Schulische Grundlagen als Student!!

BastiWi

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Hallo Leute,

heute bekam ich also mein Erstangebot, welches ich "annehmen muss". Da ich U25 (24J, werde erst im August 25) bin ist es eine Maßnahme für Jugendliche.

Ich bin Student und befinde mich derzeit im Urlaubssemester aufgrund von Krankheit.

Mir wurde gesagt, dass es sich um eine Maßnahme handelt bei der schulische Grundlagen (auf Hauptschulniveau) vermittelt werden und nebenbei auch handwerkliche Grundlagen in einer Holzwerkstatt.

Ich habe mich direkt lautstark mit dem Arbeitsvermittler unterhalten und ihm direkt gesagt, wie sinnfrei diese Maßnahme ist, und dass ich, als Student, mit einer Hochschulzugangsberechtigung nicht von so einer Maßnahme profitiere und mir dadurch nicht geholfen ist.

Natürlich wurde mir gesagt, dass ich das erste Angebot annehmen muss. Es sei egal was ich bisher gemacht habe, ob ich Student bin oder vorher einmal Papst war. Ich möchte ja ALG 2 beziehen und bin damit dazu verpflichtet und er könne mir nur dieses Sofort-Angebot machen.

Ich bin absolut schockiert vorallem im Hinblick darauf, dass ich 3 Monate vollsanktion erhalte, falls ich an der Maßnahme nicht teilnehme.

Das ist m.M.n. eine bodenlose Frechheit. Mein Arbeitsvermittler erklärte mir, dass man auch abschrecken möchte durch diese Erstangebote, damit die Kunden sich selbst so schnell es geht darum bemühen eine Arbeit zu finden.

Ich gehe stark davon aus, dass ich keinerlei Möglichkeit habe mich dagegen zu wehren. Als mein Arbeitsvermittler mich fragte, weshalb ich mein Studium unterbrach erzählte ich ihm von meinen schweren Depressionen und daraufhin erzählte er mir, dass ich mich mit dem Amts-Psychologen und auch dem Amtsarzt unterhalten muss, damit geklärt wird, ob ich überhaupt in der Lage bin 3 Stunden täglich zu arbeiten, falls nicht sei eine andere Behörde für mich zuständig. Seine Anfrage lautet in etwa "Herr xxx hat aufgrund von Depressionen sein Studium unterbrochen. Es muss also geklärt werden ob Herr xxx in der Lage ist täglich mindestens 3 Stunden arbeiten zu können und ob sich eine Maßnahme für schulische Grundlagen auf Hauptschulniveau negativ auf die Depressionen auswirken können.".

Ich hoffe, dass für mich eine geeignetere Maßnahme gefunden werden kann, ansonsten, sofern meine Gesundheit es zulässt, werde ich schnellstmöglich mein Krankheitssemester abbrechen und mich wieder an der Uni zurückmelden.

Mir kamen die Tränen als ich gehört habe, was die von mir erwarten. Versteht mich bitte nicht falsch, ich bin absolut gewillt meinen Verpflichtungen nachzukommen, möchte definitiv wieder studieren, sobald meine Gesundheit es zulässt, aber eine Maßnahme auf Hauptschulniveau für einen Studenten ist nicht zielführend. :(

Nachtrag: Wieso überhaupt schulische Grundlagen... Ein Bewerbungstraining (sofern gut durchgeführt) wäre hier viel angebrachter. Und wieso wird hier nicht auf meine Qualifikationen eingegangen? Ich bin mir auch nicht sicher in wie fern man mir einfach eins auswischen wollte, da ich mich so ziemlich mit allen Beamten dort angelegt habe, die mich nach Hause schicken wollten oder nur einen Termin in mehreren Wochen angeboten haben. Ich bin da sehr streitliebend, sobald man mir erzählt, dass bestimmte Dinge nicht möglich wären. Eventuell hätte ich den Beamten nicht unbedingt sagen sollen, welche Pflichten (insbesondere das Annehmen von Anträgen, auch ohne Termin) sie haben..
 

Anna B.

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Hallo,

ich kann dich eigentlich nur fragen: warum bist du nicht au geschrieben?
Dein beh. Psychiater kann dich doch au schreiben...wenn du so krank bist, dass du nicht arbeiten kannst...

wäre das ggf. eine Option für dich? außerdem ist es auch wichtig, wie die KV geregelt ist, wenn du sanktioniert werden solltest...helfen dir deine Eltern, den richtigen Weg zu finden?
 

BastiWi

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Ich lebe alleine, meine Mutter wohnt in einer anderen Stadt. Krankgeschrieben bin ich nicht. Ich bin nicht in fachärztlicher Behandlung, sondern derzeit nur in Behandlung bei meinem Hausarzt und nehme Anti-Depressiva. Auf einen Platz beim Psychologen warte ich derzeit noch.

Die Depressionen haben sich sehr stark im letzten halben Jahr entwickelt (wäre ziemlich viel zu schreiben an dieser Stelle, falls interessant). Ich war nicht in der Lage mein Leben zu bewältigen und bekam dann vom Studentenwerk Hilfe, seitdem geht es bergauf.

Der Kontakt zu meiner Familie ist so gut wie gar nicht vorhanden, ist mir aber auch nicht so wichtig.

Ich denke, dass ich definitiv in der Lage bin täglich mindestens 3 Stunden zu arbeiten, daher bin ich auch gewillt an Maßnahmen teilzunehmen, es ist schließlich meine Pflicht. Mir geht es primär um den Inhalt der Maßnahme in diesem Thema.
 

Anna B.

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Hallo,

hast du dich bei einem Psychotherapeuten auf die Warteliste setzen lassen?
damit eine Therapie stattfinden kann?

ich halte das für sehr wichtig...!!

du solltest auch unbedingt sehen, dass du dir einen Termin bei einem Facharzt, Psychiater, holst..damit auch Bewegung in die Sache kommt..

ich weiß, als depressiver Mensch, ist jede Art von "etwas tun müssen" eine unheimliche Belastung...aber manchmal muss es einfach sein..

such dir die Psychiater-Fachärzte in deiner Gegend raus und versuche, einen Termin zu erhalten..das wäre schon mal ein wichtiger Schritt...

gibt es Kontakt zu einem Psychologen beim Studentenwerk, der dir helfen kann? Der dich quasi informiert und dir hilft, damit Schwung in den Ablauf kommt?

Ich bin Mutter und mein Sohn hat sein Studium schon lange hinter sich und erfolgreich eine gute Arbeit gefunden...wenn es ihm nicht gut gehen würde, wäre ich schon längst bei ihm und würde ihm helfen...

schade, dass du so wenig Unterstützung von der Familie erhälst...

hast du vielleicht Freunde, wirkliche Freunde, die dir auch helfen könnten?

Ansonsten..hast du schon die schriftliche Zuweisung zu dieser Maßnahme?
 

BastiWi

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Hallo :)

Ja, ich bin bereits auf der Warteliste, kann aber bis zu einem halben Jahr dauern, bis ich den Platz erhalte. Habe mich in den letzten 6 Monaten auch sehr stark von meinen sozialen Kontakten abgekapselt.

Derzeit erhalte ich Hilfe von der Psychosozialen Beratungsstelle meiner Uni und meinem Hausarzt. Ich hoffe, dass die Anti-Depressiva mir jetzt erstmal helfen Schwung in die Sache zu bekommen.

So lieb deine Beiträge gemeint sind (das rechne ich dir hoch an, dass du mich da ernst nimmst!), so würde ich gerne den Fokus hier auf die Maßnahme richten.

Vor allem den Widerspruch zwischen angehendem Akademiker und schulischen Grundlagen auf Hauptschulniveau. Ich hätte erwartet, dass das Jobcenter eine Hochschulzugangsberechtigung nicht so einfach ignoriert.

Ich bekam dieses eine Angebot genannt und musste es unterschreiben. Die Konsequenz wäre sonst gewesen keinen Lebensmittelgutschein zu erhalten (den ich jetzt erstmal benötigt habe bis zur endgültigen Bearbeitung des Antrages) und eben die 100% Sanktion for 3 Monate. Inwiefern meine Unterschrift hier bindend ist (finanzielle Nötigung?) weiß ich jetzt nicht. Einen Beistand hatte ich jedoch nicht.
 

ZynHH

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Du solltest auch noch einmal mit deinem Hausarzt sprechen, denn wenn das JC dich zum ärztlichen Dienst schickt, werden die auch Auskünfte von deinem behandelndem Arzt haben wollen. Darauf solltest du deinen Hausarzt vorbereiten, damit ihr beide von den gleichen Symptomen sprecht.

lg
Zyn
 

ZynHH

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Du hättest nichts unterschreiben brauchen.


Ausbildung , Akademische Grade etc. haben keinerlei Beeinflussung bei ALG II, wir sind alle gleich....


Ich denke auch, es geht nicht darum zu testen wie gut du in der Schule bist, sondern vielmehr, Leute abzuschrecken, zu Testen was man mit ihnen anfangen kann ( handwerkliche Tätigkeiten) und was sie mit sich machen lassen, da ja auch immer Nachschub für das kostenlose Probearbeiten bei Sklavenhändlern, am azo n, Z ala ndo etc. benötigt wird.
 

BastiWi

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Du hättest nichts unterschreiben brauchen.


Ausbildung , Akademische Grade etc. haben keinerlei Beeinflussung bei ALG II, wir sind alle gleich....


Ich denke auch, es geht nicht darum zu testen wie gut du in der Schule bist, sondern vielmehr, Leute abzuschrecken, zu Testen was man mit ihnen anfangen kann ( handwerkliche Tätigkeiten) und was sie mit sich machen lassen, da ja auch immer Nachschub für das kostenlose Probearbeiten bei Sklavenhändlern, am azo n, Z ala ndo etc. benötigt wird.
Das wurde mir so nicht gesagt. Einzig und allein, dass ich das Erstangebot annehmen MUSS und falls ich der Meinung sei es wäre für mich sinnlos und der Maßnahme nicht nachkomme würde ich für 3 Monate vollsanktioniert werden. Unter dieser finanziellen Nötigung (ich muss ja irgendwie leben) habe ich dann unterschrieben. Vorallem unter dem Hintergrund das ich nur noch 2 cent auf meinem Konto habe und keine Lebensmittel mehr zu Hause hatte (ging hier um einen Lebensmittelgutschein, den ich ohne nicht erhalten hätte. Auf der Eingliederungsvereinbarung stand auch nicht, dass ich es nicht sofort unterschreiben müsse.

Ich möchte ja gar keine Extrawurst haben, nur muss eine Maßnahme doch irgendwie zielführend sein. Klar, wieso nicht einige Wochen plus und minus rechnen und Diktate schreiben :/ Wie mich das jedoch ins Berufsleben bringen soll ohne das meine Qualifikationen dadurch verbessert werden ist mir schleierhaft.

Bislang habe ich von sinnlosen Maßnahmen nur im Fernsehen gehört. Ich bin schockiert, dass es das wirklich gibt. Werde mich dahingehend wohl mit meinem Arzt unterhalten, eventuell Erhöhung meiner Anti-Depressiva Dosis, so dass ich mich doch wieder leistungsfähig genug für mein Studium fühle.
 

ZynHH

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Das Problem ist, wenn du unterschreibst, kannst du kaum noch etwas dagegen unternehmen. Die Alternative wäre gewesen, dass der SB dir die EGV mitgibt, du sie prüfst... und prüfst...( sie einscannst, anonymisierst, hier hochlädst und wir mitprüfen)... und der SB dir irgendwann die EGV als VerwaltungsAkt (VA) zuschickt.
Dagegen kann man dann vorgehen, da sie oft Inhalte haben, die so nicht per VA erlassen werden dürfen.

Bisher kennst du nur die Spitze des Eisbergs "ALG II-Drohszenario" .
 

BastiWi

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Dann habe ich wohl heute Mist gebaut. Aber ohne den Lebensmittelgutschein hätte ich einige Wochen nichts zum Essen gehabt. Wie kann es eigentlich sein, dass eine Behörde ununterbrochen lügen darf? Sei es, dass bestimmte Anträge nicht möglich seien, oder dass bestimmte Rechte nicht oder nur unter bestimmten Voraussetzungen existieren würden?

Würde mich dahingehend gerne beschweren, auch wenn ich keine Nachweise habe. Es scheint ja nicht gerade wenig bei den ARGEn schief zu laufen, wenn du schon sagst "Bisher kennst du nur die Spitze des Eisbergs "ALG II-Drohszenario" ."

Nachtrag: Ist es üblich, dass wenn man sich mit dem Arbeitsvermittler über das Angebot unterhält und dieses aufgrund von Sinnfreiheit kritisiert, dieser einen anschreit? Er bezeichnete dies im weiteren Verlauf als "lautstarke Diskussion" nachdem er erfahren hat, dass ich an Depressionen leide und dann etwas freundlicher zu mir war. Sowohl der Arbeitsvermittler, als auch ich, wollten ausreden und ließen uns gegenseitig nicht unterbrechen. Wir hatten beide die Auffassung, dass wir in diesem Moment mit dem Reden dran seien und damit er ausreden kann hat er natürlich seine Stimme gehoben :icon_rolleyes:
 

ZynHH

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Würde mich dahingehend gerne beschweren, auch wenn ich keine Nachweise habe.

Ohne Nachweise ist das Sinnentleert, es passiert schlicht garnichts.

Du solltest in Zukunft nicht mehr allein dorthin gehen, du darfst einen BEISTAND mitnehmen, dann sind die SB meist etwas Handzahmer.

Wenn du niemanden kennst, den du mitnehmen kannst, dann starte doch eine Nachfrage hier : Information - Suche/Biete Begleitung zur ARGE/Jobcenter im Erwerbslosen Forum Deutschland

Du solltest dich hier Information - U 25 im Erwerbslosen Forum Deutschland einmal einlesen, viele Fälle sind hier dokumentiert, die Hilfen hier sind umfangreich.

Alles Gute
 

BastiWi

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Ohne Nachweise ist das Sinnentleert, es passiert schlicht garnichts.

Du solltest in Zukunft nicht mehr allein dorthin gehen, du darfst einen BEISTAND mitnehmen, dann sind die SB meist etwas Handzahmer.

Wenn du niemanden kennst, den du mitnehmen kannst, dann starte doch eine Nachfrage hier : Information - Suche/Biete Begleitung zur ARGE/Jobcenter im Erwerbslosen Forum Deutschland

Du solltest dich hier Information - U 25 im Erwerbslosen Forum Deutschland einmal einlesen, viele Fälle sind hier dokumentiert, die Hilfen hier sind umfangreich.

Alles Gute
Mir fällt jetzt spontan die Möglichkeit einer öffentlichen Kritisierung ein. Sprich: Örtliche Presse und dort mein Erlebnis mit der ARGE schildern. Inwiefern das Konsequenzen für mich haben könnte, da ich ja keinen Nachweis habe, weiß ich jetzt nicht, aber ich würde nur sehr ungern wortlos schlucken.

Den Tipp mit dem Beistand kannte ich bereits, habe das aber nicht so ernst genommen, da ich keinerlei Erfahrung hatte bisher. Jetzt weiß ich es besser und werde zukünftig nicht ohne Beistand dort hingehen.
 

Tollkirsche

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Es macht keinen Sinn, die Presse zu informieren, wenn man keinen Zeugen hat.
Es könnte Sinn machen, den Vorfall schriftlich bei der Beschwerdestelle zu schildern. Der Teamleiter und der Sachbearbeiter müssen dann Stellung nehmen und der Sachverhalt ist zumindest aktenkundig. Beim nächsten Mal wird Du bestimmt freundlicher behandelt.

Einen Beistand mitzunehmen ist manchmal "überlebensnotwendig". Wenn es mit der Nachfrage hier nicht klappt, versuche jemanden bei den örtlichen Erwerbsloseninitiativen zu finden. Im Zweifel reicht ein Freund, der ernst guckt, nichts sagt und alles mitschreibt.

Du ärgerst Dich darüber, dass man Dir eine Maßnahme zumutet, die auf Hauptschülerniveau zugeschnitten ist. Ich weiß von Maßnahmen, in denen Hochschulabsolventen mit gerade bestandenem Examen, Schwangere ohne Schulabschluss und Ex-Bundeswehrsoldaten ohne Ausbildung zusammensassen. Das Jobcenter behandelt alle gleich schlecht und berät alle gleich schlecht.

Ich finde, Du gewichtest falsch. Sollte es nicht darum gehen, dass Du bei Deiner Krankheit beste Unterstützung und Behandlung bekommst und auf Dauer Dein Studium beenden kannst?

Auf diesem Hintergrund finde ich die Bemerkung Deines SB - so unmöglich er sich sonst benommen hat - richtig:

Seine Anfrage lautet in etwa "Herr xxx hat aufgrund von Depressionen sein Studium unterbrochen. Es muss also geklärt werden ob Herr xxx in der Lage ist täglich mindestens 3 Stunden arbeiten zu können und ob sich eine Maßnahme für schulische Grundlagen auf Hauptschulniveau negativ auf die Depressionen auswirken können.".
Wenn Du nicht arbeiten kannst,würdest Du Grundsicherung beziehen (andere Behörde) und von unsinnigen Stellenangeboten und Maßnahmen verschont bleiben.

Mit dieser Aussage Deines SB ist es natürlich widersinnig, Dich in eine Maßnahme zu stecken, bevor Deine momentane Erwerbsfähigkeit geklärt ist. Dann handelt er entgegengesetzt zu seiner eigenen Schlussfolgerung.

Wann soll die Maßnahme beginnen? Und was steht in der EV, die Du wann unterschrieben hast?


Es ist auch nicht in Ordnung, dass man Dir Lebensmittelgutscheine gegeben hat, bis über den Antrag entschieden ist. Du solltest einen Vorschuss beantragen (s. Downloadbereich).
 

BibiBlocksberg2009

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Wann soll die Maßnahme beginnen? Und was steht in der EV, die Du wann unterschrieben hast?
Das würde mich auch interessieren.
Die EV ist nun leider schon unterschrieben. :icon_rolleyes:

Aber wie Tollkirsche schon schreibt:
Dein Ziel ist doch keine Maßnahme oder Jobberei, sondern du willst in absehbarer Zeit dein Studium fortführen und hast andere Pläne.
Und du bist beim Jobcenter gelandet, weil du das Studium z.Zt. aus gesundheitlichen Gründen nicht weiterführen kannst.
Ich würde mich da dringend mit dem Arzt beraten.
Du solltest zunächst gesundheitlich auf die Beine kommen.
Das mit der Maßnahme ist zunächst zweitrangig.

Gibt es kein Urlaubssemester bei Krankheit?
Bzw. bekommst du eigentlich Bafög? Oder wovon hast du denn bisher während des Studiums gelebt?
 

BastiWi

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Es macht keinen Sinn, die Presse zu informieren, wenn man keinen Zeugen hat.
Es könnte Sinn machen, den Vorfall schriftlich bei der Beschwerdestelle zu schildern. Der Teamleiter und der Sachbearbeiter müssen dann Stellung nehmen und der Sachverhalt ist zumindest aktenkundig. Beim nächsten Mal wird Du bestimmt freundlicher behandelt.

Einen Beistand mitzunehmen ist manchmal "überlebensnotwendig". Wenn es mit der Nachfrage hier nicht klappt, versuche jemanden bei den örtlichen Erwerbsloseninitiativen zu finden. Im Zweifel reicht ein Freund, der ernst guckt, nichts sagt und alles mitschreibt.

Du ärgerst Dich darüber, dass man Dir eine Maßnahme zumutet, die auf Hauptschülerniveau zugeschnitten ist. Ich weiß von Maßnahmen, in denen Hochschulabsolventen mit gerade bestandenem Examen, Schwangere ohne Schulabschluss und Ex-Bundeswehrsoldaten ohne Ausbildung zusammensassen. Das Jobcenter behandelt alle gleich schlecht und berät alle gleich schlecht.

Ich finde, Du gewichtest falsch. Sollte es nicht darum gehen, dass Du bei Deiner Krankheit beste Unterstützung und Behandlung bekommst und auf Dauer Dein Studium beenden kannst?

Auf diesem Hintergrund finde ich die Bemerkung Deines SB - so unmöglich er sich sonst benommen hat - richtig:



Wenn Du nicht arbeiten kannst,würdest Du Grundsicherung beziehen (andere Behörde) und von unsinnigen Stellenangeboten und Maßnahmen verschont bleiben.

Mit dieser Aussage Deines SB ist es natürlich widersinnig, Dich in eine Maßnahme zu stecken, bevor Deine momentane Erwerbsfähigkeit geklärt ist. Dann handelt er entgegengesetzt zu seiner eigenen Schlussfolgerung.

Wann soll die Maßnahme beginnen? Und was steht in der EV, die Du wann unterschrieben hast?


Es ist auch nicht in Ordnung, dass man Dir Lebensmittelgutscheine gegeben hat, bis über den Antrag entschieden ist. Du solltest einen Vorschuss beantragen (s. Downloadbereich).
Ich habe einen Vorschuss beantragt, aber meine SB war SEHR unfreundlich und wollte mich ja ohnehin nicht dorthaben. Nur weil ich hartnäcking blieb und ihr mitteilte, dass ich weiß, dass das, was sie mir erzählt, gar nicht stimmt, bekam ich zumindest den Gutschein. Ob Geld oder Gutschein war mir nicht wichtig, ich wollte nur etwas zum Essen haben. Vieles ist nach Aussage meiner SB hier schlichtweg "nicht möglich". Beispielsweise ist es laut meiner SB gar nicht möglich einen Vorschuss oder gar ALG 2 zu beantragen ohne mit dem Arbeitsvermittler gesprochen zu haben zwecks EGV. Ohne die EGV hätte ich nicht einmal den Gutschein erhalten. Ich werde die EGV später mal abtippen. (Sofern ich davon überhaupt eine Kopie erhalten habe., finde die gerade nicht..) Die Maßnahme soll nicht starten bevor geklärt ist, ob das Jobcenter überhaupt für mich zuständig ist. Da ich mich jedoch in der Lage fühle mindestens 3 Stunden am Tag zu arbeiten, gehe ich davon aus, dass ich daran teilnehmen muss.

Die EGV habe ich unterschrieben noch bevor der Arbeitsvermittler mich fragte, weshalb ich eigentlich mein Studium unterbrochen habe. Das war erst zum Schluss des Gesprächs und daraufhin hat er sein Verhalten gezügelt und war freundlicher zu mir. Dann auch erst die Anfrage an den Amtspsychologen. Das Angebot hatte also mit meinem gesundheitlichen Zustand nichts zutun.

Bevor er von meiner Erkrankung wusste hat er mich ziemlich schroff behandelt, wie geschrieben, wurde er unverhältnismäßig laut, da er versuchte mich zu unterbrechen und mich nicht ausreden lassen wollte. Ich wollte schließlich meine Bedenken äußern.

Meine SB schrieb folgendes "Herr xxx spricht vor, gibt seinen Antrag auf Leistungen nach dem SGB II ab und macht eine Notlage geltend. Er beantragt einen Vorschuss auszuzahlen. Dies ist nur in Form eines Lebensmittelgutscheines möglich.". Habe dieses Schreiben samt Unterschift meiner SB hier.

Ich finde die Anfrage des Arbeitsvermittlers an den Amtspsychologen auch absolut richtig und gut. Lediglich die Tatsache, dass man von mir erwartet schulische Grundlagen in einer Maßnahme vermittelt zu bekommen, finde ich unverhältnismäßig, da ich diese Kenntnisse durch mein Abitur mehr als ausreichend nachweisen kann... Das ist meine Kritik an dieser "sinnloses Maßnahme". Ich fühle mich abgeschoben und weiß bereits, dass mir dort rein gar nichts vermittelt wird, was ich nicht schon kann. Viel mehr wird mir dadurch nicht geholfen eine Anstellung zu finden. (Mein Ziel ist es ohnehin zu studieren, daher ist mir nicht zu wichtig eine Anstellung zu finden, aber ich bin davon ausgegangen, dass es genau darum geht. Ich bin da vielleicht etwas sehr fordernd, aber gerade bei meinen Depressionen ist es für mich umso wichtiger einer sinnvollen Tätigkeit nachzugehen damit ich den Antrieb von mir aus entwickeln kann.)

@BibiBlocksberg2009

Bafög gibt es nur, wenn ich mich wieder zum Studium zurückmelde, nicht im Urlaubssemester :) Daher der ALG II Anspruch.

Im letzten halben Jahr habe ich nur von meinem Kindergeld gelebt und Schulden für Miete angehäuft. Ich war einfach zu weit von der Realität entfernt. Würde wirklich einige Zeit kosten meine Depressionen hier zu erläutern, es war einfach nicht schön. Ich war nicht in der Lage für mich zu sorgen. Erst jetzt, durch die Hilfe des Studentenwerks und durch meinen Arzt komme ich wieder auf die Beine und möchte zurück ins Leben!

Verurteilt mich bitte nicht dafür, dass ich es nciht aus eigener Kraft geschafft habe für mich zu sorgen. Ich sehe meine Probleme mitlerweile und gehe sie an, auch wenn es nur Schrittweise voran geht.
 

gelibeh

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DA Du jetzt unterschrieben hast kommst Du da sehr schlecht wieder raus.Steht in der EGV irgendetwasvon Datenzugriff des Maßnahmeträgers auf Dein Profil in Verbis oder etwas Ähnliches? Zumindest das kannst Du widerrufen. Und beim Maßnahmeträger alle Unterlagen die Du unterschreiben sollst, ganz schnell in die Tasche stecken. Wenn die fragen warum, dann kannst Du sagen, dass Du das Recht hast alles in Ruhe zu prüfen. Man muss nämlich nie etwas sofort unterschreiben.
 

Anna B.

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darf eine EGV nicht nur mit erwerbsfähigen Antragstellern abgeschlossen werden?

wenn der SB oder Vermittler, oder weiß der Kuckuck, ja gar nicht weiß, ob du erwerbsfähig bist und diese Fragestellung erst durch den Amtsarzt geklärt werden muss, kann doch m.E. die EGV gar keine Gültigkeit haben oder???
versteh ich da was falsch...??
 

Tollkirsche

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Verurteilt mich bitte nicht dafür, dass ich es nciht aus eigener Kraft geschafft habe für mich zu sorgen. Ich sehe meine Probleme mitlerweile und gehe sie an, auch wenn es nur Schrittweise voran geht.
Lieber Bastiwi, keiner verurteilt Dich. Du hast schon mehr geschafft, als viele andere in Deiner Lage. Du hast selbst gedacht und Angaben hinterfragt und Gutscheine erhalten. Keiner schafft alles aus eigener Kraft und wer jemals an Depressionen gelitten hat, weiß, dass es an manchen Tagen eine ungeheure Leistung ist, aufzustehen und vor die Tür zu gehen.

Hier wird Dir nur gesagt, wie die Aktionen des Jobcenters zu werten sind und was Du künftig unternehmen kannst. Hier ist fast jeder schon einmal falschen Aussagen und Drohungen des Jobcenters aufgesessen - es geht eben um Existenzielles.

Lediglich die Tatsache, dass man von mir erwartet schulische Grundlagen in einer Maßnahme vermittelt zu bekommen, finde ich unverhältnismäßig, da ich diese Kenntnisse durch mein Abitur mehr als ausreichend nachweisen kann... Das ist meine Kritik an dieser "sinnloses Maßnahme".
Du hast ja so Recht, aber das Jobcenter interessiert es nicht, ob Du einen Doktortitel hast oder nicht einmal einen Hauptschulabschluss. In den oben erwähnten Massnahmen mußten alle Teilnehmer einen Test für Realschulabgänger mitmachen - mit Studienabschluss oder ohne Schulabschluss, mit Berufserfahrung oder ohne. Vielleicht nimmst Du diese Zumutung weniger übel - es ist ohne Zweifel eine - wenn Du Dir klar machst, dass alle davon betroffen sind.

Es hört sich doch ganz gut an, wenn erst einmal Deine Erwerbsfähigkeit festgestellt werden soll. Wenn in der EV kein konkretes Antrittsdatum für die Maßnahme vermerkt ist, um so besser. Du mußt nicht alles abtippen, nur das, was in den Kästchen steht ("Pflichten"). Alles andere ist Standard.

Ich habe einen Vorschuss beantragt, aber meine SB war SEHR unfreundlich und wollte mich ja ohnehin nicht dorthaben. Nur weil ich hartnäcking blieb und ihr mitteilte, dass ich weiß, dass das, was sie mir erzählt, gar nicht stimmt, bekam ich zumindest den Gutschein.
Das war die richtige Antwort.

Ob Geld oder Gutschein war mir nicht wichtig, ich wollte nur etwas zum Essen haben.
Vieles ist nach Aussage meiner SB hier schlichtweg "nicht möglich". Beispielsweise ist es laut meiner SB gar nicht möglich einen Vorschuss oder gar ALG 2 zu beantragen ohne mit dem Arbeitsvermittler gesprochen zu haben zwecks EGV. Ohne die EGV hätte ich nicht einmal den Gutschein erhalten.
Die SB lügt oder ist nicht richtig ausgebildet. Wenn Du eine Notlage nachweisen kannst, hast Du einen Anspruch auf Unterstützung. Wenn Du bedürftig bist, hast Du einen Anspruch auf Leistungen. Über den Anspruch wird aufgrund Deines Antrags und der Nachweise, die Du einreichst, entschieden. Eine Eingliederungsvereinbarung darf eigentlich erst dann geschlossen werden, wenn über den Antrag auf Leistungen entschieden ist. Und wenn noch gar nicht feststeht, ob Du erwerbsfähig bist, dürfte gar keine EV abgeschlossen werden.
 
E

ExitUser

Gast
Mit dieser Aussage Deines SB ist es natürlich widersinnig, Dich in eine Maßnahme zu stecken, bevor Deine momentane Erwerbsfähigkeit geklärt ist. Dann handelt er entgegengesetzt zu seiner eigenen Schlussfolgerung.
Natürlich tut er das. Das ist normal im JC. Du setzt voraus, dass es im JC-Vermittlungshandeln irgendwie um Logik und Sinnhaftigkeit ginge. Tut es aber nicht. Es geht darum, den jungen Neu-Hartzer möglichst schnell aus der Statistik zu bekommen (Maßnahmezeit = nicht alo) oder alternativ eben Geld einzusparen, wenn er aufmuckt (100% Sanktion). Genau dafür wurde der § 15a SGB II geschaffen - als Abschreckung. Primärziel des pAp ist es, die Maßnahme zu bestücken. Denn das wird controlled. Um nichts anderes geht ist. Fertig.
 
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