Schlecherterstellung bei Teilzeitbeschäftigung im Vergleich zu ALG I Bezug?

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Precariat

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Hallo,

ich gehöre zum sogenannten akademischen Prekariat.

Ich habe eine auslaufende, befristete Stelle an einer Hochschule. Es war eine Vollzeitstelle, aber ich habe jetzt in Elternzeit auf 50% reduziert. Da eine Teilzeittätigkeit aufgrund von Elternzeit bei der Berechnung des ALG I nicht berücksichtigt wird, gehe ich davon aus, dass ich den erhöhten Leistungssatz von 67% bekommen würde. Das wären dann immerhin für 12 Monate ca. 1700,- Euro.

Ich habe nun eventuell die Möglichkeit eine befristete Teilzeitstelle 50% anzutreten. Dabei würde ich etwa 1400,- Euro netto verdienen. Es wären also ca. 300,- Euro weniger als beim ALG I Bezug.

Gibt es vielleicht Regeln, die dafür sorgen, dass man bei einer Teilzeitbeschäftigung nicht schlechter gestellt wird als bei ALG I Bezug? Ich gehe davon aus, dass Teilarbeitslosengeld nicht in Frage kommt, da ich die zweite Stelle erst demnächst antreten würde und somit die 12 Monate Anwartschaft nicht erfülle.

Für Tipps und Hinweise bin ich Dir dankbar!
 

Katzenstube

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Mir, als kleinem kaufmännischen Fußvolk, wäre nicht bekannt, dass es eine solche Regelung gibt.

Ich war ebenso in der Situation, jedoch hätte mir kein Arbeitsvermittler da etwas erzählt, dass es irgendwelche finanziellen Abfederungen gibt. Für mich war einfach massgeblich nicht mehr zu den Freunden der Afa gehen zu müssen und eine Beschäftigung zu haben. Denn ich war mir für mich keinesfalls sicher, ob es eine besser bezahlte Anstellung demnächst vom Himmel "regnet". Trotz dem Wissen, dass mein zukünftiger Anspruch auf ALG damit von mir selber reduziert wird.

Ich gehe davon aus, dass dieses Dein eigenes Spiel ist, welches Du auswürfeln darfst. Du wirst den Job nicht annehmen müssen, weil er geringer finanziell belohnt wird, als Du es in der Vergangenheit geleistet hast. Aber wie gesagt, (noch) musst Du ihn nicht annehmen. Mit fortschreitender Dauer von AU wird es dann irgendwann so sein, dass die finanziellen Einschnitte immer größer werden, die von Dir verlangt werden können.

Gruß von Katzenstube
 

Precariat

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Ich habe jetzt gelesen, dass es so eine Art Bestandsschutz zumindest für die Höhe der ALG I Leistung für bis zu zwei Jahre gibt, aber anscheinend muss man dafür erst einmal ALG I beziehen. Stimmt das?

https://www.finanztip.de/bestandsschutz-arbeitslosengeld/

Das würde wiederum bedeuten, dass wenn man proaktiv wie @Katzenstube ein schlechter bezahlte Stelle antritt, dass man dann wiederum schlechter gestellt wird als jene, die erst nach Eintritt der Arbeitslosigkeit eine neue Stelle antreten. Das wäre doch bescheuert.
 

Katzenstube

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Richtig, diesen Passus kenne ich auch. Wobei, soweit ich weiss, ein spezieller Antrag dann gestellt werden muss, dass dieses höhere Gehalt bei Antragstellung auf ALG der Vergangenheit zur Berechnung zugezogen wird.

Gruß von Katzenstube

Problem denke ich, wäre nur, wenn nach 1 1/2 Jahren der schlechter bezahlte Job von einem selber gekündigt wird, dann wüsste ich nicht, wie der Verfahrensweg bzw. die Anrechnung des Arbeitslosengeldes laufen würde.

Gruß von Katzenstube
 

BerndB

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In § 151 Abs. 4 SGB III auf Seite 3 steht zumindest "bezogen". Die Links auf der Seite funktionieren nur im InternetExplorer oder wenn man das PDF runterlädt und in Adobe öffnet.

Das Ganze nennt sich bei der AfA auch konkret "Bestandsschutz", wie du schon geschrieben hast.
 
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