Schlechtes Timing der KK -> Antrag auf Teilhabe bei der DRV trotz zu erwartender baldiger Genesung. Tipps? (1 Betrachter)

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Rolek

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Hallo zusammen, ich hoffe ihr könnt mir bei meinem Anliegen etwas helfen.

Mein Vater (61) hat letztes Jahr im Sommer seinen Job verloren (Firmeninsolvenz). Das hat ihn natürlich ziemlich aus der Bahn geworfen und ihn depressiv gemacht, da er so wenige Jahre vor der Rente nach einem arbeitsreichen Berufsleben natürlich auf einen ruhigen Lebensabend gehofft hat. Leider kommt es ja immer anders.

Kurz vor Eintritt der Arbeitslosigkeit, wurde er auf Grund der aufkommenden Depression (schwere Episode ohne psychotische Symptome) krankgeschrieben, und ist bis heute auch noch in entsprechender Behandlung. Insbesondere in den letzten Wochen hat sich sein Zustand jedoch rapide verbessert, zumal auch private Umstände ihm wieder Lebensfreunde gegeben haben (Enkelkinder sind schon was Feines). Er ist aktuell soweit, dass er mit seinem Arzt das Ende der Behandlung und somit auch den Wiedereinstieg ins Berufsleben angehen möchte. Und genau jetzt kommt die Krankenkasse mit der Aufforderung um die Ecke, den Antrag auf Teilhabe (Reha) bei der DRV zu stellen. Timing ist bekanntlich alles. Er ist natürlich auf dem Standpunkt, dass er eigentlich wieder „gesund“ ist und demnach kein Interesse an einer Reha oder sonstiges besteht. Er hat natürlich aber auch Sorge davor, wenn er der Aufforderung nicht nachkommt, das irgendwelche Konsequenzen drohen könnten.

Daher nun meine Fragen:
  • Wenn er sich vor Ablauf der 10 Wochen Frist nicht weiter krankschreiben lässt, da eine Genesung vorliegt, muss dann der Antrag bei der DRV trotzdem gestellt werden?
  • Drohen für den Fall, dass er den Antrag nicht stellt irgendwelche Konsequenzen bei nicht mehr bestehender Krankheit?
  • Sollte man ggf. offensiv mit der Krankenkasse umgehen? D.h. Widerspruch auf die Aufforderung mit der Begründung, dass eine baldige Genesung zu erwarten ist und daher keine Leistung von der DRV benötigt werden?
Vielleicht hat ja jemand einen guten Tipp, wie wir hier weiter machen sollten!
 

grün_fink

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Ich persönlich würde bei ein Jahr Depression, zum Teil schwere Depression, erstmal abwarten, wie dauerhaft die Heilung ist. Diese verläuft nämlich öfter mal wie ein Pendel. Leicht euphorische Phasen müssen nicht unbedingt gleich eine Heilung sein.
Ich würde mit meinem Arzt darüber reden - und natürlich die Freude genießen.
 

Silvia123

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Mal zu den Fragen:

Wenn er nicht mehr krank geschrieben ist zum Ende der 10 Wochen muss er den Antrag nicht stellen, er kann jedoch am Ende der 10 Wochen den Antrag stellen, sich ggf. vom Arzt nicht rehafähig schreiben lassen.

Es gibt keine Konsequenzen wenn er keine Leistungen bezieht. Ansonsten braucht er einen guten Arzt

Den Widerspruch kann man sich sparen, ich habe gelernt dass nur Kosten gespart werden sollen, der wird abgelehnt.

Auch wenn hier einige nichts vom VDK halten würde ich dort eine Mitgliedschaft empfehlen (wenn man sich keinen Anwalt leisten kann und keine PKH bekommt) und es probieren sich dort helfen zu lassen, kostet nicht viel. Da ist es wohl je nach Ort mal gut, mal schlecht, aber die kennen die Probleme. Ich habe jetzt dort "Hülfe" gerufen und wurde sofort verstanden, sie kannten das Problem, auch dass nur Geld gespart werden soll und übernehmen die Korrespondenz. Hab da zu lang damit gewartet, denke ich.

Ansonsten kann sich Dein Vater, so er das will und kann auch kurz vor Ablauf der 10 Wochen Arbeitslos melden. Es kommt immer auf die ganzen Umstände an.

Ich wünsch Euch alles Gute
 

Kerstin_K

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Jemand, der kurz vor der Genesung steht, wird wohl kaum nicht rehafähig sein. Ganz im Gegenzeil, eigentlich ist das der ideale Zeitpunkt für eine Reha.
 

Silvia123

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Nicht wenn das ein kurzes Hoch ist.

Was ich bei dem Vorgespräch zu meiner ambulanten Reha erlebt habe sagt nein. Da muss man schon seeehr stabil sein.

Mir wurde ja oft geschrieben dass es bei psychosomatischen Rehas im Grunde gleich wäre wie gesund man ist.... DAS stimmt nicht! Eine gute Tagesklinik fährt da ein ganz anderes Programm. Daher würde ich vorab immer eine Tagesklinik wählen.

Bei einer erzwungenen Reha wird lapidar auf die Mitwirkungspflicht verwiesen und ein Einwand nicht akzeptiert.Das ist ja schlimmer wie ein Straflager.
 

Kerstin_K

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Es gibt auch gute Rehakliniken, sogar vollstationär.

Meine Bekannte hat eine PTBS mit schweren Depressionen uns schon mehrere Suizidversuche hinter sich. Eine ambulante Reha, we die DRV es wollte, hätte sie nicht geschafft. Zumal es dort auch kein richtiges Konzept für Traumatherapie gab.

In der Klinik, die wir selber gefunden haben, war sie gut aufgehoben. Da sie auch noch Fibromyalgie hat, hat sie viel mit den Physotherapeuthen gearbeitet und das hat ihr tatsächlich zumindest für kurze Zeit etwas geholfen. Psychisch konnte man ihr nicht helfen. Das lag aber nicht an der Klinik, die haben sich viel Mühe gegeben, sondern an ihren zu geringen Deutschkenntnissen. Auch in soweit war die Reha hilfreich, weil sie bis dahin dachte, dass sie eine Psychotherapie mit einem deutschsprachigen Therpeuten machen könnte. Das funktioniert aber nicht.

Klar ist es ihr erstmal schwergefallen, sich von ihrem Kind zu trennen. Der MDK hatte eine Reha zusammen mit dem Kind angeraten, aber das wäre für das Kind nicht gut gewesen. Schliesslich hat sie sich doch überwunden. Als der Kleine dann krank wurde, durfte sie übers Wochenende nach Hause. Wir hatten extra darauf geachtet. dass die Klinik nicht zu weit weg für Besuche ist. Mutter und Kind haben das Wochenende genossen und danach wusste die Mama, dass ihr Kind beim Vater gut aufgehoben ist und das Kind wusste, dass die Mama wiederkommt. Auch dem Vater ist währen der Reha der Frau einiges klargeworden. Am Ende hat die ganze Familie von der Reha profitiert. Die Frau hätte gerne verlängert, aber es kam auf den Antrag keine Reaktion der DRV.

Jede Erkrankung ist anders und jede Rehaeinrichtung ist anders. Man muss da immer eine individuelle Lösung finden. Ganz wichtig ist es, dass man sich nicht auf die Auswahl der Rehaeinrichtung durch die DRV verlässt. Die kucken da nämlich nicht so genau hin und nehmen die erste Klinik, wo ein Platz frei ist. Man sollte sich über die Kliniken informieren und geziehlt sein Wunsch- un Wahlrecht wahrnehmen. Das schmeckt der DRV nicht, aber sie kann nicht viel dagegen machen, wenn die Wunschklinik nicht komplett ungeeignet ist oder keinen Vertrag mit der DRV hat.
 

Silvia123

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Was Du schreibst kenne ich inzwischen auswendig.....

Jede Erkrankung ist anders und jede Rehaeinrichtung ist anders. Man muss da immer eine individuelle Lösung finden.
EBEN und es gibt kaum ambulante, geschweige denn gute Rehas. Es steht (meiner Meinung nach) niemandem zu zu entscheiden ob ambulant oder stationär, außer natürlich bei Suizid usw....

Ich finde es schon krass das eine Rehaklinik die vormals nur auf orthopädisch qualifiziert war psychosomatisch anerkannt wird weil man die Leute aufs Laufband zwingen will. Klasse für die Psyche *Achtung Ironie*. Die spulen ihr Programm ab und gut isses. Nur nicht für die denen es nicht gut geht.

Es steht keinem zu zu bestimmen was für jemanden gut wäre. DAS nennt sich selbst bestimmtes Leben! (Abgesehen von Selbst- und Fremdgefährdung)

Zwang hat noch nie geholfen.
 

Kerstin_K

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Für mich klingt das immer noch so, als wenn du meinst, dass nur eien ambulante Reha eine gute Reha sein kann. Und das stimmt einfach nicht.
 

Silvia123

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Das ist doch Unsinn. Ich bin der Meinung dass das individuell verschieden ist!

Dann kommt es noch auf die Einrichtung an und, eine Tagesklinik kann auch die beste Variante sein.....
 

bondul

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