht (mehr) wirklich lohnt, es sei denn man braucht das als "Freizeitbeschäftigung", viele Ältere (mit geringer Rente)verzichten aber lieber auf die Grusi vom Amt und gehen irgendeinem Minijob nach, dann dürfen sie natürlich das ganze Zusatz-Einkommen auch behalten.

Es wäre dem Staat viel zu teuer (und würde wohl in der Zukunft immer teurer) den Beziehern von Grusi /Sozial-HILFE (SGB XII) mehr von einem Zusatzverdienst zu belassen, das soll ja nur HILFE in höchster finanzieller Not sein, auch im SGB XII ist man froh über jeden LE der (zu seiner Rente) "zu viel verdient", um dort weiterhin Geld zu bekommen ...

MfG Doppeloma
 

Fraggle

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Hallo Verona,

Das soll eben nur die "absolute Mindestexistenz" sichern und keine "Anhäufung von Vermögen möglich machen", man würde ja auch schnell die dort erlaubten "Vermögensgrenzen" überschreiten, die im SGB XII /Kapitel 4 bei höchstens 2600 € liegen ... wenn man regelmäßig das Nebeneinkommen über 30 % behalten dürfte ...

Mit regulärer Altersrente darf man ja wieder verdienen soviel man will, wenn es denn gesundheitlich noch möglich ist und man einen AG dafür findet.

Man kann es auch so ausdrücken, dass sich arbeiten bis dahin einfach nicht (mehr) wirklich lohnt, es sei denn man braucht das als "Freizeitbeschäftigung", viele Ältere (mit geringer Rente)verzichten aber lieber auf die Grusi vom Amt und gehen irgendeinem Minijob nach, dann dürfen sie natürlich das ganze Zusatz-Einkommen auch behalten.

Es wäre dem Staat viel zu teuer (und würde wohl in der Zukunft immer teurer) den Beziehern von Grusi /Sozial-HILFE (SGB XII) mehr von einem Zusatzverdienst zu belassen, das soll ja nur HILFE in höchster finanzieller Not sein, auch im SGB XII ist man froh über jeden LE der (zu seiner Rente) "zu viel verdient", um dort weiterhin Geld zu bekommen ...

MfG Doppeloma
2600 Euro Sparbetragüberschreiten?
Ich finde das unmöglich! REntner insbesonder MÜSSEN am Hungertuch nagen, weil denen auch bei Zuverdienst von der Sozialhilfe fast alles genommen wird.
Ich finde Menschen im Alter sollten die Möglichkeit haben, wenn sie noch Arbeiten können und sich so ein paar Euro dazu verdienen können, dieses Geld zur Erleichterung ihres Lebensabends einsetzen zu können - laufende Lebenskosten (und auch mal einen Urlaub). Von Ansparen dürfte wohl eher keine Rede sein.
REntner sind benachteiligt!
 

hope40

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Wer in der "grundsicherung fuer alte und ERWERBSGEMINDERTE /--UNFAEHIGE""landet" ist , amtlich festgestellt, eben NICHT in der lage (nach offizieller lesart)sich selbst zu helfen,"ueber wasser zu halten"dazu zu verdienen...sonst waer er ja nicht erwerbsgemindert/-unfaehig.

das es durchaus taetigkeiten gibt/gaebe..die diese menschen auch /bevorzugt verrichten koennten...

nur, diese taetigkeiten sollen ja fuer andere "mitbewerber"offen gehalten werden, wie zB billigloehner/praktikanten....da kann man die "konkurrenz "eher nicht gebrauchen, daher sind die zuverdienstregeln in diesem"segment"des leistungsbezuges denkbar unguenstig gestaltet.

passend dazu auch ::icon_Info:

Recht auf Sparen und gleiches Einkommen auch für Menschen mit Behinderungen #2600 « Blog Andrea Hofmann
 

verona

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Hier meinst du vermutlich (Alters-)Rentner mit Bedarf an Leistungen Grusi SGB XII (Sozial-AMT), hier gibt es völlig andere gesetzliche Grundlagen dafür.

Mit "Gleichberechtigung" hat das nicht viel zu tun, dort bekommt man eben nur dann Geld, wenn man nicht (mehr) in der Lage ist, sich genug zu einer geringen Rente dazu zu verdienen.

Das soll eben nur die "absolute Mindestexistenz" sichern und keine "Anhäufung von Vermögen möglich machen", man würde ja auch schnell die dort erlaubten "Vermögensgrenzen" überschreiten, die im SGB XII /Kapitel 4 bei höchstens 2600 € liegen ... wenn man regelmäßig das Nebeneinkommen über 30 % behalten dürfte ...



MfG Doppeloma

Das Problem ist nur, dass sehr, sehr viele Menschen bald in diese Situation kommen. Sie sind gezwungen, bzw. sie sind es schon, zusätzlich staatliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das, obwohl sie ihr lebenlang gearbeitet haben.
 
S

Snickers

Gast
Das Problem ist nur, dass sehr, sehr viele Menschen bald in diese Situation kommen. Sie sind gezwungen, bzw. sie sind es schon, zusätzlich staatliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das, obwohl sie ihr lebenlang gearbeitet haben.
Da hilft nur WG´s aufzumachen......das Amt ausschalten und dann selbstständig machen.......Ideen gibt es doch genügend.

Statt Kindergarten und Tagesmutter, eben Tagesoma und Opa...........mit selbstgemachter Hausmannskost ist das gleich Bio.............und selbstgestrickte Strümpfe gibt es auch noch.
 

hope40

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Das Problem ist nur, dass sehr, sehr viele Menschen bald in diese Situation kommen. Sie sind gezwungen, bzw. sie sind es schon, zusätzlich staatliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das, obwohl sie ihr lebenlang gearbeitet haben.
Und GENAU da setzen die zuverdienstregeln in der Grundsicherung fuer alte/erwerbsgeminderte/-unfaehige an...es ist eine leistung der kommunen und der geldfluss zurueck an die kommunen ist durch den oft vorhandenen zwang, sich was dazu verdienen zu MUESSEN ,um bei dem kostendruck zu ueberleben, gesichert.

wer nicht dazuverdienen kann, auf grund des alters/krankheit/behinderung..oder schlicht mangels arbeitsmoeglichkeit,"krepelt"mitunter jahrzehnte im elend rum .

da viele, und das wird sich steigern, aus dem HARTzIV-bezug kommen, schon verarmt/jahrelang durchkontrolliert sind und die "vermoegensregeln"im SGBXII noch schaerfer/einschneidender sind..
 

Doppeloma

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Hallo Verona,

Das Problem ist nur, dass sehr, sehr viele Menschen bald in diese Situation kommen. Sie sind gezwungen, bzw. sie sind es schon, zusätzlich staatliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das, obwohl sie ihr lebenlang gearbeitet haben.
Das siehst du ja völlig richtig, nur weil ich das so vermeintlich "emotionslos" schreibe bedeutet ja nicht, dass ich nicht verstehe wie du das meinst ...

Diese Menschen haben (meist) nicht nur ein Leben lang gearbeitet, sondern haben von ihrem (oft schon mageren) Einkommen auch noch fleißig für das Alter "vorgesorgt" (ich sage nur Riester-Rente), damit man diese Zusatzrente dann später im SGB XII auch noch VOLL anrechnen kann ... :icon_neutral:

Theoretisch ist "angedacht" davon einen Teil anrechnungsfrei zu stellen, bei den braven (naiven?) Alters-Vorsorgern, aber praktisch wurde das noch längst nicht von der Politik umgesetzt ...

Ich habe meine R.-Rente schon wegen der langen Krankheit irgendwann gekündigt, weil ich sowieso keine Beiträge mehr zahlen konnte ... später (mit 65,5) hätte das noch eine monatliche "Zusatz-Rente" von ca. 30 € gebracht, was da bisher in der Kasse war ...

Da habe ich mir lieber was von der ausgezahlten Komplett-Summe gegönnt zwischendurch, wer weiß schon, ob ich das "Später" noch erlebe oder vielleicht doch mal auf Grusi angewiesen sein könnte ... dann ist das wenigstens schon weg ... und fließt nicht mehr ins "Staats-Säckel" zurück ... :icon_party:

Wir Alten werden doch nur verars**t von den Politikern, nach fast 40 Jahren Arbeit, ist meine Rente eigentlich auch "lächerlich" gering ... wegen EM zieht man gleich noch (lebenslang) gut 10 % ab und wenn mein Partner mal nicht mehr da sein sollte, weiß ich auch nicht, ob es noch für das Notwendigste reichen wird ... ohne amtlichen Zuschuss ... (Witwenrente wird ja auch gekürzt, wenn man selber schon "zu viel Rente" hat, nach Ansicht der Rentenkasse) ...

Das "zu viel" geht da auch nicht nach bestimmten (allgemeingültigen) "Grundsummen" sondern nach Prozenten, der eigenen Rente, also kleine Rente = schnell zu VIEL Prozentual ... :icon_neutral:

Im Moment "weigere" ich mich einfach, da genauer drüber nachzudenken ... lebe nach dem Motto "kommt Zeit kommt Rat" und hoffe, dass wir noch lange beide LEBEN werden ...

MfG Doppeloma
 
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