"Sozial Schwache" zum Unwort gekürt

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Kaleika

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"Sozial Schwache" zum Unwort gekürt

25.02.2013, 12:38 Uhr | AFP
Die Nationale Armutskonferenz (NAK) hat eine Liste der sozialen Unwörter veröffentlicht. Auf der ersten Position landete bei einer Umfrage der Begriff "sozial Schwache", teilte die Organisation mit.
Damit würden Menschen bezeichnet, die über wenige materielle Mittel verfügten und dadurch weitgehend von der kulturellen Teilhabe ausgeschlossen seien. Dies habe aber nichts damit zu tun, ob ein Mensch sozial veranlagt sei oder nicht, erklärte NAK-Sprecher Thomas Beyer. Er forderte, die Verbreitung von Klischees über arme Menschen zu vermeiden.

(...)
"Sozial Schwache" zum Unwort gekürt


:icon_klatsch: Endlich :icon_daumen:
 
S

Steamhammer

Gast
Das ist schon positiv, diese Entwicklung, fürwahr.

Ich selbst hätte eher den Begriff "Jobcenter" genommen, weil dieses Wort meiner Meinung nach noch besser den Zynismus ausdrückt, der hinter ALG2 steckt.
 

Kaleika

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(...)
Ich selbst hätte eher den Begriff "Jobcenter" genommen, weil dieses Wort meiner Meinung nach noch besser den Zynismus ausdrückt, der hinter ALG2 steckt.

Ja, beim Bäcker gibt es Brot, beim Friseur einen frischen Haarschnitt und beim Arbeitsamt Arbeit? Das wäre mir neu.
So wunderbar zynisch lasse ich mir die "Agentur für Armut" auf der Zunge zergehen.

Da gefällt mir persönlich die Bezeichnung Mob-, Flopp- oder No-Job-Center auch sehr gut.
Früher suchten wir ja nach Arbeit, von der wir auch leben, nicht nur vegetieren konnten.
Heute scheinen wir uns nur noch mit Jobs aus dem Dumpinglohnbereich abspeisen lassen zu sollen, noch aufstocken müssen
 

Anna B.

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ich finde das Wort "Job" schon allein eine Zumutung...

ich will doch keinen Job, sondern anständige Arbeit, die auch anständige bezahlt wird...

jobben konnte ich als Jugendliche in den Ferien oder nach der Schule...

aber Arbeit ist kein Job....


und "sozial Schwache" ist der absolut größte Blödsinn, den es gibt...

endlich hats mal einer begriffen....
 
S

Steamhammer

Gast
Ja, beim Bäcker gibt es Brot, beim Friseur einen frischen Haarschnitt und beim Arbeitsamt Arbeit? Das wäre mir neu.
So wunderbar zynisch lasse ich mir die "Agentur für Armut" auf der Zunge zergehen.

Da gefällt mir persönlich die Bezeichnung Mob-, Flopp- oder No-Job-Center auch sehr gut.
Früher suchten wir ja nach Arbeit, von der wir auch leben, nicht nur vegetieren konnten.
Heute scheinen wir uns nur noch mit Jobs aus dem Dumpinglohnbereich abspeisen lassen zu sollen, noch aufstocken müssen

Eben gerade kam im NDR INFO ein Beitrag:
Wo Besucher 40-60 Euro Eintritt zahlen müssen, wie bei Seaworld (oder wie das heisst) in Hannover oder diversen Freizeitparks, bekommen die meisten Angstellten 7.80 und müssen aufstocken.
 

roterhusar

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Sich gegen den Beriff "sozial Schwache" zu wehren ist in vielerlei Hinsicht sinnvoll.
Als erstes hat sich das Wort "sozial" gewandelt. Selbst fatzebook ist ein "soziales Netzwerk"!
Und die Schwäche ist ein Hinweis auf Durchsetzungsunfähigkeit.
 

Nimschö

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Ich finds gut diesen Unbegriff mal auszumerzen. Irgendwie müssen wir die Politik doch mal dazu bringen Armut auch Armut zu nennen und nicht mit immer wirreren Wortkonstrukten so tun zu können als wäre keiner arm, sondern alle nur "von spezieller Kreditwürdigkeit"...
 

Realo

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Armut ist dummerweise nicht gleich Armut.... dann wird wohl der Begriff der relativen armut herangezogen... relative arme ist genauson sch.... wie "sozial schwache"
 
S

Snickers

Gast
Ich sehe das anders..........

Sozial bedeutet:

In der Umgangssprache bedeutet „sozial“ den Bezug einer Person auf eine oder mehrere andere Personen; dies beinhaltet die Fähigkeit (zumeist) einer Person, sich für andere zu interessieren, sich einfühlen zu können, das Wohl Anderer im Auge zu behalten (Altruismus) oder fürsorglich auch an die Allgemeinheit zu denke

und was schwach heisst weiß wohl jeder selber.

Also sind Sozial-Schwache Menschen, keine armen Menschen sondern Menschen, die nicht in der Lage sind sich für andere Menschen zu interessieren!

Dazu gehören Poiltiker,Lobbyisten, Zeitarbeitsfirmen usw.

Arme Menschen sind Zahlungsschwach............



sozial ? Wikipedia
 

FerAlNo

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Wir sind nicht arm, wir haben nur kein Geld....

Und sozial und arm geht schon gar nicht, deshalb unwort...

Sozial oder um Chomsky anzudeuten - Wie sozial ist das Gemeinwesen, - ist eine genetische Vorraussetzung fast aller Lebenden, Genfehler, Psychopaten ausgenommen, ohne die wir nicht bestehen und überleben können, in so weit ist sozial schwach in mehrerlei hinsicht wiedersprüchlich,
denn wer nicht so viel hat ist mit Sicherheit stärker als die die immer aus dem Vollen schöpfen -
Die süßesten Früchte fressen nur die großen Tiere...

Deshalb haben wir früh das Klettern gelernt :icon_exclaim:
 

ethos07

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Super, dass die NAK diese Kombi-Schöfpung "sozial schwach" an die erste Stelle gesetzt hat!

:icon_hihi::icon_daumen:

... sollten wir nach Kräften unterstützen - dann fallen hinterher vielleicht auch nächste zynische Wortschöpfungen.


Bei den weiteren von euch eingebrachten Un-Worten hört den Zynismus kaum ein Mensch mehr - da müßte man sich jedesmal dann stundenlang die Zunge abbrechen , um das den Benutzern mal deutlich zu machen.


Während bei "sozial schwach" kann man grad noch knapp jedem ein, zwei Sätze Erwiderung um die Ohren hauen, der diese Wortkombi unbeschwert in den Mund nimmt - und zwar mit einer kurzen spitzen Ausrufer dagegen zum Beispiel...


Wir könnten ja hier mal ein wenig straßentaugliche Gegensprüche (keine Internet-Verwünschungen) sammeln? die mensch sagen könnten, wenn einer wagt diese zynische Wort-Kombi zu benutzen.


Ich fang mal an:
"Und?! - Wann wirst du denn eigentlich 'schwach'? Haste mal überlegt, was das eigentlich heißt?!!" (Ton: spitz und etwas scharf)

Hmm, nur mäßig überzeugend... macht ihr mal weiter!:icon_biggrin:
 
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