Sohn will uns Haus geben- geht das bei ALG 2?

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allesGulasch

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Hallo,

erst einmal möchte ich allen hier Frohe Ostern wünschen.

Meine Frau und ich kommen dies Jahr Ostern gar nicht so recht zur Ruhe, denn uns beschäftigt da eine Frage und ich hoffe Ihr könnt uns ein Stückchen weiter helfen.

Wir (4 köpfige Familie) sind im Bezug von ALG 2 .
Im Moment wohnen wir zur Miete in einem Einfamilienhaus.
Eigentümer und Vermieter des Hauses ist unser (bereits nicht mehr im Haushalt lebender) Sohn.

Er möchte sein Eigentum (also das Haus in dem wir zur Miete wohnen) nun auf uns überschreiben, uns das Haus sozusagen übergeben.
Selbst nutzen möchte er es nicht, denn er hat ja selbst auch eins in dem er mit seiner eigenen Familie wohnt.
Er möchte nun nur nicht mehr vermieten und für zwei Häuser die Verantwortung tragen, daher fragte er uns ob wir das Haus komplett haben wollen.

Natürlich würden wir das Angebot gern annehmen, es ist unser zu Hause und wir würden uns freuen wenn es nicht nur zur Miete sondern unser Eigentum wäre.
Wir fragen uns jetzt jedoch wie sich das mit dem ALG 2 verträgt.

Das Haus ist klein, 80 qm Wohnfläche, also angemessen für eine 4 köpfige Familie.
Die vertraglich vereinbarte monatliche Miete wurde vom Jobcenter seit wir vor fünf Jahren eingezogen sind auch komplett anerkannt.
Der Wert des Hauses liegt bei 15.000 Euro.

Unser Sohn würde uns das Haus schenken wollen, wir würden es ihm aber lieber abkaufen.
Wir haben Ersparnisse, dem Jobcenter ist dies bekannt und erlaubt, da die Vermögensfreibetragsgrenze nicht überschritten ist.

Wir wollen dann auch kein weiteres Vermögen mit dem Haus machen, also haben nicht vor zu vermieten oder sonst etwas, sondern wohnen weiterhin darin, nutzen es also selbst.

Können wir das Angebot unseres Sohnes annehmen oder gibt es da Schwierigkeiten mit dem Jobcenter?

Wenn wir entweder das Haus als Geschenk annehmen oder es von unserem Ersparten abkaufen (was uns echt lieber wäre), so würden das Jobcenter doch dann die Grundmiete die es jeden Monat für uns bezahlt auch sparen, unser Bedarf wäre somit dann gesunken und das Jobcenter dürfte doch eigentlich keinen Einwand dagegen haben oder?

Viele Grüße
Michael
 

arbeitsloskr

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Der Wert des Hauses liegt bei 15.000 Euro.

Hallo allesGulasch,

welchen Wert hat das Grundstück auf dem das Haus steht?

Möchte euch euer Sohn "nur" das Haus schenken oder auch das Grundstück, auf dem es steht?

Unser Sohn würde uns das Haus schenken wollen, wir würden es ihm aber lieber abkaufen.
Wir haben Ersparnisse, dem Jobcenter ist dies bekannt und erlaubt, da die Vermögensfreibetragsgrenze nicht überschritten ist.
Können wir das Angebot unseres Sohnes annehmen oder gibt es da Schwierigkeiten mit dem Jobcenter?

Sofern ihr über die entsprechenden Barmittel verfügt und diese nicht die Grenze des Schonvermögens überschreiten, könnt ihr das Haus mit Grundstück kaufen, aber bedenkt bitte auch die entsprechend anfallenden Steuern und Gebühren.

Bedenkt bitte auch (sofern nicht schon geschehen), dass ihr als Hauseigentümer auch für sämliche Kosten, vorallem im Bereich Sanierung/Instandhaltung selbst verantwortlich seid.

Wenn ihr das Haus und Grundstück allerdings als Geschenk annehmt, dann kann es ggfs. Probleme bei der Berücksichtigung als Vermögen geben. Da müsste man die genauen Werte sich ansehen.
 
G

Gelöschtes Mitglied 30227

Gast
Ich rate davon ab, da er später dann das Haus wieder miterben würde.
Das ist doppeltgemoppelt Steuern zahlen.

Vermögen usw. sollte immer bei den letzten Erben landen und bleiben und nicht umgekehrt.

Wenn ihm die Verwaltung zu stressig ist kann er es in Zukunft an eines seiner Geschwister veräußern, wenn es eine gesicherte Existenz hat.
 

AsbachUralt

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Ich rate davon ab, da er später dann das Haus wieder miterben würde.
Das ist doppeltgemoppelt Steuern zahlen.

Bei Eltern/Kindern beträgt der Freibetrag bei Erbe oder Schenkung 400 000 €. Da fallen also keine Steuern an.
Allerdings kommen Notariatsgebühren und die Gebühren für den Eintrag im Grundbuch dazu.

Aber ich befürchte dass das JC versuchen wird, diese Schenkung als Einkommen anzurechen.
Aber so genau kenne ich mich da nicht aus, da wissen andere vielleicht mehr darüber.
 

allesGulasch

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Hallo,

vielen Dank für die schnellen Antworten.

@ arbeitsloskr

Möchte euch euer Sohn "nur" das Haus schenken oder auch das Grundstück, auf dem es steht?

Es ist das gesamte Grundstück mit Haus.

Sofern ihr über die entsprechenden Barmittel verfügt und diese nicht die Grenze des Schonvermögens überschreiten, könnt ihr das Haus mit Grundstück kaufen

Und das gäbe dann tatsächlich keine Probleme mit dem Jobcenter?
Meine Frau meinte immer das es doch im Prinzip gleich wäre ob wir Vermögen in Form von Geld auf den Sparkonten oder aber dann in Form von Eigentum hätten.
Der Wert, das Vermögen an sich sind ja das selbe.
Ich dachte aber immer das ginge gar nicht.
Also würde von Seiten des Jobcenters nichts dagegen sprechen?

@ swavolt

Ich rate davon ab, da er später dann das Haus wieder miterben würde.

Nun das sind natürlich gut durchdachte Bedenken.
Ich denke aber die ganze Sache mit dem Erben kann doch sicherlich rechtzeitig testamentarisch geregelt werden.
Die gesetzliche Erbfolge tritt meines Wissens nur dann in Kraft, wenn es kein Testament gibt.
Da unser Sohn das Haus nicht haben will, so kann dies im Testament auch so festgehalten werden und als Erbe des Hauses dann doch das Kind oder die Kinder benannt werden, die das Haus haben möchten.

@ AsbachUralt

Bei Eltern/Kindern beträgt der Freibetrag bei Erbe oder Schenkung 400 000 €. Da fallen also keine Steuern an.

Interessant, das hab ich noch nicht gewusst.

Aber ich befürchte dass das JC versuchen wird, diese Schenkung als Einkommen anzurechen.

Das wäre denkbar.
Aber wie bereits erwähnt würden wir es unserem Sohn viel lieber von unserem Vermögen abkaufen.
 

TazD

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Da unser Sohn das Haus nicht haben will, so kann dies im Testament auch so festgehalten werden und als Erbe des Hauses dann doch das Kind oder die Kinder benannt werden, die das Haus haben möchten.
Das Eigentum an einem Grundstück geht aber erst mit Umschreibung im Grundbuch auf den neuen Besitzer über. Wenn jemand testamentarisch festlegt, dass Person XY das Haus haben soll, dann ist das eine sogenannte Teilungsanordnung die im Rahmen einer Erbauseinandersetzung zu beachten wäre (--> Stichwort "Erblasserwille").
Das Eigentum geht damit aber noch nicht auf denjenigen über, sondern verbleibt erstmal bei allen Erben.
Sinnvoller wäre daher tatsächlich der Verkauf an denjenigen, der das Haus irgendwann auch mal wirklich haben soll.
 

Fabiola

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Wir (4 köpfige Familie) sind im Bezug von ALG 2 .
Mal langfristig/vorausschauend gedacht:
Ich nehme an, dass die beiden Kinder irgendwann einmal ihre eigenen Wege gehen und ausziehen (müssen, wg . z.B. Ausbildung in anderer Stadt). Solltet ihr Eltern dann noch im AlgII-Bezug sein oder als Rentner eure Rente(n) mit Grundsicherung aufstocken müssen, dann sollte das Haus von der m²-Zahl angemessen sein, sonst droht Euch die Forderung nach Senkung der KdU durch Untervermietung oder Verkauf.
Die Größe des Grundstückes kann auch eine negative Rolle spielen.

Dass diese Dinge evtl. bedeutsam sein/werden können, habe ich durch vieles Lesen hier in meinem Kopf abgespeichert - Detaildinge müssten hier andere nachliefern.
 

Pixelschieberin

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Der Marktwert einer Immobilie ist mit Eintragung lebenslangen Wohnrechts im Grundbuch deutlich geschmälert. Wer kauft denn SOwas?
Kein Niesbrauch sondern (kostenfreies) Wohnrecht eines pumpelgesunden Begünstigten läßt potentielle Käufer i. d. R. zurück schrecken. Der Verkehrswert sinkt somit auf nahezu Kleckerbetrags-Euro. Der tatsächliche "Zuwachs" könnte somit überschaubar sein...
Solche Schutz-Konstruktionen sollten nur angedacht werden wenn sich die Familienmitglieder sehr schätzen und vertrauen.
 
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