Selbständig, ab wann selbst krankenversichern?

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pesser

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Hallo!
  • Ich bin seit mehreren Jahren ALG 2 Empfänger, nach langjähriger Gewerbetätigkeit
  • Ich habe zum Jahresanfang wieder mein altes Gewerbe angemeldet
  • Das Jobcenter hat mir für 2 Monate (das ist der Rest des laufenden Bewilligungszeitraums) die Leistungen ungekürzt bewilligt
So weit alles klar.
Das Geschäft läuft unerwartet schnell an. Wenn es so weiter geht, könnte ich schon im nächsten Monat über 400,- € einnehmen.

Wie ich das sehe, muß ich mich ab 400,- € (oder 400,01 ?) Einnahmen selbst krankenversichern, richtig?

Frage:
Wer bestimmt wann ich mich bei der Krankenversicherung anmelden muß?
Oder kann ich das erstmal so weiterlaufen lassen, auch wenn ich über 400,- Euro komme?
Dem Jobcenter soll ich meine Abrechnung monatlich jeweils spätestens 1 Monat nach Monatsende vorlegen.
Ändert das Jobcenter die Krankenversicherung, wenn man der Meinung ist, jetzt ist es soweit und gilt das ggf. rückwirkend?
Ich war bei der AOK, die Dame war sehr nett aber ahnungslos und hat mir mal alle Formulare mitgegeben (inkl. Antrag auf Beitragsentlastung). Sie hat gesagt, das Jobcenter würde mich automatisch abmelden.
 

Koelschejong

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So lange Du einen ALG II Anspruch hast, wirst Du über das JC versichert.
 

Speedport

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Hallo,



§8 SGB IV

Änderung ab 01.01.2013.
Wobei man Arbeitsentgelt nicht mit Umsatz verwechseln sollte.

Versuche erstmal eine KV für eine nebenberufliche Tätigkeit abzuschließen.

Das Kennzeichen für eine solche sind für die KV:

Unter EUR 360,00 ? monatliches Einkommen (also Gewinn).
Ein entsprechender BWA-Ausdruck wäre da hilfreich.

Unter 15 Stunden Wochenarbeitszeit

Keine Beschäftigung von Arbeitern oder Angestellten

Unter Umständen mußt Du diskutieren, aber sie müssen Dich dann als freiwillig versicherten Nebenberufler akzeptieren. Stur bleiben. Im Notfall RA mit entsprechender Fachrichtung konsultieren.

Das kostet dann pro Monat ca. EUR 130,00 und nicht über EUR 300,00.
 

pesser

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Unter Umständen mußt Du diskutieren, aber sie müssen Dich dann als freiwillig versicherten Nebenberufler akzeptieren. Stur bleiben. Im Notfall RA mit entsprechender Fachrichtung konsultieren.
Eigentlich hab' ich keinen Diskussionsbedarf.
Unterm Strich würde dasselbe rauskommen, wenn ich 230.-€ KV selber zahle und dann mit dem erhaltenen ALG verrechne.
Außerdem ist das Gewerbe hauptberuflich angemeldet und von mir auch so angesterbt.
[Nebenberuflich ist auch aus andern Gründen nachteilig bis unmöglich, Sichworte: Obligenheiten im Insolvenzvefahren, Gewerbeausübung trotz bestehender Gewerbeuntersagung]

Nochmal zum Verständnis:
Ich mach bzgl. KV erstmal garnix, gebe meine Einnahmen so hoch wie sie eben waren fristgerecht wie vom Jobcenter gewünscht dort an.
Dann muß ich nicht mit Nachteilen oder rückwirkenden Forderungen rechnen, weil Einkünfte bzw. Gewinne in der Vergangenheit über irgendwelchen Grenzen lagen?

P.S.
Ich bin übrigens hier unvermittelt in "Pilotprojekt" für Existenzgründer geraten und unterliege theortisch einer Intensivbetreuung durch Profis (SB und Leistungsabteilung).
Allerdings habe ich die entsprechenden Damen bisher nur aus der Ferne gesehen, weil deren wohlausgefeiltes Konzept vorsieht, daß man erst einen Geschäftsplan ausarbeiten soll. Das hab ich übersprungen und gleichmal angefangen. Ich war im Dezember auf deren Info-Veranstaltung und habe deswegen meine Gewerbeanmeldung um 1 Monat verschoben.
Informationsgehalt für mich persönlich: Null.
Am Ende der 2-stündigen Veranstaltung mußte ich tatsächlich folgende Frage stellen:
"Ich melde nächste Woche ein Gewerbe an. Was muß ich [bezüglich ALG2] jetzt konkret tun?"
Die Leute werden völlig eingenebelt um ihm dann zu zeigen, wo es lang geht.
 

franky0815

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Eigentlich hab' ich keinen Diskussionsbedarf.
Unterm Strich würde dasselbe rauskommen, wenn ich 230.-€ KV selber zahle und dann mit dem erhaltenen ALG verrechne.
die GKV zeig mir mal die einen hauptberuflich selbstständigen für 230€ versichert, die untere beitragsbemessungsgrenze liegt bei knapp 2000€ damit wäre dein beitrag irgendwo im bereich von 330€ - 370€ inkl. plegevers.
 
E

ExitUser

Gast
Da bei mir ebenfalls in 2-3 Monaten ein Wechsel ansteht, habe ich dazu auch schon mal Recherche gemacht und folgendes gefunden:

Krankenversicherung für Selbständige

Anscheinend kann es möglich sein, dass man weniger zahlt in der GKV.

"Bei den gesetzlichen Krankenkassen zahlen Selbständige entsprechend ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Dafür werden die monatlichen Umsätze herangezogen. Bei Gründern oder Unternehmern mit geringen Einkünften wird ein fiktives Mindesteinkommen von 1.916,25 Euro angesetzt. Wer allerdings ein noch geringeres Einkommen nachweisen kann, muss nur darauf Beiträge entrichten. Mindestens erheben die Krankenkassen jedoch den Beitragssatz von 15,5 Prozent auf 1.277,50 Euro. Damit ergeben sich in der folgende GKV- Beiträge - unabhängig vom Geschlecht, Alter und Gesundheitszustand:
Umsatz: 3.000 EUR - Beitrag: 465 EUR,
Umsatz: 2.500 EUR - Beitrag: 387,50 EUR,
Umsatz: 1.916,25 EUR - Beitrag: 297,09 EUR,
Umsatz: 1.277,50 EUR - Beitrag: 198,01 EUR."
 
S

silka

Gast
Eigentlich hab' ich keinen Diskussionsbedarf. Nochmal zum Verständnis:
Ich mach bzgl. KV erstmal garnix, gebe meine Einnahmen so hoch wie sie eben waren fristgerecht wie vom Jobcenter gewünscht dort an.
Wenn du Alg2-Leistungen ergänzend beziehst, brauchst du doch gar nichts bzgl. GKV unternehmen.
Das JC zahlt alle Beiträge. Pauschal.Fertig.
Einkommen nur dem JC melden.

Ich sehe deine Gedankengänge hinsichtlich selber mitteilen und Beitragshöhe ziemlich verwirrend.
Wozu interessiert dich das?
Erst, wenn du soviel erwirtschaftest, daß du aus dem Alg2-bezug rausfällst, mußt du dich selbst krankenversichern.:biggrin::biggrin::biggrin:
 

Beat

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[...]
Erst, wenn du soviel erwirtschaftest, daß du aus dem Alg2-bezug rausfällst, mußt du dich selbst krankenversichern.:biggrin::biggrin::biggrin:
Zwischenfrage:

Und wenn ich durch den Umstand mich selber krankenversichern zu dürfen in den Bedarf zurückfalle?

Logikschleife: Das JC zahlt die KV, ich wäre aber wiederum nicht bedürftig, JC zahlt nicht, Bedarf, usw. ...

Etwas simpel beschrieben. Ich frage mich dennoch wie mit dieser Situation umzugehen ist...
 

franky0815

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Umsatz: 1.916,25 EUR - Beitrag: 297,09 EUR,
Umsatz: 1.277,50 EUR - Beitrag: 198,01 EUR."
bei den beträgen fehlt aber noch die pflegevers. und wenn du auf nur 1277,5€ beiträge entrichten willst musst dich nackig machen, dass sind die hartzer ja gewohnt.
 
S

silka

Gast
Zwischenfrage:
Und wenn ich durch den Umstand mich selber krankenversichern zu dürfen in den Bedarf zurückfalle?
Logikschleife: Das JC zahlt die KV, ich wäre aber wiederum nicht bedürftig, JC zahlt nicht, Bedarf, usw. ...
Etwas simpel beschrieben. Ich frage mich dennoch wie mit dieser Situation umzugehen ist...
Es wird bei Erwerbseinkommen von Selbständigen die Berechnung ja meist auf 6 Monate verteilt.
Ja, ich gebe dir recht, daß es da durchaus ein Hüh-Hott geben könnte. Und alle halbe Jahre die Ab-bzw. Anmeldung bei der KV.

Ich weiß nicht, wie die JC das handhaben.
 
S

silka

Gast
bei den beträgen fehlt aber noch die pflegevers. und wenn du auf nur 1277,5€ beiträge entrichten willst musst dich nackig machen, dass sind die hartzer ja gewohnt.
Die Pflegeversicherung schlägt mit 1,95% auf alle Einnahmnen zu.

fragt sich immer noch, warum du unbedingt hauptberuflich selbständig sein mußt und dich trotz Alg2-Bezug mit den frw. KV-Beiträgen auseinandersetzt.
versteh ich nicht so richtig.
 

pesser

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die GKV zeig mir mal die einen hauptberuflich selbstständigen für 230€ versichert
Im Prinzip jede, die den "Antrag auf Beitragsentlastung für Selbständige" positiv bescheidet. Dann ist die Bemessungsgrenze irgendwas über 1300,- im Monat (inkl. Pflege).
Die AOK hätte bei mir keine Probleme damit, ich bin ledig. Mit Frau und 12 Kindern könnte das möglicherweise anders aussehen.
 

pesser

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Wozu interessiert dich das?
Erst, wenn du soviel erwirtschaftest, daß du aus dem Alg2-bezug rausfällst, mußt du dich selbst krankenversichern.:biggrin::biggrin::biggrin:
Ok, das ist genau der Punkt, wo ich auch andere Meinungen gehört habe.
 

Existenzminimum

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Wer ALG II bezieht ist pflichtversichert !! Punkt. Und erst wenn er aus dem ALG II raus fällt, würde eine freiwillige Versicherung in der GKV oder eine Versicherung in der PKV (ich rate ab) notwendig sein.

Diese "Hühhot Geschichte" könnte natürlich passieren. Wie das dann aussieht, wenn man eigentlich nach(v) EKS keinen ALG II Anspruch hat und durch die KV Beiträge wieder unter dem Einkommen liegt das dann zu ALG II wider berechtigt...keine Ahnung.

Möglichkeiten: das mit der Leistungsabteilung schriftlich abklären (wäre schon interessant zu wissern, was die schreiben).

FachanwaltIn für Sozialrecht fragen (ob der/die das wirklich weiß ist nicht sicher).

Auf Gewinnsummen warten, die definitiv auch bei Selbbstversicherung ausreichen ohne ins ALG II zu fallen.
 
E

ExitUser

Gast
Wenn das Geld nach dem Wegfall von ALG2 nicht reicht, kann man doch Wohngeld beantragen. Das fällt natürlich nicht so hoch aus, aber so als Lückenfüller sollte es doch genügen.

Außerdem darf man mal nicht vergessen, dass man sich außerhalb des ALG2-Bezugs auch von Dritten Geld besorgen kann, ohne dass man gleich als Sozialbetrüger dasteht und ohne dass man jemandem Rechenschaft darüber ablegen muss.
 
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