Schlampige Antragsbearbeitung beim Amt für Wohnen und Migration

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FressRaupe

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Hallo, erst mal kurze Vorstellung. Ich bin weiblich, alleinerziehende Mutter (33) von einem 2,5 Jahre alten Sohn und gebürtige Münchnerin.

Ich habe folgendes Problem.

Anfang Mai 2014 zog ich nach ORT1. und habe mich am 15.05.2014 auch dort polizeilich gemeldet.
Anfang September 2014 bat mich meine Mutter unbedingt wieder nach ORT2. zu kommen, da sie meine Unterstützung benötigt bei der Umsorgung und Pflege meiner Oma (ihrer Mutter).
Ich tat dies, und meldete mich hier im ORT2 am 16.09.2014 rückwirkend zum 14.09.2014 (war ein Sonntag als wir ankamen) polizeilich wieder an.

Vorab (Anfang September) hab ich mich bei der für mich anhand des Buchstabens zuständigen Sachbearbeitung Fr. 1. telefonisch informiert, wie das mit einer neuen Antragsstellung aussah, wegen der Halbjahresfrist des Wegzuges.
Fr. 1. bestätigte mir, das ich in der Halbjahresfrist sei und keine Wartezeit von 5 Jahren hätte.
Die Antragstellung erledigte ich somit umgehend.
Reichte nach meiner Ummeldung in München die aktuelle Meldebestätigung und aktuellen Bescheid vom Jobcenter ein.
Fr. 1. war nicht mehr meine Sachbearbeitung, sondern Fr. 2.
Diese schickte mir einen Bescheid mit Rangstufe 5 und 16 Punkten, da ich keinen festen Wohnsitz hier habe und somit keinen Anspruch auf Zuweisung einer Sozialwohnung.
Ich erreichte Fr. 2. Gott sei dank am gleichen Tag telefonisch und versuchte ihr zu erklären, dass doch das amtliche Dokument mit Amtsstempel vorliegt.
Laut Ihrer Aussage sagt der Auszug aus dem Melderegister an ihrem PC was andres.
Fr. 2. sicherte mir auch telefonisch zu, nach Einreichung der Aufenthaltsbescheinigung eine positive Änderung des Bescheides zu, da ich mich in einer Notsituation befinde.
Ich fuhr ins Meldeamt in ORT2, lies sie mir ausstellen und reichte sie am selben Tag.

Ca 1 Woche später kam Bescheid Nr. 2
Rangstufe 5 mit 6 Punkten. Ich erfülle die Wartezeit nicht und hätte erst Anspruch auf einen Wohnraum am 13.09.2019.
Widerspruch Nr. 2 ist zur Fr. 3. (wieder neue Sachbearbeitung) und an die zuständige Teamleitung eingereicht.

#In meiner Akte sind ALLE erforderlichen Unterlagen, ins besonders Mietvertrag von meiner Oma, bei der wir wohnen, fristgerecht eingereicht.

#Alle Erklärungen, dass Ich mit meinem 2,5 Jahren alten Sohn bei meiner an Demenz/-und Alzheimer (lt. Gutachten im Frühstadium) erkrankten Großmutter auf 60m² in 2 Zimmern wohnen liegen vor.

#Auch den Hinweis, dass ich Antrag beim Vormundschaftsgericht auf Betreuung meiner Oma gestellt habe, liegt vor.

#Das ich ein laufendes Umgangsrechts-verfahren mit dem Kindsvater habe, liegt in Kopie vor, sodass auch hier ein gesichertes Umfeld für meinen Sohn gegeben sein muss.

Ehrlich gesagt ist es meiner Meinung nach reine Schlamperei und Faulheit. Wie kann ich so arbeiten, wenn doch alle erforderlichen Unterlagen vorliegen.
Selbst bei einem 3fachen Sachbearbeiterwechsel innerhalb zweieinhalb Monaten, muss ich die Genauigkeit gewährleisten.

Wie kann ich am besten denen schriftlich entgegentreten oder was kann ich tun. Ich bin echt ratlos und langsam am Ende meiner Kräfte.
Denn, auf dem freien Wohnungsmarkt hat man keine bezahlbare Wohnung über für eine alleinerziehende Mutter die Hartz 4 bekommt, aber eine gute Berufliche Zukunft hat.

Vielen lieben Dank fürs zeit nehmen, Lesen und Beantworten.
LG -dieRaupe-
 

FressRaupe

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Aufgrund meines alleinerziehenden Status, kann ich in meine 2 Ausbildungsberufe nicht mehr zurück.
Deswegen beginne ich im Frühling 2015 eine Umschulung im Angestelltenbereich, die ein weites Aufgabenfeld abdeckt.
 

ZynHH

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Und wann betreust und pflegst du deine demente, an Alzheimer erkrankte Großmutter und dein Kind?

Das wird doch nicht einfacher, bald kommt doch der Tag wo sie ständige Aufsicht benötigt....
 

gila

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Hallo Fressraupe, prima dass du hier versuchst Hilfe zu erfragen.
Meine Tochter hat mich informiert. :wink:

Ein paar Tipps hat Du schon: KOFRA, evtl. auch Jugendamt, die die Rechte und Bedürfnisse deines Kindes vertreten sollten.
Ich habe KristinaMN auf dein Thema aufmerksam gemacht, die als Einzelkämpferin ausgestattet schon so einiges durch hat und einige Kontakte hat.
Sicher wird sie sich morgen melden.

Ich hoffe es gibt noch einige Tipps, etwas Geduld!

Gruß und trotz allem eine gute Nacht, gila
 

FressRaupe

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Die Sachte steht auf einem andren Blatt. Es diente rein Informativ für die Antragsbearbeitung im Amt für Wohnen und Migration - kurz Wohnungsamt, was ich alles an erforderlichen Unterlagen eingereicht habe, bzw einreichen musste. :wink:
 

FressRaupe

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Hallo gila

vielen Dank, dass du doch noch die Zeit und Mühe gefunden hast, zu antworten.
Hatte laut der Aussage deiner Tochter erst morgen damit gerechnet :)

Ich erwarte freudigst den Kontakt zum gemeinsamen Austausch. Vielen vielen Dank.

LG -dieRaupe-
 

gila

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Nachfrage: du suchst Wohnung für dich und Sohn?
Nicht was größeres für Euch + Oma?
Bei Oma nur aus der Not jetzt ...?

Man könnte natürlich auch den neuen OB Hr. Reiter anschreiben
Wie man mit einer gebürtigen Einwohnerin die nur kurz abwesend war,
umgeht in so einer Notsituation.
 

FressRaupe

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Eine Wohnung nur für mich und meinen Sohn.
Der Bescheid schreibt auch vor, dass ich nur Anspruch auf 2 Zimmer ab 10m² habe.

Meine Oma bleibt so lange in ihrer Wohnung wie es nur irgend geht. Solange bin ich da und versorge sie.

An den OB Reiter hab ich auch schon gedacht. Nur hab ich da einen Heiden Respekt vor.
Vielleicht sollte ich das wirklich mal tun. Denn so, geht es auf Dauer nicht mehr weiter.
 

gila

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Respekt? Nun, den kann man haben aber nicht mit Angst oder 'Manschetten ' verwechseln.
Ich habe in genau so einer Situation schon 1983 den damaligen OB Kiesl sehr
'nachdrücklich ' angeschrieben und sogar damit gedroht notfalls ein Zelt vorm Rathaus aufzuschlagen.

Na, das nützt dir heut nix ... aber da lässt sich sicher noch einiges bewegen.
Für ALG II steht dir Wohnraum 50 qm + 10 zu bei 2 Personen.
Wobei man noch genau schauen muss mit Kind allein ... da sind die Mehrbedarfe an Wohnraum länderspezifisch etwas strittig.

Erstmal heia machen und morgen frisch ans Thema :wink:
 

FressRaupe

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Ja ich weiß das.

Hab auch angegeben, dass ich Mobiliar für eine im Grunde minimum 2,5 Zimmer Wohnung habe.
Aufgrund von späterer aufkommender Privatsphäre (sofern die Küche im Wohnzimmer integriert ist) und Sohnemann älter wird, wäre ein zusätzlicher geschlossener Raum als Rückzugsort für mich als Schlafzimmer vorteilhaft.
Aber man ist ja kompromissbereit ;)


Laut Mietobergrenze sind es gegenwärtig bei 2 Personen 730 BKM und max 60 (?)m². Es gibt schon Wohnungen auf dem freien Markt, aber die Vorurteile Hartz 4 Empfängern gegenüber sind allgegenwärtig. Und das teilweise bis weit unter die Gürtellinie.

Dann werde ich deinem Rat mal Folge leisten und dem Herrn OB schreiben.

Vielen dank und ebenso eine geruhsame Nacht.

LG -dieRaupe-
 

gila

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Hallo Raupe - ich biete dir an, dich bei einem Brief - an wen auch immer - und den Formulierungen zu unterstützen.
Meine Briefe sind in der Regel "gefürchtet" :icon_hihi:

Es wäre gut, die Widerspruchspunkte zu kennen, die du gegen den letzten Bescheid benutzt hast, um die Sachverhalte besser zu kennen.
Das ist etwas anderes, als im SGB II herum zu stochern - vielleicht sehen die ein oder anderen hier noch deinen Beitrag und jemand weiß etwas über die Reguliaren bei der Vergabe von Sozialwohnungen.

Ich kann nur mal in den örtlichen Richtlinien wühlen, wie es hier mit dem Wohnraum für Alleinerziehende ist. Das ist ja - wie schon erwähnt - nicht einheitlich geregelt.

WANN erging der Widerspruch an die TL?
Gab es schon eine Reaktion?
Hast du dich auf dem freien Wohnungsmarkt schon ausreichend umgeschaut oder tust dies aktuell?
Das würde ich dir unbedingt empfehlen!
Das kostet viel Kraft - aber auf eine Sozialwohnung warten ist auch nicht kurzfristig von Erfolg gekrönt.

Im Falle du könntest eine freie Wohnung erhalten, kann man hier auch mit der Mietobergrenze etwas arbeiten, denn M. hat kein "schlüssiges Konzept" dafür und aufgrund der extremen Situation sind schon mal + 10% "drin".
Leider muss man dafür kämpfen und argumentieren - hier könnte ich mal unseren Anwalt nach den aktuellen Bedingungen fragen.

Erstmal würde ich auch div. Beratungsstellen abklappern, auch mal das Jugendamt anrufen, denn wichtig ist auch, dass das Kind bald aus der untragbaren Situation heraus kommt und auch der Umgang mit dem Vater gewährleistet wird!
 

KristinaMN

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Die Art der Bearbeitung ist üblich in diesem Amt, weil versucht wird jede Registrierung und erst recht in der Rangstufe 1.

Recherchiere unter WWW.muenchen.de/RIS nach Sozialwohnung und Wohnungslos. Dich wird der Schlag über die Realität treffen. Anfang des Jahres wurden Alleinerziehende, Alte, Behinderte, etc als Bevorrechtigte gestrichen. Nur noch Rollstuhlfuhrer und "Großfamilien ab 5 Personen"!:icon_motz:

Du wirst feststellen, dass Du selbst in Rangstufe 1 3-5 Jahre warten musst. Derzeit werden so gut wie alle freien WOHNUNGEN an Minderjährige Asylbewerber-Wohngemeinschaften oder Mitarbeiter vergeben. Es ist zum kotzen für alteingesessene Münchner und das als Alleinerziehende.

Auch solltest Du überlegen, ob Du Dir eine Sozialwohung antun willst. Massive Probleme mit GWG\Gewofag und den Nachbarn ......

Diskussionen kannst Du Dir mit dem Amt sparen. Wenn, Klage vor dem Verwaltungsgericht und Antrag auf PKH für das Verfahren, kein Anwaltszwang.

Du hättest Deine Wohnung nicht aufgeben sollen.

Anspruch hast Du für 2 Personen = Max. 65 qm. Zuschlag für Alleinerziehende gibt es in Bayen nicht.

Dir wird nur die Suche auf dem freien Wohnungsmarkt bleiben.
 

KristinaMN

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@Gila

"Dank" Dr. P. Ist die Mietobergrene 1998 vom BGH für i.O. Befunden worden, obwohl die Klägerin es geschafft hat vor dem Landgericht das Gegenteil zu beweisen.

Jugendamt macht nix. Warum auch? Das Kind hat ein Dach über dem Kopf bei der Oma. In München gibt es viel schlimmere Fälle, z.B. Das Haus in Trudering.
 

gila

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Das sind ja düstere Aussichten.
Da muss Raupe sich wohl von zügiger Hilfe verabschieden, ihre Kräfte anders bündeln, den Widerspruch u. das 'theoretische' Recht auf ihre Dringlichkeitsstufe im Nebenkrieg durchfechten und sich auf Wohnungssuche begeben.

Vielleicht kann man sie dabei doch noch mit Tipps und Ansprechpartnern unterstützen.
Evtl. dann eben über private Mail.

Trotz aller Skepsis würde ich dennoch mit dem JA sprechen.
ich schreibe ihr noch paar andere Stellen. ..
 

KristinaMN

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Der Schuss mit dem Jugendamt kann nach hinten los gehen, wenn es mitbekommt 3 Umzüge innerhalb kürzester Zeit, Kind nicht in KiGa, .......

Das Jugendamt ist nicht in der Lage eine Wohnung zu beschaffen. Es gibt schwerkranke Kinder in Notunterkünften.

Somit ist FressRaupe Situation in München mittlerweile ganz normal.

Sorry, die Realität ist brutal.

Die AWO Notfallhilfe bietet einen Kurs zur Wohnungssuche an, Dauer 2 Std. Ansonsten Wohnungsgenossenschaften abklappern.
 

KristinaMN

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Noch eine Ergänzung zum Verwaltungsgericht:


Googelt mal München Verwaltungsgericht Sozialwohnung.

Ihr werdet feststellen, dass das Verwaltungsgericht das Amt für Wohnen deckt und die Punkte- und Wohnungsvergabe rein eine "Ermessensentscheidung" der Behörde ist.

Allerdings kann man es versuchen eueren höhere Punktevergabr über das Verwaltungsgericht zu bekommen. Ab 2015 erfolgt die Wohnungsvergabe über das Internet, somit evtl. Bessere Chancen.
 

gila

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"aber für alles andere ist Geld zum Fensterrauswerfen vorhanden" ... das ist immer wieder das einzige, was einem dazu einfällt!

WO bleibt die soziale Revolution? Die vielen Wohnungssuchenden, die demonstrieren?
Vielleicht muss man angesichts der an Demenz erkrankten Oma auch noch an andere Wege denken.
Aus der Erfahrung mit meiner Mutter weiß ich, dass man da auf Dauer für einen Verbleib der Menschen in ihrem Zuhause nicht wirklich was tun kann ... :icon_frown:

Momentan wohl eine etwas verfahrene Kiste ... leider ...
 

KristinaMN

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WO bleibt die soziale Revolution? Die vielen Wohnungssuchenden, die demonstrieren?...
Das muss man sich wirklich fragen. Jeder erträgt sein Leid still für sich alleine.

Die einzigen die Aktiv geworden sind, war die Gruppe Goldgrund mit einigen Promis (Müllerszr.). Allerdings geht es denen nur darum Wohnraum für Asylbewerber zu schaffen und nicht für alle Wohnungssuchenden / Wohnungslosen / Sozialleistungsbeziehern. :icon_motz:
 

FressRaupe

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Hallöchen :)

Erst mal ein FETTES DANKE für eure Antworten.

Wohnung suche ich täglich wie verrückt. Bin sogar schon bereit, für einen erfolgreichen Mietvertragsabschluss dem Vermieter 200 Euro Belohnung zu bezahlen und einen Makler zu engagieren.

Es ist schon traurig, wenn man das so sagen darf, dass mehr für frische Einwanderer getan wird, und das eigene gebürtige Volk auf dem Zahnfleisch daher kommen muss.
München, Weltstadt mit Herz - JA! Für alle aus allen Herrgotttsländern, aber nicht fürs eigene Volk :icon_cry:

Lg -dieRaupe-
 
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