Schräger Sozialismus

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ExitUser

Gast
KOMMENTAR VON BARBARA DRIBBUSCH

"Handicapologie" - so nennt man in der Soziologie den Trend, demjenigen am meisten aus öffentlichen Mitteln zu geben, der die größte Aufmerksamkeit für seine Notlage erzeugt. Die "Handicapologie" schafft leicht eine "Benachteiligtenkonkurrenz", die den Sozialstaat in seiner Glaubwürdigkeit in eine Abwärtsspirale bringt. Es kommen immer mehr Forderungen, und diese haben eine sinkende Abgabenbereitschaft jener zur Folge, die für diese Wünsche aufkommen sollen.

In dieser Situation befindet sich die Bundesrepublik nach dem Wochenende der "Opel-Rettung". Und damit dürften auch eingefleischte Fans der Umverteilung aus dem linken Spektrum ein ernstes Problem haben. Das Grummeln im Bauch rührt daher, dass nun Steuerzahler via staatliche Bürgschaft finanzielle Risiken schultern sollen, die in der freien Wirtschaft niemand tragen will - wäre es anders, dann hätte es der Hilfen ja nicht bedurft.

Wir werden zwangsweise zu Risikounternehmern gemacht. Das ist ein schräger Sozialismus, gerade in Zeiten, da man sich allerorten über das Spekulantentum erregt. Die Zockermentalität ist anscheinend vom Bankenwesen in die Politik gewandert. Dass ein Automobilkonzern für ein riskantes Konzept Milliardenkredite bekommt, während jeder Hartz-IV-Empfänger für ein paar Euro eine knallharte "Bedürftigkeitsprüfung" über sich ergehen lassen muss, ist schon pikant.
Kommentar Opel-Rettung: Schräger Sozialismus - taz.de
 

Merkur

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Dass ein Automobilkonzern für ein riskantes Konzept Milliardenkredite bekommt, während jeder Hartz-IV-Empfänger für ein paar Euro eine knallharte "Bedürftigkeitsprüfung" über sich ergehen lassen muss, ist schon pikant.
Das begreift so wie so keiner am wenigsten der Hartzer. Die Politiker gehören mal ausgewechselt :confused:
 
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Rounddancer

Gast
Hoppla! Wenn da der Staat NICHT mit zur Rettung beiträgt, dann werden bei Opel allein >25.000 Menschen arbeitslos,- und bei Zulieferfirmen nochmals bis zu 100.000. Dazu viele Ausbildungsplätze.

Die fielen dann alle auch noch über die paar offenen Stellen her, die schon jetzt und nur rechnerisch max. acht Prozent der vorhandenen Erwerbslosen wieder in Lohn und Brot bringen könnten.

Sie fielen auch über die Ämter her, würden die Flure und Wartezimmer weiter füllen, ihre Anträge erhöhten über kurz oder lang auch die Bearbeitungszeit der Alg II- Anträge. Sie fielen dann auch als Zahler von Steuern, Renten-, Arbeitslosen-, und Krankenversicherungsbeiträgen ganz, bzw. fast aus. Was dann noch schneller dazu führte, daß immer mehr Krankenversicherungen den Zusatzbeitrag erheben müßten. So viele, daß den meisten Versicherten gar nicht mehr die Wahl bliebe, in eine Kasse zu wechseln, die noch keinen Zusatzbeitrag erhebt. Und den müßten dann auch wir Hartz IV - Opfer bezahlen.

Nein, es muß etwas gemacht werden für die in die sonst in die Pleite treibenden Unternehmen. Denn, da hat Die Linke. Recht: Die Manager der Firmen kratzt das nicht, die haben ihr Scherflein im Trockenen, sie legen sich drei Monate in die Karibik,- und wären dann wieder da, wie Phönix der Asche entstiegen, bereit, die nächste Firma zu zerlegen.

Nein, die ganzen Folgen von solchen Pleiten tragen die Mitarbeiter und deren Familien,- sie haften mit ihrer ganzen Existenz.
 

eiszeit

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Also Rounddancer, ich bin auch Mitglied bei "Die Linke" sehe die Sache aber etwas anders.
Gut im Fall Opel,dass eigentlich ein erfolgreiches Unternehmen ist und nur durch das Missmanagment von GM in diese Schwierigkeiten kam, kann der Staat durchaus mal helfen. Die haben eine Chance verdient.
Aber wie soll es nun weitergehen? Arcandor, Porsche, Schäffler usw. usf.
Da sitzen die Eigentümer auf ihren prall gefüllten Geldsäcken, mit Millarden € gefüllt und der Steuerzahler soll`s richten? Ne mein Lieber da muss es andere Lösungen geben. Schließlich heißt es doch Eigentum verpflichtet.
Bei Hertie fragt überhaupt niemand wie es weitergehen soll. Sind ja nur 2900 Arbeitsplätze die wegfallen. In unserer Stadt ist bzw war Hertie der Einkaufsmagnet. Da stehen jetzt auch mehr als die 25 Arbeitsplätze bei Hertie auf dem Spiel. Die Stadt kann nicht helfen, und der Staat wird nicht helfen.
Also ich meine wenn diesen UN geholfen werden soll, dann nur wenn alles auf Heller und Pfennig zurückgezaht wird.
 
R

Rounddancer

Gast
Natürlich muß jede Staatsbeteiligung dazu führen, daß entsprechende Anteile MIT Stimmrecht beim Staat, oder mindestens bei den Mitarbeitern der Unternehmen landen, damit die mitentscheiden können. Nicht daß, wie beim unsäglichen, der besseren Position im Alphabet geschuldeten Unternehmensgruppe Arcandor wieder einer kommt, die Sahnestückchen (damals die Immobilien) rauszieht, zurückmietet und mit Meriten und viel Geld verschwindet.

Daß dieses "Immobilien, oder auch Maschinen verkaufen und zurückmieten" sich recht schnell rächt, ist eigentlich schon länger bekannt, und noch viel länger befürchtet. Und es nimmt vielen, ins Trudeln gekommenen Firmen die letzte Chance der Genesung.

Ich denke da an den Negerkuß-Wolf in Schifferstadt und Altenschönbach. Als der insolvent wurde, stellte sich heraus, daß die ganzen Maschinen an den größten Konkurrenten verkauft,- und von dem zurückgeleast waren.
Mit eigenen Maschinen hätte Wolf es nochmals "packen" können. Aber der Konkurrent zog die Maschinen ab,- und ohne Maschinen kann man noch nicht mal schlechte Negerküsse blasen, sondern gar keine.
Ergebnis: Aus war's, unwiederbringlich. Verkauft werden konnte nur noch die Marke.
 

Mario Nette

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@Heinz
Und wer hat die Opelaner erwählt oder alternativ die Hartzis ausgestoßen, dass sich rechtfertigen lässt, dass der eine für seine Arbeit einen Lohn aus Staatsknete, der andere aber nur MAE (wenn überhaupt) und Repressalien AUCH AUS STAATSKNETE bekommt? Welchen gesellschaftlichen Mehrwert hat denn so eine staatfinanzierte, doppelte Automobilüberproduktion?

Mario Nette
 
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