Selbständig Geld zurückzahlen (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

scoovale

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Hallo Leute,

ich wollte eure Meinung haben. Ich habe heute ein Brief vom Job Center, wo Sie mir erklären, dass einige meiner Ausgaben vom letzten Winter nicht angenommen worden sind und ich etwa 500 Euro deshalb zurückzahlen muss.
Ich musste schon ein Mal über 1000 Euro zurückzahlen, weil ich gut verdient hatte. Das ist mir bekannt.

In den letzten sechs Monate habe ich aber wiederum nichts verdient und gleichzeitig habe ich vom JB sehr wenig Geld bekommen.

Ich werde meine EKS demnächst abgeben und Null Einkommen schreiben.

Theoretisch sollen deshalb die zukunftige Leistung steigen oder?

Was passiert, wenn man das Geld nicht zurückzahlen kann? Wenn man nämlich das Geld nicht hat, wie soll man sich am besten verhalten?

>danke noch mal für die Hilfe!
 

DeppvomDienst

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Die Frage ist erst einmal:
Ist das auch korrekt?

Hast Du den Bescheid geprüft?
Haben sie Deine tatsächlichen Ausgaben anerkannt?
Wurden die Unterlagen verändert? Wieso?

Falls alles korrekt ist und Du diese 500 Euro zurückzahlen musst, machst Du das entweder auf einmal, wenn Du es kannst. Wenn nicht, was ich aus Deinem Post entnehme, beantragst Du die Aufrechnung auf die monatlichen Leistungen.
Dabei wird dann 10% von Deinem Regelsatz zur Tilgung angesetzt und direkt abgezogen.

Hier der § dazu:
§ 43 SGB II*Aufrechnung

Du kannst natürlich auch individuelle Rückzahlungsraten vereinbaren, die Du dann selbständig überweisen musst.

Da Du aber selbst sagst, dass Kosten nicht anerkannt werden, würde ich in den Widerspruch gehen und die aufschiebende Wirkung beantragen, d. h. dass so lange nicht zurückgezahlt wird, solange der Sachverhalt nicht geklärt ist.
Warum werden Kosten nicht anerkannt?
Welche Kosten werden nicht anerkannt?
Waren diese vermeidbar oder nicht?

Wenn Du den Widerspruch entsprechend begründest, dass die Kosten notwendig waren und anerkannt werden müssen, dann wirst Du im Regelfall eine Abweisung erhalten. Das ist normal, da darfst Du Dich nicht weiter drüber aufregen. Das gehört zum Spiel dazu.
Natürlich gehst Du dann ins Klageverfahren, am Besten mit einem Anwalt per Rechtsberatungsschein und Beantragung von Prozesskostenhilfe.
Das Ergebnis kann dann 2-3 Jahre dauern, solange wird aber das Geld von Dir nicht abgezogen, da ein Verfahren aufschiebende Wirkung hat. Das wird der Anwalt dann wohl auch entsprechend deutlich machen.

Wenn die Ausgaben notwendig waren, würde ich mir da keine Sorgen machen. Ich hab das Prozedere auch schon durch, hat gut 2 Jahre gedauert. Am Ende hat das Jobcenter den Aufhebungs- und Erstattungsbescheid vollständig zurück genommen.


Was Deine Prognose angeht...
Schwieriges Thema.
Jedes Mobbingcenter handhabt es anders, teilweise selbst innerhalb der Behörde.
Meine Prognose sieht so aus, dass ich aufgrund massiver Schwankungen bei mir in den Einnahmen immer ein "?" prognostiziere.
Die letzten beiden Male wurde es anerkannt, wie es diesmal ist, kann ich nicht sagen.
Du kannst auch versuchen, realistisch zu prognostizieren, Deine Ausgaben zu prognostizieren, aber dann besteht auch wieder die Gefahr, dass der findige Sachbearbeiter meint, Dir alle Ausgaben-Prognosen ersatzlos zu streichen mit der Behauptung, es lägen ja keine Belege vor (was für einen künftigen Zeitraum auch gar nicht gehen kann, aber das interessiert die doch nicht).
Dann steigt der prognostizierte Gewinn auch wieder und es wird wieder was angerechnet, was so gar nicht prognostiziert wurde.
Vielleicht hast Du aber auch Glück... ich sag ja. Kompliziertes Thema. Ist wie Lotto spielen ^^
... nur dass der Einsatz oftmals dein wirtschaftliches bzw. ggf. sogar physisches Überleben ist
 

scoovale

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Hi, danke für deine ausführliche Antwort. Nein, korrekt ist es wirklich nicht, trotzdem habe ich im Moment keine Möglichkeit ein Kampf mit dem Job Center anzufangen. Ich werde die Forderungsmanagement von der Arbeitsagentur kontaktieren und wegen einer Aufrechnung auf die monatliche Leistungen fragen.
Ist es immer ein 10%?
Mensch, die machen alles so kompliziert. By the way, ich hatte schon in einem Brief erklärt warum die Kosten nötig waren, habe sogar Beispielen mitgesendet usw. Der Ansprechpartner hat sogar die Kosten einen Packet Kaugummi abgewichen :icon_kotz:....Ich hatte zufällig den Bon mitangegeben, sonst bin ich immer sehr sorgfältig mit den Kosten Angaben.

Schönen Tag wünsche ich allen!
 

DeppvomDienst

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Guck in den Paragraphen, im Falle der Aufrechnung sind es 10%, die vom Regelsatz (!), nicht von der Gesamtleistung abgezogen werden.
D. h. bei Alleinsetehenden 10% von 374 Euro.
Oder Du vereinbarst individuelle Raten, wenn Dir das zu wenig erscheint.

Wenn es aber eben nicht rechtens ist, würde ich persönlich nach dem Widerspruchsverfahren ins Klageverfahren gehen... Denn dass der Widerspruch abgewiesen wird, ist Formsache. Ich habe fast noch nie einen Widerspruch durchbekommen, die lassen es drauf ankommen.

Warum?
Weil die meisten Menschen sich mit dem abgelehnten Widerspruch zufrieden geben und es akzeptieren, Angst vor dem Klageweg haben. Exakt deswegen machen die das.

Wenn die 1000 x eine Rückforderung von 100 Euro haben, kostet es das Jobcenter 100.000 Euro, würden die sofort klein bei geben.

Also werden die 1.000 Widersprüche abgelehnt.
Davon klagen dann vielleicht 100 Leute und das Jobcenter wird zur Zahlung verdonnert, macht dann 100 x 100 Euro = 10.000 Euro.
Die anderen 90.000 Euro sind dann, zwar auf rechtswidriger Basis (das ist denen aber egal), eingespart.

Was natürlich dazu kommt, ist der Verwaltungsaufwand, Widersprüche schreiben, Klagen bearbeiten, Rechtsanwälte bezahlen, Gerichte bezahlen, Richter bezahlen und so weiter.
Das kostet vermutlich sogar mehr als die eingesparten 90.000 Euro.
Es beschäftigt aber die Leute und außerdem ist es eine andere Kostenstelle.

Es klingt absurd, aber exakt so "funktioniert" das System.

Der **** ist IMMER der Bürger.
 
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