"Sicheres Ticket in die Altersarmut"

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ABSW

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Professor Dr. Stefan Sell von der Hochschule Koblenz, Campus Remagen erklärt, warum Not im Rentenalter längst keine Randerscheinung ist.

Viel Arbeit, wenig Rente – die Fakten in Kürze

Ein klassisches Beispiel:

Eine alleinstehende, kinderlose Krankenpflegerin, die ohne Unterbrechung 45 Jahre lang zum derzeit gültigen gesetzlichen Pflegemindestlohn von 10,55 Euro arbeitet, erwirtschaftet einen Rentenanspruch von 782 Euro. Damit liegt sie unter der von der Bundesregierung definierten Grenze der Altersarmut (804 Euro). Um eine Rente oberhalb des Grundsicherungs-Niveaus zu erhalten, wäre aktuell ein Stundenlohn von 11,85 Euro erforderlich. (Quelle: Bundesregierung)

https://www.betriebsrentner.de/uploads/media/Sicheres_Ticket_in_die_Altersarmut.pdf
 

Onkel Tom

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Von Fehleinschätzung, das Altersarmut eine Randerscheinung sei, empfinde ich als
reines Makulaturgehabe der Regierung.
Die wissen ganz genau, wie sich das entwickelt und wenn ich mir mal den Sektor
"geburtenstarke Jahrgänge (60ziger Jahre)" anschaue, werde ich die Glaskugel nicht
los, das das Ableben deren eventuell sogar gewollt ist..

Alle Masnahmen, die Rente für Empfangsberechtigte ging in den letzten 10 Jahren
grundsätzlich an den geburtenstarken Jahrgängen vorbei.
Nicht ganz.. Die Mütterrente kam hinzu, aber im Falle von Aufstockung zum
Lebensunterhalt von der Grundsicherung (SGB XII) wird dieses Bonbon gleich wieder
angerechnet.. Das anbei viele Mütter sauer sind ?..

Wenn Altenheime dritter Klasse wie Pilze aus dem Boden schießen oder verarmte
in Anstalten im Ausland verschoben werden, habe ich hier richtig vermutet.

Dauert halt noch ein parr Jahre, bis die "Abschaffung" von "Altersarmut" Programm
ist. Pflegebedürftigkeit ? Lieber kurz zuvor ins Gras beißen.. Fraglich, ob es irgendwann
dazu "Förderung" gibt.

:glaskugel:
 

ABSW

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Es ist ganz einfach weniger Lohn - weniger Rente
Die Riesterreform, Arbeitsmarktreform-Hartz IV
Seit der Riesterreform wurde das Wachstum der Renten ganz bewusst vom Wachstum der Löhne abgekoppelt. Die Renten
seitdem langfristig um ein Drittel langsamer als die Löhne.
Private Vorsorge sollte ausgleichen - funktioniert aber nicht.
Jeder sollte sich fragen:

Warum wurde eine erfolgreiche Rentenpolitik aufgegeben?

Man wollte die private Vorsorge und damit die Interessen der Finanzwirtschaft
zum Durchbruch verhelfen.
Von Beginn an ging es um die Interessen der Arbeitgeber - niedrige Beitragssätze,
Finanzwirtschaft - um ein neues Geschäftsfeld.
Von dem 3-Säulenmodell profitiert nur die Finanzwirtschaft.
Diese sogenannten Rentenreformen von Schröder, Riester. Rürup, Maschmeyer und Co. muss dringend
korrigiert werden.

Zitat von Bert Rürup:
"das Rentenniveau kann ausfallen je nachdem wie ich es berechne, was
ich rausnehme, was ich reinnehme."

Somit nur um eine manipulative Größe

Der Kampf um die Rente war schon immer ein Macht-und Verteilungskampf.

Die Lobbyisten der Finanzwirtschaft sind besser organisiert und verfügen über erhebliche
Geldmittel. Sie wirken in den Medien, dominieren die öffentliche Meinung und die Politik.

Es fehlt an einer Gegenmacht.

Wir sind derzeit wieder einmal Zeuge und Opfer einer gewaltigen RENTENLÜGE.

Zum Abschluss Zitat von Martin Staiger:

"Es grenzt an Volksverdummung immer noch so zu tun, als könnten die absehbar
weiter sinkenden gesetzlichen Renten auch nur annähernd durch betriebliche und private Vorsorge ausgeglichen werden."

In Europa gibt es nur in Estland, Litauen und Slowenien und natürlich in Deutschland keine Mindestrente.

Somit kann es nur heißen: Wacht endlich auf und unterstützt die Petiton
 

Sery

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Naja Blüm hat nie gesagt wie hoch die Rente sein wird. Irgend etwas wird an Rente schon kommen die Frage ist nur wieviel.
 

Elgaucho

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Also Altersarmut ist bestimmt keine Randerscheinung - es soll nur als solche
wahrgenommen werden. Ich glaube auch nicht das die Inflationsrate immer
richtig bzw. weitestgehend objektiv berechnet wird.

Wenn der Lohn um 3,5 % steigt und das in den Medien als der Riesenschluck
aus der Pulle gefeiert wird und wir eine reale Inflation von 5 % im Jahr haben -
dann kann es doch wohl keine wirklich spürbare Reallohnsteigerung gegeben haben.

Die teilweise für einige sehr unfair verlaufende Progression bzw. Progressionsvorbehalt
lässt von den monumentalen 3,5 % Plus teilweise Nichts bzw. nur Bruchteile auf
dem Konto ankommen.

Dann haben wir ein Reallohnminus von 1,5 % was sich natürlich auch negativ auf
Renten auswirkt.

Komisch das ich auf Seite 1 in den Zeitungen sowenig vom Reallohnminus lese.
Gibts das gar nicht ???
 

saurbier

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Tja so ist das eben, wenn Menschen über die Altersvorsorge größere Teile des Volkes entscheiden dürfen, die selbst nie davon betroffen sind.

Die SPD dürfte ihre Lektion inzwischen als bittere Pille spüren, geht ihr der Wählerverlust nun auch direkt ans Geldsäckel. Mal schauen wie lange sich da die neue Parteispitze wird halten können, wenn die nächsten Wahlen erneut eine bitter böse Wahrheit präsentieren wird - weiteren Wählerverlust.

Was ist denn aus den Sprüchen der Genossen geworden, allen voran der neue Minister für Arbeit und Soziales der doch den Mindestlohn spürbar anheben wollte. Wohl wieder nur Propaganda um eine Wählerstimme mehr zu ergattern, denn 35Cent bringen ja ungemein viel bei einer späteren Rente.

Aber bei alle dem wollen wir eins nicht vergessen, es war immer noch das deutsche Volk das die Rentenarmut mit seiner Wählerstimme alle 4 Jahre aufs neue überhaupt ermöglicht hat. Es war genau das selbige Volk das Hartz IV nun schon seit mehr als 15 Jahren zuläßt.

Bei alle dem muß es offensichtlich ja immer noch eine Mehrheit hierzulande geben, denen es eben bei weitem nicht so schlecht geht - die wenigen Millionäre und noch weniger Milliardäre mal außen vor gelassen. Wäre es anders, dann würden wir uns ja vielleicht den Österreichischen Rentensytem genähert haben, oder.

Das wir EMR der Politik und ja selbst der Mehrheit des Volkes völlig egal sind, nun das müßte eigentlich jedem klar sein. Nahles sagte es ja vor einiger Zeit auf Nachfrage auch öffentlich, daß man die jetzigen Verbsserungen bei der EMR schon aus Kostengründen nur für neue Fälle zur Verfügung hat. Komisch nur, daß da niemand nachfragte woher sie denn das neuerliche Geld für die Mütterrente nimmt, die dem System jährlich weit mehr kostet, als wenn man die alten EMR Fälle den neuen gleichstellen würde.

Ich sag immer, ein Volk bekommt das was es verdient - auch wenn es manchen Schmerzen mag - so ist es nun mal. Noch hat man ja hierzulande die freie Wahl wo man alle 4 Jahre sein Kreuz machen darf. Wer meint er müsse den Rattenfängern hinterher laufen, nun bitte - dann man zu. Ich weiß seit vielen Jahren welche Partei und damit Politik für mich die wohl bessere ist - da gibt es auch keine verlogenen Idiologien mit denen die großen immer gerne argumentieren - wenn sie doch Wahrheit Angst vor dem Verlust der eigenen Wählerstimmen haben.

Ich wünsche hier allen Lesern ein gutes und gesundes neues Jahr 2019.


Grüße saurbier
 
G

Gelöschtes Mitglied 64517

Gast
Das "beste Deutschland aller Zeiten" hat halt auch seinen Preis, und irgendwer muss am Ende immer die Zeche zahlen.
 
E

ExUser 1309

Gast
Damit liegt sie unter der von der Bundesregierung definierten Grenze der Altersarmut (804 Euro).
Diese Grenze ist ja schon heute ein Hohn. Möchte den Politiker sehen, der mit 804€ seine Miete + Nebenkosten+GEZ Zwangsgebühr+Arzt und Zahnersatzkosten + Fahrtkosten + Telefon und Internet + Instandhaltung der Wohnung und nötiger Neuanschaffungen, Renovierung, Kleidung etc. + Essen und trinken usw. gewummt bekommt, über Jahre. Mindesteinkommen ( Rente ist auch Einkommen) sollte nicht unter der Pfändungsfreigrenze landen, sonst ist man in meinen Augen sehr arm.
 

Zwangsregistrie

Elo-User*in
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"Damit liegt sie unter der von der Bundesregierung definierten Grenze der Altersarmut 804 Euro "
Was soll ich dann sagen mit meinen 350.-
 
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