Seit einem Jahr krank,Reha,arbeitsunfähig entlassen mit LTA KK macht Druck

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japesade

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Hallo zusammen,

da ich mit meiner derzeitigen Situation immer mehr belastet bin, suche ich nun hier Rat, wie ich mich weiterhin verhalten soll.

Kurz zu mir ich bin bald 52 Jahre, seit 15.6.2018 krank geschrieben wegen Fibromyalgie, Burnout, Panikstörung, Chronische Polyarthritis und psychischer Probleme (Depressionen) Das Arbeitsverhältnis wurde mir zum 31.07.19 gekündigt.

Vom 27.06.19 bis 17.07.19 war ich in einer Reha die durch meine KK beantragt wurde.
Leider war die Klinik für mich total falsch da diese hauptsächlich für Patienten mit Problemen am Bewegungsapparat und Lungenproblemen war. Weder hatte die Klinik Ahnung von Fibromyalgie noch war sie auf Patienten mit Depressionen und Panikattacken eingestellt, was für mich einfach nötig gewesen wäre. Ich hatte große Mühe die Reha überhaupt durchzustehen und konnte viele Anwendungen nicht oder nur eingeschränkt mitmachen. Gleich am ersten Tag wurde mir vom Arzt nach einem 5 Minuten Gespräch mitgeteilt das ich arbeitsunfähig mit LTA entlassen werde. Ich habe ihm gesagt das ich keine Umschulung machen möchte auch beim 2. 5 Minuten Gespräch habe ich das betont auch das ich mich an der Klinik falsch behandelt fühle. Darauf wurde jedoch überhaupt nicht eingegangen. Also Entlassung arbeitsunfähig mit LTA. Der genaue Abschlussbericht liegt mir noch nicht vor.

Ich bin derzeit psychisch nicht in der Lage eine Umschulung zu machen, ich kann mich nicht länger auf eine Sache konzentrieren das ausfüllen mancher Anträge ist für mich eine Herausforderung und ich brauche oft Tage dafür. Durch meine Panikattacken kann ich mich nicht in einem geschlossenen Raum länger aufhalten und alleine die Vorstellung irgendwelche Tests zu machen bringt mich an den Rand meiner Belastung. Ich warte auf einen Termin für eine ambulante Psychotherapie( dies wurde auch von der Rehaklinik empfohlen) aber die Wartezeiten sind sehr lange. Ich bin durch meine Schmerzen in meinem täglichen Leben sehr stark eingeschränkt und kann oft ohne Hilfe weder meinen Haushalt noch meine Kinder versorgen und bin auf Hilfe angewiesen.

Zwei Bandscheibenvorfälle aus den vergangenen Jahren LWS und HWS wurden zur Beurteilung nicht berücksichtigt da keine Unterlagen dafür da waren. Meine Hauptanwendungen waren aber Wirbelsäulengymnastik, Rückenschule, Schultergymnastik, Ergometer und Arbeitsplatz bezogene MTT. Oft konnte ich die da geforderten Übungen überhaupt nicht mit machen da die Schmerzen zu groß waren bzw. mir die Kraft dafür fehlte. Atemgymnastik Bronchitiker wurde mir dann auch noch verschrieben allerdings habe ich keinerlei Probleme mit meiner Atmung noch habe ich es auf den Bronchen. Alle meine Einwände das die Anwendungen mir nicht auf meine derzeitigen vorrangigen Probleme helfen wurden gar nicht gehört.

Am Tag nach meine Entlassung war ich wieder bei meinem Arzt der mich auch weiterhin krank geschrieben hat. Am gleichen Tag bekam ich einen Anruf meiner KK mit der Aufforderung ihnen den Entlassungsbericht zuzuschicken. Dies habe ich abgelehnt daraufhin wurde die Dame recht unhöflich und meinte das der MDK diesen nun anfordern würde und ich dann wohl eine Einladung zur Begutachtung bekomme. Ich kam mir hier sehr unter Druck gesetzt vor.

Nun zu meinen Fragen:

Ist es sinnvoll der Rentenversicherung zu schreiben das die Rehaklinik für mich nicht die richtige war? (Beschwerde)

Ich soll innerhalb von 6 Monaten den Antrag zur LTA stellen was passiert wenn ich das nicht tue bzw. wenn ich den Antrag stelle die Umschulung aber nicht durchstehe?

Mir droht ja nun auch bald die Aussteuerung aus der KK was sollte ich beachten? So ganz klar ist mir das mit der Nahtlosigkeit noch nicht also Antrag auf ALG1 stellen ca.4 Wochen vor Aussteuerung? Krankmeldungen nicht dem Arbeitsamt abgeben sondern an wen?

Wenn ich nun vom MDK der Krankenkasse eine Einladung bekomme und die mich arbeitsfähig schreiben was dann?

Mein Hausarzt steht hinter mir und sieht mich nicht mehr leistungsfähig. Er meint ich sollte einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente stellen. Ich weis aber ehrlich gesagt nicht ob ich der Belastung durch die ganzen Anträge etc. gewachsen bin.

Die ganze Situation überfordert mich momentan total und ich hoffe hier ein paar Antworten zu bekommen.

Dafür bedankte ich mich schon einmal.

LG Japesade
 

japesade

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Weil mir dies vom Arzt in der Reha so gesagt wurde. Umschulung auf eine Bürotätigkeit da ich nicht mehr in meinen alten Beruf (Altenpflege ) zurück kann bzw. dazu nicht mehr in der Lage bin.

Wegen einer ambulanten Schmerztherapie bin ich dran.
 
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japesade

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Ich soll den Antrag innerhalb 6 Monaten stellen wobei ich davon ausgehe das die KK darauf drängen wird diesen zeitnah zu stellen bzw. die DRV.
 

Kerstin_K

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Einfach warten. Mündliches ist Schall und RAuch und irgendwelche KLinik-Sozialarbeiter haben gar nichts zu melden.
 
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Kerstin_K

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Dann meldest Du dich wieder hier und wir sehen weiter. UNd hör auf mit der KK zu telefonieren und verbiete denen dich anzurufen! Wenn die was von dir wollen, können sie einen Brief schreiben.
 
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Eine Bekannte von mir ist auch mit dieser Empfehlung aus der Reha entlassen worden, allerdings "schon" 56. Sie hat den LTA-Antrag gestellt und hatte keinen Monat später die Aufforderung auf dem Tisch, den Antrag auf EM-Rente auszufüllen, weil man ihren Antrag umdeuten würde.

Dass die Rehaklinik dich überhaupt AU entlassen hat, ist für dich total gut - viele Rehakliniken, gerade wenn sie total falsch für die Krankheiten sind, tun das nicht.

Spontan würde ich sagen, wäre ein neuer Reha-Antrag, diesmal explizit für eine psychosomatische/psychotherapeutische Reha in einer Klinik, die du dir selbst aussuchst, hilfreich.
Die Psyche wurde ja in der anderen Reha nicht behandelt, also dürfte eine neue Reha selbst nach so kurzer Zeit relativ leicht durchzusetzen sein.
Da du dir dann selbst eine passende und gute Klinik aussuchst, werden deine Einschränkungen da wesentlich besser dokumentiert und du so gut behandelt, dass du dir eine LTA (ne komplette Umschulung wird das in deinem Alter eher nicht, vielleicht ne Zusatzqualifizierung um dich beim MDK als Pflegegutachter unterzubringen oder sowas) zutraust und wünschst, oder es halt auf nen Rentenantrag hinausläuft.

Den kannst du natürlich auch jetzt schon stellen, aber da wird dir womöglich die unpassende Reha mit ihrem Urteil das Genick brechen.
Wie wirst du denn abseits des Hausarztes betreut? Gibt es Fachärzte und Therapeuten? Das wäre für einen Rentenantrag ganz gut, da der Meinung von Fachärzten mehr Gewicht beigemessen wird als der von Hausärzten.
Oder du beantragst die LTA Und es kommt anders, wie bei meiner Bekannten. ;)

Aber ich glaube, wenns für dich vorstellbar ist (so ne Reha ist ja auch ne ziemliche Belastung), wäre eine zweite Reha in einer passenden Klinik ein ganz sinnvoller Schritt.
 

japesade

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Fachärzte gibt es momentan meine Rheumatologin und den Orthopäden. Da die Rehaklinik und auch mein Hausarzt eine ambulante Psychotherapie empfehlen suche ich gerade den passenden. Außerdem hoffe ich einen Platz bei einer ambulanten Schmertherapie zu bekommen. Eine zweite Reha kommt für mich derzeit nicht in Frage hatte schon Mühe die erste durchzustehen. Ich habe auch noch zwei Kinder zu Hause 12. und 13.Jahre die durch die gesamte Situation eh schon belastet sind eine erneute Abwesenheit von mir geht momentan nicht.
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Jo, dann fällt das natürlich raus.

Was hältst du davon, dir parallel zum Therapeuten auch einen Psychiater zu suchen? Das wäre der passende Facharzt, Therapeuten werden gerne mal von offizieller Seite ignoriert, weil es ja "nur" Psychologen sind... (weswegen mein Psychiater bei irgendwelchen Anforderungen immer eiskalt von meinem Therapeuten abschreibt).

Hast du eine Schwerbehinderung?
Hast du schonmal über einen Pflegegrad nachgedacht?
Und google mal das Stichwort Elternassistenz, das könnte für dich auch interessant sein.
Das sind zwar andere Baustellen, die aber für einen eventuellen Rentenantrag durchaus hilfreich sein können - und dir akute Entlastung bringen können.
 

japesade

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Ok wusste nicht das da so ein gravierender Unterschied zwischen Psychologen und Psychiater besteht. Es steht das ich eine ambulante Psychotherapie machen soll also besser gleich einen Psychiater? Ich bin total überfordert grad mit dem allem der Papierkram stapelt sich hier und ich weis nicht wo ich anfangen soll.

Schwerbehindertenausweis habe ich nicht ab wann bekommt man den? Was müsste ich dazu einreichen?

Deine anderen Vorschläge werde ich mal nachlesen wobei das mit dem Pflegegrad eher schwierig sein wird bin ja laut Aussage der Klinik zwar derzeit arbeitsunfähig aber noch fit genug zur Umschulung. Dabei kann ich nicht mal mehr 10 Minuten am Stück bügeln vom Haushalt putzen mal abgesehen. Das geht nur mit Hilfe, langen Pausen und der Tag muss *Gut* sein.
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Ne ne, der Psychotherapeut ist für die Behandlung schon besser als ein Psychiater. ;)
Kurz gesagt ist der Psychotherapeut meistens Psychologe, der Psychiater eben Facharzt. In den meisten Fällen macht der Psychiater bei psychischen Erkrankungen nicht viel mehr als alle paar Monate zu dokumentieren, wie es dir so geht, Medikamente veordnen (wenn man will - wenn du arg dagegen bist, wäre das aber etwas, was du evtl überdenken könntest), und eben um Papierkram zu regeln.

Viele Stellen wie DRV, Versorgungsamt o.ä. schreiben einen Therapeuten nicht mal um Berichte zu bekommen, ein Therapeut kann dich nicht krankschreiben, seine Atteste "gelten" oft nicht so viel.

Daher macht es Sinn, auch einen (guten) Psychiater zu haben, selbst wenn man ihn nicht für Medikamente "benutzt". ;)

Den Schwerbehindertenausweis beantragst du beim lokalen Versorgungsamt. Je nach Bundesland heißen die anders, Landesamt für Soziales, Jugend und Familie, Landschaftsverband [Region] wären so zwei Beispiele, die mir spontan einfallen. Nicht besonders logisch. Google am besten nach "Schwerbehinderung [dein Wohnort]", dann solltest du din zuständige Stelle finden.

Im Internet gibt es auch sog. Anhaltspunkte, nach dem der Grad der Behinderung festgelegt wird. Beachten muss du dabei, dass einzelne Punkte nicht addiert werden, wenn sie ähnliche Einschränkungen mit sich bringen.
Wenn du z.B. für die Polyarthritis 40 bekommst, die Fibromyalgie 30 und die Bandscheiben 20, nimmt man die 40 als Basis, für die Fibromyalgie gibts nichts dazu, weil die ja nur die Schmerzen und Erschöpfung macht, die über die Polyarthritis schon abgedeckt sind, und für die Bandscheiben kommen nur 10 oben drauf, weil diese Schmerzen nur geringfügig anders sind als die anderen.
Die Psyche wäre da dann eine völlig andere Nummer und würde größtenteils addiert werden.
Es wird halt das Schlimmste was du hast als Basis genommen und die anderen Erkrankungen können den Wert dann noch erhöhen.
Daher ist es an Hand der Anhaltspunkte nicht so leicht, einen tatsächlichen Wert abzuschätzen, wenn man viele Erkrankungen hat.
Bei mir kommt der Grad der Behinderung nur von einer Erkrankung, da ist das einfacher. ;)
Aber ich denke mal, insgesamt solltest du auf einen GdB von 50 kommen können.

Für den Antrag kannst du alles beilegen, was dir hilfreich erscheint. Bewährt hat sich ein sogenannter "Jammerlappen", in dem du deine Einschränkungen beschreibst. Jede Diagnose kann ja sehr vielfältige Probleme mit sich bringen, so dass man die Schwere der Einschränkungen nur an der Diagnose schwer festmachen kann.
Wenn du dich für den Antrag entscheidest, Google am besten ein wenig herum, vielleicht nach "Schwerbehinderung [eine deiner Erkrankungen]", da müsstest du auf Erfahrungsberichte und Tipps stoßen.
Bei konkreten Fragen hilft auch dieses Forum hier sehr gut weiter, aber etwas Einlesen wird dir nicht erspart bleiben.

Für den Pflegegrad musst du den Reha-Bericht nicht vorlegen, wenn du meinst, dass er deinen tatsächlichen Zustand nicht gut genug abbildet.
Den Antrag stellst du formlos bei deiner Pflegekasse (das ist ein Teil der Krankenkasse), die schicken dann eine Pflegekraft zu einem Gutachten zu dir.
Gerade für die Psyche macht es Sinn, den ein oder anderen Bericht zu haben, da man das ja schlecht sehen kann und die Pflegekräfte davon auch wenig Ahnung haben, aber mit Schmerzen und Bewegungseinschränkungen ist das etwas leichter.

Online gibt es Pflegegradrechner, zum Beispiel auf pflege-durch-angehoerige.de, die auch jeweils die Kriterien für die einzelnen Punkte erklären.
Gerade für die Psyche ist es seit 2017 wesentlich einfacher, einen Pflegegrad zu bekommen, aber gerade da muss man sich auch ein wenig vorbereiten, weil die Pflegekräfte da eben oft wenig Ahnung haben.
Pflegegrad 1 solltest du in jedem Fall schaffen, damit hättest du 125€ im Monat als reine Sachleistung, für die du z.B. eine Haushaltshilfe engagieren kannst. Ab PG 2 gibt es Pflegegeld. Den könntest du vermutlich auch schaffen.
Ich hab das mit dem PG allein durchgezogen, es gibt aber unabhängige und üblicherweise kostenlose Pflegeberatungsstellen, die da ziemlich hilfreich sein sollen.

Die Elternassistenz könnte für dich auch sehr interessant sein, das ist eine Teilhabeleistung, die das Sozialamt für dich übernimmt (im Gegensatz zur weitaus bekannteren Erziehungshilfe, die übers Jugendamt für die Kinder läuft).
Darüber könntest du selbst jemanden anstellen oder einen Dienst in Anspruch nehmen, der dir in allem hilft, was mit dem Elternsein zu tun hat - Betreuung der Kinder während deiner Arzt- und Therapietermine, Betreuung während deines dringend notwendigen Mittagsschlafs; ) Haushaltshilfe, Bringen der Kinder zu Freizeitaktivitäten (oder euch zusammen), usw..
Da gibt es z.B. den Bundesverband chronisch kranker Eltern, der das unterstützt.
 
G

Gelöschtes Mitglied 66188

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Fachärzte gibt es momentan meine Rheumatologin und den Orthopäden.

So wie ich das lese, gab es beim Reha-Antrag auch nur die Befunde für die Fybromyalgie und Gelenkapparat.
Dass Du unter Burnout, Panikstörung und psychischer Probleme leidest ist anscheinend eine "nebenbefundliche" Feststellung deines HA, deren Ursachen in der Schmerzsymptomatik liegen und von daher bisher keine Berücksichtigung fanden. Du müsstest als erstes Mal selber urteilen und herausfinden, was Deine größte Belastung ist.
Da Du bisher seit 13 Monaten AU bist, aber bisher noch nicht bei einem Psychiater und/oder Psychotherapeuten warst, ist davon auszugehen, dass Deine Schmerzen im Vordergrund allein die Ursache deiner "sonstigen" Leiden sind. Dass Schmerzen auf die Psyche gehen, ist ja glasklar. Schmerzen weg, alles gut. So die Theorie.
Dass man dir eine Psychotherapie empfiehlt, ist von daher gesehen auch richtig. Selbst wenn Du in einer Reha-Klinik für Patienten mit psychosomatischen Leiden gewesen wärest, hätte man Dir auch nur versucht beizubringen, mit deinen Schmerzen umzugehen und mit denen zu Leben.

Gruppentherapie, alle liegen auf dem Boden und völlig entspannt: "Ich packe meine Schmerzen in einen Koffer und schicke diesen Koffer auf eine weite Reise". :sleep:
Dann stehst Du auf.... und schwuppssss.... Du bist topfit! :feiern:

Ich sehe die Problematik darin, dass Du eben bisher noch nicht in psychiatrischer Behandlung bist. Sprich: Akuttherapie Medikamente und dazu psychotherapeutische Behandlung. Zumindest hättest Du dann nachweislich Befunde über dein psychisches Leiden, die ja widerum ursächlich für die körperlichen Beschwerden sein können. Psychisches Leiden als ernstzunehmende Krankheit mit dessen Behandlung Du bisher zu lange gewartet hast.
 

japesade

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Ne ne, der Psychotherapeut ist für die Behandlung schon besser als ein Psychiater. ;)
Kurz gesagt ist der Psychotherapeut meistens Psychologe, der Psychiater eben Facharzt. In den meisten Fällen macht der Psychiater bei psychischen Erkrankungen nicht viel mehr als alle paar Monate zu dokumentieren, wie es dir so geht, Medikamente veordnen (wenn man will - wenn du arg dagegen bist, wäre das aber etwas, was du evtl überdenken könntest), und eben um Papierkram zu regeln.

Viele Stellen wie DRV, Versorgungsamt o.ä. schreiben einen Therapeuten nicht mal um Berichte zu bekommen, ein Therapeut kann dich nicht krankschreiben, seine Atteste "gelten" oft nicht so viel.

Daher macht es Sinn, auch einen (guten) Psychiater zu haben, selbst wenn man ihn nicht für Medikamente "benutzt". ;)

Den Schwerbehindertenausweis beantragst du beim lokalen Versorgungsamt. Je nach Bundesland heißen die anders, Landesamt für Soziales, Jugend und Familie, Landschaftsverband [Region] wären so zwei Beispiele, die mir spontan einfallen. Nicht besonders logisch. Google am besten nach "Schwerbehinderung [dein Wohnort]", dann solltest du din zuständige Stelle finden.

Im Internet gibt es auch sog. Anhaltspunkte, nach dem der Grad der Behinderung festgelegt wird. Beachten muss du dabei, dass einzelne Punkte nicht addiert werden, wenn sie ähnliche Einschränkungen mit sich bringen.
Wenn du z.B. für die Polyarthritis 40 bekommst, die Fibromyalgie 30 und die Bandscheiben 20, nimmt man die 40 als Basis, für die Fibromyalgie gibts nichts dazu, weil die ja nur die Schmerzen und Erschöpfung macht, die über die Polyarthritis schon abgedeckt sind, und für die Bandscheiben kommen nur 10 oben drauf, weil diese Schmerzen nur geringfügig anders sind als die anderen.
Die Psyche wäre da dann eine völlig andere Nummer und würde größtenteils addiert werden.
Es wird halt das Schlimmste was du hast als Basis genommen und die anderen Erkrankungen können den Wert dann noch erhöhen.
Daher ist es an Hand der Anhaltspunkte nicht so leicht, einen tatsächlichen Wert abzuschätzen, wenn man viele Erkrankungen hat.
Bei mir kommt der Grad der Behinderung nur von einer Erkrankung, da ist das einfacher. ;)
Aber ich denke mal, insgesamt solltest du auf einen GdB von 50 kommen können.

Für den Antrag kannst du alles beilegen, was dir hilfreich erscheint. Bewährt hat sich ein sogenannter "Jammerlappen", in dem du deine Einschränkungen beschreibst. Jede Diagnose kann ja sehr vielfältige Probleme mit sich bringen, so dass man die Schwere der Einschränkungen nur an der Diagnose schwer festmachen kann.
Wenn du dich für den Antrag entscheidest, Google am besten ein wenig herum, vielleicht nach "Schwerbehinderung [eine deiner Erkrankungen]", da müsstest du auf Erfahrungsberichte und Tipps stoßen.
Bei konkreten Fragen hilft auch dieses Forum hier sehr gut weiter, aber etwas Einlesen wird dir nicht erspart bleiben.

Für den Pflegegrad musst du den Reha-Bericht nicht vorlegen, wenn du meinst, dass er deinen tatsächlichen Zustand nicht gut genug abbildet.
Den Antrag stellst du formlos bei deiner Pflegekasse (das ist ein Teil der Krankenkasse), die schicken dann eine Pflegekraft zu einem Gutachten zu dir.
Gerade für die Psyche macht es Sinn, den ein oder anderen Bericht zu haben, da man das ja schlecht sehen kann und die Pflegekräfte davon auch wenig Ahnung haben, aber mit Schmerzen und Bewegungseinschränkungen ist das etwas leichter.

Online gibt es Pflegegradrechner, zum Beispiel auf pflege-durch-angehoerige.de, die auch jeweils die Kriterien für die einzelnen Punkte erklären.
Gerade für die Psyche ist es seit 2017 wesentlich einfacher, einen Pflegegrad zu bekommen, aber gerade da muss man sich auch ein wenig vorbereiten, weil die Pflegekräfte da eben oft wenig Ahnung haben.
Pflegegrad 1 solltest du in jedem Fall schaffen, damit hättest du 125€ im Monat als reine Sachleistung, für die du z.B. eine Haushaltshilfe engagieren kannst. Ab PG 2 gibt es Pflegegeld. Den könntest du vermutlich auch schaffen.
Ich hab das mit dem PG allein durchgezogen, es gibt aber unabhängige und üblicherweise kostenlose Pflegeberatungsstellen, die da ziemlich hilfreich sein sollen.

Die Elternassistenz könnte für dich auch sehr interessant sein, das ist eine Teilhabeleistung, die das Sozialamt für dich übernimmt (im Gegensatz zur weitaus bekannteren Erziehungshilfe, die übers Jugendamt für die Kinder läuft).
Darüber könntest du selbst jemanden anstellen oder einen Dienst in Anspruch nehmen, der dir in allem hilft, was mit dem Elternsein zu tun hat - Betreuung der Kinder während deiner Arzt- und Therapietermine, Betreuung während deines dringend notwendigen Mittagsschlafs; ) Haushaltshilfe, Bringen der Kinder zu Freizeitaktivitäten (oder euch zusammen), usw..
Da gibt es z.B. den Bundesverband chronisch kranker Eltern, der das unterstützt.


Danke für deinen ausführlichen Bericht. Ich werde mich jetzt erstmal in alles einlesen und dann versuchen die verschieden Wege zu gehen.Deine Ausführungen waren sehr hilfreich herzlichen Dank!
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
@ELOO, du betreibst da aber eine gewagte Ferndiagnostik.

Dass Du unter Burnout, Panikstörung und psychischer Probleme leidest ist anscheinend eine "nebenbefundliche" Feststellung deines HA, deren Ursachen in der Schmerzsymptomatik liegen und von daher bisher keine Berücksichtigung fanden.

In Bezug auf den Reha-Antrag wurde das wohl so dokumentiert.
Ansonsten kann man auch Schmerzen und "Psyche" haben, ohne dass die Schmerzen die Ursache für die Psyche sind. Im Gegenteil, grad Fibro vergesellschaftet sich gerne mit psychischen Erkrankungen und viele Ärzte gehen eher davon aus, dass die Kausalität andersrum ist und die Psyche ein Auslöser für Fibromyalgie ist.

Da Du bisher seit 13 Monaten AU bist, aber bisher noch nicht bei einem Psychiater und/oder Psychotherapeuten warst, ist davon auszugehen, dass Deine Schmerzen im Vordergrund allein die Ursache deiner "sonstigen" Leiden sind.

Vielleicht lag das auch nur daran, dass @japesade bis gestern nicht mal wusste, dass es sinnvoll sein könnte, einen Psychiater aufzusuchen.
Manche Hausärzte erkennen nicht, wann eine psychotherapeutische und psychiatrische Mitbehandlung nötig ist. Erst recht nicht wenn es andere Krankheiten gibt, um die sie sich kümmern können.


Selbst wenn Du in einer Reha-Klinik für Patienten mit psychosomatischen Leiden gewesen wärest, hätte man Dir auch nur versucht beizubringen, mit deinen Schmerzen umzugehen und mit denen zu Leben.

Burnout und Angst sind andre Dinge als Schmerzen. Die kann man auch behandeln, wenn jemand Schmerzen hat. Blödsinn.


Psychisches Leiden als ernstzunehmende Krankheit mit dessen Behandlung Du bisher zu lange gewartet hast.

Der erste Satz, dem ich zustimmen kann - aber ohne es als Vorwurf zu meinen. Es ist leider ziemlich normal, dass es hier länger bis zu einer Behandlung dauert als bei körperlichen Beschwerden.


Ich werde mich jetzt erstmal in alles einlesen und dann versuchen die verschieden Wege zu gehen.

Ist ne Menge "Stoff". ;) Viel Erfolg, und wenn du konkrete Fragen hast, nur her damit!
 

japesade

Elo-User*in
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So wie ich das lese, gab es beim Reha-Antrag auch nur die Befunde für die Fybromyalgie und Gelenkapparat.
Dass Du unter Burnout, Panikstörung und psychischer Probleme leidest ist anscheinend eine "nebenbefundliche" Feststellung deines HA, deren Ursachen in der Schmerzsymptomatik liegen und von daher bisher keine Berücksichtigung fanden. Du müsstest als erstes Mal selber urteilen und herausfinden, was Deine größte Belastung ist.
Da Du bisher seit 13 Monaten AU bist, aber bisher noch nicht bei einem Psychiater und/oder Psychotherapeuten warst, ist davon auszugehen, dass Deine Schmerzen im Vordergrund allein die Ursache deiner "sonstigen" Leiden sind. Dass Schmerzen auf die Psyche gehen, ist ja glasklar. Schmerzen weg, alles gut. So die Theorie.
Dass man dir eine Psychotherapie empfiehlt, ist von daher gesehen auch richtig. Selbst wenn Du in einer Reha-Klinik für Patienten mit psychosomatischen Leiden gewesen wärest, hätte man Dir auch nur versucht beizubringen, mit deinen Schmerzen umzugehen und mit denen zu Leben.

Gruppentherapie, alle liegen auf dem Boden und völlig entspannt: "Ich packe meine Schmerzen in einen Koffer und schicke diesen Koffer auf eine weite Reise". :sleep:
Dann stehst Du auf.... und schwuppssss.... Du bist topfit! :feiern:

Ich sehe die Problematik darin, dass Du eben bisher noch nicht in psychiatrischer Behandlung bist. Sprich: Akuttherapie Medikamente und dazu psychotherapeutische Behandlung. Zumindest hättest Du dann nachweislich Befunde über dein psychisches Leiden, die ja widerum ursächlich für die körperlichen Beschwerden sein können. Psychisches Leiden als ernstzunehmende Krankheit mit dessen Behandlung Du bisher zu lange gewartet hast.

Meine größte Belastung sind meine Schmerzen und die Depressionen die sicherlich daher kommen ich aber eben nicht mehr alleine da raus komme. Deshalb will ich mich ja jetzt wegen der Depressionen in Behandlung begeben mein Hausarzt hat mir bis jetzt Mirtazapin verschrieben und will jetzt aktuell das ich dies erhöhe wobei ich den Medikamenten eher skeptisch gegenüber stehe. Will mich nicht auch noch in eine Abhängigkeit begeben.

In der Reha Klinik waren sie ja auch der Meinung das mit Bewegung und Sport die Schmerzen verschwinden dem ist aber eben nicht so. Verstehen tut das aber keiner.I
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Will mich nicht auch noch in eine Abhängig

Mit "normalen" Antidepressiva entsteht keine Abhängigkeit.
Viele von denen mindern sogar die Schmerzempfindung, könnte bei dir also doppelt gut sein.
Mirtazapin nimmt man abends und es hilft beim Einschlafen. Dafür macht es manche Menschen halt auch insgesamt ziemlich müde.
Es gibt noch andre Medikamente, die eher den Antrieb steigernd wirken, die man morgens nimmt.
Das könntest du schonmal im Hinterkopf behalten, falls das eher eine Wirkung ist, die dir helfen könnte.
Allein die Fibro bringt ja manchmal auch ne ziemlich Erschöpfung mit sich, da ist die Wirkung vom Mirtazapin vielleicht nicht optimal (oder vielleicht ja doch, wenn du die Hilfe beim Einschlafen brauchst...).
Wäre vermutlich besser, sich Änderungen bei den Medikamenten für den Psychiater aufzuheben, sofern du da zeitnah einen findest. Die haben da mehr und umfangreichere Ahnung als ein Hausarzt.


In der Reha Klinik waren sie ja auch der Meinung das mit Bewegung und Sport die Schmerzen verschwinden dem ist aber eben nicht so. Verstehen tut das aber keiner.

Doch. Das versteht sogar jeder, der in Sachen Fibromyalgie halbwegs Ahnung hat.
Betroffene berichten da schon lange, dass zu viel Sport und Bewegung die Symptome verschlechtern, entgegen dem, was Ärzte lange Zeit behauptet haben.
Inzwischen ist das auch durch tragfähige Studien "bewiesen".
Dass die Reha-Klinik von Fibro keine Ahnung hatte, hast du ja schon geschrieben.
Zieh dir den Schuh also bitte nicht an!
(Die langsame Gewöhnung an z.B. ein leichtes Stretching- oder Yoga-Programm soll übrigens durchaus hilfreich sein, aber eben ganz langsam und ohne Überanstrengung... ;) )
 
G

Gelöschtes Mitglied 66188

Gast
@Caye Du hast meinen Text falsch verstanden. Ich kann absolut, aber zu 100%, das Dilemma von japesade verstehen. İch habe lediglich nochmal zusammengefasst warum die Reha so verlaufen ist, wie sie ist. Es gibt keinen Befund eines Facharztes für das psychische Leiden. Ich habe die übelsten Schmerzen gehabt und keinen Arzt gefunden, der die Schmerzen ernst genommen hat. Irgendwann hat das Gehirn nicht mehr mitgemacht, sodass ich echt nicht mehr wusste, was mit mir geschieht. In meiner Not stand ich irgendwann vor der Tür der Psychiatrischen Ambulanz und hab um Hilfe gebeten. Also ich weiss schon wie es ist wenn man kurz vor der Resignation steht.
Was die Rehaklinik angeht, meine Erfahrung war: Augen zu, den Schmerz in den Koffer packen, auf eine Reise schicken. Schmerz ist weg, Patient ist gesund! Körper gut, Kopf gut! Psyche und Soma geheilt. Patient wird arbeitsfähig entlassen. Diese Mischkliniken mit einem Hobbypsychologen sind vielleicht zum Abschalten oder als Urlaubsersatz ok, aber für Patienten mit Depressionen und Angststörungen nicht ausreichend.
 
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