Schule rausgeschmissen, was passiert jetzt?

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten. Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln, auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.
Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

Sepline

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
18 Juli 2009
Beiträge
26
Bewertungen
0
Hallo liebe User,

ich/wir haben hier einige Probleme und hoffen, dass ihr uns da ein paar Tipps geben könnt.
Also mein Freund wohnt seit ungefähr einem Jahr mit mir zusammen. Wir machen Beide eine schulische Ausbildung und kriegen Schülerbafög. Dazu erhalten wir noch Zuschuss von der ARGE.

Nun wie gesagt, mein Freund(also ich werde auch mit da rein gezogen) hat ein Problem.
Aber erstmal seine Vorgeschichte. Ich möchte nämlich nicht, dass jemand ein falsches Bild von ihm bekommt.
Er ist nun 25 Jahre alt. Mit 16 ist er von der Hauptschule gegangen und musste bis 21 im Laden seiner Eltern arbeiten. Dann erlitt er aber ein Zwergfellbruch und sein Magen wäre fast aus dem Zwerchfell rausgeplumst und es drohte Krebs auf Grund der entstandenen Magengeschwüren. Deswegen musste er ca. 2 Jahre stationär in einem Krankenhaus verbringen.
Als er 24 war, war alles wieder halbwegs in Ordnung und er zog zu mir und fing eine Ausbildung als Kinderpfleger an, die bis heute anhält/anhielt.
Ich möchte nicht, dass jemand denkt, dass er ein Faulsack ist, weil er so spät mit einer Ausbildung angefangen hat.

Also nun... der Zwergfellbruch ist wieder da und die ganze Prozedur fängt von vorne an. Deswegen war er zwischendurch mehrere Tage oder Wochen krank. Er hatte aber immer seine Arbeit in der Schule erledingt und hatte einen sehr guten Notendurchschnitt.

Vor 3 Tagen hat er ein Brief von der Schule erhalten. In dem Brief stand, dass er nun von der Schule fliegt, weil er angeblich die AU's nicht abgegeben hatte. Ich bin Zeugin, dass die AU's abegegeben wurden, weil ICH die immer in der Schule abgegeben habe.

Nun ja... er machte sich heute auf den Weg in die Schule, um das zu klären. Er möchte sein Traumberuf nicht aufgeben. Dort wurde er 10 Minuten von der Direktorin vollgequatscht und abgewiesen. Dann hat er bei einem Anwalt angerufen und wurde wieder abgewiesen.

Vielleicht liegt es an seiner depressiven und schüchternen Art, dass Menschen ihn immer abweisen. Ich kann es nicht genau erklären.

Aber nun stecken wir Beide in der Klemme, da wir ja zusammen wohnen und unser Geld zusammen teilen.
Leider muss er nun zur ARGE und dort ALG II beantragen. Er hatte sich vorgenommen nächstes Jahr sein Realschulabschluss auf der Abendrealschule nachzumachen und direkt in eine Erzieherausbildung zu gehen(er hätte sein Realschulabschluss durch die Kinderpflegerausbildung auch bekommen und hatte sowieso vor in die Erzieherausbildung zu gehen).

Meine Fragen aber:
1. Kann man wirklich nicht anwaltlich gegen die Schule angehen?
2. Kann die ARGE meinem Freund die Abendschule verbieten?
3. Kriegt er nun eine 100%ige Sperre? Ich bin nämlich 21 und weiss, dass ich in meinem Alter 100 % Sperre erhalten würde, wenn mir so etwas passieren würde. Aber ich weiss nicht wie sich das mit Ü25 verhält...
4. Wie sollte man überhaupt vorgehen? Ich weiss nämlich nicht mehr weiter und er hängt wieder in seiner Depression, weil er heute nichts erreichen konnte...

Deswegen sind wir euch dankbar für jede einzelne Antwort. Und sorry, dass ich euch so dermaßen vollgequatsch habe.

LG
Sepline
 


Rechtsverdreher

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
14 Mai 2007
Beiträge
2.552
Bewertungen
431
Sucht Euch einen anderen Anwalt und bequascht das Thema nicht am Telefon mit dem.

Ansonsten würde ich versuchen selber Klage einzureichen.

An die Schulbehörde könnte man sich auch noch wenden.
 

Sepline

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
18 Juli 2009
Beiträge
26
Bewertungen
0
Danke Rechtsverdreher,

aber in der Zeit muss man ja trotzdem ALG II beantragen. Wie geht man dann mit de ARGE um? Was soll mein Freund denen sagen und wie viel Sperre bekommt er?
 

Rechtsverdreher

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
14 Mai 2007
Beiträge
2.552
Bewertungen
431
Bei ALG II gibt es keine Sperre, habe ich jedenfalls noch nicht gehört. Ausserdem war die Kündigung der Schule bestimmt unrechtmäßig.
 
G

gast_

Gast
Meine Fragen aber:
1. Kann man wirklich nicht anwaltlich gegen die Schule angehen?

Doch, kann man - wenn man einen Anewalt findet, der einen vertritt.
Und: Man muß beweisen können, daß man die AU's abgegeben hat.



2. Kann die ARGE meinem Freund die Abendschule verbieten?

Ich meine, nein, denn was man abends macht, geht die eigentlich nichts an.

3. Kriegt er nun eine 100%ige Sperre?

Die bekommen nur U 25.


4. Wie sollte man überhaupt vorgehen? Ich weiss nämlich nicht mehr weiter und er hängt wieder in seiner Depression, weil er heute nichts erreichen konnte...
Wenn er depressiv ist, sollte er sofort zum Arzt gehen, damit er Hilfe bekommt.

Warum gehst du nicht in die Schule und redest mit dem, dem du die Au's gegeben hast?
 

pinguin

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
22 September 2008
Beiträge
4.290
Bewertungen
1.139
@sepeline
Ich würde zuerst mal mit jenen reden, bei denen Du die AU abgegeben hast, wie es auch Kiwi vorschlägt.
 

schuldenjenny

Elo-User*in
Mitglied seit
31 Januar 2009
Beiträge
371
Bewertungen
79
huhu.

also, dass ist ja total lächerlich deinen freund von der schule zu verweisen!

such denjenigen dem du die au´s gegeben hast u. klär das, ansonsten geh zu dem arzt der ihn krankgeschrieben hat u. bitte um kopien der au´s, mit diesen gehst du dann nochmal zur schule.

sollten die sich dann immer noch quer stellen such dir nen anwalt.

lg

jenny
 

BlackForest

Elo-User*in
Mitglied seit
2 Mai 2010
Beiträge
361
Bewertungen
65
Nicht irgendein Anwalt sondern einen der spezialisiert ist in Sozialrecht evtl auch Arbeitsrecht oder Zivilrecht. Bis du Termin kriegst und die Dinge schriftlich geklärt sind dauert das natürlich, deshalb würde ich auch empfehlen mit den Leuten in der Schule nochmal zu sprechen. Wenn kein Erfolg sofort zum Anwalt.
 

Sepline

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
18 Juli 2009
Beiträge
26
Bewertungen
0
Oh,

das ist ja so super, dass ihr uns so viele Tipps gibt. Also ich habe gestern nochmal in der Schule angerufen. Und die meinten, es gehe mich nichts an. Die AUs hätten se plööötzlich doch erhalten, aber da wären 20 unentschuldigte Stunden aus den Monat Februar übrig, und deswegen nehmen die den Rausschmiss nicht zurück.
Aber laut der APO BK darf man 3 Tage am Stück fehlen(da kommen die 20 Std. hin) und sich selbst schriftlich entschuldigen. Und das war auch der Fall. Nur DIE Entschuldigung finden sie plötzlich nicht.

Wir gehen dann zum Anwalt. Aber die ARGE wird doch irgendeine Sperre verhängen oder? Also die klopfen einem ja nicht gerade auf die Schulter, wenn man on der Schule verwiesen wurde...
 

schuldenjenny

Elo-User*in
Mitglied seit
31 Januar 2009
Beiträge
371
Bewertungen
79
hallo.

mal ganz ehrlich, dass mit der schule ist so eindeutig, dass habt ihr nächste woche wieder geregelt, notfalls soll der behandelnde arzt eine art gutachten wegen der -erlaubten- fehlstunden schreiben.

warum hat man deinen freund so auf dem kieker und warum werdet ihr derartig asozial behandelt?

fg
 

Sepline

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
18 Juli 2009
Beiträge
26
Bewertungen
0
also eins muss ich über die Schule sagen. Die Schule ist sowas von desorganisiert und die Lehrer sowas von verantwortungslos. Mein Freund ist nicht der erste, dem das passiert ist. Die Direktorin vertritt der Meinung, wenn sie entwas entschieden hat, dann ist es auch richtig so. Selbst wenn es widerlegt ist. Vor ZWei Monaten mussten wir sogar 3 Std eine Klausur in einem Zimmer schreiben, wo an der Fensterseite die Wand rausgerissen war und ein Handwerker rumratterte.

Nun ja, gegen die Schule muss man anwaltlich vorgehen. Anders kann man es nicht klären. Mein Freund hat ab nächstes Schuljahr eine andere Stelle an einer örtlichen Schule gefunden.

Gibt es irgendwo eine §, der besagt wie viel Sperre man sich einhandelt?
 
G

gast_

Gast
Mein Freund ist nicht der erste, dem das passiert ist.
Dann redet doch mal mit denen, denen es auch passiert ist. Vielleicht unterstützen sie euch bei eurer Gegenwehr.

Sollte die ARGE deinen Freund sanktionieren wolllen rechne mal mit einer 30 Sanktion...dagegen legt ihr aber bitte sofort fristwahrend Widerspruch ein!
 

Sepline

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
18 Juli 2009
Beiträge
26
Bewertungen
0
Danke,

also ein Widerspruch schreiben... Wie sollte man den Grund formulieren? Sollten wir dann einfach schreiben, dass der Rauswurf unrechtmäßg war und dass wir im Moment mit einem Anwalt gegen die Schule vorgehen?
 

Demim

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
9 September 2009
Beiträge
796
Bewertungen
98
Verstehe nicht so recht, warum es eine Sanktion geben sollte. Wenn ich etwa mein Studium schmeiße anstatt abzuschließen und ALG 2 beantrage, haben die Gründe auch niemanden zu interessieren. Bei einer schulischen Ausbildung sollte es nicht anders sein.
 

ela1953

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
16 März 2008
Beiträge
6.798
Bewertungen
2.190
also eins muss ich über die Schule sagen. Die Schule ist sowas von desorganisiert und die Lehrer sowas von verantwortungslos. Mein Freund ist nicht der erste, dem das passiert ist. Die Direktorin vertritt der Meinung, wenn sie entwas entschieden hat, dann ist es auch richtig so. Selbst wenn es widerlegt ist. Vor ZWei Monaten mussten wir sogar 3 Std eine Klausur in einem Zimmer schreiben, wo an der Fensterseite die Wand rausgerissen war und ein Handwerker rumratterte.

Nun ja, gegen die Schule muss man anwaltlich vorgehen. Anders kann man es nicht klären. Mein Freund hat ab nächstes Schuljahr eine andere Stelle an einer örtlichen Schule gefunden.

Gibt es irgendwo eine §, der besagt wie viel Sperre man sich einhandelt?
also ein Widerspruch schreiben... Wie sollte man den Grund formulieren? Sollten wir dann einfach schreiben, dass der Rauswurf unrechtmäßg war und dass wir im Moment mit einem Anwalt gegen die Schule vorgehen?[/QUOTE]

Warum willst du denn jetzt schon einen Widerspruch schreiben?

Vielleicht renkt es sich doch mit der Schule noch ein. Oder die Arge zahlt ohne Schwierigkeiten.

Erst mal müsst ihr doch den Antrag bei der Arge stellen. Wenn die sanktionieren wollen, müssen die euch auch erst eine Anhörung schicken. Und falls die kommen sollte, kannst du dir Gedanken über den Widerspruch machen.
 

Erolena

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
7 November 2007
Beiträge
5.939
Bewertungen
1.508
... Nun ja, gegen die Schule muss man anwaltlich vorgehen. Anders kann man es nicht klären. Mein Freund hat ab nächstes Schuljahr eine andere Stelle an einer örtlichen Schule gefunden.

Gibt es irgendwo eine §, der besagt wie viel Sperre man sich einhandelt?
Kann dein Freund an dieser örtlichen Schule die Kinderpflegerausbildung fertig machen?

Das wäre natürlich viel besser, als mehrere Jahre die Abendrealschule zu besuchen.

Wenn du willst, schreib mal, um welches Bundesland es geht und um welche Schulart. Es müsste eine Berufsfachschule sein - oder?
Eigentlich gibt es eine bestimmte Anzahl von Fehltagen, die "erlaubt" sind innerhalb der gesamten Ausbildungszeit. Das könnte in der Schulordnung für Berufsfachschulen deines Bundeslandes stehen.
Oder auch ein Blick ins Schulgesetz unter Ordnungswidrigkeiten, Schulausschluss o.ä.

Hat der Bescheid über den Schulausschluss eine Rechtsmittelbelehrung? Was steht drin?
Frist beachten!!
 

Sepline

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
18 Juli 2009
Beiträge
26
Bewertungen
0
Kann dein Freund an dieser örtlichen Schule die Kinderpflegerausbildung fertig machen?

Das wäre natürlich viel besser, als mehrere Jahre die Abendrealschule zu besuchen.

Wenn du willst, schreib mal, um welches Bundesland es geht und um welche Schulart. Es müsste eine Berufsfachschule sein - oder?
Eigentlich gibt es eine bestimmte Anzahl von Fehltagen, die "erlaubt" sind innerhalb der gesamten Ausbildungszeit. Das könnte in der Schulordnung für Berufsfachschulen deines Bundeslandes stehen.
Oder auch ein Blick ins Schulgesetz unter Ordnungswidrigkeiten, Schulausschluss o.ä.

Hat der Bescheid über den Schulausschluss eine Rechtsmittelbelehrung? Was steht drin?
Frist beachten!!

Also mein Freund kann hier an der Schule nochmal mit der Ausbildung anfangen. Die Ausbildung war ein 2 Jähriger Bildungsgang zum staatlich anerkannten Kinderpfleger und dazu hätte er den FOR gekriegt. Danach hätte er sich 2 Jahre zum Erzier weiterbilden lassen können(dazu braucht man FOR). Nun musste er ja abbrechen.

Wir wohnen in Bochum/NRW. Hier der Link unserer Schule.
Kinderpfleger/in und Fachoberschulreife


Die Gesetze stehen in der APO BK. Nun wir wenden uns jetzt an einem Anwalt. Das Problem ist aber, dass mein Freund schon von einem Anwalt abgewimmelt wurde mit der Begründung "Die Schule würde sowieso an längeren Hebel sitzen". Darf man sowas überhaupt als Anwalt sagen? Ich glaube eher der wollte mein Freund gar nicht vertreten, weil mein Freund ein Beratungshilfeschein hatte und der Anwalt daran wenig verdienen würde.
 

BlackForest

Elo-User*in
Mitglied seit
2 Mai 2010
Beiträge
361
Bewertungen
65
Also mein Freund kann hier an der Schule nochmal mit der Ausbildung anfangen.

Das Problem ist aber, dass mein Freund schon von einem Anwalt abgewimmelt wurde...
War das jetzt ein Angebot der Schule bezüglich der Fehlzeiten? Zuviele Fehlzeiten - kein Abschluss, daran kann auch der Anwalt nichts ändern. Wegen der angeblich fehlenden Krankmeldungen aber schon.
 
G

gast_

Gast
Das Problem ist aber, dass mein Freund schon von einem Anwalt abgewimmelt wurde mit der Begründung "Die Schule würde sowieso an längeren Hebel sitzen". Darf man sowas überhaupt als Anwalt sagen? Ich glaube eher der wollte mein Freund gar nicht vertreten, weil mein Freund ein Beratungshilfeschein hatte und der Anwalt daran wenig verdienen würde.
Sagen darf er das: Es ist seine Sichtweise, was anderes kann man ihm nicht nachweisen. Aber du hast ganz recht...er wollte ihn nicht vertreten. Denn auch wenn man gegen das Land klagt, kann man gewinnen... leider versuchen das aber viel zu wenige, meist wechseln die Schüler einfach die Schule.
 

Sepline

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
18 Juli 2009
Beiträge
26
Bewertungen
0
War das jetzt ein Angebot der Schule bezüglich der Fehlzeiten? Zuviele Fehlzeiten - kein Abschluss, daran kann auch der Anwalt nichts ändern. Wegen der angeblich fehlenden Krankmeldungen aber schon.

Nein, das war kein Angebot der Schule. Er hat sich selbst dort angemeldet. Das Problem ist ja, dass er nicht zu viel gefehlt hat. Sondern er hat angeblich keine AUs abgegeben.
 

Erolena

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
7 November 2007
Beiträge
5.939
Bewertungen
1.508
1. Frage:
wie heißt der entscheidende Begriff im Schreiben der Schule: Schulausschluss, Verweisung von der Schule oder wie?

2. Frage:
Welche Rechtsgrundlage steht dort dabei?

3. Frage:
Hat der Bescheid über den Schulausschluss eine Rechtsmittelbelehrung? Was steht drin? Frist beachten!!
(Du schreibst plötzlich, dein Freund hat die Ausbildung "abgebrochen". Wenn das stimmt, dann brauchen wir uns hier den Kopf nicht zu zerbrechen. Also noch mal zu Vergewisserung: Er hat nicht abgebrochen sondern: .....? siehe oben)
 

Erolena

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
7 November 2007
Beiträge
5.939
Bewertungen
1.508
Das ist keine amtliche Info - aber wird wohl auch heute noch stimmen (jedenfalls im Groben).
Fragen und Antworten1 zum Schulrecht
(Stand November 2006 – beachten Sie die sich ergebenden Änderungen der Rechtsgrundlagen, insbesondere des SchulG).

Wie kann ich gegen schulische Entscheidungen (Klassenarbeit/Zeugnis) vorgehen? Müssen bestimmte Formvorschriften und Fristen beachtet werden? An wen muss ich mich wenden?

Bei Meinungsverschiedenheiten zwischen Eltern oder Schülerinnen und Schülern sowie Lehrerinnen und Lehrern sollen die Beteiligten versuchen, diese zunächst im Wege einer Aussprache beizulegen.

Bei einem Vorgehen gegen schulische Entscheidungen sind zwei Fälle zu unterscheiden:

1. Beschwerde

Gegen Maßnahmen, die keine Verwaltungsakte sind, kann Beschwerde bei der Schulleitung eingelegt werden. Die Erteilung einzelner Noten im Unterricht oder auf dem Zeugnis und Zwischenzeugnis ist in der Regel kein Verwaltungsakt und daher im Widerspruchsverfahren nicht anfechtbar. In diesem Fall kann eine (Noten-) Beschwerde bei der Schule eingereicht werden. Der Fachlehrer
entscheidet dann, ob der Beschwerde durch Änderung der Note abgeholfen wird. Wird der Beschwerde nicht abgeholfen, muss die Schule den Beschwerdevorgang der Schulaufsichtsbehörde (Schulamt, Bezirksregierung) zur Entscheidung vorlegen.


2. Widerspruch

Gegen schulische Entscheidungen, die Verwaltungsakte sind, können die Eltern oder die volljährige Schülerin oder der volljährige Schüler Widerspruch bei der Schule einlegen. Verwaltungsakte der Schule sind die Entscheidung über

+ die Aufnahme oder Entlassung der Schülerin oder des Schülers,
+ Versetzung oder Nichtversetzung,
+ Ordnungsmaßnahmen nach § 53 SchulG sowie
+ Prüfungsentscheidungen.

Das Widerspruchsverfahren richtet sich nach §§ 68 ff. Verwaltungsgerichtsordnung (VwGO). Der Widerspruch ist bei der Schule einzureichen.

Wenn der Verwaltungsakt der Schule mit einer Rechtsmittelbelehrung versehen ist, kann der Widerspruch innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe des Verwaltungsaktes eingelegt werden. Anderenfalls kann er binnen eines Jahres eingelegt werden.

Die Schule hat die Möglichkeit, ihre Entscheidung zurückzunehmen und damit dem Widerspruch abzuhelfen. Kann sie dem Widerspruch nicht abhelfen, legt sie die Angelegenheit der Schulaufsichtsbehörde zur Entscheidung vor. Weist die Schulaufsichtsbehörde den Widerspruch gemäß § 73 VwGO mit begründetem, mit Rechtsmittelbelehrung versehenem Widerspruchsbescheid zurück, können die Betroffenen innerhalb eines Monats Klage beim zuständigen Verwaltungsgericht erheben. Zuständig ist gemäß § 52 Nr. 3 VwGO in der Regel das Verwaltungsgericht, in dessen Bezirk der Verwaltungsakt erlassen wurde oder - bei Verpflichtungsklage - zu erlassen wäre. Die Klage ist schriftlich zu erheben. Sie kann dem Gericht übersandt oder beim Gericht zu Protokoll gegeben werden. Anwaltszwang besteht beim Verwaltungsgericht nicht.
nachzulesen hier: https://studsem.san.hrz.uni-siegen.de/s1/downloads/faqzumschulrecht.doc

Gibt es im Verwaltungsrecht überhaupt einen Beratungshilfeschein?
 

Erolena

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
7 November 2007
Beiträge
5.939
Bewertungen
1.508
Schulgesetz NRW (Stand: 15. 2. 2010)
§ 53 Erzieherische Einwirkungen, Ordnungsmaßnahmen
(1) Erzieherische Einwirkungen und Ordnungsmaßnahmen dienen der geordneten Unterrichts- und Erziehungsarbeit der Schule sowie dem Schutz von Personen und Sachen. Sie können angewendet werden, wenn eine Schülerin oder ein Schüler Pflichten verletzt. Der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit ist zu beachten. Ordnungsmaßnahmen sind nur zulässig, wenn erzieherische Einwirkungen nicht ausreichen. Einwirkungen gegen mehrere Schülerinnen und Schüler sind nur zulässig, wenn das Fehlverhalten jeder oder jedem Einzelnen zuzurechnen ist.

(2) Zu den erzieherischen Einwirkungen gehören insbesondere ....

(3) Ordnungsmaßnahmen sind
1. der schriftliche Verweis,
2. die Überweisung in eine parallele Klasse oder Lerngruppe,
3. der vorübergehende Ausschluss vom Unterricht von einem Tag bis zu zwei Wochen und von sonstigen Schulveranstaltungen,
4. die Androhung der Entlassung von der Schule,
5. die Entlassung von der Schule,
6. die Androhung der Verweisung von allen öffentlichen Schulen des Landes durch die obere Schulaufsichtsbehörde,
7. die Verweisung von allen öffentlichen Schulen des Landes durch die obere Schulaufsichtsbehörde.

Rechtsbehelfe (Widerspruch und Anfechtungsklage) gegen Ordnungsmaßnahmen nach Satz 1 Nr. 2 und 3 haben keine aufschiebende Wirkung. § 80 Abs. 4, 5, 7 und 8 der Verwaltungsgerichtsordnung bleibt unberührt. ***
***Das heißt für mich: Geht es aber um Widerspruch oder Anfechtungsklage gegen § 53 Abs 3 Nr. 4 bzw. 5 dann besteht die aufschiebende Wirkung.
Der Schüler wäre nicht von der Schule ausgeschlossen, bis über den Wid. oder die Klage entschieden ist - ja?
Müsste der Schüler dann so schnell als möglich die Schule wieder besuchen?
(4) Maßnahmen nach Absatz 3 Nr. 4 und 5 sind nur zulässig, wenn die Schülerin oder der Schüler durch schweres oder wiederholtes Fehlverhalten die Erfüllung der Aufgaben der Schule oder die Rechte anderer ernstlich gefährdet oder verletzt hat. Bei Schulpflichtigen bedarf die Entlassung von der Schule der Bestätigung durch die Schulaufsichtsbehörde, die die Schülerin oder den Schüler einer anderen Schule zuweisen kann. Die Entlassung einer Schülerin oder eines Schülers, die oder der nicht mehr schulpflichtig ist, kann ohne vorherige Androhung erfolgen, wenn die Schülerin oder der Schüler innerhalb eines Zeitraumes von 30 Tagen insgesamt 20 Unterrichtsstunden unentschuldigt versäumt hat.

(5) Maßnahmen nach Absatz 3 Nr. 6 und 7 sind nur zulässig, wenn ....

(6) Über Ordnungsmaßnahmen nach Absatz 3 Nr. 1 bis 3 entscheidet ...

(7) Über Ordnungsmaßnahmen nach Absatz 3 Nr. 4 und 5 entscheidet eine von der Lehrerkonferenz berufene Teilkonferenz. Der Teilkonferenz gehören ein Mitglied der Schulleitung, die Klassenlehrerin oder der Klassenlehrer oder die Jahrgangsstufenleiterin oder der Jahrgangsstufenleiter und drei weitere, für die Dauer eines Schuljahres zu wählende Lehrerinnen und Lehrer oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gemäß § 58 als ständige Mitglieder an. Weitere, für die Dauer eines Schuljahres zu wählende Mitglieder sind eine Vertreterin oder ein Vertreter der Schulpflegschaft und des Schülerrates. Diese nehmen an Sitzungen nicht teil, wenn die Schülerin oder der Schüler oder die Eltern der Teilnahme widersprechen.

(8) Vor der Beschlussfassung hat die Teilkonferenz*** der betroffenen Schülerin oder dem betroffenen Schüler und deren Eltern Gelegenheit zu geben, zu dem Vorwurf der Pflichtverletzung Stellung zu nehmen; zu der Anhörung kann die Schülerin oder der Schüler eine Person des Vertrauens aus dem Kreis der Schülerinnen und Schüler oder der Lehrerinnen und Lehrer hinzuziehen.
*** Ich denke, dass die Stellungnahme vor der Teilkonferenz (also vor "aller Zuständigen Ohren") abzugeben ist.
Also ein Gespräch im Büro des Schulleiters unter 4 Augen reicht hier nicht.
Die Anhörung nach § 53 Absatz 8
müsste dann noch nach Vorschrift nachgeholt werden.
So würde ich das auslegen. Mal sehen, was andere sagen.
(9) Ordnungsmaßnahmen werden den Eltern schriftlich bekannt gegeben und begründet.
§ 120 Schutz der Daten von Schülerinnenund Schülern und Eltern
(8)
Die Schule kann Eltern volljähriger Schülerinnen und Schüler über wichtige schulische Angelegenheiten wie .....
4. die Entlassung von der Schule oder deren Androhung und
5. die Verweisung von allen öffentlichen Schulen oder deren Androhung
und über sonstige schwerwiegende Sachverhalte informieren, die das Schulverhältnis wesentlich beeinträchtigen. Die Schülerinnen und Schüler sind von den beabsichtigten Auskünften vorab in Kenntnis zu setzen.
§ 123 Eltern, volljährige Schülerinnen und Schüler
(1) ....
(2) Die durch dieses Gesetz geregelten Rechte und Pflichten der Eltern nimmt die volljährige Schülerin oder der volljährige Schüler selbst wahr.
zum Schulgesetz NRW: https://www.schulministerium.nrw.de/BP/Schulrecht/Gesetze/SchulG_Info/Schulgesetz.pdf
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten. Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln, auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.
Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten