Senatorin will Coach für jeden Berliner Hartz-IV-Empfänger

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Hartzeola

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Coaching und Qualifizierung: So will Dilek Kolat 20.000 Langzeitarbeitslose dauerhaft vermitteln. Ein Coach soll 40 Klienten betreuen.
Von Jens Anker und Joachim Fahrun

Arbeitssenatorin Dilek Kolat (SPD) will Erwerbslose durch persönliche Betreuer bei der Suche nach neuen Stellen, der richtigen Beratung oder der passenden Qualifizierung unterstützen. "Jeder Arbeitslose bekommt einen Coach, der ihn in allen Fragen begleitet", sagte die Sozialdemokratin im Interview mit der Berliner Morgenpost.

Mit dem Chef der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, Dieter Wagon, habe sie sich in der Arbeitsmarktpolitik "auf einen zentralen Weg verständigt: Coaching und Qualifizierung". "Da wollen wir einen ganz neuen Weg gehen", so die Senatorin. Vom neuen Berliner Jobcoaching sollten alle Arbeitslosen profitieren, sagte Kolat. "Nicht nur Spitzensportler und Manager brauchen Coaching, sondern auch Arbeitslose. Coaching ist für mich der Schlüssel."
Exklusiv : Senatorin will Coach für jeden Berliner Hartz-IV-Empfänger - Aktuelle Nachrichten - Berlin - Berliner Morgenpost - Berlin
 
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ExitUser

Gast
Die Arbeitskräfte aus den neu zu schaffenden Coaching-Stellen werden aus dem Arbeitslosenheer rekrutiert und schon reduziert sich die Zahl der Arbeitslosen. Wer bekommt den Orden?
 

Ausgestossener

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Eine Dilek Kolat kannte vorher kein Mensch.
Als sPD-Genossin äußert sie etwas absolut Dümmliches und schon steht sie im Mittelpunkt der Berliner Medienlandschaft. Ihre Eigenwerbung hat geklappt.
Die Eigenwerbung von sPD-Thilo hat auch geklappt.
Nun ist er weg. Um mit berliner Worten zu schreiben: Und das ist auch gut so!

Die gute Frau muß erst einmal den Nachweis bringen, dass es für jeden zu Coachenden auch defintiv eine sozialversicherungspflichtige Anstellung gibt, welche ein Gehalt ohne staatliche Subventionierung bietet.
So lange diese coachingfreudige Person das nicht kann, so lange kann sie ja auf die Couch gehen.
 
E

ExitUser

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201.000 Arbeitslose = 5.000 Coucher :icon_neutral:

Funktioniert doch auch jetzt schon ganz gut: Aufstocker verwalten Alg-Leistungsbezieher, selbstst. Aufstocker beschäftigen Alg2-Bezieher, Alg2-beziehende Vereinsmitglieder "betreuen" Alg2-beziehende EinEuroJobber, aufstockende Dozenden bilden Alg2-Bezieher weiter usw.
Ich halte das mit Deinen 5000 Coachern für gar nicht so abwegig.
 
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Funktioniert doch auch jetzt schon ganz gut: Aufstocker verwalten Alg-Leistungsbezieher, selbstst. Aufstocker beschäftigen Alg2-Bezieher, Alg2-beziehende Vereinsmitglieder "betreuen" Alg2-beziehende EinEuroJobber, aufstockende Dozenden bilden Alg2-Bezieher weiter usw.
Ich halte das mit Deinen 5000 Coachern für gar nicht so abwegig.


Genau, 5000 x 5000 hat es doch schon einmal gegeben.
Und billiger würde ich mich auch nicht hergeben.:biggrin:
 
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ExitUser0090

Gast
Wollen die also Fallmanagement in Coaching umbenennen? Das wird es sicher bringen und Berlin hat dann keine Elos mehr.
 

2010

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Das ist doch wieder nur so ein "Hauptsache-ich-habe-auch-mal-meinen-senf-dazugegeben"

Was die Idee betrifft, so wurden schon in Lagern des 3. Reiches Insassen als Aufseher eingesetzt. Man nehme also ein paar Hartzer um andere Hartzer zu coachen. Weitere Maßnahmeträger profitieren u. die Arbeitslosenzahlen werden auch wieder geschönt.
 

Hajoap

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Wetten das die Coaches dann noch rein zufällig, einen richtig guten Draht zu Leiharbeitsfirmen und ähnlichen Niedriglohnanbietern haben ... :icon_party:

Da bekommt das Kind nur einen neuen Namen ^^
 
R

Rounddancer

Gast
Im Prinzip hat die Dame ja Recht. Nur


  • der Personalschlüssel 1:40 ist noch viel zu hoch.Erfahrungswerte aus der Jobpaten-Arbeit zeigen, daß ein Coach zur selben Zeit nur mit höchstens zwei, drei Probanden sinnvoll arbeiten kann, da jeder andere Wünsche, andere Bedürfnisse und Einstellungshemmnisse hat.

  • können nur die Stellen, die da sind, mit den passenden Mitarbeitern besetzt werden. Aber viele Firmen haben die Produktion nach Asien oder sonstwohin verlagert,- der Transport geschieht in Schiffscontainern auf ausgeflaggten, fast galeerenartigen Schiffen mit asiatischem Billigstpersonal. Verwaltungen hier in Deutschland sind teils bis zur Funktionsunfähigkeit personell zusammengestrichen. Der Vertrieb läuft über sich zumeist selbstausbeutende Selbstständige, die nur dann was kosten, wenn sie Aufträge, wenn sie Umsätze bringen. Im Handel sind Vollzeitstellen Mangelware,- die paar verbliebenen Ketten bilden zwar aus, doch wer da die Ausbildung abschließt, bekommt oft nur einen Minijob, wenn überhaupt. Stellen für Meister und andere Führungskräfte sind oft auf 20 und mehr Jahre belegt. Der Binnenmarkt liegt seit vielen Jahren am Boden. Da würden weder Norbert Blüm, Frau von der Leyen, noch Sherlock Holmes es schaffen, mehr als zehn, zwanzig Stellen zu erbetteln und zu besetzen.

  • ist kein Geld da, sowas auch nur ansatzweise nachhaltig zu betreiben. Meist gibt es da eine Pressemeldung, dann wird irgendwo ein Modell samt Forschungsstudie installiert. Aber bevor das sich richtig einspielen und multiplizieren kann, wird ihm das Geld gestrichen,- und die nächste Sau durchs Dorf getrieben.
 

arbeitslos in holland

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neues aus arm-aber-sexy-hausen :icon_smile:

zu blöd dazu einen flughafen zu bauen und ständig pleite, aber dauernd völlig unfinanzierbare und hirnrissige vorschläge machen :icon_neutral:
 

Henrik55

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Das will sich der sozialdemokratische Abschaum in Berlin wieder viele Stellen bauen. Als Ergebnis dürfen sich die Erwerbslosen noch mehr gängeln lassen. Neue Jobs bringt das nur den Schergen.
 

Kleeblatt

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Ooooch, mal abwarten. :biggrin:
Mal wieder so ein geistiger Dünnsch... von Jemandem der in einer "Saure Gurken-Zeit" auf sich aufmerksam machen möchte OHNE natürlich dabei ins Detail - u.a. Bezahlung und Ausbildung der Typen - zu gehen.
Hinterbänkler im Aufmerksam-Machen-Modus mal wieder.

OB der Quatsch jemals kommt darf ehrlich bezweifelt werden. :biggrin:
 
D

dr.byrd

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Vorher aber noch ein effektives Coaching für den gesamten Senat und den verwirrten Bürgermeister!
 

hartz5

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Ein neues Jobwunder, wie schön.....:icon_smile:*





*Könnte Ironie enthalten
 

ela1953

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Ich bekam von meinem Jobcenter 2007/2008 auch einen persönlichen Coach für ein Jahr . Es waren auch ungefähr 40 Teilnehmer ü 50. Den Auftrag bekam eine Weiterbildungs- und Qualifizierungsfirma.

Laut Jobcenter wäre es eine individuelle Betreuung und ich bekäme all das, was ich benötige.

Hahaha - Auf die Frage nach Friseur und Bewerbungsklamotten wurde nur geantwortet, dass es sowas nicht gäbe.

SAP wurde für uns Frauen mit kaufmännischem Hintergrund auch nicht bewilligt. "Wer Excel kann, kann auch SAP. Das ist das gleiche."

Der Coach war früher mal Elektriker.

Mein Bewerbungsanschreiben wurde solange gelesen, bis er einen Satz fand, den er als Bandwurmsatz einstufte. Also hat er mein Anschreiben geändert. Es hatte dann nicht mehr meinen etwas längeren Satz, sondern zwei wirkliche Bandwurmsätze. Damit hab ich mich nie beworben.

Diese Firma hatte ein eigenes Bewerbungsforum. Dort musste man sich täglich einloggen und die angezeigten Bewerbungen aufrufen und sich bewerben. Im Vorfeld mussten wir auf einem Formular unsere Stärken, Schwächen angeben und die Branchen, in denen wir vorher gearbeitet hatten. Dazu die Berufe, die wir uns vorstellen können.

Ich hatte bereits im Bergbau gelernt und gearbeitet als Bürokauffrau. Später dann Zeitungen zugestellt, bei einem Pflegedienst im Büro und auch Kinder betreut, dann einige Jahre im öffentlichen Dienst als Verwaltungsangestellte. Ich konnte mir eine Aufgabe als Fahrer, Klasse 3 vorstellen.

Ich bekam ganz TOLLE Angebote. Steiger unter Tage, LKW-Fahrer Klasse 2, Krankenschwester, Ärzte aller Art einschl. Chefarzt.

Fremdsprachenkenntnisse hatte ich Englisch und Französisch Schulkenntnisse angekreuzt - die reichten dann für eine Fremdsprachenkorrespondentin oder verhandlungssicheres Russisch, Chinesisch oder Kombinationen aus Französich, Russisch, Chinesisch und gern noch weiter Sprachen.

Wer keinen PC zu Hause hatte, musste täglich dort erscheinen. Die Fahrtkosten wurden erstattet - monatlich nachträglich.

Bewerbungsmappen gab es auch - billige Plastikteile, die in die kleinsten Umschläge passten. Es gab keine Kostenerstattung - man musste die Bewerbung, wenn man sie nicht dort anfertigte, vorbeibringen. Dann bekam man einen Umschlag und eine Briefmarke.

Ich habe mich aber durchgesetzt und bekam das Geld für die Mappen, die ich bisher benutzte und auch Briefmarken im voraus.

Sonst hatte ich angedroht, dass ich täglich mit einer Bewerbung dort auftauchen würde und die Fahrtkosten kassieren würde. Die waren nämlich höher.

Einzelgespräche fanden auch statt. Die drehten sich dann darum, warum sich die Krankenhäuser nicht auf die Sammelbewerbungen der angehenden Krankenpfleger melden würden. Der hatte über 20 Bewerbungen in einem Paket verschickt.

Auch verstand er nicht, dass vom Jobcenter noch kein Zuschlag für das Folgejahr gekommen war.

Es gab Gruppeninformationen mit ZAFs und Erläuterungen, wie viel Geld man hätte, wenn man so einen gering bezahlten Job annehmen würde. Denn das Jobcenter würde ja zusätzlich noch viel draufpacken. Meine richtige Berechnung wollten sie nicht glauben, denn ich hätte ja keine Ahnung.
Später wurde dann zugegeben, auch vor den anderen, dass ich doch Recht gehabt hatte.

Ein Gesundheitskurs wurde auch angeboten, mit Ernährungsberatung und Sport. Wäre freiwillig. Ich hab von vornherein abgelehnt, weil ich eh schon Krankengymnastik bekam. Eine Frau ließ sich breitschlagen und wollte mal gucken, wie es da so war. Aber einmal gucken bedeutete, Pflicht zur Teilnahme.

Ich fand dann aber eine selbstgesuchte Stelle. Von einer anderen Teilnehmerin hörte ich später, dass gegen Ende dieser Maßnahme alle in Minijobs gezwungen werden sollten. Frauen ohne Auto sollten mit öffentlichen Verkehrsmitteln Minijobs Jobs in Bäckereien annehmen - in einer Stadt 40 km entfernt und morgens um 5 Uhr. Da fährt hier der erste Bus. :) Die Arbeitszeit wäre zwei Stunden gewesen, ca 10 Std. die Woche und die Bezahlung wäre nicht mal 400 Euro gewesen. Die Bekannte war da zur Vorstellung. Als die Chefin erfuhr, woher sie kommt, und dass sie sich bewerben muste, hätte die Chefin einen Lachkrampf bekommen.

Damit diese Frauen lernen, wie man mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt, wurden Probefahrten gemacht. Nach Dortmund und nach Düsseldorf. Die Bekannte fand das gut - kostenlos ne Reise nach Düsseldorf.

Aber wie sie morgens um 5 in Münster sein kann, nicht mal Bahnhofsnähe, hat ihr der Coach aber nicht sagen können.

Ist zwar jetzt schon viel geschrieben, aber eins muss ich euch noch schreiben.

Wir hatten auch das Jobcenter informiert, wie dort mit uns umgegangen wurde. Es kam eine unangemeldete Kontrolle und wir wurden von einer SB befragt. Das hatte den Erfolg, dass eine Teilnehmerin von der Maßnahme befreit wurde. Diese suchte eine Arbeit in Teilzeit zu Stunden, die mit der Betreuung ihrer demenzkranken Mutter passte. Laut diesem Supercoach musste sie sich auf Vollzeitstellen bewerben und sollte täglich für einige Stunden ins Institut kommen und Bewerbungen schreiben (zu Hause kein PC).

Was mich sehr geärgert hat war, dass sich dieses Institut meine selbst gefundene Stelle gut schreiben durfte. So kann man auch eine gute Vermittlungsquote schaffen.

Kurz vor Schluss wurde zudem festgestellt, dass ich gar nicht in diese gut zu vermittelnde Gruppe gehört hätte. Mit meinem GdB hätte ich eine andere Gruppe besuchen sollen. Die Teilnehmer dort hab ich auch gesehen - da wär ich nie hingegangen. Dort wurden die TN noch mehr gegängelt - aber die meisten sahen so aus, als wären sie nur noch für den 10. Arbeitsmarkt geeignet
 
E

ExitUser0090

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Damit diese Frauen lernen, wie man mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt, wurden Probefahrten gemacht. Nach Dortmund und nach Düsseldorf.
Also da fällt mir gerade nichts zu sein. Unfassbar. :biggrin:

Danke für deinen Bericht!
 
R

Rounddancer

Gast
Es gibt durchaus Menschen, die ihr Leben lang noch nie aus ihrem fußläufigen Bereich herauskamen. Behinderte, aber auch Nichtbehinderte.
 

Purzelina

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Es gibt durchaus Menschen, die ihr Leben lang noch nie aus ihrem fußläufigen Bereich herauskamen.

Das ist doch ideal, Arbeitsstelle so nah wie möglich zur Wohnung, kurze Wege, am besten zu Fuß, sehr umweltfreundlich, warum sollte Mensch das ändern?
 
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