„Soziale Situation der Leistungsberechtigten beim Langzeitbezug von Hartz-IV-Leistun (1 Betrachter)

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Martin Behrsing

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„Soziale Situation der Leistungsberechtigten beim Langzeitbezug von Hartz-IV-Leistungen.“
Antwort der Bundesregierung auf Kleine Anfrage der Abgeordneten Katja Kipping (BT-Drs.
17/14372 vom 29. Juli 2013)

Auswertung:
Die Verweildauern in der Arbeitslosenhilfe und in der Sozialhilfe seien zu lang. So lautete die Kritik vor den Hartz Reformen. Das offizielle Ziel der Hartz IV Reform war die schnelle und passgenaue Eingliederung in den Arbeitsmarkt. Eine aktuelle Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken zeigt nun, dass die Hartz Reformen zu einer drastischen Verfestigung von Langzeitbezug geführt haben und immer mehr Erwerbslose verarmen.

1. Die Verweildauer von Hartz IV Leistungsberechtigten stieg gegenüber der Arbeitslosenhilfe
um 270%. Während die durchschnittliche Verweildauer in der ehemaligen Arbeitslosenhilfe
in 2004 bei 48 Wochen lag, stieg sie bei den Hartz IV-Leistungsberechtigten fast zehn Jahre
später um 270% auf 130 Wochen (30 Monate im Dezember 2011). Knapp ein Viertel aller
erwerbsfähigen Leistungsberechtigten verharrten seit 2005 im Hartz IV-System.

2. Die Armut unter den Erwerbslosen nimmt rapide zu. In der längeren Perspektive hat sich
der Anteil der armutsgefährdeten Erwerbslosen von etwa 30% (1998) auf etwa 55% (2010)
annähernd verdoppelt (Daten des SOEP). Nach den jüngsten verfügbaren Daten der
Einkommensverbraucherstatistik- EVS oder EU-SILK (EU-Daten) sind zwei Drittel bis drei
Viertel aller Erwerbslosen arm. Die von der Bundesregierung dokumentierten Berechnungen
der OECD zeigen, dass für diese Entwicklung die Leistungskürzungen verantwortlich sind.


Alles weitere in der PDF. Es lohnt sich die zu lesen.
 

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Der aufmüpfige

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AW: „Soziale Situation der Leistungsberechtigten beim Langzeitbezug von Hartz-IV-Leis

Hallo Martin, mal wieder ein sehr guter Beitrag von dir. Ein dickes Lob an Dich.

Leider mal wieder mit der immer selben Thematik, das ganze "Hartz 4" Konstrukt ist doch , vorsichtig ausgedrückt, längst überholt und als "unbrauchbar" abgestempelt. Trotzdem wird daran genau so hartnäckig festgehalten wie an den Umgang mit Steuergeldern bei "Großprojekten" oder bei der Rüstung, da werden Milliarden verbrannt.
Von läppischen "Millionenbeträgen" reden wir da schon lange nicht mehr.

Auch für regelmäßige Zuschüsse, Subventionen und Diätenerhöhungen ist immer noch genug Geld zur Verfügung, ab und zu findet man dann mal eben "zufällig" den einen oder anderen Umschlag wo sich dann noch die einen oder anderen Millionen (Milliarden) finden lassen, welch ein Zufall.

Wir kennen das alle, da räumen wir unsere Sommerklamotten weg und schauen mal in die Taschen des Wintermantels, oh! Das ist doch tatsächlich noch ein Briefumschlag mit ein paar Milliönchen in der tasche, den habe ich völlig vergessen...:icon_eek:

Naaa, jaa, aber man kann ja auch nicht an alles denken, oder? :icon_idee:

Es wird auch höchste Zeit das diejenigen die diese Großprojekte verbocken auch dafür gerade stehen und haftbar gemacht werden können, denn sonst wird sich nie etwas ändern. Wenn die betroffenen bekannten Personen immer wieder Millionen und Milliarden verbrennen können und keine Sanktionen zu erwarten haben, was sollte sich da ändern?

Wenn sich die selbe "Sanktionspraktik" wie bei den Hartz 4 Empfängern auf diese Leute übertragen würde, dann würde es sehr wahrscheinlich fast keine Millionen- und milliardenschweren Baugruben, Fehlfinanzierungen und Steuerlöcher geben, dann müsste man gut haushalten, die Steuergelder gut und ökunomisch verwalten und nutzen.
Dann wären die Steuergelder besser verwaltet und es würde auch wirtschaftlicher und gewissenhafter mit unserem Geld umgegangen und die Staatsverschuldung und Neuverschuldungen würden ganz schnell beseitigt sein.
 

Kikaka

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AW: „Soziale Situation der Leistungsberechtigten beim Langzeitbezug von Hartz-IV-Leis

„Soziale Situation der Leistungsberechtigten beim Langzeitbezug von Hartz-IV-Leistungen.“

Die Armut unter den Erwerbslosen nimmt rapide zu. In der längeren Perspektive hat sich
der Anteil der armutsgefährdeten Erwerbslosen von etwa 30% (1998) auf etwa 55% (2010)
annähernd verdoppelt (Daten des SOEP). Nach den jüngsten verfügbaren Daten der
Einkommensverbraucherstatistik- EVS oder EU-SILK (EU-Daten) sind zwei Drittel bis drei
Viertel aller Erwerbslosen arm. Die von der Bundesregierung dokumentierten Berechnungen
der OECD zeigen, dass für diese Entwicklung die Leistungskürzungen verantwortlich sind. In der längeren Perspektive hat sich
der Anteil der armutsgefährdeten Erwerbslosen von etwa 30% (1998) auf etwa 55% (2010)
annähernd verdoppelt (Daten des SOEP). Nach den jüngsten verfügbaren Daten der
Einkommensverbraucherstatistik- EVS oder EU-SILK (EU-Daten) sind zwei Drittel bis drei
Viertel aller Erwerbslosen arm. Die von der Bundesregierung dokumentierten Berechnungen
der OECD zeigen, dass für diese Entwicklung die Leistungskürzungen verantwortlich sind.
Warum so bescheiden.Mal etwas abgewandelt :
Einkommenskluft: Fast jedem sechsten Deutschen droht Armut - Seite 15

Die Armut unter den Erwerbstätigen nimmt rapide zu. In der längeren Perspektive hat sich
der Anteil der armutsgefährdeten Erwerbstätigen von etwa 30% (1998) auf etwa 55% (2010)
annähernd verdoppelt (Daten des SOEP).
Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung | bpb
Nach letzten Erhebungen (2008) gelten 13% der Deutschen als arm, weitere 13% sind von Armut gefährdet (erhalten zusätzl. Sozialleistungen)
. Die von der Bundesregierung dokumentierten Berechnungen
der OECD zeigen, dass für diesen neoliberalen Wahnsinn die Harz-IV-Reformen im Einklang mit armutschaffender Niedriglohnpolitik verantwortlich sind.Bereits1,3 Millionen Menschen vegetieren in der Arena des Aufstockertums.
Der Sozialstaat wird unterdessen kontinuierlich weiter an die Wand gefahren .Anstatt Einkehr und Besinnung macht das Neo-Gesindel das Abfeiern der so erfolgreichen Hartz-Reformen zum Kult.

 

hartaber4

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AW: „Soziale Situation der Leistungsberechtigten beim Langzeitbezug von Hartz-IV-Leis

Der Sozialstaat wird unterdessen kontinuierlich weiter an die Wand gefahren .Anstatt Einkehr und Besinnung macht das Neo-Gesindel das Abfeiern der so erfolgreichen Hartz-Reformen zum Kult.

Die beiden letzten Bundestagswahlen haben signalisiert:

Leidensdruck/Schmerzgrenze ist noch nicht erreicht... (Stichwort Wahlbeteiligung)

Der Sozialstaat wird auch nicht an die Wand gefahren.... nur neu "strukturiert".... und die Überraschung kommt noch erst....

Drucke dir die PDF (#1) doch aus.... in zehn Jahren kannst du sagen:

"Ach wie schön war es damals noch...."


Hmm.... wenn das neoliberale Gesindel z.B. aber Güter bezahlbar macht... dann wird das hingenommen ?

Immer wenn einigen der neolibarale Weltmarkt entgegenbläst ist das Geschrei groß..... wer aber die Billig-Klamotten, Lebensmittel oder Spaßgüter in anderen Ländern für 40 Euro/60-70 Stundenwoche im Monat produziert..... ist egal oder wie?
 

Kikaka

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AW: „Soziale Situation der Leistungsberechtigten beim Langzeitbezug von Hartz-IV-Leis

Hmm.... wenn das neoliberale Gesindel z.B. aber Güter bezahlbar macht... dann wird das hingenommen ?

Immer wenn einigen der neolibarale Weltmarkt entgegenbläst ist das Geschrei groß..... wer aber die Billig-Klamotten, Lebensmittel oder Spaßgüter in anderen Ländern für 40 Euro/60-70 Stundenwoche im Monat produziert..... ist egal oder wie?
-Das ist natürlich nicht egal.
-Gleichwohl ist es nicht fair jetzt dem Verbraucher den schwarzen Peter in die Schuhe zu schieben.
-Die "Geiz ist geil" -Parole müßte vom Bundespräsidenten mit dem Bundesverdienstpreis beehrt werden,denn nur nach den "Geiz ist geil "-Prinzipien kann die neoliberale Gang den Bürger weiter in die Armut treiben.
- Würde man alle Billigheimer -Profiteure wie KiK verbieten, müßte z.Bsp.der Regelsatzanteil für Bekleidung erhöht werden, das wäre nur kontraproduktiv für Neo-Strategien.
-Ohne "Geiz ist geil" würden diese Strategien implodieren,
"Geiz ist geil" ist überlebensnotwendig für die Neo-Ruinöre.
 
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