Schwanger / Zusammenziehen mit Freund / Bedarfsgemeinschaft??? (1 Betrachter)

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Lara92

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Hallo an das Forum!

Ich dachte ich wende mich mal an euch mit der Hoffnung, dass ihr mit weiterhelfen könnt. Ich schildere mal kurz den Sachverhalt:

Ich (23) bin ungeplant schwanger von meinem Freund (25). Ich habe letztes Jahr eine Ausbildung abgeschlossen und habe seit August auf 450€-Basis in einem Einzelhandelsgeschäft für Sportartikel gearbeitet. Der befristete Vertrag wurde nun auf Grund der Schwangerschaft nicht verlängert (was noch eine andere Sache für Arbeitsrechtler ist!). Deswegen musste ich zum Amt und ALG 1 beantragen. Dies fällt jedoch raus, da der Ausbildungslohn in den letzten Jahren zu gering war und somit falle ich in ALG 2.

Mein Freund hat gerade seinen Bachelor-Abschluss gemacht, ist aber auch nur auf 450€-Basis am arbeiten - er möchte allerdings in seiner Studienrichtung eine Vollzeitstelle finden.

Nun haben wir uns entschlossen gemeinsam in eine Wohnung zu ziehen. Momentan ist es so, dass ich in seiner WG wohne, allerdings in einem eigenen Zimmer (es gibt auch einen separaten Mietvertrag).

Nachdem ich von Amt zu Amt getingelt bin, habe ich nun weitere Formulare für meinen Freund bekommen, da er auch sein Vermögen offen legen soll und wir anscheinend als Bedarfsgemeinschaft gelten, auch schon in der WG!

Nun sind meine Fragen:

1) Müssen wir als BG gesehen werden? Es gibt doch ein sogenanntes Findungsjahr - gielt dies nicht auch bei Schwangerschaft? Wir haben getrennte Kassen, getrennte Möbel usw. die in die Wohnung eingebracht werden...

2) Mein Freund hat Aktien im Wert von ca. 7500 €, ich nur Geschäftsguthaben von 160 € - ansonsten kein Vermögen. Wie sieht es hier mit dem Grundfreibetrag aus? Kann sein Vermögen auf mich angerechnet werden, sodass ihm nichts weggenommen werden kann?

3) Ist es nun sinnvoll der Ansicht, dass wir eine BG wären, zu widersprechen und somit als Einzelpersonen gehsehen zu werden? Was wäre für uns finanziell sinnvoller?

Ich hoffe sehr, dass ihr mir weiterhelfen könnt, da ich momentan echt ratlos bin und morgen den endgültigen Abgabetermin habe.

Vielen, Vielen Dank schonmal!!

Lara
 

Seepferdchen 2010

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@Lara willkommen im Forum,

ich möchte dir mal folgendes zu bedenken geben:

Du würdest z.B. kein Alleinerziehendenzuschlag bekommen, hier lies bitte mal im Post 4
von @Biddy:

Dir stehen 12 % Deines maßgebenden Regelbedarfs zu, also 12 % von 399 € Regelbedarf = 47,88 € beträgt Dein monatlicher Alleinerz.mehrbedarf. 2014 waren's ab dem Zeitpunkt, an dem Du allein mit Kind gelebt hast, 12 % Deines damaligen Regelbedarfs von 391 € = 46,92 €
https://www.elo-forum.org/alg-ii/145637-steht-mir-alleinerziehendenzuschlag.html

1) Müssen wir als BG gesehen werden? Es gibt doch ein sogenanntes Findungsjahr - gielt dies nicht auch bei Schwangerschaft? Wir haben getrennte Kassen, getrennte Möbel usw. die in die Wohnung eingebracht werden...
Hier wirst du es schwer haben und Stress usw. sind ganz gewiss................weil

§ 7 SGB II Absatz 3a

Laut SGB II besteht eine Bedarfsgemeinschaft wenn eine Person, die mit dem erwerbsfähigen Hilfebedürftigen in einem gemeinsamen Haushalt so zusammenlebt, dass nach verständiger Würdigung der wechselseitige Wille anzunehmen ist, Verantwortung füreinander zu tragen und füreinander einzustehen.

Ein wechselseitiger Wille, Verantwortung füreinander zu tragen und füreinander einzustehen, wird vermutet, wenn Partner

1.länger als ein Jahr zusammenleben,
2.mit einem gemeinsamen Kind zusammenleben,
3.Kinder oder Angehörige im Haushalt versorgen oder
4.befugt sind, über Einkommen oder Vermögen des anderen zu verfügen.


Ob auf dauer eure Beziehnung diese Belastung stand hält, kannst nur du entscheiden.

Bitte denke auch daran das du dir Hilfe und Unterstützung bei der Caritas oder Mutter Kind
Stiftung holen kannst, diese Zuwendungen dürfen nicht angerechnet werden beim
ALG II.

Und schau auch mal bitte hier rein auf dieser Web-Seite :

Verwaltungsanweisungen zu Erstausstattung der Wohnung mit Hausrat, Bekleidung und bei Bedarfen bei Schwangerschaft und Geburt, zu unabweisbaren Bedarf und zu orthopädischen Bedarfen und therapeutischem Gerät
Vieleicht hat noch jemand für dich einen Hinweis.
 

gila

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Lass alles erstmal so wie es ist und "finde" dich mit dem zukünftigen Vater deines Kindes doch "besuchsweise" in seiner Wohnung. :wink:
KU muss er eh zahlen - der wird dann bei Dir und Kind angerechnet...
 

hellucifer

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Ihr werdet, wenn ihr beide in einer Wohnung wohnt, bereits dann als Bedarfsgemeinschaft angesehen, wenn du schwanger bist und einen Mutterschaftspass, besitzt, das heißt, es offiziell ist, dass du schwanger bist.

Der Vermögens- und Einkommensanrechnung kann sich der Kindesvater nur dadurch entziehen, dass entweder du oder er die Wohnung verlässt und sich ummeldet. Es ist sogar möglich, sich wohnungslos umzumelden. Den Kindesunterhalt und auch den Unterhalt der Mutter (zwei Jahre lange, glaube ich) muss er, wenn er dazu finanziell in der Lage ist, auf jeden Fall bezahlen.

Damit möchte ich aber keinen Rat gegeben haben, das eine oder andere zu tun.
 

hellucifer

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Zitat:

Hinsichtlich der Berechnung des Vermögensfreibetrages kommt es auf die Anzahl der vollendeten Lebensjahre zum ersten Tag des jeweiligen Bewilligungsabschnitts an. Möglich ist es zudem, die Grundfreibeträge des Antragstellers und dessen (Ehe)partners zusammenzuziehen. Diese Addition der Freibeträge ist nicht bei minderjährigen Kindern möglich.

Hartz IV: Vermögen, Freigbeträge

Mit 48 Jahren liegt der Vermögensfreibetrag für eine zweiköpfige Bedarfsgemeinschaft bei 7950 Euro, wobei ich allerdings nicht weiß, ob der Anschaffungsfreibetrag von 750 Euro für beide zusammen gilt oder ob dieser jeder Person zusteht. Im letzteren Fall liegt der Vermögensfreibetrag bei 8700 Euro.
 

hellucifer

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Schon im Interesse des ungeborenen Kindes, aber auch weil ich es für mich als den glücklicheren Weg empfinden würde, würde ich dir raten, gemeinsam mit deinem Freund in eine für drei Personen angemessene Wohnung zu ziehen.

Gegen die Ungerechtigkeiten, die so eine Entscheidung mit sich bringt (Regelbedarfssatz liegt nur bei 90 Prozent pro Person) kann man sich immer noch gerichtlich wehren. Diese Regelung, die ein Einsparpotential von 80 Euro im Monat unterstellt, ist nämlich ein Eingriff in die finanzielle Autonomie, ist eine Benachteiligung gegenüber Personen, die alleinstehend sind.
 

hellucifer

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Mir kommt da noch ein Gedanke:

Dein Freund wohnt in einer WG. Und du bewohnst in der WG auch ein Zimmer, mit separatem Mietvertrag.

In einer WG hat man nicht den gleichen (finanziellen) Entscheidungsspielraum, wie wenn man eine "normale" Wohnung hat. Aus diesem Grunde würde ich es ablehnen (widersprechen), als Mitglied einer Bedarfsgemeinschaft betrachtet zu werden, und den vollen Regelbedarfssatz beanspruchen.
 
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