Selbstständige (fast) immer benachteiligt

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Koelschejong

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Ich hatte ja mir schon öfter mal Gedanken gemacht, um zu zeigen, dass der Selbstständige fast immer der Gekniffene ist, wenn er sich mitten im BWZ abmeldet und JC sich nicht darum kümmert und fröhlich den gesamten BWZ betrachtet.

Ich hab dazu eine Tabelle für den Single ohne Kind gemacht, die ist aber beim Nettolohn nicht 100% korrekt. Die Differenzen dürften aber im 1-stelligen €-Bereich/Monat liegen. Weiter sind in der Datei Makros enthalten, diese also aktivieren, sonst funktioniert das nicht.

Und ich schlag lang hin, da ja vom JC und auch vom § 3 ALG II-V Gewinn = Bruttogehalt und natürlich hier Brutto = Netto ist, wird der Selbstständige fast immer heftig gekniffen. Das gilt bei geringem Gewinn ebenso wie bei "ordentlichen" Gewinnen

Man könnte jetzt natürlich sagen (und JC wird das sagen, falls es so weit denken kann) - das kannst Du nicht vergleichen, beim Selbstständigen zahlt das JC die Sozialbeiträge (KV und PV) beim sv-pflichtigen gehen hingegen rund 20% vom Brutto weg für SV (KV, PV, RV, AV). So weit richtig, aber bei RV (zumindest theoretisch) und AV hat er auch einen geldwerten Vorteil, er erwirbt Versicherungsansprüche. Also hinkt das Argument.

Es komm aber noch dicker.


Zumindest bei einem nennenswerten Gewinn von z.B. € 1600 kommen Selbstständige, genau wie SV-Pflichtige in den Bereich der Steuerpflicht, es fallen gut € 138,00/Monat Steuer an. Beim SV-pflichtigen ist die im Netto berücksichtigt, ihn juckt das also nicht. Der Selbstständige aber müsste dafür eigentlich Monat für Monat diese € 138 "auf die hohe Kante" legen, damit er irgendwann Mitte nächsten Jahres seine Steuer zahlen kann. Damit aber wäre sein "Freibetrag" zu knapp 60% ausgeschöpft.

Schöne Sch....

Lösung kann eigentlich nur sein, am Ende des BWZ einfach mal eine ESt.-Vorauszahlung an das FA leisten - ich bin gespannt, was die JC dazu sagen werden.
 

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Minimina

Gast
:icon_daumen: Schönes Ding. Danke.:smile:

Lösung kann eigentlich nur sein, am Ende des BWZ einfach mal eine ESt.-Vorauszahlung an das FA leisten - ich bin gespannt, was die JC dazu sagen werden.

Halte ich auch für eine gute Idee. Zusätzlich entfällt dann nämlich auch die Rückstellung für Steuern, bei der man als Selbständiger auch gerne mal fünf grade sein läßt, wenns grad nicht so läuft oder ein Notfall dafür sorgt die Steuerreserve anzugreifen.

Wäre zu diskutieren wie das bei einem Existenzgründer funktionieren kann, da das Finanzamt die Est.-Vorauszahlung nach dem Einkommen des Vorjahres schätzt.

Die Vorauszahlungen werden durch Vorauszahlungsbescheid festgesetzt, der stets unter dem Vorbehalt der Nachprüfung steht und daher jederzeit abänderbar ist (§ 164 AO) . Die Höhe der geforderten Vorauszahlung richtet sich in der Regel nach einer Schätzung auf der Grundlage des letzten Veranlagungsergebnisses.
Die Veranlagungssteuern Einkommen-, Körperschaft-, Gewerbe- und Umsatzsteuer entstehen mit Ablauf des Kalenderjahres. Erst danach ist eine Festsetzung und Beitreibung bis zur Vollstreckung möglich.
und wie es das am besten zu wuppen ist, da die Vorauszahlungsbeträge quartalsweise zu entrichten sind.

Einkommensteuervorauszahlungen (§ 37 EStG) werden nur festgesetzt, wenn sie mindestens 400 € im Kalenderjahr und mindestens 100 € für einen Vorauszahlungszeitpunkt betragen. Vorauszahlungen auf die Einkommensteuer sind am 10. März, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember zu leisten.
Steuer-Vorauszahlung

LG MM
 

flandry

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Ein Existengründer kann beim Finanzamt eine Vorauszahlung beantragen.
Und da eine Erstattung von Steuern als Einkommen angerechnet wird, müsste eine Vorauszahlung als Ausgabe angerechnet werden.
Bei dem Thema würde ich gerne mitmachen, auch außerhalb von Elo.
 

Koelschejong

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Vorauszahlung beantragen ok, aber gerade der Existenzgründer aus ALG II hat anfangs wenig "Interesse" und noch weniger Möglichkeit zu einer Vorauszahlung. Das Problem kommt, wenn es "überraschend" gut läuft.
 

flandry

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Vorauszahlung beantragen ok, aber gerade der Existenzgründer aus ALG II hat anfangs wenig "Interesse" und noch weniger Möglichkeit zu einer Vorauszahlung. Das Problem kommt, wenn es "überraschend" gut läuft.
Ich verstehe ja den Existenzgründer. Aber im Normalfall hat ein Berater beim Businessplan mitgeholfen. Und der sollte darauf hingewiesen haben. Oder die fachkundige Stelle, die den Stempel darauf drückt.
 

Koelschejong

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Im Normalfall erfolgt die Gründung leider ohne Businessplan und oftmals auch mit eher dürftigen kaufmännischen Kenntnissen. Und zu Qualität der mir bekannte sog. fachkundigen Stellen äußer ich mich lieber nicht, ich möchte ja höflich bleiben.
 
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