Sonderregelung: Trotz ALG 450€ Job ohne Abzüge behalten?

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RickBlaine

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Hallo,

ich habe von meinem ehemaligen Arbeitgeber den Tipp bekommen dass wenn man z.B. Vollzeit gearbeitet hat, und zusätzlich durchgehend einen 450€ Job hatte, dass die 450€ dann bei Arbeitslosigkeit (der Vollzeitstelle) nicht angerechnet/abgezogen werden wenn die 450€ Beschäftigung lückenlos bestehen bleibt.

Im Netz finde ich dazu leider nichts. Kennt jemand so eine Regelung und kann mich auf entsprechende Paragraphen weiterleiten?
 
Zuletzt bearbeitet:

ela1953

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Wenn du den Minijob seit 18 Monaten hast, darfst du den Lohn behalten.
Du musst aber aufpassen, dass die Arbeitsagentur das auch anwendet.
Bei mir kannte die SB das nicht. Die herbeigerufene kannte das zwar, gab aber zu, dass sie das nie anwendet. Und woher ich das hätte?
Damals hatte ich noch kein Internet, hatte mir einen Flyer von der Theke mitgenommen.
Paar Wochen später lag der Flyer nicht mehr da.
Ein paar Jahre später wurden einer Frau auch nur die 165 Euro genannt, obwohl sie sagte, dass sie den Job seit drei Jahren hätte.
 

Agent

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Hallo RickBlaine,

wenn du innerhalb der letzten 18 Monate einen Minijob mindestens 12 Monate ausgeübt hast (muss nicht durchgehend der selbe gewesen sein), dann greift ein erhöhter Freibetrag.
Dieser ist mindestens 165€ zusätzlich, kann aber auch die vollen 450€ umfassen, wenn dies der durchschnittliche Zuverdienst war.
Um diesen Freibetrag zu erhalten, musst du aktiv einen Nachweis über dein bisheriges Nebeneinkommen vorlegen, zB die entsprechenden Lohnabrechnungen mit dem Antrag auf ALG I einreichen.

Viele Grüße
Agent
 

RickBlaine

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Gilt das auch wenn ich direkt ALG2 beantrage?
Ich würde eine normale 15h Stelle annehmen um nicht ALG1 kassieren zu müssen (aus persönlichen Gründen, weil ich nicht möchte dass mein alter Arbeitgeber was von meinem Antrag mitbekommt), aber ALG2 Aufstockung erhalten und zusätzlich weiter 450€ als Minijob. Geht das?
 

Babbel1

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§ 155 Abs. 2 SGB III gilt bei Alg2 nicht.
Das Einkommen aus den beiden Jobs wird also (abzüglich der Absetzbeträge nach § 11b SGB II) angerechnet.

Zu beachten ist auch, das ALG1 gegenüber Alg2 vorrangig in Anspruch zu nehmen ist. Solange du den 15h-Job noch nicht hast, wird das JC dich direkt zur AfA weiterschicken.
 
E

ExUser 2606

Gast
weil ich nicht möchte dass mein alter Arbeitgeber was von meinem Antrag mitbekommt
Muss er nicht. Die SGB II Bescheinigung kann man siech auch rein vorsorglich ausfülen lassen, falls man sie später ma braucht. Das erspart einem dann eine Menge Rennerei uns Stress, denn es gibt immer mal Arbeitgeber, die inzwischen untertauchen, wo es die Firma plötzlih nicht mehr gibt oder sonstwas.
 

Texter50

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Und man suche und finde im Heft "Wissenswertes zum Thema Nebeneinkommen", S.4
Ein zusätzlicher Freibetrag kann berücksichtigt werden, wenn Sie in den letzten 18 Monaten vor Beginn des Arbeitslosengeldes neben einem Versicherungspflichtverhältnis mindestens 12 Monate eine Nebenbeschäftigung von unter 15 Stunden wöchentlich ausgeübt haben. Die Höhe dieses zusätzlichen Freibetrages richtet sich nach dem durchschnittlichen Einkommen, das in den letzten12 Monaten vor dem Anspruch auf Arbeitslosengeld erzielt wurde, beträgt jedoch mindestens 165 Euro monatlich.

Da sind noch weitere Infos rund um das Nebeneinkommen aufgeführt.
Erwähnt wird das Blättchen im "Merkblatt für Arbeitslose", " Ihre Rechte und Pflichten"
 

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  • Merkblatt-Nebeneinkommen_ba015792.pdf
    424,8 KB · Aufrufe: 107
G

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Gast
Du kannst z.B. 14 Stunden mal 4 Wochen mal 9,19 € = 514,64 € arbeiten.
Wäre unkritisch.
Aber wenn Du mal 15 Stunden die Woche arbeitest fliegst Du aus dem Bezug von ALG 1 raus.
Das meinte ich.
 

Texter50

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Theoretisch könnten die gut 45 Stunden aber auch in zwei Wochen geleistet werden - aber eben besser nicht im ALG-Bezug.
Ich stimme Dir grundsätzlich zu - außerhalb des Leistungsbezugs. :biggrin:
Im Bezug nur unter der Hand, denn 45 / 2 = 22,5 und das ist mehr als 15.
Und das muss dann auch von allen Seiten so kommuniziert werden, da darf sich keener und niemals verplappern.
Die Zahl 15 ist der BA da scheinbar heilich oder sowas...
 

Babbel1

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Gilt das auch wenn ich direkt ALG2 beantrage?
Ich würde eine normale 15h Stelle annehmen um nicht ALG1 kassieren zu müssen (aus persönlichen Gründen, weil ich nicht möchte dass mein alter Arbeitgeber was von meinem Antrag mitbekommt),
Den AG ganz raus lassen geht nicht. Auch das JC wird den Grund der Kündigung wissen wollen.
 

mittwoch

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Hallo,

ich hab grad eine ähnliche Frage und würde mich da gerne einklinken - ich hatte die letzten 2 Jahre einen Teilzeitjob und nebenbei einen Minijob für 450€/Monat - nun ist mein befristeter Arbeitsvertrag aus dem Teilzeitjob leider nicht verlängert worden und ich muss zwischenzeitlich ALG1 beantragen. Wenn ich daneben den Minijob für 450€/Monat weiter machen kann, würde ich mit dem ALG1 und den 450€ auskommen und müsste nicht mit ALG2 aufstocken. Nun habe ich auch von der Zuverdienstregelung gelesen und habe auch lange genug (über 2 Jahre) im Minijob immer zum selben Gehalt nebenher gearbeitet. Um sicherzugehen, dass ich die Info aus den Markblatt zum Thema Nebeneinkommen richtig verstanden habe, habe ich bei der Agentur für Arbeit angerufen und eine Mitarbeiterin hat mir bestätigt, dass ich die 450€ weiterhin verdienen könnte ohne Abzüge in Kauf nehmen zu müssen.
Etwas später musste ich nochmal wegen einer anderen Frage bei der Agentur anrufen und habe mit einem anderen Mitarbeiter gesprochen und nebenbei nochmal den Nebenjob erwähnt, und, dass ich bereits gehört habe, dass ich die 450€ weiterhin ohne Abzüge zuverdienen kann - da meinte dieser Mitarbeiter dann aber, ich hätte von den 450€ nur 330€ als Freibetrag und nicht die gesamten 450€.
Hat damit schon jemand Erfahrung? Ist das dann im Ermessen des Betreuers/der Betreuerin wie hoch der zusätzliche Freibetrag ist oder welche war da die Fehlinformation?

Wäre toll, wenn mir jemand weiterhelfen könnte, ich bin gerade etwas verwirrt..

Liebe Grüße!
 

Babbel1

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ich hab grad eine ähnliche Frage und würde mich da gerne einklinken
Das sehen die Mods hier nicht gerne.

Etwas später musste ich nochmal wegen einer anderen Frage bei der Agentur anrufen und habe mit einem anderen Mitarbeiter gesprochen und nebenbei nochmal den Nebenjob erwähnt, und, dass ich bereits gehört habe, dass ich die 450€ weiterhin ohne Abzüge zuverdienen kann - da meinte dieser Mitarbeiter dann aber, ich hätte von den 450€ nur 330€ als Freibetrag und nicht die gesamten 450€.
Dafür ist mir keine Rechtsgrundlage bekannt.
Generell solltest du weniger telefonieren und solche Sachen lieber schriftlich klären. Der Inhalt eines Telefonats ist hinterher nicht mehr nachzuweisen.
 

mittwoch

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Danke für die Rückmeldung

Das sehen die Mods hier nicht gerne.

oh, tut mir leid, wusste ich nicht. Ich dachte eher, dass es nicht gut ankommt wenn ich quasi zum selben Thema einen neuen Beitrag eröffne


Generell solltest du weniger telefonieren und solche Sachen lieber schriftlich klären. Der Inhalt eines Telefonats ist hinterher nicht mehr nachzuweisen.

einerseits ja, andererseits wäre die Überlegung, wenn es wirklich Abzüge gibt, die Stunden im Minijob zu reduzieren - da werde ich momentan eigentlich nicht so dringend gebraucht und darf weiterhin für 450€ arbeiten, wenn es mir finanziell hilft; wenn es das nicht tut, dann würde mein Arbeitgeber lieber die Stunden reduzieren. Weiß nicht, wie gut das bei der Agentur ankommt, deshalb dachte ich in diesem Fall ist es vielleicht doch telefonisch besser weil anonym.
Außerdem stehe ich etwas unter Zeitdruck, weil ich meinen Antrag abgeben muss und darin ja Infos zum Umfang und Verdienst im Nebenjob angeben muss und auch ein Formular vom Arbeitgeber schicken muss..
 

Nena

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Der Freibetrag von 165 erhöht sich auf den Betrag, den Du zuletzt als Minijob verdient hast. Da es bei Dir in den letzten zwei Jahren immer genau 450 waren (?), sind die Details (Zeitraum, Durchschnitt... ) hier nicht wichtig.
 

mittwoch

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falls jemand das selbe Problem hat und auf diesen Beiträg stößt ein kurzer Erfahrungsbericht:
Bei mir hat es im Endeffekt problemlos geklappt - ich habe den Arbeitsvertrag und die Dauer des Minijobs mit eingereicht und konnte das Gehalt aus dem Minijob behalten, musste mich somit kein Alg2 beantragen und habe den Minijob ganz normal weiter ausgeübt.

ich hab grad eine ähnliche Frage und würde mich da gerne einklinken - ich hatte die letzten 2 Jahre einen Teilzeitjob und nebenbei einen Minijob für 450€/Monat - nun ist mein befristeter Arbeitsvertrag aus dem Teilzeitjob leider nicht verlängert worden und ich muss zwischenzeitlich ALG1 beantragen. Wenn ich daneben den Minijob für 450€/Monat weiter machen kann, würde ich mit dem ALG1 und den 450€ auskommen und müsste nicht mit ALG2 aufstocken. Nun habe ich auch von der Zuverdienstregelung gelesen und habe auch lange genug (über 2 Jahre) im Minijob immer zum selben Gehalt nebenher gearbeitet. Um sicherzugehen, dass ich die Info aus den Markblatt zum Thema Nebeneinkommen richtig verstanden habe, habe ich bei der Agentur für Arbeit angerufen und eine Mitarbeiterin hat mir bestätigt, dass ich die 450€ weiterhin verdienen könnte ohne Abzüge in Kauf nehmen zu müssen.
Etwas später musste ich nochmal wegen einer anderen Frage bei der Agentur anrufen und habe mit einem anderen Mitarbeiter gesprochen und nebenbei nochmal den Nebenjob erwähnt, und, dass ich bereits gehört habe, dass ich die 450€ weiterhin ohne Abzüge zuverdienen kann - da meinte dieser Mitarbeiter dann aber, ich hätte von den 450€ nur 330€ als Freibetrag und nicht die gesamten 450€.
Hat damit schon jemand Erfahrung? Ist das dann im Ermessen des Betreuers/der Betreuerin wie hoch der zusätzliche Freibetrag ist oder welche war da die Fehlinformation?
 

ela1953

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Gilt das auch wenn ich direkt ALG2 beantrage?
Ich würde eine normale 15h Stelle annehmen um nicht ALG1 kassieren zu müssen (aus persönlichen Gründen, weil ich nicht möchte dass mein alter Arbeitgeber was von meinem Antrag mitbekommt), aber ALG2 Aufstockung erhalten und zusätzlich weiter 450€ als Minijob. Geht das?

Der Freibetrag gilt nur bei ALG I.

Wenn der 15 Stunden Job und der 450 Euro noch mit ALG II aufgestockt werden muss gelten andere Freibeträge.

Die beiden Löhne werden addiert und dann der Grundfreibetrag von 100 Euro und vom Rest 20% als Freibetrag gewährt.
 
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