Sind 4,40 Netto/h schon sittenwidrig? Oder berechne ich mein Lohn falsch? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

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Halli Hallo Forum :)

ich habe da mal eine Frage,

wie viele Menschen, habe ich einen Arbeitsvertrag mit festem Lohn, für 1200,- EUR Brutto, bei 40 Arbeitsstunden die Woche.
Nun habe ich mal durchgerechnet, 23 Arbeitstage x 9 Stunden = 207 Arbeitsstunden (im Monat Oktober), wenn ich so meinen
Stundenlohn berechne, dann komme ich auf 5,80 EUR Brutto/h!Ich arbeite als gelernte Bürokraft in einem Fensterbaubetrieb.
Im Arbeitsvertrag stehen natürlich 8 Stunden pro Tag aber wir müssen jeden Tag 9 Stunden arbeiten, denn wenn man ein Fest-
gehalt bekommt, dann kann der Arbeitgeber verlangen, dass man bis zu 15 Stunden mehr pro Woche arbeitet ohne Vergütung.
Stimmt das wirklich? Mein Nettolohn beträgt 912,37 EUR, dass sind 4,40 EUR die ich Netto die Stunde verdiene (Steuerklasse I)

Ist dieser Lohn sittenwidrig? Rechne ich das so richtig, oder "darf" man nur 1200,- EUR durch 160 Stunden rechnen?
 
E

ExitUser

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AW: 40 Stunden im Arbeitsvertrag bedeutet nicht 160 Stunden arbeiten im Monat ?

dann kann der Arbeitgeber verlangen, dass man bis zu 15 Stunden mehr pro Woche arbeitet ohne Vergütung.
Stimmt das wirklich
umgottes willen nein
wo kommen wir den dahin das man bei festgehalt 15stunden umsonnst arbeiten muss nur weil der AG das gern so möchte

der AG muss jede stunde bezahlen die über den vertraglich vereinbarten arbeitszeiten liegen

er muss keine prozente zahlen
aber den stunden lohn schon

trette deinen cheffe mal auf die füsse das er zahlen muss oder er will oder nicht

wie sieht den ein arbeitsvertrag den aus ?
steht da eine klausel drin dass alle überstunden mit den festlohn abgegolten sind oder sowas ^^

das würd mich mal interessieren
 
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AW: 40 Stunden im Arbeitsvertrag bedeutet nicht 160 Stunden arbeiten im Monat ?

wie sieht den ein arbeitsvertrag den aus ?
steht da eine klausel drin dass alle überstunden mit den festlohn abgegolten sind oder sowas ^^
Da steht:

"Der Arbeitnehmer verpflichtet sich, im Rahmen der gesetzlichen Bestimmung
auf verlangen des Arbeitgebers Mehrarbeit/ Überstunden sowie Wechselschicht zu leisten"

Aber da steht nicht, dass die Überstunden damit automatisch abgegolten werden, die Urlaubstage betragen 22 (pro Jahr).
Laut der Frau vom Chef können wir uns da glücklich schätzen, denn eigentlich stehen uns nur 21,5 Urlaubstage im Jahr zu!
 

Kobold1966

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Netto ist unbedeutend, relevant ist das Bruttogehalt von 1200 Vollzeit und das müssen mindestens 67% eines vergleichbaren ortsüblichen oder einschlägigen Tariflohn (etwa 1800) entsprechen.

Grob pauschaul rechnet man 1200 / 168 h dann komme ich auf 7,14 Stundenlohn. Dann wär noch die Frage, ob in den 9 Stunden die Pausen drin sind?

Überstunden sind ganz klar zu vergüten oder durch Freizeit auszugleichen. Nach 3 Jahren verjährt der Anspruch.

Bundesurlaubsgesetz sieht lediglich einen Mindesturlaub von 24 Werktagen vor!
 

Erolena

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AW: 40 Stunden im Arbeitsvertrag bedeutet nicht 160 Stunden arbeiten im Monat ?

Die Dauer des Urlaubs (§§ 3–6 BUrlG)
Gesetzlicher Mindesturlaub

Nach § 3 Abs. 1 BUrlG beträgt der gesetzliche Mindesturlaub 24 Werktage. ....
In einem Tarifvertrag oder im Arbeitsvertrag kann ein höherer als der gesetzliche Mindesturlaub vereinbart werden (häufig), jedoch kein ungünstigerer (§ 13 Abs. 1 S. 1 BUrlG).

Der gesetzliche Mindesturlaub ist bezogen auf eine 6-Tage-Woche. Bei einer anderen Verteilung der Wochenarbeitszeit ist der Anspruch im Dreisatz umzurechnen. Im Fall einer 5-Tage-Woche beträgt der gesetzliche Urlaubsanspruch daher umgerechnet 20 Arbeitstage. In allen Fällen entspricht er also vier Arbeitswochen.
Wikipedia: Bundesurlaubsgesetz

Und hier gibt es Tarifregister, dort habe ich schon interessante Informationen gefunden.

Tarifregister

Dort wird z.B. Auskunft erteilt zur Tarifbindung des Unternehmens. Man findet auch die Tarifverträge, die als allgemeinverbindlich erklärt wurden. An allgemeinverbindlich erklärte Tarifverträge muss sich jedes Unternehmen halten. Es könnte also sein, du findest dort eine vorteilhaftere Regelung als den Mindesturlaub. Einen Anruf ist das wert.
 
R

Rounddancer

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Pause kann der Arbeitgeber abziehen, eine halbe Stunde pro Tag muß er sogar an Pause gewähren (eigentlich),-
Überstunden können zwar verlangt werden, in gewissen Grenzen,- aber sie müssen bezahlt werden. Ausnahme sind Leitende Angestellte, denen kann man das in den Vertrag schreiben, daß alle Mehrarbeit abgegolten ist,- aber das gilt nicht in normalen, oder wie hier, prekären Beschäftigungsverhältnissen. Das ist höchstrichterlich geklärt.

Urlaub: Mindesturlaub vom Gesetz her, sind 24 Werktage, das sind bei in Fünf-Tage-Woche Beschäftigten 20 Arbeitstage jährlich, in jedem Fall aber vier Wochen mindestens.

Was tun? Ich wäre da unverzüglich bei meiner Gewerkschaft, und dazu beim Gewerbeaufsichtsamt.
 
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9 Stunden ohne Pause?
Von um 07:30 Uhr bis 17:30 Uhr, eine halbe Stunde Mittag und eine Viertelstunde Frühstück, dass sind dann aber erst 45 Minuten.
Aber wir arbeiten jeden Tag 15 Minuten länger von Montag bis Donnerstag, um dann die eine Stunde die wir rausgearbeitet haben,
am Freitag für eine Kaffestunde nutzen zu können, aber mehr als eine halbe Stunde Kaffeepause ist nicht drin dann guckt der Chef,
schon und sagt wir sollten weiterarbeiten und hier nicht rumsitzen.

Rounddancer;Pause kann der Arbeitgeber abziehen, eine halbe Stunde pro Tag muß er sogar an Pause gewähren (eigentlich)
Ja die Pausen kommen noch zu den Arbeitszeit von 9 Stunden dazu!

Ich wäre da unverzüglich bei meiner Gewerkschaft
Dort gibt es keine Gewerkschaft und wird es wohl auch nie! :icon_sad:
 

Erolena

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AW: 40 Stunden im Arbeitsvertrag bedeutet nicht 160 Stunden arbeiten im Monat ?

Im Arbeitsvertrag steht bestimmt auch eine Wochenarbeitszeit.
Was steht da drin?

Wenn ihr am Freitag nur eine halbe Std. zusätzlichen Kaffeschwatz machen dürft, dann solltet ihr von
Mo - Do auch nur 7,5 Minuten länger arbeiten. (7,5 min x 4 = 30)
 
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AW: 40 Stunden im Arbeitsvertrag bedeutet nicht 160 Stunden arbeiten im Monat ?

Im Arbeitsvertrag steht bestimmt auch eine Wochenarbeitszeit.
Was steht da drin?

Wenn ihr am Freitag nur eine halbe Std. zusätzlichen Kaffeschwatz machen dürft, dann solltet ihr von
Mo - Do auch nur 7,5 Minuten länger arbeiten. (7,5 min x 4 = 30)
Ja ich weiß was du meinst, dass ist nunmal Ausbeutung, im Arbeitsvertrag sind 40 Stunden vertraglich festgehalten, aber wahr-
scheinlich sind das nur "freiwillige Zusatzstunden" worauf die Mitarbeiter gepocht haben (ironie off).
 

Erolena

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AW: 40 Stunden im Arbeitsvertrag bedeutet nicht 160 Stunden arbeiten im Monat ?

Dann ist doch klar, dass ihr nur für 5 x 8 Arbeitsstunden bezahlt werdet.

Wie wärs, wenn ihr nach Ablauf der acht Stunden (zuzüglich Pause) mal einfach nach Hause geht?
Vielleicht hat zufällig jeder etwas vor. Kann sein, der gewöhnt sich mit der Zeit daran.

Oder jemand hat einen kräftigen Freund, der holt seine Freundin in Zukunft relativ pünktlich vor der Haustür ab. Und hupt ein wenig, wenn es zu lange dauert. Sorry, ist schon spät heute.

Arbeitet nur ihr im Büro so lange? Oder machen die Arbeiter dasselbe auch mit.
 
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Rounddancer

Gast
Ja die Pausen kommen noch zu den Arbeitszeit von 9 Stunden dazu!
Dann gehe ich davon aus, daß der Euch um täglich eine Stunde betrügt.
Dort gibt es keine Gewerkschaft und wird es wohl auch nie! :icon_sad:
Es ist nicht wichtig, daß es im Betrieb Gewerkschaft gibt (wenn es dort einen Betriebsrat gäbe, und der die Zustände so zuließe, dann könnte man den eh in der Pfeife rauchen!), sondern daß die irgendwo lokal außen ist, per Telefon, E-Mail und persönlich erreichbar. DIE meine ich.
 

turbodrive

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Hier sollte man erstmal schauen wie sich das überhaupt verhalten tut mit den "Überstunden". Es gibt Firmen die tun das anderst verrechnen und damit meine ich keine ZAF Buden.Du schreibst das du 22 Urlaubstage im Jahr hast.Stehen die dir denn zur Freien verfügung und zwar ohne das du damit z.B. einen Brückentag mit deinen Urlaub verbraten musst? Oder wie siehts aus in der Zeit Weihnachten-Sylvester? Heiligabend und Sylvester sind ein normaler Arbeitstag (kommt aber darauf an auf welchen Tag sie fallen) die meistens raus gearbeitet werden.Dazu kommt dann noch die Zeit,zwischen den Feiertagen.Ist da Betriebsruhe?Wenn ja müsst Ihr da eurern Urlaub nehmen oder wird das mit den Überstunden abgegolden? Wenn das alles mit den Überstunden abgegolden werden sollte,dann habt Ihr trotzdem noch euern ganzen Urlaub zu eurer freien verfügung.Das "könnte"der Grund sein wegen der Überstunden.

Das ist aber nur eine Vermutung von mir,da zu wenig Infos diesbezüglich von dir kamen.
 

gelibeh

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Wenn Deine Firma in Deutschland ist, gibt es auch eine zuständige Gewerkschaft. Ich würde mich an die Gewerkschaft wenden.
 

wolliohne

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Kawenzmann,

leider sind solche Ausbeutungsfirmen inzwischen an der Tagesordnung.

Ich behaupte das solche Löhne von denen man kaum Leben kann Sittenwidrig sind,was aber nur ein Gericht endgültig klären kann.

Also,wie oben schon angesprochen,BR und Gewerkschaft evtl.RA für Arbeitsrecht einschalten

Mindestlohn von 10,-€uro wäre ein erster Schritt:
mindestlohn.de ~ Startseite
 

Cocolinchen

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ich würd fast vermuten, dass Kawenzmann nicht wirklich was unternehmen wird :icon_sad:

Allerdings nicht aus Faulheit o.ä. sondern die pure Angst um den (mies bezahlten) Job!!

Klar kann man vor Gericht gewinnen, und der Chef darf einen deswegen nicht rauswerfen .... dafür gibts leider heutzutage genug Möglichkeiten, dass ein Arbeitnehmer freiwillig geht.



So Leute tun mir echt leid ...... ich wüßt selber nicht, was ich in dem Fall machen würde

@Kawenzmann: in deiner Haut bzw. der Zwickmühle möcht ich net stecken
 

schuldenjenny

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huhu,

ich glaub du rechnest falsch...

es sind 160 stunden/monat (4 wochen zu je 40 stunden)

die eine stunde "mehr am tag" ist die pause, deine nettoarbeitszeit ist 8 stunden, somit haste einen stundenlohn von 7,50€ brutto.

das macht dann -je nachdem wo du wohnst- bei lohnsteuerklasse 1 ca. 910€ netto im monat.

lg jenny
 

turbodrive

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huhu,

ich glaub du rechnest falsch...

es sind 160 stunden/monat (4 wochen zu je 40 stunden)

die eine stunde "mehr am tag" ist die pause, deine nettoarbeitszeit ist 8 stunden, somit haste einen stundenlohn von 7,50€ brutto.

das macht dann -je nachdem wo du wohnst- bei lohnsteuerklasse 1 ca. 910€ netto im monat.

lg jenny

Von 7:30Uhr - 17:30Uhr macht bei mir 10 Stunden.Dazu abzüglich 1 Stunde Pause macht immer noch reguläre 9Stunden Arbeitszeit.
 
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Es gibt Firmen die tun das anderst verrechnen und damit meine ich keine ZAF Buden.Du schreibst das du 22 Urlaubstage im Jahr hast.Stehen die dir denn zur Freien verfügung und zwar ohne das du damit z.B. einen Brückentag mit deinen Urlaub verbraten musst? Oder wie siehts aus in der Zeit Weihnachten-Sylvester? Heiligabend und Sylvester sind ein normaler Arbeitstag (kommt aber darauf an auf welchen Tag sie fallen) die meistens raus gearbeitet werden.Dazu kommt dann noch die Zeit,zwischen den Feiertagen.Ist da Betriebsruhe?Wenn ja müsst Ihr da eurern Urlaub nehmen oder wird das mit den Überstunden abgegolden?Überstunden.
Zwischen Weihnachten und Silvester ist "Betriebsruhe" aber die Tage werden von den 22 Arbeitstagen abgezogen, Brückentage
kann man selbst entscheiden, ob man lieber zu Hause bleibt, oder doch zur Arbeit geht, also ich fasse nochmal zusammen
22 Urlaubstage - 5 Urlaubstage (wegen Weihnachten und Silvester bleiben dann 17 Urlaubstage übrig.
 

schuldenjenny

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Von 7:30Uhr - 17:30Uhr macht bei mir 10 Stunden.Dazu abzüglich 1 Stunde Pause macht immer noch reguläre 9Stunden Arbeitszeit.

...ja, aber ich gehe nach dem arbeitsvertrag u. danach arbeitet er 40 stunden die woche, die eine stunde ist dann eine überstunde die natürlich festgehalten werden müsste, nur die 4,40€ stundenlohn sind dann ne falschrechnung.
 

jockel

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Halli Hallo Forum :)

ich habe da mal eine Frage,

wie viele Menschen, habe ich einen Arbeitsvertrag mit festem Lohn, für 1200,- EUR Brutto, bei 40 Arbeitsstunden die Woche.
Nun habe ich mal durchgerechnet, 23 Arbeitstage x 9 Stunden = 207 Arbeitsstunden (im Monat Oktober), wenn ich so meinen
Stundenlohn berechne, dann komme ich auf 5,80 EUR Brutto/h!Ich arbeite als gelernte Bürokraft in einem Fensterbaubetrieb.
Im Arbeitsvertrag stehen natürlich 8 Stunden pro Tag aber wir müssen jeden Tag 9 Stunden arbeiten, denn wenn man ein Fest-
gehalt bekommt, dann kann der Arbeitgeber verlangen, dass man bis zu 15 Stunden mehr pro Woche arbeitet ohne Vergütung.
Stimmt das wirklich? Mein Nettolohn beträgt 912,37 EUR, dass sind 4,40 EUR die ich Netto die Stunde verdiene (Steuerklasse I)

Ist dieser Lohn sittenwidrig? Rechne ich das so richtig, oder "darf" man nur 1200,- EUR durch 160 Stunden rechnen?
Wenn im Arbeitsvertrag einen 8 Stunden-Arbeitstag oder eine 40-Stunden-Arbeitswoche schriftlich vereinbart ist, dann zählen pro Tag für die Bruttolohnrechnung die 8 und nicht die 9 Stunden. Die eine Stunde pro Arbeitstag Differenz sind die unbezahlte Arbeitspausen für Frühstück und Mittag. Eigentlich dürften es keine 1 Std. Pause, sondern 45 Min. sein (0,75 Std.) = 15 Min. Frühstück und 30 Minuten Mittag, so daß 8 Std. bezahlte Arbeitszeit/AT + 0,75 Std. unbezahlte Pause = Gesamtarbeitstag von 8,75 Std. rauskommt --> siehe § 3 Arbeitszeitgesetz (ArbZG)

Es gibt aber Berufsgruppen, die haben bezahlte Kurzpausen, z.B. Abschwitzpausen an Hitzearberitsplätzen. z.B. vor Ofenanlagen.

Bei einer 5-Tage-Arbeitswoche:

8 Std./Arbeitstag (AT) * 5 AT/Kalenderwoche (KW) = 40 Std./KW

8 Std./AT * im Durchschnitt 22 AT/Monat = 176 Std./Monat * z.B. 8,00 Brutto-Std.-satz (Euro/Std.) = 1.408 Euro brutto/Monat

Die Monate im Kalenderjahr können Arbeitstage zwischen 19 und 22 AT schwanken.

Bruttolohn
- Abzüge
-----------
= Nettolohn

Abzüge sind
Lohnsteuern



+ Sozialversicherungsbeiträge (SV-Beiträge) = AN-Anteile) zur
  • Krankenversicherung (KV),
  • zur Pflegeversicherung (PV),
  • zur Rentenversicherung (RV) und
  • zur Arbeitslosenversicherung (AV)
 

jockel

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AW: 40 Stunden im Arbeitsvertrag bedeutet nicht 160 Stunden arbeiten im Monat ?

Da steht:

"Der Arbeitnehmer verpflichtet sich, im Rahmen der gesetzlichen Bestimmung
auf verlangen des Arbeitgebers Mehrarbeit/ Überstunden sowie Wechselschicht zu leisten"

Aber da steht nicht, dass die Überstunden damit automatisch abgegolten werden, die Urlaubstage betragen 22 (pro Jahr).
Laut der Frau vom Chef können wir uns da glücklich schätzen, denn eigentlich stehen uns nur 21,5 Urlaubstage im Jahr zu!
Falsch!

Es wirkt das Bundesurlaubsgesetz als Minimum in der Höhe der zu bewilligenden jährlichen Urlaubstage und da stehen im § 3 24 Urlaubstage als absolutes Minimum.

Es kann nur noch höher wirkende Abweichungen von den 24 Tagen Jahresurlaub geben - wenn Du Gewerkschaftsmitglied bei einer Branchengewerkschaft des DGB bist und eine Arbeit ausübst, die über einen Manteltarifvertrag, Lohn- oder Gehaltsgruppentarif geregelt ist.

Aber 24 Werktage im Kalenderjahr sind gesetzliches Minimum!!!!

Auf diese 24 Werktage/Jahr hast Du erst nach einer Wartefrist von 6 Monaten einen Anspruch und dann nur anteilig, wenn Du im Laufe des Jahrs den Job angetreten oder beendet hast.

Du hast unter diesen Bedingungen 24 Werktage/Jahr : 12 Monate/Jahr = pro Monat auf 2 Werktage einen anteiligen Urlaubsanspruch, sofern für Dich nur das Bundesurlaubsgesetz wirken sollte und keine Tarifverträge die Geschichte nicht noch verbessern.

In Tarifen kann es noch Regelungen für Zusatzurlaubstage geben, z.B. für Schichtarbeiter oder wenn man eine längere Zeit Betriebszugehörigkeit nachweisen kann. Zusatzurlaub erhalten auch Schwerbehinderte - 5 AT.

Mal angenommen, es gäbe für Deinen Job eine tariflich gerelte Urlaubsvereinbarung von 30 Werktage im Jahr, dann rechnet sich der anteilige Anspruch pro Monat

30 Werktage/Jahr : 12 Monate/Jahr = 2,5 Werktage/Monat.

Die Werktagsregelung besagt, daß es sich um eine 6-Tage-Arbeitswoche handeln muß, wo die Sonnabende in die Anspruchsermittlung mit berücksichtigt werden müssen.

Das war in der DDR bei den Normalschichtlern einfacher. Da zählte die 5-Tage-Arbeitswoche, also ohne dire Sonnabendsberücksichtigung.

siehe Kapitel 9 Arbeitsgesetzbuch der DDR - § 189 bis 200.

----------------------------------------------

Zum Bruttolohn noch Ergänzungen:


Der Grundlohn kann sich zum Beispiel bei
  • Schichtarbeit um Schichtprämien oder -zuschäge
    • darunter
      • Überstundenzuschläge (meist 25% von Grundlohn)
      • Zuschlag für Sonntagsarbeit (meist 50% vom Grundlohn)
      • Zuschlag für Feiertagsarbeit (meist 100% vom Grundlohn)
  • Arbeitserschwernisse um Erschwerniszuschläge
erhöhen.

Es gibt Zuschläge, die sind lohnsteuerfrei und Zuschläge, die sind lohnsteuerpflichtig.
 

jockel

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9 Stunden ohne Pause?
Auch das Arbeitszeitgesetz sieht eine Arbeitspausenregelung im Arbeitstag vor.

§ 4 ArbZG

§ 4 Ruhepausen

Die Arbeit ist durch im voraus feststehende Ruhepausen von
  • mindestens 30 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs bis zu neun Stunden und
  • 45 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als neun Stunden
insgesamt zu unterbrechen.

Die Ruhepausen nach Satz 1 können in Zeitabschnitte von jeweils mindestens 15 Minuten aufgeteilt werden. Länger als sechs Stunden hintereinander dürfen Arbeitnehmer nicht ohne Ruhepause beschäftigt werden.
 

jockel

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AW: 40 Stunden im Arbeitsvertrag bedeutet nicht 160 Stunden arbeiten im Monat ?

Wikipedia: Bundesurlaubsgesetz

Und hier gibt es Tarifregister, dort habe ich schon interessante Informationen gefunden.

Tarifregister

Dort wird z.B. Auskunft erteilt zur Tarifbindung des Unternehmens. Man findet auch die Tarifverträge, die als allgemeinverbindlich erklärt wurden. An allgemeinverbindlich erklärte Tarifverträge muss sich jedes Unternehmen halten. Es könnte also sein, du findest dort eine vorteilhaftere Regelung als den Mindesturlaub. Einen Anruf ist das wert.
Ist ein Tarifvertrag für allgemeinverbindlich erklärt worden, dann gilt er für alle Beschäftigten, egal ob sie Mitglied einer Gewerkschaft sind, die Branchentarife aushandelt oder gewerkschaftslose AN.
 

jockel

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AW: 40 Stunden im Arbeitsvertrag bedeutet nicht 160 Stunden arbeiten im Monat ?

Die Dauer des Urlaubs (§§ 3–6 BUrlG)
Gesetzlicher Mindesturlaub

Nach § 3 Abs. 1 BUrlG beträgt der gesetzliche Mindesturlaub 24 Werktage. ....
In einem Tarifvertrag oder im Arbeitsvertrag kann ein höherer als der gesetzliche Mindesturlaub vereinbart werden (häufig), jedoch kein ungünstigerer13 Abs. 1 S. 1 BUrlG).

Der gesetzliche Mindesturlaub ist bezogen auf eine 6-Tage-Woche. Bei einer anderen Verteilung der Wochenarbeitszeit ist der Anspruch im Dreisatz umzurechnen. Im Fall einer 5-Tage-Woche beträgt der gesetzliche Urlaubsanspruch daher umgerechnet 20 Arbeitstage. In allen Fällen entspricht er also vier Arbeitswochen.
Erolena wie rechnest Du den Jahresurlaubsanspruch von 6 auf 5-Tage-Arbeitswoche um?

24 Werktage = 6-Tage-Woche
x Werktage = 5-Tage-Woche
---------------------------------

In direkter Proportionalität:

24: x = 6 : 5 | Regel Außenglieder * Außenglieder und Innenglieder * Innenglieder!

6x =24 * 5 | Dividieren durch 6 auf beiden Seiten

x = 24 * 5 / 6 | Ausmultiplizieren des Zählers

x = 120 / 6 | Division durchführen

x = 20

In dem Wikipedia-Artikel zum Bundesurlaubsgesetz habe ich den Link gefunden wie das mit einer Formel umgerechnet wird.

Berechnung des Resturlaubs

Die Verteilung der Arbeitszeit auf die Wochentage von Montag bis Freitag hat nach ständiger Rspr. des BAG zur Folge, dass die Dauer des gesetzlichen Urlaubsanspruchs von 24 Werktagen entspr. der abweichenden Arbeitsverpflichtung an weniger Werktagen, den tatsächlichen Arbeitstagen angepasst werden muss. Das geschieht
durch Umrechnung, die das Anliegen des Gesetzgebers wahrt, dem AN 4 Wochen Urlaub zukommen zu lassen. Dabei werden die im Gesetz genannten Werktage zu den vom AN geschuldeten Arbeitstagen rechnerisch zueinander in Beziehung gesetzt. Die
im Gesetz genannte Dauer des Urlaubs wird durch 6 (Werktage in der Woche) geteilt und mit der Anzahl der Arbeitstage multipliziert, an denen in der Woche eine Arbeitsverpflichtung besteht. Das führt bei einer regelmäßigen Verteilung der Arbeitszeit auf die Tage von Montag bis Freitag zu einem Anspruch von

24 (Urlaubstage) x 5 (Arbeitstage pro Woche) : 6 (Werktage pro Woche) = 20 Tagen Urlaub

(erstmals mehr beiläufig BAG v. 8. 3. 1984 AP BUrlG § 13 Nr. 15;
ausdrücklich BAG v. 27. 1. 1987, AP BUrlG § 13 Nr. 30 = NZA 1987, 462; BAG v.25. 2. 1988, AP BUrlG § 8 Nr. 3 = NZA 1988, 607; BAG v. 10. 2. 1997, AP TVG § 1Tarifverträge: Chemie Nr. 13 = NZA 1997, 1123; BAG v. 8. 9. 1998, AP TVG § 1Tarifverträge: Bau Nr. 216 = NZA 1999, 665). ...
Wie ist der Jahresurlaubsanspruch bei Teilzeitarbeitern umzurechnen?

... Wird die regelmäßige Arbeit auf weniger als 5 Tage in der Woche verteilt, so gelten dieselben Grundsätze. Bei einer Verteilung der vom AN geschuldeten Arbeitszeit auf vier (BAG v. 20. 6. 2000, AP BUrlG § 3 Fünf-Tage-Woche Nr. 15 = NZA 2001, 622; BAG v. 14. 2. 1991, AP BUrlG § 3 Teilzeit Nr. 1 = NZA 1991, 777) drei, zwei oder ein Werktag(e) in der Woche ergibt sich ein Freistellungsanspruch des AN für sechzehn, zwölf, acht und vier gesetzliche Urlaubstage.

--> 4-Tage-Arbeitswoche

24 (Urlaubstage) x 4 (Arbeitstage pro Woche) : 6 (Werktage pro Woche) = 16 Tagen Urlaub

--> 3-Tage-Arbeitswoche

24 (Urlaubstage) x 3 (Arbeitstage pro Woche) : 6 (Werktage pro Woche) = 12 Tagen Urlaub

--> 2-Tage-Arbeitswoche

24 (Urlaubstage) x 2 (Arbeitstage pro Woche) : 6 (Werktage pro Woche) = 8 Tagen Urlaub

--> 2-Tage-Arbeitswoche

24 (Urlaubstage) x 1 (Arbeitstage pro Woche) : 6 (Werktage pro Woche) = 4 Tagen Urlaub
Wie sind die Samstage in der Urlaubsplanung in der 5- und in der 6- Tage-Arbeitswoche oder bei Teilzeitarbeit zu berücksichtigen?

Ebenfalls gilt bei der Urlaubsdauer das Bundesurlaubsgesetz nicht für minderjährige Arbeitnehmer. Diese haben nach § 19 des Jugendarbeitsschutzgesetzes einen Urlaubsanspruch zwischen 25 und 30 Werktagen (altersabhängig).

Andere Regelungen des BUrlG, wie z.B. der Vorrang der Arbeitnehmerwünsche nach § 7 BUrlG oder die Unabdingbarkeit gelten unabhängig von der Frage ob ein Tarifvertrag, Arbeitsvertrag oder ein anderes Gesetz Anwendung findet.

Der gesetzliche Mindesturlaub muss als Freizeit genommen werden und darf nicht ausbezahlt werden. Das ergibt sich aus § 8 BUrlG, der entgeltliche Erwerbstätigkeit während des Urlaubs verbietet und aus dem Umkehrschluss von § 7 BUrlG Satz 4, der eine Ausbezahlung bei Beschäftigungsende vorsieht. Der den gesetzlichen Mindesturlaub überschreitende darüber hinaus gewährte Urlaub darf dahingegen auch ausbezahlt werden.

Im Kalenderjahr nicht genommener Urlaub darf in das nächste Jahr übertragen werden, muss aber bis zum 31. März gewährt und genommen worden sein, danach verfällt er. Streng genommen müssen dringende Gründe vorliegen, damit der Urlaub übertragen werden darf. § 7 BUrlG Abs. 3. In der Praxis wird aber jeder Betrieb gute Gründe aufweisen können, um den Urlaub zu übertragen, falls er dies möchte.
 
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