Sinnlose Maßnahme? Vorstellungsgespräch im Ausland,Vertrag in Aussicht

Pete2184

Elo-User*in
Thematiker*in
Mitglied seit
16 Mai 2016
Beiträge
10
Bewertungen
0
Hallo liebe Mitglieder,

ich hoffe ihr könnt mir helfen. Ich bekomme seit kurzem Leistungen nach dem SGB II und hatte nun ein Gepräch mit meiner Sachbearbeiterin und dort habe ich dann eine Eingliederungsvereinbarung unterschrieben. Ich soll in 2 Wochen an einer Maßnahme teilnehmen nach § 16 Abs. 1 SGB II zur beruflichen Eingliederung und Aktivierung bla bla. Es ist ein Bewerbungstraining....

Zu meiner aktuellen Situation: Ich bin Ingenieur und schreibe derzeit auch noch meine Dissertation über meinen Doktorvater in den USA. Ich habe schon einige Vertragsangebote erhalten ab ca. 01.08/01.09.
als auch ein Angebot meines Doktorvaters aus den USA dort als PhD Research Fellow/PostDoc zu arbeiten.

Ich sehe dieses Bewerbungstraining als relativ sinnlos an. Als ich der Sachbearbeiterin erklärt hatte, dass ich eine versicherungspflichtige Tätigkeit ab August/September beginne hier oder in den USA sagte sie mir : Ja das ist doch super, aber was ist denn mit dem Zeitraum von jetzt bis Anfang August oder September? Ich kann Sie nun ja nicht nichts tun lassen... Was für ein Sinn hat das denn wenn ich schon einen sicheren Job habe????

Nunja sie sagte auch, dass ich natürlich für Bewerbungsgespräche entschuldigt bin während der Maßnahme. Mein Doktorvater würde mich nun gerne in die USA einladen für ca. 3 Wochen (Flug/Unterkunft) um dort auch noch weiter an meiner Disseration zu schreiben und um einige Dinge bezüglich des eventuellen Vertrages zu regeln und mich auf zwei oder drei Konferenzen mitnehmen.

Besteht hier die Möglichkeit dass meine Sachbearbeiterin mich während dieser Zeit für die Maßnahme entschuldigt denn Urlaub beantragen geht nicht während der Maßnahme und würde ich auch ungern machen weil es einfach kein Urlaub ist und ich einen Vertrag unterschreiben möchte in nächster Zeit.

Wo ist das gesetzlich geregelt, dass Sie bei Vorstellungsgesprächen etc.pp einen nicht sanktionieren dürfen?

Danke im Voraus!
 

arbeitslos in holland

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
16 August 2010
Beiträge
9.562
Bewertungen
1.945
Was für ein Sinn hat das denn wenn ich schon einen sicheren Job habe????
der sinn ?

der sinn ist, dich aus der arbeitslosenstatisik rauszufälschen und damit hat die SB ihr ziel erreicht. du warst so dumm zu unterschreiben.
jetzt hängst du an der unterschrift, wie die fliege am honig.

schreibt dir übrigens ein ehemaliger hauptschüler, der noch nie "vermassnahmt" wurde
:wink:

was sollen dich aber sanktionen oä. kümmern, wenn du die massnahme saussen lässt ?
btw: beim träger NIX unterschreiben !
alles einstecken und nicht mehr rausrücken :wink:
ahso, die EGV dürfte hier auch interessieren
 

Pete2184

Elo-User*in
Thematiker*in
Mitglied seit
16 Mai 2016
Beiträge
10
Bewertungen
0
Achso ich verstehe. Ja die Sachbearbeiterin war ja dann ein richtiger Fuchs! ;)

Wie sieht es denn nun mit der Entschuldigung für die Maßnahme aus? Wo ist denn das ganze gesetzlich geregelt,
welche Gründe hervorzubringen sind damit einer Maßnahme fernbleiben kann bzw. darf ohne dass man mit Sanktionen rechnen muss?
 

Buchfan

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
15 Oktober 2015
Beiträge
938
Bewertungen
255
Du kannst nicht ohne weiteres fernbleiben. Es drohen sonst tatsächlich Sanktionen.

Wenn die SB Dich für Bewerbungen freistellt, ist das nichts besonderes.
Besonders wird es, wenn sie Dich für die Dauer Deines USA-Aufenthaltes zur Bewerbung freistellt. Dann hätte sie Dich aber garnicht erst in die Maßnahme drücken brauchen.

Die zweite Möglichkeit besteht darin, dass wir uns die EGV unter die Lupe nehmen.
 

AnonNemo

Vorlagenmoderation
Mitglied seit
28 April 2013
Beiträge
3.511
Bewertungen
6.037
Hallo Pete2184,

ich werfe mal meine Gedanken in den Raum:

Wäre es möglich diese USA-Reise als Vorstellungsgespräch zu deklarieren?

Ich weiß zwar nicht, ob der Besuch von Kongressen usw. zum Einstellungsprozess in deinem Bereich gehört ... wenn du das deiner SB entsprechend verkaufen kannst :icon_pfeiff:

Zusätzlich noch einen Antrag auf Übernahme der Reisekosten stellen ... wird wahrscheinlich abgelehnt. Solltest du es schaffen, bekommst du wenigstens die Kosten bis zur EGV-Deckelung (hast du doch in der EGV?).

Im schlimmsten Fall bekommst du eine Anhörung, weil du die Maßnahme abgebrochen hast bzw. unentschuldigt ortsabwesend warst.

Ich habe auch den Eindruck, dass dich dieses Bewerbungstraining massiv unterfordern wird ~> Ingenieur mit mehreren Vertragsangeboten, beim Dissertation schreiben ... und dann Bewerbungstraining (wie schalte ich den PC ein, was bewirkt eine Tabulatortaste im Textprogramm usw.) :icon_neutral:

Schau mal im Bereich; sortierte Urteile (https://www.elo-forum.org/antraege-vorlagen-sortiert/165412-gerichtsurteile-thema-sortiert.html#post2007902)
Klick dazu auf den Begriff:
Maßnahme zur Eingliederung
und dann den/die Bereich(e):
  • Fehlender Nutzen einer Maßnahme

Diese Beiträge dürften dir auch helfen:
Verbot der Datenweitergabe an Maßnahmeträger
https://www.elo-forum.org/antraege-vorlagen-sortiert/163896-widersprueche.html#post2047284
und
https://www.elo-forum.org/vorlagen-hilfesuchenden-hilfesuchende/163854-allgemein.html#post2017175 #4

https://www.elo-forum.org/weiterbildung-umschulung-sinnlose-massnahmen/146057-brauche-hilfe-zuweisung-jobboerse-16-abs-sgb-ii-45-sgb-iii.html#post1859551 #20

https://www.elo-forum.org/eingliederungsvereinbarung/eingliederungsvereinbarung-monats-massnahme-161156/index2.html#post1981569 #38

AnonNemo
 

Pete2184

Elo-User*in
Thematiker*in
Mitglied seit
16 Mai 2016
Beiträge
10
Bewertungen
0
Ich danke Euch erst einmal für die Antworten!

Also ich hatte der Sachbearbeiterin auch gesagt, dass ich derzeit einige Vertragsangebote habe und mir die halt anschauen muss und das mit den USA auch in der engeren Auswahl steht. Ich hatte dann auch gesagt, dass die meisten Verträge erst ab 01.08 oder 01.09 losgehen und leider nicht früher.

Dann kam halt die Antwort von ihr: Das ist super aber was wollen sie nun machen die nächsten Wochen und Monate? Ich kann sie ja nun nichts nichts tun lassen. Und dann hat sie mich in diese Maßnahme da gesteckt. Ich habe auch nicht diskutiert darüber weil ich ja keine Ahnung habe....

Ich habe mir im Internet einige Dinge durchgelesen bezüglich dieser Maßnahmen Bewerbertraining usw.. und ich glaube echt, dass ich da massiv unterfordert bin....Das kann doch nicht Sinn und Zweck sein oder???

Also meine Idee war dann auch den U.S Aufenthalt als Vorstellungsgespräch zu deklarieren. Mein Doktorvater hat nichts dagegen er würde mir das auch alles bestätigen, dass dies im Rahmen eines möglichen Einstellungsprozesses durchgeführt werden muss und noch einige Messungen, Experimente durchgeführt werden müssen für den Abschluss der Dissertation

Schaut euch doch mal bitte die Eingliederungsvereinbarung von mir an.

Wie würdet ihr an meiner Stelle nun vorgehen?
 

Anhänge

Buchfan

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
15 Oktober 2015
Beiträge
938
Bewertungen
255
Noch eine Frage: Wann willst Du nach USA für die genannten Arbeiten und das VG? Weiß die SB das?
 

gila

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
20 Dezember 2008
Beiträge
11.729
Bewertungen
13.478
Achso ich verstehe. Ja die Sachbearbeiterin war ja dann ein richtiger Fuchs! ;)

Wie sieht es denn nun mit der Entschuldigung für die Maßnahme aus? Wo ist denn das ganze gesetzlich geregelt,
welche Gründe hervorzubringen sind damit einer Maßnahme fernbleiben kann bzw. darf ohne dass man mit Sanktionen rechnen muss?
Es führen ja bekanntlich mehrere Wege nach Rom... ob man da ankommt, wo man möchte,
kann leider niemand voraussagen ...

Zunächst mal kann 1 Weg sein, die Maßnahme am 23.5. pünktlich anzutreten und dort NICHTS zu unterschreiben.
ÜBLICHERWEISE brauchen die Maßnahmeträger (MT) einen eigenen Vertrag, meist noch nebst "Hausordnung" etc., um mit den Bundesagenten abzurechen.

Der Bürger hat aber bereits ein "inniges Verhältnis" mit dem Staat, sprich Jobcenter und MUSS KEINE
weiteren Verträge mit Anderen abschließen, weil man vom JC dorthin dirigiert wird!
Hier herrscht nach BGB die Vertragsfreiheit - das ist übergeordnetes Recht.

In der Regel kann dich der MT dann nicht "gebrauchen". Manchmal wird man auch des Hauses verwiesen :icon_hihi:

wichtig: man möchte die Maßnahme NICHT VERWEIGERN, aber die Unterlagen PRÜFEN und dazu mitnehmen - das ist nicht gern gesehen und häufig ist die Maßnahme dann auch gleich wieder beendet.

Bei dir hilft vielleicht, wenn du dem MT (sollte es ein halbwegs intelligenter Mensch sein) erklärst, dass du "erhebliche Rechtsunsicherheiten" hättest, da du einen laufenden Bewerbungsprozess in den USA hast, und IN KÜRZE dort zu Vorstellung und praktischen Tests sowie Fertigstellung deiner Dissertation eingeladen wirst - und die SB vom JC hier SEHR OFFENKUNDIG die Maßnahme eher als "Verlegenheitslösung" aufgedrückt hat, weil sie ansonsten "Ärger" bekommt, wenn sie nicht "irgendwas" tut.

Jedoch "irgendwas" sei in deiner Situation in keiner Weise dienlich - schließlich gehörst du bald zu den viel zitierten "seltenen FACHKRÄFTEN" und wenn es mit USA nicht klappt, dann findest du HIER ruckizucki auch was und dies sicher OHNE ein Bewerbungstraining über MONATE! - daher lässt du die Verträge vom Anwalt prüfen, um Sanktionen zu entgehen und deine Chancen in den USA wahrnehmen zu können.

Basta. Ist der Mensch verständig (musst du halt im Gespräch erfühlen), könnte er vielleicht dahin gelenkt werden, dass er zugibt, dass das die reinste Unterforderung ist und Kappes. Vielleicht bekommst du dann dahingehend Unterstützung? Ansonsten: keine Unterschrift auf einen Vertrag und sich "hinausbitten" lassen - möglichst mit einer schriftlichen Bestätigung, dass du aufgefordert wurdest zu gehen, da du keinen Vertrag eingehen wolltest.

Diese Vorgehensweise KANN NICHT sanktioniert werden - jedoch kann das JC das versuchen (machen sie meist). Dann geht es in Widerspruch (Argumente aus Urteil in der Anlage hier) und deine aussichtsreiche Situation als Grund.

Ein weiterer Weg wäre ein erneutes offenes Gespräch sobald du deine Termine mit USA weißt mit der SB.
Ihr klar machen, dass du die geschlossene EGV KÜNDIGST (schriftlich vorbereiten), da dieses Beharren auf Teilnahme an einer unsinnigen Maßnahme mit deinen Chancen und Möglichkeiten kollidiert - und dir das bei Abschluß des Vertrages NICHT KLAR erklärt wurde, dass die Maßnahme nicht "sanktionslos" zu unterbrechen sei, solltest du deine Möglichkeiten in USA wahrnehmen müssen.
Eine solche Vorgehensweise sei kontraproduktiv und so ein wochenlanges Bewerbungstraining - nachdem du auch erst kurz Leistungen erhältst, sei stark unterfordernd.

Ich bezweifle jedoch, dass die SB dies "verstehen" wird und sich hier öffnet, oder dir was "flexibles" anbietet.

Was steht in der Rechtsfolgenbelehrung?
Sanktion 10% vom Regelsatz über 3 Monate?

Ehrlich gesagt würde ich dann Weg 1 gehen oder im Zweifel die Teilnahme aus "wichtigem Grund" für die Reise abbrechen und auf die geschi.... 10% pfeifen, wenn es um die Karriere geht!
Darum streiten kann man sich auch noch parallel oder hinterher, wenn du vorher den Weg klar hast.

Nicht vergessen: es gibt keinen "Urlaub" im SGB - nur "Ortsabwesenheit".
Es stehen einem 21 Tage im Jahr zu - aber deine Reise ist nicht "privat" sondern beruflicher Natur.
Der Job dort soll dich hier aus der Hilfe rausbringen.
Also rechtzeitig die Ortsabwesenheit wegen Vorstellung und Abschluß Ausbildung einreichen!

Wenn das SBchen das alles nicht verstehen will, gleich zum Teamleiter.
 

Anhänge

Wutbuerger

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
21 August 2012
Beiträge
4.806
Bewertungen
2.357
Und Fahrtkostenübernahme zu Vorstellungsgesprächen beantragen ...
 

Buchfan

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
15 Oktober 2015
Beiträge
938
Bewertungen
255
Noch eine Frage: Wann willst Du nach USA für die genannten Arbeiten und das VG? Weiß die SB das?
Ich fragte, weil mir es nicht unmöglich erscheint, die EGV vom Tisch zu wischen, wenn die Eigenbemühungen nicht entsprechend berücksichtigt wurden.

D.h. Du strebst eine Einstellung zu August/ September an, wirst also irgendeine Zeitplanung für den Zeitraum davor haben. Da der vorausgehende Aufenthalt ist mehrwöchig, und dazu gehört eine mehrwöchige Vorbereitungszeit.

Wo sieht die SB da eine Notwendigkeit für eine Sinnlos-Maßnahme? hat die noch nie einen Terminkalender von innen gesehen? :icon_hihi:
 

AnonNemo

Vorlagenmoderation
Mitglied seit
28 April 2013
Beiträge
3.511
Bewertungen
6.037
Die Informationen über die Maßnahme in der EGV-Zuweisung sind äußerst dürftig!
Dadurch hast du keine Möglichkeit die Zumutbarkeit und den Sinn & Zweck dieser Maßnahme zu prüfen.

Deine SB hat auch keine Gründe genannt, warum gerade DIESE Maßnahme für dich hilfreich sein soll.

Da werfe ich für die Informierten nur zwei Worte in den Raum:
Ermessennichtgebrauch und fehlende Bestimmtheit.

Wie deine EGV aussieht ... bist du in einer Optionskommune.

Nachtrag:
Frage an die versierten User; Ist das überhaupt eine echte Zuweisung oder nur ein Maßnahmenangebot?
 
E

ExitUser

Gast
Besteht hier die Möglichkeit dass meine Sachbearbeiterin mich während dieser Zeit für die Maßnahme entschuldigt
Ja. Das geht! Suche einfach das Gespräch, bleibe immer freundlich, aber argumentiere bestimmt. Du hast dadurch nichts zu verlieren! Ich an deiner Stelle würde dergestalt vorgehen, grundsätzlich die Sinnhaftigkeit der Bewerbungs-Maßnahmen anzuzweifeln. Sicher ist diesbezüglich von Nachteil, dass du die EGV bereits unterschrieben hast, aber aus der Nummer kann man durchaus noch rauskommen.

Du bist geradezu das Paradebeispiel dafür, wie es eigentlich (laut Selbstproklamation der BA) nicht mehr laufen soll (aber in der Realität noch vielfach läuft): Dass jeder Neuantragsteller - ohne Berücksichtigung des Einzelfalls - einem Bewerbungstraining zugewiesen wird (§15a SGBII).

Da du (demnächst promovierter) Ingenieur bist, der bereits Stellenangebote durch Eigeninitiative vorweisen kann, gibt es schlichtweg keine Indikation für die Annahme, du benötigtest ein Bewerbungstraining. Woran macht deine Sachbearbeiterin das fest? Und was verspricht sie sich davon, wenn du bereits eine Stelle in Aussicht hast? Wofür dann das Training?

Antwort: In deinem Fall dient das wirklich nur und ausschließlich der Statistik-Bereinigung. Also: Verweigere dich (argumentativ). Wenn das nicht fruchtet bei der SB, bitte um ein Gespräch eine Etage höher. Das kann dann schon eher fruchten. Gerade bei Leuten, von denen man annimmt, dass die sich mit Worten zu wehren wissen und einem Schreibkram-Arbeit machen können (primär Akademiker), gibt das JC oftmals schnell nach.

Wo ist das gesetzlich geregelt, dass Sie bei Vorstellungsgesprächen etc.pp einen nicht sanktionieren dürfen?
Das ergibt sich sachlogisch aus § 2 SGBII. Du schöpfst nämlich gerade durch die Wahrnehmung von VG alle Möglichkeiten zur Beendigung oder Verringerung der Hilfebedürftigkeit aus. Da VG unmittelbar der Arbeitsanbahnung dienen, wohingegen Bewerbungstrainings dies nur mittelbar leisten (sollen), ist logisch plausibel, dass das unmittelbare Unterfangen prioritär gegenüber dem mittelbaren ist. (Das steht so ähnlich auch in irgendeinem SG-Urteil, das ich gerade nicht zur Hand habe).
 
E

ExitUser

Gast
Soweit mir bekannt, geht das auch innerhalb der EU.
USA sicher aber nicht.
Den Fall USA hatte ich auch noch nicht. Wohl aber hatte ich selbst im Team mal einen "Kunden" (promovierter Chemiker), der einen Flug zu einem zweitätigen Assessment-Center in die Schweiz (inklusive Übernachtung etc.) übernommen haben wollte, was das JC ca. 1100 € gekostet hat. Das wurde tatsächlich übernommen.

In der Regel ist es so, dass die Vermittler im JC Entscheidungen bzgl. des Vermittlungsbudgets bis zur Höhe von 500-1000 € (variiert von JC zu JC) im eigenen Ermessen treffen dürfen. Bei allem darüber muss der Teamleiter gegenzeichnen. Wenn es sich um ein High-Potential handelt, kann es also durchaus mal sein, dass auch teurere VG-Reisen bezahlt werden. Allerdings habe auch ich Zweifel daran, dass ein USA-Flug übernommen wird, zumal Langstreckenflüge doch um einiges teurer sind als Flüge in Europa.

Aber auch hier gilt: Probieren geht über Studieren! Es ist nie verkehrt, dem JC das eigene Engagement zu verdeutlichen. Wenn die daas dann nicht würdigen, ist es ein Grund mehr, zu erfragen, wie denn Fördern und Fordern da im rechten Verhältnis stehen.

Allerdings muss man im Sinne des Steuerzahlers wohl auch sagen: Wenn eine amerikanisch Firma oder (Ivy-League)Uni einen deutschen High-Potential einstellen will, soll sie ihm gefälligst auch die Anreise zahlen (das tun diverse Unis dort durchaus auch).
 

Ah4entheater

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
28 Dezember 2013
Beiträge
1.118
Bewertungen
1.034
Die Informationen über die Maßnahme in der EGV-Zuweisung sind äußerst dürftig!
... Ist das überhaupt eine echte Zuweisung oder nur ein Maßnahmenangebot?
Zugegeben, ich habe mit der ganzen MT-Abwehr in der Praxis noch nichts am Hut gehabt.

So wie ich es aber bisher aus einigen Beiträgen betreffend Maßnahmen hier im Forum verstanden habe ist das, was da in der EGV drinsteht, keine echte Zuweisung mit konkreten Inhalten, so wie es sein soll. Es fehlen in der EGV, wie Du ja schon geschrieben hast, relevante Daten, um die Maßnahme überhaupt überprüfen zu können.

ABER: hast Du, Pete2184, noch was extra, außer der EGV, vom JC erhalten (z.B. ein Infoblatt zum Maßnahmenträger oder eben noch was Ausführliches zur Maßnahme? Wenn ja, dann könnte das u.a. die Zuweisung sein; diese Seite/n dann zur Durchsicht auch noch anonymisiert hier hochladen.

Ich bin der Meinung, dass Du bei einer etwaigen Sanktion wegen angeblichen Abbruch einer Maßnahme dann gute Chancen hast die Sanktion (im Zweifel dann vor Gericht) abzuwehren, wenn das, was da in der EGV drinsteht, wirklich alles gewesen sein soll. Dazu müsstest Du aber vor einem Minderungsbescheid erst noch eine schriftliche Anhörung vom JC erhalten, die Du schriftlich beantworten kannst. Dazu muss man Dir rd. 2-3 Wochen Zeit geben.

Aber, wie ich gerade sehe, kann vielleicht BurnsTorn dazu noch was sagen.


Nachtrag, da ich ein möglicherweise auch für diesen Fall (hier: unterzeichnete EGV und kein EGV-VA) passenden brandaktuellen Beschluss gefunden habe (siehe auch PDF in der Anlage). In diesem Beschluss geht es zwar um eine Arbeitsgelegenheit, aber die Begründung dazu, die im Leitsatz zusammengefasst wurde, könnte analog auch für den hier im Faden diskutierten Fall gelten:

https://www.elo-forum.org/aktuelle-termine-entscheidungen/169674-tacheles-rechtsprechungsticker-kw-20-2016-a.html


2. 10 Sozialgericht Detmold, Beschluss vom 26. April 2016 (Az.: S 23 AS 587/16 ER):

Leitsatz Dr. Manfred Hammel

1. Ein gemäß § 15 Abs. 1 Satz 6 SGB II erlassener Eingliederungsverwaltungsakt verletzt das Bestimmtheitserfordernis des § 33 Abs. 1 SGB X und ist rechtswidrig, wenn aus dieser Verfügung keinerlei konkrete Angaben zu der vom Jobcenter zugewiesenen Arbeitsgelegenheit (§ 16d SGB II) hervorgehen. Die Angabe des Einsatzbereichs der „Garten- und Landschaftspflege“ reicht hier nicht aus, sofern keine weitere Beschreibung der Tätigkeitsinhalte, der Arbeitszeit und anderer wichtiger Daten und Fakten erfolgt,

2. Tatsachen, die erst nach der Zustellung bzw. Bekanntgabe dieses Verwaltungsakts hinzutreten, können nicht zu dessen Verständnis herangezogen werden.
 

Anhänge

AnonNemo

Vorlagenmoderation
Mitglied seit
28 April 2013
Beiträge
3.511
Bewertungen
6.037
BurnsTorn meinte:
Da du (demnächst promovierter) Ingenieur bist, der bereits Stellenangebote durch Eigeninitiative vorweisen kann, gibt es schlichtweg keine Indikation für die Annahme, du benötigtest ein Bewerbungstraining. Woran macht deine Sachbearbeiterin das fest? Und was verspricht sie sich davon, wenn du bereits eine Stelle in Aussicht hast? Wofür dann das Training?
Es gibt ein Urteil(?), in welchem einem Bewerber - welcher den Handwerksmeisterabschluss frisch bestanden hat - Recht gegeben wurde, dass bei ihm ein Bewerbungstraining sinnlos ist ... Bewerbungen waren Bestandteil des Meisterunterrichts.

Dasselbe Argument trifft auf promovierte Ingenieure zu :wink:!
Wahrscheinlich ist meine Information - weil in einem Nebensatz versteckt - untergegangen.

BurnsTorn meinte:
Allerdings habe auch ich Zweifel daran, dass ein USA-Flug übernommen wird, zumal Langstreckenflüge doch um einiges teurer sind als Flüge in Europa.
Die Reisekostenerstattung für das USA-VG habe ich eher ins Spiel gebracht, um SB arbeit zu machen und als Argumentationshilfe gegen die Maßnahme.
So wie ich es gelesen habe, werden die VG-Kosten (vom Doktorvater) übernommen, bzw. waren sowieso kein Problem für @Pete2184.
 

Pete2184

Elo-User*in
Thematiker*in
Mitglied seit
16 Mai 2016
Beiträge
10
Bewertungen
0
Ich danke Euch allen erst einmal für die Antworten! Also das mit den Bewerbungskosten die würde mein Doktorvater sowieso sponsoren (Flug und Unterkunft)

Ich hatte der Dame bzw. Sachbearbeiterin schon versucht zu erklären, dass es für mich keinen Sinn macht diese Maßnahme zu absolvieren weil ich darin keinen Gewinn für mich sehe noch für das Jobcenter. Ich hatte auch gesagt, dass ich bereits mehrere feste Jobangebote habe und auch der Leistungsabteilung in den nächsten Tagen mitteilen werde die Leistungen zum 30.08 oder 30.07 einzustellen. Aber die Dame sagte immer nur: Wilkommen im SGB II! Sie meinte dann auch noch überspitzt: Herr XXXX ich könnte Sie rein theoretisch auch als Hilfsarbeiter im Lager einsetzen.....Ich war sehr geschockt und habe dann erst einmal nichts mehr gesagt.

@BurnsTorn: "Woran macht deine Sachbearbeiterin das fest? Und was verspricht sie sich davon, wenn du bereits eine Stelle in Aussicht hast? Wofür dann das Training?" Sie sagte: Ich kann Sie nun doch nicht zu Hause rumsitzen lassen..... Hallo ich schreibe an meiner Dissertation und schreibe fleißig Bewerbungen und kann ihr das auch nachweisen! Wollte sie aber nicht!


Ich werde die nächsten Tagen einmal Kontakt aufnehmen mit der Sachbearbeitung..Mal schauen ob ich da noch herauskomme...

Ich habe einmal den Flyer der Maßnahme beigefügt!
 

Anhänge

gila

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
20 Dezember 2008
Beiträge
11.729
Bewertungen
13.478
Tja - willkommen im SGB II - nun weißt du, was sie mit einem machen ...
ich würde beharrlich bleiben - schöpfe aus allem hier deine Strategie - BurnsTorn als ehem. Insider :wink: - rät auch, sich dann an die nächsthöhere Stufe zu wenden, es besteht wenig Hoffnung, dass eine SB, die ihren Job auf diese Weise versteht, hier einlenkt.

Schrieb mein Anwalt mir neulich: Es ist alles andere als eine Erfüllung der gesetzlichen Verpflichtungen der Arbeitsvermittler – nämlich den betroffenen „Kunden“ zu helfen.

Dran denken: Maßnahmevertrag muss nicht unterschrieben werden. Das ist Fakt.
 

arbeitslos in holland

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
16 August 2010
Beiträge
9.562
Bewertungen
1.945

Ah4entheater

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
28 Dezember 2013
Beiträge
1.118
Bewertungen
1.034
... Sie meinte dann auch noch überspitzt: Herr XXXX ich könnte Sie rein theoretisch auch als Hilfsarbeiter im Lager einsetzen.....Ich war sehr geschockt und habe dann erst einmal nichts mehr gesagt.
Ja, ja. Das ist die gängige und ständige Drohgebärde-Taktik, mit der man im JC bombardiert wird, mit dem Ziel JEDEN Leistungsberechtigten erstmal in seinen Grundfesten zu erschüttern (--> Angriff auf die Selbstsicherheit und das Selbstbewusstsein), einzuschüchtern (--> Angriff auf das Selbstvertrauen) und zum Schweigen zu bringen (--> Angriff auf das Selbstwertgefühl im Stil "wehe, Du gehorchst nicht! Dann Sanktion!"), um ihn so gefügig zu machen (--> Angriff auf die Selbstbestimmtheit). Ein "Rundum-Bombardement" sozusagen :icon_hihi: Dagegen kann man sich aber ja wehren.

Wenn Du willst, sieh diese Erfahrung als Übungsfeld für Selbstbeherrschung, Verhandlungstaktik, Standhaftigkeit, Durchsetzungsfähigkeit und Stärkung aller "Selbst"-Gefühle an. Kann man im Leben auch außerhalb der JC-Parallelwelt gut gebrauchen. Was Dich im JC schließlich nicht umhaut, macht Dich nur stärker.

...und schreibe fleißig Bewerbungen und kann ihr das auch nachweisen! Wollte sie aber nicht!
Gewöhn' Dir den vorauseilenden Gehorsam besser gar nicht erst an. In den Meldeterminen sagst Du besser nur das, was nötig ist und nur so wenig wie möglich. Und vor allem: geh NIE allein zum JC. Immer mit Beistand, der im Zweifel auch Zeuge sein kann.

Ich werde die nächsten Tagen einmal Kontakt aufnehmen mit der Sachbearbeitung..Mal schauen ob ich da noch herauskomme...
Wenn Du das telefonisch versuchen willst, vergiss es.

Wenn Du persönlich beim JC vorbeischauen willst, also ohne Meldeaufforderung, dann geh' da wie geschrieben, NUR mit einem Beistand hin, der mitprotokolliert. Solltet ihr Euch (SB oder Teamleiter und Du) tatsächlich auf etwas einigen können, dann NUR schriftlich! Lass' Dir dann auch den Beratungsvermerk (vielleicht auch den vom letzten offiziellen Meldetermin) der SB per Post zuschicken, damit Du bei Unwahrheiten eine Gegendarstellung verfassen kannst.
 
Oben Unten