Selbständig machen mit Leiharbeit als "Ich-AG"???

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chromsucht

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Hallo,
ich habe seit 4 Wochen nach 6monatiger Arbeitslosigkeit wieder einen Job (keine ZAF). Jedoch verdiene ich viel weniger als in meiner letzten Firma- trotz langjähriger Erfahrung. Auch auf dem freien Arbeitsmarkt geht`s mit den Löhnen steil bergab, AG-Paradies Deutschland sei Dank.
Nun habe darüber nachgedacht, mich selbst als Sklave zu verleihen: Also praktisch als selbständiger Leihsklave. Der Entleihbetrieb kann mich ausleihen und rausschmeissen wie er will, dafür gehen die vollen 25 bis 30 EUR Stundenlohn, die normalerweise diese drecks Leihbuden kassieren, an MICH :biggrin:!!!
Was meint Ihr? Wäre sowas möglich? Schließlich darf heutzutage jeder Verbrecher eine ZA-Firma eröffnen und wird vom Arbeitsamt wie Gott behandelt. Warum dürfte man sich nicht selbstädig versklaven und dafür auf jeglichen Kündigungsschutz verzichten- gegen entsprechenden fairen Lohn?

PS: Das ist kein Witz, ich meine das Ernst:eek:!

Gruß, S.
 

Martin Behrsing

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Ob Du mit deinen Beruf selbstständig unterwegs sein kannst, kommt auf deine Ausbildung an.

Du musst schon sehr in Not sein, um dich als Sklave zur Verfügung zu stellen und auf alle Rechte zu verzichten. Ich glaube, du solltest das ermal mit Leuten von Gewerkschaften und vielen anderen Freunden abklären und reflektieren. Ein Konzept ist das jedenfalls nicht und es ist überhaupt nicht gesagt, ob du als Selbstständiger überhaupt so einen Stundensatz am Markt erzielen kannst. Du machst ja ein angebot, dass Arbeitgeber gerne toppen, indem sie direkt wissen, dass du in einer Zwangslage steckst und die wird dann ausgenutzt.
 
R

Rounddancer

Gast
S., es ist so, Du kannst Dich natürlich selbstständig machen,- und Dich selbst anbieten. Im Managementbereich heißt das dann Interimsmanagement,- da biste dann Wochen oder Monate wo im Einsatz als Manager, Betriebsleiter, etc., weil der normale Vorgesetzte krank, in Elternurlaub, in Urlaub, oder in einer anderen Niederlassung ist. Auf der Ebene gibts keine Dumpinglöhne. Und wenn man gut ist, wird man weiterempfohlen.

Auf Ebene Betriebsberater, Oualitätsmanager, etc. gehts auch noch gut, da "verkauft" man sich tageweise, wenn man billig ist, für 320 Euro pro 8-Stunden-Tag,- wenn man besser ist sind da durchaus 560-850 Euro täglich drin. Allerdings kann es sein, daß man da schon Glück braucht, um wöchentlich drei Tage "zu verkaufen",- den Rest der Woche kann man sich irgendwelchen Bildungsträgern als Dozent anbieten. Teilkosten deckend halt.

Aber: Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Rentenversicherung, Steuern, Werbungskosten, Steuerberater, Versicherungen, etc. gehen ins Geld,-
nur um ein Beispiel zu setzen: Um in etwa 15 Euro netto pro Stunde behalten zu können, mußt Du rund 49 Euro pro Stunde verdienen.

Auch jeden anderen Job (für den Du keine Ausbildung, Zusatzausbildung, Eintragung in die Handwerksrolle, oder Lizenz brauchst,- oder sie schon hast) kannst Du so selbstständig anbieten. Ob es ankommt, liegt an Deiner Werbung, Deinen Kontakten und ob das, was Du an Leistung anbietest, gefragt ist.
Ein deutliches Problem, das auch mitbedacht werden muß, ist die schlechte Zahlungsmoral. Da machst Du Deine Arbeit, stellst Deine Rechnung. Mußt Umsatzsteuer, die Du dem Kunden berechnest, am 10. des Folgemonats nach Rechnungsstellung dem Finanzamt abliefern. Und dann wartest Du auf Dein Geld. Wartest, mahnst, wartest. Und so mancher Kunde zahlt einfach nicht. Das ist ärgerlich, das kann Deine eigenen Finanzen durcheinanderschmeißen, weil Du das Geld ja u.U. wieder brauchst, um neue Ware zu kaufen, oder Deine Miete, Deine Kosten zu zahlen.
Oder, wenn Du Dich z.B. selbstständig im Transportgewerbe anbietest, dann ist es da schon so wie Regel, daß erst 42 Tage nach Rechnungsstellung bezahlt wird, das sind sechs Wochen. Puh.

Der Gedanke, sich selbst zu verkaufen und zu vermieten, stand auch bei myself e. V. im Raum und führte dazu, die genossenschaftliche Zeitarbeitsvermittlung https://www.arbeitzuerst.de aufzubauen.
Nur hat man als Zeitarbeitsfirma (in jeder Unternehmensform!) das Problem, daß man der Bundesagentur für Arbeit eine Kaution in Höhe von 10.000 Euro stellen muß, um die Lizenz zur Zeitarbeitsvermittlung zu bekommen.

Wie gesagt: Im Prinzip geht alles, aber mit Vorsicht ...
 

noiram

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Hallo,
ich habe seit 4 Wochen nach 6monatiger Arbeitslosigkeit wieder einen Job (keine ZAF). Jedoch verdiene ich viel weniger als in meiner letzten Firma- trotz langjähriger Erfahrung. Auch auf dem freien Arbeitsmarkt geht`s mit den Löhnen steil bergab, AG-Paradies Deutschland sei Dank.
Nun habe darüber nachgedacht, mich selbst als Sklave zu verleihen: Also praktisch als selbständiger Leihsklave. Der Entleihbetrieb kann mich ausleihen und rausschmeissen wie er will, dafür gehen die vollen 25 bis 30 EUR Stundenlohn, die normalerweise diese drecks Leihbuden kassieren, an MICH :biggrin:!!!
Was meint Ihr? Wäre sowas möglich? Schließlich darf heutzutage jeder Verbrecher eine ZA-Firma eröffnen und wird vom Arbeitsamt wie Gott behandelt. Warum dürfte man sich nicht selbstädig versklaven und dafür auf jeglichen Kündigungsschutz verzichten- gegen entsprechenden fairen Lohn?

PS: Das ist kein Witz, ich meine das Ernst:eek:!

Gruß, S.
Ich selbständig machen klingt für den Moment immer sehr locker.
Als Selbständiger trägst Du natürlich viele Kosten selbst Material, Werkzeuge, KV, oft Beiträge bei der Berufsgenossenschaft und fürs Alter vorsorgen musss man auch noch.
Vor Scheinselbständigkeit kann ich nur warnen, denn dann ist man ganz und gar einen Auftraggeber ausgeliefert und der kann dann Dich bis in die Insolvenz treiben.
Siehst Du aber Möglichkeiten, ich weiss ja nicht auf welchen Gebiet Du anfangen möchtest, dass Du eine Lücke gefunden hast und Deine Tätigkeit sehr gefragt ist und somit auch mehrere Kunden, dann würde ich den Schritt wagen.
Solltest Du sehr jung sein und Du absehen kannst es wird nur eine vorrüber gehende Krise in Deinem Beruf sein solltest Du mal eine Kosten- Nutzen- Rechnung auf machen.
Ich gebe Dir gern noch ein paar Tips.
 

Nur so

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Wenn Du genügend Lehnsherren in Deinem Telefonregister hast die Deine Sklavendienste auf Zuruf in Anspruch nehmen, mach Dich selbstständig. Sonst gilt; erst "Kundenstamm aufbauen und peu a peu in die Selbstständigkeit rutschen - nebenberuflich quasi.
 
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