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Schüler- Bafög???

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Pfirsich-Mango

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#1
Hallo erstmal,

hätte eine Frage zum Schüler- Bafög.

Ich werde Ende dieses Jahres 20 Jahre alt und wohne bei meinem Freund und dessen Eltern im Haus.

Ab diesen August mach ich Höhere Handelsschule für Wirtschaft und Verwaltung und darf KEIN Nebenjob nebenbei machen!

Steht mir dann Schüler- Bafög zu? Und wenn ja, wieviel steht mir ca. zu?

Wäre sehr dankbar über Antworten oder hilfreiche Links :icon_smile:

LG Anne
 

Erolena

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#2
...Ab diesen August mach ich Höhere Handelsschule für Wirtschaft und Verwaltung und darf KEIN Nebenjob nebenbei machen!
Du bist ab August an dieser Schule, aber was machst Du dort? Darauf kommt es an. Es sind oft viele verschiedene Ausbildungsgänge mit unterschiedlichen Bafög-Ansprüchen in einem Schulgebäude.
 

Pfirsich-Mango

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#3
Heute hab ich meine Antwort auf mein Antrag bekommen, sehr toll, richtig toll, ich bin begeistert :icon_neutral:

Nach wochenlangen Kümmern um die einzelnen Papiere hab ich nu meine "Absage" bekommen.

Ich bekomme kein Bafög, da ich nicht mehr bei meinen Eltern wohne.
Was auch gar nicht möglich ist, da meine Eltern (Mutter und stiefvater )in eine kleinere Wohnung gezogen sind, wo für mich auch gar kein Platz ist.

Ich frag mich ob das noch fair ist. Ich mach nun Höhere Handelsschule, da ich keine Ausbildung bekam und darf nebenbei kein Nebenjob machen .

Wie bitte soll man von 89,00 € (164,00 € Kindergeld - 75,00 € Miete) monatlich leben? :eek:
Davon müssen Lebensmittel, Zuzahlungen für Medikamente, Schulsachen, Anziehsachen und was nicht alles bezahlt werden.

Mir fehlen langsam echt die Worte zu diesem Land und hab auch noch keine ahnung wie es weitergehen soll :icon_neutral:
 

Erolena

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#4
Ja, ich kenne keine höhere Handelsschule für Wirtschaft und Verwaltung.
Welchen Abschluss erhält man dort?
Einen Beruf ?
Die Fachhochschulreife oder was?
Oder ist das eine einjährige Vorbereitung auf eine Ausbildung?
Wieviel Jahre geht die Schule (welche Klasse 11+12?)
Schreib doch mal, was in dem Bafög-Bescheid steht:
Bedarf nach Berufsausbildungsförderungsgesetz § ????
abgelehnt wegen § ???
 

Pfirsich-Mango

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#5
Man erhält danach die Fachhochschulreife.
Des ist halt extra für den Bereich Wirtschaft und Verwaltung,damit man später bessere Chancen als Bürokauffrau, Verwaltungsfachangestellte und so hat.
Das geht zwei Jahre (11& 12 Klasse).

In dem Schreiben steht:

Ihrem Antrag auf Gewährung von Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz für den Besuch des Hanse- Berufskolleg in Lemgo - 2jährige Höhere Handelsschule- in der Zeit 08/09 bis 07/10 kann leider nicht entsprochen werden.

Gemäß § 2 Abs. 1 Bafög wird Ausbildungsförderung für den Besuch von weiterführenden allgemein bildenen Schulen und Berufsfachschulen einschl. der Klassen aller Formen der beruflichen Grundbildung ab Klasse 10 sowie von Fach- und Fachoberschulklassen, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung nicht voraussetzt, geleistet, wenn der Auszubildende die Voraussetzungen des Abs. 1 a erfüllt.

Danach wird Ausbildungsförderung nur geleistet, wenn der Auszubildende nicht bei seinen Eltern wohnt und

1. von der Wohnung der Eltern aus eine entsprechende Ausbildungsstätte nicht erreichbar ist,

2. einen eigenen Haushalt führt und verheiratet ist oder war,

3. einen eigenen Haushalt führt und mit mind. einem Kind zusammenlebt.

Da von der Wohnung Ihrer Mutter aus Ihre Ausbildungsstätte in angemessener Zeit erreichbar ist, und somit eine förderungsfähige Ausbildung im Sinne von § 2 Abs. 1 Bafög nicht gegeben ist, kommt eine Gewährung von Leistungen nach dem Bafög nicht in Betracht.


LG PM
 

Erolena

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#6
Unabhängig vom neu eingeführten Zuschuss zu den Wohnkosten, können (und konnten
schon bisher) einige Auszubildende einen regulären (gegebenenfalls ergänzenden) Anspruch auf Arbeitslosengeld (ALG) II haben:

• Auszubildende in beruflicher Ausbildung im Haushalt der Eltern ohne Anspruch auf BAB
• Teilnehmer an einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme, die im Haushalt der Eltern leben
• Schüler von Berufsfachschulen und Fachschulklassen, deren Besuch keine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzt und die im Haushalt der Eltern wohnen
Schüler von weiterführenden allgemeinbildenden Schulen und Berufsfachschulen sowie von Fach- und Fachoberschulklassen, deren Besuch keine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzt, mit eigenem Haushalt, die aber an den Voraussetzungen des § 2 Abs. 1a BAföG scheitern (d.h. die eine zumutbare Ausbildungsstätte von der elterlichen Wohnung erreichen könnten und auch nicht verheiratet sind oder bei denen kein Kind im Haushalt lebt)

Koordinierungsstelle gewerkschaftlicher Arbeitslosengruppen, Märkisches Ufer 28, 10179 Berlin
Tel: 030 / 86 87 67 0 -0 Fax: 030 / 86 87 67 0-21, info@erwerbslos.dewww.erwerbslos.de
 

Erolena

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#8
Also Erleichterung: Die steht schon mal ALG 2 zu. siehe voriger Beitrag. Den § im SGB II hat biddy ja schon eingestellt.
___
Bafög:
Also die Ablehnung scheint erst einmal o.k.
Bafög-Gesetz § 2 Abs. 1, zitiert haben sie Nr. 1 (=deine zweijährige FOS) + § 2 Abs. 1a.

Du könntest noch mal den letzten Satz prüfen aus dem Ablehnungsschreiben des Bafög-Amtes. Ist tatsächlich von der Wohnung Deiner Mutter die Ausbildungsstätte in angemessener Zeit erreichbar?
Wenn das nämlich nicht stimmen würde, dann bekämst du doch Bafög, weil als (begründet) außerhalb wohnend anzusehen.
In dem Schreiben steht:

Ihrem Antrag auf Gewährung von Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz für den Besuch des Hanse- Berufskolleg in Lemgo - 2jährige Höhere Handelsschule- in der Zeit 08/09 bis 07/10 kann leider nicht entsprochen werden.

Gemäß § 2 Abs. 1 Bafög wird Ausbildungsförderung für den Besuch von weiterführenden allgemein bildenen Schulen und Berufsfachschulen einschl. der Klassen aller Formen der beruflichen Grundbildung ab Klasse 10 sowie von Fach- und Fachoberschulklassen, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung nicht voraussetzt, geleistet, wenn der Auszubildende die Voraussetzungen des Abs. 1 a erfüllt.

Danach wird Ausbildungsförderung nur geleistet, wenn der Auszubildende nicht bei seinen Eltern wohnt und
1. von der Wohnung der Eltern aus eine entsprechende Ausbildungsstätte nicht erreichbar ist,
2. einen eigenen Haushalt führt und verheiratet ist oder war,
3. einen eigenen Haushalt führt und mit mind. einem Kind zusammenlebt.

Da von der Wohnung Ihrer Mutter aus Ihre Ausbildungsstätte in angemessener Zeit erreichbar ist, und somit eine förderungsfähige Ausbildung im Sinne von § 2 Abs. 1 Bafög nicht gegeben ist, kommt eine Gewährung von Leistungen nach dem Bafög nicht in Betracht.LG PM
Ganz ausführlich erläutert ist der Begriff "nicht erreichbar" in der Verwaltungsvorschrift zum § 2 Abs. 1a Baföggesetz.
Ein Punkt unter vielen ist die angemessenen Wegezeit:


2.1a.3
Für die Frage, ob der Auszubildende eine Ausbildungsstätte von der Wohnung der Eltern aus in angemessener Zeit erreichen kann, ist die durchschnittliche tägliche Wegzeit, nicht die Wegstrecke maßgebend. Eine Ausbildungsstätte ist nicht erreichbar, wenn der Auszubildende bei Benutzung der zeitlich günstigsten Verkehrsverbindungen mindestens an drei Wochentagen für Hin- und Rückweg eine Wegzeit von mehr als zwei Stunden benötigt. Zu der Wegzeit gehören auch die notwendigen Wartezeiten vor und nach dem Unterricht. Die Wegzeit zwischen der Haltestelle des Verkehrsmittels und der Ausbildungsstätte bzw. zurück gilt als Wartezeit. Nach Addition von Hin- und Rückweg ist jeder angefangene Kilometer Fußweg mit 15 Minuten zu berechnen.


Maßgebend sind die regelmäßigen Verkehrsverhältnisse im Bewilligungszeitraum.
Quelle: BAföG § 2 Ausbildungsstätten - BAföG-FAQ - Geld+BAföG - Studis Online (oben steht der § 2, darunter folgt Verwaltungsvorschrift zum § 2, dann ganz weit unten die Ziffer 2.1a.3)

"regelmäßigen Verkehrsverhältnisse" meint: Es zählt nicht die Glückskonstellation (Zug, der nur vor Feiertagen zusätzlich fährt o.ä.), sondern es zählt, wie lange es im Alltagszustand dauert.
_____________

Für andere Schüler ist vielleicht interessant:
Im Link Verwaltungsvorschrift unter 2.1a.19 steht, dass auch Schulgeld, Internat (Zwang) oder strengere Zugangsvorschriften an einer näher gelegenen Schule dazu führen, dass ihr die weit entfernte Schule begründet besucht - und ggf. ein Bafög-Anspruch entsteht.
 
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