Schwager Zuzug aus dem Ausland Arbeitssuchend, Krankenversicherung,Sprachkurs (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

adidel

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Heute ist mein Schwager 16 Jahre alt aus dem Ausland bei mir eingezogen.
-Anmeldung bei der Meldebehörde ist erfolgt.
-Arbeitssuchendmeldung ist erfolgt.

Er hätte die Möglichkeit hier eine Stelle als Helfer, und auch eine Stelle für eine Ausbildung bei Sprachkenntnissen.

1.Schritt Sprachkurs A1, da er die Deutsche Sprache gar nicht beherscht.

Meine Frage an euch Experten, Asse.

-Welche Weiterbildungsmöglichkeiten hat er?
-Was würde bei ihm ohne Sprachkenntnisse Sinn machen?
-Welche finanziellen Unterstützungen können ihm gewährt werden?


Krankenversicherung,

wenn er sich freiwillig versichern möchte braucht er das Formular E104, sobald ich weiß bekommt man das nicht nur wenn man volljährig ist. Gibt es eine Möglichkeit in dem er sich nicht freiwillig versichern müsste?
 

Wutbuerger

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Kannst du "Ausland" etwas näher definieren ? EU Ausländer?
Wenn nicht, wie ist der Status ?
Familienzusammenführung mit Antrag?
Ein paar mehr Infos könntest du schon posten...
 

adidel

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Er ist aus Rumänien, nein nur seine Schwester meine Ehefrau ist hier. Die Eltern bleiben vorerst noch zuhause.
 
P

Pichilemu

Gast
Wie konnte er sich mit 16 Jahren anmelden? Er ist noch nicht mal volljährig.

Meines Erachtens müsste erstmal ein Vormund für ihn bestellt werden, denn sonst bräuchte er bei jeder Kleinigkeit die Einverständnis der Eltern und das wird schwierig wenn die noch in Rumänien leben.

Ohne irgendwelche Deutschkenntnisse wird es aber für ihn nahezu unmöglich hier Fuß zu fassen. Die deutsche Sprache gilt nicht umsonst als schwer, das geht nicht mal eben von heute auf morgen. Und die hiesigen VHS-Sprachkurse o. ä. sind durch die Flüchtlinge voll ausgebucht, da wird er keine Chance haben irgendwie einzusteigen.
 

Claus.

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Das wird wohl nicht ganz leicht.

Betreffs Formular E 104: brauchen tut er das m.M.n. nicht unbedingt.
In D besteht Versicherungspflicht, entsprechend muß er sich auch so "freiwillig" versichern können. "Einfach" zur nächsten KK seiner Wahl und dort vorsprechen. Allerdings kann er dort mangels Volljährigkeit keinen rechtsgültigen Versicherungs-"antrag" stellen. Desweiteren wird die KK-Leute interessieren, wie die KK-Beiträge gezahlt werden sollen; bzw. von wem. Es kann dabei evtl. auch sein, daß (außer ggf. der örtlichen AOK) keine KK verpflichtet ist, ihn aufzunehmen.
Das E 104 bekommt er nur aus Rumänien; was entsprechend dauern könnte. Auch die Auslands-Zentralstelle der KK´en kann das nur in Rumänien anfordern. Es dient eh "nur" der Mitnahme von Anwartschaftszeiten.

Mit finanzieller Förderung wird es wohl gerade in der Anfangszeit mau ausschauen. Die Problematik JC und EU-Ausländer dürfte dir ja bekannt sein.
Dazu ist immer und überall das Hindernis, daß seine Erziehungsberechtigten nicht auch in D sind. Dafür braucht ihr ggf. noch eine -zweisprachige- Übertragung von seitens seiner Eltern (sofern das überhaupt umfassend möglich ist).
Ansonsten ist das eigentlich ein Fall für das Jugendamt. Außerdem braucht ihr evtl. eine Anmeldung bei der Ausländerbehörde.
Die Ausländerbehörde wird nur evtl. auch nicht gerade erfreut sein. Ich habe da den leisen Verdacht, daß ihr ohne es zu wissen, zu Bürgen des Jungen geworden sein könntet. D.h. evtl. erklärt euch die Ausländerbehörde, daß ihr nun finanziell für ihn einstehen "dürft". Wo dann das Jugendamt nicht gerade erfreut sein dürfte, wenn ihr es nicht könnt.

Seine Jobaussichten sind da grad auch nicht wirklich berauschend.
Eine z.B. Helferstelle in einem rumänischen Bautrupp wird er ggf. nicht annehmen können, weil er a) keinen Arbeitsvertrag schließen darf, und b) weil er vermutlich noch schulpflichtig ist.
Zur Schulpflicht wird er vermutl. eh noch einen Nachweis aus Rumänien brauchen. Dazu untersteht er m.M.n. jetzt aber auch noch der dt. Schulpflicht.
Am schönsten wäre natürlich eine dt. Ausbildungsstelle mit Berufsschulunterricht. Aber wieder - er darf keine Verträge abschließen. Und völlig ohne dt. Sprachkenntnisse dürfte es spätestens in der Berufsschule unmöglich werden. Hat er denn überhaupt bereits 9 bzw. 10 Vollzeit-Schuljahre hinter sich, so daß er jetzt seine restliche Schulpflicht durch Besuch einer BS erfüllen könnte?
Bleibt eigtl. fast nur eine Art Berufsvorbereitungsjahr; das irgendjemand bezahlen müsste, und während dem jemand sein leben finanziell absichern müsste.

Der dt. Sprachkurs ist da m.M.n. noch das kleinste Problem. Er muß "nur" die deutsche Sprache lernen; ´wie´ ist ihm dabei selbst überlassen. Evtl. ginge das ja auch im Heimunterricht mit gebrauchten billigen Lehrbüchern, evtl. findet man da auch im Inet hilfreiches (schließlich dürfte da das erste Problem sein, daß uns die Ahnung fehlt, wie man überhaupt von null weg vernünftig eine neue Sprache lernen könnte /sollte).
Sprachkurse dienen m.M.n. hauptsächlicher der Faulheit. Sie verführen so schön zu der Vermutung, daß der Besuch eines Sprachkurses A1 auch zu Sprachkenntnissen der Stufe A1 ect. verhelfen würde. Das mag auch immer wieder so sein. Wirklich zählen (und das ist m.M.n. auch die grundsätzliche Schwäche der VHS´sen ect.) tun bei uns aber nur vernünftige Nachweise - daß er die (Sprach-) Kenntnisse wirklich besitzt. Das könnte man genauso "später" mit Sprachzertifikaten ala ´telc´, Goethe-Zertifikat o.ä. machen.
"Einfach mal" anfangen ... 10 Unterrichtsstunden pro Woche plus ein bisschen "Hausaufgaben" sollten es m.M.n. schon etwa sein. Zum Vergleich: bei professionellen Sprachschulen wird m.W.n. mit etwa 1,5 - 2 - 2,5 Wochen in Vollzeit pro Kompetenzstufe gerechnet; die wollen allerdings auch mit etwa 350-400€ pro Woche gefüttert werden.
 

Buchfan

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Die Sprache lernen! Das A und O. Sonst gibt es überhaupt keine Chance auf irgendwas.
Er steht in Konkurrenz zu unzähligen Mitbewerbern aus den islamischen Ländern. Die Aussichten sind denkbar schlecht auf dem Ausbildungs-, Arbeits- und Wohnungsmarkt.

Eine Sprache erlernt man am besten, indem man sie auch spricht. Es gibt überall Deutschkurse für Flüchtlinge, teils Alphabetisierungskurse. In der ersten Phase, während das Asylverfahren noch läuft, gibt es noch keine Gelder für das Erlernen der deutschen Sprache. Hier springen Ehrenamtliche ein, einfach mal rumhören. Vielleicht darf er mitmachen.

Online-Sprachunterricht kann m.M. nach nur ergänzend und vertiefend stattfinden.

Hier ein kleiner Verlag, bei dem ich mal gebettelt habe. Das Angebot wurde ausgebaut.

Online-Aufgaben Deutsch als Fremdsprache

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bekommen professionelle Begleitung. In Eurem Fall denke ich, der Knabe wittert eine Chance für ein bequemeres Leben und hängt sich an Euch dran.
 

Wutbuerger

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Ehrlich gesagt ,das klingt sehr kompliziert. Ein Minderjähriger dauerhaft im Ausland? Oder ist das auf 90 Tage begrenzt? Entweder das erziehungsrecht wird auf euch übertragen, oder das Jugendamt springt ein.
Kam der Schwager aufgrund einer Einladung von euch nach D? Ich habe früher mal Geschäftspartner aus dem Osten eingeladen, habe allerdings erst später erfahren das man damit für alles verantwortlich ist - von medizinischer Behandlung bis hin zu Straftaten. Der Begriff Bürge wurde von Vorschreibern schon genannt. Vielleicht bringt euch dieses Infoblatt weiter https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/2015/Willkommen_in_Deutschland_de.pdf?__blob=publicationFile
Da ist öfter von Jugendmigration die Rede https://www.jmd-portal.de/_template.php?1=1
 
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