Selbsttötung eines engagierten Menschen in Berlin

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wolliohne

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von Tacheles
Zitat:

„Ich habe keine Kraft mehr“
Ein schwer kranker Aktivist für soziale Mieten tötet sich selbst. Seine Freunde sehen darin auch eine Schuld der Politik
von Birgitt Eltzel"

bitte weiterlesen unter
?Ich habe keine Kraft mehr? - Berliner Zeitung

Wie vielen von uns noch wird es so gehen ?
Wie viele Menschen haben wir schon verloren?

eine nachdenkliche Claudia
 
G

gast_

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Schrecklich...das es die Politik absolut nicht interessiert, zu was sie die Menschen treibt!
 
E

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Einfach nur schrecklich!
und ich bekomme Gänsehaut, wenn ich an die Dunkelziffer denke...
Mein Mitgefühl für alle Hinterbliebenen.
betroffen
E.
 

HartzDieter

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Einfach nur schrecklich!
und ich bekomme Gänsehaut, wenn ich an die Dunkelziffer denke...
Mein Mitgefühl für alle Hinterbliebenen.
betroffen
E.

Gibt es eigentlich Selbstmordstatistiken der letzten fünf Jahre?

Menno, was wird da alles unterm Teppich gehalten.
 
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Gibt es eigentlich Selbstmordstatistiken der letzten fünf Jahre?

da habe ich schon Stunden mit Recherche verbracht,ohne Ergebnis!

Menno, was wird da alles unterm Teppich gehalten.

und wenn dann mal etwas das Tageslicht erblickt, ist es mit Sicherheit ein "psychisch Kranker" und/oder "bedauerlicher Einzelfall" gewesen!

lg
Elena, die manchmal einfach nur :icon_kotz: könnte...
 

nightangel

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Eine Statistik der letzten fünf Jahre habe ich jetzt auf die Schnelle auch nicht gefunden.
Was ich fand ging nur bis 2005.

Aber das, auch ganz interessant zum Thema
https://www.sanofi-aventis.de/live/de/de/layout.jsp?cnt=B559A621-C628-4146-940E-71AB6A6DCEFB

Über 11.000 Menschen nehmen sich in Deutschland jährlich das Leben. Damit sterben mehr Menschen durch Selbstmord als durch Verkehrsunfälle, illegale Drogen, Aids und Gewalttaten zusammen.

Die Zahlen, die Prof. Dr. Armin Schmidtke von der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention (DGS) (Deutsche Gesellschaft fuer Suizidpraevention) nennt, sind erschreckend. Nimmt man die Suizidversuche hinzu, liegen sie noch um ein Zehnfaches höher. Dabei ist dieses besonders dramatische und trügerisch als „Freitod“ benannte Sterben kein isoliertes Problem des Betroffenen. Nach Studien der WHO sind von jedem Suizid- und Suizidversuch mindestens sechs weitere Menschen direkt oder indirekt psychosozial betroffen.
Und weiter unten:

So genannte „soziale Variablen“ können das Risiko eines Suizids ebenfalls erhöhen. Dazu gehören:

* helfende Berufe (nicht zuletzt Ärzte!)
* soziale Instabilität (Geschiedene, Alleinlebende, vereinsamte alte Menschen, vor allem Männer)
* der Wechsel der gewohnten Lebenssituation
* Arbeitslosigkeit und Armut
Edit: Hier noch ein Link zu Statistiken bis 2005
UKE - Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie - Therapiezentrum für Suizidgefährdete (TZS)
 
E

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Eine Statistik der letzten fünf Jahre habe ich jetzt auf die Schnelle auch nicht gefunden.
Was ich fand ging nur bis 2005.

Aber das, auch ganz interessant zum Thema
https://www.sanofi-aventis.de/live/de/de/layout.jsp?cnt=B559A621-C628-4146-940E-71AB6A6DCEFB

Und weiter unten:

Edit: Hier noch ein Link zu Statistiken bis 2005
UKE - Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie - Therapiezentrum für Suizidgefährdete (TZS)

das auch schon gelesen?

• Selbstmord - Statistiken und Studien | Statista
 

nightangel

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Nein, das hatte ich noch nicht gesehen.
Danke für den Link.
 

haef

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Gast
Der menschenverachtende Teufelskreis aus Lobbyyismus und Profitsucht in der Gesellschaft. Traurig, einfach nur noch traurig.

Die totale Entmenschlichung in allen Bereichen des menschlichen Zusammenlebens, durch die Roland Berger's und ähnlichen Einflüsterern, hat schon längst Wirkung gezeigt.

Alles was in der Wirtschaft am schnellsten vom IST-Zustand zum SOLL-Zustand führen soll, also bestmögliche Effizienz durch minimalen Aufwand (z.B. weniger Arbeitsplätze/billige Angestellte) zu maximalen Profit (in jeder möglichen Angelegenheit), so hat sich auch ökonomisches Denken in allen Lebensbereichen durchgesetzt und schreitet stetig voran.

Alles muss schnell gehen, arbeiten, essen, schlafen, Sex, konsumieren, Haushalt, Freizeit, Familie, Freunde u.s.w. und für alles gibt es dann auch gleich die "tollen" Ratgeber wie man das alles bewältigen kann. Richtig Zeit zum natürlichen Genießen und Zusammensein bleibt da nicht. Oberflächlichkeit statt Tiefsinn, blos nichts an sich rannlassen, was einem von dem ständigen Erfolgsdruck abhalten könnte.

Und dieses "ökonomische" Prinzip ist natürlich auch in den sozialen Bereichen zu finden, alles muss schnell und kostengünstig funktionieren. Da müssen doch Menschlichkeit und Menschen die benachteiligt oder nicht so "stark" wie andere Leute sind, unweigerlich auf der Stecke bleiben.

Seit der Schröderregierung wird diese sozialfeindliche Prinzip, durch die Agenda 2010 und natürlich Hartz 4, erst richtig erfahrbar.

Ich würde alles was ich noch besitze drauf verwetten, dass ohne diesen Druck, der z.B. auf Erwerbslose aufgebaut wird und natürlich der Druck, der auf Angestellte ausgeübt wird, sehr viel mehr für die Gesellschaft sozialer Hinsicht, aber auch im wirtschaftlichen Sinn erreicht werden kann.

Die Möglichkeiten sind vorhanden, dier Wille und die Umsetzung, liegt an den verantworlichen Politikern und dem sofortigen Lösen von den Lobbyisten.
 
E

ExitUser

Gast
Der menschenverachtende Teufelskreis aus Lobbyyismus und Profitsucht in der Gesellschaft. Traurig, einfach nur noch traurig.

Die totale Entmenschlichung in allen Bereichen des menschlichen Zusammenlebens, durch die Roland Berger's und ähnlichen Einflüsterern, hat schon längst Wirkung gezeigt.

Alles was in der Wirtschaft am schnellsten vom IST-Zustand zum SOLL-Zustand führen soll, also bestmögliche Effizienz durch minimalen Aufwand (z.B. weniger Arbeitsplätze/billige Angestellte) zu maximalen Profit (in jeder möglichen Angelegenheit), so hat sich auch ökonomisches Denken in allen Lebensbereichen durchgesetzt und schreitet stetig voran.

Alles muss schnell gehen, arbeiten, essen, schlafen, Sex, konsumieren, Haushalt, Freizeit, Familie, Freunde u.s.w. und für alles gibt es dann auch gleich die "tollen" Ratgeber wie man das alles bewältigen kann. Richtig Zeit zum natürlichen Genießen und Zusammensein bleibt da nicht. Oberflächlichkeit statt Tiefsinn, blos nichts an sich rannlassen, was einem von dem ständigen Erfolgsdruck abhalten könnte.

Und dieses "ökonomische" Prinzip ist natürlich auch in den sozialen Bereichen zu finden, alles muss schnell und kostengünstig funktionieren. Da müssen doch Menschlichkeit und Menschen die benachteiligt oder nicht so "stark" wie andere Leute sind, unweigerlich auf der Stecke bleiben.

Seit der Schröderregierung wird diese sozialfeindliche Prinzip, durch die Agenda 2010 und natürlich Hartz 4, erst richtig erfahrbar.

Ich würde alles was ich noch besitze drauf verwetten, dass ohne diesen Druck, der z.B. auf Erwerbslose aufgebaut wird und natürlich der Druck, der auf Angestellte ausgeübt wird, sehr viel mehr für die Gesellschaft sozialer Hinsicht, aber auch im wirtschaftlichen Sinn erreicht werden kann.

Die Möglichkeiten sind vorhanden, dier Wille und die Umsetzung, liegt an den verantworlichen Politikern und dem sofortigen Lösen von den Lobbyisten.


jepp :icon_daumen:
 

roterhusar

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weil er die Gefühlskälte und Gleichgültigkeit nicht mehr ertragen konnte

der Kampf geht weiter
Gerd
 
D

Die Antwort

Gast
Bitte teilt alle Euch bekanntwerdenden Vorfälle Hans-Jürgen Graf mit. Er betreibt aktuell die Website www.die-unentdeckte-weite.de.

Dort findet sich auch eine Gedenkseite für die Opfer sozialer Ungerechtigkeiten in Deutschland.
 

Hotti

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Das ist sehr tragisch und schlimm. Aber meine bittere Meinung sieht so aus, dass die werte Regierung über jeden Elo der sich verabschiedet froh ist. Die kosten nichts mehr. Ich weiß, es ist nicht schön was ich hier schreibe, aber so denke ich wirklich.
 
E

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Gast
Eine Statistik der letzten fünf Jahre habe ich jetzt auf die Schnelle auch nicht gefunden.
Was ich fand ging nur bis 2005.

Und genau das ist gewollt. Ansonsten würde wohl das ganze Ausmaß der Hartz-IV-Katastrophe sichtbar werden.

Was hier über das unmenschliche System geschrieben wurde, dem kann ich nur beipflichten. Und nun, da mit Abermillionen der Euro gerettet werden muss, wird alles noch netter werden ...
 

ethos07

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mal kurz dazwischen...
... eine kleine Richtigstellung:

Wenn so etwas Schlimmes passiert, was ja tatsächlich auf viel zu viel Kälte zwischen den Menschen schließen lässt, können wir aber nicht...

... wie selbstredend davon ausgehen, dass Dieter Bernhardt ein ALG-II-Bezieher war
und deshalb die uns hier allen wohlbekannten massiven Schwierigkeiten vieler mit der ARGe/Jobcenter ein wichtiger Auslöder seines Suizids gewesen seien.

Denn ich denke, in diesem Punkt irren wir. Warum?
Wenn die Journalistin alles richtig recherchiert hat, schließe ich aus dem Artikel in der Berliner Zeitung von gestern, dass Dieter Bernhardt allein in der Wohnung gelebt hat (sonst wäre er schneller entdeckt worden) und über ein Einkommen von ca. 1500 Eur verfügt hat - denn es steht da

"... er sollte für seine 62 Quadratmeter große Wohnung nunmehr 665 Euro zahlen, mehr als ein Drittel seines Einkommens. "
?Ich habe keine Kraft mehr? - Berliner Zeitung

Also sehr vermutlich trotz seiner schlimmen Krankheiten noch Arbeit hatte oder eine verhältnismäßig hohe Rente bezog oder oder... Aber sehr vermutlich nicht vom Jobcenter sondern anderen Ämtern (rund um seine Krankheiten oder seinen Aktivitäten als Mietrechts-Aktivist) schikaniert wurde.

... was natürlich den Tod von Dieter Bernhardt nicht weniger schlimm macht :icon_sad:.
 

HartzDieter

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Es gibt inoffizielle Statistiken. Die offizielle hat die Regierung schon vor geraumer Zeit abgeschafft.

Das ist für mich ein weiteres Indiz dafür, daß sich die Mächtigen für die Menschenmassen überhaupt nicht mehr interessieren. Alles was im System negativ ist, wird der Öffentlichkeit vorenthalten, damit wir weiterhin möglichst in einer schönen Scheinwelt leben.
 
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