Sippenhaftung bei Heizkosten? (1 Betrachter)

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franzi

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Wir wohnen in einem Mehr-Parteien-Haus, das mit dem Nachbarhaus verbunden ist. Beide Häuser werden von einer Hausverwaltung betreut.
In letzter Zeit waren die Nächte doch schon recht kühl und ich schaltete die Heizung an, doch nichts passierte. So lagen wir bei 15 Grad im Bett und froren.
Nachdem einige Tage verstrichen waren, wandte ich mich an die HVW, dass die Heizung wohl defekt ist und repariert werden muss.

Darauf antwortete mir der Mitarbeiter der HVW, dass die Heizkosten generell in den letzten Jahren stark gestiegen sind. Einige Sozialhilfe-Bezieher im Nachbarhaus können ihre Heizkosten nicht mehr bezahlen und sind im Rückstand.

Daher hat die HVW beschlossen, dass die Heizperiode generell stark verkürzt wird. Nur noch von Mitte Oktober bis Mitte März wird die Heizung frei geschaltet. Auch das Warmwasser ist nur noch beschränkt nutzbar. An manchen Tagen ist gar kein Warmwasser vorhanden.

Ich betrachte das als Zumutung gegenüber all jenen Bewohnern, die ordnungsgemäß ihren Verbrauch bezahlen. Wenn ich für die Heizung bezahle, dann will ich auch Wärme haben. Und wenn ich friere, will ich heizen!

Es kann doch nicht sein, dass alle anderen dafür büßen müssen, dass einzelne ihre Heizrechnung nicht bezahlen!

Ich bin jetzt schon erkältet. Wir haben uns einen elektrischen Radiator ins Schlafzimmer gestellt. Der ist natürlich richtig teuer. Das kann doch wohl keine Dauerlösung sein!

Hat jemand von euch einen Rat? Ich denke, dass das auch rechtlich nicht erlaubt ist, so vorzugehen. Wir haben auch Familien mit kleinen Kindern im Haus, die dann auch bei 15 Grad (oder noch kälter) schlafen müssen ...

:confused:
 

Kerstin_K

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Das Ihr nur eingeschränkt Wrmwasser bekommt, geht schonmal gar nicht. Und wegen der Heizung: Der Vermieter muss sicherstellen, dass eine bestimmte Mindesttempertur erreicht wird. Das sind Mitmängel.

Ich würde umgehend den Vermieter anschreiben und Abhilfe verlangen. reagiert er nicht, kann man rechtliche Schritte einleiten.
 

franzi

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Wir sind Eigentümer. Die meisten Wohnungen in den beiden Häusern sind Wohnungen, die entweder vom jeweiligen Eigentümer selbst genutzt werden oder vermietet wurden.

Probleme gibt es nicht mit den Eigentümern, sondern mit den Mietern.

Letztes Jahr musste eine Wohnung im Nachbarhaus zwangsversteigert werden, da der Mieter einen Rückstand von mehr als 5000 E angesammelt hatte und der Eigentümer auch nicht in der Lage war, das auszugleichen.

Ich frage mich, wie das weiter gehen soll ...
 

Battista Montini

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Wir wohnen in einem Mehr-Parteien-Haus, das mit dem Nachbarhaus verbunden ist. Beide Häuser werden von einer Hausverwaltung betreut.
In letzter Zeit waren die Nächte doch schon recht kühl und ich schaltete die Heizung an, doch nichts passierte. So lagen wir bei 15 Grad im Bett und froren.
Nachdem einige Tage verstrichen waren, wandte ich mich an die HVW, dass die Heizung wohl defekt ist und repariert werden muss.

Darauf antwortete mir der Mitarbeiter der HVW, dass die Heizkosten generell in den letzten Jahren stark gestiegen sind. Einige Sozialhilfe-Bezieher im Nachbarhaus können ihre Heizkosten nicht mehr bezahlen und sind im Rückstand.
Dafür kannst Du nichts.
Als Heizperiode hat man die Zeit vom 1. Oktober bis 30. April festgelegt. Für Südwestdeutschland hat man 1. September bis 31. Mai festgelegt.
Aber: s. u.

Daher hat die HVW beschlossen, dass die Heizperiode generell stark verkürzt wird. Nur noch von Mitte Oktober bis Mitte März wird die Heizung frei geschaltet. Auch das Warmwasser ist nur noch beschränkt nutzbar. An manchen Tagen ist gar kein Warmwasser vorhanden.
Warmwasser muss spätestens nach zehn Sekunden vorhanden sein , mit mindestens einer Temperatur von 45 Grad und es dürfen höchstens im Vorlauf 5 Liter Wasser fliessen. Wasser, das nicht 40 Grad erreicht wird in der Rechtsprechung allenfalls "als geeignet zum Putzen, aber nicht geeignet zum Baden oder Duschen" ausgewiesen. Dem Mieter wird dann ein Recht auf 10 % Mietminderung ( der Kaltmiete) empfohlen.
Während der Heizperiode muss ein Vermieter sicherstellen, dass der Mieter seine Mietwohnung auf in der Regel 20-22°C, nachts 18°C beheizen kann.
Doch auch außerhalb der Heizperiode muss die Heizanlage betrieben werden, wenn die Temperatur in der Wohnung länger als 2 Tage unter 18°C sinkt, oder sofort wenn sie unter 16 °C sinkt.
Auch hier eine Mietminderung von 20 - 30 % möglich!

Ich betrachte das als Zumutung gegenüber all jenen Bewohnern, die ordnungsgemäß ihren Verbrauch bezahlen. Wenn ich für die Heizung bezahle, dann will ich auch Wärme haben. Und wenn ich friere, will ich heizen!

Es kann doch nicht sein, dass alle anderen dafür büßen müssen, dass einzelne ihre Heizrechnung nicht bezahlen!

Ich bin jetzt schon erkältet. Wir haben uns einen elektrischen Radiator ins Schlafzimmer gestellt. Der ist natürlich richtig teuer. Das kann doch wohl keine Dauerlösung sein!

Hat jemand von euch einen Rat? Ich denke, dass das auch rechtlich nicht erlaubt ist, so vorzugehen. Wir haben auch Familien mit kleinen Kindern im Haus, die dann auch bei 15 Grad (oder noch kälter) schlafen müssen ...
Einfach die HVW schriftlich und letztmalig darauf hinweisen, dass sie für Abhilfe sorgen muss, und Du die Miete um den Betrag x um 30 - 40 % kürzen wirst... (in deinem Fall eher einklagen...)
:confused:
.

 

Kerstin_K

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Ihr seit Eigentümer? Dann muss de Hausverwaltung (die Ihr ja schliesslich beauftragt habt) doch in Eurem Sinne handeln. da müsste mal geprüft werden, og die überhaupt eigenmächtig so handeln dürden, oder ob es dazu eines Beschlusses der Eigentümerversammlung bedarf.

Ich stelle mir das gerade vor: Ich wohne in Eigenzum, beauftrage jemanden, mir den Verwaltungskram abzunehmen un dder stellt mir die Heizung ab :icon_kinn::icon_eek::eek:
 

franzi

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Nochmal: wir sind keine Mieter! Außerdem hat die HVW die Hand auf dem Heizregler! Wenn die abschalten, dann frieren alle.

Aktuell haben wir eine Außentemperatur von 9 Grad, mit Regen.
Im Schlafzimmer haben wir knapp 16 Grad.

Das war in den letzten 2 Tagen auch schon so.

Das ist nicht mehr witzig!
 

franzi

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Ihr seit Eigentümer? Dann muss de Hausverwaltung (die Ihr ja schliesslich beauftragt habt) doch in Eurem Sinne handeln. da müsste mal geprüft werden, og die überhaupt eigenmächtig so handeln dürden, oder ob es dazu eines Beschlusses der Eigentümerversammlung bedarf.

Ich stelle mir das gerade vor: Ich wohne in Eigenzum, beauftrage jemanden, mir den Verwaltungskram abzunehmen un dder stellt mir die Heizung ab :icon_kinn::icon_eek::eek:
Die HVW macht seit Jahren, was sie will. Sie arbeitet nur mit Einschüchterung und droht gleich mit Gericht, wenn man mal Anlass zur Kritik hat. Mittlerweile sind die meisten Eigentümer so eingeschüchtert, dass sich b ei der Eigentümerversammlung kaum noch jemand etwas zu sagen traut.
 

Kerstin_K

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Ich habe schon verstanden, dass IHr keine Mieter seit. Aber wer hat die ahusverwaltung beauftragt so zu handeln. DAs kann doch nur ais der Eigentümerversammlung kommen, also auch von Euch.
 

gelibeh

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Dann würde ich es doch mal auf das angedrohte Gericht ankommen lassen. Kann mir nicht vorstellen, dass die damit durchkommen.

Hier mal was zum Lesen und vielleicht mal nach hausverwaltung eigentumswohnung googeln.
Ist wie bei der ARGE und den Maßnahmen, wenn man sich nicht wehrt, machen die, was sie wollen.
 

franzi

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Ich habe schon verstanden, dass IHr keine Mieter seit. Aber wer hat die ahusverwaltung beauftragt so zu handeln. DAs kann doch nur ais der Eigentümerversammlung kommen, also auch von Euch.
Wir haben überhaupt nix beauftragt. Die handeln eigenmächtig. Ich habe jetzt einige Eigentümer und auch Mieter informiert.

Wir werden das in den nächsten Tagen beobachten. Wenn die Heizung nicht läuft, werden wir das bei der Eigentümerversammlung Anfang Oktober ansprechen und auch die betroffenen Mieter werden das bei ihren Eigentümern melden.
 

Archibald

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Wir haben überhaupt nix beauftragt. Die handeln eigenmächtig. Ich habe jetzt einige Eigentümer und auch Mieter informiert.

Wir werden das in den nächsten Tagen beobachten. Wenn die Heizung nicht läuft, werden wir das bei der Eigentümerversammlung Anfang Oktober ansprechen und auch die betroffenen Mieter werden das bei ihren Eigentümern melden.
Ich würde mich einfach mal an geeigneter Stelle schlau machen.
WOHNUNGS- U. GRUND- EIGENTMERVERBAND E.V./BAYERN in 80335 MNCHEN DACHAUER STR. 31

Eine "Verwaltungsfirma" kann auch gekündigt werden, das aber muss die Eigentümerversammlung beschließen.

Abberufung/Kündigung Hausverwalter Miet- und WEG-Recht frag-einen-anwalt.de
Strategie zur außerordentlichen Kündigung der Hausverwaltung
Der Hausverwalter im WEG - 4. Abberufung und Kündigung: Teil 2

Oder siehe auch:
Bei Kälte muss geheizt werden - Nachrichten welt_print - WELT ONLINE
Ab wann muß die Heizung in Mietshäusern gesetzlich angestellt werden? (Fußbodenheizung, Mietshaus, kaum Heiz-Spiralen)
Immobilien-Fachwissen von A bis Z
Minol - Alles, was zählt. Gradtagzahlen - Heizpflicht

Durch wenig und nicht Heizen können den Eigentümern Schäden entstehen, wobei dann die verursachende Hausverwaltung - je nach Vertrag - in der Pflicht sein könnte Regress zu leisten.


LG, Archibald
 

Kerstin_K

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Durch wenig und nicht Heizen können den Eigentümern Schäden entstehen, wobei dann die verursachende Hausverwaltung - je nach Vertrag - in der Pflicht sein könnte Regress zu leisten.
Eben. Stichwort Schimmel.
 

Alkib

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Es gibt in eigentümergemeinschaften eine Hausordnung, die besagt, was wann von wem zu tun ist. Darin dürfte die heizperiode genannt sein und kaum Heizwerte unterhalb der mietnorm festgesetzt sein, eher höher, z.b. 20grad in der Mitte in einem Meter höhe o.ä.
Die Hausverwaltung hat sich daran zu halten. Tut sie das nicht, wird sie aus wichtigem Grund fristlos abberufen. Verwalter gibt's wie Sand am Meer.

Mit der sippenhaftung liegst du aber gar nicht so falsch: regelmässig sind die Eigentümer für die Betriebskosten gesamtschuldner, also für Ausfälle tritt zuerst der vermietende Eigentümer in die Pflicht und wenn der auch pleite ist, muss die Gemeinschaft nach ihren anteilswerten die kosten tragen.
 

franzi

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Danke erstmal an alle für die sehr aufschlussreichen Beiträge.:icon_smile:
Ja, an die Schimmelbildung hab ich auch schon gedacht. Sowie an Lungenentzündung etc. :icon_kotz:

Mit der Hausverwaltung sind wir seit Jahren nicht wirklich zufrieden. Reparaturen werden monatelang verschleppt, manches wird eigenmächtig ohne Rücksprache mit den Eigentümern gemacht etc .
Auch der Umgangston der Verwalter gegenüber den Eigentümern ist auf unterstem Niveau.
Die benehmen sich, als ob sie die Herren im Haus wären.
Man wird wie ein Mieter behandelt. Immer rotzfrech. Kein Respekt.

Auch die Hausmeisterin, die ja auch von uns bezahlt wird, hat praktisch Narrenfreiheit. Leider ist sie gleichzeitig auch Eigentümerin, sodass man gegen sie kaum etwas unternehmen kann.
Ich hatte einmal eine Kopie ihres Arbeitsvertrages zur Einsichtnahme angefordert. Dies wurde mir verweigert.
Die macht nur das Allernötigste und wochenlang liegt der Dreck im Treppenhaus und in den Außenanlagen rum, kostet uns aber jährlich mehrere hundert Euro.

Mit der Abberufung der HVW wird das nicht so einfach. Viele Eigentümer sind schon sehr betagte Leute, einige wohnen auch gar nicht hier. Die kommen nur einmal im Jahr zur Eigentümerversammlung und ansonsten bekommen die vom Alltagsgeschehen nichts mit.
Die wollen einfach nur ihre Ruhe haben und keine großen Änderungen mehr.

Außerdem ist einer der Eigentümer der Sohn des Immobilien-Maklers, der die Wohnungen damals verkauft hat.
Der ist auch mit der HVW befreundet.

Vetternwirtschaft ...

Der wird in der Versammlung bestimmt auch nicht für einen Verwalter-Wechsel stimmen ...

:icon_neutral:
 

spin

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Überlegungen:
Im dringenden Fall eine EA beim Amtsgericht gegen die Verwaltung beantragen?
Klage gegen die Verwaltung erheben (vermutlich sind sie der Veranlasser)?
Ansonsten würde ich einmal kräftig guugeln.
 
G

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Viel einfacher

Ich würde die Mieter vorschicken. Die haben genau definierte Rechte, insbesondere das Recht auf Wärme selbst wenn sie die nicht bezahklt haben und wohl auch nie werden.
Der Hausverwaltung würde ich kündigen. Das Abstellen der Heizung behindert dei Nutzung und auch die einkommenserzielung aus der Immobilie. Nicht vergessen, Schadensersatzpflichtig ist die Hausverwaltung auch.
 
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