Schizophrenie nicht ausreichend für Teilhabe am Arbeitsleben (1 Betrachter)

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Andromedaner94

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Hallo Eloforum.
Ich habe folgendes Problem: ich bin 23 Jahre alt, und seit Beendigung meines Freiwilligen Sozialen Jahrs arbeitslos gemeldet. Allerdings habe ich kein Arbeitslosengeld beantragt, weil ich mich dafür damit einverstanden erklären muss, jegliche Anstrengung zu unternehmen, um meine Beschäftigungslosigkeit zu beenden. Das scheint mir konträr zu meinem Wunsch, eine berufliche Reha zu machen, zu sein. Trotz meiner Erkrankung an Schizophrenie bin ich dem Amtsarzt wohl "nicht krank genug", um meinen Antrag auf Teilhabe am Arbeitsleben zu genehmigen.

Mittlerweile häufen sich auch die Kosten bei der Krankenkasse, und ich habe Angst, nach dem Beantragen von Arbeitslosengeld, um die KK zu bezahlen, in irgendeine Maßnahme gesteckt zu werden, die mich nicht weiterbringt. Falls es von Interesse wäre, ich habe die Fachhochschulreife, allerdings leider nicht so gut abgeschlossen, da ich im letzten Schuljahr massive Versäumnisse aufgrund meiner Erkrankung hatte. Mein Wunsch ist es, eine Ausbildung innerhalb der Reha machen zu können. Nur bin ich mir nicht sicher, wie ich das bewerkstelligen soll.

Vielen Dank im Voraus
 

MissRuhrpott

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Hallo Andromedaner,

solange Du keine Leistungen beantragst,warum sollte man Dir eine berufliche Reha finanzieren?

Damit man sich um Dich 'kümmert',solltest Du das erst einmal tun.

Meine spontane Idee wäre,daß Du eine Ausbildung in einem BBW absolvieren könntest,sofern Du räumlich flexibel bist.
Ich habe das mit meinem Sohn durch und es war - für ihn - die richtige Entscheidung.

Der Weg dahin war aber nicht so ganz einfach,man muß das schon etwas clever angehen,
da diese Ausbildungen der AFA einen Haufen Geld kosten.

Du brauchst zunächst mal die Unterstützung Deiner eigenen Ärzte.
Möglicherweise kann Dir ein Attest erstellt werden,das Dein Ansinnen unterstützt.
Im Leistungsbezug hättest Du eine/n SB als Ansprechpartner.
Wir haben damals unseren 'Plan' dort mit guten Argumenten dafür vorgetragen,
worauf eine medizinische und berufspsychologische Begutachtung durch den SB in die Wege geleitet wurde.

Während der Gespräche vor den eigentlichen Untersuchungen mit den Gutachtern wurde u.a. das Attest vorgelegt
und noch einmal ausführlich begründet,warum gerade das der richtige Weg für meinen Sohn wäre.
War auf jeden Fall sehr überzeugend,die Kostenzusage der AFA war dann kein Problem mehr.

Ich wünsche Dir viel Erfolg!
 

MissRuhrpott

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Ja,mach Dich da mal schlau,ob das für Dich überhaupt in Frage käme.
Es ist natürlich nicht von Vorteil,daß Dein Antrag auf Teilhabe schon einmal abgelehnt wurde,
das heißt aber nicht,daß es bei einem neuen Anlauf mit Unterstützung Deiner Ärzte nicht doch noch klappen kann.
 

Linuxfan

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Schizophrenie ist eine sehr üble Erkrankung. Da Du erst 23 bist müsste doch die Familienversicherung greifen oder? Natürlich nur wenn deine Eltern gesetzlich versichert sind.

Es gibt einige Reha-Werke, wo man ggf. eine berufliche Ausbildung machen kann. Ich war einige Zeit lang bei diesem Institut.
 

Andromedaner94

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Da Du erst 23 bist müsste doch die Familienversicherung greifen oder?
Ich wünschte, es wäre so, aber die Familienversicherung ist ab 23 nicht mehr gültig. Ich muss mich ab jetzt selbst versichern, vom Arbeitsamt versichern lassen oder von irgendeinem Arbeitgeber.
 

MissRuhrpott

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AW: Schizophrenie nicht ausreichend für Teilhabe am Arbeitsleben

Aus reiner Neugier habe ich jetzt mal wegen der KV geschaut,
und folgendes gefunden:

Kinder können bis zum 25. Geburtstag familienversichert werden, wenn sie

- noch zur Schule gehen,
- eine Berufsausbildung ohne Arbeitsentgelt machen,
- studieren oder
- ohne Arbeitsentgelt ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr oder einen Jugendfreiwilligendienst im Ausland machen.

Hat sich die Ausbildung Ihres Kindes durch einen Wehr- oder Freiwilligendienst verzögert?
Dann kann Ihr Kind noch so lange weiter nach dem 25. Geburtstag familienversichert bleiben, wie der Dienst gedauert hat, maximal jedoch ein Jahr.


Behinderte Kinder können dauerhaft familienversichert bleiben, wenn sie auch als Erwachsene nicht selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen können.
Die Behinderung muss allerdings schon während der Familienversicherung vorgelegen haben.
Quelle: Welche Altersgrenzen gibt es fur Kinder in der Familienversicherung?

Könnte das nicht vielleicht doch auf Dich zutreffen?
 

ZynHH

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Liegt denn überhaupt schon eine Schwerbehinderung vor? Wurde diese beantragt?
 

Linuxfan

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Liegt denn überhaupt schon eine Schwerbehinderung vor? Wurde diese beantragt?
Kann man jedenfalls machen. Ich habe bei chronischer Schizophrenie, die mit Medikamenten behandelt wird, einen GdB von 50%, unbefristet bekommen.

Der Schwerbehindertenausweis kann dann als Indiz genutzt werden, Erwerbsminderungsrente zu beantragen wobei ich fürchte, dass der Themenersteller die Anwartszeit nicht erfüllt. Auch bei Kündigungen und Bewerbungen im öffentlichen Dienst, wo Schwerbehinderte Vorrang haben, kann er etwas nützen.
 

Andromedaner94

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Andromedaner94

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Der Schwerbehindertenausweis kann dann als Indiz genutzt werden, Erwerbsminderungsrente zu beantragen wobei ich fürchte, dass der Themenersteller die Anwartszeit nicht erfüllt.
Oh, ein Leidensgenosse :)
Um Erwerbsminderungsrente beantragen zu können, muss man ja mind. 5 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt haben, oder?
Aber notfalls bleibt mir die Erwerbsunfähigkeitsrente, oder irre ich mich da?
Im öffentlichen Dienst arbeiten, wäre schon schön, aber ich weiß nicht, ob ich da reinkomme. Verbeamtet werden kann ich sicher nicht.
 

MissRuhrpott

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Ich bin mir da nicht sicher, aber ich habe gar keine Ausbildung, die sich hätte verzögern können, gemacht.
Der verspätete Ausbildungsbeginn durch Wehrdienst oder freiwilliges soziales Jahr betrifft aber nur Kinder,die über 25 noch familienversichert sein wollen/müssen.

Für Dich gilt nur der obere Abschnitt mit den Stichpunkten,da Du noch keine 25 bist.
 

Linuxfan

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Um Erwerbsminderungsrente beantragen zu können, muss man ja mind. 5 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt haben, oder?
Da hatte ich etwas Glück: Es war einige Zeit lang so, dass der Staat ein paar Euro in die Rentenkasse bei Hartz IV-Bezug eingezahlt hat und dies auch für die Rentenanwartschaftszeit galt.

Dieser Zuschuss wurde aber im Rahmen von Kürzungen wohl wieder gestrichen - Reformen halt. Eine gesellschaftliche Debatte hat es jedenfalls nie ausgelöst.

Soweit ich weiss gibt halt momentan nur noch die "Volle Erwerbsminderungrente" sowie "Teilweise Erwerbsminderungsrente". Den Begriff der "Erwerbsunfähigkeitsrente" gibt es glaube ich garnicht mehr.
 

Andromedaner94

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Da hatte ich etwas Glück: Es war einige Zeit lang so, dass der Staat ein paar Euro in die Rentenkasse bei Hartz IV-Bezug eingezahlt hat und dies auch für die Rentenanwartschaftszeit galt.

Dieser Zuschuss wurde aber im Rahmen von Kürzungen wohl wieder gestrichen - Reformen halt. Eine gesellschaftliche Debatte hat es jedenfalls nie ausgelöst.

Soweit ich weiss gibt halt momentan nur noch die "Volle Erwerbsminderungrente" sowie "Teilweise Erwerbsminderungsrente". Den Begriff der "Erwerbsunfähigkeitsrente" gibt es glaube ich garnicht mehr.
Komisch. Ich könnte schwören, von Fällen gelesen zu haben, in denen junge Menschen Erwerbsminderungsrente/Erwerbsunfähigkeitsrente bekommen aufgrund einer psychischen Erkrankung, und das ohne eingezahlt zu haben.
 

Andromedaner94

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Hallo Eloforum,
ich habe demnächst einen Termin für die berufspsychologische Untersuchung. Allerdings findet die im vierten Stock statt und ich habe leider eine gewaltige Höhenangst. Ich habe das dort schon bescheid gesagt, bekam als Antwort, dass sie da nichts machen können und ich mich mit meiner Psychiaterin kurz schließen soll. Die wiederum hat mir ein Attest, dass mir die Höhenangst bescheinigt, mitgegeben, welches ich dort am Empfang abgegeben habe. Bis jetzt kam keine Antwort, obwohl mir Eine angekündigt wurde. Gibt es da irgendwie Alternativen?
 

ZynHH

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Komisch. Ich könnte schwören, von Fällen gelesen zu haben, in denen junge Menschen Erwerbsminderungsrente/Erwerbsunfähigkeitsrente bekommen aufgrund einer psychischen Erkrankung, und das ohne eingezahlt zu haben.
Das nennt sich dann eher Hilfe zum Lebensunterhalt. ....
 

ZynHH

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Hallo Eloforum,
ich habe demnächst einen Termin für die berufspsychologische Untersuchung. Allerdings findet die im vierten Stock statt und ich habe leider eine gewaltige Höhenangst. Ich habe das dort schon bescheid gesagt, bekam als Antwort, dass sie da nichts machen können und ich mich mit meiner Psychiaterin kurz schließen soll. Die wiederum hat mir ein Attest, dass mir die Höhenangst bescheinigt, mitgegeben, welches ich dort am Empfang abgegeben habe. Bis jetzt kam keine Antwort, obwohl mir Eine angekündigt wurde. Gibt es da irgendwie Alternativen?
Geh hin, nimm das Attest mit und melde dich im Erdgeschoss beim Pförtner, der soll oben Bescheid sagen, das du da bist und die runter kommen sollen.
Die Psychologen kennen sich ja mit psychischen Problemen aus.

Nachfrage: Bist du nun Arbeitslos gemeldet?
 
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