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Schwanger und superGAU bei Arge

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Kate79

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#1
Hallo liebes Forum,

heute kam ein sehr überraschender Brief der Arge Bonn, nachdem ich ein dreiviertel Jahr nix von denen gehört hatte...

Kurz zur Vorgeschichte:

-bin chronisch krank und hab deshalb im Januar 2006(!) meinen EEJ drangegeben --->Gutachten beim psychologischen Dienst im Februar 2006, sowie Attest meines Therapeuten, daß ich nicht so belastbar bin...(laut diverser Schreiben der Arge aber gesund genug zum Umziehen)

-Gespräch mit der Sachbearbeiterin im März 2006 und Antrag, um mich beim Amtsarzt vorzustellen. Sie meinte, sie hält mich erst mal für 6 Monate von EEJs frei

-Amtsarzttermin hab ich NIE bekommen, statt dessen das große Schweigen (hab nie wieder nen FM gesehen oder gehört), aber pünktliche Zahlungen bis dato

-Klage gegen Umzugaufforderung durch meine Anwältin im Juli 2006, mit Attest meines Therapeuten, daß ich momentan nicht umziehen sollte... läuft noch.

Aktueller Stand: Antrag auf Schwangerenmehrbedarf vor zwei Tagen, da ich im 4. Monat bin :oops:.

Nun kam heute ein Brief der Arge Bonn und ich hab gedacht, es sei die Bestätigung meines "Baby"Antrags.
War aber nicht so. Statt dessen teilte man mir mit, daß laut amtsärztlichen Gutachten vom Okober 2006 ich wohl nicht arbeitsfähig sei und deshalb EU Rente beantragen muß (wenn ihr mir bitte sagt, wo ich uploaden kann, stell ich den Wisch hier rein).

Wie bitte schön kann der Amtsarzt bescheinigen, daß ich zu krank zum Arbeiten bin (und gesund genug zum Umziehen), wo der mich doch nie gesehen hat? Reicht dem das Attest meines Therapeuten, das nur besagt, daß ich besser nicht umziehen soll?

Warum kommen die gerade jetzt auf die Idee, wo die mich doch ewig in Ruhe gelassen haben? Welchen Sinn hat es, mich einfach so arbeitsunfähig zu erklären? Über meine Arbeitsfähigkeit stand im Attest meines Therapeuten nichts drin. Kann das auch etwas mit meiner Klage gegen KdU Kürzung oder mit der Schwangerschaft zu tun haben???

Ich habe schon meine Anwältin kontaktiert und sie sagt, daß das grad heikel aussieht, weil die Arge vielleicht sogar Rückzahlungen will? Wieso, auf welcher Basis?

Kann mir bitte jemand von euch Ratschläge geben oder eventuell auch Erfahrungsberichte?

Jetzt, wo das Baby kommt, kann ich solchen Stress nicht auch noch gebrauchen...

Danke für´s Lesen.
Liebe Grüße, Katharina

Edit: Hab grad die zuständige Sachbearbeiterin ans Telefon bekommen. Sie sagt, ich sei weniger als 3 Stunden arbeitsfähig und gehöre deshalb nicht mehr ins ALG II. Da ich ihr wohl zu offensiv argumentiert und Schriftverkehr durch meine Anwältin angekündigt hab, will sie nun noch mal nachhorchen! Aha, da bin ich ja mal gespannt :|
 

Micha310678

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#2
Kate79 sagte :
Statt dessen teilte man mir mit, daß laut amtsärztlichen Gutachten vom Okober 2006 ich wohl nicht arbeitsfähig sei und deshalb EU Rente beantragen muß

Wie bitte schön kann der Amtsarzt bescheinigen, daß ich zu krank zum Arbeiten bin (und gesund genug zum Umziehen), wo der mich doch nie gesehen hat? Reicht dem das Attest meines Therapeuten, das nur besagt, daß ich besser nicht umziehen soll?
Hallo Kate,

zunächst: HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH zur Schwangerschaft! :D

Ich bin, weiß Gott, kein Jurist, doch leuchtet mir auch nicht ein, aus welchen Gründen du laut deiner Anwältin nun angeblich zur Rückzahlung deiner bisherigen Leistungen aufgefordert werden könntest, aber hat sie dir ihre Vermutung nicht spätestens auf deine Nachfrage hin erläutert?

Dass du nun in die Rentenversicherung "abgeschoben" werden sollst, könnte daran liegen, dass man dich eher als "Kundin" mit "schwersten" oder zumindest "schweren Vermittlungshemmnissen" einstuft. Du wirst, und davon wird man in der ARGE ausgehen, aller Wahrscheinlichkeit deine Babypause genießen (dein gutes Recht! :p ), was die Vermittlungsfähigkeit anschließend allerdings aufgrund deines zunehmendenden Alters auch nicht gerade erhöht; dann gibst du an, psychisch nicht (mehr) belastbar zu sein, was deine Chance, in den ersten Arbeitsmarkt eingegliedert zu werden, realistischerweise, ohne deine Erwerbsbiographie (wie es im tollen Verwaltungsdeutsch heißt) zu kennen, gegen null (bei 4,2 Mio. Erwerbslosen) tendieren läßt. Auch bei mir wurde vom amtsärztlichen Dienst des Jobcenters gleiches attestiert, das ist u.a. der Grund, weshalb ich mich ebenfalls in einem laufenden Rentenverfahren befinde. All das, um auf deinen Fall zurückzukommen, wird zum Anlaß genommen, dich einfach in einen anderen Zweig des Sozialversicherungssystems zu verschieben, was aber nicht unbedingt von Nachteil für dich sein muß, keineswegs!

Dass du keinem Amtsarzt vorgestellt wurdest, kann ich mir nicht erklären, ich vermute, dass es sich dabei um ein Versäumnis auf Seiten des Amtes handelt; bei mir und ich kenne drei weitere Fälle, in denen ähnlich verfahren wurde, wurde ziemlich zeitgleich (nach Antragsstellung) ein Gutachterverfahren eingeleitet, genau das liegt ja auch im Interesse des Jobcenters/ARGE..

lg..Micha..
 

Kate79

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#3
Hallo Micha,

hab vielen lieben Dank für deine Glückwünsche und die Antwort.

Ich habe mir schon fast gedacht, daß die mich loswerden wollen, da ja der EU Renten -Wisch gestern kam, nachdem ich vor 3 Tagen erst meine Schwangerschaft kundgetan habe. So einen krassen Zufall kann es gar nicht geben, zumal das angebliche Gutachten des Amtsarztes auf Anfang Oktober datiert (lang, lang ist´s her).

Was ich noch viel verwunderlicher finde, ist die Ablehnung meines Widerspruches gegen den Zwangsumzug, mit der Begründung, ich sei nicht krank und könnte umziehen. Komisch, daß ich nun plötzlich weniger als <3h arbeitsfähig bin. Damit habe ich doch meine Klage so gut wie gewonnen, denn nun wäre es nix mehr mit Umzug und die Arge müßte mir einiges an KdU nachzahlen. Diese Logik versteh ich nicht.

Ja, ich werde in Elternzeit gehen, aber ich hatte eigentlich nicht vor, mich dauerhaft ausmustern zu lassen. Ich erfülle nicht eine einzige Voraussetzung für eine EU Rente (keine Rentenbeiträge, GdB von 30, ...).

Außerdem habe ich nicht ewig studiert, um dann auf´s Abstellgleis zu kommen. Ich trau mir schon zu, auch mit Kind und Minderbelastbarkeit mehr als 3 Stunden täglich zu arbeiten...
Komisch, komisch, ich werd wohl abwarten müssen, was meine Anwältin meint.
Leider ist sie grad auf Schulung und ich hatte großes Glück, sie überhaupt gestern zwischen Tür und Angel zu erreichen. Näheres erfahre ich Mitte nächster Woche von ihr.

Ich berichte dann wie es läuft und freu mich über weitere Antworten und Erfahrungsberichte.

Liebe Grüße, Katharina
 

Micha310678

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#4
Kate79 sagte :
Was ich noch viel verwunderlicher finde, ist die Ablehnung meines Widerspruches gegen den Zwangsumzug, mit der Begründung, ich sei nicht krank und könnte umziehen. Komisch, daß ich nun plötzlich weniger als <3h arbeitsfähig bin. Damit habe ich doch meine Klage so gut wie gewonnen, denn nun wäre es nix mehr mit Umzug und die Arge müßte mir einiges an KdU nachzahlen. Diese Logik versteh ich nicht.

Ja, ich werde in Elternzeit gehen, aber ich hatte eigentlich nicht vor, mich dauerhaft ausmustern zu lassen. Ich erfülle nicht eine einzige Voraussetzung für eine EU Rente (keine Rentenbeiträge, GdB von 30, ...).

Außerdem habe ich nicht ewig studiert, um dann auf´s Abstellgleis zu kommen. Ich trau mir schon zu, auch mit Kind und Minderbelastbarkeit mehr als 3 Stunden täglich zu arbeiten...
Komisch, komisch, ich werd wohl abwarten müssen, was meine Anwältin meint.
Leider ist sie grad auf Schulung und ich hatte großes Glück, sie überhaupt gestern zwischen Tür und Angel zu erreichen. Näheres erfahre ich Mitte nächster Woche von ihr.

Ich berichte dann wie es läuft und freu mich über weitere Antworten und Erfahrungsberichte.

Liebe Grüße, Katharina
..moin, moin, Kate :) ,

so verwunderlich wäre die neuerliche Einstufung zur vollen (unter drei Stunden arbeitsfähig) und vor allem dauerhaften Erwerbsminderung (wenn dem so ist, wovon wir ja beide noch keine Kenntnisse haben), denn dann wärst du kein Fall mehr fürs Jobcenter, sondern fürs Sozialamt (Thema: "Abschiebung" >Anspruch auf Grundsicherungsleistungen >eine kommunale Leistung!), sofern du deinen Lebensunterhalt nicht durch Leistungen aus der Rentenversicherung abdecken kannst, was ja bei dir aufgrund fehlender Beitragsmonate (mind. 36 Monate Pflichtbeiträge bei 60 Monaten zeitlicher Berücksichtigung, allerdings gibt es insbesondere in deinem Fall noch Anrechnungszeiten zu berücksichtigen).

Leider kann ich mich zur Frage des "Zwangsumzugs" nicht äußern, da ich den Fall nicht kenne, ich müßte erstmal deine Beitrage "studieren", um dazu halbwegs sinnvolles schreiben zu können.., das jedoch vorweg: du darfst keinswegs davon ausgehen, dass eine Arbeitsunfähigkeit gleichbedeutend mit mangelnder Fähigkeit (Unzumutbarkeit) zum Umzug ist :evil: , es sei denn, dein Arzt könnte oder hat bereits eine analoge Unzumutbarkeit bescheinigt; aber wie gesagt, ich kenne deinen Fall (noch) nicht..


lg...Micha..
 
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