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SG Dortmund: Keine Kürzung von Hartz IV bei unzureichender Rechtsfolgenbelehrung

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SG Dortmund, Az.: S 22 AS 369/09 ER, B.v. 05.01.2010

Keine Kürzung von Hartz IV bei unzureichender Rechtsfolgenbelehrung

Das SG Dortmund hat entschieden, dass Langzeitarbeitslosen das Arbeitslosengeld II wegen Verstoßes gegen die Eingliederungsvereinbarung nur nach konkreter Belehrung über die Rechtsfolgen gekürzt werden darf.

Das Sozialgericht ordnete in einem Eilverfahren die aufschiebende Wirkung des Widerspruchs gegen einen Sanktionsbescheid an, mit dem die Leistungen für einen 52-jährigen Hartz-IV-Empfänger aus Dortmund um monatlich 107,70 € gekürzt werden sollten. Das JobCenter ARGE Dortmund kann die Sanktion nun bis zu einer Klärung im Hauptsacheverfahren nicht vollziehen.

Das Sozialgericht hat ernstliche Zweifel im Hinblick auf die Rechtmäßigkeit des Sanktionsbescheides. Die vor der Sanktionierung erfolgte Rechtsfolgenbelehrung sei nicht hinreichend gewesen. Diese müsse konkret, verständlich, richtig und vollständig sein. Weder die standardisiert in der Eingliederungsvereinbarung enthaltene schriftliche noch die von der ARGE im Verfahren geltend gemachte "umfassende" mündliche Belehrung erfülle diese Voraussetzungen. Die einem Merkblatt ähnliche schriftliche Belehrung erstrecke sich über eine Seite mit elf Ziffern, die eine Zusammenstellung von verschiedenen Pflichtverletzungen und möglichen Rechtsfolgen enthält. Eine konkrete Zuordnung der Belehrung auf den Einzelfall fehle bei einer derartigen schriftlichen Belehrung. Nicht ausreichend sei weiter der Verweis auf frühere Belehrungen oder eine mögliche Kenntnis der Rechtslage seitens des Antragstellers. Soweit sich die ARGE auf eine konkrete mündliche Belehrung beruft, müsse diese – auch inhaltlich –- hinreichend dokumentiert sein; der Verweis auf eine "umfassende" Erläuterung lasse nicht den Rückschluss auf eine konkrete Belehrung zu.

Quellen: NRW-Justiz - Meldung

www.juris.de
 
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