• Herzlich Willkommen!
    Schön, dass Sie zu uns gefunden haben.

    Wir sind das Erwerbslosen Forum Deutschland und befassen uns vor allem mit den Problemen bei Erwerbslosigkeit, Armut und gesellschaftlicher Benachteiligung.
    Das wichtigste Ziel ist, dass jeder zu seinem Recht kommt und diese nicht von den Behörden vorenthalten werden. Dazu gehört auch, dass Sie Ihre gewonnenen Informationen an andere weiter tragen. Bei den vielen völlig willkürlichen Handlungen von Behörden - und besonders bei Hartz IV - müssen Betroffene wissen, wie sie sich erfolgreich wehren können.
    Was man als Erwerbsloser zur Abwehr von Behördenwillkür alles wissen muss.
    Genauso wichtig ist es, dass Sie mit dazu beitragen, dass dieses unsägliche Gesetz Hartz IV überwunden werden muss. Deshalb brauchen wir auch aktive Unterstützer, die durch zivilen Ungehorsam, bei Demonstrationen etc. sich für diese Ziele einsetzen. Hierzu geben wir regelmäßig Informationen heraus.
    Mit diesen Zielen haben wir hier viele Menschen versammeln können, welche offen über sich diskutieren und ihre eigenen Erfahrungen hilfsbereit anderen mitteilen. Am besten ist es, wenn Sie sich kurz fürs Forum registrieren und Ihre Probleme, Meinungen und Ideen schreiben Das geht ganz schnell, ist kostenlos und bringt Ihnen nur Vorteile. So werden Sie sicherlich auf Gleichgesinnte stoßen, welche gerne versuchen, Ihnen weiter zu helfen, damit Sie den richtigen Weg finden. Ebenso habe Sie damit Zugriff auf unsere Vorlagen zu Widersprüchen, Klagebeispiele etc... Hier können Sie sich registrieren.

    Hoffentlich finden Sie, was Sie suchen.

Schweigepflichtentbindung Hartz IV-Ärzte

Status
Nicht offen für weitere Antworten.

Martin Behrsing

Mitarbeiter
Redaktion
  Th.Starter/in  
Mitglied seit
16 Jun 2005
Beiträge
22.327
Gefällt mir
4.162
#1
Schweigepflichtentbindung_Hartz_IV_Ärzte


http://www.kvberlin.de/STFrameset165/index.html?/Homepage/publikation/archiv/kvblatt05_09/kvb0509y.html <http://www.kvberlin.de/STFrameset165/index.html?/Homepage/publikation/archiv/kvblatt05_09/kvb0509y.html> (Quelle: KV-Blatt 09/2005)

"Hartz IV" und die Folgen

Welche Auskünfte dürfen Arbeitsagenturen und Sozialämter verlangen?


Die so genannte "Hartz IV"-Reform am Arbeitsmarkt hat bei den Vertragsärzten zu auffallend vielen Anfragen der Arbeitsagenturen (frühere Arbeitsämter) bzw. von Sozialämtern geführt. In den Anfrageformularen und Begleitschreiben, oft auch von Patienten im laufenden Praxisbetrieb vorgelegt, wird der Eindruck erweckt, dass die Beantwortung der Fragebögen zu den vertragsärztlichen Pflichten gehört. Hintergrund vieler Anfragen: Eine vom Patienten faktisch erzwungene Entbindung von der Schweigepflicht. Im nachstehenden Beitrag von KV-Justitiar Ernst Jolitz werden die wichtigsten Aspekte dieses Themas aufgegriffen.

Die "Hartz IV"-Reformen am Arbeitsmarkt ("Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt") bringen es mit sich, dass viele Vertragsärzte zunehmend mit folgender Situation konfrontiert werden:

In der Praxis erscheint ein Patient mit einem umfangreichen Fragebogen der Bundesagentur für Arbeit oder des Sozialamtes. In diesem mehrseitigen Fragebogen werden vielfältige Aspekte der Krankengeschichte sowie zur gegenwärtigen und zukünftigen Arbeitsfähigkeit abgefragt. Der Patient berichtet, von der Bundesagentur bzw. dem Sozialamt "gezwungen" worden zu sein, seinen behandelnden Arzt von der Schweigepflicht zu entbinden. Auch kommt es vor, dass die Bundesagentur in der Eigenschaft als "Arbeitgeber" längerfristig erkrankten Mitarbeitern einen Fragebogen zur Vorlage beim Arzt aushändigt, in dem eine Prognose der Leistungsfähigkeit erfragt wird, auch wenn solche Fragen nichts mit "Hartz IV" zu tun haben müssen.


Oft wird der Praxisinhaber dann vom Patienten mit der Frage konfrontiert, ob er überhaupt von der Bundesagentur für Arbeit oder vom Sozialamt gezwungen werden kann, seinen Arzt von der Schweigepflicht zu entbinden. Ohne Auskunft keine Leistung?

"Erzwungene Schweigepflichtentbindungen" treiben viele Ärzte um

"Erzwungene Schweigepflichtentbindungen" sind ein Thema, mit dem viele Ärzte inzwischen die Rechtsabteilung der KV Berlin beschäftigen. Muss ich tatsächlich eine gutachterliche Stellungnahme abgeben?

Grundsätzlich handelt es sich bei dieser Fragestellung nicht um ein spezifisch vertragsärztliches Problem, sondern in solche Situationen können Angehörige aller Heilberufe kommen, unabhängig davon, ob sie eine Kassenzulassung haben. Für alle Ärzte oder anderen Angehörigen von Heilberufen gilt: Es gibt gegenüber den Sozialleistungsträgern eine gesetzliche Auskunftsverpflichtung gemäß § 100 SGB X. Danach müssen den Sozialleistungsträgern, zu denen auch die Bundesagentur bzw. die Sozialämter gehören, all jene Auskünfte erteilt werden, die diese für die Erfüllung ihrer Aufgaben benötigen
soweit es eine gesetzliche Mitteilungsbefugnis gibt oder der Betroffene einer solchen Auskunft im Einzelfall zugestimmt hat.


Dabei gilt grundsätzlich: Die Auskunftspflicht des Arztes erstreckt sich nur auf die Mitteilung von (medizinischen) Tatsachen, zu denen beispielsweise vom Arzt veranlasste oder selbst erhobene Befunde und Hinweise auf den aktuellen Gesundheitszustand des Betroffenen, gehören. Die gesetzliche Auskunftspflicht erstreckt sich jedoch nicht auf eine gutachterliche Stellungnahme oder die Weitergabe von Fremdbefunden.

Eine Auskunftspflicht besteht darüber hinaus nur dann, wenn die gewünschte Auskunftserteilung entweder gesetzlich zugelassen ist oder der Betroffene eingewilligt hat. Gesetzlich ausdrücklich geregelte Mitteilungsbefugnisse gibt es im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung (z. B. bei den im SBG V geregelten Mitteilungspflichten der Leistungserbringer gegenüber den Krankenkassen und dem MDK). Liegt eine gesetzlich geregelte Mitteilungsbefugnis vor, dann darf und muss der Arzt
auch ohne Wissen des Betroffenen und unter Umständen sogar gegen dessen Willen die erbetene Auskunft erteilen.


Bei "Hartz IV": Der Patient muss der Auskunft zustimmen

"Hartz IV" enthält als Anspruchsvoraussetzungen Tatbestandsmerkmale, bei denen der Gesundheitszustand desjenigen, der Leistungen nach diesem Gesetz in Anspruch nimmt, im Hinblick auf die Arbeitsfähigkeit von Bedeutung ist. Entsprechende Angaben werden von den betreffenden Leistungsträgern zur Umsetzung ihrer gesetzlichen Aufgaben benötigt. Zwar ist es nicht immer sicher, ob wirklich alle Fragen im Detail für die Aufgabenerfüllung auch wirklich relevant sind. Grundsätzlich kann man aber der Bundesagentur für Arbeit oder dem Sozialamt nicht das Recht absprechen, sich für die Gesundheit der Leistungsbezieher zu "interessieren".


Allerdings enthält "Hartz IV" keine gesetzlich geregelten Mitteilungspflichten der Ärzte an die Behörden. Deswegen kommt es darauf an, dass der betroffene Patient der Auskunftserteilung zugestimmt, seinen Arzt also von der Schweigepflicht entbunden hat.

Liegt die Zustimmung des Betroffenen zur Auskunftserteilung bzw. die Schweigepflichtentbindung vor, dann besteht eine gesetzliche Auskunftspflicht gegenüber der Bundesagentur für Arbeit bzw. dem Sozialamt. Der Arzt kann sich dieser Auskunftspflicht nicht mit dem Argument widersetzen, sein Patient sei von der Behörde zur Entbindung von der Schweigepflicht gezwungen worden. Nach § 60 Abs. 1 Nr. 1 SGB I ist nämlich jeder, der Sozialleistungen beantragt, gesetzlich verpflichtet, der Auskunftserteilung durch Dritte zuzustimmen. Damit sind vor allem solche Dritte gemeint, die einer berufsrechtlichen Geheimhaltungspflicht unterliegen, vor allem Ärzte.


Es bleibt also festzuhalten, dass eine Auskunftspflicht des Arztes gegenüber der Bundesagentur für Arbeit bzw. dem Sozialamt besteht, wenn eine Entbindung von der ärztlichen Schweigepflicht vorliegt, mag der Patient sie auch nur "zähneknirschend" abgegeben haben. Eine Einschränkung der Auskunftspflicht kann es nur für einzelne Fragen geben, bei denen ernsthafte Zweifel an der Relevanz für die von der Behörde zu treffende Entscheidung bestehen. Hier empfiehlt es sich, dies mit dem Sachbearbeiter der Behörde telefonisch abzuklären
oder im Zweifel eine Frage auch einmal nicht zu beantworten.


Auskünfte gegenüber der Bundesagentur für Arbeit bzw. dem Sozialamt müssen übrigens nicht kostenlos erteilt werden, sondern können gem. Anlage 2 zu § 10 Abs. 1 Justizvergütungs- und Entschädigungsgesetz (JVEG) liquidiert werden.


Keine Auskunftspflicht gegenüber dem Arbeitgeber

Etwas anderes gilt allerdings, wenn die Bundesagentur für Arbeit oder eine andere Sozialbehörde in ihrer Eigenschaft als Arbeitgeber Informationen über den Gesundheitszustand eines Mitarbeiters/einer Mitarbeiterin haben will. Hier gibt es keine gesetzliche Auskunftspflicht des Arztes und auch keinen gesetzlichen Anspruch darauf, dass der Arbeitnehmer eine Entbindung von der Schweigepflicht erteilt. Ob und inwieweit Auskünfte erteilt werden, sollte mit dem Patienten eingehend besprochen werden. Im Zweifel sollte sich der Patient arbeitsrechtlich beraten lassen, ob ihm aus der Nichtentbindung von der ärztlichen Schweigepflicht irgendwelche Nachteile entstehen können.


Keine Verpflichtung zur Herausgabe von Behandlungsunterlagen

Das von der Bundesagentur herausgegebene Formular über die "Entbindung von der Schweigepflicht" enthält die Formulierung, dass der Antragsteller (neudeutsch: Kunde) der Bundesagentur sich damit einverstanden erklärt, dass "Befundunterlagen, Untersuchungsergebnisse, Krankenhausentlassungsberichte, Krankengeschichten oder ähnliche Unterlagen dem Arzt der Agentur zur Auswertung zur Verfügung gestellt werden."


Vordruck unvollständig

Hier geht die Schweigepflichtentbindung in dem von der Bundesagentur verstandenen Sinne über die Verpflichtung hinaus, die der Antragsteller (Ihr Patient) nach § 60 Abs. 1 Nr. 1 SGB I hat. Dort ist nicht davon die Rede, dass der Antragsteller der Übersendung ganzer Krankenakten zustimmen muss. Außerdem fehlt in dem Formular über die Schweigepflichtentbindung die an sich notwendige Einschränkung des Zwecks der Übersendung der Unterlagen.


Die abzugebende Erklärung würde den Arzt der Bundesagentur (der übrigens nicht die gleiche Unabhängigkeit genießt wie die Ärzte des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen) zu einer umfänglichen Auswertung der gesamten Krankengeschichte des Antragstellers berechtigen. Aus diesem Grund hat die KV Berlin den Datenschutzbeauftragten um eine Stellungnahme gebeten. Unabhängig davon, wie diese ausfällt, kann aber jetzt schon gesagt werden: Eine Verpflichtung des Arztes, aufgrund der Schweigepflichtentbindung der Bundesagentur für Arbeit umfangreiche Behandlungsunterlagen zur Auswertung zu überlassen, besteht nicht, weil § 100 SGB X dies nicht vorsieht. Die Bundesagentur kann die Herausgabe solcher Unterlagen nicht erzwingen. Soweit sich der Arzt entschließt, Behandlungsunterlagen in Kopie an die Bundesagentur herauszugeben, sollte dies nur im Einzelfall und nur in Absprache mit dem Patienten erfolgen.


Ernst Jolitz
 

sun2007

Elo-User/in

Mitglied seit
1 Mrz 2007
Beiträge
938
Gefällt mir
1
#2
Ich habe jetzt den Teil nicht verstanden, nach dem der Hartz IV-Empfänger verpflichtet ist, dem ganzen zuzustimmen bzw. ich habe nicht verstanden, ob das zwangsläufig so ist.

Kann die Arbeitsagentur den Leistungsempfänger, wenn er krank ist, zu einer solchen Freigabe zwingen? Unter Hinweis auf Mitwirkungspflicht oder sowas?

Hat der Leistungsempfänger überhaupt nicht mehr das Recht, sich auf Geheimhaltung zu berufen? Wird ihm dieses Recht genommen?
 

Haubold

Elo-User/in
Mitglied seit
28 Mrz 2007
Beiträge
726
Gefällt mir
9
#3
Kann die Arbeitsagentur den Leistungsempfänger, wenn er krank ist, zu einer solchen Freigabe zwingen? Unter Hinweis auf Mitwirkungspflicht oder sowas?
Nein er kann Dich nicht zwingen.
Deine Mitwirkungspflicht bist Du nachgekommen, wenn Du eine Einladung zum A-Arzt hast und hingehst.
Hat der Leistungsempfänger überhaupt nicht mehr das Recht, sich auf Geheimhaltung zu berufen? Wird ihm dieses Recht genommen?
Du hast das Recht und es kann Dir auch keiner nehmen. Auch wenn die ARGE sich auf §§ 60 und 66 (SGB I) beruft hat das noch lang nichts mit der Schweigepflichtentbindung zu tun.

Gruß Haubold
 

WurzelZwerg

Elo-User/in
Mitglied seit
17 Feb 2008
Beiträge
414
Gefällt mir
1
#4
Schweigepflichts entbindung

Von mir zu dem Beitrag eine kleine Ergänzung:

Die Abgabe der Entbindung von der ärztlichen Schweigepflicht hat nur 6 Monate ab Unterschrift gültigkeit, und muß danach immer wieder neu ausgestellt werden.

Diese Entbindung der Schweigepflicht ist meines Erachtens nur für den medizinischen Dienst des Arbeitsamtes sprich Amtsarzt gültig,
denn ein normaler kleiner Sesselpubsender Sozialarbeiter der Arge besitzt weder eine medizinische Ausbildung geschweige denn kann er beurteilen was denn der Arzt da genau mitteilt.

Für jeden (behandelnden) Arzt (Hausarzt, Orthopäde etc.), Kur/Rehaklinik oder Krankenhaus muß diese Unterschrift zur Entb. der Schweigepflicht vorliegen, ansonsten dürfen sie keinerlei relevanten Daten herraus geben.

Ich kann ein Lied davon singen, denn es dauerte über 3 1/2 Jahre bis ich endlich zum Amtsarzt kam, und auch erst, nachdem ich gegen den Befund Beschwerde einlegte, weil man nur nach Aktenlage entschieden hat.
Zwischenzeitlich habe ich zwei Untersuchungen hinter mir, wobei der letzte Befund auch wieder nur nach Aktenlage entschieden wurde, obwohl mein Orthopäde mit neuen Erkenntnissen dem Befund des medizinischen Dienstes widersprach.
Es soll nun eine weitere Untersuchung erfolgen, allerdings von oder bei einem anderen Arzt :icon_mad:

Bis dahin werde ich aber hoffentlich schon in oder von der Reha zurück sein, mit ärztlichen Befunden der Klinik.
Dann würden sie endlich mal einsehen, das ihre "Amtsärzte" sprich Befunde nicht mal das Papier wert sind, auf die es geschrieben wurde.
Ich vermute mal das wissen sie aber bereits, es dient denen nur als Alibi die AL II´er weiter zu drangsalieren und zu erniedrigen ...

Ach ja, gegen meine ehemaliche Sachbearbeiterin läuft derzeit ein Verfahren eben deswegen beim Sozialgericht in Düsseldorf.
1. erdreisstete sie sich, sich über ein Attest meines Arztes hinweg zu setzen mit 2. der Folge, das man mich für 3 Monate mit 4 Sanktionen belegte ...

MfG
WurzelZwerg
 

sun2007

Elo-User/in

Mitglied seit
1 Mrz 2007
Beiträge
938
Gefällt mir
1
#5
Nein er kann Dich nicht zwingen.
Deine Mitwirkungspflicht bist Du nachgekommen, wenn Du eine Einladung zum A-Arzt hast und hingehst.

Du hast das Recht und es kann Dir auch keiner nehmen. Auch wenn die ARGE sich auf §§ 60 und 66 (SGB I) beruft hat das noch lang nichts mit der Schweigepflichtentbindung zu tun.

Gruß Haubold
Behrsing sagte :
Nach § 60 Abs. 1 Nr. 1 SGB I ist nämlich jeder, der Sozialleistungen beantragt, gesetzlich verpflichtet, der Auskunftserteilung durch Dritte zuzustimmen.
Wie heißt mein Recht, die Auskunft zu verweigern oder verweigern zu lassen (entspricht etwa der ärztlichen Schweigepflicht)? Infirmationelle Selbstbestimmung oder wie? Und wird das durch Hartz IV abgeschafft?

Und widerspricht das, was Haubold schreibt, dem Zitat aus Behrsing (unten)?

Wenn ich mir ein Attest vom Arzt hole und der schreibt da was Bestimmtes rein - ist das nicht genug Auskunft-erteilt?

Apropos Amtsarzt - ich höre immer wieder, dass der MDk total willkürlich entscheidet und unter dem Deckmantel "nach Aktenlage" dafür sorgt, dass in den Akten möglichst wenig drin steht und dann danach entscheidet, dass die Person gesund ist. Aber angenommen, es wäre so, dass der Amtsarzt alle Infos über den Gesundheitszustand weiterleiten dürfte - wer sagt mir denn, dass der nicht einfach etwas reinschreibt, was letzten Endes nur dazu dienst, mir eins reinzuwürgen? Dann steht der Patient da mit einer amtlich besiegelten Diagnose, die fürchterlich ist, nicht stimmt, aber zu allem Überfluss auch noch offiziell gehandelt wird?
 

WurzelZwerg

Elo-User/in
Mitglied seit
17 Feb 2008
Beiträge
414
Gefällt mir
1
#6
Auch gegen den Befund des Amtsarztes ist ein Widerspruch/Beschwerde möglich, vor allem gerade dann, wenn nach Aktenlage entschieden wurde.
Man ist dann gehalten die betreffende Person med. zu untersuchen.
Wird darauf nicht eingegangen, steht einem natürlich auch hier der Klageweg offen.

Genauso wie WIR Rechte und Pflichten haben, besteht dieser Rechtsanspruch auch gegen die Institutionen. Man darf sich halt nicht alles gefallen lassen.

Ich denke nicht, das ein Amtsarzt willkürlich etwas negatives in den Befund schreibt, aber wie heißt das doch so schön: eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus, zumal gerade die Ärzte doch in Brot und Lohn eben von der Bundesanstalt für Arbeit stehen und somit auch in einem Abhängigkeitsverhältnis.
Für die zählt doch nur arbeitsfähig schreiben damit die Leute vermittelbar sind und dem Steuerzahler nicht auf der Tasche liegen.
Selbiges trifft übrigens auch auf das Versorgungsamt und Landesversicherungsanstalt zu. Bloß nicht kaputt Behindert oder Erwerbsunfähig schreiben ...

Eine gute Freundin hat mir dies vor kurzem noch erzählt, die selbst über mehr als 10 Jahre beim Versorgungsamt und ARGE gearbeitet hat.

MfG
WurzelZwerg
 

sun2007

Elo-User/in

Mitglied seit
1 Mrz 2007
Beiträge
938
Gefällt mir
1
#7
Auch gegen den Befund des Amtsarztes ist ein Widerspruch/Beschwerde möglich, vor allem gerade dann, wenn nach Aktenlage entschieden wurde.
Man ist dann gehalten die betreffende Person med. zu untersuchen.
Wird darauf nicht eingegangen, steht einem natürlich auch hier der Klageweg offen.

Genauso wie WIR Rechte und Pflichten haben, besteht dieser Rechtsanspruch auch gegen die Institutionen. Man darf sich halt nicht alles gefallen lassen.

Ich denke nicht, das ein Amtsarzt willkürlich etwas negatives in den Befund schreibt, aber wie heißt das doch so schön: eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus, zumal gerade die Ärzte doch in Brot und Lohn eben von der Bundesanstalt für Arbeit stehen und somit auch in einem Abhängigkeitsverhältnis.
Für die zählt doch nur arbeitsfähig schreiben damit die Leute vermittelbar sind und dem Steuerzahler nicht auf der Tasche liegen.
Selbiges trifft übrigens auch auf das Versorgungsamt und Landesversicherungsanstalt zu. Bloß nicht kaputt Behindert oder Erwerbsunfähig schreiben ...

Eine gute Freundin hat mir dies vor kurzem noch erzählt, die selbst über mehr als 10 Jahre beim Versorgungsamt und ARGE gearbeitet hat.

MfG
WurzelZwerg
Das beantwortet nicht meine Frage:
Wie heißt mein Recht, die Auskunft zu verweigern oder verweigern zu lassen (entspricht etwa der ärztlichen Schweigepflicht)? Infirmationelle Selbstbestimmung oder wie? Und wird das durch Hartz IV abgeschafft?

Und widerspricht das, was Haubold schreibt, dem Zitat aus Behrsing (unten)?

Wenn ich mir ein Attest vom Arzt hole und der schreibt da was Bestimmtes rein - ist das nicht genug Auskunft-erteilt?

Mit anderen Worten: Muss ein kranker ALG II-Empfänger tatsächlich den Arzt von der Schweigepflicht entbinden, wenn die Arbeitsagentur das verlangt?
 

WurzelZwerg

Elo-User/in
Mitglied seit
17 Feb 2008
Beiträge
414
Gefällt mir
1
#8
@sun2007

ich formuliere es einmal so bzw. aus meinen Erfahrungen herraus:

ein Attest Deines Hausarztes bewirkt im schlechtesten Fall, das man Dich dem Amtsarzt vorstellen will, sozusagen als Kontrolle oder Gegengutachten zu dem Attest Deines Arztes.
Somit kann man sich die Kosten für das Attest beim Hausarzt oder Orthopäden eigentlich sparen, weil es eh von der ARGE angezweifelt wird ...

Ich hab meinem damaligen Sachbearbeiter seinerzeit auf den Kopf zugesagt, das er wohl ziemlich einen an der Waffel haben muß.
1. wird die ARGE das Attest eh anfechten und mich zum Amtsarzt vorladen,
2. wenn die ARGE ein Attest möchte, möge sie dies entweder selbst beim Arzt anfordern oder mich dem medizinischen Dienst überstellen
3. kostet es Geld was ich nicht habe, denn 10 oder 15 Euro haben und nicht haben, sind schon 30 Euro.
Da kann man gut ne Woche von Leben.

Speziell nun aber zu Deiner Frage von wegen Auskunftsverweigerung sprich nicht Leisten der Unterschrift unter die Schweigepflichtsentbindung.

Ich denke die wirst Du leisten müßen, damit der med. Dienst sprich Amtsarzt sich die nötigen Unterlagen bei den Fachärzten, Kliniken, Krankenkasse anfordern kann um sich ein umfangreiches Bild von Deinem Gesundheitszustandes machen zu können. Deinen Sachbearbeiter geht es nichts an, außer der Befund des Amtsarztes.
Es besteht eine Mitwirkungspflicht, die die ARGEN wohl einfordern können.
... ohne Schweigepflichtsentbindung keine Untersuchung durch den med. Dienst, ergo auch keine oder nur eingeschränkte Leistung ... *denke ich mal so*

Gerade etwas gefunden, wo jemand die Schweigepflichtentbindung widerufen hat Hartz IV Forum - Sonstiges - mach Krebserkrankung Schikane seitens der LVA Ärzte und der ARGE - Seite 1 Erstellt am 20.11.2007 - 08:41

Ich denke darüber wird wohl nur ein Jurist eine korrekte Antwort geben können.

MfG
WurzelZwerg
 

sun2007

Elo-User/in

Mitglied seit
1 Mrz 2007
Beiträge
938
Gefällt mir
1
#9
Vielen Dank. Genau das war mein Knackpunkt: Wieso den Hausarzt von der Schweigepflicht entbinden, wenn der Amtsarzt sowieso das schreibt, was er will?? Und letztlich erfährt der Sachbearbeiter ja dann doch, was der Hausarzt meint, auch wenn es über den Umweg Amtsarut an ihn rankommt.

Apropos Medizinischer Dienst: Das ist ein Thema für sich - was da so alles abgeht, da muss man dringend gegen vorgehen. Oft sind das tattrige Ex-Ärzte, die sich ewig nicht weitergebildet haben und der Krankenkasse oder Behörde Gefälligkeitsgutachten schreiben. Die sind nicht neutral sonder mitten in einer Interesseverflechtung drin - wird dringend Zeit, dass das geändert wird.
 

WurzelZwerg

Elo-User/in
Mitglied seit
17 Feb 2008
Beiträge
414
Gefällt mir
1
#10
Das ist es ja eben ...
Also wenn eine Entbindung von der Schweigepflicht, dann NUR für eine Untersuchung durch den med. Dienst.
Den kleinen Sesselpubser von Sachbearbeiter geht es nichts an, und er hat auch keinen rechtlichen Anspruch darauf aufgrund fehlender medizinischer Kenntnissse. (außerdem unterliegt er ja anders als ein Arzt nicht der Schweigepflicht)
Auch wird er nur einen Befund durch den Amtsarzt zu sehen bekommen, niemals aber irgendwelche Krankengeschichten oder Unterlagen, die vom med. Dienst angefordert wurden.
Sollte dies der Fall sein, wäre dies ein gefundenes Fressen für den Datenschutzbeauftragten :icon_razz:

Betreff Ärzte, da ist mir ein alter Arzt der so einige Jahre Berufspraxis und Erfahrung mit sich bringt wesentlich lieber, als einer, der gerade mal zw. 35 und 45 Jahre alt ist.
Im Fall meiner Amtsärztin kann ich nur sagen, das ich glaube, die hat irgendwo in Afrika bei den "Bimbos" (dies ist jetzt KEIN Rassismus!) studiert und praktiziert, vor allem weil sie auch beim DRITTEN Befund (nach Aktenlage) die Einwände und Befund meines Orthopäden einfach ignorierte und sich auf die ersten von ihr verfassten Befunde berief ...

Und was mein Attest vom Hausarzt anging ...

"ohne vorherige Untersuchung durch einen Fach- oder Amtsarzt ist eine Vermittlung auf dem Arbeitsmarkt nicht möglich"

wurde von der (ex)Sachbearbeiterin einfach ignoriert und mir für 3 Monate gleich 3 Sanktionen verpasst (ca. -300€), aufgrund fehlender Bewerbungen.
Damit hat sie sich aus meiner Sicht ein klares Eigentor geschossen und sich sogar über den Berufsstand eines Arztes erhoben, weshalb ich in der Sache wie bereits erwähnt vor dem Sozialgericht Klage.
Sollte ich die Klage gewinnen - wovon ich ausgehe - kann sich die Dame warm anziehen.
Momentan versucht die ARGE mit allen Mitteln die Klage zu sabotieren und zu Fall zu bringen, damit diese Mißstände nicht an die Öffentlichkeit gelangen.
Wird Zeit das ich den Termin zur Reha- Kur bekomme und somit dann fundierte und vor allem einen unabhängigen und korrekten Befund über den wahren Gesundheitszustand erhalte, der mit Sicherheit dann mehr Gewicht hat als wie eine Untersuchung beim Amtsarzt im Schnellverfahren (15 Min. fertisch ...) ... (werde demnächst mal meine Erlebnisse in Kurzform nieder schreiben - ist der reinste Lacher)

MfG
WurzelZwerg
 

isabel

VIP Nutzer/in
Mitglied seit
17 Okt 2006
Beiträge
1.350
Gefällt mir
58
#11
Wird Zeit das ich den Termin zur Reha- Kur bekomme und somit dann fundierte und vor allem einen unabhängigen und korrekten Befund über den wahren Gesundheitszustand erhalte, der mit Sicherheit dann mehr Gewicht hat als wie eine Untersuchung beim Amtsarzt im Schnellverfahren (15 Min. fertisch ...) ... (werde demnächst mal meine Erlebnisse in Kurzform nieder schreiben - ist der reinste Lacher)

Hallo, Wurzel Zwerg,

wenn Du richtig und alles gelesen hast, dann weißt Du, dass auch Reha-Bescheide nach gutem Dünken meistens ausgestellt werden.
Ich möchte nicht Deine Hoffnung zerstören.
Die Kurärzte haben auch Vorschriften (Dienstvor. – die kennen Dich ja nicht persönlich), und zwar, nur um Statistik aufrecht zu erhalten. Wenn Du Glück hast, bekommst Du die richtige Beurteilung, wenn nicht – darfst Du weiter kämpfen.

Was mich vor allem stört, ist es, dass man den Niedergelassenen Ärzten nicht mehr glaubt.
Es entzieht sich meiner Begriffsmöglichkeiten, die Hausärzte partout für Betrüger im Namen der Erwerbslosen zu verurteilen. Die haben doch dabei gar keinen Vorteil!!!
Im Gegenteil!
Also, wenn Hausarzt der Meinung ist, der Patient ist krank - dann gehört die Beurteilung mit Sicherheit nicht in Kompetenzen irgendwelcher Sachbearbeiter von einer Behörde.

Die Ärzte leisten einen Eid auf Hippokrates.

So, wie ich heutzutage verstehen kann/darf: die SB’s von Behörden müssen es unbedingt prüfen (haben sie Doktoren und Professoren zur Verfügung?)
Vielleicht haben die ja Ahnung, wie man betrügen kann, aber die haben nie gelernt, was Eid und Ehrlichkeit, besonders im Medizinbereich, bedeutet.
Fühlt sich wahrscheinlich sehr angenehm, wenn ein SB ohne Abitur einen Arzt einen auswischen kann.
Wie erbärmlich!!!

Mit freundlichen Grüßen
Isabell
 

WurzelZwerg

Elo-User/in
Mitglied seit
17 Feb 2008
Beiträge
414
Gefällt mir
1
#12
Ärzte und ARGE

Hallo isabel,
genau so ist es, also die Einstellung bzw. den Stellenwert den ein niedergelassener Arzt in den Augen der ARGE hat - dabei sitzt mein Hausarzt sogar im Ärzteausschuss und ist somit nicht mal ein gerade unbedeutendender niedergelassener Arzt.

Nein, zu große Hoffnungen mache ich mir nicht, aber ich erwarte eine angemessene, korrekte und vor allem unabhängige Beurteilung der Ärzte in der Klinik meinen gesundheitszustandes betreffend.

Im Okt. 99 hatte ich solch starke Beschwerden im LWS Bereich, das ich erst von meinem Hausarzt und später Orthopäden arbeitsunfähig krank geschrieben wurde. Diese dauerte über 1 Jahr ...
Wärend dessen stellte ich einen Umschulungsantrag, worauf mich der med. Dienst der LVA in Leverkusen untersuchte und aus med. Sicht einer Umschulung uneingeschränkt zustimmte.
Wurde dann auch zur Reha nach Bad Sachsa (bei Soest) geschickt, die ebenfalls zu solch einem Ergebnis kamen.

Im vergangenen Jahr bat ich meinen Hausarzt mich noch einmal an dn Orthopäden zu überweisen, weil ich mich dazu entschlossen hatte mich an der LWS operieren zu lassen, damit ich endlich wieder arbeiten und die Schmerzen los werde.
Der wollte der Sache dann mal auf den Grund gehen, denn ein CT der LWS erbrachte den Befund:
keine Vorfälle vorhanden (2 Stück von 4 und 7 mm, die sich wohl zurück gebildet haben im laufe der Jahre), normaler Verschleiss meines Alters entsprechend.
Ich kam mir schon als Simulant abgestempelt vor!
Es wurde vom Orthopäden nun meine gesammte Wirbelsäule durchläuchtet mit einem katastrophalen Ergebnis ...
... meine gesammte Brustwirbelsäule ist so gut wie steif aufgrund von kaum noch vorhandenen Bandscheiben.
Dieses teilte der Orthopäde der Amtsärztin mit, und das er mit ihrem Befund über meinen gesundheitszustandes sowie Vermittlung auf dem Arbeitsmarkt nicht konform geht.
Interessierte diese aber nicht und berief sich in einem dritten Befund nach Aktenlage auf ihre vorherigen Ergebnisse.

Ich erwarte von der Klinik "Lahntalklinik" Bad Ems nur eine faire und ordentliche Einschätzung über meinen wahren gesundheitszustandes.
Auf Rente hab ich kein Interesse - außer es geht nun wirklich nicht mehr.

Hab ja auch beim Versorgungsamt einen Antrag gestellt auf Behindertenausweis.
Der Befund der Amtsärztin führte wahrscheinlich dazu, das sie mir "NUR" 20% zugestanden ... Mein Hausarzt war empört, vor allem welche Einstellung die Mitarbeiter der ARGE haben.

Als ich wieder einmal einen Termin wahrzunehmen hatte überreichte ich die aktuelle Krankmeldung und sie wurde entgegen genommen mit den Worten: ... ach der liebe Herr Dr. XYZ ....

Ich verbat mir solch eine herablassende Äußerung meines Hausarztes gegenüber, weil ihr einfach das Wissen und Ausbildung fehlt um sich derart
auslassen zu dürfen ...
Sie meinte dann, ich solle doch zum Orthopäden gehen und nicht zum Hausarzt um mich krank /arbeitsunfähig zu schreiben, woraufhin ich ihr von meinem Hausarzt folgendes ausgerichtet habe:

...die Diagnose steht fest un die einzige Behandlung besteht aus Schmerzbehandlung. wer nun diese AU schreibt spielt dabei absolut keine Rolex und die ARGE kann mich zu jedem Arzt ihre Wahl schicken und wird letztendlich keine andere Diagnose über meinen Gesundheitszustandes sowie Behandlung erhalten ...

Sorry, das es wieder so viel wurde, aber so können sich alle die es interessiert auch mal ein Bild davon machen, welchen Stellenwert ein niedergelassener und ehrlich praktizierender Arzt bei der ARGE hat, die ihre Amtsärzte wohl als das Non Plus Ultra ansehen, die Elite der Elite ...
... da lachen echt die Hühner ...

Sobald ich mehr Zeit habe, schreib ich mal, wie ich durch die ARGE in den KNAST durfte, meine Wohnung fast verloren hatte, jetzt immer noch kein Geld auf dem Konto ist und man weitere Sanktionen gegen mich verhängte obwohl die Krankmeldung bei der ARGE liegt, mit der SB telefoniert wurde und die Sanktion eigentlich laut Rechtsprechung erst ab dem 27.03.08
gültigkeit haben "könnte".
Die ARGE betreibt so viel Rechtsbruch und verletzt die Rechte anderer, das man eigentlich diese Leute aus dem Dienst entfernen müßte - genauso wie die Politiker die den ganzen Mist erst produzierten.

MfG
WurzelZwerg

PS. Zerstören kann man bei mir nicht mehr viel, aber die Hoffnung stirbt zuletzt :)
 

Georgia

Elo-User/in

Mitglied seit
5 Dez 2006
Beiträge
1.178
Gefällt mir
0
#13
Speziell nun aber zu Deiner Frage von wegen Auskunftsverweigerung sprich nicht Leisten der Unterschrift unter die Schweigepflichtsentbindung.

Ich denke die wirst Du leisten müßen, damit der med. Dienst sprich Amtsarzt sich die nötigen Unterlagen bei den Fachärzten, Kliniken, Krankenkasse anfordern kann um sich ein umfangreiches Bild von Deinem Gesundheitszustandes machen zu können. Deinen Sachbearbeiter geht es nichts an, außer der Befund des Amtsarztes.
Es besteht eine Mitwirkungspflicht, die die ARGEN wohl einfordern können.
... ohne Schweigepflichtsentbindung keine Untersuchung durch den med. Dienst, ergo auch keine oder nur eingeschränkte Leistung ... *denke ich mal so*

MfG
WurzelZwerg
Da bist du aber gewaltig auf denm Holzweg.
Ich war 2 mal in verschiedenen Jahren und von verschiedenen SB `s betreut, bei einem KZ Doc, oh sorry, Arge Arzt.

Das erste Mal habe ich weder eine Schweigepflichtsentbindung gegenüber dem Hausarzt unterschrieben (er war damals mein alleinig behandelnder Arzt), noch habe ich irgendwelche Unterlagen vorgelegt.

Beim zweiten Mal , was den Hausarut betrifft, dto.
Da jedoch noch ein behandelndender Orthopäde hinzu kam, habe ich auch den der Schweigepflicht nicht entbunden und lediglich einen Arztbericht und Röntgenbilder von ihm ,dem KZ Doc vorgelegt.

Meine Handlungsweise hat nicht zu irgendwelchen Drohungen, oder Sanktionen Seitens der SB`s geführt.

Ich werde niemals eine Schweigepfichtsentbindung unterschreiben, das ist mein gutes Recht. In Arztakten/berichten stehen dermaßen viele Intimitäten, die keinen etwas angehen. Außerdem kann man stark davon ausgehen, daß diese Intimitäten gegen einen Selbst negativ verwendet werden von der Arge.

Wer unterschreiben will kann es tun. Ich rate davon ab.

Was die KZ Doc Beurteilungen betreffen, so kann ich erstens bestätigen, daß es sich um "ausgemusterte" Ärzte handelt, die auf dem freien Markt nicht einzusetzen sind, und zweitens, daß egal wie krank man ist, in der Regel entgegen der eigenen Ärzte, voll arbeitsfähig geschrieben wird.
 

WurzelZwerg

Elo-User/in
Mitglied seit
17 Feb 2008
Beiträge
414
Gefällt mir
1
#14
Hallo Georgia,

deswegen habe ich ja auch geschrieben, das diese Frage, ob man denn nun diese Schweigepflichtsenbindung leisten muß oder nicht wohl nur ein Jurist beantworten kann.
Will man aber eine ordentliche Beurteilung seines gesundheitszustandes, gibt man in der Regel diese Einwilligung damit der med. Dienst alle relevanten Daten und Krankenblätter/Befunde vorliegen hat in der Hoffnung, er möge zu dem gleichen Ergebnis kommen wie die behandelnden Ärzte, Kliniken pp.

Das dem nicht so ist, haben mir meine Befunde gezeigt - womit Deine Bezeichnung für die Amtsärzte aus meiner Sicht verständlich ist :icon_biggrin:
Nur das ich mich das nie wagen würde dies so in der Form zu schreiben.
Mit Sicherheit sind nicht alle Ärzte des med. Dienstes diesen Schlages.

MfG
WurzelZwerg
 

Georgia

Elo-User/in

Mitglied seit
5 Dez 2006
Beiträge
1.178
Gefällt mir
0
#15
@WurzelZwerg

Ich habe die Frage beantwortet .
Dazu benötigt man keinen Juristen.
Keiner ist dazu gezwungen eine Schweigepflichtsentbindung zu unterschreiben.




Die Arge Ärzten beurteilen IMMER für die Argen und nicht für den Hartzer.
Da nutzen auch keine noch so umfangreich eingereichte Krankenblätter/Akten.

.

Ich tituliere nicht die Ärzte der Krankenkassen (MDK) mit diesem Ausdruck, lediglich die eigenen Ärzte der Argen. Die Einen haben mit den Anderen nichts zutun.
Nein, ich habe keinerlei Skrupel ein Schwein als ein solches auch zu betiteln !

Gruß G.
 

Arania

Elo-User/in

Mitglied seit
5 Sep 2005
Beiträge
17.180
Gefällt mir
178
#16
Ihr tut mir beide leid, wer alle Ärzte pauschal so aburteilt wie Ihr, ist wahrscheinlich noch nie von einem wieder ins Leben geholt worden

Es ist eine Schande wie ein ganzer Berufsstand denunziert wird, ich habe mit Amtsärzten nur gute Erfahrungen gemacht und ich kenne viele, denen es genau so geht
 

Georgia

Elo-User/in

Mitglied seit
5 Dez 2006
Beiträge
1.178
Gefällt mir
0
#17
Ihr tut mir beide leid, wer alle Ärzte pauschal so aburteilt wie Ihr, ist wahrscheinlich noch nie von einem wieder ins Leben geholt worden

Es ist eine Schande wie ein ganzer Berufsstand denunziert wird, ich habe mit Amtsärzten nur gute Erfahrungen gemacht und ich kenne viele, denen es genau so geht
Ich stehe voll hinter den Ärzten, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, anderen Menschen zu helfen,also die überwiegende Anzahl von Ärzten.
Ich habe auch noch nie schlechte Erfahrungen gemacht mit meinen/unseren behandelnden Ärzten und ich/wir sind schon sehr lange, seit gut 10 Jahren, wegen div. etlicher Krankheiten in Behandlung.

Ich spreche mich aber gegen die Arge Ärzte aus, weil ich dort schlechte Erfahrungen sammeln mußte. Angefangen von einer Begutachtung wie auf dem Viehmarkt oder KZ beim einen, aufgehört mit einer sexuellen Beläßtigung beim anderen, der u.a. ganz danach aussah, als hätte er ein Alkoholproblem.
Es mag sein, daß ich pauschaliere, aber gerade diese Ärzte der Arge ziehen einen Berufsstand in den Dreck.
Und ich werde es mir nicht nehmen lassen meine Meinung auf Grund eigener Erfahrungen (auch andere können meine Erf. bestätigen) öffentlich kund zutun. Mit denunzieren hat dies rein nichts zutun. Es werden untragbare Mißstände angeprangert.

Gruß G.
 

berimbau

Elo-User/in

Mitglied seit
20 Feb 2007
Beiträge
94
Gefällt mir
1
#18
Hallo zusammen,

Auch gegen den Befund des Amtsarztes ist ein Widerspruch/Beschwerde möglich, vor allem gerade dann, wenn nach Aktenlage entschieden wurde.
Man ist dann gehalten die betreffende Person med. zu untersuchen.
Wird darauf nicht eingegangen, steht einem natürlich auch hier der Klageweg offen.
Das bringt mich auf eine weitere Frage.

Ich war vor ca. einem Jahr beim Amtsarzt der ARGE. Er hat mich angeschaut, aber nicht untersucht. Einen Befund von ihm hab ich nie zu Gesicht bekommen. Im Dezember hab ich zum allerersten Mal meine sogenannte Fallmanagerin kennen gelernt (die Jahre zuvor hatte ich eine normale Sachbearbeiterin). Und diese teilte mir mit, der Amtsarzt habe mich als 100% erwerbsfähig eingestuft. Schwere Gehbehinderung, chronische Schmerzen usw. interessieren da offensichtlich nicht. :icon_rolleyes: Aber das nur am Rande.

Meine konkrete Frage: Wie kann ich gegen einen Befund widersprechen, der mir gar nicht bekannt war? Schriftlich habe ich da noch immer nichts bekommen?
 

WurzelZwerg

Elo-User/in
Mitglied seit
17 Feb 2008
Beiträge
414
Gefällt mir
1
#20
Richtigstellung

@Arania

Das dem nicht so ist, haben mir meine Befunde gezeigt - womit Deine Bezeichnung für die Amtsärzte aus meiner Sicht verständlich ist :icon_biggrin:
Nur das ich mich das nie wagen würde dies so in der Form zu schreiben.
Mit Sicherheit sind nicht alle Ärzte des med. Dienstes diesen Schlages.
Bitte diesen Teil noch einmal lesen und mir dann mitteilen, wo ICH pauschaliere oder einen Berufsstand in den Schmutz ziehe!

Auch mein damaliger Hausarzt war Alkoholiker durch Eheprobleme und lebt heute nicht mehr. Wenn man zu ihm wollte, mußte man erst einmal schaun, ob er überhaupt die Praxis geöfffnet hatte oder er wieder einal im Dilirium in irgend einer Ecke gelegen hatte. Dies passierte mir damals 2 mal nach Arbeitsunfällen, als ich vom Krankenhaus an meinen Hausarzt weiter geschickt wurde, ich aber vor verschlossenen Türen stand.

Desweiteren kann ich mich was den Berufsstand der Ärzte angeht nun wirklich nicht negativ äußern, außer eben wie die Leute behandelt werden, die vom med. Dienst der Bundesanstalt für Arbeit - auch Amtsärzte genannt - befundet werden.
Soll heißen: wenn man nicht gerade den Kopf unter dem Arm trägt, ist man Erwerbsfähig und steht somit dem Arbeitsmarkt zur Verfügung - ganz gleich was auch die anderen Behandelnden Ärzte die einen zum Teil seit Jahren kennen und über den gesundheitszustand genaustens informiert sind auch schreiben.

Dies ist aber mittlerweile bei allen Institutionen der Fall, von denen man etwas erwartet um seine Lebenssituation etwas zu verbessern.
Damit meine ich, wenn man beim Versorgungsamt z.Bs. einen Behindertenausweis beantragt oder beim Rententräger einen Antrag auf Rente etc. pp. stellt.
Die Hürden sind heute um ein vielfaches so hoch wie noch vor 20 Jahren,
und um einen Antrag genehmigt zu bekommen muß man heute wohl eher halbtot sein als wie nur stark behindert oder krank ...

NOCH EINMAL: die Untersuchungen die mir zukamen von der LVA im Jahre 2000, sowie durch die behandelnden Ärzte der Reha-Klinik, waren von der Quallität und Umfang das, was man von einer ordentlichen Untersuchung erwartet oder erhoffte.
Die Untersuchung durch die Amtsärztin in meinem Fall dauerte gerade mal 15 Min., gerade stehen, Reflexe an Armen und Beinen, Sehtest, einmal nach vorn beugen - das wars außer dem Schreibkram.
Am liebsten wäre es denen wahrscheinlich nach der altklassischen Art der chinesischen Medizin: einmal in die Augen schaun, Zunge betrachten und fertig ...

Ich kann und habe nur von meiner Amtsärztin gesprochen, und von der habe ich den Eindruck gewonnen, das sie wohl in irgendeinem Urwalddorf studiert hat und von Medizin nur so viel Ahnung hat, was man auch als Laie in Büchern nachlesen kann (mal krass und kurz ausgedrückt).
Also unterstelle mir nicht etwas, was ich so in der Form wie Du es mir andichten möchtest niemals geäußert habe!
Das die Ärzte des med. Dienstes sprich Ärzte der Arbeitsämter alle FÜR die ARGE etc. arbeiten und befunden, und nicht für den kranken "Kunden", ist hinlänglich bekannt und wurde mit Sicherheit hier im Forum schon mehrfach zur Sprache gebracht.

@berimbau
Deine Frage wurde von Arania schon beantwortet.
Stelle einen Antrag auf eröffnung des Befundes des Amtsarztes und lasse Dir eine Kopie davon aushändigen. So hast Du dann etwas konkretes in der Hand welches später einmal nützlich sein könnte sollte es um Anträge oder evtl. Rechtsstreit mit der ARGE gehen.

MfG
WurzelZwerg
 

Arania

Elo-User/in

Mitglied seit
5 Sep 2005
Beiträge
17.180
Gefällt mir
178
#21
Das die Ärzte des med. Dienstes sprich Ärzte der Arbeitsämter alle FÜR die ARGE etc. arbeiten und befunden, und nicht für den kranken "Kunden", ist hinlänglich bekannt und wurde mit Sicherheit hier im Forum schon mehrfach zur Sprache gebracht.
Auch wenn man etwas hundertmal wiederholt wird es dadurch nicht allgemeingültig, ich habe mit dem Amtsarzt keine schlechten Erfahrungen gemacht und deshalb kann ich dem nicht zustimmen

Verallgemeinerungen sind in meinen Augen eh nicht angebracht, aber das muss jeder selber wissen
 

WurzelZwerg

Elo-User/in
Mitglied seit
17 Feb 2008
Beiträge
414
Gefällt mir
1
#22
Auch wenn man etwas hundertmal wiederholt wird es dadurch nicht allgemeingültig, ich habe mit dem Amtsarzt keine schlechten Erfahrungen gemacht und deshalb kann ich dem nicht zustimmen

Verallgemeinerungen sind in meinen Augen eh nicht angebracht, aber das muss jeder selber wissen
Dies beantwortet leider meine Frage immer noch nicht, wo ich einen Arzt als KZ-Arzt tituliert haben soll!

Desweiteren habe ich nicht verallgemeinert sondern nur von den Erfahrungen berichtet, die ich bisher mit den Einrichtungen der medizinischen Dienste hatte.

Wenn Du natürlich die Gabe besitzt zwischen den Zeilen zu lesen, so ist Dir dies überlassen. Aber auch da sollte man dann wissen, wie man diese oder jene Ausage zu interpretieren hat ...

Wer lesen kann ist klar im Vorteil.


MfG
WurzelZwerg
 

Arania

Elo-User/in

Mitglied seit
5 Sep 2005
Beiträge
17.180
Gefällt mir
178
#23
Habe ich irgendwo davon geschrieben das DU einen Arzt als KZ-Arzt bezeichnet hast?

Ich sehe das nirgendwo, das hat Georgia getan , Deine negativen Äusserungen dazu haben mich dann veranlasst: IHR in meiner Antwort zu verwenden

Und ich sehe das Du von Deinen Erfahrungen sprichst, sie aber zur allgemeingültigen Aussage machen möchtest, ich muss jetzt sicher nicht alle Passagen dazu zitieren, oder? Diese

Das die Ärzte des med. Dienstes sprich Ärzte der Arbeitsämter alle FÜR die ARGE etc. arbeiten und befunden, und nicht für den kranken "Kunden", ist hinlänglich bekannt und wurde mit Sicherheit hier im Forum schon mehrfach zur Sprache gebracht.
reicht doch, denn wenn etwas hinlänglich bekannt ist, dann ist es als allgemeingültig anerkannt und das ist eben nicht so, wie nun wiederum MEINE Erfahrungen beweisen
Sei gewiss, meine Lesefähigkeit ist bereits seit dem Kindesalter ausgezeichnet
 

WurzelZwerg

Elo-User/in
Mitglied seit
17 Feb 2008
Beiträge
414
Gefällt mir
1
#24
Das sind Tatsachen und Fakten und mir ist nicht ein einziger Fall bekannt, indem irgend ein Amtsarzt zu Gunsten des "Kranken" einen Befund ausgestellt hat, es sei denn, es war wirklich Hopfen und Malz verloren und man konnte diese Person dann in "Rente" schicken.

Dieses hat mit Verallgemeinern nichts zu tun, oder kannst Du mir irgend ein Beispiel benennen, indem der Amtsarzt völlig unparteiisch, unabhängig sachlich und ehrlich seinen Eid befolgend einen positiven Befund für die untersuchte Person erstellte, der vor der ARGE oder Arbeitsamt als positiv zu sehen war?

Ich denke mal dies ist ein Wunschdenken und führt meilenweit an der wahren Realität vorbei.
Amtsärzte sind und werden von der Bundesanstalt für Arbeit bezahlt, und unabhängig oder frei in ihren Entscheidungen sind sie somit in keinem Fall, weil sie sonst nicht tragbar wären.

Ich lasse mich gern eines besseren belehren, aber dafür wirst Du lange suchen müssen.
Wohlgemerkt, es geht um Befunde die über die Arbeitsfähigkeit und Vermittlung bei AL I und AL II relevant sind.
Nicht um irgendwelche Schuheinlagen, Brillen oder sonstiges.

Mit anderen Worten: ich habe mehr Vertrauen in unabhängige Ärzte wie die vom Versorgungsamt, Rentenversicherungsträger, Kliniken oder freien Ärzten, als wie solche die in Brot und lohn der Agentur für Arbeit stehen.
Sie unterliegen zwar auch gewissen Regeln, aber mit denen kann man allemal besser umgehen als wie mit denen vom med. Dienst der Arbeitsämter.

Ich denke dies sagt nun alles und braucht nicht weiter erörtert zu werden.

Mfg
WurzelZwerg
 

Georgia

Elo-User/in

Mitglied seit
5 Dez 2006
Beiträge
1.178
Gefällt mir
0
#25
Auch wenn man etwas hundertmal wiederholt wird es dadurch nicht allgemeingültig, ich habe mit dem Amtsarzt keine schlechten Erfahrungen gemacht und deshalb kann ich dem nicht zustimmen

Verallgemeinerungen sind in meinen Augen eh nicht angebracht, aber das muss jeder selber wissen
Es ist aber doch so, daß du eine der wenigen Ausnahmen darstellst. Die meisten Hartzer haben negative Erfahrungen zu berichten.
Und warum sollte ich mir dann auf Grund deiner Erfahrung eine rosa Brille aufsetzen und mir Hartz IV schön reden ?
Da nun das Negative überwiegt, kann man nicht mehr von Verallgemeinerung sprechen.
Warum werden denn die meisten Hartzer "gesund" geschrieben, obwohl sie krank sind ?
 

WurzelZwerg

Elo-User/in
Mitglied seit
17 Feb 2008
Beiträge
414
Gefällt mir
1
#26
@Georgia
lasse sie doch in dem Glauben, viell. glaubt sie´s ja selber mal irgendwann.
Wer allerdings verallgemeinert ist ihr Post und nicht der unsere, wo sie mit EINEM Amtsarzt wohl gute (?) Erfahrungen machte. (ist nur eine Vermutung)

Habe die Nacht noch stundenlang mit meiner sehr guten Freundin in Belgien geschrieben speziell auch über dieses Thema.
ALLE diese Ärzte, ob nun vom Versorgungsamt, Rentenversicherungsträger etc. sind gehalten möglichst die allerniedrigste Stufe zu befunden, damit nicht
a. so viele Kosten entstehen, sollten die auf Rente gehen,
b. einen niedrigeren Grad der Behinderung zugeteilt bekommen (ebenfalls wg. Kosten) oder
c. die Krankenkassen nicht so belasten.

Diese sehr gute Freundin ist übrigens gebürtige Deutsche mit zwei Wohnsitzen. Das nurmal eben noch schnell eingeworfen ehe so dumme Kommentare folgen wie: Belgien ist nicht Deutschland öder ähnliches.
Sie hat mehr als über 10 JAhre beim Arbeitsamt und Versorgungsamt gearbeitet - und ich denke sie sollte davon noch mehr Ahnung haben als wie unsereiner.

MfG
WurzelZwerg
 

Georgia

Elo-User/in

Mitglied seit
5 Dez 2006
Beiträge
1.178
Gefällt mir
0
#27
@Georgia
lasse sie doch in dem Glauben, viell. glaubt sie´s ja selber mal irgendwann.
Wer allerdings verallgemeinert ist ihr Post und nicht der unsere, wo sie mit EINEM Amtsarzt wohl gute (?) Erfahrungen machte. (ist nur eine Vermutung)

Habe die Nacht noch stundenlang mit meiner sehr guten Freundin in Belgien geschrieben speziell auch über dieses Thema.
ALLE diese Ärzte, ob nun vom Versorgungsamt, Rentenversicherungsträger etc. sind gehalten möglichst die allerniedrigste Stufe zu befunden, damit nicht
a. so viele Kosten entstehen, sollten die auf Rente gehen,
b. einen niedrigeren Grad der Behinderung zugeteilt bekommen (ebenfalls wg. Kosten) oder
c. die Krankenkassen nicht so belasten.

Diese sehr gute Freundin ist übrigens gebürtige Deutsche mit zwei Wohnsitzen. Das nurmal eben noch schnell eingeworfen ehe so dumme Kommentare folgen wie: Belgien ist nicht Deutschland öder ähnliches.
Sie hat mehr als über 10 JAhre beim Arbeitsamt und Versorgungsamt gearbeitet - und ich denke sie sollte davon noch mehr Ahnung haben als wie unsereiner.

MfG
WurzelZwerg
Wenn nun alle X X Arge Ärzte nach wirklichem Krankheitsbild einen Befund erstellen würden, dann käme eine emense Arbeit auf die SB`s zu. Es wären viele Hartzer nicht mehr Vollzeit vermittelbar, also belasstbar für egal welche Maßnahmen oder Arbeit. Also wischt man die Befunde der Hausärzte etc. vom Tisch um die Statistiken regulieren zu können.
Ab 1. April soll eine bundesweite Vollvermittlungsaktion starten, da wären ehrliche Ärzte nur hinderlich.
 

Hondaklaus

Elo-User/in
Mitglied seit
25 Mrz 2008
Beiträge
6
Gefällt mir
0
#28
Nun - ich bin nicht so ganz gesund, hatte einen Herzinfarkt, bin insulinpflichtiger Diabetiker und habe eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung. Leider reicht das für Rente nicht aus und für eine richtige Arbeit mit dem ich meinen Lebensunterhalt bestreiten könnte bin ich zu krank.
So bin ich schon länger arbeitslos und habe entsprechende Erfahrungen mit Arbeitsämtern und Argen. Ein Mal wurde ich bis jetzt vom Arbeitsamt zu einem Gutachter der LVA geschickt der am Ende seiner Untersuchung (ca. 5 Minuten) ein Gutachten erstellte dass ich meinen ehemaligen Job - Mischmeister eines Betonwerks - jederzeit wieder ausüben kann. Er wusste aus Befunden dass ich wegen des Stress bei diesem Job Diabetiker wurde und einen Herzinfarkt hatte. Ich hatte nach meinem Herzinfarkt und der Reha danach noch 5 Monate den Job ausgeübt bis ich von meinem Hausarzt für 18 Monate krank geschrieben wurde weil ich dem Stress nicht gewachsen war und direkt vor dem nächsten Herzinfarkt stand. Ich muss dazu sagen dass der Arzt der das Gutachten erstellte bestimmt 70 Jahre alt und meines Erachtens garnicht in der Lage war meinen ehemaligen Job zu kennen oder gar zu beurteilen.
Heute stehe ich vor der nächsten Beurteilung eines sogenannten Arztes der nach Aktenlage beurteilt hat. Ich muss jetzt sagen dass mich dar Arzt garnicht kennt und von den Krankenhäusern und der Reha-Klinik keine Unterlagen angefordert hat. Ich weiss das weil ich dort jeweils angerufen, nachgefragt und meine Unterlagen selbst angefordert habe.
Ich denke dass dieser Quacksalber mit grösster Wahrscheinlichkeit da ein Schlechtachten (Gutachten kann es ja nicht sein) abgibt in dem steht dass ich voll arbeitsfähig und kerngesund bin. Die Tatsachen dass ich einen Herzinfarkt hatte und insulinpflichtiger Diabetiker bin werden da wohl kaum eine Rolle spielen.
Damit werde ich wohl meinen Rechtsanwalt beauftragen müssen meine Interessen, insbesondere mein Recht auf körperliche Unversehrtheit, wahrzunehmen. Mein weiterer Weg wird sein, verschiedene Gutachten von Spezialisten vorzulegen, die alles andere als eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestätigen.
Das alles wird dann am Ende vorm Sozialgericht ausgefochten. Bis zu einer Entscheidung des Sozialgerichts wird der ARGE nichts anderes übrig bleiben als meinen Gutachten glauben zu schenken. Sollten die das nicht wollen habe ich kein Problem damit meine Akte bei der ARGE mit Krankmeldungen zu füllen. Sollte die ARGE auf weiteren Untersuchungen bestehen kann ich, getreu dem Grundsatz der freien Arztwahl, darauf bestehen diese Untersuchungen durch einen Spezialisten meiner Wahl ausführen zu lassen.
Eine Anzeige gegen den Superdoktor der ARGE wegen versuchter Körperverletzung in mittelbarer Täterschaft werde ich mir vorbehalten.

Ich denke ich werde der Dame im Job-Center das Zähnchen, mich irgendwo hin, in einen x-beliebigen Job zu vermitteln, um mich aus der Statistik zu bekommen, schon ziehen.
Derzeit fühle ich mich nur für einen extrem leichten Job, ohne Stress und ohne körperliches ranklotzen in einem gut klimatisierten Raum gewachsen. Leider sind solches Jobs extrem selten und ich damit kaum vermittelbar.

Ich werde euch hier weiter auf dem Laufenden halten :D
 

WurzelZwerg

Elo-User/in
Mitglied seit
17 Feb 2008
Beiträge
414
Gefällt mir
1
#29
Hallo Hondaklaus,
wenn ich mir so Deine Geschichte ansehe und was Dir "schon" alles wiederfahren ist, muß ich mir mit meinem "kaputten" Rücken wie ein gesunder Spring ins Feld vor kommen.

Also zumindest von einem Arzt des med. Dienstes der LVA sollte man erwarten, das sie einen korrekten Befund / Gutachten erstellen - anders als vom Arbeitsamt / ARGE, die ja von denen bezahlt werden.
Heute versuchen die überall zu sparen und haben Anweisung, grundsätzlich erst einmal entweder gesund zu schreiben oder den niedrigsten Satz der Behinderung zu bewilligen - wogegen man dann einen Überprüfungs- oder Verschlimmerungsantrag stellen kann.
Also ich denke nicht nur für mich bist Du das beste Beispiel dafür das da eigentlich schreibt, der eigentlich Erwerbsunfähig ist.
Das dem nicht so ist, zeigt Dein Beitrag.

Auch mir ist klar, das man heute eigentlich nur weiter kommt, wenn man sich auf deren Schiene bewegt und mit den gleichen Waffen kämpft, also alles auf medizinischer Basis - sonst hat man eh schon verloren.
Wenn es nach denen geht, soll man noch arbeiten gehen, wenn man bereits den Kopf schon unterm Arm trägt.

Also ich wünsche Dir nicht nur viel Glück auf Deinem weiteren Weg und Kampf, sondern viel Erfolg!
Denn das braucht man heute schon um zu seinem Recht zu kommen oder zumindest menschenwürdig und korrekt behandelt zu werden.
 
Mitglied seit
29 Jun 2008
Beiträge
393
Gefällt mir
4
#30
Über den Umfang der Schweigepflichtsentbindung solltest Du Dir Gedanken machen vor dem Hintergrund der Frage, welche Informationen wirklich wichtig sind, um Deine Arbeitsfähigkeit zu beurteilen. Alles weitere sollte nämlich für die Arge tabu sein. Deinen Sachbeabeiter gehen diese medizinischen Informationen in der Tat nichts an, weil er nicht in der Lage ist, sie angemessen zu beurteilen, es sei denn, er wäre Arzt.

Insofern kannst Du die Informationen in einem geschlossenen Umschlag an Deinen SB schicken mit der Bitte um Weiterleitung an den medizinischen Dienst oder Du fragst nach einer Postadresse des medizinischen Dienstes und schickst die Unterlagen direkt dorthin.
 

Arania

Elo-User/in

Mitglied seit
5 Sep 2005
Beiträge
17.180
Gefällt mir
178
#31
Ich sehe das auch so, ich habe die Unterlagen selber dem Arzt übergeben und mein SB wollte sie auch gar nicht haben, da möchte also jeder SB selber entscheiden wie er es gerne hätte

Es reicht wenn man die Unterlagen dem Amtarzt übergibt
 

Baerli

Elo-User/in

Mitglied seit
24 Nov 2008
Beiträge
16
Gefällt mir
0
#32
Hallo Ihr
Ich soll bis zum 15.12.09 diverse Schweigepflichtsentbindung unterschreiben.
Am besten fange ich mal von vorne an, ok.

Ich war vor ca. 2 -3 j. beim Medizinischen Dienst von der Arge.
Der Befund war, ich bin Fit wie ein Turnschuh, ohne Einschränkung.

Letztes Jahr hatte ich eine Maßnahme machen müssen, Bewerbungstraining, auch vom Jobcenter wurde ein Gutachten vom Medizinischen Dienst angefordert.
Der Befund, nur noch Informationstätigkeiten, Klimatisiert, kein Streß und und und.
Daraufhin sollte ich in HH Alsterdorf in einer schwer Behindertenwerkstatt arbeiten.
Was ich abgelehnt habe, weil ich nicht mit Geistig schwerst Behinderte arbeiten kann, kam damit durch.

Bin zu 50% schwer Behindert, mein Ausweis wurde gerade verlängert und zwar auf unbefristet.

Ich arbeite im Sicherheitsdienst, habe einen 400€ Job bekommen, so gar auf dem 1. Arbeitsmarkt, weil mir gesagt wurde das ich nie mehr einen Job auf dem 1. Arbeitsmarkt bekomme. Habe so gar extra den 34a schein gemacht, und bestanden.
Man nimmt viel Rücksicht auf mich, bekomme leichte und sitzende Tätigkeiten, total easy, habe echt Glück mit meinen Arbeitgeber.

Ich sollte trotzdem einen 1€ Job machen, weil ich denen zu wenig verdiene, mit dem 400€ Job.
Ich sollte in der Küche arbeiten, was ich Körperlich und Gesundheitlich nicht machen kann und darf.
Attest vom Arzt und nun soll ich zu MD, na klasse.
Man sagte mir das es um eine Rehamaßnahme geht, steht aber in der Vereinbarung nicht drin, hmm???

Mal anmerken muss, ich besuche meine Orthopäden selten, weil ich ständig das gleiche höre.
Man kann mir nicht helfen, ist halt verschleiss.
Außer meine Medis geht da nichts.

Die wollen doch nur das Gutachten zu Ihren Gunsten machen lassen.
Wie kann ich mich dagegen wehren??????

Ich wäre Euch sehr Dankbar um einen Rat.

Lg
Baerli
 

Muzel

Star VIP Nutzer/in
Mitglied seit
15 Dez 2008
Beiträge
12.085
Gefällt mir
1.854
#34
Wenn du dich dagegen wehren willst, musst du eigene möglichst belastungsfähige Befunde oder Atteste beibringen. Du solltest in Erfahrung bringen, welcher Fachrichtung der angehört. Sollte er ein Augenarzt sein, du aber ein orthopädisches Leiden haben, kannst du verlangen von einem Facharzt begutachtet zu werden.
 

Baerli

Elo-User/in

Mitglied seit
24 Nov 2008
Beiträge
16
Gefällt mir
0
#35
Hallo Muzel
Danke für Deine Antwort.
Und was mache ich wenn das Gutachten, zu Gunsten der ARGE ausfällt?
Wie kann ich mich dann gegen das Gutachten wehren?

Ich habe Bluthochdruck, Diabetes Typ II, im re. Knie Schrauben durch eine Kreuzbandplastik, im li. Knie einen großen Knorpelschaden, verschleiss Ellenbogen, Sprunggelenke, LWS und HWS und Seelische minderbelastbarkeit.
Ich glaube das war alles :icon_kinn:
 

Muzel

Star VIP Nutzer/in
Mitglied seit
15 Dez 2008
Beiträge
12.085
Gefällt mir
1.854
#36
Gegen ein Gutachten sich zu wehren ist sehr schwierig. Man kann sich leichter gegen die Anordnung wehren. Geht man aber nicht zum Gutachter, vergibt man sich die Chance selbst Einfluss zu nehmen. Ich würde die Fachbezeichnung von dem Arzt in Erfahrung bringen und anschließend möglichst viele Infos über ihn sammeln.
Wenn man von dir ein Gutachten nach Aktenlage erstellt, wirst du ganz übergangen.
 

Baerli

Elo-User/in

Mitglied seit
24 Nov 2008
Beiträge
16
Gefällt mir
0
#37
Öhm, wie mache ich das denn?
Die werden mir ja nicht sagen, wer mich Untersucht.
Bekomme ja erst Bescheid darüber, wenn ich zum Untersuchungstermin erscheinen soll.

Sorry, bin sehr unwissend, Frage lieber öfter nach um das besser zu verstehen.

Und woher bekomme ich die nötige Info vom Doc und wie kann ich mich dann gegen sein Urteil wehren?

Vielen lieben Dank für Deinen Beistand.

Lg
Baerli
 

Muzel

Star VIP Nutzer/in
Mitglied seit
15 Dez 2008
Beiträge
12.085
Gefällt mir
1.854
#38
Normalerweise, sollte das bei deiner Einladung zum Untersuchungstermin dabeistehen.
 

Muzel

Star VIP Nutzer/in
Mitglied seit
15 Dez 2008
Beiträge
12.085
Gefällt mir
1.854
#39
Wenn du der Meinung bist, dass der Arzt fachlich inkompetent ist, dann schreibe einen Befangenheitsantrag z. H. deines SB.
 

Baerli

Elo-User/in

Mitglied seit
24 Nov 2008
Beiträge
16
Gefällt mir
0
#40
Hallo Muzel
Sorry das ich erst jetzt antworte, habe viel gearbeitet und hatte eine Zerrung im Ellenbogen.

Danke für Deine Geduld mit mir, bin ab und zu etwas begriffsstutzig :icon_neutral:

Muss eh erst mal abwarten, wenn ich alles hinter mir habe, werde ich hier berichten, ok.

Lg
Baerli
 

Hondaklaus

Elo-User/in
Mitglied seit
25 Mrz 2008
Beiträge
6
Gefällt mir
0
#41
Zunächst bemerke ich mal dass inzwischen mehr als 2 Jahre ins Land gegangen sind. Ich habe auf dieses seltsame Gutachten hin die Arge mit Krankmeldungen bombardiert bis die Dame dort meinte dass das nicht nötig ist. Sie hat darauf verzichtet mich irgendwo hin vermitteln zu wollen und nur noch dafür gesorgt dass ich nicht unnötig belästigt werde. Inzwischen bin ich umgezogen und wohne jetzt in Mittelhessen (Vogelsberggebiet). Die Arge hier hat zunächst versucht mich zu vermitteln - über ein Programm das über 50jährigen eine Chance bieten soll. Mit dem Sachbearbeiter habe ich mich ca. 2 Minuten über mögliche Jobs und danach eine 1/2 Stunde über Motorräder unterhalten. Der hat mich dann an eine andere Sachbearbeiterin vermittelt die, nach einem 10minütigen Gespräch, für mich Rente beantragt hat. Danach kam eine Untersuchung bei einem Gutachter, der meiner Meinung nach, ein richtiges Gutachten erstellt hat. Das hatte zur Folge dass mein Rentenantrag durch ging und ich inzwischen Rente beziehe. Das Dumme daran ist nur dass die EU-Rente weder zum Leben noch zum Sterben reicht. Ich bin also weiterhin auf Geld vom Amt angewiesen......
Das Gute an der Sache ist dass ich mit Sicherheit nie eine 1.- Euro Job machen muss und dass ich keine sinnlosen Vermittlungsangebote mehr erhalte. Auch Terminladungen mit dem Sinn über "meine berufliche Situation" sprechen zu wollen gehören inzwischen der Geschichte an. Ausserdem darf ich jetzt zumindest 400 Euro nebenbei verdienen ohne dass meine Bezüge irgendwie angetastet werden.
 

Saviour1981

Elo-User/in
Mitglied seit
16 Feb 2009
Beiträge
196
Gefällt mir
13
#42
Beitrag #17
Ich stehe voll hinter den Ärzten, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, anderen Menschen zu helfen,also die überwiegende Anzahl von Ärzten.
Ich habe auch noch nie schlechte Erfahrungen gemacht mit meinen/unseren behandelnden Ärzten und ich/wir sind schon sehr lange, seit gut 10 Jahren, wegen div. etlicher Krankheiten in Behandlung.

Ich spreche mich aber gegen die Arge Ärzte aus, weil ich dort schlechte Erfahrungen sammeln mußte. Angefangen von einer Begutachtung wie auf dem Viehmarkt oder KZ beim einen, aufgehört mit einer sexuellen Beläßtigung beim anderen, der u.a. ganz danach aussah, als hätte er ein Alkoholproblem.
Es mag sein, daß ich pauschaliere, aber gerade diese Ärzte der Arge ziehen einen Berufsstand in den Dreck.
Und ich werde es mir nicht nehmen lassen meine Meinung auf Grund eigener Erfahrungen (auch andere können meine Erf. bestätigen) öffentlich kund zutun. Mit denunzieren hat dies rein nichts zutun. Es werden untragbare Mißstände angeprangert.

Gruß G.
Und warum meldet das keiner dem Marburger Bund? Ob ARGE-Arzt oder "richtiger" Arzt - beide sind an ihrem Hippokratischen Eid und ihren beurflichen Pflichten gebunden. Und wenn es, wie du sagtst, "Schweine" darunter gibt, die sich der sexuelle Belästigung befleißigen oder iM Dienst sich eine "zwitschern", dann muss das umgehend gemeldet werden, weil solche Ärzte untragbar und eine Schande für einen ganzen Berufsstand sind...
Ich werde voraussichtlich im September auch bei so einem Amtsarzt vorspreechen müssen und werden mitnichten alleine gehen. Ich nehme mir einen von der Alo-Ini mit, der offiziell nur meine Begleitung ist, inoffiziell aber im Falle eines Falles den Fall diesen dann bezeugen kann. Ich habe schon viel negatives über ARGE-Ärzte gehört und werde mit Sicherheit nicht "ungeschützt" hingehen. Sollten alle machen, bevor es zu irgendwelchen Nachteilen kommt.
 

soulsister

Elo-User/in

Mitglied seit
19 Sep 2010
Beiträge
18
Gefällt mir
1
#43
Für diesen Tip meinenDnak, wichtig für mich und einige andere denen ich das weitergeben werde.
 

unsereiner

Elo-User/in
Mitglied seit
25 Feb 2009
Beiträge
29
Gefällt mir
1
#44
Hallo zusammen,

ich habe von meinem neuen SB diesen Gesundheitsfragebogen erhalten und soll den ausfüllen. Es geht darum festzustellen, obwohl ich schwer adipös bin und meine Behandlung ab dem 28.10. beginnt, ob ich arbeitsfähig bin. Der SB begründete dies damit, dass er seinem Vorgesetzten Rechenschaft abzulegen habe. So weit auch kein Problem, das kann ich nachvollziehen.
Der SB meinte aber auch, dass man wohl anhand dieses Fragebogens und den Unterlagen meiner Ärzte dann feststellen werde ob ich arbeitsfähig bin. Ich muss erwähnen, dass ich Anfang des Jahres eine Lungenembolie hatte, in dem Arztbrief aber am Ende stand, dass ich "in einem guten allgemeinen Zustand" entlassen worden bin. Seitdem muss ich täglich 3 Medikamente nehmen u.a. gg Bluthochdruck und so.

Jetzt frage ich mich allerdings wie man meinen Zustand anhand von solchen Briefen und Untersuchungen festellen will. Ich habe ehrlich gesagt die Befürchtung, dass man mich selbst nicht untersuchen wird, sondern nur anhand von alten Untersuchungen. Dies wird wahrscheinlich auch dadurch nicht einfacher, da ich im Prinzip recht selten zum Arzt gehe bzw. nur zur Blutkontrolle seitdem ich im KH war.

Kann man darauf bestehen, dass man auf jeden Fall untersucht werden möchte, also mit Belastungsuntersuchung und so? Ich glaube, ich würde mich selber als durchaus arbeitsfähig einstufen wenn man nur die "Aktenlage" sieht. Dass ich aber nachdem ich zB einkaufen war erstmal für ein paar Stunden gar nichts mehr machen kann, geht aus den Unterlagen sicherlich nicht hervor. Wenn ich dann noch (schwer) körperlich arbeiten soll, dann geht das evtl. für nen Monat gut, wenn ich auf die Zähne beisse aber auf Dauer wird das nicht gut gehen.

Ich will aber auch keinen Steit mit meinem SB sondern eher eine gute Zusammenarbeit die konstruktiv und nicht destruktiv ist.
 

Doppeloma

Mitarbeiter
Super-Moderator/in
Mitglied seit
30 Nov 2009
Beiträge
10.916
Gefällt mir
12.224
#45
Hallo unsereiner,

Der SB meinte aber auch, dass man wohl anhand dieses Fragebogens und den Unterlagen meiner Ärzte dann feststellen werde ob ich arbeitsfähig bin.
Wer ist MAN, der das feststellen will???

Weder der SB noch seine Vorgesetzten sind Mediziner, dort haben diese Unterlagen gar nichts zu suchen!!!

Wenn du angibst gesundheitliche Probleme zu haben, dann hat dein SB eine Untersuchung beim ärztlichen Dienst (Amtsarzt!!!) zu veranlassen und du hast (im Rahmen deiner Mitwirkungspflicht!) dort hinzugehen!

MEHR NICHT!!!:icon_evil:

Den Gesundheitsfragebogen KANNST du dann dort mit hinnehmen (wenn du willst auch Befunde/Berichte von deinen Ärzten, alles was DIR NÜTZEN KANN), den SB hat das nicht zu interessieren!

Das Ausfüllen dieser Unterlagen ist übrigens FREIWILLIG, das steht auch drauf :icon_daumen:

MfG Doppeloma
 
E

ExitUser

Gast
#46
@unsereiner

Ergänzend zu dem, was dir die doppelte Oma :biggrin: schon geschrieben hat, noch folgendes:

Es muß zwar ein Gutachten vom Ärztlichen Dienst eingeholt werden, da der SB deinen Gesundheitszustand nicht beurteilen kann. Allerdings kannst du auch nicht dem Arzt vorschreiben, nach welchen Methoden er sein Gutachten erstellt und wie er im einzelnen vorgeht. In der Regel wird er eine persönliche Untersuchung vornehmen und dich dazu einladen. Wenn er aber der Meinung ist, daß dein Gesundheitszustand schon aus den vorliegenden Unterlagen und Attesten genügend genau hervorgeht, kann er grundsätzlich auch ein Gutachten nach Aktenlage erstellen.

Ob das nun gut oder schlecht für dich ist, kannst du nicht im voraus wissen.

Sollte nun der Arzt seine Schlußfolgerungen allein auf nicht mehr aktuelle Befunde in den Akten stützen und beispielsweise deine Angaben zu einem verschlechterten Zustand im Gesundheitsfragebogen (der nur in die Hände des Ärztlichen Dienstes und nicht des SB gehört, wenn du ihn abgeben willst) gar nicht beachten, wäre das später ein möglicher Angriffspunkt in Richtung "Vernachlässigung der gutachterlichen Sorgfaltspflicht".

Aber ich würde sagen, warte erstmal ab, wie die Untersuchung durchgeführt wird und was das Gutachten ergibt. Schreibe dir auf jeden Fall als eigene Gedächtnisstütze auf, was genau deine gesundheitlichen Probleme sind und wie sie sich im Berufsalltag typischerweise auswirken. Eventuell kannst du eine Kopie deiner Aufstellung auch an den Arzt geben, damit er alles schwarz auf weiß vorliegen hat.
 

unsereiner

Elo-User/in
Mitglied seit
25 Feb 2009
Beiträge
29
Gefällt mir
1
#47
Danke für die schnellen Antworten. Mit "man" meinte er schon den ärztlichen Dienst.

Aber er meinte eben auch, dass man es entweder nach Unterlagen oder durch eine Untersuchung beurteilen würde. Ich bin jetzt jemand der nicht wegen jedem Mist zum Arzt rennt und sich bei jeder Erkältung krank schreiben lässt. Mit der Lungenembolie habe ich damals auch so lange gewartet bis es fast zu spät war.

Ich kann es mir einfach nicht vorstellen, wie man anhand von Unterlagen entscheiden kann ob jemand arbeiten kann. Ok, wenn die Unterlagen ganz eindeutig sind, dann ist klar. Aber nach dem KH-Aufenhalt wurde ich ja "in einem normalen Gesundheitsstand" entlassen...also eigentlich alles gut?! Da steht auch drin, dass ich für 2 Jahre erstmal MEdikamente nehmen muss aber nichts was jetzt gegen körperliche Arbeit spricht (zumindest nicht für mich als Laie).

Wenn man mich dann gesund schreiben würde, dann muss ich das so hinnehmen oder kann ich dann auf eine ärztliche Untersuchung bestehen?
 
E

ExitUser

Gast
#48
Ich würde auch davon ausgehen, daß die persönliche Untersuchung der Regelfall ist und die Beurteilung nach Aktenlage die Ausnahme, wenn die Situation eindeutig erscheint. Freilich hast du auch bei einer persönlichen Untersuchung nicht die Gewähr, daß sie so gründlich durchgeführt wird wie du es willst.

Wenn du die Befürchtung hast, daß die bisherigen Unterlagen ein schiefes Bild von deinem Gesundheitszustand geben, kannst du eventuell so vorgehen: Gesundheitsfragebogen ausfüllen und dazu, wie schon erwähnt, eine kurze Schilderung deiner aktuellen Erkrankungen samt deren Auswirkungen auf deinen Berufsalltag fertigen. Dieses schickst du vorab an den Ärztlichen Dienst bzw. du gibst die Unterlagen in einem verschlossenen Umschlag, der auffällig mit "vertrauliche medizinische Unterlagen - Umschlag darf nur vom Ärztlichen Dienst geöffnet werden" gekennzeichnet ist, über die Arbeitsagentur weiter. Auf keinen Fall offen beim SB abgeben.

Falls du später mit dem Gutachten nicht einverstanden bist, kannst du dagegen nicht direkt Widerspruch erheben (das Gutachten ist für sich genommen kein Verwaltungsakt). Wenn auf der Grundlage dieses Gutachtens aber später Verwaltungsakte ergehen, z.B. Sperrzeit wegen Ablehnung einer aus deiner Sicht gesundheitlich unzumutbaren Arbeit, kannst du im entsprechenden Widerspruchsverfahren dann auf die Fehlerhaftigkeit des Gutachtens hinweisen. Genauso kannst du schon vorab deine Zweifel an der Richtigkeit des Gutachtens dem SB formlos mitteilen und eine weitere Untersuchung anregen. Aber warte am besten erstmal ab, was rauskommt. Du hast im übrigen selbstverständlich das Recht, das ärztliche Gutachten - vertraulicher und nichtvertraulicher Teil - einzusehen.
 

dopi

Elo-User/in
Mitglied seit
27 Sep 2013
Beiträge
10
Gefällt mir
1
#49
Fall:

nach Krankenhausbesuch wurde Krankenbericht erstellt. dort befanden sich neben dem professionellen gutachten in dr lingo, auch persönliche anmerkungen, die ich im privaten gespräch mit dem dr. aeußerte, um ihm ein klares bild zu machen.

es wurde alles in s enddokument aufgenommen, meine privatesten äußerungen, die ich im ärztlichen vertrauensverhältnis äußerte. mir ist dadurch großer imaterieller schaden entstanden. plus

der bericht enthielt sehr herabwürdigende äußerungen zu meiner person, halt vn diesem arzt, der im krankenhause auch ziemlich unbeliebt war. das ist ca 2 jahre her.

welche möglichkeiten habe ich u welche strategie ist anzuwenden.
ziel: da dieser bericht bestandteil weiterer behandlungen u bewertungen ist brauche ich eine neue version, entschärft u professionell. der arzt soll sanktioniert werden, um weiteren schaden von seinen patienten abzuwenden. ua

vielen dank vorab.
 
Mitglied seit
12 Jan 2009
Beiträge
414
Gefällt mir
46
#50
Was die KZ Doc Beurteilungen betreffen, so kann ich erstens bestätigen, daß es sich um "ausgemusterte" Ärzte handelt, die auf dem freien Markt nicht einzusetzen sind, und zweitens, daß egal wie krank man ist, in der Regel entgegen der eigenen Ärzte, voll arbeitsfähig geschrieben wird.

Das kann ich so auch für alle Rehaärzte in den Rehakliniken der DRV unterschreiben! Mein Arzt während der Reha teilte mir mit auf die Frage ob er eine Ultraschalluntersuchung machen könne wegen Nierensteinen, dass er da schon 20Jahre raus ist!
Die leitende Ärztin hat direkt bei der ersten Visite gesagt noch bevor sie in den Unterlagen las "Eine EU-Rente möchten sie sicher noch nicht, damit kann man nicht leben"
Klar würde ja auch ihre Statistik negativ beeinflussen :biggrin:

Man muss sich einfach darauf einstellen egal welche Anträge und Anliegen man hat, ob Kosten für den Träger entstehen. Ist dem so muss man kaufmännisch und juristisch handeln! Menschlich medizinisch geht meistens in die Hose.Mitleid darf man nicht erwarten.


Gruss Micha
 

Muzel

Star VIP Nutzer/in
Mitglied seit
15 Dez 2008
Beiträge
12.085
Gefällt mir
1.854
#51
Bei so einer Reha gibt es einen Therapieplan. Da könntest du etwas machen: Wie häufig hat du Therapie gemacht und was? Welche Qualifikationen hatten die Therapeuten? Hat der Arzt, der den Abschlussbericht geschrieben hat, dich überhaupt mal gesehen? Wie war die Stimmung auf der Station? Hat eine Sozialberatung stattgefunden? Das alles kannst du dem Auftraggeber mitteilen.
 
Status
Nicht offen für weitere Antworten.
Oben Unten