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Selbständigkeit und private ergänzende soziale Absicherung als Grundsicherungsempfänger

Barthel Schink

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#1
Da ich gerade meine Selbständigkeit versuche voranzutreiben und an meinem Finanzkonzept arbeite, bin ich auf diesen Gedanken gekommen und mich interessiert, ob es sowas bereits gibt oder sich sonst jemand hier Gedanken darüber gemacht hat.

Ausgangspunkt der Überlegung - ganz vereinfacht:

- Ich beziehe Grundsicherung nach SGB XII plus Pflegegeld der Pflegestufe 1.
- Durch das Anmelden eines oder mehrerer Gewerbe mache ich mich Selbständig - incl Steuernummer
- Alles was ich beim Finanzamt nicht absetzen kann, melde ich dem Sozialamt als Erwerb an.
- Davon darf ich dann jährlich maximal 2400 Euro behalten, wenn ich 4800 Euro dazuverdiene.
- Was darüber hinaus geht, wird ganz einbehalten

Jetzt ist meine Überlegung, daß ich sicherlich sehr unterschiedlich von Jahr zu Jahr dazuverdienen werde. ist es mir da erlaubt, mich privat sozial zu versichern und die Kosten dann bereits beim Finanzamt abzusetzen, wenn ich "zu viel" verdiene und dann in Jahren wo es nicht so gut läuft, aus dieser Versicherung Geld zu erhalten, welches ich natürlich dann beim Sozialamt als Einkünfte angebe und so wenigstens noch 50% bis zu 200 Euro behalten darf.

Würde sowas gehen oder habe ich irgendwo einen Denkfehler drin?
 

Wutbuerger

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#2
AW: Selbständigkeit und private ergänzende soziale Absicherung als Grundsicherungsempfän

wie kommst du darauf das du 2400 € behalten darfst wenn du 4800 verdienst ? nach meiner Info muß man 70 % abgeben und darf 30 behalten , dann komme ich auf 1520
 

Barthel Schink

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#3
AW: Selbständigkeit und private ergänzende soziale Absicherung als Grundsicherungsempfän

wie kommst du darauf das du 2400 € behalten darfst wenn du 4800 verdienst ? nach meiner Info muß man 70 % abgeben und darf 30 behalten , dann komme ich auf 1520
Wegen dem SGB XII § 82

(3)
1 Bei der Hilfe zum Lebensunterhalt und Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung ist ferner ein Betrag in Höhe von 30 vom Hundert des Einkommens aus selbständiger und nichtselbständiger Tätigkeit der Leistungsberechtigten abzusetzen, höchstens jedoch 50 vom Hundert der Regelbedarfsstufe 1 nach der Anlage zu § 28.
[...]
4 Erhält eine leistungsberechtigte Person mindestens aus einer Tätigkeit Bezüge oder Einnahmen, die nach § 3 Nummer 12, 26, 26a oder 26b des Einkommensteuergesetzes steuerfrei sind, ist abweichend von den Sätzen 1 und 2 ein Betrag von bis zu 200 Euro monatlich nicht als Einkommen zu berücksichtigen.


Von dem gehe ich eigentlich als zutreffend aus.
 
E

ExitUser

Gast
#4
AW: Selbständigkeit und private ergänzende soziale Absicherung als Grundsicherungsempfän

Abs. 3 Nr. 4
hat mit einer EHRENAMTLICHEN Tätigkeit zu tun, die steuerfrei ist!
Abs 3 Nr. 3
hier sind 30% als Selbstbehalt erlaubt, 70% wird auf die Grundswicherung angerechnet.

Die einzige Überlegung ist:
Du bekommst Grundsicherung nach SGB XII, weil Du nicht erwerbsfähig bist bzw. nur unter 3 Stunden am Tag erwerbsfähig bist.
WENN die 2 Sache so ist, könnte man auf mehr als 3 Stunden täglich (sofern das möglich ist) versuchen. Der Endeffekt wäre:
Du würdest aus dem SGBXII herausfallen und zum Jobcenter zurück (SGBII). Somit MÜSSEN die besseren Bedingungen des SGBII gewährt werden. SGBXII ist ein Todesurteil!!
NIEMAND ist es verboten, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen. Selbst wenn die RV behauptet, Du bist keine 3 Stunden erwerbsfähig = SGB XII aber Du beweisen kannst, das Du mehr als 3 Stunden arbeiten kannst und auch arbeitest, dann MUSST Du ins SGBII = Jobcenter zurückgenommen werden. Das Jobcenter hat keine rechtliche Möglichkeit , das zu verhindern.
Gruß
Wanda
 
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#5
AW: Selbständigkeit und private ergänzende soziale Absicherung als Grundsicherungsempfän

SGB II ist für Selbständige nicht besser. Die üben da massiven Druck aus dass man seine Selbständigkeit aufgibt damit man in Maßnahmen und ZAFs abgeschoben werden kann. Gerade für jemanden mit PS1 wäre das eine Katastrophe.

Dazu kommt noch, er wäre dann nicht mehr krankenversichert und müsste in die PKV, wie will er das bezahlen?
 

Barthel Schink

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#6
AW: Selbständigkeit und private ergänzende soziale Absicherung als Grundsicherungsempfän

@Pichilemu,

Das sehe ich auch so und werde ganz sicher nicht freiwillig zurück zum JC gehen.


Wanda,

Bei mir fällt es ja unter "künstlerische" Tätigkeit (Game design) und in sofern kann man bei mir keinen Stundenlohn veranschlagen.

EStG § 3, Abs 26 sagt.

Einnahmen aus nebenberuflichen Tätigkeiten als Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher, Betreuer oder vergleichbaren nebenberuflichen Tätigkeiten, aus nebenberuflichen künstlerischen Tätigkeiten oder der nebenberuflichen Pflege alter, kranker oder behinderter Menschen im Dienst oder im Auftrag einer juristischen Person des öffentlichen Rechts, die in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder in einem Staat belegen ist, auf den das Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum Anwendung findet, oder einer unter § 5 Absatz 1 Nummer 9 des Körperschaftsteuergesetzes fallenden Einrichtung zur Förderung gemeinnütziger, mildtätiger und kirchlicher Zwecke (§§ 52 bis 54 der Abgabenordnung) bis zur Höhe von insgesamt 2 400 Euro im Jahr. 2Überschreiten die Einnahmen für die in Satz 1 bezeichneten Tätigkeiten den steuerfreien Betrag, dürfen die mit den nebenberuflichen Tätigkeiten in unmittelbarem wirtschaftlichen Zusammenhang stehenden Ausgaben abweichend von § 3c nur insoweit als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abgezogen werden, als sie den Betrag der steuerfreien Einnahmen übersteigen;

Das ist eben das Ticket, auf dem ich fahren werde.

Ist aber auch nicht entscheidend ob 2400 oder konkret 1520 der Eigenbehalt ist, Mir geht es darum, ob ich mir eine "Versicherun", "Berufsgenossenschaft" oder sonstige "Interessensvertretung" suchen kann, in die ich in guten Jahren einzahle und dann in mageren Jahren den Fehlbetrag bis zum Maximum 4800 vor Abzug auffüllen kann.
 

Wutbuerger

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#7
AW: Selbständigkeit und private ergänzende soziale Absicherung als Grundsicherungsempfän

Du hast ja schon sehr konkrete Vorstellungen , obwohl immer die Frage ist ob die anderen das genau so sehen .
Dann wäre ja jeder Mediengestalter , jeder Gartenbauer und jeder Maler ein "Künstler" nur wenn er mal kreativ arbeiten darf .Ich wünsch dir viel Glück .
 

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#8
AW: Selbständigkeit und private ergänzende soziale Absicherung als Grundsicherungsempfän

Künstler sind freiberufler und unterleigen nicht einer Gewerblichen Anmeldepflicht bzw. müssen auch keine Gewerbesteur usw. entrichten.

Daher, wer sich Künstler nennen kann, der hat´s halt besser.
 
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#9
AW: Selbständigkeit und private ergänzende soziale Absicherung als Grundsicherungsempfän

Sind Künstler nicht sowieso in der KSK sozialversicherungspflichtig? Das könnte ein Problem darstellen, wenn du so wenig verdienst und dann noch Beiträge zahlen musst.
 

Barthel Schink

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#10
AW: Selbständigkeit und private ergänzende soziale Absicherung als Grundsicherungsempfän

Du hast ja schon sehr konkrete Vorstellungen , obwohl immer die Frage ist ob die anderen das genau so sehen .
Dann wäre ja jeder Mediengestalter , jeder Gartenbauer und jeder Maler ein "Künstler" nur wenn er mal kreativ arbeiten darf .Ich wünsch dir viel Glück .
Genaugenommen heiß das Gesetz: "Gesetz über die Sozialversicherung der selbständigen Künstler und Publizisten" (Künstlersozialversicherungsgesetz - KSVG)

Und definiert Künstler und Publizisten so:

§ 2
Künstler im Sinne dieses Gesetzes ist, wer Musik, darstellende oder bildende Kunst schafft, ausübt oder lehrt.
Publizist im Sinne dieses Gesetzes ist, wer als Schriftsteller, Journalist oder in ähnlicher Weise publizistisch tätig
ist oder Publizistik lehrt.
 

Barthel Schink

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#11
AW: Selbständigkeit und private ergänzende soziale Absicherung als Grundsicherungsempfän

Sind Künstler nicht sowieso in der KSK sozialversicherungspflichtig? Das könnte ein Problem darstellen, wenn du so wenig verdienst und dann noch Beiträge zahlen musst.
Generell ja, aber auch da gibt es Befreiungen, bei Telzeit bzw

Da wir in Deutschland leben, gibts auch dafür ein Gesetz:

Das Gesetz zur Stabilisierung der Künstlersozialabgaben (Künstlersozialabgabenstabilisierungsgesetz KSAStabG)

„(3) Aufträge werden nur gelegentlich an selbständige Künstler oder Publizisten im Sinne von Absatz 1 Satz 2 oder Absatz 2 Satz 1 erteilt, wenn die Summe der Entgelte nach § 25 aus den in einem Kalenderjahr nach Absatz 1 Satz 2 oder Absatz 2 Satz 1 erteilten Aufträgen 450 Euro nicht übersteigt. Absatz 2 Satz 2 bleibt unberührt.“
 

Linuxfan

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#12
AW: Selbständigkeit und private ergänzende soziale Absicherung als Grundsicherungsempfän

Sind Künstler nicht sowieso in der KSK sozialversicherungspflichtig?
Ich war gestern auf einem Soloselbständigen-Seminar im Rahmen der LiMA-Linke Medienakademie. Die Künstlersozialkasse ist an sich keine Versicherung, übernimmt aber 50% der Beiträge für die gesetztliche Versicherung. Die KSK wurde als "Clearing-Stelle" beschrieben.

Eventuell ist auch die Versorgung über eine Berufsgenossenschaft möglich. Auch dazu haben wir Informationen bekommen.

Dass die Agentur für Arbeit Selbständigkeiten torpediert halte ich für einen Skandal. Es hängt aber auch sehr vom Ansprechpartner/Sachbearbeiter ab. Finde es auch schade, dass Existenzgründungen nicht länger gefördert werden.

Gerhard Schröder hat während der Hartz-Reformen auch gesagt, dass es in Deutschland einen Bedarf an günstigen Dienstleistungen gibt und es ist doch besser, dass jemand eine kleine Selbständigkeit ggf. aufbaut und seine Abhängigkeit als Hartz IV lösen möchte.

Ich selbst möchte mich aber nicht dem Publizisten- und Journalistenheer anschließen.
 
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