Schwerbehindertenrente und (bezahltes Praktikum)?

Amundo

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Hallo,

ich war Dialysepatient, seit 5 Monaten habe ich eine neue Niere. :D Ich bin 100% schwerbehindert auch nach der Transplantation. Später bleibe ich auch auf jeden Fall über 50%.

Jetzt ist das Problem dass meine Ersparnisse langsam aufgebraucht sind da ich die letzte Zeit nicht arbeiten konnte. Ich bekomme eine Rente wegen voller Erwerbsminderung in Höhe von 470€ inklusive Krankenkassenzuschuß, welcher allerdings vernachlässigbar ist.

Ich habe kein Alg2 beantragt weil ich mein Auto sonst verkaufen müsste und das würde große Probleme bedeuten.

Deshalb suche ich jetzt eine Arbeit. Ich weiß dass ich die Rente nur behalten könnte wenn ich jeden Tag immer UNTER 3 h arbeite. Also 2:45h oder 2:55h oder so. Allerdings wird die Rente auch gekürzt wenn man eine bestimmte Lohnhöhe überschreitet. In Schritten von 3/4, 1/2 oder 1/4 Rente.

Als Problem habe ich dass ich momentan freiwillig versichert bin. Nicht in der Krankenversicherung der Rentner, weil ich darauf keinen Anspruch hatte, sondern freiwillig pflichtversichert als Rentner. Das dumme ist, die Krankenkassenbeiträge sind momentan so hoch wie meine Rente weil ich monatlich 50€ zurück zahlen muss wegen Beitragsschulden und mein Beitrag liegt bei 350€ oder so. Ursache ist dass ich mal Einkommen aus Kapitalerträgen hatte. Und die Krankenkassen berechnen die Beitrage sehr schlecht. Nämlich ist es dort nicht so einfach wie bei einem Arbeitnehmer wo alles klar ist, auch nicht wie bei einem Selbständigen der einfach melden kann dass er weniger verdient, notfalls mit Bescheid vom Finanzamt dass man weniger verdienen wird, sondern es gilt immer die letzte Steuererklärung. Und zwar das Datum der Erstellung des Steuerbescheids. Aus den Jahren 2013 und 2014 habe ich nun 2500€ Beitragsschulden und zahle monatlich 50€ zurück erstmal. Und wegen des Steuerbescheids von 2014 zahle ich momentan noch monatlich 350€ KK-Gebühr. Die ich natürlich gar nicht habe. Und letzten Monat konnte ich auch nicht mehr alles bezahlen.

Ich kann die Beiträge nicht ändern da die gesetzliche Regelung so ist. Es gibt keine Möglichkeit das anzupassen. Einzig wenn der Steuerbescheid für 2015 schnell zu mir kommt oder ich einen sozialversicherungspflichtigen Job habe. Das ist wirklich so. Die rechnen nicht mal rückwirkend wenn ich 2015 mehr bezahlt hätte als mein Steuerbescheid von 2015 aussagt.

Ich habe noch keine Arbeitsstelle gefunden aber hatte gerade ein Gespräch mit meinem alten Arbeitgeber. Er hat momentan keine Stelle für mich da meine Fähigkeiten schon abgedeckt sind. Allerdings fehlt es in der Firma an einem Entwickler für ein bestimmtes Segment. Er schlug also vor ich könnte mich mit dem Programm mal beschäftigen und wenn ich das gut kann dann können wir über ein bezahltes Praktikum reden bis ich so gut bin dass es richtig bezahlt werden kann. Später natürlich Festanstellung.

Das Problem ist halt nur dass ich echt Geld brauche langsam. Ich könnte mich weiter bei anderen Firmen bewerben aber ich weiß dass das Arbeitsklima bei meinem alten Chef gut ist da ich schon bei ihm war als wir die einzigen in der Firma waren. Und er ist noch genauso gut drauf. Ich habe andere Firmen gesehen und das war teilweise gruselig dort. Obwohl es Ausnahmen gibt aber die hatten keine passende Stelle.

Mein alter Chef schlug vor, ich könnte mir die Software auch in der Firma anschauen. Vorteil wäre dass ich dort an echten Projekten lernen könnte. Er meinte aber in dem Fall wäre das Praktikum natürlich erstmal ohne Bezahlung.

Mein Interesse besteht jetzt erstmal darin Geld zu verdienen natürlich. Und ich bin sicher ich kann mich da einarbeiten. Ich frage mich jetzt nur was ich meinem Chef vorschlagen könnte. ZB, es wäre gut wenn ich wenigstens eine kleine Summe pro Monat bekäme und er die Sozialversicherungspflichtig macht. Ich weiß dass normal unter 470€ nicht sozialversicherungspflichtig ist aber ein Arbeitgeber kann bei einem Job trotzdem das Ganze sozialversicherungspflichtig machen. Was natürlich super wäre da ich dann nicht mehr privat pflichtversichert wäre und ich erstmal nicht mehr diese heftige monatliche Summe von 350€ aufbringen müssten. Gleichzeitig wäre es gut wenn ich die Rente erstmal behalten könnte.

Ich weiß allerdings nicht ob die Regeln für Praktika da anders sind als für Festanstellungen.

Jetzt ist meine Frage wie ich das erreichen könnte. Wenn ich meinem Chef vorschlage einen Praktikumsvertrag von 14 Stunden wöchentlich zu haben, also ein paar Minuten mehr als 2:45h pro Arbeitstag und eine geringe monatliche Entlohnung von 100€ oder so beantrage und er mich richtig versichert so dass Krankenversicherungsbeiträge an die Krankenkassen gehen.

Könnte ich damit die Rente erstmal nicht verlieren und die Krankenversicherungsbeiträge nicht mehr bezahlen müssen? Also monatlich +350€ KK-Gebühr und +100€ Praktika.

Hat meine Schwerbehinderung vielleicht noch einen Einfluß? Die Firma hat momentan übrigens 5 Angestellte + Chef.

Wäre toll wenn sich jemand damit auskennt. :)

Danke!
 

Doppeloma

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Hallo Amundo,

ich denke mal Erfahrungen für eine Kombi aus Praktikum und voller EM-Rente wird hier kaum Jemand haben und ein unbezahltes "Praktikum" gilt im Übrigen als verbotene Schwarzarbeit, ein Praktikum darf regulär (eigentlich) nur in Verbindung mit einer beruflichen Bildungs-Maßnahme (als Teil der Ausbildung) durchgeführt werden ...

Die Vorstellungen von dir UND deinem AG sind da in der Form nicht wirklich als rechtlich gedeckt anzusehen, schon ganz unabhängig von der Tatsache, dass du eine volle EM-Rente beziehst.

Jetzt ist das Problem dass meine Ersparnisse langsam aufgebraucht sind da ich die letzte Zeit nicht arbeiten konnte. Ich bekomme eine Rente wegen voller Erwerbsminderung in Höhe von 470€ inklusive Krankenkassenzuschuß, welcher allerdings vernachlässigbar ist.
Fakt ist (und das steht bereits klar in deinem EM-Rentenbescheid drin), dass ein Zuverdienst in Höhe von 450 Euro im Monat rentenunschädlich möglich ist, auch bei voller EM-Rente.

Die Arbeitszeit sollte zumindest unter 15 Wochenstunden liegen, ein solcher Minijob ist Steuer und Versicherungsfrei, die Versicherungspflicht (Teilzeitarbeit) beginnt bei genau 401 Euro ...
Woher du 470 Euro hast weiß ich nicht, aber ein regulärer Teilzeitjob (also versicherungspflichtig) wie du dir das vorstellst ist mit voller EM-Rente nicht wirklich vorgesehen ...

Das kannst du natürlich machen aber dann wird man dir die Rente reduzieren, es kommt also am Ende auch nicht vollkommen zusätzlich auf den Rentenbetrag.
JEDE Aufnahme einer Tätigkeit ist der DRV mitzuteilen, auch dann wenn man unter der Minijob-Grenze bleiben würde, dann wird (mindestens) 1 Mal im Jahr überprüft ob man die erlaubten Grenzen eingehalten hat ... mit den täglichen Stunden nimmt man es wohl nicht so eng aber 15 Wochenstunden dürfen NICHT erreicht oder gar überschritten werden.

2 Mal im Jahr darf das Zusatz-Einkommen auch doppelt so hoch sein um Sonderzahlungen (Urlaubsgeld/Weihnachtsgeld) möglich zu machen ohne gleich Abzüge von der Rente zu haben, das darf aber auch nicht direkt in 2 Monaten hintereinander passieren.

Soviel mal zu den allgemeinen gesetzlichen Regelungen bei Bezug einer Rente wegen voller Erwerbsminderung, besondere Regelungen für "Praktika" aller Art sind mir da nicht bekannt und ich glaube auch nicht, dass die Vorstellungen von dir und deinem AG da rechtskonform sind.

Ich habe kein Alg2 beantragt weil ich mein Auto sonst verkaufen müsste und das würde große Probleme bedeuten.
ALGII bekommst du gar nicht mit einer vollen EM-Rente, dazu kannst du nur Sozial-HILFE bekommen nach dem SGB XII / Kapitel 3 und da ist tatsächlich ein PKW nicht unbedingt als "erwünscht" anzusehen, zumal man (eigentlich) weder im SGB II noch im SGB XII Geld hat um eine Auto überhaupt im laufenden Unterhalt zu finanzieren.

Je nachdem wie hoch deine Miete /Wohnkosten sind kannst du aber Wohngeld zur EM-Rente dazu beantragen, ein eventuelles Zusatzeinkommen wird dort aber auch wieder mit eingerechnet.

Deshalb suche ich jetzt eine Arbeit. Ich weiß dass ich die Rente nur behalten könnte wenn ich jeden Tag immer UNTER 3 h arbeite. Also 2:45h oder 2:55h oder so. Allerdings wird die Rente auch gekürzt wenn man eine bestimmte Lohnhöhe überschreitet. In Schritten von 3/4, 1/2 oder 1/4 Rente.
Das stimmt nur bedingt, wie ich es oben schon beschrieben habe, die volle EM-Rente wird eher komplett überprüft, wenn du zeigst, dass du in der Lage bist regelmäßig wieder mehr als 3 Stunden täglich zu arbeiten, denn die bekommt man ja nur deswegen, weil man das gesundheitlich (vorerst) nicht kann ...

Das ist mit anderen Renten-Arten nicht vergleichbar, die unabhängig vom Gesundheitszustand gezahlt werden, zudem nehme ich an, dass die EM-Rente befristet bewilligt wurde, dann erfolgt ohnehin zum Ende der Befristung eine erneute Gesundheitsprüfung. :icon_kinn:

Als Problem habe ich dass ich momentan freiwillig versichert bin. Nicht in der
Krankenversicherung der Rentner, weil ich darauf keinen Anspruch hatte, sondern freiwillig pflichtversichert als Rentner. Das dumme ist, die Krankenkassenbeiträge sind momentan so hoch wie meine Rente weil ich monatlich 50€ zurück zahlen muss wegen Beitragsschulden und mein Beitrag liegt bei 350€ oder so.
Du bist freiwillig Mitglied bei der gesetzlichen KK ???
Da kann ich mir eine so hohe Beitragslast aber nicht vorstellen, lass das überprüfen, das hat nichts damit zu tun ob du Arbeitnehmer oder Rentner bist, bei deiner Rentenhöhe kann sich kein so hoher Beitrag ergeben ... zudem beteiligt sich die DRV da auch mit einem Zuschuss dran wenn du das beantragt hast.

Mit 350 Euro "oder so" kann man natürlich nicht viel anfangen, wenn du dazu Informationen haben möchtest, aber dafür ist wohl eher deine KK zuständig ... wie es zu Beitragsschulden kam kannst du nur selber wissen aber die sollten ja irgendwann mal erledigt sein ...

Ursache ist dass ich mal Einkommen aus Kapitalerträgen hatte. Und die Krankenkassen berechnen die Beitrage sehr schlecht. Nämlich ist es dort nicht so einfach wie bei einem Arbeitnehmer wo alles klar ist, auch nicht wie bei einem Selbständigen der einfach melden kann dass er weniger verdient, notfalls mit Bescheid vom Finanzamt dass man weniger verdienen wird, sondern es gilt immer
die letzte Steuererklärung. Und zwar das Datum der Erstellung des Steuerbescheids. Aus den Jahren 2013 und 2014 habe ich nun 2500€ Beitragsschulden und zahle monatlich 50€ zurück erstmal. Und wegen des Steuerbescheids von 2014 zahle ich momentan noch monatlich 350€ KK-Gebühr. Die
ich natürlich gar nicht habe. Und letzten Monat konnte ich auch nicht mehr alles bezahlen.
Das kann und will ich so nicht sortieren und beurteilen, das zu klären ist Aufgabe deiner KK und in der Regel gilt das laufende Einkommen für die Beitragspflicht und nicht was man mal lt. Steuerbescheid vor Jahren hatte, für Beitragsschulden kann und wird das allerdings Bedeutung erlangen können.

Als Pflichtversicherte muss ich mich darum allerdings nicht kümmern, für die Befreiung von Zuzahlungen wird aber auch immer das voraussichtliche Jahreseinkommen genommen und nicht das vergangener Jahre, vielleicht meldet sich da ja noch Jemand der mehr Ahnung davon hat als ich.

Ich kann die Beiträge nicht ändern da die gesetzliche Regelung so ist. Es gibt keine Möglichkeit das anzupassen. Einzig wenn der Steuerbescheid für 2015 schnell zu mir kommt oder ich einen sozialversicherungspflichtigen Job habe. Das ist wirklich so. Die rechnen nicht mal rückwirkend wenn ich 2015 mehr bezahlt hätte als mein Steuerbescheid von 2015 aussagt.
Hast du das alles schriftlich bekommen mit den zutreffenden Rechtsgrundlagen oder hat man dir das nur erzählt. dass man dich mit EM-Vollrente auf einen versicherungspflichtigen Job verweisen will ist nämlich ganz sicher nirgendwo gesetzlich festgelegt ... ???

Ich habe noch keine Arbeitsstelle gefunden aber hatte gerade ein Gespräch mit
meinem alten Arbeitgeber.
Du bist ja auch EM-Rentner, was willst du da bitte mit einer versicherungspflichtigen Arbeitsstelle ... ???

Er hat momentan keine Stelle für mich da meine Fähigkeiten schon abgedeckt sind. Allerdings fehlt es in der Firma an einem Entwickler für ein bestimmtes Segment. Er schlug also vor ich könnte mich mit dem Programm mal beschäftigen und wenn ich das gut kann dann können wir über ein bezahltes Praktikum reden bis ich so gut bin dass es richtig bezahlt werden kann. Später natürlich
Festanstellung.
Und natürlich ALLES wieder nur als mündliche "Märchenstunde" ... dann soll er dich per Honorar bezahlen "als freien Mitarbeiter" ... davon kannst du dann auch deine KK-Schulden bezahlen, bis 450 Euro im Monat = FERTIG ... unbezahltes Praktikum = NIEMALS :icon_evil:

Das Problem ist halt nur dass ich echt Geld brauche langsam. Ich könnte mich weiter bei anderen Firmen bewerben aber ich weiß dass das Arbeitsklima bei meinem alten Chef gut ist da ich schon bei ihm war als wir die einzigen in der Firma waren. Und er ist noch genauso gut drauf. Ich habe andere Firmen gesehen und das war teilweise gruselig dort. Obwohl es Ausnahmen gibt aber die hatten
keine passende Stelle.
Ja, vor allem weiß er auch sehr gut wie er dein Wissen und deine Kenntnisse "abschöpfen" kann und sich mit einem "Lächeln und einem warmen Händedruck" dafür bei dir bedankt ... der ist wirklich "gut drauf" ... :icon_mad:

Mein Interesse besteht jetzt erstmal darin Geld zu verdienen natürlich. Und ich bin sicher ich kann mich da einarbeiten. Ich frage mich jetzt nur was ich meinem Chef vorschlagen könnte. ZB, es wäre gut wenn ich wenigstens eine kleine Summe pro Monat bekäme und er die Sozialversicherungspflichtig macht. Ich weiß dass normal unter 470€ nicht sozialversicherungspflichtig ist aber ein Arbeitgeber kann bei einem Job trotzdem das Ganze sozialversicherungspflichtig machen.
Dazu habe ich dir weiter oben schon geschrieben, ein versicherungspflichtiger Job beginnt bei Überschreiten der Mini-Job- Grenze , da kann auch dein Chef nicht irgendwas "machen", dass du für weniger bereits in die Versicherungspflicht kommst ... auch dafür gibt es Gesetze ...
Wenn er möchte, dass du für ihn arbeitest, dann muss er einen Vertrag mit dir machen unter welchen Bedingungen und mit welcher Bezahlung er da haben will ...

Arbeitest du versicherungspflichtig, kann deine EM-Rente auch komplett überprüft und aufgehoben werden ... Zuverdienst ohne diese Konsequenz endet bei 450 Euro im Monat ...

Ich weiß allerdings nicht ob die Regeln für Praktika da anders sind als für Festanstellungen.
ja, ie oben schon beschrieben dienen Praktika der Ausbildung und sind kein "Arbeitsverhältnis" ...

MfG Doppeloma
 

notebook20000

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