Sind Vermittlungsvorschlaege vom Jobcenter auch als Eigenbemühungen zu zählen

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Frank71

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Hallo zusammen,

Sind Vermittlungsvorschlaege vom Jobcenter auch als Eigenbemühungen zu zählen ?

Letzt endlich muss ich ja die Bewerbung schreiben und nicht das Jobcenter, so ist es für mich doch auch eine Eigenbemühung.

Gibt es da ein Urteil drüber ?
 

Plochinger

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VV' werden dir ja quasi aufgezwungen und soweit ich weiß zählt das nicht als Eigenbemühungen was das wort ja schon an sich sagt "Sich selber was suchen"
 

Sorata

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Der Petitionsausschuss des Bundestags sagt dazu:

Wenn auch die Entgegennahme von Vermittlungsvorschlägen durch die Arbeitsagentur noch keine Eigenbemühung darstellen kann, so sind jedenfalls sich hieraus ergebende Bewerbungen, Vorsprachen und Vorstellungsgespräche genauso dem Arbeitssuchenden obliegende und bei der Erfüllung der Eingliederungsvereinbarung zu beachtende Eigenbemühungen, wie die weiteren denkbaren Formen von Eigenbemühungen.
Bundestag Az. Pet 4-17-11-81503-036141 v. 23.03.2012 Abschlussbegründung
 

bastian82

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Bitte immer die Bewerbung dazu abschicken. Und wenn es ein Dreizeiler oder eine standardisierte Bewerbung ist.

Das bewahrt vor einer sonstigen möglichen Sanktion. Denke bitte an Bewerbungskostenzuschuss
 

Frank71

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@Sorata...

Also zählen VV vom Jobcenter jetzt zu den Eigenbemühungen oder wie soll ich bitte das Zitat des Petitionsausschusses verstehen ?
 

Sorata

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Der VV selbst ist keine Eigenbemühung. Die darauf folgende Bewerbung ist aber eine.
 
Zuletzt bearbeitet:

Frank71

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Ich danke euch für die schnellen Antworten.

Im Moment meint eine neue SB mit mir ein Spiel spielen zu müssen, in dem mir die SB den Briefkasten mit VV mit RFB von Sklavenhändlern zumüllt.

Es hat bei mir vor kurzem ein SB Wechsel stattgefunden.
 

Sorata

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Das bedeutet, fleißig Anträge auf Übernahme von Bewerbungskosten stellen. Wenn dein JC will, dass du dich bewirbst, müssen die dir auch was im Gegenzug dazu geben.

Vermitteln wird sie dich so bestimmt nicht. Der durchschnittliche Erfolg von VV liegt bundesweit bei 1,07%. Was die Dinger an Papier und Steuergelder durch Porto verschwenden...
 

Frank71

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Bewerbungskosten werde ich natürlich beantragen im vollen Umfang.

Nur bin ich nicht Scharf darauf meine Anschreiben für jede Bewerbung mit einzureichen.

Oder wie seht ihr das?
 

Katzenstube

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Hallo Frank71,
ich hatte als Eigeninitiative - Eigenbemühung - Arbeitgeber der Jobbörse angeschrieben. Ein paar Tage später kamen dann die VV's von dem Sachbearbeiter, der diese dann als Erstkontakt deklariert hatte.

Da aber 95% der Arbeitgeber in der Jobbörse in meiner Region Higher-and-Fire oder Sklavenbuden sind, erschienen mir Blindbewerbungen/Initiativbewerbungen sinnvoller als die Jobbörse, wo der SB es dann hindreht, als sei es seine Bemühung, die mich in Lohn und Arbeit gebracht hätten.

Gruß von Katzenstube
 

Sorata

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Die Anschreiben sollten auch nicht nötig. Einzig allein der Urkundenbeweis wäre eine zweifelsfreie Form des Nachweises für eine getätigte Bewerbung. Alternativ dazu gibt es noch den Zeugenbeweis und den Anschein (LSG Baden-Württemberg Az. L 8 AL 2197). Da bei einem VV ein Antwortbogen dabei ist, ist dieser ein besserer Nachweis über die getätigte Bewerbung als ein Bewerbungsanschreiben, das vielleicht versendet wurde, da du die Richtigkeit der Angaben des Antwortbogen mit deiner Unterschrift bestätigst.
 

Schikanierter

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@ Frank71
Wenn auch die Entgegennahme von Vermittlungsvorschlägen durch die Arbeitsagentur noch keine Eigenbemühung darstellen kann, so sind jedenfalls sich hieraus ergebende Bewerbungen, Vorsprachen und Vorstellungsgespräche genauso dem Arbeitssuchenden obliegende und bei der Erfüllung der Eingliederungsvereinbarung zu beachtende Eigenbemühungen, wie die weiteren denkbaren Formen von Eigenbemühungen.

** Hervorhebungen von mir! **

Da steht nicht, dass Bewerbungen, Vorsprachen und Vorstellungsgespräche (per se) Eigenbemühung sind. Da steht nur, dass es welche sein können - wenn es in der EinV steht - und die dann zu beachten sind.

Sie haben es schon richtig erkannt, dass es hierzu unterschiedliche Ansichten gibt und es von Jobcenter zu Jobcenter verschieden ist. Die herrschende Meinung geht davon aus, dass es sich hierbei um Eigenbemühungen handelt.

Grundsätzlich kann man sich durchaus auf die Meinung, dass VV vom JC auch als Eigenbemühungen zu zählen sind, sowie den Petitionsausschuss des Bundestages berufen, jedoch setzt man sich der Gefahr aus, dass das JC eine gegenteilige Meinung vertritt und sanktioniert. Hier könnte man zwar ggfs. gegen vorgehen und Widerspruch erheben bzw. Eilrechtsschutz beantragen, jedoch wäre dies natürlich mit einer entsprechenden Belastung verbunden.

Ich empfehle grundsätzlich, beim zuständigen SB nachzufragen, wie es beim jeweiligen JC gehandhabt wird, und dies auch entsprechend zu fixieren.

Abgesehen davon ist es vollkommen irrelevant, wer was als Eigenbemühungen ansieht. Laut § 15 Abs. 2 SGB II ist in einer EinV u. a. konkret zu regeln, welche Eigenbemühungen der Elo genau zu erbringen hat. Guckst du hier:
(2) Die Agentur für Arbeit soll im Einvernehmen mit dem kommunalen Träger mit jeder erwerbsfähigen leistungsberechtigten Person unter Berücksichtigung der Feststellungen nach Absatz 1 die für ihre Eingliederung erforderlichen Leistungen vereinbaren (Eingliederungsvereinbarung). In der Eingliederungsvereinbarung soll bestimmt werden,

[...]

2. welche Bemühungen erwerbsfähige Leistungsberechtigte in welcher Häufigkeit zur Eingliederung in Arbeit mindestens unternehmen sollen und in welcher Form diese Bemühungen nachzuweisen sind,

[...]

-> https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_2/__15.html

** Hervorhebungen von mir! **

Und nur diese werden dann logischerweise auch als solche anerkannt.
 
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