Soll ich einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente oder Reha bei der Rentenversicherung stellen, wenn mein Ziel die Rente ist? Was ist klüger?

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mics14

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Hallo liebes Forum,

ich wurde nun ausgesteuert und soll nun binnen der 4 Wochen Frist bei Nahtlosigkeitsregelung einen Rehantrag bei der DRV stellen.
Der ÄD der AfA hat mich für weniger als 15 Std/wöchentl. arbeitsfähig befunden.

Für mich kommt aufgrund meines Krankheitsbildes und des langen Leidensweges nur noch eine EMR in Frage.
Deswegen frage ich mich wie ich "taktisch" am besten vorgehen kann.
Ich hatte diese Frage auch schonmal im Verlauf eines anderen Threads gestellt. Ich kenne den Grundsatz "Reha vor Rente" und das später der Rehaantrag auch in einen Rentenantrag umgewandelt werden kann, aber gibt es nicht doch einen Unterschied ob ich direkt die EMR oder erst eine Reha beantrage?
Klar die DRV entscheidet letztlich aufgrund meiner Befunde und medizinischen Unterlagen, aber kann es nicht auch sein dass bei einem Reha- Antrag sich die DRV zum Beispiel sagt "der Antragssteller sieht sich also noch ausreichend gesund dazu evtl. doch wieder arbeiten zu gehen, schicken wir ihn erstmal in die Reha, wie er es ja beantragt hat" wo wiederum bei einem direkten EMR- Antrag, zusammen mit meinen doch sehr aussagekräftigen Befunden evtl. direkt eine EMR entschieden wird?

Ich hoffe ihr versteht einigermaßen worauf ich hinaus möchte.
Gibt es vielleicht jeweils doch Vor- und Nachteile?

Liebe Güße
 

saurbier

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Sollte es tatsächlich so sein, daß du ausreichende Befunde hast die eine EMR hergeben und die entsprechenden Ärzte befürworten dies ggf. sogar noch, dann wäre es am besten gleich bei der DRV einen kompletten EMR-Antrag und Beilage entsprechender Kopien der bis dato vorliegenden aktuellen medizinischen Befunde zu stellen.

Die DRV wird dann nach Prüfung der vorliegenden medizinischen Unterlagen selbst entscheiden, ob hier überhaupt noch eine Reha vonnöten ist, oder gleich ganz darauf verzichten so fern keine Zweifel an einer möglichen Leistungsfähigkeit bestehen.

Eine möglicherweise vorgeschaltete Reha soll dem sozialmedizinischen Dienst der DRV letzten Endes ja nur einen von den eigenen Ärzten erstelltes Gutachten über eine mögliche Leistungsfähigkeit hinsichtlich dem allgemeinen Arbeitsmarkt ermöglichen um ggf. abzuklären wie es um die Leistungsfähigkeit des Antragstellers noch aussieht, um abschätzen zu können, ob nicht ggf. z.B. eine LTA noch eine Möglichkeit zur Vermeidung einer Teil-EMR bzw. vollen EMR darstellen könnte. Dies hängt leider auch damit zusammen, daß die DRV hier eher den Aussagen der eigenen Ärzte Glauben schenkt als eben den behandelnden Ärzten.

In deinem Fall würde ich hier jetzt nicht erst einen Reha-Antrag stellen, sondern gleich auch für die AfA nachweislich einen EMR-Antrag.

Dann kann sich die DRV selbst überlegen, ob sie noch die Notwendigkeit einer Reha in Betracht zieht, oder nicht.

Wichtig für dich ist dann allerdings, daß du alle aktuellen medizinischen Befunde deinem EMR-Antrag auch beifügst, denn die DRV neigt leider eher seltener dazu sich sowas bei den behandelnden Ärzten selbst zu besorgen, trotz entsprechend geforderter Schweigepflichtentbindungen. Im Übrigen beschleunigt sowas ggf. auch noch das Antragsverfahren. Das ganze solltest du dann auch im eigenen Interesse per Einschreiben mit Rückschein direkt an die DRV-Geschäftsstelle schicken, nicht das es später ggf. heißt sie hätten nichts bekommen/vorliegen.

Solltest du darauf dann nicht spätestens nach 6 Monaten was von der DRV gehört haben, stellst du beim örtlich zuständigen SG eine UTK (Untätigkeitsklage). Vermeide es auf jeden Fall mit der DRV zu telefonieren, sondern mache alles nur schriftlich, denn nur so kannst du im Fall des Falles später auch alles beweisen. Denke bitte auch immer daran alle Befundberichte immer nur, als Kopie zu versenden, niemals die Originale.
 

mics14

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Die Befunde habe ich zusammengetragen und auch zumindest 2 meiner 3 behandelnden Ärzte befürworten auch diese Entscheidung bzw. sie wurde mir von diesen sogar nahe gelegt.
Ich war eben sehr hin- und hergerissen, da du ja auch schon recht hast, dass die Reha eben dazu dient, dass sich die DRV ein genaues Bild von meinem Zustand machen kann. Meine Angst bei einem direkten EMR- Antrag ist, dass hier dann eben statt einer Reha nur ein Gutachter mich mal 20 min begutachten und eben gegen meinen EMR- Antrag entscheiden könnte. Das hat man ja auch schon oft gehört.
 

saurbier

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Also wenn du jetzt direkt den EMR-Antrag bei der DRV stellst, kann dir leider niemand genau sagen wie die DRV weiter verfahren wird.

Je nach aktuellem Gesundheitszustand kann es da sicherlich verschiedene Möglichkeiten geben und ja auch das man dich direkt zu einem externen Gutachter ein lädt. Ob letzterer dann ein Gutachten in 20min. vornimmt - wer sollte das im Voraus schon wissen, kennen wir doch deine Krankengeschichte nicht.

Nur sorry, jetzt schon sich darüber großartig Gedanken zu machen (bevor man überhaupt den EMR-Antrag gestellt hat), halte ich für übereilt. So was sollte man langsam auf sich zukommen lassen, denn im Endeffekt kannst du dagegen ja auch nichts großartig machen, da dies alleine in der Entscheidungsgewalt der DRV liegt. Vielleicht überlegst du dir zuerst einmal, welche andere Möglichkeiten die denn noch übrig blieben, abseits eines EMR-Antrages.

Was bitte willst du denn machen, wenn dein Gesundheitszustand eine Erwerbstätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nicht ermöglicht.

Hier im Forum kannst du diverse Berichte lesen, was unsereins so alles erlebt hat und leider wirst du hier ja nur von den eher negativen Erlebnissen zu lesen bekommen, da sich hier eher selten jemand melden dürfte bei dem der EMR-Antrag ganz ohne Probleme ablief.

Ich z.B. mußte Ende der neunziger Jahre (damals noch Ende 30) auch 5 Jahre um meine BU-Rente kämpfen, bis ich endlich per Gerichtsurteil alles durch hatte. Ganz im Gegenteil dazu erhielt ich dann wiederum Ende 2012 hingegen völlig problemlos meine befristete volle EMR im Anschluss an einer Reha. Sogar die folgenden 2 Weiterzahlungsanträge liefen binnen 2 Wochen über die Bühne, dazu wurde lediglich ein Befundbericht seitens der DRV vom Hausarzt angefordert. Und beim letzten Weiterzahlungsantrag in 2019 kam es dann zu erheblichen Problemen.

Du siehst daran hoffentlich, daß dir kaum jemand wirklich sagen kann wie die DRV im Endeffekt entscheidet. Hier im Forum kannst du dazu mitunter auch Kommentare wie - die Würfel das aus - lesen und das dürfte vielleicht das eine oder andere dran sein.

Wenn du gesundheitlich nicht mehr kannst und deine Ärzte auch der Meinung sind, dann solltest du auch den Versuch unternehmen eine EMR zu erhalten.

Leg deinem EMR-Antrag die dir zur Verfügung stehenden medizinischen Befunde bei und hoffe einfach, daß die DRV hier zügig eine Entscheidung trifft, mehr kannst du derzeit eh nicht machen.
 

Susanne42

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Ich stand damals auch vor der Frage : mit oder ohne Reha.
Letzendlich hab ich aber erst einen Reha Antrag gestellt und war hinterher überrascht, das es so schnell ging mit der EMR.
Und auch sehr unkompliziert.
Das hätte ich vermutlich ohne Reha nicht so einfach hinbekomme, denn ein Gutachter hätte in einer 60 Minuten Begutachtung vermutlich mich 100% arbeitsfähig gesehen.
 

mics14

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Natürlich sind wir alle keine Hellseher und letzten Endes liegt es tatsächlich leider nur in den Händen der DRV wie entschieden wird. Ich sehe die Reha nun nicht wirklich als Chance, mich irgendwie wieder auf die Beine zu bringen. Das hat die letzten 3 1/2 Jahre nicht geklappt und mein nächster Klinikaufenthalt steht auch schon wieder bevor.

Bezüglich unterschiedlicher Erfahrungen,ich kann auch eigentlich das Gleiche von meinem Vater berichten. Sein erster Antrag wurde damals abgelehnt und 2 Jahre später, bei erneuter Antragsstellung, ist er mit nahezu dem gleichen Krankheitsbild ohne Widerstand berentet worden. Soviel zu dem Auswürfeln bei der DRV :). Er hatte eben jenen Gutachter. Der 2. war , wenn man das so sagen kann, dann auf seiner Seite.

@Susanne42 deswegen höre ich nochmal genau in mich hinein, eine Reha ist immerhin auch ein Begutachtung die ein wenig länger geht und ausführlicher ist. Letztlich hat saurbier natürlich Recht, sich jetzt Sorgen zu machen, was später dabei herauskommt, macht keinen Sinn. Du kannst bei beiden Varianten das nötige Glück haben.
 

saurbier

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Korrekt.

In meinen Augen würfelt die DRV gerade bei Erstanträgen das ganze wohl eher mal aus.

Da schaut man dann, wer so gutgläubig ist und den Herrschaften blind vertraut bzw. eben nicht.

Nicht umsonst geht wohl eine gewisse Zahl von Widersprüchen dann im zweiten Anlauf ja auch durch und führt dann zur gewünschten EMR.

Nichtsdestotrotz hat die DRV allerdings bei den gutgläubigen Antragstellern dann bereits viel Geld gespart, eben weil leider immer noch die wenigsten sich trauen in Widerspruch zu gehen.

Das Ganze wird sich sicherlich durch das neue Teilhabegesetz nochmals weiter verschärfen, eben weil ja jetzt noch viel mehr gemacht werden soll (durch die Kooperation zwischen KK/AfA/DRV mittels entsprechender Programme), um potenzielle EMR-Anträge weitgehend zu vermeiden.
 
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