Schwerbehindertenausweis angeben (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Margarethe

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Hallo,

ich weiss im Moment überhaupt nicht, wie ich mich verhalten soll. Zur Zeit befinde ich mich in der Weiterbildung und muss mich so langsam auf Stellen bewerben. Ich besitze aufgrund einer chronischen Krankheit einen Schwerbehindertenausweis von 50%. Auf der einen Seite möchte ich gerne die Vorteile nutzen, auf der anderen Seite gibt es ja Unternehmen, die lieber Strafe zahlen. Weder das Jobcenter, noch die Dozenten haben mich bisher irgendwie hilfreich beraten können.
Wie sind eure Erfahrungen?

Gruss
Margarethe
 

Muzel

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Auf diese Frage gibt es kein Patentrezept.
 

Muzel

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Wenn du Ü-50 bist kannst den Scherbehindertenstatus ruhig angeben. Leute diesen Jahrgangs sind für die AG sowieso Krüppel.
 

Margarethe

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Naja, ich nähere mich den 50 rasch an. Ja, ich weiss das der ein oder andere AG über ältere AN die Nase rümpft. Aber es wäre schon schön, zumindestens eine Halbtagsstelle zu ergattern.
 

Realo

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die grossen AG stellen teilweise - bei gleicher Eignung - bevorzugt Behinderte ein, wenn es jobtechnisch passt. Ich abs bei meinem Ag erst angegeben (MS), als es mir zu bunt wurde mit projekten.... ich sehe da kein problem.... solange du eben auch klar ausdrückst, dass du der richtige für den job bist - handicap hin oder her.....
 
E

ExitUser

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@ Margarethe,
darf ich Dich mal was fragen?
Bekommst Du VV?
Und wird dabei Rücksicht auf Deine Schwerbehinderung genommen?


Das einzige Gute ist ja, dass Du mit einem Schwerbehindertenausweis zumindestens für ZAF völlig uninteressant bist.
 

Mariann

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@ Margarethe,
ich würde es immer angeben. Einerseits um die Nachteilsausgleiche nutzen zu können, andererseits können später Umstände eintreten die heute noch nicht absehbar sind:
die Krankheit kann sich verschlimmern und Einfluss auf die Arbeit haben.
der Arbeitgeber erfährt es "hintenrum", man verplappert sich mal, der kennt diesen, der kennt jenen und schon ist die Info im Betrieb.
Und bevor es dann zu Klagen und Anfechtung des Arbeitsvertrages kommt:
Arbeitsvertrag Anfechtung Dr. Palm Bonn Anwalt Arbeitsrecht
bist Du mit der Angabe auf der sicheren Seite.

Gruß
Mariann
 

Doppeloma

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ich würde es immer angeben. Einerseits um die Nachteilsausgleiche nutzen zu können, andererseits können später Umstände eintreten die heute noch nicht absehbar sind:
die Krankheit kann sich verschlimmern und Einfluss auf die Arbeit haben.
klar, die Nachteilsausgleiche kann man nur in Anspruch nehmen, wenn der AG informiert ist, das kann man aber auch später nachholen, wenn die 6 Monate Probezeit vorbei sind ... dann erweist sich nämlich auch der höhere Kündigungs-Schutz als Vorteil (jedenfalls ab einer Mindest-Mitarbeiterzahl).

Das verlinkte Urteil ist von "Anno-Tutti" und inzwischen gibt es die europäischen Grundsatz-Urteile zur Gleichbehandlung von Behinderten und Schwerbehinderten Menschen... man ist NICHT verpflichtet eine Schwerbehinderung anzugeben.

Auf einen gesundheitlich ungeeigneten Arbeitsplatz wird man sich vernünftigerweise kaum bewerben und wenn eine Behinderung offensichtlich ist, wird man sie auch kaum "verbergen" können, ansonsten gehen meine gesundheitlichen "Gebrechen" einen AG erstmal GAR NICHTS an. :icon_evil:

Später (schwer) krank werden kann Jeder (auch jemand ohne GdB oder Ausweis), auch schon vorhandene Krankheiten können sich verschlechtern, dazu macht ein Schwebi-Ausweis überhaupt keine Aussagen und das kann auch Niemand voraussehen.

Somit kann auch deswegen später kein Arbeitsvertrag "angefochten" werden, es ist ähnlich wie mit Schwangerschaft, da DARF man auch "lügen" wenn der AG fragt und der Arbeitsvertrag ist (unkündbar!!!) gültig, solange keine anderen Probleme dagegen sprechen.

Ich habe GdB 40 mit Gleichstellung von der AfA, das brauche ich nirgens anzugeben, wenn ICH das nicht will, nach 6 Monaten hat (hätte) der AG trotzdem die A-Karte, weil er mich nur noch mit Zustimmung des Integrationsamtes kündigen darf ... :icon_twisted:

Schließlich soll doch nur die Qualifikation und sonstige Eignung für einen Job ausschlaggebend sein, solange das gegeben ist, darf eine Behinderung keinen Ausschlußgrund hergeben.

Also ergibt sich daraus auch nachträglich kein Grund (mehr) den Arbeitsvertrag anzufechten /anfechten zu können, das wäre Diskriminierung eines behinderten Menschen. :eek:

MfG Doppeloma
 

Sinuhe

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Hallo,

ich weiss im Moment überhaupt nicht, wie ich mich verhalten soll. Zur Zeit befinde ich mich in der Weiterbildung und muss mich so langsam auf Stellen bewerben. Ich besitze aufgrund einer chronischen Krankheit einen Schwerbehindertenausweis von 50%. Auf der einen Seite möchte ich gerne die Vorteile nutzen, auf der anderen Seite gibt es ja Unternehmen, die lieber Strafe zahlen. Weder das Jobcenter, noch die Dozenten haben mich bisher irgendwie hilfreich beraten können.
Wie sind eure Erfahrungen?

Gruss
Margarethe
Dazu schau einmal hier:

Bewerbung fr Schwerbehinderte: "Überzeugend bewerben für Schwerbehinderte"
 

Margarethe

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@ Margarethe,
darf ich Dich mal was fragen?
Bekommst Du VV?
Und wird dabei Rücksicht auf Deine Schwerbehinderung genommen?


Das einzige Gute ist ja, dass Du mit einem Schwerbehindertenausweis zumindestens für ZAF völlig uninteressant bist.
Hallo ExitUser,

was bedeutet VV?
Es wird keine Rücksicht auf mich genommen.

ZAF bedeutet was?
 

Margarethe

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Aha :smile:

@ Mariann
Danke für die Info:icon_smile:

Also, an Vermittlungsvorschlägen kamen bisher nur merkwürdige Sachen, wie Kinderfrau, Eineurojob o.ä. und das, obwohl ich eine abgeschlossene Berufsausbildung habe.

Ja, die Zeitarbeitsfirmen waren immer schnell ab, aber da reichte es schon wenn ich sagte, dass ich Hartz IV bin :icon_cool:

Viele Grüße
Margarethe
 

Muzel

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"Also muss ich es demnach angeben, da ich 50% habe und schon mal durch die Krankheit nicht immer 100% einsatzbereit bin."
Nein, das musst du nicht. Du musst nur auf die Frage nach einer Schwerbehiderung wahrheitsgemäß antworten und den GdB musst du überhaupt nicht angeben.
 

Doppeloma

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Hallo Margarethe,

Also, an Vermittlungsvorschlägen kamen bisher nur merkwürdige Sachen, wie Kinderfrau, Eineurojob o.ä. und das, obwohl ich eine abgeschlossene Berufsausbildung habe.
NaJa, die abgeschlossene Berufsausbildung ist in Hartz 4 unerheblich, da gibt es keinen Berufsschutz mehr, man muss (lt. Gesetz) Alles machen, was den Leistungsbezug beenden oder wenigstens verringern könnte.

Die Grenzen der Zumutbarkeit ergeben sich u.A. aber auch aus gesundheitlichen Einschränkungen, die dabei vom SB zu beachten sind, die Feststellungen dazu macht üblicherweise der Amtarzt vom JC, denn der SB ist ja kein Arzt...


§ 10 SGB II Zumutbarkeit

Anspruch auf eine bestimmte Berufsrichtung bei den VV hat man allerdings nicht. :icon_evil:

1-€-Jobs sind allerdings keine (versicherungspflichtige) Tätigkeit am allgemeinen Arbeitsmarkt, die werden üblicherweise "zugewiesen" und nicht als VV gegeben, ich weiß es wird trotzdem oft so gemacht... dann bewirb dich doch als vernünftig angestellter Mitarbeiter, zu einem regulären Gehalt /Lohn auf diese vermeintlichen "Stellen-Angebote" ... :icon_kinn:

Ansonsten bringen dich solche VV nicht in Arbeit und verringern auch nicht deinen Leistungsanspruch, im Gegenteil, es wird noch mehr Steuergeld verpulvert, aber die Städte und Gemeinden sind dankbare Abnehmer dieser "Billigsklaven" ...sonst müßten sie ja normal bezahlte Arbeitskräfte einstellen ...

So bezahlt das JC lieber (auf deinen regulären Leistungsbetrag) noch den lächerlichen € oben drauf und der "Maßnahme-Träger" bekommt auch noch eine hübsche finanzielle Belohnung dafür, dass du einen regulären Arbeitplatz "überflüssig" machst...

Das ist der größte Betrug in Hartz 4 und ALLE schauen zu, denn in Arbeit kommt damit im Regelfall KEINER ...es kostet aber richtig MEHR Geld, als wenn man nur deine reguläre Leistung zahlen würde...

Also wo da der grundsätzliche Effekt liegt, den das SGB II doch angeblich anstrebt (Verringerung /Beendigung der SGB II-Leistungen durch Aufnahme einer bezahlten Arbeit :confused:) habe ich noch nicht begriffen, aber ich bin ja auch kein Politiker und/oder Wirtschaftsexperte ... :eek:

Ja, die Zeitarbeitsfirmen waren immer schnell ab, aber da reichte es schon wenn ich sagte, dass ich Hartz IV bin :icon_cool:
Ist mir neu. dass die das stören würde, die arbeiten doch inzwischen bestens mit den JC zusammen und erfinden ihre eigenen gemeinsamen "Lohnsparprogramme", dass Leute teilweise noch offiziell im vollen Bezug bleiben (für 6 Wochen z.B.), ehe man sich dann entschließt wirklich einzustellen.

Und mit dem Einkommen dieser Firmen ist doch auch meist kein Auskommen, ohne weiterhin "Aufstocker" zu bleiben.

Ist für die natürlich einfacher mit H4 zu begründen, dass man dich nicht gerne haben möchte, als mit deinen Einschränkungen oder gar deinem Alter...
Mein Männe "wartet" heute noch darauf, dass die sich wieder "melden", wo er sich mit 50 + mal "beworben" hatte, ohne Anweisung vom Amt...einfach weil er Arbeit gesucht hat und NICHT vom Amt abhängig werden wollte...:icon_kotz:

Ist gut 10 Jahre her, es hat sich NICHTS geändert, ist eher alles noch schlimmer geworden mit den ZAF ... mein Männe bekommt jetzt zum Glück endlich die EM-Rente, denn bald ging gesundheitlich sowieso gar nichts mehr...

MfG Doppeloma
 
E

ExitUser

Gast
Also ich würde meinen Grad der Behinderung auch immer angeben.
Wenn ich denn überhaupt VV bekommen würde.
Die AfA scheint da etwas humaner zu sein.
Seit über einem halben Jahr bekomme ich keinen einzigen VV.

Stattdessen ist abwarten angesagt, wie die DRV auf meinen Antrag zur Teilhabe am Arbeitsleben entscheidet.

Und das wird sich wohl in den nächsten Wochen zeigen.


Aber wenn Du VV bekommst, die völlig unsinnig sind, dann gebe den Grad der Behinderung auf alle Fälle an.
Dann hat es sich meistens schon von selbst erledigt.

Mein Hausarzt meinte vor einigen Monaten zu mir, dass ein Schwerbehindertenausweis eher hinderlich für mich wäre, da einen damit sowieso keine Firma einstellen würde.

Ich sehe es aber etwas anders.
Ich habe jetzt einen GdB von 60%.
Das ermöglicht mir wenigstens noch die Chance eine Umschulung zu bekommen.

Was hat man denn davon, wenn man als chronisch Kranker in einen fremden Beruf umsteigen muss, von dem man überhaupt keine Ahnung hat?
Man wird als Helfer bezahlt, so dass man von dem Verdienst kaum leben kann.
 
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