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silvermoon

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#1
Seit Mitte Mai 2006 machen wir (Partner & ich) einen EEJ in einer kirchlichen KITA! Ich hatte hier ja im Sommer schon geschrieben, zu welchen Arbeiten wir da herangezogen werden. Haben dann aber immer stillschweigend weiter geschuftet, eben wegen den 3 Kröten... Hatten dann im November 2006 nochmal (eigentlich für 5 Monate) verlängert. Im Januar kam dann aber plötzlich irgend ´ne neue Regelung und so wurde unser Vertrag auf einmal hinter unserem Rücken mit der KITA Leitung bis auf Ende November 2007 verlängert. Das hat uns ja schon arg gewurmt, jedoch dachten wir weiterhin an das liebe Geld.

Schreibe nun hier mal im Groben auf, welche Arbeiten wir so erledigen durften:

Wir arbeiteten zu unregelmäßigen Zeiten in dieser Einrichtung. Sprich, es entstanden auch mal Mehrstunden, die wir dann entsprechend abfeiern konnten. Jedoch bekamen wir danach immer ein schlechtes Gewissen vom Leiter eingeredet und uns erwartete nach der Freistellung dann das doppelte an Arbeit. Hinzu kommt, dass 99% der an uns herangetragenen Arbeiten keine "zusätzlichen Arbeiten" sind. So haben wir z.B. Holzbrücken und Podeste erneuert, Vertretung der dort angestellten Hauswirtschafterin in der Küche geleistet, Möbel restauriert, sämtliche Großaufträge in Sachen Maler- und Verputzarbeiten getätigt, professionelle Gartenarbeiten erledigt, Hofeinfahrt der ansässigen Mieter gereinigt, Grundreinigung der Einrichtung während des Urlaubes der Reinigungskräfte. Eine Excel-Schulung für die Mitarbeiter sollte ich dann auch noch durchführen, was ich aber verneinte. Zusätzlich wurden wir während dieser Arbeiten dann wegkommandiert in die dazugehörige Kirche. Dies geschah immer unter massivem Termindruck, sodass wir dennoch auch noch die in der KITA anstehenden Arbeiten erledigten mussten.

Wenn wir uns dann mal aus Zeitmangel nicht bereit erklärten, an einer Veranstaltung (außerhalb unserer Arbeitszeiten) mitzuhelfen, bekamen wir dies doppelt und dreifach mit weiterer Arbeit und Missachtung zurück. Als hätten wir nie irgendwas gearbeitet zuvor! Dass wir jedoch an vielen Wochenenden (auch sonntags) in der KITA eigentlich versicherungspflichtige Arbeiten getätigt haben, interessierte nicht mehr.

Wenn wir den Leiter dann in ruhigem Ton versuchten anzusprechen, dass wir eigentlich nur für zusätzliche Arbeiten zuständig wären, wurde er beleidigend und drohte jedes Mal mit der Auflösung des Vertrages.

Es mag sein, dass wir an dem ein oder anderen Tag keine 6 Stunden anwesend waren, diese Fehlzeit haben wir jedoch immer wieder zu anderer Zeit entweder vor- oder nachgearbeitet!

Nachdem wir gestern aus dringenden Gründen nicht arbeiten konnten und unsere Stunden abfeiern oder auch Urlaub nehmen wollten (wir hatten dem Leiter der KITA am Sonntag auf den AB gesprochen, da wir gestern verhindert waren), rief er uns heute Früh um halb acht (wir wollten gerade losfahren) Zuhause an und wollte mal wieder (wie so oft, wenn wir widersprachen) am liebsten den Vertrag auflösen. Und dies, obwohl er uns mal sagte, wenn was wäre, sollten wir auf den AB sprechen!

Als wir dann heute persönlich in der KITA erschienen, eskalierte die Sache nun so, dass der Leiter sogar drohte, wenn wir zwischendurch ein Brot essen, ginge dies auch von unserer Zeit ab.

Mein Partner hat vor Kurzem noch ein Empfehlungsschreiben (für seine Bewerbungsunterlagen) vom Leiter erhalten, in der er hochgradig gelobt wird für seine Arbeit. Dies ist nun alles dementiert, so wie sich der Leiter gegenüber uns verhalten hat.

Er hat ja sogar des Öfteren erwähnt, dass es ihm natürlich nicht Recht wäre, wenn wir eine versicherungspflichtige Arbeit finden, dann müsse er auf uns und unsere Arbeit ja verzichten.

Wenn man den Leiter dann darauf hinwies, dass es keine zusätzlichen Arbeiten wären, wurde er immer laut und meinte, wir können das Ganze auch auflösen! Toll, dann hätten wir eine Sperre bekommen, das muss man sich mal vorstellen!!!

Genauso gab es in der Vergangenheit einige Differenzen mit den Erzieherinnen da, die uns auch ewig nur Missachtung schenkten! Haben wir dies dem Leiter gesagt, dass bestimmte Damen uns da nichtmal grüßen, so meinte er, dies könnten wir nicht beurteilen! Hallo? Bin ich ein dummes Kind, oder was?

Jedenfalls sind wir heute dann einfach weg aus der KITA, nachdem meinem Partner aufgetragen wurde, auf einen riesigen Baum zu steigen und dort die Äste abzusägen. Genauso sollte ich auf einmal Äste (die wir schon letzte Woche abgesägt hatten) zerkleinern und in Bündel zusammenbinden. Obwohl es letzte Woche noch hiess, es kommt alles in den Häcksler!

Tut mir leid, aber dies sind schon Methoden, wie sie im Straflager angewandt werden, oder nicht?

Wollten dann heute direkt zum Träger fahren, aber da ist heute geschlossen. Aus diesem Grunde habe ich diesem nun ein Fax verfasst, in dem ich alles erkläre! Habe sogar erwähnt, dass wir ja gar nicht aufhören möchten, sondern um eine Umsetzung bitte. Ich warte nun auf Rückruf des Trägers, bin mir aber sicher, dass der Leiter nun auch da anrufen wird und sich natürlich fein rausredet.

Wenn ich aber die Website des Trägers durchlese, da steht eindeutig, dass ein Riegel vor solche Einrichtungen geschoben wird, wenn sie den Begriff zusätzliche Arbeiten zu weit ausdehnen. Und das ist hier ja wohl der Fall! Auch aus der Beurteilung, die vom Februar dieses Jahres ist, geht hervor, dass wir dort nicht nur Helfertätigkeiten ausgeführt haben. Außerdem braucht man sich nur diesen Laden anzusehen, um zu erkennen, was wir alles geschuftet haben.

Von einer Mitarbeiterin dort haben wir unlängst sogar erfahren, dass dieser Leiter nur unter der Option eingestellt wurde, dass er zu seiner Leitungsposition auch noch alle hausmeisterlichen Tätigkeiten ausführt! Wo sind wir denn? Da dürfen wir armen Euro Jobber schuften, damit er die Leiter hochrutscht???!!!

Was haltet Ihr hier von den Machenschaften dieser Einrichtung?
Ich hoffe jetzt nur, dass wir keine Sperre zu erwarten haben, denn sonst können wir unsere Wohnung nicht mehr bezahlen, wir legen ja selbst Geld drauf, sind zwar wieder vor Gericht aber das dauert eben, wie Ihr wisst!

So, nun bitte keine Vorwürfe, dass wir uns das viel zu lange gefallen liessen, denn das wissen wir heute selbst! Aber wir sind nunmal wegen des Geldes geknebelt, eben durch die Wohnung, die uns trotz angemessener Miete (es ist eine Wohnung mit WBS für 2 Personen!) nicht voll bezahlt wird...
 

Arania

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#2
Silvermoon okay, Du weisst Ihr hättet das schon längst melden sollen, aber nun ist es also soweit das Ihr es endlich machen MÜSST, bevor etwas von der ARGE kommt geht hin und klärt das selber und legt die Dinge so dar, wie sie passiert sind
 

Bruno1st

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#3
Schade, wenn ich daran denke, wie optimistisch ihr den 1EJ angegangen seid und welche persönliche Möglichkeiten ihr hattet.

Ich empfehle euch, falls noch nicht geschehen, Listen mit euren Zeiten und Tätigkeiten aufzustellen - je ausführlicher desto besser.
Hinweis : als ich mich selbst wegen eines 1€J vorstellen durfte konnte ich am schwarzen Brett lesen, daß nur volle Stunden angerechnet werden und es keine Überminuten gibt - also erst ab der 61 Minute gilt die Arbeit, bis zur 59 Minute ist dort alles freiwillig

Die Entwicklungen sind leider absehbar gewesen, denn die lieben/guten Menschen sind nur solange gut/lieb, wie man macht, was sie wollen - wie kleine Kinder die dann bei schlechter Erziehung auch zu Tyrannen werden. Dabei haben diese Erwachsenen noch den Machtvorteil und angeblichen moralischen Vorteil (sie sind die Guten und wissen was für alle anderen richtig ist), der auch ausgenutzt wird.

Ich wünsche euch einen langen Atem und gute Nerven bei allem was auf euch zukommt.
 

Zita

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#4
Ein Euro Job

Hallo,

unser Sohn arbeitet, wegen dem Zusätzlichem, in einen 1 Euro Job. Dieser läuft Ende des Monats aus. Er würde evtl. verlängern. Jedenfalls sind seine Arbeitgeben sehr bemüht gewesen, diesen Euro Job in eine sozialpfl. Arbeit umzugestelten.
Leider die Gelder fehlen! Wo auch immer diese hin gesteckt werden!

Nun wurde ihm gesagt, dass die Gesetzgebung eine Verlängerung über 6 Monate nicht zuläßt.

Fragt eine Sozialinitative in eurem Einzugsbereich, wie es sich damit verhält. Es kann nicht mit zweiterlei Maß gemessen werden.

Solltet ihr eine "Anlaufstelle" benötigen, um eure Jobstelle analysieren zu lassen und Einspruch dagegen erheben, meldet euch bitte per PN bei mir.

Es interessiert viele, die eine Aufstellung über die Nützlichkeit eines 1 Euro JObs aufstellen, um zu handeln.

Gruß
Zita
 

silvermoon

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#5
Soeben rief mich der Träger auf mein Fax hin an, dass wir morgen kommen können zum persönlichen Gespräch...

Ich bin ja nun mal gespannt, hab keine Lust, dass mir die Leistung wegen so einem ... gekürzt wird!!! Denn ich bin sicher, der wird sich schön herausreden...
 

silvermoon

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#6
Schade, wenn ich daran denke, wie optimistisch ihr den 1EJ angegangen seid und welche persönliche Möglichkeiten ihr hattet.

Ich empfehle euch, falls noch nicht geschehen, Listen mit euren Zeiten und Tätigkeiten aufzustellen - je ausführlicher desto besser.
Hinweis : als ich mich selbst wegen eines 1€J vorstellen durfte konnte ich am schwarzen Brett lesen, daß nur volle Stunden angerechnet werden und es keine Überminuten gibt - also erst ab der 61 Minute gilt die Arbeit, bis zur 59 Minute ist dort alles freiwillig

Die Entwicklungen sind leider absehbar gewesen, denn die lieben/guten Menschen sind nur solange gut/lieb, wie man macht, was sie wollen - wie kleine Kinder die dann bei schlechter Erziehung auch zu Tyrannen werden. Dabei haben diese Erwachsenen noch den Machtvorteil und angeblichen moralischen Vorteil (sie sind die Guten und wissen was für alle anderen richtig ist), der auch ausgenutzt wird.

Ich wünsche euch einen langen Atem und gute Nerven bei allem was auf euch zukommt.
Ich glaube, der Gute verwechselt uns mit Kindern! So ungefähr, ER weiss alles und wir sind die Dummen. Und wenn man doch mal was gesagt hat, kam: "Wir lösen den Vertrag auf".

Wenn wir nun sagen, dass wir ja in jedem Fall an anderer Stelle weitermachen wollen, kann man uns dann dennoch kürzen???
 

Hexe45

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#7
@ Slibermoon ich hoffe ihr seit mir nicht böse wenn ich schreibe, warum wehrt ihr euch erst jetzt. Euer Schritt ist richtig, aber viel zu spät. Die würden euch niemals eine Perspektive geben. Und die werden euch jetzt richtig Streß machen fürchte ich. Aber wenn ihr so argumntieren könnt wie hier im letzten Posting, dürfte euch nichts passieren, Denn mangelnden Willen, den kann euch niemand vorwerfen. Wenn man euch was vorwerfen kann, dann nur ihr habt euch zu lange unterbuttern lassen.
Gruß
Angelina
 

silvermoon

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#8
@ Slibermoon ich hoffe ihr seit mir nicht böse wenn ich schreibe, warum wehrt ihr euch erst jetzt. Euer Schritt ist richtig, aber viel zu spät. Die würden euch niemals eine Perspektive geben. Und die werden euch jetzt richtig Streß machen fürchte ich. Aber wenn ihr so argumntieren könnt wie hier im letzten Posting, dürfte euch nichts passieren, Denn mangelnden Willen, den kann euch niemand vorwerfen. Wenn man euch was vorwerfen kann, dann nur ihr habt euch zu lange unterbuttern lassen.
Gruß
Angelina
Hallo Angelina!
Genauso sehe ich das auch!
 

silvermoon

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#9
...zumal der SB meines Partners bereits im Januar bei der letzten Verlängerung zu uns sagte, dass ihm auch klar sei, dass wir bei dieser Länge der Beschäftigung nicht nur zusätzliche Arbeiten erledigen und das dies auch keine Option für die Zukunft sei.
 

Dopamin

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#10
Silvermoon,

dann habt ihr ja (vielleicht) gute Chancen dass es NICHT Sanktioniert wird...

*daumendrück*

Dopamin
 

silvermoon

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#11
Silvermoon,

dann habt ihr ja (vielleicht) gute Chancen dass es NICHT Sanktioniert wird...

*daumendrück*

Dopamin
Zudem haben wir nicht vor, KEINEN EEJ mehr zu machen, sondern wollen uns lediglich umsetzen lassen. Ich denke da an ein Tierheim oder so. Da mögen es mir vielleicht die Mitarbeiter wieder nicht danken, aber die Tiere umso mehr!

Der Träger war ja damals schon so "kulant" und hat uns zusammen eingesetzt, da wir nur über ein Kfz verfügen!

Ohne EEJ können wir unsere Wohnung nicht bezahlen!!!
 

Kaleika

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#12
Diese hanebüchenden Zustände lassen meine Nackenhaare hochstehen.....

"Das Sozialgericht Gelsenkirchen (S11 AS 7/05 ER) befasste sich mit einem ALG-II-Empfänger, der einen Ein-Euro-Job nicht weiter ausgeführt hatte und vom Amt mit Sanktionen belegt wurde. Die vorgenommene Rechtsbelehrung des Amtes wurde vom Gericht für nicht ausreichend erklärt, daher sind die Sanktionen unwirksam. Obwohl auf die Leistungseinstellung für dieses Verhalten hingewiesen wurde, erhält er weiterhin sein Geld. Auf die anderen Probleme des Ein-Euro-Jobs wurde hier nicht eingegangen. –

Lange gewartet habe ich auf die ersten Klagen von Ein-Euro-Mitarbeitern. Sie sind anhängig vor dem Arbeitsgericht in Weiden (Quelle: „Tacheles“). Beim Gütetermin hat der Anbieter des Ein-Euro-Jobs beantragt, das Arbeitsgericht für unzuständig zu erklären und diese Klage am Sozial- oder Verwaltungsgericht verhandeln zu lassen. Dies wurde abgelehnt. Mitte Juli kommt es zur Verhandlung.

Der Ein-Euro-Mitarbeiter, 52 Jahre jung, ist von Beruf Kraftfahrer. Er hat für den Malteser Hilfsdienst Behinderte in Weiden transportiert. Hierfür gab es seit Jahren Tourenpläne. Diese Faktoren reichen: Es war reguläre Arbeit! Zusätzlich war in diesem Fall noch nachzuweisen, dass das Malteser Hilfswerk für diese Fahrten ein Entgelt von den Sozialversicherungen erhält.

Leider hat der Kläger die Arbeit aufgegeben, somit wird diese Verhandlung vor dem Arbeitsgericht nur einen allerdings wesentlichen Teilbereich des Themas klären, es sei denn, der Anwalt greift das Mobbing nach der Klageerhebung ebenfalls auf; in diesem Fall ist sicherlich vom Fortbestand des Arbeitsverhältnisses auszugehen. Leider wird nur der Lohnanspruch von 1.153,20 Euro gemeldet, die Möglichkeiten bleiben also unausgeschöpft.

In Weiden gibt es inzwischen drei Feststellungsklagen, ob es sich um Ein-Euro-Jobs oder Arbeitsverhältnisse handelt. Betreut werden diese Kläger vom Verdi-Arbeitskreis Erwerbslose. Fazit dieser Angelegenheit: Es geht! Gesucht werden Betroffene, die Klage erheben wollen. –

Noch ein weiteres Beispiel für Arbeitsplatzvernichtung durch Ein-Euro-Jobs in Weiden, diesmal bei der Diakonie, die einen Werkhof als Beschäftigungsprojekt betreibt. Sie hat Ein-Euro-Mitarbeiter an die Postbaugesellschaft geschickt; diese haben Fußböden herausgerissen. Die Postbaugesellschaft hat für diesen Einsatz acht Euro pro Stunde bezahlt. Das ist reguläre Arbeit für wenig Geld: Wo ist es möglich, Handwerksleistungen für acht Euro die Stunde zu erhalten, ohne weitere Nebenkosten?

Das Geld, die acht Euro, haben nicht die Ein-Euro-Mitarbeiter erhalten, sondern die Diakonie, die von der Behörde zusätzlich noch eine Verwaltungspauschale für jeden Mitarbeiter erhält, zusätzlich zu dem tatsächlich ausgezahlten Ein-Euro-Stundenlohn. Auch dies reicht für die Feststellung eines regulären Arbeitsverhältnisses aus! –

Dreimal ist Bremer Recht, auch in Weiden: Ausgerechnet die Beratungsstelle für Beschäftigungsinitiativen hat Ein-Euro-Mitarbeiter an ein Altenheim ausgeliehen. Dort haben diese Frauen normale Tätigkeiten ausgeführt. Man hat sie „gebeten“ zu bescheinigen, dass nur zusätzliche Arbeiten ausgeführt würden; als Druckmittel wurde der Verlust der Arbeitsgelegenheit und die Kürzungsmöglichkeiten beim ALG II benutzt.

Die Frauen haben unterschrieben. Sie konnten es auch beruhigt tun, denn diese Unterschriften sind nicht das Papier wert, auf dem sie stehen. Falls diese Frauen sich wehren wollen: Es geht, per Feststellungsklage vor dem Arbeitsgericht!

Im Bericht fällt ein Satz, den ich nicht so stehen lassen kann: Ein-Euro-Mitarbeiter könnten sich meistens nicht wehren. Dieser Satz ist nicht richtig! Jeder kann sich wehren, er muss es nur selber tun. Er kann sich vorher beraten lassen und Verbündete suchen: Personalrat, Arbeitskollegen, Partner, Freunde und ebenfalls Betroffene. Er kann für das Verfahren Vollmacht erteilen, aber die Entscheidung muss er selber treffen und die außergerichtliche Vorarbeit zur Beweisführung leisten. Ein solches Verfahren belastet, aber es befreit auch. Ein solcher Schritt ist notwendig zur Abschaffung der Ein-Euro-Jobs!
Zu den Ein-Euro- Arbeitsgelegenheiten gibt es weitere Gerichtsentscheidungen (Quelle: Tacheles). "

Quelle: http://bremer-montagsdemo.de/) dort auf Urteile klicken

Ob Ihr Ihr es glaubt oder nicht, wir haben in Bremen eine völlig überflüssige Städtische Gesellschaft mit dem Namen "Bremer Arbeit GmbH" (BAG). Mit ihr wurde das in Deutschland einmalige „Amt zur Prüfung und Freigabe von Ein-Euro-Jobs“ erfunden. So überflüssig wie ein Kropf!
Kaleika
 

silvermoon

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#13
Mit Klagen wäre uns momentan ja nicht geholfen, da dies ja wieder Monate dauern würde und wir in dieser Zeit dann wohl sicher eine Kürzung bekommen würden. Wie sollen wir dann die Miete begleichen???

Gegen die Sache wegen der zu wenig gezahlten Miete gehen wir ja vor, haben auch einen kompetenten Anwalt gefunden und nun liegt die Sache mal wieder vor dem SG. Gegen die EEJ´s hatten wir bereits in 2005 geklagt, jedoch ohne Erfolg.

Unser Ziel ist es nun einfach, dass wir jetzt keine Sanktionen zu erwarten haben und von der Einrichtung weg kommen! Denn da gehe ich keine Sekunde mehr hin!!! Zumal der Träger folgendes auf seiner Webseite schreibt:

"Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Nach diesem Prinzip arbeitet ..., und ist für den Bereich „Hilfe zur Arbeit“ zuständig. Sie vermittelt „zusätzliche Arbeitsgelegenheiten“, so genannte Ein-Euro-Jobs. Dass die Arbeiten auch, wie im Gesetz vorgeschrieben, nur zusätzlicher Natur sind, davon überzeugt sie sich in persönlichen Gesprächen, die sie in ihrem Büro mit den vermittelten Arbeitskräften führt und bei Besuchen am Arbeitsplatz. „Da gab es am Anfang Arbeitgeber, die den Begriff Zusätzlichkeit sehr großzügig ausdehnten und den zweiten oder gar dritten Gehilfen für den Hausmeister anforderten“. Doch dem schiebt ... einen Riegel vor und lehnt Vermittlungen in diesen Fällen ab. „Dadurch soll keine regulären Arbeitsplätze vernichtet, sondern im Idealfall sogar neue geschaffen werden“, betont sie."
 
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#14
Ich hab hier im Forum schon gelesen, daß Leute in ein Euro Jobs die eindeutig nicht-zusätzliche Arbeit gemacht haben auf Tariflohn bzw reguläre Einstellung geklagt haben vor dem Arbeitsgericht..

Wäre "Auf Lohnzahlung klagen" in dem Fall eine Option?

Ich hab übrigens einen EEJ im Tierpark angefangen und das Betriebsklima ist sehr angenehm dort und auch wenn ich Arbeiten (Reinigen und Gemüse putzen) der regulär beschäftigten dort mache ist es doch so daß die Angestellten dort zum Teil sehr im Stress sind aber klar ist daß keine weiteren Stellen drinn sind.
Es macht halt schon was aus wenn eine gewisse Dankbarkeit herrscht für die Arbeitserleichterung.
 

silvermoon

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#15
Ich hab hier im Forum schon gelesen, daß Leute in ein Euro Jobs die eindeutig nicht-zusätzliche Arbeit gemacht haben auf Tariflohn bzw reguläre Einstellung geklagt haben vor dem Arbeitsgericht..

Wäre "Auf Lohnzahlung klagen" in dem Fall eine Option?

Ich hab übrigens einen EEJ im Tierpark angefangen und das Betriebsklima ist sehr angenehm dort und auch wenn ich Arbeiten (Reinigen und Gemüse putzen) der regulär beschäftigten dort mache ist es doch so daß die Angestellten dort zum Teil sehr im Stress sind aber klar ist daß keine weiteren Stellen drinn sind.
Es macht halt schon was aus wenn eine gewisse Dankbarkeit herrscht für die Arbeitserleichterung.
Jepp, auch diese Meinung vertrete ich voll und ganz!!! So hatten wir den Leiter unlängst z.B. mal angesprochen, dass uns eine seiner Mitarbeiterinnen stets meidet und es nichtmal für notwendig hält, uns ein "Guten Morgen" zu überbringen. Ich sagte da, dies könnte man von einer Erzieherin ja sicher erwarten, denn ich hätte dies in meiner Erziehung beigebracht bekommen. Da meinte er auch, ich könne sowas nicht beurteilen und was ich nun von ihm erwarte? Er ginge jetzt sicherlich nicht hin zu besagter Kollegin und würde ihr sagen, sie solle uns achten! Dazu sagen muss ich, dass die Kollegin uns deshalb so mied, weil wir am Tage vorher frei hatten und sie dann den Küchendienst der Hauswirtschafterin übernehmen musste, die krank war.

Mit Mißachtung wurden wir immer dann gestraft, wenn wir mal nicht irgendeine Vertretung übernehmen konnten bzw. nicht bereit waren, diese zu übernehmen. Wo sind wir denn? Muss ich als Euro Jobber auch noch Vertretungen übernehmen, oder was? Es ist doch schon falsch von der Einrichtung, dass sie uns überhaupt für ihren Dienstplan mitverplant, oder nicht? Zusätzliche Arbeiten dürfen doch keine Terminarbeiten sein!

Und wenn wir dann mal nicht bereit waren, an einem der unzähligen Wochenendbasare zu helfen, bekamen wir dies Montags durch weitere Arbeit zurück! Ist das fair?

Nach und nach fällt mir immer mehr ein, was ich einfach so die ganzen Monate geschluckt habe...
 

Bruno1st

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#16
Jepp, auch diese Meinung vertrete ich voll und ganz!!! So hatten wir den Leiter unlängst z.B. mal angesprochen, dass uns eine seiner Mitarbeiterinnen stets meidet und es nichtmal für notwendig hält, uns ein "Guten Morgen" zu überbringen. Ich sagte da, dies könnte man von einer Erzieherin ja sicher erwarten, denn ich hätte dies in meiner Erziehung beigebracht bekommen. Da meinte er auch, ich könne sowas nicht beurteilen und was ich nun von ihm erwarte? Er ginge jetzt sicherlich nicht hin zu besagter Kollegin und würde ihr sagen, sie solle uns achten! Dazu sagen muss ich, dass die Kollegin uns deshalb so mied, weil wir am Tage vorher frei hatten und sie dann den Küchendienst der Hauswirtschafterin übernehmen musste, die krank war.

Mit Mißachtung wurden wir immer dann gestraft, wenn wir mal nicht irgendeine Vertretung übernehmen konnten bzw. nicht bereit waren, diese zu übernehmen. Wo sind wir denn? Muss ich als Euro Jobber auch noch Vertretungen übernehmen, oder was? Es ist doch schon falsch von der Einrichtung, dass sie uns überhaupt für ihren Dienstplan mitverplant, oder nicht? Zusätzliche Arbeiten dürfen doch keine Terminarbeiten sein!

Und wenn wir dann mal nicht bereit waren, an einem der unzähligen Wochenendbasare zu helfen, bekamen wir dies Montags durch weitere Arbeit zurück! Ist das fair?

Nach und nach fällt mir immer mehr ein, was ich einfach so die ganzen Monate geschluckt habe...
Der Typ scheint sowohl in Personalführung wie auch in der eigenen Kinderstube mit dem Düsenjäger duchgerast zu sein. Wenn mir ein Mitarbeiter so etwas sagte, dann wurde dies bei einer passenden Gelegengheit ALLGEMEIN angesprochen.

Fair ? Gibt es gerade in sozialen Einrichtungen wenig - denn jeder wieß, wenn er protestiert, muß ein anderer mehr arbeiten oder ihm wird etwas weggenommen. Ich bin da gespannt, was da für Kinder verzogen oder erzogen werden.
Aber das mit dem nachtreten erinnert mich an meine Zeit als nebenberuflicher Taxifahrer - da waren die Leute oft auch 'beleidigt', weil sie ein Taxi bestellt hatten und da saß ein Mensch drin - der was gegen rauchen hatte, nicht gerast ist, usw.
 

silvermoon

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#17
Der Typ scheint sowohl in Personalführung wie auch in der eigenen Kinderstube mit dem Düsenjäger duchgerast zu sein.
Aber echt! *gg*


Ich bin da gespannt, was da für Kinder verzogen oder erzogen werden.
Wir konnten mit eigenen Augen des Öfteren beobachten, wenn die Kinder bspw. ihren Teller nicht leer aßen, dass sie zur Strafe das "Vater unser" aufsagen und sich dazu noch in die Ecke stellen mussten!!! Das Gleiche hat er wohl versucht, auf andere besondere Art mit uns durchzuführen!!!
 

Arania

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#18
Wir konnten mit eigenen Augen des Öfteren beobachten, wenn die Kinder bspw. ihren Teller nicht leer aßen, dass sie zur Strafe das "Vater unser" aufsagen und sich dazu noch in die Ecke stellen mussten!!! Das Gleiche hat er wohl versucht, auf andere besondere Art mit uns durchzuführen!!!
Und das habt Ihr so gesehen und nichts unternommen?:icon_rolleyes:
 

silvermoon

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#19
Und das habt Ihr so gesehen und nichts unternommen?:icon_rolleyes:

Was sollen wir da unternehmen?
Wir bekommen doch jedes Wort im Mund herumgedreht und dann heißt es wieder, ich "kann das nicht beurteilen"!
 

Dopamin

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#20
Also, ich will ja nu niemandem auf den Schlips treten, ABER...

In einer katholischen Schule ("Privatschule"- privat aber nicht kostenpflichtig - zumindest nicht mitte der 90er) traf ich auf eine Lehrkraft, die (für mich offensichtlich) reichlich Gebrauch von Melissengeist machte.

Im evangelischen Kindergarten bekam ich Probleme, weil ich aus beruflichen Gründen dem Wunsch der Erzieherinnen nicht nachkommen konnte, meine Tochter abzuholen (das tat damals mein Vater). Es gab noch mehr Reibungsflächen mit dem dortigen Personal, würde aber offtopic gehen...

Kirchliche Einrichtungen... Gibt es welche die ANDERS sind??? Ich weiß warum ich von sowas wenig halte... Die Kita damals MUSSTE ich nehmen, in der Umgebung habe ich nichts anderes bekommen...
 

silvermoon

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#21
Also, ich will ja nu niemandem auf den Schlips treten, ABER...

In einer katholischen Schule ("Privatschule"- privat aber nicht kostenpflichtig - zumindest nicht mitte der 90er) traf ich auf eine Lehrkraft, die (für mich offensichtlich) reichlich Gebrauch von Melissengeist machte.

Im evangelischen Kindergarten bekam ich Probleme, weil ich aus beruflichen Gründen dem Wunsch der Erzieherinnen nicht nachkommen konnte, meine Tochter abzuholen (das tat damals mein Vater). Es gab noch mehr Reibungsflächen mit dem dortigen Personal, würde aber offtopic gehen...

Kirchliche Einrichtungen... Gibt es welche die ANDERS sind??? Ich weiß warum ich von sowas wenig halte... Die Kita damals MUSSTE ich nehmen, in der Umgebung habe ich nichts anderes bekommen...

Sehe mich jedenfalls voll und ganz bestätigt darin, dass ich bereits seit über 10 Jahren aus der Kirche ausgetreten bin!!! *grummel*
 

vagabund

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#22
Habt Ihr die Möglichkeit einen Beistand (Zeugen) zu diesem Gespräch mitzunehmen?
 
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#24
Sagt mal wieso rackert ihr euch denn für den Laden so ab??

Da gibts Dienst nach Vorschrift. Arbeit in gemütlichem Tempo. Mengen von Arbeit aufhalsen?? Ist nicht. Was nicht fertig wird bleibt einfach liegen bis zum nächsten Tag. Arbeit am Sonntag? Nicht mit uns! Überstunden? Werden peinlich genau notiert und abgefeiert.

Klar daß die den Vertrag verlängert haben. Da haben sie ein paar Idioten die sie wie Dreck behandeln können, die dabei noch fleissig schuften und sich das alles ohne Muh und Mäh gefallen lassen...

Also gibts eine Chance in so einem Fall von eindeutig nicht-zusätzlicher Arbeit als Hausmeister und Köchin den Lohn einzuklagen????

Ihr jammert hier rum daß ihr scheisse behandelt werdet, mann dann verfolgt mal jede Möglichkeit daran was zu ändern!
 

silvermoon

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#25
Achso, was ich noch vergessen habe:
Wir durften mit unserem Privat Kfz auch noch Arbeitsmaterial einkaufen fahren!!!
 

silvermoon

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#28
Oder:
SKLAVENTREIBEREI

Manch ein Knasti muss seine Strafstunden nicht so hart abarbeiten, wie wir es in dieser Einrichtung getan haben!!!

Man sollte einen Leserbrief verfassen darüber!
 

Grobi

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#29
Interessante (und durchaus zutreffende) Wortmalerei hilft den betroffenen wohl nicht wirklich weiter.

Was den EEJ selber angeht:
Zum einen - versucht auf jeden Fall, einen Zeugen zu Chefgesprächen mitzunehmen! Sucht eine Elo-Initiative in eurer Nähe und fragt da nach, im Freundeskreis nachfragen, versucht es einfach! Mit Zeuge sieht das ganze sicher schon anders aus.
Zum zweiten - führt Buch. Sammelt Beweise. Insbesondere: WER erteilt eine Anweisung zur Durchführung einer Arbeit? WELCHE Arbeit wurde angewiesen? WANN war diese zu erledigen, Geforderter Zeitraum und wirklich aufgewendete Zeit notieren. WO fand die Arbeit statt, in welchem Raum? Steht die Tätigkeit im Massnahmevertrag? Usw. - alles, was interessant sein könnte AUFSCHREIBEN. Und zwar umgehend. Am besten ist hier ein kleines A6 Notizbuch, wo jeder Tag eine Doppelseite erhält. Das kann man fein überall hin mitnehmen. Der Chef muss das auch nicht erfahren, bis es zu spät ist. So ein Notizbuch kann wunderbar eingesetzt werden, um Lohnansprüche zu begründen, Strafanzeigen zu untermauern oder die Massnahme abrupt abbrechen zu lassen.
Zum dritten - Sagt auch mal NEIN. Privat-Fahrt zum einkaufen/Materialtransport - ok, aber NUR bei realistischem Unkostenersatz, zahlbar SOFORT in Bar. Ansonsten soll man euch das Material hinstellen.
Zum vierten - Wenn da ein Kind so behandelt wird wie beschrieben sollte man dringend die zuständigen Stellen informieren. Würde ICH so etwas beobachten hätte das Jugendamt sicher noch am gleichen Tag ein Brieflein im Kasten. Dieses Vorgehen erscheint euch pädagogisch bedenklich? Mir auch. Aber:
Durch wegschauen ändert sich nichts.
 

Arania

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#30
Oder:
SKLAVENTREIBEREI

Manch ein Knasti muss seine Strafstunden nicht so hart abarbeiten, wie wir es in dieser Einrichtung getan haben!!!

Man sollte einen Leserbrief verfassen darüber!
Warum tust Du es dann nicht? Silvermoon Du lässt hier Deine ganze Wut ab und hast ja recht mit allem, warum wehrst Du Dich dann aber nicht? Wenn die Verhältnisse dort so sind wie Du schilderst dann muss das von staatlicher Stelle überprüft werden, denn das ist nicht nur für die Mitarbeiter, sondern auch für die Kinder unerträglich
 

Bruno1st

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#31
Warum tust Du es dann nicht? Silvermoon Du lässt hier Deine ganze Wut ab und hast ja recht mit allem, warum wehrst Du Dich dann aber nicht? Wenn die Verhältnisse dort so sind wie Du schilderst dann muss das von staatlicher Stelle überprüft werden, denn das ist nicht nur für die Mitarbeiter, sondern auch für die Kinder unerträglich
das kommt sicher auch noch - ich sehe es als eine Art Bestandsaufnahme oder Inventur - bei der wir die 'Kritiker' machen und er im Moment erst alles sammelt und sortiert.

Jeder braucht einen Vorlauf und gute Kritik ist selten - entweder nur blinde Zustimmung (ist gut, klasse,...) oder bringt doch nichts. Es ist schwierig, irgendetwas alleine aufzuziehen - die Idee alleien reicht nicht und bei diesen Gegenspielern (war alles nicht so - ist doch nur ein 1€J - hat sowieso keine Ahnung - usw.) - dazu sollte man sich auch Zeit nehmen und gönnen.
Ich nehme an, hier ist ein Fass gerade am überlaufen und wir können helfen, daß alle Energie gezielt genutzt wird und nicht irgendwo versickert.
 
E

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#32
Zitat, Grobi:

"Interessante (und durchaus zutreffende) Wortmalerei hilft den betroffenen wohl nicht wirklich weiter."

Ich habe geschrieben: Ein-Euro-Job = Betrug am arbeitslosen Menschen!

Ich bin 2005 mit ebenso viel Elan und Hoffnungen wie "silvermoon" in meinen ersten und zweiten Ein-Euro-Job gestartet. Ich bin jäh enttäuscht worden, weil ich damals einfach zu naiv war um zu erkennen, daß diese Maßnahmen von Anfang bis zum Ende nur ins Nichts führen.

Im Nachhinein ist man immer schlauer: Ich bin ausgenutzt worden!

Den ersten Ein-Euro-Job in einer Einrichtung der Diakonie habe ich mit dem Einverständnis der Fallmanagerin abgebrochen. Ich erhielt deswegen keinerlei Sanktionen. Ergo: Auch mit Fallmanagern kann man durchaus auf gleicher Augenhöhe reden.

Den zweiten Ein-Euro-Job bei der Tafel e. V. (Maßnahmeträger: AWO) habe ich voll durchgezogen. Das war auch ein Fehler. Denn eine Aussicht auf eine Festanstellung bestand nämlich nie.

Deshalb nochmals: Ein-Euro-Job = Betrug am arbeitslosen Menschen!

Aber diese Erfahrung muß jeder für sich machen.
 

silvermoon

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#33
Wir waren heute bei dem Träger. Der wird das Dekanat verständigen und die über die Machenschaften aufklären!!! Der Träger betitelte dies selbst als Sklavenhandel an Hartz IV Empfängern!!!

Ich denke, da wird so schnell kein Euro Jobber mehr hingeschickt. Der Träger meinte auch, wenn ein Euro Jobber schon als typischer Hartz IV Empfänger behandelt wird, sei es schon nicht Sinn und Zweck der Sache. Eine Menschenachtung könne man mindestens erwarten.

Mal abwarten, ob sich der Kiga-Leiter nicht noch fein herausredet...

Mit der Arge haben die auch schon gesprochen, also alles im grünen Bereich!
Ich werde mich nun umsetzen lassen (evtl. Tierheim), mein Partner hat eine Option, an einem neuen Projekt unserer Stadt teilzunehmen mit der Option auf 100%ige Vermittlung in den ersten Stellenmarkt! Dort werden spezifisch die Qualifikationen des erlernten Berufes gefördert und geprüft und dann wird man in eine entsprechende Firma vermittelt. Je "schlauer" man also ist, umso schneller kann diese Vermittlung erfolgen. Natürlich in den verschiedensten Berufssparten wie Bau, Garten- und Lanschaftsbau, Weinbau, Metall, Holz, Farbe, Lager Logistik, Büro, Einzelhandel.

Da ich aus dem kfm. Bereich komme, muss ich noch was warten, da sind momentan alle Plätze belegt.

Ich hoffe, da wird man wirklich entsprechend vermittelt und legt nicht nur wieder ´ne Maßnahme ab, die einem am Ende nix bringt. Aber angeblich wurden schon erste Jobs erfolgreich vermittelt.

P.S. Den EEJ mache ich nur wegen des Geldes weiter, so lange bis ich auch in diese Maßnahme kann oder Arbeit finde. Wie schon erwähnt, wir können sonst unsere Wohnung nicht zahlen...
 
E

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#34
Ich werde keinen einzigen Ein-Euro-Job mehr annehmen. Auch nicht aus dem Grund, weil ich dann ein paar Euro mehr in der Tasche habe.

Ich habe ein Recht auf eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit. Unbefristet. Ohne irgendeinen Pseudo-Zuschuß für den Maßnahmeträger oder Arbeitgeber.

Ein-Euro-Jobs sind gewolltes Unrecht!

Ein weiteres Negativ-Beispiel ist der Kombilohn. Was sind das für Arbeitgeber, die nicht einmal bereit dazu sind einen anständigen Lohn für geleistete Arbeit aus eigener Tasche zu zahlen?
 

silvermoon

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#35
Ich werde keinen einzigen Ein-Euro-Job mehr annehmen. Auch nicht aus dem Grund, weil ich dann ein paar Euro mehr in der Tasche habe.

Ich habe ein Recht auf eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit. Unbefristet. Ohne irgendeinen Pseudo-Zuschuß für den Maßnahmeträger oder Arbeitgeber.

Ein-Euro-Jobs sind gewolltes Unrecht!

Ein weiteres Negativ-Beispiel ist der Kombilohn. Was sind das für Arbeitgeber, die nicht einmal bereit dazu sind einen anständigen Lohn für geleistete Arbeit aus eigener Tasche zu zahlen?
Naja, was heißt "ein paar Euro mehr in der Tasche"... Wenn diese "paar Euro" allerdings dazu beitragen müssen, die Unterkunft zu zahlen (wie bei uns) sieht die Sache eben anders aus. Die Arge zahlt uns unsere Wohnung nicht voll, obwohl sie von Preis & Größe angemessen ist, es ist eine Whg. mit WBS für 2 Personen... Dagegen sind wir am Klagen. Legen im Monat 75 Euro selbst von unserer Regelleistung drauf und durch den EEJ gehts eben leichter, zumal wir die Fahrtkosten extra gezahlt bekommen.

Es ist natürlich absolut KORREKT, dass man ausgenutzt wird etc. Aber unser Träger hatte wirklich das vollste Verständnis, dieser Sklaventreiber wird so schnell keinen Ein Euro Jobber mehr kriegen! Der Träger hat sogar auch gesagt, wir hätten dem viel eher ein Regel vorschieben müssen.

Jedenfalls sind die so verständnisvoll, dass wir nun wieder auf unseren Wunsch hin zusammen eingesetzt werden.

Man bedenke, dass wir vor einem Jahr auf Wunsch der Arge umziehen mussten und die keinen einzigen Cent für diese Kosten aufkamen! Wir hatten und haben also sehr schwer zu knabbern in Sachen Geld und da sind wir auf die EEJs zur Zeit einfach angewiesen. Des weiteren kann man mit unseren SB´s bei der Arge auch sehr gut reden und die sagen selbst, dass ein EEJ nicht die Zukunft sein kann, verstehen uns aber, dass wir das Geld momentan brauchen.
 
E

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#36
Guten Abend silvermoon,

ich kann Deine Argumentation gut nachvollziehen.

Aber ich werde keinen Ein-Euro-Job mehr antreten. Ich habe aus meinen Fehlern gelernt.
 

Atlantis

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#37
Ich hab es mal wieder eingestellt
damals musste die ARG in BS 300 Leute Zurückbeordern.


Zitat:
Bundeswirtschaftsministerium verlangt Änderungen von Braunschweigs Hartz-IV-Arge

Das Bundeswirtschaftsministerium hat von Braunschweigs Hartz-IV-Arge Änderungen bei 1-Euro-Jobs verlangt. Begründung: Sie sind teilweise nicht gesetzeskonform.
Ausgerechnet der Beschäftigungsbetrieb der Stadt Braunschweig, der am längsten Erfahrung mit der Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen hat, wurde kräftig abgewatscht. Ratsherr Udo Sommerfeld (Linkspartei) nimmt die Steilvorlage auf und meint: "Dass die Verwaltung noch nicht einmal die schwammigen Regeln des Sozialgesetzbuchs einhält, ist ein Skandal. Vor dem Hintergrund der derzeitigen Missbrauchs-Debatte ist zu sagen, dass dies Missbrauch ist. Nur sind die Hartz-IV-Empfänger nicht die Täter, sondern die Opfer, mit denen Druck auf reguläre Beschäftigung ausgeübt wird." Starker Tobak.
Privataufträge abgearbeitet
Hintergrund: Beim Beschäftigungsbetrieb sind Anfang des Jahres die ersten 1-Euro-Jobs für Hartz-IV-Empfänger eingerichtet worden. Wenig später legte bereits ein Braunschweiger Betrieb aus dem Reinigungsgewerbe Beschwerde beim Bundeswirtschaftsministerium ein. Die Berliner gaben dem Unternehmen Recht: Die angebotenen 1-Euro-Jobs entsprachen nicht der Vorgabe, wettbewerbsneutral, zusätzlich und gemeinnützig zu sein. Das war auch kaum möglich, denn die 1-Euro Jobber arbeiteten offenbar im Auftrag des Beschäftigungsbetriebs einen Privatauftrag ab.
Hinter verschlossenen Türen wurde in einer Krisensitzung bei der Arge nach Lösungen gesucht. Der Lenkungsausschuss legte fest: Privataufträge werden nicht mehr von 1-Euro-Jobbern des Beschäftigungsbetriebs abgearbeitet, es sei denn, die betreffende Innung erteilt eine Unbedenklichkeitsbescheinigung. Die Reinigungsinnung erteilte sie nicht.
Folge: Der Fachbereich Soziales und Gesundheit sah sich gezwungen, sämtliche Privataufträge im Bereich der Gärtnerei, des Dienstleistungsbereichs und der Werkstatt für Transporte, Malen und Sonderaufträge aufzukündigen.
Damit verschwanden jedoch auch die 1-Euro-Jobs. Die Verwaltung will nun Verhandlungen mit der Gebäudereinigungsinnung führen, "um neue Wege der Zusammenarbeit zu finden, damit den Klienten weiterhin eine Qualifizierung nahe am ersten Arbeitsmarkt geboten werden kann, die gesetzlichen Kriterien aber dennoch erfüllt werden".
Klärung im Sozialausschuss
Götz-Rüdiger Kliesch, sozialpolitischer Sprecher der CDU und auch Justiziar der Handwerkskammer, will "nicht das Kind mit dem Bade ausschütten und Verallgemeinerungen sind gewiss fehl am Platz. Aber die Verwaltung muss im Sozialausschuss erklären, wie so etwas hat durchrutschen können".
Donnerstag, 10.11.2005
http://www.newsclick.de/index.jsp/me.../artid/472202
 

Atlantis

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#38
Götz-Rüdiger Kliesch, sozialpolitischer Sprecher der CDU und auch Justiziar der Handwerkskammer, will "nicht das Kind mit dem Bade ausschütten und Verallgemeinerungen sind gewiss fehl am Platz. Aber die Verwaltung muss im Sozialausschuss erklären, wie so etwas hat durchrutschen können".


Nicht der Beschiss mit den 1 Euro Jobs war sein größte sorge sondern wie konnte das
an die Öffentlichkeit kommen.
 

sun2007

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#39
Unglaublich

Hallo Silvermoon,
ich habe gerade nur geschafft, mir die erste Hälfte Deines ersten Berichts durchzulesen - das ist ja alles unglaublich. Zum Glück bist Du nicht allein und hast durch den Partner immer einen Zeugen für alles, trotzdem würde ich auch hier empfehlen: alles dokumentieren, alles aufschreiben (hast Du ja auch in dem Bericht im Grunde schon getan, jetzt nur noch mit Datum und Personennamen und weiteren Details auffüllen).

Insgesamt scheint es mir so zu sein, als verlören die Arbeitgeber plötzlich jedweden Respekt, sobald sie einen EEJobber vor sich haben - obwohl sie doch wirklich dankbar sein könnten und sollten für eine zusätzliche Kraft. Aber weil sie eben wenig kostet, ist sie in deren Augen auch nichts wert.

Sowas muss UNBEDINGT dokumentiert werden, nur dann kann man dagegen vorgehen. Ich verstehe auchnicht, wieso Ihr Euch noch drohen lasst mit Kündigung - Kitas werden gebraucht, davon gibt es viel zu wenige, könnt Ihr nicht eine gründen oder Tageseltern werden, Stichwort "Existenzgründungszuschuss" - nur so 'ne Idee, auch das ist ein steiniger Weg. Allerdings kann es einfach nicht sein, dass ausgerechnet diejenigen, die sich anstrengen und offensichtlich wollen und was tun, dafür dann auch noch geschmäht und respektlos behandelt werden - diejenigen, die still und leise nur das Geld kassieren und sihc schon lange nicht mehr engagieren, werden viel eher in Ruhe gelassen. Es ist wirklich zum :icon_kotz2:
(eines meiner Lieblins-Icons im Moment).

Ich werde Euren Berihct bald zu Ende lesen und will Euch Mut machen, dass Ihr Euch Eure Würde nicht nehmen lasst. Zum Glück seid Ihr zu zweit. Aber trotzdem: Kopf hoch und raus aus dem Programm, ich wünsche Euch, dass Ihr bald was anderes findet. So sollte sich wirklich niemand behadneln lassen.

Gruß und Frohe Ostern
sun2007
 
E

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#40
Was sollen wir da unternehmen?

Zum Beispiel die Eltern informieren, daß die sich das mit eigenen Augen anschauen können?


Wir bekommen doch jedes Wort im Mund herumgedreht und dann heißt es wieder, ich "kann das nicht beurteilen"!
Also läßt man weiter Kinder mißhandeln?
 
E

ExitUser

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#41
Achso, was ich noch vergessen habe:
Wir durften mit unserem Privat Kfz auch noch Arbeitsmaterial einkaufen fahren!!!
Dürfen, genau... was ich darf, muß ich nicht!

Da würd ich zu Fuß gehen... und nen schönen Spaziergang machen :)
 

Bruno1st

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#42
Zitat von silvermoon

Achso, was ich noch vergessen habe:
Wir durften mit unserem Privat Kfz auch noch Arbeitsmaterial einkaufen fahren!!!


Dürfen, genau... was ich darf, muß ich nicht!

Da würd ich zu Fuß gehen... und nen schönen Spaziergang machen :)
Das lief sicher anders "können Sie das ganz schnell besorgen, Sie haben doch ein Auto dabei" und ein normaler, als nicht caritativ oder bürokratisch geschädigter Mensch geht man davon aus, daß die Kosten erstattet werden. Bei der ersten Frage heißt es meistens "schreiben Sie die km auf - das bekommen Sie bezahlt" (natürlich ohne Angabe der km-Erstattung und vor allem nicht, ob diese Person überhaupt dazu berechtigt ist).
Das ist alles nur Schema F und mehr wie primitiv im menschlichen Umgang.

Diese Leute be-lehren dann die Kinder und züchten den Nachwuchs für ihre Machenschaften, bzw. bereiten ihn als "normal" darauf vor.

silvermoon, es war so zu befürchten, aber ihr wart enthusiastisch und vielleicht hättet ihr die berühmte ausnahme gezogen - wenn man es nicht versucht, weiß man nicht was rauskommt.
 

Gurudev

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#43
Diese hanebüchenden Zustände lassen meine Nackenhaare hochstehen.....

"Das Sozialgericht Gelsenkirchen (S11 AS 7/05 ER) befasste sich mit einem ALG-II-Empfänger, der einen Ein-Euro-Job nicht weiter ausgeführt hatte und vom Amt mit Sanktionen belegt wurde. Die vorgenommene Rechtsbelehrung des Amtes wurde vom Gericht für nicht ausreichend erklärt, daher sind die Sanktionen unwirksam. Obwohl auf die Leistungseinstellung für dieses Verhalten hingewiesen wurde, erhält er weiterhin sein Geld. Auf die anderen Probleme des Ein-Euro-Jobs wurde hier nicht eingegangen. –
Kaleika
Hallo Kaleika,

Meine Frage ist hier vielleicht deplatziert, ich bitte aber um eine kurze Antwort:

Wenn unberechtigte Sanktionen oder andere Kürzungen durch das 'Amt' vorgenommen wurden und nach einem Klageweg von vielen Monaten,
das Gericht gegen das 'Amt' entscheidet, bekomme ich dann diese
Kürzungen n a c h g e z a h l t ?
Oder hantiert das 'Amt' dann mit dem Argument, dass ich diese vielen
Monate des Klageweges scheinbar, trotz der Kürzung, "ü b e r l e b e n"
konnte?
Meine Auseinandersetzung mit dem 'Amt' führt wahrscheinlich in diese Richtung und ich wäre für diesen K(r)ampf gern optimal präpariert.

Danke, Gruß

Gurudev
 

Haubold

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#44
Hallo Kaleika,

Meine Frage ist hier vielleicht deplatziert, ich bitte aber um eine kurze Antwort:

Wenn unberechtigte Sanktionen oder andere Kürzungen durch das 'Amt' vorgenommen wurden und nach einem Klageweg von vielen Monaten,
das Gericht gegen das 'Amt' entscheidet, bekomme ich dann diese
Kürzungen n a c h g e z a h l t ?
Oder hantiert das 'Amt' dann mit dem Argument, dass ich diese vielen
Monate des Klageweges scheinbar, trotz der Kürzung, "ü b e r l e b e n"
konnte?
Meine Auseinandersetzung mit dem 'Amt' führt wahrscheinlich in diese Richtung und ich wäre für diesen K(r)ampf gern optimal präpariert.

Danke, Gruß

Gurudev
Einfach gesagt JA.
Deswegen bestreitest doch Du den Klageweg, oder?
 

sun2007

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#45
@Gurudev

Die Frage ist absolut berechtigt. Ich denke, Du musst sagen (oder nachweisen??), dass Du Schulden gemacht hast um zu überleben sonst könnte es Dir tatsächlich zum Fallstrick gemacht werden, DASS Du ja überhaupt überlebt hast und nicht verhungert bist in der Zeit. Also: Noch genauer erkundigen, wo Du am Besten die Schulden machst: ob privat oder bei einer Bank etc. - wobei Du von letzterer normalerweise nichts bekommst. Falls Du Schulden machst: Besser nicht bei Verwandten oder Verschwägerten! Sondern nur bei Leuten, mit denen Du nicht verwandt oder verschwägert bist. Das ist immer besser. Und am Besten bar, denke ich. Alles nur nach Gefühl, was ich hier schreibe.
 

Gurudev

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#46
@ Sun 2007

Die Frage ist absolut berechtigt. Ich denke, Du musst sagen (oder nachweisen??), dass Du Schulden gemacht hast um zu überleben sonst könnte es Dir tatsächlich zum Fallstrick gemacht werden, DASS Du ja überhaupt überlebt hast und nicht verhungert bist in der Zeit. Also: Noch genauer erkundigen, wo Du am Besten die Schulden machst: ob privat oder bei einer Bank etc. - wobei Du von letzterer normalerweise nichts bekommst. Falls Du Schulden machst: Besser nicht bei Verwandten oder Verschwägerten! Sondern nur bei Leuten, mit denen Du nicht verwandt oder verschwägert bist. Das ist immer besser. Und am Besten bar, denke ich. Alles nur nach Gefühl, was ich hier schreibe.
Hallo Sun2007,
danke für die Antwort.
Ich habe mir gedacht, dass an der Sache ein 'Pferdefuß' ist (sein könnte).
Hier in Berlin dauern z.B. Klagen b i s zu 2 Jahren !
Zwei Jahre mal die Summe, die vom JobCenter unberechtigt gestrichen wurde
..... - da kommt was zusammen !!!
Suche jetzt nur noch einen 'Nichtverwandten', der mich über diese Zeit
'finanziert'
Hier wird man doch förmlich zum Besch... gezwungen!!!

Gruß Gurudev
 

sun2007

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#49
@ Sun 2007



Hallo Sun2007,
danke für die Antwort.
Ich habe mir gedacht, dass an der Sache ein 'Pferdefuß' ist (sein könnte).
Hier in Berlin dauern z.B. Klagen b i s zu 2 Jahren !
Zwei Jahre mal die Summe, die vom JobCenter unberechtigt gestrichen wurde
..... - da kommt was zusammen !!!
Suche jetzt nur noch einen 'Nichtverwandten', der mich über diese Zeit
'finanziert'
Hier wird man doch förmlich zum Besch... gezwungen!!!

Gruß Gurudev
Für solche Fälle gibt es Eilverfahren oder einstweilige Verfügungen oder sowas in der Art. Kein Mensch kann Dich über einen so langen Zeitraum durchfüttern und ich rate auch nicht zum Besch*** Ich rate nur zur Vorsicht: Kein Geld von Leuten, mit denen Du verwandt bist und am besten Bar. Ansonsten das schnellstmögliche Klageverfahren.
"Hier in Berlin" sind die Gerichte aber auch ziemlich erfahrenm it diesen Fällen und ziemlich routiniert, so dass Du hier vielleicht so ein Eildings schneller durchkriegst als sonstwo in der deutschen Provinz. Die Leute sind hier auch bodenständiger (auch die im Gericht) und wissen, dass Du logischerweise sonst nicht überleben kannst. WÜrdest Du in BAden Baden leben, würde Dir vermtulich schneller unterstellt, Du würdest irgendwo noch einen Sack voll Geld versteckt haben. In Belrin gibt es mehr Armut und die Richter sind das gewohnt und reagieren da auch (hoffentlich) schneller.

Und den bestmöglichen Anwalt finden. Das ist der Dreh- und Angelpunkt.

Viel Glück.
 

Bruno1st

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#50
Ein-Euro-Job = Betrug am arbeitslosen Menschen!
nachdem ich gerade meinen 1€J angetreten habe und einen Vertrag zur Unterschrift vorgelegt bekam, der mich mit den Ohren schnackeln ließ, ist der aktuelle Stand nun "ohne Unterschrift kein 1€J und der Vertrag wird nicht geändert"
Bereits die Beschäftgungszeit 20-30 Stunden/Woche ist dubios - dann die Schweigepflicht, nach der ich nirgendwo etwas zu meiner Arbeits (dienstlichen Angelegenheiten) sagen darf - oder die Haftung
"Für Schäden bei der Ausübung der Tätigkeit gilt analog das für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer maßgebliche Haftungsprivilig (§16 Abs. 3 S. 2 SGB II)."
Diesen Parapgraphen habe ich auch wie andere nicht gesehen - anscheinend brauchen die nur arbeitslose Einser-Juristen.

Auch die
Sonstige Bestimmungen
Weitere Vereinbarungen bedürfen zu Ihrer Gültigkeit der Schriftform.
ist interessant - damit ist alles blabla Makulatur - vielleicht sollte sich die ARGE daran ein Beispiel nehmen und den Teil "unklares wurde erläutert" aus den Eingliederungsvereinbarungen rausnehmen.

Das dann noch dder Vorwurf kam, ich möchte die Biege machen ist für mich eine Unverschämtheit. Ich bin am 02.04.07 um 08.00 bereits dort gewesen, ohne Bescheid der AARGE, usw. nur aufgrund der gemeinsamen mündlichen Vereinbarung. Damals mußte ich wieder gehen, weil neimand in der Lage war, mir die Terminverschiebung rechtzeitig durchzugeben (kam dann ein paar Tage später mit Briefdatum vom 03.04.07)

Was für mcih unerklärlich ist, da sind nun 4 Wochen vergangen und NIEMAND war in der Lage diesen Arbeitsvertrag oder die Hausordnung vorher durchzusprechen - am ersten Tag dann der massive Druck zu unterschreiben.
In der Hausordnung gilt ein Handyverbot - weil ich aber bei allen Bewerbungen die Handynummer angegeben habe, ist das ein Eigentor wenn ich nicht erreichbar bin. Hat nicht interessiert "reißen Sie Ihre 6 Monate ab und gut ist"
Jetzt erst mal einen Brief an die ARGE - Schilderung was los ist und Frage, wieso meine Fragen die ich zu diesem 1€J schon lange an die ARGE gestellt habe, bis heute nicht beantwortet wurden und alles unnötig eskalierte "ohne Unterschrift kein 1€J"

Wer mir helfen möchte, darf sich gerne den ganzen Vertrag und die Hausordnung zur Brust nehmen. Denn der Kommentar, "Sie haben doch sicher schon mehrere Arbeitsverträge unterschrieben" trifft zwar zu, aber die kamen alle vorab und nicht erst am ersten Arbeitstag plus diesem massiven Druck.
 

Borgi

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#51
In meinen Augen hat der Leiter dieser Einrichtung (Kita) den Tatbestand der Erpressung erfüllt. Ich würde ihn auf jeden Fall wegen Erpressung bei der Polizei anzeigen! Ihr habt dabei nichts zu verlieren.
Mit der Drohung, wenn ihr bestimmte Arbeiten nicht macht, den Vertrag zu beenden, hat er den Tatbestand der Erpressung erfüllt. Diesbezüglich kenne ich keine Gnade. Schon allein um den Lerneffekt dieser Einrichtungen zu fördern!
 

sun2007

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#52
In meinen Augen hat der Leiter dieser Einrichtung (Kita) den Tatbestand der Erpressung erfüllt. Ich würde ihn auf jeden Fall wegen Erpressung bei der Polizei anzeigen! Ihr habt dabei nichts zu verlieren.
Mit der Drohung, wenn ihr bestimmte Arbeiten nicht macht, den Vertrag zu beenden, hat er den Tatbestand der Erpressung erfüllt. Diesbezüglich kenne ich keine Gnade. Schon allein um den Lerneffekt dieser Einrichtungen zu fördern!
Als Vorgesetzter darf er das, soweit ich weiß. Kommt auf die Arbeiten an und vor allem: womit er sonst noch alles gedroht hat aber grundsätzlich ist es rechtlich wohl schon so, dass ein Vorgesetzter auch weisungsbefugt ist. Ob die Weigerung, eine bestimmte Arbeit zu machen, schon eine Kündigung rechtfertigt, steht auf einem anderen Blatt - aber gedroht wird ja viel. Das ist m. E. noch keine Erpressung.
 
E

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#53
nachdem ich gerade meinen 1€J angetreten habe und einen Vertrag zur Unterschrift vorgelegt bekam, der mich mit den Ohren schnackeln ließ, ist der aktuelle Stand nun "ohne Unterschrift kein 1€J und der Vertrag wird nicht geändert"
Bereits die Beschäftgungszeit 20-30 Stunden/Woche ist dubios - dann die Schweigepflicht, nach der ich nirgendwo etwas zu meiner Arbeits (dienstlichen Angelegenheiten) sagen darf - oder die Haftung
Diesen Parapgraphen habe ich auch wie andere nicht gesehen - anscheinend brauchen die nur arbeitslose Einser-Juristen.
...

Also soweit ich weiß, ist für Dich als "Einzugliederndem", das auferlegt bekommen einer Haftungs- oder Schweigepflicht, ein Grund für Unzumutbarkeit.

Der Arbeitsvertrag mag für einen normal und sozial versicherungspflichtig Beschäftigten, mit entsprechendem Gehalt zumutbar sein, Dich berechtigt er meiner Meinung nach zumindest zur anwaltlichen oder sozialgerichtlichen Überprüfung.

In Fällen wie diesem unterschriebe ich mit dem Zusatz "Unter Vorbehalt bis zur erfolgten Prüfung", da Du die wirklichen Rechtsfolgen aus diesem Vertrag als Laie ja gar nicht absehen kannst. :icon_mrgreen:

Wichtiger Grund und so... ;)

Gruß, Anselm
 

Bruno1st

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#54
In Fällen wie diesem unterschriebe ich mit dem Zusatz "Unter Vorbehalt bis zur erfolgten Prüfung", da Du die wirklichen Rechtsfolgen aus diesem Vertrag als Laie ja gar nicht absehen kannst. :icon_mrgreen:

Wichtiger Grund und so... ;)

Gruß, Anselm
danke, ich werde wirklich alt - dem hätte ich doch glatt ein "u.V." reinschreiben können - aber da er nicht mal den Beschäftigungsgrund reingeschrieben hat und auch nicht auf diese Idee kam, obwohl die ja über 60 Mitarbeiter (3 Niederlassungen, hier Kontingent von 25 1€Jobbern) haben, wenn er seinen Job beherrschen würde - da er aber nur die Arbeitslosen beherrschen möchte, gab es nur "UNTERSCHREIBEN oder RAUS"
Ich glaube, ich werde diesen Vertrag mal komplett zur Diskussion stellen - obwohl, da lesen die Typen ja auch mit und dann bildet man die ja noch weiter :)))
 

sun2007

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#55
@anselm, @bruno1st

Hach, sehr gut! Die Formulierung mit dem Vorbehalt.

Ich habe mir schon vorgenommen, wenn ich zu so einem EEJ einbestellt werden sollte - was ich ja wirklich nicht herbeiwünschen will - da sage ich denen, dass ich jede Unregelmäßigkeit sofort der Gewerkschaft melden werde, weil das meine Pflicht als guter Demokrat ist. Schließlich muss sichergestellt werden, dass damit keine normalen Arbeitsverhältnisse gestrichen oder - angesichts der anziehenden Konjunktur - am Entstehen gehindert werden. Und darauf würde ich nicht nur bei mir selbst, sondern auch bei allen meinen EEJ-Kollegen achten, auch im Vergleich zu den regulären und fest Angestellten. Darüber hinaus behalte ich mir vor, meine Erfahrungen journalistisch zu verwerten, Meinungs- und Informationsfreiheit aus Art. 5. Dies widerspricht jeder Verschwiegenheitsverpflichtung, die sowieso nur üblich ist bei besonders verantwortungsvollen Posten, die naturgemäß nur ein Festangestellter mit regulärem Arbeitsverhältnis bekommt. Z. B. ist absolut einzusehen, dass ein Prokurist verschwiegen sein sollte - dann will ich aber auch diesen Posten mit dem dazugehörenden Gehalt. Also: Verschwiegenheit KANN meines Erachtens PER SE schon ein Merkmal für ein reguläres Arbeitsverhältnis bedeuten. Aber ich würde mich da wohl nicht drauf einlassen und das auch nicht so unterschreiben. Unterschreiben vielleicht schon, aber nur mit den von mir formulierten Zusätzen, die ich schriftlich auf den Vertrag - oder was auch immer das sein soll - drauf schmieren würde. Egal, was die Dich unterschreiben lassen, es muss sich in jedem Fall eine beiderseitige Willenserklärung handeln, sonst bräuchten sie ja Deine Unterschrift nicht. In einer beiderseitigen Willenserklärung müsstest Du theoretisch aber auch das Recht haben, Deinen Willen reinzuschreiben, sonst wäre es ja eine Zwangsunterschrift. Die wäre zwar per se ungültig - aber Zwang später nachweisen - das wird schwierig. Also würde ich es wohl auch so machen: entweder gar nicht unterschreiben - wobei ich hier Angst hätte vor Sanktionen - oder den Vertrag oder wie auch immer das Ding heißt mit meinen eigenen Gestaltungswünschen vollschmieren und zusätzlich fett nebem die Unterschrift schreiben: Alles unter Vorbehalt. Dann kann man mir wenigstens keine Verweigerung der Mitwirkungspflicht vorwerfen - im Gegenteil, ich habe ja sogar bewiesen, dass ich mich INTENSIV mit dem Ganzen auseinandergesetzt habe und sehr wohl bereit bin zu arbeiten, unter meinen Rahmenbedingungen eben. Und das muss erlaubt sein, alles andere würde wohl der Freiheitsberaubung oder Zwangsarbeit viel zu nahe kommen.
Viel Glück
sun2007
 

Bruno1st

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#56
Hach, sehr gut! Die Formulierung mit dem Vorbehalt.

Ich habe mir schon vorgenommen, wenn ich zu so einem EEJ einbestellt werden sollte - was ich ja wirklich nicht herbeiwünschen will - da sage ich denen,

nicht vorher sagen - notieren und dann den Zoll einschalten, ganz ohne Vorankündigung, von hinten mit der Faust durchs Auge

dass ich jede Unregelmäßigkeit sofort der Gewerkschaft melden werde, weil das meine Pflicht als guter Demokrat ist. Schließlich muss sichergestellt werden, dass damit keine normalen Arbeitsverhältnisse gestrichen oder - angesichts der anziehenden Konjunktur - am Entstehen gehindert werden. Und darauf würde ich nicht nur bei mir selbst, sondern auch bei allen meinen EEJ-Kollegen achten, auch im Vergleich zu den regulären und fest Angestellten.

das sowieso, denn wir alle bezahlen die Steuern für diese dubiosen Maßnahmen

Darüber hinaus behalte ich mir vor, meine Erfahrungen journalistisch zu verwerten, Meinungs- und Informationsfreiheit aus Art. 5. Dies widerspricht jeder Verschwiegenheitsverpflichtung, die sowieso nur üblich ist bei besonders verantwortungsvollen Posten, die naturgemäß nur ein Festangestellter mit regulärem Arbeitsverhältnis bekommt. Z. B. ist absolut einzusehen, dass ein Prokurist verschwiegen sein sollte - dann will ich aber auch diesen Posten mit dem dazugehörenden Gehalt. Also: Verschwiegenheit KANN meines Erachtens PER SE schon ein Merkmal für ein reguläres Arbeitsverhältnis bedeuten. Aber ich würde mich da wohl nicht drauf einlassen und das auch nicht so unterschreiben.

eben, vor allem weil ich in der Erbsache mit dem Beamten der € 33.000,- vom Konto meines Vaters abghehoben hatte auch eine einstweilige Verfügung bekommen habe, nichts zu sagen - weil aber komischerweise die Strafanzeige die ich gestellt hatte publik gemacht wurde und ich die Namen meiner Helfer (sind auch größtenteils unbekannt, bzw. gingen durch den PC Schaden futsch) habe ich nun 500,- Strafe bekommen oder 5 Tage. Un ich kann mir vorstellen, daß Leute die solche Verträge Arbeitslosen vorlegen, auch vor solchen Schweinereien nicht zurückschrecken - dein Weg zur Gewerkschaft wäre damit problematisch.

Unterschreiben vielleicht schon, aber nur mit den von mir formulierten Zusätzen, die ich schriftlich auf den Vertrag - oder was auch immer das sein soll - drauf schmieren würde.

das ist normales Vorgehen in der Wirtschaft, hinterher macht jeder Teilnehmer sein Kürzel daneben

Egal, was die Dich unterschreiben lassen, es muss sich in jedem Fall eine beiderseitige Willenserklärung handeln, sonst bräuchten sie ja Deine Unterschrift nicht. In einer beiderseitigen Willenserklärung müsstest Du theoretisch aber auch das Recht haben, Deinen Willen reinzuschreiben, sonst wäre es ja eine Zwangsunterschrift. Die wäre zwar per se ungültig - aber Zwang später nachweisen - das wird schwierig.

ich stelle mir gerade vor, daß ich mit meinem Breite und Gewicht dem Richter sage "dieses halbe Handtuch hat mich gezwungen" der fällt vor lauter Lachen vom Stuhl

Also würde ich es wohl auch so machen: entweder gar nicht unterschreiben - wobei ich hier Angst hätte vor Sanktionen - oder den Vertrag oder wie auch immer das Ding heißt mit meinen eigenen Gestaltungswünschen vollschmieren und zusätzlich fett nebem die Unterschrift schreiben: Alles unter Vorbehalt. Dann kann man mir wenigstens keine Verweigerung der Mitwirkungspflicht vorwerfen - im Gegenteil, ich habe ja sogar bewiesen, dass ich mich INTENSIV mit dem Ganzen auseinandergesetzt habe und sehr wohl bereit bin zu arbeiten, unter meinen Rahmenbedingungen eben.

eben, denn ich hatte ja vorher die ARGE mehrfach angefaxt (über 4 Wochen hinweg) - ohne eine Antwort zu bekommen

Und das muss erlaubt sein, alles andere würde wohl der Freiheitsberaubung oder Zwangsarbeit viel zu nahe kommen.

das dürfte das Ziel sein, wenn alle es machen, dann ist es normal und man kann nicht mehr dagegen klagen - vielleicht sollte man mal Politiker-Beamtenhauen einführen, da würde ich sogar als 0€J eine Olympiade organisieren

Viel Glück

sun2007
danke sehr

vielleicht sollten wir mal eine Sammlung von diesen "Hilfsorganisationen" erstellen
 

sun2007

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#57
@bruno1st

Hallo Bruno,

das mit dem Zoll und der Faust im ersten Satz und das mit den Hilfsorganisationen im letzten Satz habe ich nicht kapiert. Wenn es im letzten Satz aber um Hilfsorganisationen gibt, die EEJs ausbeuten, dazu gibt es hier im Forum schon eine ganze Menge - aber das kennst Du bestimmt alles schon. Die Machenschaften mit den hohen Eurobeträgen habe ich auch nicht verstanden aber vielleicht muss ich das auch gar nicht?!

Viele Grüße und viel Glück weiterhin
sun2007
 

Bruno1st

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#58
Hallo Bruno,

das mit dem Zoll und der Faust im ersten Satz und das mit den Hilfsorganisationen im letzten Satz habe ich nicht kapiert. Wenn es im letzten Satz aber um Hilfsorganisationen gibt, die EEJs ausbeuten, dazu gibt es hier im Forum schon eine ganze Menge - aber das kennst Du bestimmt alles schon.
- der Zoll ist die richtige Adresse für die Verfolgung von Schwarzwarbeit; bei allen anderen Ebenen ist die Chance, daß diese Behörden irgendwie den kurzen Dienstweg benutzen und die Täter informieren, noch größer wie beim Zoll
- mit der Faust von hinten durchs Auge - kleiner Scherz, bzw. manchmal ist ein Umweg notwendig, um ans Ziel zu kommen
- Hilfsorganisationen Liste : mir schwebt da eher eine komplette Liste vor, also nicht nur die bekannten Täter als Organisation nennen, sondern auch die Namen der Verantwortlichen bis runter vor Ort - sonst sagen die wieder mal "wir konnten nicht anders, wir hatten unsere Befehle" und schmarotzen ihre Pensionen weiter
 

sun2007

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#59
o.k. - jetzt habe ich den Teil mit dem Zoll kapiert - aber glaubst Du wirklich, man kann dei EEJler als Schwarzarbeiter deklarieren? Die haben doch auch irgendwas unterschrieben und wenn dann der Träger das Dings vorzeigt, kann er sich doch rausreden mit "im guten Glauben" und so. Mal ganz davon abgesehen, dass man dabei auch die EEJler der Strafverfolgung aussetzte und das kann ja nicht gewollt sein...
Also: Ich finde die Idee zwar sehr attraktiv und wenn sie auch nur im Mindesten Erfolg versprechend wäre, kann man nnur jedem EEJler raten, das durchzuziehen. Aber ich fürchte, da eine Schwarzarbeit heraus zu konstruieren dürfte schwerer fallen als Du das hier schilderst - wenn es geht: Her mit den Informationen.
 

Bruno1st

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#60
o.k. - jetzt habe ich den Teil mit dem Zoll kapiert - aber glaubst Du wirklich, man kann dei EEJler als Schwarzarbeiter deklarieren? Die haben doch auch irgendwas unterschrieben und wenn dann der Träger das Dings vorzeigt, kann er sich doch rausreden mit "im guten Glauben" und so. Mal ganz davon abgesehen, dass man dabei auch die EEJler der Strafverfolgung aussetzte und das kann ja nicht gewollt sein...
Also: Ich finde die Idee zwar sehr attraktiv und wenn sie auch nur im Mindesten Erfolg versprechend wäre, kann man nnur jedem EEJler raten, das durchzuziehen. Aber ich fürchte, da eine Schwarzarbeit heraus zu konstruieren dürfte schwerer fallen als Du das hier schilderst - wenn es geht: Her mit den Informationen.
Informationen gibt es nur eine und die lautet "Erfahrung" - es gibt keinen Fahrplan - jeder Job sieht anders aus und ist mit den Verträgen, usw. sehr undurchsichtig. Der Strafverfolgung setzt man die aber nicht aus, denn sie mußten die Arbeit annehmen und haben auch keinen wirtschaftlichen Nutzen davon - nur die Träger. vor allem, der Zoll prüft zuerst, sichert Beweise und erst nach dem Urteil ist es Schwarzarbeit.

Das Problem bei den ganzen 1€J ist das die Jobber selbst gerne helfen und etwas sinnvolles tun möchten - dies wird aber schamlos ausgenutzt, um wieder auf das Startthema zurückzukommen, und der Betroffene gleichzeitig noch als "unterbelichtet/hat sowieso keine Ahnung/usw." dargestellt. Gleichzeitig sind da Summen im Spiel, mit denen man mehr wie gut leben könnte, kämen Sie direkt den Betroffenen zugute. So wird das Geld befreundeten/verbandelten Organisation in den Rachen geworfen, deren Hauptziel es ist, die Bedürftigen zu unterdrücken. Beamter zum Pfarrer: "du hälst sie dumm, ich sie arm und wir beide verdienen prächtig dabei".
Schlimm finde ich das ausnutzen des Mitgefühls und menschlichen Grundempfindens "helfen wollen" durch diese Bande.
 
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