Selbstständig als Subunternehmer

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

LoveToday

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
5 Juli 2007
Beiträge
19
Bewertungen
0
Hallo in die Runde,

ich frage mich, ob jemand hier eine Ahnung von der Situation hat:

Beziehe derzeit als Single ALG II und bin auf Arbeitssuche. Nun könnte ich als Subunternehmer selbstständig tätig werden. Ich würde dabei ca. Einnahmen von 950 Euro erzielen. Das ist mehr als derzeit an Leistungen für mich bewilligt ist, aber natürlich sieht man im Bescheid ja auch nicht Krankenversicherung z.B., die bezahlt wird.

Kann ich weiterhin im ALG II Besuch bleiben und diese 950 Euro verdienen. Der Vorteil für mich wäre natürlich die weitere Zahlung der Krankenkasse. Diese würde mich ansonsten bei der AOK mindestens 212 Euro kosten.

Laut so einem Rechner würde ich bei den Einnahmen noch 7 Euro ALG II Leistungen erhalten, aber ich weiß natürlich nicht, ob ich da die korrekten Eingaben gemacht habe.

Danke schonmal,
LT
 

Hotti

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
29 April 2008
Beiträge
2.187
Bewertungen
16
Also ich sehe, das so. Wenn Du von den 950 Euro noch Krankenbeiträge bezahlst, hast du ein ganz anderes Einkommen. Netto ist wichtig. Dann kannst Du aus meiner Sicht bei der Arge die sogenannten Aufstocker beantragen.
 

Kikaka

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
1 April 2008
Beiträge
3.238
Bewertungen
702
- Könntest Du mehr über das Umfeld des Subunternehmers mitteilen ?
- Da gibt es Bereiche wo man von vorneherein abraten sollte

- Generell ist das Aufstockerdasein kein Zuckerschlecken.
 

LoveToday

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
5 Juli 2007
Beiträge
19
Bewertungen
0
- Könntest Du mehr über das Umfeld des Subunternehmers mitteilen ?
- Da gibt es Bereiche wo man von vorneherein abraten sollte

Ist eine Firma in der Softwareentwicklung bzw. Softwarevertrieb aus dem Ausland. Habe für die schon "vor Ort" gearbeitet. Kenne den Laden also, was mich zumindest etwas positiver stimmt. Die Bezahlung könnte allerdings besser sein, keine Frage.

Trotzdem ist das etwas, was mir Spaß macht und ich die Möglichkeit recht sicher nutzen möchte. Ich werde mich über's Wochenende noch etwas informieren und dann die Anmeldung des Gewerbes vornehmen.

Dass das mit der ARGE bei Aufstockung und Selbstständigkeit nicht ganz so einfach ist, ja... das habe ich hier im Forumsbereich schon gesehen. ;-)

Aber so prinzipiell gesehen sollte für mich da noch aufstockend Anspruch bestehen, oder?

Kann ich die Selbstständigkeit bzw. das Gewerbe einfach anmelden und dann das JobCenter informieren? Gleich zur Anmeldung oder erst wenn Geldfluss absehbar ist? (Was wohl ca. 3 Wochen zwischen Rechnungsstellung am Ende des Monats und Auszahlung dauern wird...).

Danke euch schonmal!
 

silver

Elo-User*in
Mitglied seit
22 Dezember 2008
Beiträge
298
Bewertungen
2
Mit einem einzigen Auftraggeber bist Du scheinselbstständig.

Als Hinweise auf eine "Beschäftigung" (= Arbeitnehmerstatus)
gelten die folgenden Kriterien: Der Auftragnehmer ...
  • hat keine eigenen Mitarbeiter und erbringt die Leistungen persönlich,
  • ist im Wesentlichen und auf Dauer nur für ein Unternehmen tätig (Anhaltspunkt: ein vermeintlich Selbstständiger erzielt 5/6 seiner Gesamteinkünfte bei einem Auftraggeber),
  • erledigt Aufgaben, die üblicherweise nicht von Selbstständigen und/oder bei seinem Auftraggeber regelmäßig durch Arbeitnehmer erbracht werden,
  • ist nahtlos in die betriebliche Organisation des Auftraggebers eingebunden (fester Arbeitsplatz im Betrieb, eigener Telefonanschluss, E-Mail-Adresse, Urlaubs- und Vertretungsplanung, per Dauerauftrag gezahlte Monatshonorare in gleichbleibender Höhe etc.),
  • muss genaue Weisungen des Auftraggebers in Bezug auf den Zeitpunkt, Ort sowie die Art und Weise der Auftragserledigung befolgen,
  • legt keine typischen Merkmale unternehmerischen Handelns an den Tag, wie zum Beispiel: Werbe- und Marketingmaßnahmen, eigenes Büro, eigenes Inventar, eigene Geschäftspapiere etc.
Große Vorsicht empfohlen !!!
 

Kikaka

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
1 April 2008
Beiträge
3.238
Bewertungen
702
- könnte man da evtl. einen 400 Euro-Job draus machen ?
-rechnet sich besser, zumindest hast Du 16o Euro mehr..........
 

LoveToday

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
5 Juli 2007
Beiträge
19
Bewertungen
0
Glaube ich nicht, dass sich das Unternehmen hier in Deutschland extra damit beschäftigt, wie man Leute auf 400 Euro Basis bezahlt. Müsste ich mich aber auch selbst erst informieren... Einfacher wäre es sicher.

Zum Thema Scheinselbstständigkeit: Vielen Dank für den Hinweis! Klingt auf den ersten Blick v.a. hier im Thread erschreckend. Google spuckt dann zehntausend Sachen aus, die das ganze weniger tragisch darstellen. Auf alle Fälle eine Grauzone. Gut, da werde ich mich also auch noch informieren müssen.

Man könnte jetzt sagen: Ist das den Aufwand wert? Nun, wenn man in einer kleinen Wohnung sitzt und sonst nix zu tun hat und einfach "sinnvoll" arbeiten will, dann gibt es da aus meiner Sicht eine deutliche Antwort. ;-)

Werde mich in Sachen Scheinselbstständigkeit und auch in Sachen 400 Euro Jobangebote ausländischer Firmen informieren... Ich melde mich, wenn sich was ergibt.
 

Archibald

Super-Moderation
Mitglied seit
8 August 2008
Beiträge
1.176
Bewertungen
1.634
Na, ganz so schlimm wie weiter oben beschrieben ist das mit der Scheinselbstständigkeit dann doch nicht.

Meine Meinung und Fazit, aus meiner dahingehenden Recherche im Internet:

Du kannst durchaus nur für einen Auftraggeber tätig sein, wenn folgende Kriterien nicht zutreffen und Du wenigstens ab und zu auch mal Aufträge für andere Auftraggeber ausführst.

Dein "einziger" Auftraggeber stellt Dir nicht die Arbeitsmaterialien, Du bist also nicht durch dieses Kriterium an ihn gebunden.
Er bestimmt Dir nicht Arbeitszeit, Arbeitsort oder sonstige Dinge die Dich überwiegend an ihn binden und/oder Dich von ihm abhängig sein lassen. Das sind kurz gesagt die Kriterien, an denen Gerichte eine Scheinselbstständigkeit festmachen, oder "erkennen". Ebenso sollte man immer auch den Nachweis erbringen können, dass man sich um weitere Auftraggeber bemüht (Z.B. Werbung machen).

Davon ist natürlich ausgenommen, dass er Dich so mit Arbeit eindeckt, dass Du neben seinen Aufträgen keine von anderen Auftraggebern mehr ausführen kannst.


LG, Archibald
 

silver

Elo-User*in
Mitglied seit
22 Dezember 2008
Beiträge
298
Bewertungen
2
Ja ... wenn das alles nicht stimmt und man das locker sehen kann ...
Dann mal zu.
Das bissl Ärger,das man sich u.U.einfängt ist auch easy:

Eine nachträglich festgestellte Scheinselbstständigkeit hat teure Folgen:
  • Der Scheinselbstständige wird rückwirkend vom Auftragnehmer zum Arbeitnehmer mit einem faktischen Arbeitsvertrag - inklusive aller Rechte eines Angestellten: Angefangen beim Anspruch auf Kündigungsschutz, Erholungsurlaub, die im Betrieb üblichen Sozialleistungen und sogar den Arbeitgeberanteil an der Sozialversicherung!
  • Mehr noch: Da der Arbeitgeber Schuldner des "Gesamtsozialversicherungsbeitrags" und somit für das Abführen der Beiträge verantwortlich ist, muss er auch für die Arbeitnehmer-Anteile geradestehen - und das ebenfalls für die gesamte bisherige Dauer der Zusammenarbeit!
  • Damit nicht genug: Hat es der Auftragnehmer versäumt, seine Einkünfte der Umsatz- und Einkommensteuer (ggf. auch Gewerbesteuer) zu unterwerfen, muss der "Arbeitgeber wider Willen" unter Umständen auch noch aus der eigenen Tasche Steuern nachzahlen!
 

silver

Elo-User*in
Mitglied seit
22 Dezember 2008
Beiträge
298
Bewertungen
2
Habe ich "Scheinselbstständigkeit für den Arbeitgeber" entnommen.

Auftraggeber lassen sich heutzutage
in der Regel auch von dem Auftragnehmer unterschreiben,
daß der noch andere Auftraggeber hat.
Rein,um sich abzusichern.

Und wer für den Auftraggeber
vorher schon mal als Arbeitnehmer gearbeitet hat
ist noch schneller im Visier.

Im übrigen:Ein einzelner Auftraggeber
darf nicht mehr an Umsatz einbringen als die zusätzlichen gemeinsam.
Ein "Großer" und zwei "Kleine" sind ungut.

Heißt nicht,daß ich diese Regelungen gut finde.
Grad für einen Anfänger ein heißes Eisen.

Scheinselbstständigkeit aus Auftraggebersicht: Wann werden freie Mitarbeiter zum Risiko? - Online lernen bei akademie.de
 

silver

Elo-User*in
Mitglied seit
22 Dezember 2008
Beiträge
298
Bewertungen
2
Nachtrag:
Wobei noch die Handwerkskammer zu berücksichtigen wäre.
Nahezu alle selbstständigen handwerklichen Tätigkeiten
unterliegen der Meisterpflicht.
Auch wenn das Gesetz gelockert wurde.
Es erlaubt jetzt nur bereits Gesellen, sich selbstständig zu machen.

Klar kann man sich generell als ein Mann Betrieb selbstständig machen.

Wenn das Kind eine andere zulässige Form bekommt
die - im Vergleich zum Meisterbetrieb -
bestimmte Arbeiten nicht ausführen darf.

Einfach recherchieren und sich schlau machen.
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten