Schuldnerberatung will Vollmacht für Jobcenter

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ViktoriaG

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Hallo zusammen und angenehme Weihnachten!

Zu meiner Frage: Hatte mit einer kirchlichen Schuldnerberatung schlechte Erfahrungen gemacht, deshalb hat mir eine Online-Schuldnerberatung die Adresse der Beratung des Paritätischen, Parisozial, gegeben.

Dort habe ich dann erfahren, dass Parisozial leider mit dem Jobcenter zusammenarbeitet. Ich habe dabei etwas Bauchschmerzen, weil das Jobcenter noch eine geringe aufstockende Leistung und Krankenversicherung für mich zahlt (bin selbstständig).

Um tätig zu werden, verlangt Parisozial folgende Vollmacht:
"Hiermit erteile ich (Name etc.) (...) PariSozial gGmbH, Schuldnerberatung, Insolvenzberatung dieser vertreten durch (Name) bis auf Widerruf Vollmacht zur Wahrnehmung meiner sozialen und vermögensrechtlichen Angelegenheiten im Rahmen der §§ 16 (2) SGB II, 11 (2) SGB XII (...)"

Besonders Sorge macht mir aber die "Einwilligung zur Datenspeicherung", Zitat:"Ich (Name etc.) erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir im Rahmen der Schuldnerberatung erhobenen personenbezogenen Angaben (...) durch (...) PariSozial gGmbH (...) gespeichert und verarbeitet werden.
Diese Daten dürfen vom (...) Parisozial gGmbH in anonymisierter Form als Gesamtstatistik dem Kreis (...) zur Verfügung gestellt werden.

Ich habe zur Kenntnis genommen, dass der (...) Parisozial gGmbH gegenüber dem Kreis (...) vertraglich verpflichtet ist - sofern ich Leistungsberechtigter nach dem SGB II bin -, meinen Namen mit Anschrift, Art der Beratung sowie Beginn und Ende der Beratung dem Jobcenter Kreis (...) zu übermitteln. Hiermit erkläre ich mich einverstanden.
(Unterschrift)

Kennt jemand soetwas? Sollte ich das unterschreiben oder lieber weitersuchen? Wieder eine neue Beratung aufsuchen?

Und was heißt "über Art der Beratung informieren"? Klingt ja recht dehnbar, oder?

Habe mit dem Jobcenter verschiedene Verfahren geführt. Als kleine Selbstständige hat man mich dort immer nur schikaniert. Jetzt bin ich fast soweit, aus dem Leistungsbezug auszuscheiden (die Schulden sind recht alte private, keine geschäftlichen Schulden).

Freue mich über eure Antworten!

LG! Viktoria :icon_smile:
 

Silvia V

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Hallo zusammen und angenehme Weihnachten!

Zu meiner Frage: Hatte mit einer kirchlichen Schuldnerberatung schlechte Erfahrungen gemacht, deshalb hat mir eine Online-Schuldnerberatung die Adresse der Beratung des Paritätischen, Parisozial, gegeben.

Dort habe ich dann erfahren, dass Parisozial leider mit dem Jobcenter zusammenarbeitet. Ich habe dabei etwas Bauchschmerzen, weil das Jobcenter noch eine geringe aufstockende Leistung und Krankenversicherung für mich zahlt (bin selbstständig).

Um tätig zu werden, verlangt Parisozial folgende Vollmacht:
"Hiermit erteile ich (Name etc.) (...) PariSozial gGmbH, Schuldnerberatung, Insolvenzberatung dieser vertreten durch (Name) bis auf Widerruf Vollmacht zur Wahrnehmung meiner sozialen und vermögensrechtlichen Angelegenheiten im Rahmen der §§ 16 (2) SGB II, 11 (2) SGB XII (...)"

Besonders Sorge macht mir aber die "Einwilligung zur Datenspeicherung", Zitat:"Ich (Name etc.) erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir im Rahmen der Schuldnerberatung erhobenen personenbezogenen Angaben (...) durch (...) PariSozial gGmbH (...) gespeichert und verarbeitet werden.
Diese Daten dürfen vom (...) Parisozial gGmbH in anonymisierter Form als Gesamtstatistik dem Kreis (...) zur Verfügung gestellt werden.

Ich habe zur Kenntnis genommen, dass der (...) Parisozial gGmbH gegenüber dem Kreis (...) vertraglich verpflichtet ist - sofern ich Leistungsberechtigter nach dem SGB II bin -, meinen Namen mit Anschrift, Art der Beratung sowie Beginn und Ende der Beratung dem Jobcenter Kreis (...) zu übermitteln. Hiermit erkläre ich mich einverstanden.
(Unterschrift)

Kennt jemand soetwas? Sollte ich das unterschreiben oder lieber weitersuchen? Wieder eine neue Beratung aufsuchen?

Und was heißt "über Art der Beratung informieren"? Klingt ja recht dehnbar, oder?

Habe mit dem Jobcenter verschiedene Verfahren geführt. Als kleine Selbstständige hat man mich dort immer nur schikaniert. Jetzt bin ich fast soweit, aus dem Leistungsbezug auszuscheiden (die Schulden sind recht alte private, keine geschäftlichen Schulden).

Freue mich über eure Antworten!

LG! Viktoria :icon_smile:

Ich verlinke mal .....
https://www.elo-forum.org/alg-ii/88109-schuldnerberatung-sanktion.html#post1067365

Vielleicht hilft Dir das ein wenig weiter.
 

Sprotte

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Besonders Sorge macht mir aber die "Einwilligung zur Datenspeicherung", Zitat:"Ich (Name etc.) erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir im Rahmen der Schuldnerberatung erhobenen personenbezogenen Angaben (...) durch (...) PariSozial gGmbH (...) gespeichert und verarbeitet werden.
Diese Daten dürfen vom (...) Parisozial gGmbH in anonymisierter Form als Gesamtstatistik dem Kreis (...) zur Verfügung gestellt werden.

Diesen Passus haben alle unentgeltlichen Schuldnerberatungen.

Um tätig zu werden, verlangt Parisozial folgende Vollmacht:
"Hiermit erteile ich (Name etc.) (...) PariSozial gGmbH, Schuldnerberatung, Insolvenzberatung dieser vertreten durch (Name) bis auf Widerruf Vollmacht zur Wahrnehmung meiner sozialen und vermögensrechtlichen Angelegenheiten im Rahmen der §§ 16 (2) SGB II, 11 (2) SGB XII (...)"

Ich habe zur Kenntnis genommen, dass der (...) Parisozial gGmbH gegenüber dem Kreis (...) vertraglich verpflichtet ist - sofern ich Leistungsberechtigter nach dem SGB II bin -, meinen Namen mit Anschrift, Art der Beratung sowie Beginn und Ende der Beratung dem Jobcenter Kreis (...) zu übermitteln. Hiermit erkläre ich mich einverstanden.
(Unterschrift)

Das hier ist völliger Blödsinn.....und geht zu weit.



Die Schuldnerberatung macht nichts anderes,als deine Gläubiger zu listen,dann anzuschreiben,schlägt eine Einigung fehl...und das ist meistens der Fall,dann geht alles an das Insolvenzgericht und damit an den vom Gericht bestimmten Insolvenzverwalter....von diesem Moment an hat die Schuldnerberatung nichts mehr damit zu tun und bekommt auch keinerlei Informationen mehr,nicht einmal ob überhaupt das Verfahren eröffnet wurde.


Sollte ich das unterschreiben oder lieber weitersuchen? Wieder eine neue Beratung aufsuchen?

Ich würde das so nicht unterschreiben,diese Schuldnerberatung überschreitet bei weitem ihre Kompetenzen und verletzt die Schweigepflicht . Das JC geht das überhaupt nichts an....es sei denn die wollen deine Schulden bezahlen.

Such lieber weiter.
 

Holger01

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Immerhin ist die Schuldnerberatung eine zulässige Eingliederungsleistung im Rahmen des SGB II, zumindest wenn diese in deiner EGV enthalten wäre:

§ 16a SGB II: "Zur Verwirklichung einer ganzheitlichen und umfassenden Betreuung und Unterstützung bei der Eingliederung in Arbeit können die folgenden Leistungen, die für die Eingliederung der oder des erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in das Erwerbsleben erforderlich sind, erbracht werden:
1. die Betreuung minderjähriger oder behinderter Kinder oder die häusliche Pflege von Angehörigen,
2. die Schuldnerberatung,
3. die psychosoziale Betreuung,
4. die Suchtberatung."

Quelle: § 16a SGB II Kommunale Eingliederungsleistungen Sozialgesetzbuch (SGB)


Hieraus erklärt sich dann, warum Name und Dauer der Beratung ans JC übermittelt werden sollen.

Ist letztlich nicht mehr als das, was ein Bildungsträger an Sachinfos ans JC übermittelt (sofern man nicht mehr als dies unterschrieben hat).


So wie ich dich in #1 verstanden habe, suchst du die Schuldnerberatung aber aus eigener freier Entscheidung auf; da wäre eine solche Datenübermittlungsklausel bestimmt auch für den Datenschutzbeauftragten interessant.

...
 

ViktoriaG

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Irgendwie gut zu hören, dass ihr das hier mehr oder weniger kritisch seht.
Denn sicherlich klingen solche Vereinbarungen erstmal unkompliziert, aber man weiß nie, was da sonst noch zwischen Beratungsstelle und JC geredet wird.

Und in dieser Kleinstadt kennt man sich: Als ich von der schlechten Erfahrung mit der ersten Beratungsstelle berichtete, fragte man mich: "Wo waren Sie denn, bei (Vorname der Beraterin)?"

Abgesehen von der Datenschutz-Problematik überzeugt mich diese Schuldnerberatung auch sonst nicht: Beim ersten Termin Zimmer total vollgequalmt, :icon_kotz:teilweise rüder Ton, dass ich am liebsten gleich rausgerauscht wäre. "Was ist Ihr gelernter Beruf? Hier muss Ihr gelernter Beruf hin!!!" Nachdem ich im Formular aufgeführt hatte, womit ich als Selbstständige tätig bin. Beschwerte sich, dass er noch ein Original für mich kopieren musste, aber sein Formular so verschmiert ausgedruckt, dass es nur mit Lupe und viel Phantasie zu entziffern war.

Ach so, und die Beratung kostet, um die 150 Euro, nach Abschluss zu zahlen. Ob das auch bei ALG II so ist, weiß ich aber nicht - hat er nix zu gesagt.

Den nächsten Termin (Mitte Dezember) sagte er kurz vorher ab, ich bot Ersatztermin an, er hat sich bis heute nicht dazu geäußert. Und ist derzeit im Urlaub ... die Sache drängt natürlich, aber zieht sich jetzt schon wieder seit Oktober hin.

Weitersuchen? Es sieht wohl sehr danach aus:biggrin:
Aber mich interessiert eure Meinung weiter! Vielen Dank :icon_smile::icon_smile:
 

ViktoriaG

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Hallo nochmal - so hat sich die Sache jetzt entwickelt:
Habe die Beratung schriftlich abgelehnt und um Löschung aller meiner Daten einschließlich schriftlicher Bestätigung gebeten.

Darauf rief mich der Berater an und sagte, ich könne den Passus mit dem Jobcenter streichen. Zunächst überzeugt, machte ich einen Termin mit ihm, habe mich aber jetzt endgültig gegen Parisozial entschieden.

Einer von mehreren Gründen: Wenn die Beratungsstelle dem Kreis gegenüber Zitat: "vertraglich verpflichtet ist", bei Leistungsbezug die - zu streichenden - Daten weiterzugeben, wie kann es dann sein, dass dieser Berater dann für mich eine Ausnahme macht :icon_kinn:?? Wie seht ihr das?

Na ja, das Ganze ist mir nicht ganz koscher, bei dieser Verknüpfung mit dem JC ...

LG! Viktoria
 

Holger01

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So wie ich dich in #1 verstanden habe, suchst du die Schuldnerberatung aber aus eigener freier Entscheidung auf; da wäre eine solche Datenübermittlungsklausel bestimmt auch für den Datenschutzbeauftragten interessant.

Melde den Vorgang doch an den Datenschutz.

Du könntest damit anderen zukünftig Betroffenen schon im Vorfeld diese Probleme vermeiden helfen.
Und Parisozial würde eine Grenze aufgezeigt bekommen.
 
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