Soziale Phobie - Montag Termin beim JC - SB involvieren oder krankschreiben lassen? (2 Betrachter)

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masel

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Hallo zusammen,

ich leide unter einer sozialen Phobie.

Bis jetzt habe ich diese nicht besonders ernst genommen.

Das liegt wohl vor allen Dingen daran, dass meine Partnerin unter einer bipolaren Störung leidet. Dadurch sieht meine Erkrankung deutlich weniger wichtig aus im Alltag.

Sie ist in psychiatrischer Behandlung und soweit stabil, wer die Krankheit kennt, wird jedoch wissen, dass das wort stabil hier sehr relativ ist.

Wir haben gemeinsam zwei Kinder, 9 und 1 Jahr alt.

Meine Partnerin ist in Elternzeit wegen der Einjährigen.

Somit wird sie nie zum Jobcenter eingeladen.

Ich jedoch werde alle paar Wochen eingeladen.
Bis jetzt hatte ich Glück und habe nachdem ich die EGV mit nach hause nahm, diese geprüft, für falsch befunden, nicht unterschrieben und nichts mehr vom SB gehört - bis zur jeweils nächsten Einladung, wo das Spiel dann von vorne los ging.

Nun genauer zu meiner Situation:
Ich bin aufgrund meiner sozialen Phobie und der Unterstützung meiner Partnerin, bzw. dem Stress der damit in Verbindung steht, nicht in der Lage, an irgendwelchen Maßnahmen teilzunehmen, oder eine Vollzeitstelle, bzw Ausbildung zu machen.
Der SB möchte mir dies jedoch immer aufdrängen; mit dem Ziel, dass ich eine Ausbildung anfange.
Der SB ist im Vergleich zu den vorherigen sympathisch, sodass er mir nicht mit Sanktionen oder dergleichen droht - bisher.

Allerdings wurde ich nun wieder für Montag eingeladen.

Das letzte Mal hat meine Hausärztin mich krankgeschrieben, nachdem ich ich das Problem geschildert habe.
Beim Psychiater habe ich erst im August einen Termin gekriegt.

Das Problem ist jedoch, dass die ständige Angst vorm Briefkasten-Blick mir extreme Stresssymptome verursacht.

Ich leide seit und wegen dem Terror vom JC unter Asthma, welches unter Stress deutlich schlimmer wird.
Ich kriege Magenkrämpfe, mein Bauch fühlt sich an als sei mein Blinddarm entzündet (deswegen war ich auch bei meiner Hausärztin) und ich kriege Psoriasis-Schübe am ganzen Körper.

Daher überlege ich den Termin wahrzunehmen und dem SB die Lage zu schildern.

Ich habe hier allerdings gelesen, dass die SB eigentlich nichts über psychische Erkrankungen erfahren sollten und es deshalb bisher immer mit Tricks und Umwegen versucht, Maßnahmen zu vermeiden.

Das kann nur leider kein Dauerzustand bleiben, da der Stress mich auf diese Weise innerlich auffrisst.

Meinem vorherigen SB habe ich das Problem übrigens geschildert und er sagte daraufhin, dass er dann einen Job für mich sucht, bei dem ich keine sozialen Kontakte habe; genauer gesagt bei der Müllverbrennungsanlage am Fließband. Als ich darauf empört reagierte, sagte er mir, dass er das alleine entscheiden könne und mit einem Klick wahrmachen.
Nachdem wir die Geschichte noch irgendwie geregelt bekommen haben, schlug er mir noch vor, eine Ausbildung als Fernfahrer zu machen - mit der damals kurz vor der Geburt stehenden Tochter und der bipolaren Partnerin...

Sollte ich nun also mein Glück mit diesem SB versuchen und ihm die Situation schildern, oder eher versuchen mich dauerhaft krankschreiben zu lassen?

Ich weiß, dass mein Lebenslauf sehr darunter leidet, dass ich keine Ausbildung anfange. Ich bin über dreißig und habe keinerlei Ausbildung.
Das ändert jedoch nichts daran, dass ich dazu nicht in der Lage bin.

Ich übe übrigens einen Minijob auf 400-Euro-Basis aus.

Vielen Dank für das Lesen der Textwand, falls es jemand über sich bringt.

Ist es bei psychischer Erkrankung ratsam, diese dem SB mitzuteilen und darauf zu hoffen, dass er darauf Rücksicht nimmt? Oder grabe ich mir damit mein eigenes Grab und sollte mich stattdessen lieber weiterhin krankschreiben lassen?

PS: Macht weiter so! Ohne dieses Forum und seine User wäre die Welt ein dunklerer Ort. ;)
 

ZynHH

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Was machst du denn als 400.00 Job?

Schon mal ne Therapie Versucht?
 

masel

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Was machst du denn als 400.00 Job?

Schon mal ne Therapie Versucht?
Ich bin Botenfahrer für eine Apotheke.

Habe mal eine Therapie gemacht, ja. Das ist aber schon ein paar Jahre her.
Man kriegt hier leider nicht so einfach einen Therapieplatz.

Klingt wahrscheinlich für die meisten wie eine Ausrede, aber es ist für mich ein unüberwindbarer Aufwand, einen Therapieplatz zu kriegen.
 

atasteofbunny

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Hast du mit deiner Hausärztin denn mal ausführlicher über deine Probleme gesprochen?

Ich meine, mal ganz unabhängig vom Jobcenter, es wäre ja sinnvoll, mal gemeinsam mit einem Arzt oder Psychologen zu gucken, wie es für dich weitergehen kann. Deine jetzige Situation ist ja echt schwierig, mit der sozialen Phobie ist es nicht möglich, Vollzeit zu arbeiten bzw. eine Ausbildung zu machen, aber ohne das kommst du ja nicht vom Jobcenter weg ... es wäre ja irgendwie der erste Schritt, die soziale Phobie loszuwerden bzw. besser mit ihr klarzukommen (ich kenne soziale Phobie aus dem eigenen Erleben nicht, bin eher in der depressiven Ecke ...) das geht nicht nur mit Psychotherapie, auch Ambulante Sozialpsychiatrie kann hier eine Hilfe sein, evtl. auch Ergotherapie. Vielleicht kannst du in nächster Zeit mit deiner Hausärztin sprechen, was du zeitnah (!) für Hilfen bekommen kannst, so kommst du ja nicht weiter - bestimmt kann sie auch einen früheren Termin beim Psychiater arrangieren! Falls dir solche Gespräche schwer fallen, vielleicht kann deine Partnerin oder ein Freund dich begleiten?

Alles Gute für Dich!
 

Slavonia

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Was Sie auch machen werden, am Ende werden Sie zum ÄD bestellt. Dort kann man Ihnen mit viel Glück bestätigen, das Sie vorerst freigestellt werden, von Meldeterminen.Meiner Frau gehtes auch so, sobald ein Termin ansteht, steigert sich Ihre Angst immer weiter. Mit einem guten Hausarzt geht es eine Weile gut, aber irgendwann muss man zum ÄD der Agentur der Arbeit. Diese Ärzte sind leider nicht wirklich unabhängig.Mein Frau hätte zum Termin einen Blutdruck von 210 und musste trotz Termin 1 1/2 auf dem Flur warten. Dann kam der Arzt mit einer alten Aktentasche und dreckigem Mantel. Habe anschließend eine Beschweder an den ÄD nach Hannover geschickt.
 

Tara Marie

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... Ist es bei psychischer Erkrankung ratsam, diese dem SB mitzuteilen und darauf zu hoffen, dass er darauf Rücksicht nimmt? Oder grabe ich mir damit mein eigenes Grab und sollte mich stattdessen lieber weiterhin krankschreiben lassen? ...
Ich würde nicht auf das Prinzip Hoffnung bauen. Das kann zwar mal gutgehen, aber für eine Dauerlösung halte ich das nicht ...

Wenn ich das richtig verstehe, dann greift Deine soziale Phobie - die man heute auch soziale Angststörung nennt, weil es das Problem besser benennt - ja auch und gerade in der Situation mit dem JC und dem SB. Deshalb dürftest Du in dieser für Dich stressigen Situation garnicht in der Lage sein Deine Interessen angemessen zu vertreten. Das fällt ja schon Leuten schwer, die diese Phobie nicht haben.

An Deiner Stelle würde ich mit dem Hausarzt reden, die Dringlichkeit und Panik vor den Terminen (und auch dem Briefkasten) schildern. Auch die Problematik mit dem erst im August anstehenden Termin beim Psychiater würde ich ansprechen. Vielleicht kann der Hausarzt da noch was machen ...

Ansonsten rate ich Dir, Dich weiterhin krankschreiben zu lassen. Wenn Du dann erst mal bei dem Psychiater in Behandlung bist, kann man ja weitersehen, ob sich Deine Symptome bessern ...

Und noch etwas, was ich jedem und besonders Dir rate. Geh' nie alleine zu einem Gespräch ins JC. Nimm Dir immer einen Menschen Deines Vertrauens mit ...
 

masel

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Also erstmal danke euch allen für eure Antworten!

Ich war heute bei der Ärztin und sie hat die Krankschreibung vorerst verlängert, sie möchte aber dass ich versuche, eher einen Termin beim Psychiater zu kriegen.

Ich würde nicht auf das Prinzip Hoffnung bauen. Das kann zwar mal gutgehen, aber für eine Dauerlösung halte ich das nicht ...

Wenn ich das richtig verstehe, dann greift Deine soziale Phobie - die man heute auch soziale Angststörung nennt, weil es das Problem besser benennt - ja auch und gerade in der Situation mit dem JC und dem SB. Deshalb dürftest Du in dieser für Dich stressigen Situation garnicht in der Lage sein Deine Interessen angemessen zu vertreten. Das fällt ja schon Leuten schwer, die diese Phobie nicht haben.

An Deiner Stelle würde ich mit dem Hausarzt reden, die Dringlichkeit und Panik vor den Terminen (und auch dem Briefkasten) schildern. Auch die Problematik mit dem erst im August anstehenden Termin beim Psychiater würde ich ansprechen. Vielleicht kann der Hausarzt da noch was machen ...

Ansonsten rate ich Dir, Dich weiterhin krankschreiben zu lassen. Wenn Du dann erst mal bei dem Psychiater in Behandlung bist, kann man ja weitersehen, ob sich Deine Symptome bessern ...

Und noch etwas, was ich jedem und besonders Dir rate. Geh' nie alleine zu einem Gespräch ins JC. Nimm Dir immer einen Menschen Deines Vertrauens mit ...
Genau das ist eins der Probleme.
Es fällt mir unendlich schwer, meine Interessen zu vertreten, wenn ich beim SB vorstellig werde. Ich nehme stark an, dass er mir meinen Stress auch ansieht und dementsprechend aus einer noch überlegeneren Position agiert, als SBs das sowieso schon so an sich haben.
Ich gehe immer mit meinem Vater zu den Terminen, der mir dann natürlich ein bisschen Rückhalt gibt.
Er sähe mich aber logischerweise auch lieber in einer Ausbildung, ist aber verständnisvoll genug, das vor dem SB nicht zum Ausdruck zu bringen, nachdem er beim ersten mal sehr interessiert mehr über diese "Maßnahmen" hören wollte und ich ihn dafür gescholten habe. :icon_motz:

Es ist für mich prinzipiell nicht unmöglich, mit Leuten zu sprechen oder zu interagieren, ich komme auch mit dem Kundenkontakt als Bote zurecht.

Ich fühle mich nur ständig beobachtet und dass alle mich oder meine Aktionen ununterbrochen bewerten. Als Bote ist das nicht so schlimm, weil es da nicht viel zu bewerten oder zu beobachten gibt.

In einer Ausbildung oder Vollzeitstelle wäre das eben anders. Da müsste ich Gruppenarbeiten verrichten und soziale Kontakte knüpfen, oder darunter leiden sie nicht zu knüpfen. Das ist es, was mich extrem überfordert; mehr als jemanden der nicht unter sozialer Phobie (oder Angststörung) leidet.

Danke für deinen verständnisvollen Beitrag!
 

liriel

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...
- gerade dieser Vorschlag wäre doch mit seinem Krankheitsbild kontraproduktiv ?
Hallo plot,
wieso sollte das kontraproduktiv sein?
Meistens sind Menschen mit diesem Krankheitsbild überhaupt nur in der Lage unter fremde Menschen zu gehen,
wenn ein Vertrauter mitgeht.
Ich gehe z.B. so gut wie nie ohne meinen Mann aus dem Haus.
Zum JC auf jeden Fall nur in Begleitung!
LG
 

cat44

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Also erstmal danke euch allen für eure Antworten!

Ich war heute bei der Ärztin und sie hat die Krankschreibung vorerst verlängert, sie möchte aber dass ich versuche, eher einen Termin beim Psychiater zu kriegen.
Du musst unbedingt eine Therapie machen. Mit psychischen Erkrankungen ist nicht zu spaßen. Das kann soweit gehen, dass du nicht mal mehr einfachste Dinge im Leben erledigen kannst. Um Ängste abzuschwächen gibt es auch verschiedene Medikamente. Oft werden bei Angststörungen Antidepressiva und Beruhigungsmittel verschrieben. Letztere sind nicht als Dauerlösung gedacht wegen der Suchtgefahr und ersetzen keine Psychotherapie. Frag mal beim Hausarzt nach ob der nicht etwas für Notfälle verschreibt.
 

Tara Marie

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... Ich war heute bei der Ärztin und sie hat die Krankschreibung vorerst verlängert, sie möchte aber dass ich versuche, eher einen Termin beim Psychiater zu kriegen ...
Das mit der Verlängerung ist schon mal gut ...

Ein naher Verwandter ist auch bei einem Psychiater in Behandlung und der sagte mir, wenn es wirklich dringend ist, dann schieben die auch mal jemanden dazwischen. Vielleicht gehst Du mal persönlich hin und schilderst in der Patientenannahme "hartnäckig" Dein Problem ...

... Genau das ist eins der Probleme. Es fällt mir unendlich schwer, meine Interessen zu vertreten, wenn ich beim SB vorstellig werde. Ich nehme stark an, dass er mir meinen Stress auch ansieht und dementsprechend aus einer noch überlegeneren Position agiert, als SBs das sowieso schon so an sich haben ...
Mag sein, mag aber auch nicht sein ...

Am Besten, man bleibt immer bei sich selbst, ist vorsichtig und nie (zu) vertrauensselig ...

Außerdem rede ich nie von mir aus. Ich bin eingeladen und der SB will etwas von mir. Deshalb warte ich immer höflich darauf, daß er redet und reagiere ... wenn ich kann, sonst bitte ich mir Bedenkzeit aus ...

... Ich gehe immer mit meinem Vater zu den Terminen, der mir dann natürlich ein bisschen Rückhalt gibt. Er sähe mich aber logischerweise auch lieber in einer Ausbildung, ist aber verständnisvoll genug, das vor dem SB nicht zum Ausdruck zu bringen, nachdem er beim ersten mal sehr interessiert mehr über diese "Maßnahmen" hören wollte und ich ihn dafür gescholten habe ...
Der Beistand sollte nicht am Gespräch teilnehmen. Immerhin ist das keine lockere Plauderrunde, sondern ein Beratungsgespräch, welches für Dich Konsequenzen hat. Da sollte sich niemand einmischen ...

Vielmehr sollte sich die Begleitperson auf das konzentrieren, was der SB und Du redet. Gut finde ich, wenn die Person sich stichpunktartig Notizen macht ...

... Es ist für mich prinzipiell nicht unmöglich, mit Leuten zu sprechen oder zu interagieren, ich komme auch mit dem Kundenkontakt als Bote zurecht ...
Na, das ist doch schon mal eine gute Nachricht und an allem anderen kannst Du bestimmt noch mit Unterstützung arbeiten ...

... Danke für deinen verständnisvollen Beitrag!
Bitte, sehr gerne ...

- gerade dieser Vorschlag wäre doch mit seinem Krankheitsbild kontraproduktiv ?
???
 

cat44

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Habe mal eine Therapie gemacht, ja. Das ist aber schon ein paar Jahre her.
Man kriegt hier leider nicht so einfach einen Therapieplatz
Gegen Angst- und Unruhezustände gibt es auch ein nicht verschreibungspflichtiges Präparat. Kannst dir mal die verlinkte Seite durchlesen. Da findest du Angaben zu Wirkung, Indikationen usw. Eine Therapie ersetzt das nicht.

LavendelXXXXXXXXXX
 

masel

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Mein Psychiater hat einer AU, gültig bis zum vereinbarten Termin, zugestimmt. Ich muss sie einfach in der Praxis abholen kommen. Danke euch allen für die Hilfe.
 

Tara Marie

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Es freut mich, daß Dich Dein Psychiater unterstützt und erst mal aus der belastenden Situation mit dem JC rausholt ...

Ich drücke Dir ganz feste die Daumen, daß auch die Therapie ein Erfolg für Dich wird ...
 

masel

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Muss ich eigentlich die AU innerhalb von drei Tagen nach Erhalt einreichen, oder erst wenn ich wieder eine Einladung vom JC erhalte?
 
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