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Selbstständig und ALG II – neue Regeln ab 1. Oktober 2005

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Martin Behrsing

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#1
Selbstständig und ALG II – neue Regeln

Mit dem "Freibetragsneuregelungsgesetz" wurde durch den Bundesrat am 8. Juli die neuen Zuverdienstregeln beim Arbeitslosengeld II beschlossen. Von diesen Zuverdienstregeln können auch Selbstständige mit geringen Einkünften profitieren.

Wer also zusätzlich zu seinen Einkünften aus selbstständiger Arbeit auf Arbeitslosengeld II angewiesen ist, kann danach ab 1. Oktober 2005 mit leicht höheren ALG2 rechnen.

Ausgangspunkt ist der Umsatz aus selbstständiger Arbeit (nicht der Gewinn !). Davon werden abgezogen
- Steuern und Beiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung,
- 100 Euro als Pauschale für
a) die Kranken- und Rentenversicherungsbeiträge von Leuten, die von den entsprechenden gesetzlichen Versicherungen befreit sind,
b) Beiträge zur Riester-Rente sowie
c) die Betriebsausgaben.
Die echten Betriebsausgaben kann an Stelle der Pauschale von 100 Euro nur abziehen, wer mehr als 400 Euro Umsatz gemacht hat. !!!!!!!

Außerdem wird abgezogen ein Freibetrag von
- 20 Prozent des Umsatzes zwischen 100 und 800 Euro plus
- 10 Prozent des Umsatzes zwischen 800 und 1.200 Euro (bzw. 1.500 Euro für Leute mit mindestens einem Kind).
Bleibt nach dieser Rechnung vom Umsatz weniger übrig als das, was man ohne diese Einnahmen an ALG II erhalten würde, so kann man sich die Differenz als Arbeitslosengeld auszahlen lassen.

Bitte beachten, dass die gesetzlichen Bestimmungen derart schwammig sind, dass man immer auch die Ausführungsbestimmungen lesen muss.
 

gelibeh

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#2
Welche Steuern sind damit gemeint? Den Rest hab ich kapiert (glaub ich zumindestens)
 

Kater

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#4
Hi MartinB

hast du noch eine Quelle dafür? Ich würde es gerne noch woanders posten...

Gruß

Kater
 

Martin Behrsing

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#5
Hallo Kater,

Quelle bin diesmal ich. Aber wie schon beschrieben. Es gibt auf nichts eine Gewähr. Dies nur nach Durchsicht der minimalen gesetz. Bestimmungen. l
 
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#6
Re: Selbstständig und ALG II – neue Regeln

Martin Behrsing sagte :
Selbstständig und ALG II – neue Regeln

Ausgangspunkt ist der Umsatz aus selbstständiger Arbeit (nicht der Gewinn !). ...
In welchem Abrechnungszeitaum gilt das Ganze? Monatlich oder jährlich?

Die ARGE München will mir z.B. eine jährliche Berechnung nicht gestatten - mit dem Ergebnis, dass ich in dem Monat, in dem ich viele meiner Rechnungen stelle, fast Alles abgezogen bekomme und in den folgenden Monaten Verlust mache, ohne das zurück zu bekommen, was ich zur Vertragserfüllung der (meist jährlichen) Rechnungen bräuchte.

In diesem Zusammenhang ist natürlich auch interessant, ob geklärt ist, dass man bei unerwarteten Verlusten später im Jahr (Maschine geht kaputt) den vorher abgezogenen "Gewinn" wieder zurückerhält.

Sonst kann man nämlich die freiberufliche Beschäftigung gleich in die Tonne treten (und die ARGE hat wieder mal bewiesen, dass die einzigen Arbeitsplätze, die sie erhält, die eigenen sind).
 

Martin Behrsing

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#7
Hallo Michael,

versuche mit der Behörde zu verhandlen, dass die wenigstens einen Zeitraum von 3 Monaten nehmen. Anonsten kannst Du es wirklich in die :tonne: kloppen.
Bei weiteren Fragen: Bitte stellen. Ich weiß, dass dieser Bereich noch was vernachlässigt ist. Zumindest denke ich, dass ich bei Fragen zumindest meistens eine Antwort weiß.
 
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#9
Martin Behrsing sagte :
Hallo Michael,

versuche mit der Behörde zu verhandlen, dass die wenigstens einen Zeitraum von 3 Monaten nehmen. Anonsten kannst Du es wirklich in die :tonne: kloppen.
Ganz deiner Meinung und vielen Dank übrigens für deine Postings hier.

Über drei Monate hatte die Mitarbeiterin der ARGE auch schon gesprochen, aber das reicht mir nicht. Ich stelle Jahresrechnungen (weil die Einzelbeträge so gering sind) und da fallen z.B. zufälligerweise im September 60% des Jahresumsatzes an. Außerdem muss ich mit einer geringen Gewinnspanne kalkulieren (Internet-Preise sind am Boden), d.h. Umsatz und Kosten sind relativ hoch, aber der Gewinn gerade mal in den schwarzen Zahlen; wenn mir da durch die freundliche "Unterstützung" der ARGE 700,- vom Konto genommen werden, fehlt mir ein Fuß und die folgenden Monate sorgen dann dafür, dass ich entweder dicht oder private Schulden machen muß. Aber wie soll ich die Schulden wieder hereinwirtschaften...?

Na ja, wenn jetzt im Oktober die Dreimonatsfrist vorbei ist (solange hat mir die ARGE dann nämlich einen rechtsmittelbaren Bescheid darüber verweigert), dann kann ich ja vielleicht klagen...

Beim Arbeitslosengeld I war Deutschland noch sehr viel normaler, da galt einfach der jährliche Einkommensteuerbescheid. Beim ALG II hat man jetzt mit Erfolg einen Bürgertyp zweiter Klasse creiert: für ALG II Empfänger gilt offensichtlich anderes Recht als für die "richtigen Bürger".

Hab' mich früher immer gewundert, warum Sozialhilfeempfänger so agressiv aufs Sozialamt zu sprechen waren und dann sich auch noch bei jeder Gelegenheit auf Gesetze berufen oder gar geklagt haben. Jetzt leuchtet mir so langsam ein, warum. :idea:

Gruss
Michael
 

Desantes

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#10
Hallo Michael,
bei mir spielt sich zur Zeit fast das gleiche ab. Ich habe bereits ende July mit vereinbarung der Arge ein Gewerbe (Nebengewerbe) bei unserer Gemeinde angemeldet. Nach dem das alles geschehen war hatte ich mich mit der netten Sachbearbeiterin darauf geeinigt das zu gegebener Zeit eine Kopie meines Einkommensbescheids einreiche und so ja geprüft werden könnte was mir rechtmässig zugestanden hätte. Soweit so gut, diese Vereinbarung habe übrigens schriftlich bestätigt bekommen. Nun kommts aber, als ich dann vor 3 WOchen den Antrag auf Einstiegsgeld stellte wurde mir gesagt das das nur genehmigt würde wenn ich das Gewerbe Vollständig anmelde und das Nebengewerbe rausnehme. Gesagt getan. Nachdem ich und mein Geschäftspartner 3Monate den Markt beobachtet hatten und vorerst genug Erfahrungen sammeln konnten haben wir uns dann gänzlich Selbstständig gemacht. Dann bekam ich letzte Woche einen Schrieb das ich doch bitte eine Einkommensselbsteinschätzung für den kommenden Monat machen sollte und das Formular dann wieder zurück schicken sollte und falls es möglich wäre sollte ich auch noch ne Einnahmen und Ausgaben Rechnung für die Monate der Nebenselbstständigkeit mit schicken. Das gleiche Formular hatte ich ja bereits vor ca. 2 Monaten zurück geschickt und mit der damaligen Sachbearbeiterin die Vereinbarung getroffen das ich den Einkommenssteuerbescheid am Jahresende abgeben sollte, da ich ja zum damaligen Zeitpunkt keine Aussage auf künftige Einnahmen machen konnte, was eigentlich auch das erste halbe Jahr bei einer Existenzgründung verständlich sein sollte. Ich also versucht die neue Sachbearbeiterin ans Telefon zubekommen. Das Ergebniss kann sich jeder vorstellen, ewige Warteschleifen und am Ende landet man in einem CallCenter weitab der Zivilisation und keiner hat ne Ahnung von irgendwas. Am Ende wird einem dann gesagt man würde bis spätestens Dienstag nächster Woche vom zuständigen Sachbearbeiter/in zurückgerufen wird; was dann eigentlich heute gewesen wäre. Ich hab dann letzt Woche Donnerstag sicherheitshalber noch mal nen Schreiben an die geschickt und ne Kopie der schriftlichen Vereinbarung von der damaligen Sachbearbeiterin dazu gepackt. Nun bin ich ja mal gespannt was da am Ende bei raus kommt.Wahrscheinlich sagen Sie dann das Sie das Schreiben nie erhalten hätten. Ich finde es hal nur ne Frechheit erst schriftliche Vereinbarungen zu treffen und dann nach 2 Monaten zu meinen das ab sofort die Vereinbarung einseitig aufgelöst wird. Irgendwie geht es da ja nicht mit rechten Dingen zu. Wir haben sicherheitshalber erstmal nen Gesellschaftervertrag aufgesetzt in dem festgehalten ist das ich bis dato erstmal nur mit 10% am Gewinn beteiligt bin. Anders könnten wir unser Geschäftmodell gleich an den Nagel hängen.
Mein Geschäftspartner und ich haben schon soviel kuriose Sachen mit der ARGE erlebt, das wir glatt drüber nachdenken nen Buch drüber zu schreiben. Irgendwie sind manche Sachbearbeiter in der Evolution hängen geblieben. Armes Deutschland.
 

Desantes

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#11
Mir is gerade nochmal nen Frage zur Anrechnung des Gewinns / Umsatz eingefallen. Mal angenommen wir verdienen 1000€ an einem Kunden.
abzüglich der 160€ Steuern bleiben da einem noch 840€ . Da unser Gesellschaftervertrag besagt das mit nur 10% zustehen hätte ich also 84€ Gewinn gemacht. Was ist aber wenn ich diese 84€ nicht als Gehalt an mich ausgezahlt werden, sondern wir lieber dieses Geld erstmal auf die hohe Kante legen damit wir ne Gewisse Rücklage fürs Finanzamt haben. Kann die ARge diese 84€ trotzdem als Gewinn vom ALG2 anrechnen?

Mfg
Desantes
 
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#13
ausführungsbestimmungen

Hallo,

ich habe die selben Probleme.
Habe meinen Betrieb in Belgien aufgemacht.Hatte auch eine vereinbarung mit dem SB das erstmal der jährliche Einkommenssteuerbescheid reicht.
aber auf einmal ist alles anders.Der Sb will immer das ich meinen Betrieb wieder aufgebe.
Die haben im Mai die Zahlungen an die Aok eingestellt und auch nichts an die Rente überwiesen.
Jetzt wollen die von mir einen Bescheid über die Befreiung von der Versicherungspflicht haben.Ich dachte immer das würde nur andersrum gehen.
Die krankenkasse sagt alle ALG 2 Bezieher wären automatisch in der gesetzlichen Krankenkasse versichert es sei mann wäre 5 jahre vorher in einer privaten kasse gewessen.
Die arge weigert sich bis heute mit mir irgendwelche abrechnungsmodi zu vereinbaren.
Wer kann mir da weiterhelfen
 

zulu

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#14
Du warst im ALG2-Bezug und damit pflichtversichert und seit Mai hat die ArGe nichts an die AOK überwiesen?
Dann hättest Du ja seit July/August keine KV mehr? (Nach zwei offenen Beiträgen kann man ganz schnell rausfliegen aus der GKV.)
Wie ist der Stand jetzt? Hast Du eine KV? Wer bezahlt die?
 
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#15
im Moment keiner

hallo zulu,

im Moment keiner obwohl ich laufende Leistungen nach SGBII bekomme.
Als ich mich selbstständig gemacht habe hat mich die Arge einfach abgemeldet bei der KV und RV.
Dann habe ich zuschüße im Juli zur RV und KV beantragt.
Das wurde einfach verschleppt.
Heute war ich mit einem Rechtsanwalt in der Arge und es hat sich rausgestellt das der SB völlig durch ist.
Der SB ist der Meinung das ich nicht mehr pflichtversichert bin trotz laufenden Leistungsbezuges.
In Belgie wo meine Firma ist bin ich automatisch pflichtversichert in der KV und RV.Alle Selbständigen sind dort pflichtversichert!! 486€ im Vierteljahr.
der SB ist jetzt auch der Meinung das ich keinen Anspruch auf einen Zuschuß zur KV und RV habe da sie dort ja wieder eine Pflichtversicherung sei und im SGBII nur eine Freiwillige Versicherung in der RV und KV bezuschußt wird.
Aber der mann ist ja auch der Meinung das ich als Selbstständiger nicht meine Autoversicherung absetzen kann obwohl der Steuerberater dies ohne Problem machen konnte.
Der hammer war als ich den SB heute meinen neuen Mietvertrag präsentierte und mitteilte das ich die BG verlasse da er meiner Freundin ja empfohlen hatte das sie mich ja verklagen müße um weiterhin Leistungen zu bekommen.
Die Kosten sind 40% unterm Limit .
Aber er meint ich müße ihn um Genehmigung bitten wenn ich die BG verlasse.Ich bin 36!!!!
Auch dem Rechtsanwalt war da klar das der mann einfach nur durch ist.
Michael
 

heinbloed

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#16
moin moin,

Aber der mann ist ja auch der Meinung das ich als Selbstständiger nicht meine Autoversicherung absetzen kann obwohl der Steuerberater dies ohne Problem machen konnte
alles wird genauso anerkannt wie bei der steuererklärung

(1) Bei der Berechnung des Einkommens aus selbständiger Arbeit, Gewerbebetrieb und Land- und Forstwirtschaft ist vom Arbeitseinkommen im Sinne des § 15 des Vierten Buches Sozialgesetzbuch auszugehen.
der besagt

§ 15
Arbeitseinkommen
(1) Arbeitseinkommen ist der nach den allgemeinen Gewinnermittlungsvorschriften des Einkommensteuerrechts ermittelte Gewinn aus einer selbständigen Tätigkeit. Einkommen ist als Arbeitseinkommen zu werten, wenn es als solches nach dem Einkommensteuerrecht zu bewerten ist.
grüsse
 

zulu

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#17
@michael
einfach unglaublich!
An was für einen Schwachkopf bist Du da geraten?
Na ja, Öffentlicher Dienst ...

Demnächst sollst Du ihn fragen, wie oft Du duschen darfst (Wasserverbrauch) *gg*

Was sagt er denn zu:
SGB V (KV) § 5 Versicherungspflicht
(1) Versicherungspflichtig ist
...
2a Personen in der Zeit, für die sie Arbeitslosengeld II nach dem Zweiten Buch beziehen, soweit sie nicht familienversichert sind, es sei denn, dass diese Leistung nur darlehensweise gewährt wird oder nur Leistungen nach § 23 Abs. 3 Satz 1 des Zweiten Buches bezogen werden; dies gilt auch, wenn die Entscheidung, die zum Bezug der Leistung geführt hat, rückwirkend aufgehoben oder die Leistung zurückgefordert oder zurückgezahlt worden ist,
...
Hat er das schon mal gelesen?
 
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#18
Leider,Leider

@zulu

der mann hat was aus dem SGBII vorgelesen schaut uns ganz auftrumpfent an und lächelt.
Mein RA sitzt neben mir Kinn auf der Brust und lächelt still vor sich hin.
Ich frage denn SB der mir gegenüber mit diesem SGB (das aussieht wie ein altes Din A 5 großes zerfledertes Mickymausheft)ob er da die neueste Ausführung und die entsprechenden Komentierungen habe.
Er schaut mich dann etwas länger an und sagt dann das Sie sowas in der Arge nicht hätten.
Ich muß ganz ehrlich sagen da war ich dann einwenig sprachlos.
Der Mann haßt mich halt.
Nun habe ich ihn schon das dritte Mal vorgeführt.
Kommt halt vom Sozialamt und ist beratungsresistend.

Heute hat erstmal jemand von der AOK bei ihm in seiner Telefonseelsorge Stunde angerufen und ihm erklärt wer hier wenn anmeldet,nicht anmeldet oder rückwirkent komplett abmeldet.

Michael
 

Otto

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#19
@ Martin Habe dazu noch eine Frage

Hallo Martin

also, ich lese jetzt immer vom Umsatz, der Umsatz ist jedoch nach meiner Sichtweise kein Einkommen.

1. Ich kaufe beim Herrsteller eine Ware angenommen für 500 Euro zzgl. USt.= 580 Euro

2. Ich verkaufe die Ware für 700 Euro zzgl. USt. das wären dann 812 Euro Umsatz.

Da kann es doch nicht möglich sein 812 Euro Umsatz anzusetzen um davon 20% als Betriebsausgabe abzuziehen.

3. Sehe ich das so:

Ich habe eine Umsatz von 812 Euro davon zahle ich dem Hersteller 580 Euro = 232 Euro, davon bekommt das Finanzamt Ust. in Höhe von 32 Euro.

Dann bleibt zunächst ein Gewinn von 200 Euro. , wovon ich als Selbstständiger noch die Betriebsausgaben und Steuern zu zahlen habe.

Bei der Einkommenssteuer, sofern ich das richtig sehe, wird das ALG als nichtversteuerte Einnahme gewertet.

Ich bin der Meinung das nur der Restbetrag vom Gewinn angerechnet werden kann, zumindest ist das bei ALGI so.

Habe ich Eure Beiträge nicht richtig verstanden oder liegt hier was im Argen?
 
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#20
Generell richtig

@ Otto

das Siehst du fast richtig.

Leistungen nach SGBII sind Steuerfrei und fallen nicht unter denn Progressionsvorbehalt.(Auskunft meines Finanzamtes)

Desweiteren hast du recht es gibt da immer wieder Probleme mit den Unterschiedlichen Begriffen.

Deine Betriebseinnahmen sind die Umsatzeinnahmen inklusive MwSt.
Wenn du nicht bilanzpflichtig bist mußt du eine Einnahme und Ausgabenrechnung machen.
zb. Der Kunde bezahlt dir für deine Rechnung 1000,00€.
Das sind deine Betriebseinnahmen (Umsatzsumme), davon ziehst du alles ab was Steuerrechtlich zur Erhaltung deines Betriebes und was du zur Auftragserfüllung ausgeben mußt.
Sagen wir also du hast in dem Monat 800€ Ausgaben dann sind 200€ dein vorläufiger Betriebsgewinn.
Diesen mußt du noch bereinigen um die zu entrichtenen Steuern,Beiträge zur KV , RV bzw Altersvorsorge , eine gewisse Summe für Rücklagen falls in deinem Betrieb zum Beispiel dein Notebook oder deine Bohrmaschine kaputt geht. Auf die Summen mußt du dich mit der Arge einigen , bei mir habe ich leider so einen SB der das überhaupt nicht kapiert.
Die Liste der Abzusetzenden Dinge nach dem Steuerrecht ist lang , darin sind sogar Kaffe und Ziggaretten enthalten die du wenn du ein Büro hast den Kunden ja anbieten tust.
Genaueres kann dir dein Steuerberater erzählen.
Aber mann sollte schon die Kirche im Dorf lassen.
Das größere Problem ist wenn du dir Geld leihst um Aufträge abzuarbeiten und die Kunden erst später zahlen.Die Arge ist der Meinung das wären dann immer Schulden aus der Vergangenheit und diese wären dann nicht anrechenbar.
Ich mache das aber so das ich mir das Geld aber immer leihe und einen Wechsel unterschreibe.
Wann der Wechsel eingelöst bzw.vorgelegt und du die Summe dem Verleiher zurückzahlst wird individuell schriftlich zwischen euch auf dem Wechsel vermerkt.
Rechtlich ist das dann so das der Verleiher definitiv dann den Zugriff auf das Geld hat und niemand sagen kann das du das Geld bis zur Pfändungsfreigrenze selbst einbehalten sollst und du nur darübergehende Beträge zur Bedienung des Verleihers verwenden sollst.
Die wenigsten wissen das ein Wechsel wie eine titulierte Forderung ist und du dich mit einer nicht Einlösung (Bedienen) strafbar machst.
Wenn der SB dann also sagt sie haben 400 € Betriebsgewinn , das sie im Vormonat eine Verlust hatten ist nicht unser Problem Sie müßen von diesen 400 € ihren Lebensunterhalt im nächsten Monat bestreiten dann legst du den Wechsel vor und sagst du mußt diesen erst bedienen.
Da die SBs in der Regel kaufmänisch völlig unwissend sind wird er trotzdem sagen das du von dem Geld leben sollst und das geld damit nicht zurückzahlen kannst.
In dem Moment macht er sich aber strafbar weil er dich zu einer Strafbaren Handlung auffordert.

Michael
 

Otto

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#21
@ Michael Ulbricht

Das größere Problem ist wenn du dir Geld leihst um Aufträge abzuarbeiten und die Kunden erst später zahlen.Die Arge ist der Meinung das wären dann immer Schulden aus der Vergangenheit und diese wären dann nicht anrechenbar.
Ich mache das aber so das ich mir das Geld aber immer leihe und einen Wechsel unterschreibe.
Code:
Hallo Michael, dann wohnen wir ja nicht so weit auseinander (Hannover läßt grüßen)

Zum obigen Thema Wechsel und leihen: Dann kommen die wohl bei der Skontofinanzierung ganz durcheinder. Ist ja nichts anderes als ein Kredit der kurzfristig für Wareneinkäufe genommen wird. Allerdings wird der erst mit Zahlung des Kunden getilgt, so dass es faktisch in dem Monat in dem die Rechnung bezahlt und der Kredit abgelöst wird, kein erhöhter Gewinn ergibt.
 
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#22
Genau

@ Otto

genau so ist es.
Ich habe heute mit der Leiterin der Widerspruchsstelle gesprochen.
Die Dame pflichte mir bei das bei Selbständigen kein monatliches Zuflußprinzip gelten kann.
Ich habe zu ihr gesagt das in so einem Fall einfach die Selbständigen den Kunden ihr Zahlungsziel zum Dezember einräumen.
Dann würden sich die Selbständigen am 1. November abmelden und am 1.Januar oder Februar des nächsten Jahres auf der Matte stehen, und die Arge würde jedesmal lehr ausgehen. Deswegen sagt Sie halt auch das mann das Zuflußprinzip monatlich nicht auf Selbständige anwenden kann.

Ich sagte da zu ihr das logischer Weise eine Gewährung von Leistungen für Selbständige nur für einen 6 oder 12 Monatigen Zeitraum unter Vorbehalt erfolgen könnte.Am Ende des Bewilligungszeitraums legt mann die Buchhaltung offen und der bereinigte Gewinn wird durch die Monate des Bewilligungszeitraumes geteilt. Diese Summe ist dann das monatliche Einkommen.Wenn die Arge überzahlt hat bekommt sie es zurück.Ende.

Das sieht sie im Prinzip genauso.Alles andere wäre ja sonst sinnlos.

Das mit dem Wechsel mußt du mal meinem SB erklären der bringt einen Wechsel nur mit dem Einwechseln von Ersatzspielern im Fußball in Verbindung. :idea: :sleep:
 

Taurus50

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#23
heinbloed sagte :
alles wird genauso anerkannt wie bei der steuererklärung

(1) Bei der Berechnung des Einkommens aus selbständiger Arbeit, Gewerbebetrieb und Land- und Forstwirtschaft ist vom Arbeitseinkommen im Sinne des § 15 des Vierten Buches Sozialgesetzbuch auszugehen.
der besagt

§ 15
Arbeitseinkommen
(1) Arbeitseinkommen ist der nach den allgemeinen Gewinnermittlungsvorschriften des Einkommensteuerrechts ermittelte Gewinn aus einer selbständigen Tätigkeit. Einkommen ist als Arbeitseinkommen zu werten, wenn es als solches nach dem Einkommensteuerrecht zu bewerten ist.
Vielen Dank für die Zitate. Genau das habe ich nämlich gesucht.
Die Münchner ARGE hat mit mir einen Zeitraum von 3 Monaten vereinbart, nach dem ich dann die E/ü-Rechnung vorlegen und die Vorausberechnung für die nächsten Monate erfolgen soll. Der war Ende Januar abgelaufen und ich bin mit meiner E/Ü-Rechnung erschienen, und zwar für die einzelnen Monate. Da sah es so aus, dass ich im Nov 4€ und im Dez 480€ Gewinn hatte, im Januar 06 580€ Verlust, da keine Einnahmen da waren, aber die USt-Voranmeldung fällig. Insgesamt gab es einen Verlust von 120€. Mein Betreuer bei der Arge meinte dann nach Rücksprache, dass die ARGE Verluste nicht anerkennen, statt dessen aber die Einnahmen zur Berechnung heranziehen würde. Das hatte dann zum Ergebnis, dass ich man mir ab Feb 132€ monatlich wegen meines "Einkommens" von den 345€ abziehen müsse. Da ich die gesetzlichen Regeln der Buchführung seit ca. 20 Jahren ziemlich gut beherrsche, kommt das natürlich wie ein Schock, dass die ARGE da in den Zahlen volkommen ohne Sachkenntnis rumstochert und sich das rauspickt, was "Einnahme" heißt, reale Ausgaben wie die USt-Voranmeldung aber als privat verursachtes Verlustvergnügen bezeichent: Mit Ihren Verlusten haben wir nichts zu tun, so der Kommentar. :p

Gut, was wissen Beamte schon von der freien Wirtschaft. Aber durch die Herreinnahme der Selbständigen durch die Hartz IV Gesetze, hätte es denen doch mal dämmern müssen, die sie ihren Mitarbeitern eine Schulung hätten angedeihen lassen müssen. In Zukunft gibt es sicher noch wesentlich mehr Selbständige, die sie zu betreuen haben.

Jedenfalls bin ich auf die Antwort gespannt. Ist ja schließlich doch etwas gewagt, darauf hinzuweisen, dass von der ARGE Gesetze missachtet werden. :shock:
 
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#24
das hat System

hallo,

das hat System, die sind halt völlig danneben
Jetzt weist du auch warum öffendliche Haushalte ständig pleite sind.

Michael
 

Taurus50

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#25
Re: Selbstständig und ALG II – neue Regeln

Martin Behrsing sagte :
Selbstständig und ALG II – neue Regeln

Ausgangspunkt ist der Umsatz aus selbstständiger Arbeit (nicht der Gewinn !)
Hallo Martin, würde das nicht dem §15 widersprechen, wo von den Regeln des EStG ausgegangen wird, die bei Selbständigen zur "Einkommensermittlung" anzuwenden sind?
 
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#26
Abrechnung des Nebengewerbes

Ich bin in diesem Forum neu, halte es aber für sehr wichtig uns auszutauschen, da in diesem jahr fest mit gravierenden Änderungen zu rechnen ist.
Ich rechne bisher mein Nebengewerbe zum ALG2 wie folgt ab.
Es gibt seit 2005 ein amtlicher Formular der Einnahme/Überschussrechnung,
das von jedem Gewerbetreibenden und Freiberufler genutzt werden kann, wenn die Betriebseinnahmen (siehe dieses formular) unter 17.500 € pro Jahr liegen. Es muß verwendet werden bei Betriebseinnahmen über 17.500 € pro Jahr und keine Bilanzierungspflicht besteht. Es gibt dazu auch ein entsprechendes BMF-Schreiben.(siehe Seite des Bundesministeriums für Finanzen)
siehe www.Elster.de für die elektronische Einkommensteuererklärung/ Anlage EÜR.
Aus diesem Formular ergiebt sich ein Gewinn des Unternehmens als Differenz zwischen Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben.
Dieser Gewinn wird vom Finanzamt als Einnahmen aus selbständiger Tätigkeit gem. Einkommensteuererklärung akzeptiert und sollte eigentlich gem SGB IV auch vom Arbeitsamt und seinen Auswüchsen anerkannt werden.
Ich liege derzeit mit meinem Jobcenter im Streit, den ich ggf auch per Klage für mich entscheiden möchte.
Etwas unsicher bin ich der Behandlung von Rücklagen und positiven Salden bei Privateinlagen/Privatentnahmen. Ich würde mich freuen, wenn es jemanden im Forum gibt, der wie ich nach o.g. Verfahrensweise der Einnahme-Überschussrechnung als Besandteil der jährlichen Einkommensteuererklärung mit monatlicher Berichterstattung an das Jobcenter abrechnet. Ich denke zwar, dass betrieblich notwendige Rücklagen auch als Betriebsausgaben unstrittig sind, da sie ja bei Auflösung Gewinn erhöhend wirken, habe aber schon im Buschfunk so einiges gehört.
 

Taurus50

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#27
@ Dienstleister

Also dazu kann ich dir folgendes sagen. Mein SB hat aus einer Dienstanweisung mir vorgelesen, dass zwar prinzipiell das Einkommenssteuerrecht greift, aber eine wesentlich engere Prüfung der "notwendigen" Ausgaben erfolgt.
Bei mir sah das dann so aus, dass er selbst für die Ausgaben unter Bürobedarf alle Belege und Begründungen für diese Ausgaben wollte. Wohlgemerkt es handelte sich um einen Betrag von 20€ für einen Zeitraum von 3 Monaten.
Die sogenannten Ansparabschreibungen sind zwar einerseits durchaus zur Rücklagenbildung geeignet, andererseits sind sie auch ein steuerliches Gestaltungsmittel für Selbständige. Diese aber sind nach Aussagen der Dienstanweisung meines SBs grundsätzlich nicht gestattet.
Man müßte nochmal den genauen Text der Durchführungsverordnungen lesen, um das abzuklären.
Mein SB meinte im Übrigen auch, das Selbständige generell unter Generalverdacht stehen. Darüber könnte sicher nur eine Klage durch alle Instanzen Rechtssicherheit schaffen. Im Moment ist es so, dass du in deinen wirtschaftlichen Entscheidungen nicht frei bist, sondern die ARGEn wie einen Vormund um Erlaubnis bitten musst. Damit wird zwar einerseits das unternehmerische Risiko gemindert, andererseits aber eben auch der geschäftliche Erfolg. Falls dir also mal der Großkunde über den Weg laufen sollte, so sind Bewirtungskosten nicht drin. Du kannst den dann an die nächste Currybude auf Privatkosten schleppen.

So stellt sich der kleine deutsche Beamtenfritz eben die freie Wirtschaft vor. :|
 
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#28
Hallo Taurus 50,
Danke für Deine Antwort.
Ich sehe die Probleme weniger aus Richtung Finanzamt/Steuerberater als vielmehr aus Richtung Arbeitsamt und Auswüchse.
Selbstverständlich müssen alle Einnahmen- und Ausgaben bis hin zum letzten Bleistift belegbar sein und im Falle einer Wirtschaftsprüfung auch vorgezeigt werden. Ich führe dafür Kassenbuch und Bankjournal und hebe alle Belege sorgsam auf.
Dein Steuerberater irrt, wenn er behauptet, dass für Selbständige Kleinunternehmen keine Rücklagen/Ansparabschreibungen möglich sind
Er soll sich mal die von mir bereits erwähnte Anlage zur Einkommensteuererklärung ansehen. Es gibt sogar Existenzgründeransparabschreibungen, die erst nach 5 Jahren wieder aufgelöst werden müssen, wenn sie nicht verzinst werden sollen.
Auch Bewirtungskosten sind für Kundenbewirtung möglich. Mann darf dafür zwar die volle Umsatzsteuer ziehen, kann jedoch nur 70% dieser Kosten als Betriebsausgaben (netto) geltend machen.
Ich weiß nicht, was hierzulande für Steuerberater rumrennen.
Ich bin zwar keiner, rechne mein Gewerbe aber allein ab und informiere mich dabei gründlich und spare dabei viel Geld.
Aber zurück zum Thema.
Während die Rücklagen/Ansparabschreibungen für das Finanzamt eindeutig zulässig sind, habe ich gehört, dass sie für ALG2-Empfänger, die das Gewerbe als Nebeneinkommen betreiben, als vom Arbeits/Auswüchse als Einkünfte gewertet werden. Und das ist wie ich glaube nicht zulässig, weil sie eindeutig Betriebsausgaben sind im Sinne des EkSt-Gesetzes.
Gibt es da eine gesetzliche Aufweichung ?
 
E

ExitUser

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Michael.Zimmermann sagte :
Martin Behrsing sagte :
Hallo Michael,

versuche mit der Behörde zu verhandlen, dass die wenigstens einen Zeitraum von 3 Monaten nehmen. Anonsten kannst Du es wirklich in die :tonne: kloppen.
Ganz deiner Meinung und vielen Dank übrigens für deine Postings hier.

Über drei Monate hatte die Mitarbeiterin der ARGE auch schon gesprochen, aber das reicht mir nicht. Ich stelle Jahresrechnungen (weil die Einzelbeträge so gering sind) und da fallen z.B. zufälligerweise im September 60% des Jahresumsatzes an. Außerdem muss ich mit einer geringen Gewinnspanne kalkulieren (Internet-Preise sind am Boden), d.h. Umsatz und Kosten sind relativ hoch, aber der Gewinn gerade mal in den schwarzen Zahlen; wenn mir da durch die freundliche "Unterstützung" der ARGE 700,- vom Konto genommen werden, fehlt mir ein Fuß und die folgenden Monate sorgen dann dafür, dass ich entweder dicht oder private Schulden machen muß. Aber wie soll ich die Schulden wieder hereinwirtschaften...?

Na ja, wenn jetzt im Oktober die Dreimonatsfrist vorbei ist (solange hat mir die ARGE dann nämlich einen rechtsmittelbaren Bescheid darüber verweigert), dann kann ich ja vielleicht klagen...

Beim Arbeitslosengeld I war Deutschland noch sehr viel normaler, da galt einfach der jährliche Einkommensteuerbescheid. Beim ALG II hat man jetzt mit Erfolg einen Bürgertyp zweiter Klasse creiert: für ALG II Empfänger gilt offensichtlich anderes Recht als für die "richtigen Bürger".

Hab' mich früher immer gewundert, warum Sozialhilfeempfänger so agressiv aufs Sozialamt zu sprechen waren und dann sich auch noch bei jeder Gelegenheit auf Gesetze berufen oder gar geklagt haben. Jetzt leuchtet mir so langsam ein, warum. :idea:

Gruss
Michael
:klatsch: so ähnlich seh ich das auch. Als ich noch gesund war und meinen Beruf ausüben konnte, habe ich das alles auch nicht gesehen!
 

Taurus50

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#30
Dienstleister sagte :
Hallo Taurus 50,
Danke für Deine Antwort.
Ich sehe die Probleme weniger aus Richtung Finanzamt/Steuerberater als vielmehr aus Richtung Arbeitsamt und Auswüchse.
Selbstverständlich müssen alle Einnahmen- und Ausgaben bis hin zum letzten Bleistift belegbar sein und im Falle einer Wirtschaftsprüfung auch vorgezeigt werden. Ich führe dafür Kassenbuch und Bankjournal und hebe alle Belege sorgsam auf.
Dein Steuerberater irrt, wenn er behauptet, dass für Selbständige Kleinunternehmen keine Rücklagen/Ansparabschreibungen möglich sind
Er soll sich mal die von mir bereits erwähnte Anlage zur Einkommensteuererklärung ansehen. Es gibt sogar Existenzgründeransparabschreibungen, die erst nach 5 Jahren wieder aufgelöst werden müssen, wenn sie nicht verzinst werden sollen.
Auch Bewirtungskosten sind für Kundenbewirtung möglich. Mann darf dafür zwar die volle Umsatzsteuer ziehen, kann jedoch nur 70% dieser Kosten als Betriebsausgaben (netto) geltend machen.
Ich weiß nicht, was hierzulande für Steuerberater rumrennen.
Ich bin zwar keiner, rechne mein Gewerbe aber allein ab und informiere mich dabei gründlich und spare dabei viel Geld.
Aber zurück zum Thema.
Während die Rücklagen/Ansparabschreibungen für das Finanzamt eindeutig zulässig sind, habe ich gehört, dass sie für ALG2-Empfänger, die das Gewerbe als Nebeneinkommen betreiben, als vom Arbeits/Auswüchse als Einkünfte gewertet werden. Und das ist wie ich glaube nicht zulässig, weil sie eindeutig Betriebsausgaben sind im Sinne des EkSt-Gesetzes.
Gibt es da eine gesetzliche Aufweichung ?
Mit SB meinte ich nicht Steuerberater sondern Sachbearbeiter bei der ARGE. Und genau die meinen in meinem Fall, dass die Einkommenssteurgesetzgebung "andere Ziele" verfolgt als das SGB. Insofern seien andere abweichende Anrechnungen anzusetzen.
Tut mir leid, wenn du dachtest, mein Beitrag beziehe sich auf einen Steuerberater, dem ist nicht so.
Wie ein deutscher Beamter überhaupt dazu kommt, sich in der Lage zu empfinden, entscheiden zu können, ob etwas geschäftlich notwendig ist oder nicht, ist mir schleierhaft. Wenn die etwas von Wirtschaft verstünden, dann wären sie doch keine Beamten geworden.

Ausnahmen bestätigen wie immer natürlich nur die Regel.
 
E

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#31
Hallo allerseits,
habe da mal ne Frage zum Thema.
Und zwar möchte ich mich mit Dienstleistungen im Bereich Computer selbsständig machen. Allerdings beziehe ich z.Z. noch Arbeitslosengeld 2.
Welche möglichkeiten habe ich nun ? Nebenselbstständigkeit ? Bekomme ich da weiterhin die leistungen vom Amt ? oder bekomme ich diese nur 3 - 6 Monate ? Muß das wissen denn ich glaub ich weis im moment noch nicht so richtig worauf ich mich da einlasse..

Bitte um Antwort

Grüße aus Norddeutschland

Tim
 

Arco

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#32
Der Helfer sagte :
Hallo allerseits,
habe da mal ne Frage zum Thema.
Und zwar möchte ich mich mit Dienstleistungen im Bereich Computer selbsständig machen. Allerdings beziehe ich z.Z. noch Arbeitslosengeld 2.
Welche möglichkeiten habe ich nun ? Nebenselbstständigkeit ? Bekomme ich da weiterhin die leistungen vom Amt ? oder bekomme ich diese nur 3 - 6 Monate ? Muß das wissen denn ich glaub ich weis im moment noch nicht so richtig worauf ich mich da einlasse..

Bitte um Antwort

Grüße aus Norddeutschland

Tim
Also Tim,

grundsätzlich gibt es keine Umstände die gegen eine versuchte Selbstständigkeit (erst mal klein anfangen) spricht.

Es ist insofern auch unschädlich wenn man noch Alg2 bezieht - nur eins muß dir klar sein, das manche Argen und deren SB/FM gerade hinsichtlich einer Selbstständigkeit arge Schwierigkeiten mit der Einschätzung und dem Umgang mit solchen Personen haben.

Es könnte und wird warscheinlich Nerven kosten jeden Monat mit denen die evtl. Einnahmen die berechnet werden müssen um angerechnet werden zu können durchzugehen.

Ein normaler Nebenjob oder Minijob wäre einfacher .....

Aber wer nichts versucht, der wird auch nichts erreichen .

Lese mal gerade dieses Forum nochmal gründlich durch - du wirst viel lernen :pfeiff: :pfeiff:
 
E

ExitUser

Gast
#33
Danke für deine Antwort Arco,
werde es auf jeden fall versuchen! Wenn die vom Amt zu doof sind müssen die halt überstunden machen damit die das mal auf die reihe bekommen.Habe informationen von meiner arge bekommen das ich mich bei der lawaetz stiftung (www.lawaetz.de) melden soll und denen ein konzept vorlegen soll. Das konzept ist fertig und geht heute bzw. morgen in die Post. Denke aber das die das absegnen werden dann werden die von der arge mir auch keine steine in den weg werfen denke ich.
Aber wie du schon meintest habe auch ich eine große unsicherheit auf seiten der arge bemerkt. Die scheinen nicht so recht zu wissen was sie tun oder tun sollten. Hoffe das mein Vorhaben nicht an der Arge scheitert.
Werde mal abwarten was die von Lawaetz dazu sagen und dann muß ich weiter sehen.

Viele Grüße aus Norddeutschland

Tim
 
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#35
Versuch es !!!

@ der Helfer

hast du eine Förderung beantragt ? Wenn nicht dann brauchst du auch nicht zu warten bis irgend jemand sein OK gibt.

Wird ein steiniger weg weil die meisten SB immer denken das du sie als Selbständiger nur verarschen willst. (Selbständige = großer Benz , und zahlen keine Steuern und wollen alle eine günstige KV.)

Ich gehe mal davon aus das du keine großen Rücklagen hast.
Also mußt du dir erstmal alles mühevoll aufbauen.
Da fangen die Probleme aber schon an .
Du brauchst einen Kopierer (gebraucht) , das versteht der SB schon mal überhaupt nicht weil er doch auch in der Firma kopiert usw.

Was du brauchst ist :

ein einfaches Buchhaltungsprogram.
eine gewisse Büroeinrichtung
Visitenkarten (Wichtig wird meistens unterschätzt)
Am anfang einen guten Steuerberater der dir erklärt wie was geht.
TEL/FAX/AB
extreme viel Zeit und das wichtigste ist ein dickes Fell.

Du kannst dich aus dem Bezug von Leistungen nach dem SGB II herraus selbständig machen.
Dein Geschäft wird am Anfang Gewinne erzielen daher bekommst du weiter Leistungen von der Arge.
Dein Gewinn wird mit den Leistungen verrechnet (Freibetrag!!).
Solange du Leistungen bekommst bist du auch über die Arge in der KV (Pflichtversicherung) versichert + RV.
Auch als Hauptberuflich Selbständiger !!!!!!!!

halt uns auf dem Laufenden und viel Glück

Wenn die Papnasen von der Arge dich dann einfach nur machen lassen würden wäre das schon die beste förderung in die Selbständigkeit.

:klatsch:
 
E

ExitUser

Gast
#36
Hi, ich mache ähnliches durch und bin mit meinem Konzept auch am Anfang. Die von der Arge unterscheiden aber auch zwischen Kleinunternehmer und aktiv Selbstständig . Ein Aktiver muss jeden Monat Steuerabrechnungen über seine Einkommen etc. machen , das ist aber meistens einer der wirklich Umsätze fährt und somit keine Beihilfe benötigt. Also alles bischen schwammig . Am besten du fängst als Kleinunternehmer an ohne Mehrwertsteuer . der Nachteil das evtl. gewerbetreibende Auftragnehmer abspringen weil sie die MWST nicht absetzen können, da du diese nicht einziehen darfst.Das kannst du aber evtl. mit dem finanzamt klären und die machen das abundzu(regional unterschiedlich).

Was machst du denn genau ?

Vieleicht gefällt Dir meine Lösung, ich stecke eben alles Geld in die TÜV-Terifizierung und verhelfe bald vielen arbeitslosen oder behinderten Praktikern,Technikern, Meister wie auch immer mit meinem Konzept in die Selbstständigkeit. Das Arbeitsamt zahlt das nach der Zertifizierung und Anerkennung wirklich Alles sogar die Übernachtung bei uns(ähnlich wie Kurse bei HWK&IHK).

Schau gerne mal rein bei mir und fragt nach der Adresse! ich habe diese zwar schon angegeben , möchte aber hier keine Eigenwerbung machen. Lest vieleicht auch das Thema Existenzgründung, da sind die Weblinks drin und durften auch drin bleiben weil mein Konzept wirklich für die ambitionierte Allgemeinheit ist. Vielleicht ist das was für Dich!?

Gruß
A.Lutz
 

molli

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#37
hallo,

immer wieder lese ich mit großem interesse eure einträge durch. ich habe mich auch selbständig gemacht und beziehe/bezog (ich glaube nicht an die bewilligung einer verlängerung meiner förderung). voller optimismus, voller energie und mit vielen kreativen idenn im kopf ging ich an die sache ran.

mitlerweile muß ich immer lachen, wenn ich lese, dass sich jemand. mit unterstützung der arge selbständig machen will. über beamtenwitze kann ich jedoch nicht mehr lachen, denn was als witz dargestellt wird, ist die realität von der viele existenzen abhängen. ich muß auch jeden monat keine umsatzsteuervoranmeldung bei der arge einreichen und ich könnte nur noch :kotz: wenn ich an den monatlichen ärger denke. die sind so dämlich bei der arge, dass man mich bei verlusten fragt, wo ich denn das geld herhabe, womit ich das minus bezahle. für die zählt der verlust genauso als einnahmen wie tatsächliche umsätze.

dann hatte man noch einen sozialschnüffler auf uns angesetzt und schon hieß es, dass mein mann "schwarz" bei mir arbeitet und er sich privat versichern müsse, da sie die kosten zu der familienversicherung nicht mehr übernehmen wollen. mein steuerberater schüttelte den kopf (o-ton: da sitzen nur dumme umschüler) und die krankenkasse schüttelte ebenfalls den kopf.

man strich mir meine ALGII und nach langem hin und her überwies die arge, mit verspätung, mein geld. gestern bekam ich dann das nächste schreiben und man fordert weitere unterlagen von mir an. erst dann könne man über die weitere bewilligung von ALGII entscheiden. das heißt für mich, dass das geld, wenn überhaupt, wieder mit verspätung kommt. ich muß in der firma präsent sein, ich soll mich um die unterlagen kümmern und diese einreichen.

ich komme zu dem schluß, dass im grunde alles vom "guten" willen der arge abhängt. habe nun mit dem arbeitslosenzentrum gesprochen und der nette sachbearbeiter hat mir die telefonnummer eines anwaltes gegeben, der für mich eine einstweilige verfügung (heißt es so?) beim sozialgericht bewirken soll. der sachbearbeiter meinte, damit wird erstmal die weiterzahlung gesichert, da kinder im spiel sind. ich halte euch auf dem laufenden.

hab schon überlegt, ob ich nachts arbeiten gehe um die arge loszuwerden.
 
E

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#38
molli sagte :
hallo,

immer wieder lese ich mit großem interesse eure einträge durch. ich habe mich auch selbständig gemacht und beziehe/bezog (ich glaube nicht an die bewilligung einer verlängerung meiner förderung). voller optimismus, voller energie und mit vielen kreativen idenn im kopf ging ich an die sache ran.

mitlerweile muß ich immer lachen, wenn ich lese, dass sich jemand. mit unterstützung der arge selbständig machen will. über beamtenwitze kann ich jedoch nicht mehr lachen, denn was als witz dargestellt wird, ist die realität von der viele existenzen abhängen. ich muß auch jeden monat keine umsatzsteuervoranmeldung bei der arge einreichen und ich könnte nur noch :kotz: wenn ich an den monatlichen ärger denke. die sind so dämlich bei der arge, dass man mich bei verlusten fragt, wo ich denn das geld herhabe, womit ich das minus bezahle. für die zählt der verlust genauso als einnahmen wie tatsächliche umsätze.

dann hatte man noch einen sozialschnüffler auf uns angesetzt und schon hieß es, dass mein mann "schwarz" bei mir arbeitet und er sich privat versichern müsse, da sie die kosten zu der familienversicherung nicht mehr übernehmen wollen. mein steuerberater schüttelte den kopf (o-ton: da sitzen nur dumme umschüler) und die krankenkasse schüttelte ebenfalls den kopf.

man strich mir meine ALGII und nach langem hin und her überwies die arge, mit verspätung, mein geld. gestern bekam ich dann das nächste schreiben und man fordert weitere unterlagen von mir an. erst dann könne man über die weitere bewilligung von ALGII entscheiden. das heißt für mich, dass das geld, wenn überhaupt, wieder mit verspätung kommt. ich muß in der firma präsent sein, ich soll mich um die unterlagen kümmern und diese einreichen.

ich komme zu dem schluß, dass im grunde alles vom "guten" willen der arge abhängt. habe nun mit dem arbeitslosenzentrum gesprochen und der nette sachbearbeiter hat mir die telefonnummer eines anwaltes gegeben, der für mich eine einstweilige verfügung (heißt es so?) beim sozialgericht bewirken soll. der sachbearbeiter meinte, damit wird erstmal die weiterzahlung gesichert, da kinder im spiel sind. ich halte euch auf dem laufenden.

hab schon überlegt, ob ich nachts arbeiten gehe um die arge loszuwerden.
Hi, es ist schon wirklich mühselig. Ich habe im September 2006 Überbrückungsgeld beantragt und dachte auch "wird schon alles klappen" da ich Schulden habe , nicht liquid (scheiss Bonität) bin, gebe ich derzeit mein Konzept an einen guten Freund ab(natürlich mit Vertrag beim Anwalt) und lass mich über meine Behinderungen über Rehamaßnahmen in meinen (Quasi) eigenen Betrieb dann mit 50 % Förderung für 12 Monate einstellen.(die wollen es nicht anders und übrigens legitim!!!!) Ich selbst melde das Gewerbe jetzt ab, zumal ich bis heute keinen Cent von meinem Übergangsgeld erhalten habe. Klage reiche ioch auch ein und fordere Schadenersatz , natürlich auch wieder vom Staat bezahlt wegen Prozesskostenhilfe. Die sind überall inkompetent oder versuchen scheinbar mit allen Mitteln das Geld zurückzuhalten für die Statistiken. Wir sind ja leider auch nur Zahlen. Aber lass den Kopf nicht hängen, bleib dran und gib alles, es wird nur Dir zu gute kommen wenn du es denn geschafft hast. Hau rein und viel Kraft und Glück ! Gruß A.Lutz
 
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#40
Ich bin ALG-II-Empfänger und als arbeitssuchend gemeldet und arbeite nebenher als freier Autor. Diese Tätigkeit ist beim Finanzamt seit ein paar Jahren offiziell gemeldet, allerdings nicht als Gewerbe, denn das brauche ich als freier Autor nicht zu führen.

Weil ich erst Anfang diesen Jahres mein Studium beendet habe und vor allem im letzten Jahr die freie Tätigkeit nur sehr nebenher lief, ließ sich keine wirkliche Schätzung für dieses Jahr aufstellen, und alles wird monatlich berechnet.

Das ist alles schon blöd genug - meine Kosten, die mit einem Text verbunden sind, fallen ja an, wenn ich ihn schreibe bzw. davor: Recherche etc., und nicht, wenn das Geld, oftmals nach ein paar Monaten erst, eintrudelt.

Aber nun mein aktuelles Problem: Mein PC ist kaputtgegangen. Eine Weile konnte ich mir mit einem geliehenen Gerät helfen, aber der Besitzer würde es nun doch gern mal wieder haben (nach über einem halben Jahr ist das verständlich).

Daß ich als freier Autor ohne PC aufgeschmissen bin, sollte jeder verstehen.

Nun wird innerhalb dieses Jahres noch ein größerer Betrag eintreffen, so um die 500 Euro, schätze ich, auf jeden Fall aber ein Betrag über 400 Euro, so daß ich eigentlich die tatsächlich anfallenden Kosten dagegen aufrechnen können müßte, d. h. in diesem Fall, den Kauf eines PCs oder zumindest eines Teils davon.

Aber meine ARGE gibt mir auf meine Anfrage keinerlei Antwort, der letzte Brief liegt meinem Sachbearbeiter (der noch zudem gewechselt hat) angeblich nicht vor (Meldungen von Einkommen verschwinden merkwürdigerweise nie!).

Ich weiß weder, ob und in welcher Höhe ich einen PC anrechnen lassen könnte, noch, wie es sich mit dem Restbetrag verhält. Es wird nämlich auf keinen Fall genug Geld auf einmal reinkommen, um das ganze Gerät (ein neues Display muß auch her) zu bezahlen. Und ich habe keinerlei Ersparnisse mehr.

Ein guter Freund würde mir nun den Restbetrag leihen, im Gegensatz zu jeder Bank dieser Welt vertraut er mir, daß ich es schaffe, ihm das zurückzuzahlen. Aber wenn ich einen Teil von der ARGE als anrechnungsfähig anerkannt bekomme, muß ich ja die Rechnung vorlegen, und dann wird auch gefragt werden, wo denn der Restbetrag herkommt.

Würde mir der dann etwas als Einkommen angerechnet und folglich im Monat drauf von den Lebensunterhaltszahlungen abgezogen? Dann wäre die Aktion ja sinnlos.

Das schlimmste daran ist, daß ich keinerlei wirklich verbindliche Informationen dazu habe, sondern in der Luft hänge.

Dabei ist meine freie Tätigkeit doch ein Weg, zumindest einen Teil meines Einkommens schon einmal selber zu bestreiten, und daß man dafür auch mal etwas investieren muß, sollte doch auch die ARGE verstehen können. Aber die sind da alle im Sozialamts-Modus: "Hey, du kriegst Geld, damit Du nicht verhungerst und ein Dach überm Kopf hast, der Rest ist uns egal. Investieren? In dich? Hahaha!" - Das ist ihre Botschaft. Und die finde ich wie deren gesamtes Verhalten (z. B. auch den Umstand, bei mündlicher Auskunft nie mit allen Infos rauszurücken, insofern sie mit Kosten für die ARGE verbunden sein könnten) ziemlich unverschämt.
 

Arco

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#41
... also wenn ich das so richtig sehe, dann hast Du leider die A-Karte gezogen und das in zweierlei Hinsicht :( :(

Die Anschaffung eines neues PC`s wird wohl nicht von der Arge "gesponsert" werden und fällt auch nicht unter/bzw. ist mit drin - die Grundpauchale des 100 Euro Grundfreibetrages bei Erwerbseinkommen.

Auch die Meinung das wenn Einkommen über 400 Euro im Monat dazuführt tatsächliche Kosten abrechnen zu können ist nach meiner Meinung nicht so richtig - hier sind vorallem höhere Fahrtkosten geltend zu machen (also über den 100 Euro).

Hinzu kommt ob dein Honorar überhaupt als regelmäßiges Erwerbseinkommen gerechnet wird und nicht als "einmalige" (unregelmäßige) Einnahme mit den noch negativeren Folgen.....

So, die letzte schlechte Nachricht - das evtl. "Krediteinkommen" von deinem Freund kann sogar von der Arge noch als "Einkommen" angerechnet werden :( :( denen ist ja leider alles zuzutrauen ....

Also wenn, dann BAT gellllll ;)

Ich hoffe das meine Meinung falsch ist ........ aber so sehe ich das :kinn:
 
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#42
Das hoffe ich allerdings auch, daß Deine Meinung falsch ist.

Die Fahrtkosten werden immer nur als Beispiel angeführt, weil die ganze Regelung doch eher für nicht-selbständige Tätigkeiten ausgelegt ist und Fahrtkosten dabei sicherlich eine wichtigere Rolle spielen als für selbständige Tätigkeit.

Es dürfen bei selbständiger Tätigkeit und Einnahmen über 400 Euro tatsächlich die echten Kosten veranschlagt werden, aber was genau erlaubt ist, das liegt wohl im Ermessensspielraum der ARGEn.

Und ja, da hast Du vermutlich recht, sie werden mir eventuell einen Strick draus drehen, daß mein gesamtes Jahreseinkommen aus der freien Tätigkeit sehr unregelmäßig und auch nicht so hoch war.

Aber das sind eben halt Meinungen, ich würde gern wirklich mal von jemandem etwas hören, der damit Erfahrungen gemacht hat.
 
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#43
Selbstständig und ALG II

Eine erste Hilfe zur Beantwortung vieler Fragen bietet die weiter unten eingestellte Broschüre.


Weitere hilfreiche Informationen sind unter

http://www.akademie.de/fuehrung-org...sen/alg-ii-und-selbststaendigkeit.html?page=1

zu finden.

M.W. wird aber von ARGE zu ARGE unterschiedlich gehandelt, das kommt auch davon, weil die Mitarbeiter bei den Leistungsbehörden von Betriebswirtschaft und vom Steuerrecht nur wenig, meistens fast keine Kenntnisse haben.
 
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#44
Und nach nochmaligem Nachbohren habe ich seit eben die Antwort der ARGE, wenn auch bislang nur telefonisch:

Ich müsse REGELMÄSSIG Einkommen über 400 Euro haben, dann könne man Betriebsausgaben anerkennen. So - mal gar nichts, öfters sogar unter 100 Euro, dann wieder drüber - nicht. Peng.

Aber warum haben sie mir das nicht schon Wochen früher gesagt?

Das beste an dieser Nachricht ist, daß ich sie heute, bei diesem unglaublich guten Wetter bekommen habe. Rausgehen, Luft und Licht genießen, überlegen, wie ich nun weiter vorgehe.
 

sun2007

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#45
ALG II, Selbständigkeit und Kleinunternehmertum

Ich bin gerade dabei, mich mit ALG II selbständig zu machen, als freie Journalistin (habe früher fest angestellt als Journalistin gearbeitet).
Ich war bis vorkurzem der Ansicht - weil meine Fallmanagerin immer nur von Gewinnen schrieb - dass ich erst mal für mich meine Zufluss- Abflussrechung für das Finanzamt machen kann und was dann noch übrig bleibt ist der Gewinn, den ich beim Jobcenter angeben muss. Jetzt dämmert mir, dass das nicht stimmt. Meine Fallmanagerin will die einfache Buchführung von mir monatlich haben, zum 15. - obwohl ich als Kleinunternehmerin beginne und für die ersten beiden Quartale 2007 in meinem eingereichten Antrag noch keine Einnahmen prognostiziert habe.
Ich fühle mich nun sehr gegängelt, z. T. wohl, da ich von einer, wie ich nun weiß, falschen Voraussetzung ausgegangen war. Muss ich jetzt das Einstiegsgeld da aufführen - und alles genau dokumentieren, was ich davon kaufe? Ich dachte das wäre pauschal und da müsste ich nichts nachweisen. Was will die von mir sehen zu jedem 15.?

Bei meinem ersten Antrag auf Zuschuss und Darlehen war mir kein Höchstbetrag genannt worden, so dass ich - aufgrund der Technik - auf sehr hohe Beträge gekommen bin, die bei meiner Fallmanagerin zu einer großen emotionalen Aufregung gesorgt haben. Sie beschied mehrere Posten negativ und schrieb in dem Bescheid, die könne ich von meinen ersten "Gewinnen" (müsste natürlich heißen "Eingängen") bezahlen. Nun ist es so, dass ich aufgrund der drastischen Deckelung viele Geräte wie Kamera und Computer erst einmal suboptimal gekauft habe, für den Anfang so zu sagen, wie sie es auch laut Bescheid wollte. Von den ersten Zuflüssen würde ich nun gerne meine Ausrüstung optimieren, was, solange
ich Kleinuntgernehmerin bin, voll abzugsfähig ist
(laut Finanzamt). Ich bin zurzeit immer noch dabei,
den Schock zu verdauen, dass ich das überhaupt alles vorlegen muss. Aber was kann da noch alles auf mich zukommen? Wie sehr kann sie mich noch gängeln? Ich hatte zum Beispiel auch Dienstreisen eingeplant - und muss nun erfahren, dass ich da bereits aus dem Grund kontrolliert werde, da ich trotz Selbständigkeit immer noch Ortsabwesenheit genehmigen lassen muss - kann sie da auch kleinlichst von mir verlangen zu wissen, wohin
ich fahre? Und sich dann ausrechnen: das könnte ich ja vom Zufluss abziehen und daher genehmigt sie es mir nicht - obwohl es mit dem eigentlichen Sinn der Ortabwesenheit gar nicht zu tun hat - wenn ich für die nicht erreichbar bin, bin ich nicht da, da müsste es egal sein, ob ich in Potsdam oder in Oslo bin. Also: wieviel muss ich vor einer Ortsabwesenheit preisgeben - muss ich den Ort nennen?

Wie sehr darf sie mich gängeln? Wieviel muss ich mir - an Ausgaben - von ihr genehmigen lassen? Von meinen eigenen Zuflüssen? (Z. B. wollte ich mir ursprünglich eine bessere semiprofessionelle Kamera für ca. €3.000 kaufen, dann eine semiprofessionelle für 1.700, letztlich habe ich eine nicht einmal semiprofessionelle für 600 gekauft - ich denke nicht, dass ich damit sehr weit komme im Profibereich.) Und: irgendwo habe ihc gelesen, dass Selbstaändige mit unregelmäßigem bzw. nicht absehbarem Einkommen möglicherweise NICHT jeden Monat eine ERklärung zur einfachen Buchführung abgeben müssen - wer weiß das genauer?

Viele Grüße
sun2007
 
E

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#46
Hi Sun ,
ich nochmal .

Ich empfehle Dir in deinem Fall einen Fachanwalt aufzusuchen , da diese Angelegenheit sehr schwer zu Handhaben und Tipps zur Sache hier fast unmöglich sind.

Frage deine FM mal , ob die überhaupt weiß , was zur Umsetzung zur Freiberuflichen Journalistin an Ausrüstung notwendig ist.
Welche Leistungen hast Du denn genau Beantragt ???
Lasse Dir , wenn noch nicht geschehen , alles mal schriftlich und ausführlich begründet von der FM geben und dann ab zum Anwalt für Arbeits und Sozialrecht.

Gruß
Rüdiger
 

sun2007

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#47
@Rüdiger:
Vielen Dank. Das werde ich tun - daher auch die Frage nach einem extrem guten Anwalt.
Ich habe Darlehen und Zuschuss beantragt und Einstiegsgeld. Damals hatte man mir keine Deckelung genannt und die FM war dann entsetzt, welche Beträge nach meiner Recherche zusammenkamen. Die Deckelung beläuft sich angeblich auf je 2000 für Dahrlehen und Zuschuss. Aber insgesamt arbeitet die FM plötzlich und für mich unerklärlich extrem gegen mich (manchmal ist sie ganz ok aber ich habe immer mal wieder das Gefühl, sie wird von irgendwem "geimpft" und danach fährt sie plötzlich seltsame Geschütze auf mit noch seltsameren Unterstellungen), so dass ich nächste Woche auf jeden Fall zum Anwalt gehe.
Nochmals Danke.
 
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#48
Hi,

wäre da nicht die ICH AG sinnvoll?

Oder stimmt das Gerücht daß es die so nicht mehr gibt..
 

sun2007

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#49
Wie ist das bei Kleinunternehmertun? Das Finanzamt gibt diese Möglichkeit, damit ich mir durch eine einfache Zufluss- Abfluss-Rechnung erst mal wichtige Geräte kaufen kann (was mir den Start erleichtern soll), ich bleibe also von allem was mit Umsatzsteuer zu tun hat, unberührt.
Kann die Arge dann von mir verlangen, monatliche Aufstellungen über Zufluss und Abfluss vorzulegen und so den Kauf wichtiger Geräte vereiteln?
 

sun2007

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#50
@münchnerkindl
die ist erstens abgeschafft und ging sowieso nur für ALG I - deshalb habe ich in einem Forum für ALG II geschrieben.
 

mkathrin

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#51
@ der Helfer

hast du eine Förderung beantragt ? Wenn nicht dann brauchst du auch nicht zu warten bis irgend jemand sein OK gibt.

Wird ein steiniger weg weil die meisten SB immer denken das du sie als Selbständiger nur verarschen willst. (Selbständige = großer Benz , und zahlen keine Steuern und wollen alle eine günstige KV.)

Ich gehe mal davon aus das du keine großen Rücklagen hast.
Also mußt du dir erstmal alles mühevoll aufbauen.
Da fangen die Probleme aber schon an .
Du brauchst einen Kopierer (gebraucht) , das versteht der SB schon mal überhaupt nicht weil er doch auch in der Firma kopiert usw.

Was du brauchst ist :

ein einfaches Buchhaltungsprogram.
eine gewisse Büroeinrichtung
Visitenkarten (Wichtig wird meistens unterschätzt)
Am anfang einen guten Steuerberater der dir erklärt wie was geht.
TEL/FAX/AB
extreme viel Zeit und das wichtigste ist ein dickes Fell.

Du kannst dich aus dem Bezug von Leistungen nach dem SGB II herraus selbständig machen.
Dein Geschäft wird am Anfang Gewinne erzielen daher bekommst du weiter Leistungen von der Arge.
Dein Gewinn wird mit den Leistungen verrechnet (Freibetrag!!).
Solange du Leistungen bekommst bist du auch über die Arge in der KV (Pflichtversicherung) versichert + RV.
Auch als Hauptberuflich Selbständiger !!!!!!!!

halt uns auf dem Laufenden und viel Glück

Wenn die Papnasen von der Arge dich dann einfach nur machen lassen würden wäre das schon die beste förderung in die Selbständigkeit.

:klatsch:
Hallo Klatsch,
ich bin gerade bei der Gründung und mir hat man auf dem Arbeitsamt gesagt, dass 300€ für die Förderung sind und ich meine Krankenkasse selbst bezahlen muss. Jetzt bin ich aber a bissi durcheinander. Bein ALG 1 reicht noch nicht mal für die Mietkosten etc.
 
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#52
Berechnung Einkommen Als Selbstständiger

Hallo an alle! Hab die Ausführungen hier genau gelesen und möchte folgendes anmerken und hoffe, dass dies zur Klarstellung beitragen kann: 1. Die Berechnung des Einkommens orientiert sich zwingend nach den Regeln des Einkommensteuerrechts. Dies ist gesetzlich eindeutig geregelt in § 13 SGB II i.V.m. § 2a ALG II-Verordnung. Dies bedeutet, dass im Grundsatz als Betriebsausgaben alles anerkannt werden muss, was auch im Einkommensteuerrecht anerkannt wird. Etwas anderes kann sich allenfalls aus § 11 II nr. 5 ergeben ("notwendige" Ausgaben"). Man kann also darüber streiten, ob es ein sehr teuerer PC etc. sein muss, oder ob es auch ein günstigerer tut. 2. Daraus folgt grundsätzlich, dass ZWINGEND jährlich über eine Anrechnung entschieden werden muss, also nicht monatlich, nicht in 3-monatigem Abstand, etc. Dies steht WÖRTLICH in einem GESETZ, und zwar dem schon genannten § 2a ALG II-Verordnung. 3. Es ist nicht zutreffend, dass ein Selbstständiger seine wirklichen betriebsausgaben erst geltend machen kann, wenn er MEHR ALS 400 € umsatz in einem Monat macht. Wenn ein Selbstständiger also pro Monat 1000,- € Betirebsausgaben hat, dann fließen die immer in die Jahresberechnung ein, egal ob in einem Monat keine Einnahmen zufließen oder 100 € oder 300 € oder 800 € oder mehr als 1000,- €. Dies ergibt sich eindeutig aus dem Sinn der gesetzlichen Regelung und steht auch wörtlich in den Durchführungshinweisen der BA zum SGB II auf S. 12/13!!! Das heißt, § 11 II SGB II wird bei Selbstständigen modifiziert durch § 2a ALG II - Verordnung. @ Martin Behrsing. Bitte ändere doch deine Eingangsseite, damit alle hier die tatsächliche Rechtslage kennen. Den JobCentern muss die Hölle heiß gemacht werden in diesem Zusammenhang!!!! Die graphische Darstellung lässt leider zu wünschen übrig :)
 

Musterfrau

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#53
Daraus folgt grundsätzlich, dass ZWINGEND jährlich über eine Anrechnung entschieden werden muss, also nicht monatlich, nicht in 3-monatigem Abstand, etc. Dies steht WÖRTLICH in einem GESETZ, und zwar dem schon genannten § 2a ALG II-Verordnung.
Momentan beziehe ich noch ALG I, und bei meiner stundenweisen freiberuflichen Dozententätigkeit hatte ich für jeden Monat meine Einnahmen zu belegen. Das war mit Rechnung, Kontoauszug und Aufwandspauschale noch recht einfach; bei andersartiger Tätigkeit hätte ich jeden Monat eine Berechnung durch einen Steuerberater beibringen müssen.

Von einem solchen habe ich letztens erklärt bekommen, daß man bei ALG II-Bezug und beispielsweise Händlertätigkeit auf jeden Fall Monat für Monat eine solche fachmännische Berechnung vorzulegen habe. Mit eigener Einnahmen-/Überschußrechnung habe der Kunde keine Chance.

Wenn man bedenkt, daß der Steuerberater auch nicht für Knöpfe tätig wird, sondern mindestens 50 Euro pro Monat verlangt, steht das in meinen Augen in keinem Verhältnis zum möglichen Umsatz und dem Aufwand an sich.

Bei einer jährlichen Prüfung würden in der Tat die kniffeligen Fragen nach Rücklagenbildung, Betriebsausgaben etc. wegfallen. Andererseits sehe ich einen enormen Verwaltungs- und Kostenaufwand, wenn sich Argen und Arbeitsämter nach der von Dir beschriebenen Rechtslage etwaige zuviel gezahlte Leistungen nach Vorlage des Steuerbescheides zurückholen müssen.

Kann man schon auf irgendwelche zweitinstanzlichen Entscheidungen zurückgreifen? Momentan komme ich an keine NJW etc. mehr heran. Leider.
 

Martin Behrsing

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#54
Hallo an alle! Hab die Ausführungen hier genau gelesen und möchte folgendes anmerken und hoffe, dass dies zur Klarstellung beitragen kann: 1. Die Berechnung des Einkommens orientiert sich zwingend nach den Regeln des Einkommensteuerrechts. Dies ist gesetzlich eindeutig geregelt in § 13 SGB II i.V.m. § 2a ALG II-Verordnung. Dies bedeutet, dass im Grundsatz als Betriebsausgaben alles anerkannt werden muss, was auch im Einkommensteuerrecht anerkannt wird. Etwas anderes kann sich allenfalls aus § 11 II nr. 5 ergeben ("notwendige" Ausgaben"). Man kann also darüber streiten, ob es ein sehr teuerer PC etc. sein muss, oder ob es auch ein günstigerer tut. 2. Daraus folgt grundsätzlich, dass ZWINGEND jährlich über eine Anrechnung entschieden werden muss, also nicht monatlich, nicht in 3-monatigem Abstand, etc. Dies steht WÖRTLICH in einem GESETZ, und zwar dem schon genannten § 2a ALG II-Verordnung. 3. Es ist nicht zutreffend, dass ein Selbstständiger seine wirklichen betriebsausgaben erst geltend machen kann, wenn er MEHR ALS 400 € umsatz in einem Monat macht. Wenn ein Selbstständiger also pro Monat 1000,- € Betirebsausgaben hat, dann fließen die immer in die Jahresberechnung ein, egal ob in einem Monat keine Einnahmen zufließen oder 100 € oder 300 € oder 800 € oder mehr als 1000,- €. Dies ergibt sich eindeutig aus dem Sinn der gesetzlichen Regelung und steht auch wörtlich in den Durchführungshinweisen der BA zum SGB II auf S. 12/13!!! Das heißt, § 11 II SGB II wird bei Selbstständigen modifiziert durch § 2a ALG II - Verordnung. @ Martin Behrsing. Bitte ändere doch deine Eingangsseite, damit alle hier die tatsächliche Rechtslage kennen. Den JobCentern muss die Hölle heiß gemacht werden in diesem Zusammenhang!!!! Die graphische Darstellung lässt leider zu wünschen übrig :)
Diese Ausführungen müssten hier mal langsam eingestaubt werden, da sie nun doch recht alt sind und sich auf das Jahr 2005 beziehen.

Die Neuerungen sind hier zu lesen (ich dachte eigentlich, dass man unser Portal aufmerksamer liest). Nicht alles steht im Forum. Die wichtigsten Infos sind immer im Portal. http://www.erwerbslosenforum.de
http://www.erwerbslosenforum.de/hartz_iv/berechnung_von_einkommen_aus_selbstandiger_arbeit.htm
 

hennetv

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#55
Sorry wenn ich noch mal ins Thema einsteige

Hallo,

ich habe heute einen Brief vom Amt bekommen mit der Frage ob ich hauptberuflich Selbständig bin oder nebenbreuflich Selbstständig.

Ich bekomme seit 2005 einen Zuschuss vom ALG 2 Amt, da meine Einnahmen nicht für den Lebensunterhalt ausreichen und ich mit meinen Einkünften berechtigt bin, Geld vom ALG2 a. zu bekommen.

Kann mir jemand sagen worin der Unterschied beim ALG2 Amt zwischen hauptberuflich und nebenberuflich liegt? Warum wolln die das wissen - zumal ich nicht einmal eine eindeutige Definition der Begriffe finden kann.

Ok vielleicht ist hauptberuflich, wenn ich mein gesamten Lebensunterhalt daraus bestreite - aber wenn das so wäre, würde ich doch nicht zu ALG 2 gehn????

Gruß
Rigo
 

mhob

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#56
Frage zum Alg.2 und Einstiegsgeld

Hallo-können die in der Rentavorschau/Liquiditätsvorschau angegeben Gewinne / Umsätze für die nächsten 12 Monate herangezogen werden und danach im Vorfeld entschieden werden ob Anspruch auf Alg.2 besteht oder nicht? Ich gründe ab 01.10.07, bekomme das Einstiegsgeld. Jedoch wurden die Gewinne/ Umsätze aus der Rentavorschau der nächsten 12 monate durch 12 geteilt und so ermittelt, dass ich keinen Anspruch auf Alg.2 habe. Das sind jedoch Planzahlen die so nicht eintreten müssen. Was nun wenn ich sogar Verluste mache? Ist es gesetzl. nicht vorgeschrieben die Einnahme/Überschussrechnungen alle 2-3 Monate vorzulegen und demnach dann die Bedürftigkeit ermittelt wird? Einziger Trost ist, dass meine SB mir sagte, dass sie in den Existenzgr.angelegenheiten nicht sooo firm ist und mit ihrem Chef am Monatg prüft ob und wie man mir trotzdem Alg2. als Hilfe auszahlen kann. Die Vorlage der E/Übersch.rechnungen wäre eine Möglichkeit. Gibt es einen Gesetzestext aus dem hervor geht, dass diese Planzahlen nicht als Grundlage für die Bewilligung des Alg.2 herangezogen werden dürfen sondern vielmehr die tatsächlichen Zahlen genommen werden müssen?
Danke ! Gruß MhOb
 

Heike

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#57
Leistungsangelegenheit

Ich bin ALG-II-Empfänger und als arbeitssuchend gemeldet und arbeite nebenher als freier Autor. Diese Tätigkeit ist beim Finanzamt seit ein paar Jahren offiziell gemeldet, allerdings nicht als Gewerbe, denn das brauche ich als freier Autor nicht zu führen.

Weil ich erst Anfang diesen Jahres mein Studium beendet habe und vor allem im letzten Jahr die freie Tätigkeit nur sehr nebenher lief, ließ sich keine wirkliche Schätzung für dieses Jahr aufstellen, und alles wird monatlich berechnet.

Das ist alles schon blöd genug - meine Kosten, die mit einem Text verbunden sind, fallen ja an, wenn ich ihn schreibe bzw. davor: Recherche etc., und nicht, wenn das Geld, oftmals nach ein paar Monaten erst, eintrudelt.

Aber nun mein aktuelles Problem: Mein PC ist kaputtgegangen. Eine Weile konnte ich mir mit einem geliehenen Gerät helfen, aber der Besitzer würde es nun doch gern mal wieder haben (nach über einem halben Jahr ist das verständlich).

Daß ich als freier Autor ohne PC aufgeschmissen bin, sollte jeder verstehen.

Nun wird innerhalb dieses Jahres noch ein größerer Betrag eintreffen, so um die 500 Euro, schätze ich, auf jeden Fall aber ein Betrag über 400 Euro, so daß ich eigentlich die tatsächlich anfallenden Kosten dagegen aufrechnen können müßte, d. h. in diesem Fall, den Kauf eines PCs oder zumindest eines Teils davon.

Aber meine ARGE gibt mir auf meine Anfrage keinerlei Antwort, der letzte Brief liegt meinem Sachbearbeiter (der noch zudem gewechselt hat) angeblich nicht vor (Meldungen von Einkommen verschwinden merkwürdigerweise nie!).

Ich weiß weder, ob und in welcher Höhe ich einen PC anrechnen lassen könnte, noch, wie es sich mit dem Restbetrag verhält. Es wird nämlich auf keinen Fall genug Geld auf einmal reinkommen, um das ganze Gerät (ein neues Display muß auch her) zu bezahlen. Und ich habe keinerlei Ersparnisse mehr.

Ein guter Freund würde mir nun den Restbetrag leihen, im Gegensatz zu jeder Bank dieser Welt vertraut er mir, daß ich es schaffe, ihm das zurückzuzahlen. Aber wenn ich einen Teil von der ARGE als anrechnungsfähig anerkannt bekomme, muß ich ja die Rechnung vorlegen, und dann wird auch gefragt werden, wo denn der Restbetrag herkommt.

Würde mir der dann etwas als Einkommen angerechnet und folglich im Monat drauf von den Lebensunterhaltszahlungen abgezogen? Dann wäre die Aktion ja sinnlos.

Das schlimmste daran ist, daß ich keinerlei wirklich verbindliche Informationen dazu habe, sondern in der Luft hänge.

Dabei ist meine freie Tätigkeit doch ein Weg, zumindest einen Teil meines Einkommens schon einmal selber zu bestreiten, und daß man dafür auch mal etwas investieren muß, sollte doch auch die ARGE verstehen können. Aber die sind da alle im Sozialamts-Modus: "Hey, du kriegst Geld, damit Du nicht verhungerst und ein Dach überm Kopf hast, der Rest ist uns egal. Investieren? In dich? Hahaha!" - Das ist ihre Botschaft. Und die finde ich wie deren gesamtes Verhalten (z. B. auch den Umstand, bei mündlicher Auskunft nie mit allen Infos rauszurücken, insofern sie mit Kosten für die ARGE verbunden sein könnten) ziemlich unverschämt.

Hallo ,
meine Erfahrung ist leider auch so , dass die Arge es nicht interessiert wie man mit dem Geld überlebern soll und erst recht nicht wie man damit eine Selbstständigkeit aufbauen oder erhalten soll.
Das Dahrlehn Deines Freundes wird wahrscheinlich voll als Einkommen angerechnet und selbst wenn er Dir einen PC schenken würde könnte noch das als geldwerte Leistung umgerechnet in Euro als Einkommen angerechnet werden. :icon_cry:

Spreche vorher besser persönlich mit Deinem Berater. Ich kenne Fälle in denen einmalige Anschaffungen die unabdingbar zur Ausübung der Selbstständigkeit benötigt werden, tatsächlich anerkannt und sogar teilweise gefördert wurden.
Das ist dann mal Behördenwillkür der positiven Art , die ich so allerdings noch nicht kennen lernen durfte.

LG ,
Heike
 
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#58
Ein Darlehn, egal ob von der Bank oder von einem Freund/bekannten darf NICHT als Einkommen angerechnet werden. Die Rechtslage dazu ist (samt höchstgerichtlicher Rechtsprechung) vollkommen eindeutig. Ich würde das Darlehn deshalb auch gar nicht erst angeben!
 

zebulon

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#59
Rechtsanwalt123 schrieb:

Ein Darlehn, egal ob von der Bank oder von einem Freund/bekannten darf NICHT als Einkommen angerechnet werden. Die Rechtslage dazu ist (samt höchstgerichtlicher Rechtsprechung) vollkommen eindeutig. Ich würde das Darlehn deshalb auch gar nicht erst angeben!
Gibt es dazu eine Quelle?
 

Olek

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#60
Ein Darlehn, egal ob von der Bank oder von einem Freund/bekannten darf NICHT als Einkommen angerechnet werden. Die Rechtslage dazu ist (samt höchstgerichtlicher Rechtsprechung) vollkommen eindeutig. Ich würde das Darlehn deshalb auch gar nicht erst angeben!
Nicht ganz, IMHO...

Ich fand nur eine Solche Regelung in ALG II - VO (2005):
§ 1
Nicht als Einkommen zu berücksichtigende Einnahmen
(1) Außer den in § 11 Abs. 3 des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch genannten Einnahmen sind nicht als
Einkommen zu berücksichtigen:
1. einmalige Einnahmen und Einnahmen, die in größeren als monatlichen Zeitabständen anfallen, wenn sie
jährlich 50 Euro nicht übersteigen,
2. Zuwendungen Dritter, die einem anderen Zweck als die Leistungen nach dem Zweiten Buch
Sozialgesetzbuch dienen, soweit sie die Lage des Empfängers nicht so günstig beeinflussen, dass
daneben Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende nicht gerechtfertigt wären,

Ich verstehe es so, dass wenn im Darlehenvertrag deutlich steht, dass man das Darlehen aussließlich für Liquidität der Unternehmen benutzen darf und nicht für Unterkunft der Unternehmer...
 
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#61
Wie sieht es diesbezüglich mit BaFÖG aus, wenn man studiert? Uns hat man das damals als Einkommen gerechnet und wir mussten Steuern dafür zahlen.
 

sun2007

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#62
Wie sieht es diesbezüglich mit BaFÖG aus, wenn man studiert? Uns hat man das damals als Einkommen gerechnet und wir mussten Steuern dafür zahlen.
Für BAföG muss man keine Steuern zahlen - so ein Quatsch. Das wäre auch extrem widersinnig: Ist es doch zur Hälfte ein Darlehen - das würde ja bedeuten, Du müsstest auf die Schulden, die Du machst, Steuern bezahlen. So ein Unsinn. Wer studiert steht dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügungn und ist somit nicht berechtigt, ALG I oder II zu beziehen.
 

Dalila

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#63
Beratung

ich kann aus Erfahrungen sagen, dass die Behörden sich da ziemlich stur einstellen. Wenn z.B. dort eine Dame sitzt und von dem eigentlich gar keine Ahnung hat, dann hat sie einen Ansprechpartner und man muss dann diesen überzeugen. Genehmigt er das zu genehmigt die Behörde dies auch. Andernfalls fällt das in die Tonne.
 
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#64
habe es ohne unterstützung des amtes gemacht - ging schneller - jetzt habe ich wnigstens wieder etwas zu tun
 

Sol13

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#65
Hallo,

Du musst auf jeden Fall Deinen zuständigen Sachbearbeiter vor dem Kauf fragen bzw. diesen beantragen, dann kannst Du ja mal wg des Leihbetrages fragen. ohne vorherige Frage bzw. Genehmigung kann alles agbelehnt werden.
Hoffe das hilft erst mal,
Sol13
 

Koelschejong

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#66
Hallo,

Du musst auf jeden Fall Deinen zuständigen Sachbearbeiter vor dem Kauf fragen bzw. diesen beantragen, dann kannst Du ja mal wg des Leihbetrages fragen. ohne vorherige Frage bzw. Genehmigung kann alles agbelehnt werden.
Hoffe das hilft erst mal,
Sol13
Quatsch - wo steht das???
 
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