Schreiben bekommen über Versagung des Krankengeldanspruch bei verspätete Information über Arbeitsunfähigkeit bei der KK (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

tunga

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aloha!

Ein Bekannter von mir hat gerade das Problem, dass die Krankenkasse ihm sein Krankengeldanspruch nach der 6 wöchigen Lohnfortzahlung seines AG wegen verspäteter Meldung nicht gewährt.

Er war seit 01.06.- 02.09.18 durchgehend AU und hat diese Bescheinigung immer seinem Arbeitgeber vorgelegt, nicht aber der Krankenkasse, das habe er nicht gewusst, das dieses mit der ersten AU schon passieren muss.
Er dachte, dass sein AG dies der KK meldet und er so auch sein Krankengeld nach Ablauf der 6 Wochen automatisch `beantragt´

Er hat erst auf Nachfragen bei der KK, wo denn sein Krankengeld bleibt, seine AUs nachweislich dort hingeschickt und auf das entsprechende Schreiben reagiert.

Zwei Wochen später bekam er dann ein Schreiben, dass die KK kein Krankengeld zahlt.

Jetzt hat er für 1,5 Monate keinerlei Geld bekommen und konnte ua. seine Miete nicht zahlen.

Er weiss jetzt, dass es falsch war und er die AUs hätte direkt an die KK schicken müssen und er hat auch jetzt gesehen, das es auf der AU Meldung für die KK sogar draufsteht, allerdings ohne irgendeine Frist. (und ja, er ist total verpeilt im Kopf und psychich nicht ganz dabei wie er immer wieder selbst sagt)

Jetzt würde er gerne wissen, wie die Chancen stehen, trotzdem noch für die entsprechende Zeit Krankengeld zu bekommen und sein AG sagte ihm jetzt, dass die KK sogar eine Aufklärungspflicht dem Versichertem gegenüber hätte ihm mitzuteilen, dass die erste AU spätestens innerhalb einer Woche dort zu sein hat, nicht erst die erste AU nach Ende der Lohnfortzahlung.
Auch sein behandelnder Arzt hätte ihm das sagen müssen, bzw. sein Arbeitsunfähigkeit der KK melden müssen und verweist ihn auf ein Urteil vom SG Saarbrücken.

(Das SG Saarbrücken hat entschieden, dass auch bei verspäteter Vorlage der AU-Bescheinigung ein Ruhen des Anspruchs auf Krankengeld nicht zulässig ist.
Die Beteiligten stritten darüber, ob der Anspruch des abhängig beschäftigten Klägers auf Zahlung von Krankengeld nach dem SGB V zum Ruhen gekommen ist. Der Kläger, gesetzlich mit Anspruch auf Krankengeld versichert, erkrankte arbeitsunfähig und erhielt von seinem Arbeitgeber zunächst Entgeltfortzahlung nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz. Im Anschluss bezog der Kläger von der Beklagten Krankengeld. Wegen verspäteter Einreichung einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung entgegen der gesetzlichen Frist von einer Woche brachte die Beklagte den klägerischen Anspruch auf Krankengeld zum Ruhen. Hiergegen wandte sich der Kläger.
Das SG Saarbrücken hat der Klage stattgegeben.
Nach Auffassung des Sozialgerichts ist im vorliegenden Fall ein Ruhen des Anspruchs auf Krankengeld nicht zulässig. Unterfalle ein gesetzlich Krankenversicherter dem Entgeltfortzahlungsgesetz, sei er von der Obliegenheit, seine Arbeitsunfähigkeit selbst der Krankenkasse zu melden, entbunden. Nach § 5 Abs. 1 Satz 5 EntgFG werde die Meldepflicht in diesem Fall vielmehr dem behandelnden Vertragsarzt zugewiesen. Eine verspätete Vorlage der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung führe somit nicht zum Ruhen des Krankengeldanspruchs nach § 49 Abs. 1 Nr. 5 SGB V, da der Vertragsarzt und damit die Krankenkasse das Übermittlungsrisiko trage.)

Jetzt würde er gerne Widerspruch einlegen. Er hat allerdings keinen Bescheid, sondern nur das angehängte Schreiben bekommen.
Wie kann man das formulieren und wie stehen die Chancen, gibt es einen Ermessenspielraum der KK?
Hat jemand damit Erfahrungen?
Für jede Hilfe oder Hinweise wäre er dankbar.

thnx
tunga
 

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Kerstin_K

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AW: Schreiben bekommen über Versagung des Krankengeldanspruch bei verspätete Information über Arbeitsunfähigkeit bei der

Das 2. Schreiben ist ein Bescheid. Rechtsmittelbelehrung steht ganz am Ende.

Such mal in den Threads von Caye. Die hatte neulich ein ähnliches Thema.
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tunga

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AW: Schreiben bekommen über Versagung des Krankengeldanspruch bei verspätete Information über Arbeitsunfähigkeit bei der

@Kerstin_K
danke! als Bescheid hätte ich dieses Schreiben nie gewertet, eher als Info Schreiben.
 

tunga

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AW: Schreiben bekommen über Versagung des Krankengeldanspruch bei verspätete Information über Arbeitsunfähigkeit bei der

aloha!

Wollte nochmal nachfragen, ob jemand die Erfahrung gemacht hat in einem solchen Fall Widerspruch einzulegen gegen die Ablehnung und ob es da überhaupt Chancen gibt.

Wenn Widerspruch eingelegt wird, wie formuliert man das man besten so in Hinsicht auch ob man so ein Urteil wie oben erwähnt oder lieber nicht?

Mehr zu verlieren hat er nicht, und wenn es doch eine Zahlung geben wird, wäre es ja toll.
Kann da jemand nochmal bitte was zu sagen?

thnx
tunga
 

saurbier

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AW: Schreiben bekommen über Versagung des Krankengeldanspruch bei verspätete Information über Arbeitsunfähigkeit bei der

Hallo tunga,

Kerstin_K. hat doch dazu vorab mal alles gesagt.

Wollte nochmal nachfragen, ob jemand die Erfahrung gemacht hat in einem solchen Fall Widerspruch einzulegen gegen die Ablehnung und ob es da überhaupt Chancen gibt.
Deine Frage dürfte sich doch selbst erledigt haben, denn immerhin hast du hier doch auf eine positves Urteil hingewiesen.

Warum schreibst du denn da nicht zuerst einmal einen Widerspruch auf das von dir angehängte Schreiben der KK und wartest ab wie die Herrschaften darauf reagieren.

Das von dir zitierte Urteil und wohl noch viele weitere dürften da doch vorab mal genug Informationen zu bieten.


Grüße saurbier
 
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