Schwere Depression: Leistungsfähig laut Ärztlichem Dienst. Arbeitsunfähig laut Facharzt. Wie soll ich mich jetzt bei Angeboten vom Jobcenter verhalten?

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MichaelBelek

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Hallo,
es geht um die gesicherte Diagnose: "schwere Depression". Die Unterscheidung zwischen Leistungs(un)fähigkeit- und Arbeits(un)fähigkeit ist mir bekannt.
Festzustellen ist, dass mir Leistungsfähigkeit vom Ärztlichem Dienst des Jobcenters bescheinigt worden ist. Der Facharzt bescheinigt mir weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit (AU-Bescheinigung).
Welche Vorschläge könnt ihr mir geben, wenn Zuweisungen in Maßnahmen oder Zeitarbeitsfirmen, etc. folgen? Inwieweit zählt die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, in Form einer Folgebescheinigung, bei Zuweisungen oder Arbeitsantritt?
Über weiterführende Informationen würde ich mich sehr freuen. LG Micha
 
E

ExUser 2606

Gast
wenn der äD de JCs dich für Leistungsunfähig hält, darf es eigentlich keie VVs oder MAssnahmen geben. Liegt Dir das Gutachten des äD vor? daran hat diech SB zu halten.
 

HermineL

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wenn der äD de JCs dich für Leistungsunfähig hält, darf es eigentlich keie VVs oder MAssnahmen geben.
Wahrscheinlich überlesen (hervorgehoben von mir)
Festzustellen ist, dass mir Leistungsfähigkeit vom Ärztlichem Dienst des Jobcenters bescheinigt worden ist.
Letztlich ist die Einschätzung des ÄD für dich unschädlich solange du vom Facharzt arbeitsunfähig geschrieben bist was bei einer gesicherten Diagnose der schweren Depression eigentlich immer der Fall ist. Maßnahmen oder sonstiges gibt es auch nicht solange die AU vorliegt.

Zwei Dinge kann das JC hier noch tun, das eine ist es die AU anzuzweifeln und den MDK mit der Überprüfung selbiger zu beauftragen oder dich zur Beantragung einer Reha bei der DRV aufzufordern. Wenn das JC dich zu einem von beiden oder zu allem beiden auffordert musst du dem auf Grund der Mitwirkungspflicht nachkommen wenn du keine Leistungseinstellung riskieren willst.
 

MichaelBelek

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Zwei Dinge kann das JC hier noch tun, das eine ist es die AU anzuzweifeln und den MDK mit der Überprüfung selbiger zu beauftragen oder dich zur Beantragung einer Reha bei der DRV aufzufordern. Wenn das JC dich zu einem von beiden auffordert musst du dem auf Grund der Mitwirkungspflicht nachkommen wenn du keine Leistungseinstellung riskiren willst.

Vielen Dank für Deine Informationen. Noch eine Frage, zum besseren Verständnis. Ich bin davon ausgegangen, dass Grundlage für die ärztliche Untersuchung beim ärztlichen Dienst, das interne anzweifeln der AU gewesen ist. Womöglich habe ich mich, hinsichtlich meiner Begrifflichkeit "ärztlicher Dienst beim Jobcenter" falsch ausgedrückt. Hier handelte es sich um ein externes Sozialmedizinisches Institut, das im Auftrag des Jobcenter ein Gutachten über mich erstellte. Wäre das Institut vergleichbar mit dem MDK? Würde ein Anzweifeln der AU mir mitgeteilt?

Danke und VG Micha
 

HermineL

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Gast hat da vollkommen Recht. Das JC kann nur die Leistungsfähigkeit für die nächsten 6 Monate feststellen. Das hat aber weder für deine Ärzte noch für dich eine direkte Relevanz solange du weiter AU bist.

Gast fragt ja auch nach dem Gutachten. Aus gutem Grund den daraus kann man Informationen ziehen was da genau bewertet wurde, was an Daten vorlag und ob das so überhaupt stimmt. Das Gutachten sollte aus Teil A und B bestehen. Teil B ist für das Jobcenter und ohne Diagnosen. Dir stehen gegen Vorlage des Ausweises beide Teile zu.
 

Muzel

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Leistungsunfähigkeit und AU sind 2 juristische Begriffe, die leicht durcheinandergewürfelt werden aber doch etwas anderes aussagen. AU bedeute, die Einschränkung derTätigkeit im aktuell ausgeübten konkreten Beruf. Leistungsfähigkeit bedeutet, die ganz allgemeine Einsatzfähigkeit auf den allgemeinen Arbeitsmarkt.
 
G

Gelöschtes Mitglied 66109

Gast
Festzustellen ist, dass mir Leistungsfähigkeit vom Ärztlichem Dienst des Jobcenters bescheinigt worden ist.

Hat der ÄD Dienst auch eine zeitliche Angabe zu deiner Leistungsfähigkeit angegeben? Also z.B. bis 3 Stunden, 3 bis 6 Stunden, Vollzeit.
Gibt es evtl auch sachliche Einschränkungen? Also z.B. keine Schicht, keine Kundenkontakte, keine Anforderungen an Konzentrationsfähigkeit etc.

Nur Leistungsfähigkeit zu nennen, find ich ein bisserl dünn vom ÄD.
 

HermineL

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Leistungsunfähigkeit und AU sind 2 juristische Begriffe, die leicht durcheinandergewürfelt werden aber doch etwas anderes aussagen. AU bedeute, die Einschränkung derTätigkeit im aktuell ausgeübten konkreten Beruf. Leistungsfähigkeit bedeutet, die ganz allgemeine Einsatzfähigkeit auf den allgemeinen Arbeitsmarkt.
Wenn du das schon unbedingt klarstellen willst solltest du das dann aber auch richtig und vollständig machen.

Arbeitsunfähigkeit
Arbeitsunfähigkeit (AU) ist ein durch Krankheit oder Unfall hervorgerufener regelwidriger Körper- oder Geisteszustand, aufgrund dessen der in der Kranken- und Unfallversicherung Versicherte seine bisherige Erwerbstätigkeit derzeit nicht oder nur unter Gefahr der Verschlimmerung des Zustands weiter ausüben kann. Eine Arbeitsunfähigkeit ist somit in der Regel ein temporärer Zustand.

Leistungsunfähigkeit
Leistungsfähigkeit ist im Sozialrecht so definiert das man für mindestens 6 Monate eine Tätigkeit die mindestens 15 Stunden wöchentlich umfasst nicht unter den Bedingungen ausüben kann, die auf dem für sie in Betracht kommenden Arbeitsmarkt ohne Berücksichtigung der Minderung der Leistungsfähigkeit üblich sind. Dies bezieht sich sowohl auf den Bezugsberuf als auch auf den allgemeinen Arbeitsmarkt und ist ebenfalls ein temporärer Zustand.

Berufsunfähigkeit
Berufsunfähigkeit bezieht sich immer auf den Bezugsberuf. Eine Berufsunfähigkeit bei Personen liegt immer dann vor, wenn deren Erwerbsfähigkeit aufgrund von und Behinderung im Vergleich zur Erwerbsfähigkeit von körperlich, geistig und seelisch gesunden Versicherten mit ähnlicher Ausbildung und gleichwertigen Kenntnissen und Fähigkeiten auf weniger als sechs Stunden täglich gesunken ist. Berufsunfähigkeit bedeutet nicht Erwerbsunfähigkeit und kann auf Dauer aber auch nur temporär vorliegen.

Erwerbsunfähigkeit
Erwerbsunfähig bezieht sich sowohl auf den Bezugsberuf als auch auf den allgemeinen Arbeitsmarkt. Die vollständige Erwerbsunfähigkeit liegt vor, wenn der Betroffene aufgrund von Krankheit oder Behinderung auf absehbare Zeit (mindestens sechs Monate) nicht in der Lage ist, eine Tätigkeit unter den normalen Bedingungen des Arbeitsmarktes im Umfang von mindestens drei Stunden täglich auszuüben. Eine Teilerwerbsunfähigkeit liegt bei Personen vor, welche aufgrund ihrer Behinderung beziehungsweise Krankheit auf absehbare Zeit (mindestens sechs Monate) nicht in der Lage sind, unter normalen Arbeitsbedingungen eine Tätigkeit von mindestens sechs Stunden durchzuführen.
In der Regel geht man hier von einer dauerhaften Einschränkung aus. Dauerhaft ist eine Einschränkung der Erwerbsfähigkeit dann wenn sie länger als 6 Monate vorliegt.
Allerdings wird eine EMR Rente nicht dauerhaft sondern nur befristet geleistet.
 

MichaelBelek

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Hat der ÄD Dienst auch eine zeitliche Angabe zu deiner Leistungsfähigkeit angegeben? Also z.B. bis 3 Stunden, 3 bis 6 Stunden, Vollzeit.
Gibt es evtl auch sachliche Einschränkungen? Also z.B. keine Schicht, keine Kundenkontakte, keine Anforderungen an Konzentrationsfähigkeit etc.
Nur Leistungsfähigkeit zu nennen, find ich ein bisserl dünn vom ÄD.
IronFist, Dein Name ist Marvelig :) Einige Funktionseinschränkungen sind aufgeführt...Asthma, Wirbelsäule, etc. Ansonsten Vollzeit. LG Micha
 
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