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Schwerstpflegebedürftige Mutter nur mit Erlaubnis besuchen?

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Intimidated_1

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#1
Mir ist eben ein schrecklicher Gedanke durch den Kopf gegangen und zwar hat es damit zu tun, das Arbeitslose zukünftig ihren Wohnort nur noch mit Erlaubnis verlassen dürfen.

Meine Mutter wohnt 100km entfernt. Nach einem Schlaganfall in 2001 ist sie zu fast 100% pflegebedürftig und ich bin auch nur aus dem Grund nach 25 Jahren wohnhaft in England, wieder nach Deutschland zurückgekehrt. In aller Wahrscheinlichkeit wäre sie ansonsten längst in einem Heim gewesen, da ihr Lebensgefährte völlig überlastet mit der Situation ist. Allein dadurch das er alle paar Stunden in der Nacht aufstehen muß um sie umzulagern, ist er tagsüber völlig erschöpft. Es ist auch fast ein Vollzeitjob für ihn, ihr täglich 2 Liter Flüssigkeit einzuflößen, da sie nicht einmal den Becher alleine halten kann. Er bekommt eigentlich nur eine Pause, wenn jemand da ist der sich um Mutter kümmert. Nur eine meiner Geschwister ist vor Ort, aber die arbeitet von 8 bis 17 Uhr.

Bis zu meinem Umzug im März dieses Jahres habe ich mich 6 Tage die Woche an ihrer Pflege beteilligt, habe sie gefüttert, mit Einkäufen und putzen geholfen und Behördengänge etc. erledigt. Sie kann nicht allein gelassen werden, denn sie ist durch ihre Lähmung ans Bett gebunden und kann seit dem Schlaganfall auch nicht mehr sprechen - somit nützen ihr auch weder das Telefon noch die Notklingel an der Wand was.

Zwar ist es allen schon zuvor klar gewesen das ich nach meinem Umzug nicht mehr täglich dort erscheinen kann, ich hatte aber gehofft wenigstens 1 x die Woche zu ihr zu fahren, eventuell auch 2 x wenn ich das Benzingeld dafür von ihrem Lebensgefährten erstattet bekomme.

Nun ist mir aber gerade der schreckliche Gedanke gekommen, das ich es ja garnicht mehr 'darf', weil wir ja alle künfitg an unseren Wohnort 'gefesselt' werden... :shock: :(

Was nun ??? :uebel:
Weiß jemand Rat?
 

alpha

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#2
Mal mit ARGE drüber reden, sollten die nicht vernüftig sein, Widerspruch. Diese Meldepflicht ist eh Schwachsinn, soll man sich für jede Fahrt zu potentiellen Arbeitgebern bei denen abmelden, das konterkariert m.M.n. der Pflicht um EIgenbemühungen und Arbeitssuche....typische "mit heißer Nadel" gestrickte Vorschriften.
 

Arania

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#3
niemand wird an seine Wohnung gefesselt, ausserdem verstehe ich nicht warum hier immer wieder neue Horrorszenarien ausgemalt werden, was kommen könnte? Wenn die ARGE einen Besuch verbieten sollte-was sie sicher nicht tun wird- dann dagegen klagen.

100 km Entfernung sind ausserdem problemlos an einem Tag zu bewältigen, auch gilt weiter die Erreichbarkeit, etc. etc
 

heuschrecke

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#4
Arania sagte :
100 km Entfernung sind ausserdem problemlos an einem Tag zu bewältigen, auch gilt weiter die Erreichbarkeit, etc. etc
100 km an einem Tag hin und zurück und nebenbei noch für die schwerstpflegebedürftige Mutter da sein und ihr helfen und was im Haushalt erledigen und vielleicht ein paar Gänge?? Na dann viel Spass. Hoffen wir, dass Du ein Auto dafür hast.

Arania sagte :
niemand wird an seine Wohnung gefesselt, ausserdem verstehe ich nicht warum hier immer wieder neue Horrorszenarien ausgemalt werden, was kommen könnte? Wenn die ARGE einen Besuch verbieten sollte-was sie sicher nicht tun wird- dann dagegen klagen.
Nein nicht an die Wohnung, nur an die Stadtgrenzen.
Was ab August kommt ist keine Spekulation, sondern steht schon fest.
Sicher kann man in diesem Einzelfall dagegen klagen und wird wahrscheinlich sogar obsiegen. Aber nicht jeder hat die Kraft und Ausdauer (und einen fähigen Anwalt, der auf Beratungskostenhilfe/Prozesskostenhilfe arbeitet) um erfolgreich zu prozessieren.

Ausserdem ist vor jedem einzelnen Besuch ein Antrag zu stellen, dessen Bescheidung abgewartet werrden muss. Und das kann meiner Erfahrung locker 2-4 Wochen dauern.

Das IST bereits ein Horrorszenario, da braucht man sich keins auszudenken. Eventuell wird man in Einzelfällen wie hier eine Pauschalregelung gerichtlich durchsetzen können, wo zeitnahe telefonische Absprache ermöglicht wird. Aber für die Allgemeinheit bleibt dieser Weg verschlossen.
 
E

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#5
Einem Sachbearbeiter einer Arge traue ich zu, dass er in so einem Fall sogar noch indirekt Sterbehilfe verlangt,damit man den ganzen Tag auch tatsächlich abkömmlich ist.
 

Arco

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#6
muensterland1 sagte :
Einem Sachbearbeiter einer Arge traue ich zu, dass er in so einem Fall sogar noch indirekt Sterbehilfe verlangt,damit man den ganzen Tag auch tatsächlich abkömmlich ist.
:shock: :shock:
 
E

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#7
Da kannst Du ruhig geschockt sein.Sachbearbeiter,welche Menschen versklaven,diskriminieren,etc.,gehen auch über Leichen!
 
E

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#8
Das mit der indirekten Sterbehilfe und der seltsamen Einstellung von sogenannten Fallmanagern kann ich bestätigen.

Als es um die KdU ging und man mir letztendlich doch die Miete voll zahlen mußte, kam als Kommentar: Na ja, ihre Mutter wird ja wohl eh nicht mehr lange Leben und dann müssen Sie hier trotzdem raus.

Die kleinen Freuden von Sozialpädagogen?
 

Arania

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#9
Da kannst Du ruhig geschockt sein.Sachbearbeiter,welche Menschen versklaven,diskriminieren,etc.,gehen auch über Leichen!

Ja sicher und alle Arbeitslosen sind doof und faul, es leben die Pauschalverurteilungen
 

alpha

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#10
Arania sagte :
Da kannst Du ruhig geschockt sein.Sachbearbeiter,welche Menschen versklaven,diskriminieren,etc.,gehen auch über Leichen!

Ja sicher und alle Arbeitslosen sind doof und faul, es leben die Pauschalverurteilungen
Ja, besser würde klingen: Einige (hoffentlich) wenige Sachbearbeiter.
 

Nov

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#11
@ heuschrecke
so ganz richtig ist es nicht mit der Stadtgrenze! Da es ja " Stadte / Ort " gubt die ziemlich abgelegen sind ( in so einem Dorf wohn ich auch " habe ich mich einmal schlau gemacht! Laut RA sollte es so sein das Du ohne großen Aufwand Dein Briefkasten erreichen kannst! Im großen und ganzen reicht es auch, wenn Du im Verkehrsnetz deines Ortes bleibst :twisted: Ist bei uns trotz Bundesland SH die HVV also Ortsnähe ist der gesammte Berreich den der ÖPV abdeckt das wäre in diesem Falle Teil Schleswig Holstein - Hamburg - Teil Niedersachsen! Alles andere bedürfte einer genehmigung sollte die ARGE bzw. FM/SB eine andere Meinung haben muss er dieses Begründen da dieses einem Hausarrest gleich käme und nur richterlich angeordnet werden kann!

P.S.: Außerdem reicht es auch aus wenn Du an Deinem Ort wo Du denn verweilst telefonisch erreichbar bist also Handy mit aufgeschalteter 0900 Nummer reicht :lol: denn kann eh keiner sagen wo Du bist
 

Nov

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#13
@ Arco

Mit der Telefonischen erreichbarkeit bezog sich auf das die Fahrt genehmigt wurde!
 

Arco

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#14
... es ist doch vollkommen wurscht mit dem Telefon - oder findet einer im neuen Gesetzestext das man nicht nur postalisch sondern auch telefonisch jederzeit erreichbar zu sein ?????

Also - doch bitte nicht die Völkerschaften verrückt machen ! ! :pfeiff: :pfeiff:
 

Intimidated_1

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#15
Arania sagte :
niemand wird an seine Wohnung gefesselt, ausserdem verstehe ich nicht warum hier immer wieder neue Horrorszenarien ausgemalt werden, was kommen könnte? Wenn die ARGE einen Besuch verbieten sollte-was sie sicher nicht tun wird- dann dagegen klagen.

100 km Entfernung sind ausserdem problemlos an einem Tag zu bewältigen, auch gilt weiter die Erreichbarkeit, etc. etc
:dampf: Nachdem ich gestern diese Aussage gelesen hatte, habe ich meinen PC runtergefahren, da ich sonst etwas geschrieben hätte, was alles andere als nett gewesen wäre... :|

Da ich seit Antragstellung im März von einem Horroszenario ins nächste gewandert bin, und von oben bis unten schikaniert wurde/werde, war meine Frage aus Angst vor der nächsten Schikane, die mit Sicherheit auf mich zukommen wird, gestellt und nicht einfach nur ein "ausgemaltes Horroszenario". Für Dich vielleicht völlig unwichtig, ariana, :dampf: für mich allerdings nicht! :uebel:


Allen anderen, die meine Frage nicht ins lächerliche gezogen haben Danke ich für die Antworten.
 

Arania

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#16
Ich habe Deine Frage nicht ins Lächerliche gezogen sondern wie einige andere hier auch darauf hingewiesen was nun wirklich im Gesetz steht und das haben die anderen ja nun auch getan, und es wird leider wirklich übertrieben mit den Dingen die da nun kommen könnten.
 

Nov

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#17
Über Übertreibung werden wir sprechen können bzw. schreiben wenn die FM´s und SB´s dieses Werkzeug in den Händen haben und diese dann merken was für eine Macht Sie damit ausführen können! Ich sage nicht es ist bei allen so aber das Macht Ambitionen freisetzt ist allgemein bekannt und da es noch rechtmäßig ist gibt ein enorm sicheres Gefuhl auf seiten solcher Menschen. Wollen wir alle hoffen das diese Gesetze niemals so angewendet werden, wie jemand der an der richtigen Stelle sitzt sie einsetzen wird!
 

Ichweißnix

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#18
Hi Arania,

jetzt muss ich doch meine lange bestehende Frage mal stellen.
Unter Deinen Texten steht immer folgende Bemerkung: "Martin Niemöllers Zitat aus dem Jahre 1937 ist so aktuell wie nie".
Kannst Du mal schreiben, worum es sich dabei handelt, also dieses Zitat usw. - so lang sind Zitate für gewöhnlich ja nicht? Ich stolpere bei jedem Eintrag von Dir darüber, stelle aber fest, dass ich gar nicht erfahre, worum es dabei geht.

Danke Dir. :stern:
 

Müllemann

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#19
im Gesetz steht auch "Fördern + Fordern", bisher wurde doch bis auf ganz wenige Ausnahmen - nur gefordert - oder wie ansonsten ist es zu erklären, dass BA/ARGE im vergangenen Jahr nur einen Teil an Förderungsgelder abgerufen haben?

warum die Augen davor verschließen, dass das "Fortentwicklungsgesetz" (blöde Bezeichnung) für Vermittler und Fallmanager noch größere Machtbefugnisse bedeutet?

Mit dem "Fortentwicklungsgesetz" hat d. Hilfebedürftige noch weniger Schutz gegen unqualifizierte, überforderte oder gar böswillige Fallmanager.

Möchte eigentlich kein Öl ins Feuer gießen, tue es aber doch.
einige mögen sich daran erinnern, dass weiteres geplant ist, d.h. § 50 (Datenübermittlung) + § 51 (Erhebung, Verarbeitung und Nutzung von Sozialdaten durch nichtöffentliche Stellen)

Die Vorstellung, dass da Detektive den gesamten Datenbestand (mit Gesundheitsdaten, Charaktereigenschaften, übermittelt bekommen, um dann zu prüfen, ob der Betroffene Leistungen zu Recht erhält, wird mir ganz mulmig. Nicht wegen d. Gesundheitsdaten, sondern wegen dem Missbrauch dieser Daten!!!!

Pauschalierungen sind nicht angebracht, ebenso wenig aber auch Verniedlichungen
 

Arania

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#20
Ichweißnix dieses Zitat ist hier sogar schon öffentlich gepostet worden, sogar mehrmals, ich weiß jetzt allerdings nicht mehr in welchem Thread, es handelt sich um das Zitat das beschreibt das man zusieht wie alle abgeholt werden weil man selber nicht betroffen ist, bis man auch abgeholt wird uns es niemanden mehr gibt der einschreiten kann, weisst Du nun welches? ;)
 
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